Rotationsdruck und Verlag der Brühl »sch« UniversitätSdruckerei. R. Lange, Gieße«. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.V. Tel, Nr. 5L relegr.-Mr.r Anzeiger Gieß«. Nr. Ä2S Zweites ME. L84. Jahrgang Donnerstag 2K. September 1904 Erscheint IMch mit Ausnahme de« Sonntags. n Die ..Siebener KamiNendlütter" werden dem DI WW X W ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MW M MM W, gj M. , M M 8 M kftr W W H ^tzejstjche Lündwirl" erscheint monatüch einmal. v W NH M G' v* W V W V*' v'' General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. I.IHIWX——■IW—lll 13— ■ ■■IIIJU——■IIIIIMBmWIWIWMiMMMTMW ——. — er. rche selten oder nie Politische Tagesschau. Klagen eines ParteMatt.NedaktenrS. Kürzlich veröffentlichte die „Franks. Ztg." bewegliche Magen eines gequälten p-keußischen KreiSblatt-Re- dakteurs, der gezwungen sei. alle möglichen Rücksichten zn nehmen und seine eigene Meinung diesen Rücksichten anzupassen. Die sozialdemokratische Pre"e gab diese Magen wieder und fügte ihrerseits einen mehr oder minder scharfen Ausdruck des Mscheus über eine derartige „geistige Knebelung" eines Redakteurs hinzu. Die sozialdemokratische Presse Hessens insbesondere machte sich den törichten Spaß, ihren Lesern vorznlügen, daß die AmtsblattverhMiisse bei uns zu Lande von ähnlicher Art seien. Mir haben bisher hiervon keine Notiz genvinmen, denn jeder politisch reife Deutsche weiß e§; daß hessische und preußische Regie-nlngsgepflogen- heiten himmelweit von einander verschieden sind. Wie es bei der preußischen .Kreisblattpresse zugeht, kann uns gleichgültig sein, und eine ernsthafte Erwiderung auf jene sozialdeinokvatischen Mb'gesclMacktheiten hätte ihnen unangemessene Bedeutung gegeben. Jetzt bringt die „Reckarztg." als hübsches Gegenstück folgenden niM minder beweglichen Klageruf des Redakteurs eines demokratischen Partei- blattes: Taler, Taler, du mußt wandern. ^Nuf die durch das Reichsschatzamt veranlaßte Umfrage der Einzelregierungen bei den Handelskammern bezüglich der Frage der Ausprägung von Dreimarkstücken haben sich bisher folgende Handels- und ^werbekammern, zum größten Teil auch ulnter Verneinung der Bedürfnis frage, durchjweg aber mit dem Hinweis darauf, daß das Dreimarkstück nicht in das Dezimalsystem unserer Münz^esetzgebung passe, gegen die Ausprägung von Dreimarkstücken erklärt: Augsburg, Baireuth, Berlin. Meleseld, Bonn,Bingen, Frankfurt a. M., Gießen, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Lahr, Leipzig, Oldenburg, Osnabrück, Rottweil und Morins. Die meisten dieser Kammern sind der Ansicht, daß einem etwa vorhandenen Mangel an geeigneten Münzsorten namentlich bet Lohnzahlungen in größeren Geschäften und Fabriken am besten durch die vermehrte Ausprägung von Ein- und Zw eirn arkstü cklen aSgeholfen werden könne. Namentlich die Zweimarkstücke hätten sich als eine recht praktische Münze bewährt, und ihre Ausprägung sollte in möglichst großem Umfange gefördert werden. Die Handels- und GewerbekamMer zu ^Augsburg hebt hierbei noch hervor, daß die bisher mitunter als Nebel- stand empfundene Verwechslung des Zweimarkstücks mit den ^alerstücken fortfallen würde, wenn, den Vorschriften unseres Münz^esetzes entsprechend, der Taler gänzlich aus dem Vermehr gezogen sein wird. Auch der vermehrten Ausprägung der Zehnmarkstücke wird bei diesem Anlaß vielfach das Wort geredet, während das Fünfmarkstück in seiner bisherigen großen und unhandlichen Form allseitig verworfen wird. Dagegen meint man, daß, wenn es gelingen würde, das Fünfmarkstück in seiner bisherigen großen und unhandlichen Form allseitig verworfen wird. Dagegen meint man, daß, wenn es gelingen würde, das Fünfnrarkstück mit geringerem Durchmesser, aber so, daß es nicht leicht mit dem Fünf- rankstiick verwechselt werden könne, herzustellen, dem praktischen Bedürfnis nach Reichssilbermünzen mit den Ein-, Zwei- und Fünfmarkstücken vollkommen entsprochen werden würde. Für die Ausprägung von Dreimarkstücken, als Ersatz der nach rmd nach ans unserem Verkehr verschwindenden Talerstücke, haben sich bisher aber die beiden rheini- ch-en Handelskammern zu Essen und zu Mülheim a. Rh. ausgesprochen. Beide betonen, daß der Taler in ihren Kreisen, namentlich für Lohnauszahlnngen, eine überaus beliebte Münze sei und daß man dort lieber auf die Zwei- und Fünfmarkstücke als auf ihn verzichten würde. ,,Nern, nicht aus diesem Grunde, obgleich ick natürlich jeden Manschen beklage, der sich des Trostes des göttlichen Wortes begibt. Ich habe einen anderen Grund." . . . „Können Sie ihn nicht nennen?" „Jett, wo das Mädcten Ihr Haus verlassen hat, wo Ihr armer Bruder tot ist, kann ich eS sagen . . . ich hege seit längerer Zeit den Verdarbt, daß Fräulein Wüllbrandt mit Ihrem arnten Bruder in Beziehungen stand." . . . „W! — Wie kommen Sie mif den Gedanken?" "Weil ich Fräulein Wiillbrandt mit Ihrem Bruder einige Male auf einsamen Waldwegen gesehen habe. Sie gingen Arm m Arm und sprachen sehr- eifrig mit einander, daß sie mich gar mcht bemerkten." „Sie haben davon nichts ausgesagt" . . . , wurde nicht danach gefragt. Diese Bekundung schien uur auch gegenstandslos, da ja Fräulein Wüllbrandt selbst auö- ' Ä 'T£ mit Ihrem Bruder spazieren gegangen sei. Wozu durch baS Aussprechen einer Ansicht ein Mädchen in ilirer Ehre verdäcksti-gen. Mer der Umstand, daß ich Fräulein Wüllbrandt jein mehrere Male tit trauernd zusaiXmengesunkener am Grabe Ihres armen Bruders gesehen habe, auf chrem Gesiebte deutsiche Spuren deS Schmerzes, der B'-rvueifluna haben meinen Verdacht fast bis zur Gewißheit gesteigert." recht haben", entgegnete Groller nach einer "^ct“ war in Bezug auf das werblrche Geschlecht von recht lockeren Grundsätzen T^as Leben m der großeir Welt hatte ihn beeinflußt." ,,Sie sehen nun, weshalb Fräulein Wüllbrandt wünsckiien musste, Ihr HauS zu verlassen, an daS sich für sie so schmerz- ferner Mitmenschen so sorgsam wachse, daß er die ehemalige Kronprinzessin vonSachs en gegen den nur in seiner eigenen Einbildung bestehenden Verdacht schützen zu müssen glaubte, seine Geliebte gewesen zu sein, die „Leipz,. Bolksztg." anremple, so sei es ihr gutes Rechst gewesen^ zu antworten. Eine andere Frage sei es, ob es richtig war, dies Recht zu benutzen. Die Mehrzahl der Redaktion habe sich gesagt: „Es ist ‘nett von Südekum, daß er — nachdem er eben durch ein wissenschaftliches Grttachten über das Seelenleben der Prinzessin Luise von Koburg den Weltruhm ernes Krafst-Ebing in den Schatten gestellt hat (Der ver-' storbene berühmte Wiener Psychiater Prof. v. Krafft-Ebing hatte die Prinzessin für geisteskrank erklärt und man wird diesem großen Gelehrten wohl mehr Glauben schenken als dem Herrn Dr. Südekltm. D. Red. d. Gieß. Anz.), nun die Kraft und Kunst seines so glänzend bewährten Scharfblicks auch psychologischen Rätseln aus minder erhabenen Regionen des Menschengeschlechts spendet." Ein Mitglied ab^r sei durch den Versitch Südekums, die Dresdener Skandale wieder aus^uwärmen, in Percy Heiß sporn stimmung versetzt, worden und habe die Notiz gegen SiidekuM in Druck gegeben, die er sell-st inzwischen zurückgezogen habe. Die „Leipz. Volksztg." hält ferner den 116 Entrüsteten vor, daß sie erfreut fei, zwei darunter zu begrüßen, von denen der eine in der Berichterstattung i'lber Dresden, der andere unter dem Sozialistengesetz in einem bürgerlichen Blatt den Genossen Bebel in einer Weise herumgeholt hätten, gegen die die Notiz gegen Bürger Südekum das reine Zephyr- säuseln war. Das Organ Mehrings droht zum Schluß, daß, wenn noch weiter gegen die „Leipz. Wolksztg." geschossen werden sollte, sie wieder schießen werde „durch Zitate, die der Entrüstungskundgebung der 116 im Handumdrehen einen hervorragenden Platz unter den Unerfreulichsten Erscheinungen der Parteigefchichte sichern werden." "Weshalb nickst? Sie besorgte die Wirtschaft musterhaft unb lhte Auslage hat mich gerettet." "T'aß sie die Wahrheit sagte, kann ihr nicht als Verdienst mrgerechnet^ werden. Mer, mein lieber Groller, des Mädchens Eharakter scheint mir dennoch nicht einwandfrei." „Aus welchem Grunde? Weil sie die Kirche selten ober nie besuchte?" Der Mng. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) „ ( Fortsetzung.) "W/rs haben Ihnen die Menschen getan?" m- fasert noch, Herr Pfarrer?" fuhr Ferdinand auf. „lalcht allem, daß sie mich eines sirrchtbaren Verbrechens an- g^lagt haben, nicht allein, daß sie mich monatelang gequält und gepeinigt haben. Daß sie in meinem Leben gewilhlt haben, dre. verborg en sten Dinge an das grelle Tageslicht gezerrt haben, memen Rus, meine Ehre, meine Selbstachtung vernichtet haben, um nr.ch mit bedauerndem Achselzucken dem Leben, der Freiheit wkederzugebcn, nur weil sie mir die furchtbare Tat nicht bis aufs Kleinste nnmmeifen konnten, verfolgen sie mich auch jetzt noch mrt ihrct Verachtung, ihrem entehrenden Verdacht." . . . "X1? ^lin öen Menschen unrecht, lieber Groller." „Ich. glaube nicht." „Diejenigen, welche Sie kennen, werden stets an Sie glauben, tlnv um die anderen Menschen haben Sie sich nicht zu kümmern." „diejenigen, die mich kirnen?? — Nun, Herr Pfarrer, fragen Sw dach ti: eine Leute! Ich bin ihnen wabvlich stets ein Freund aevnfen, sie hgbcn das auch anerkannt. Und jetzt? — Mehrere Knen te haben schon gekündigt, aUe anderen betrachten mich mit UtirUrniien; mein Verwalter tut verdrossen seinen Dienst, spi'icht mit mir nur daS Mernotwendigste: bleibt nur, tveil er sonst nicht v>eiß, wovon leben, und Fräulein Wüllbrandt, die seit er, i Fabren. meine Wirtschaft führte, hat mich heute verlassen. -fnib hie Leute, die mich doch am Vesten kennen sollten!" r'r fnrr-rtr nervös auf, und warf sich in den alten Lehnstuhl, änster vor sich hinstarrend. „Wenn 7>nhUein Wüllbrandt Ihren Dienst verlassen hat", t'iTfc der Pfarrer ernst, „dann sehe ich darin kein Unglück. Fräulein Wüllbrandt war keine sympatbifche Person." 8. ßhristlich-sozialer UarieUag. Lp. Frankfurt a. M., 28. Sept. Auf Antrag der Ortsgruppe Köln wurde folgend« Er- klärung zunr Schulkompromiß angenontmen: „ l. An Erwägung, bm to einer bem SwatÄooW dienenden ^°D"r^bnnss Familw.-v-bule nttb Kin5>e Hand in Land geben mMen: 2. in fernerer Erwammg. bafj nur in diesem Falle die Pädagogik zu threm vollen Rechte kommen kann, und 3 in schließlicher Erwägung, daß die bis'b:rige Entwickelung deS Volks- schitln^sens den tatsächlichen Beweis für die Richtigkeit der vorstehenden Sätze geliefert hat, erklärt sich der 8. Ebristlichsoziale Parteitag unter Aufrechterhaltung der im christlich-sozialen Parteiprogramm festgelegten bezüglichen Forderungen m i t d e m S ch u l - antrag Hackenberg-Hey debrandt-Zedlttz einher* standen. Auch folgende Anträge derselben Ortsgruppe wurden angeno7ntnen: 1. Ter Parteitag beauftragt den Vorstand der christlich-sozialen Partei mit der Ausarbeitung eines Entwurfes für ein christlich- soziales Kam munal Programm. 2. Ter Parteitag beauftragt ferner den Vorstand, cm geeigneter stelle daraus hinzuwirken, daß folgende Reformen im Eisenbahnwesen emgeführt werden mögen: a) Schaffung und Einstellung einer nenügenbcH Zahl von Wagen 4. Klasse zur Vermeidung von Ueberfüllimgen. 6) Nichtraucher-Abteile aucb für die vierte Klasse, ebenso Morte und Vorhänge, c) Einstellung bet vierten Wagenkla'sse auch in Schnellzüge. Die zweite De le gi er L e n v e r sawm lun g nahm folgenden Antrag an: Die chriUftb-smialen Reichstagsabgeordneten werden ersucht, bauernd ihren Einfluß im Reichstage und gegenüber den Zivi^ und Militärbehörden geltend zu machen, daß bei der Vergebung von Lieferungen ‘ , Bergwerks- usw. Bauten) deutscheArheiter stets zu bevorzugen sind. Die erste Hauptversammlung schloß sich hieran. Abg. Stöcker hielt eine längere Eröffnungsrede : , „Jahrelang habe icb Varteiblätter redigiert, aber /lirgendwo habe ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen können, liebte ich än irgend etwas, namentlich auf lokalem Gebiete, eine durchaus berechtigte, ja vom Standpuult des Blatts unbedingt notweudige Kritik, so ist es mir ostmclls passiert, daß dres pou Parteiarößen ernstlich getadelt wurde mit der Motivierung, ich bäfte diese oder jene Rücksicht auf diesen oder zerren Parteigenossen nehmen müssen. Wenn irgenbmo m und um Posemuckel ein kl ein ?s^ Skanbälchen ijorfcmt. dann durfte, mußte ich mit allem Nachdruck und in den schäicksten Wen- dimgen in Veiuirteilung machen, war aber b"i einer viel bedeutenderen Affäre eine P art eigr ö ß e beteiligt, dann kam von „maß- gebender stelle" sofort der Wink, wie der Fall behandelt werden i^llte. Tas „Behandeln" mußte dann ein Vertuschen darstellen. Sv,etwas kam durchaus nicht selten vor. Ten Gegenparteien durfte natürlich nichts' durchgehen und alles, was Bei ihnen nicht war, wie es sollte, wurde unbarmherzig mitgenommen und je mehr dabei im Unterstellen und Herabwürdigen geleistet wurde, desto besser war eS. Mes, was die Partei, deren Richtung das^ Blatt vertrat, tat, war eo ipso wohlgetan. Bei anderen Parteien aBer immer das Gegenteil der Fall, ober wenn es ir^enb nickt möglich war, daran herumzunörgeln, dann mußte uach den Beweggründen für die Hmidlung gesucht werden, die lelostredenb m'emals lautere sein „konnten". Nach meinen Erfahr- inrgen muß ein Part ei Blattredakteur, der nickt alles daS, was die Parteileitung tut. Blindlings Mtdeißen, oftmals ÄIkine Bessere Ueberzeugung schreiBen. Natürlich ist cs nicht nur Bet unserer Partei so, sondern auch Bei anderen Parteien." OB die nichtrnnMchse imd die Pcrrteipresse cmch diesen Schme^ensschrei weidergeben fvird? Mehring als Kritiker seiner Partei. Den „rüden Ton" gegen „Bürger Südekum" hat die von Frvnz Mehriwg geleitete „Leip^!. Volksztg." zwar zunückgenommen. Unter der Ueberfcbirift „Die 116" widmet sie aber d>em Entrüstungsantrag der 116 Delegier* ten auf dem Parteitag einen Leitartikel. Därrn spricht das Leipziger sozialrwmokratisch'e Blatt zunächst deftr Parteitag das Recht ab', sich überhaupt mit der Angelegenheit zu befassen. Der Parteivorstand habe für die seiner Verwaltung untersteMen Blätter, also „Vorwärts", „Gleichheit", „Neue Zei^ in.nd „Wahrer Jakob", zwar disziplinarische Befugnisse, fiir die übrige Parteipvesse aber nur das Recht der prinzipiellen Ueberwuchung. Daran ändere auch nichä die „Souveränität" des Parteitags Mehring erklärt: Der Parteitag ist souverän als demokratische Behörde, aber nicht als absoluter Despotismus oder gar als orientalisches Sultanat. Nur orientalische Sultane stellten grundsätzlich ihre souveräne Laune über das bestehende Gesetz. Gegenüber dem Delegierten Hug, der in Bremen erklärt hatte, die „LeiM. Volksztg." habe die Redefreiheit des Parteitags ^auss schlimmste verhöhnt, schreibt die „Leipz. Volksztg.", noch keine bürgerliche Volksvertretung habe ften ,^parlamen tarischen Kretinis- mu s" besessen, zu beanspruchen, däß ihre Beschlüsse und Verhandlungen der öffentlichen Kritik nicht preisgegebeni würden. Menn Südekum, der sonst über den guten Ruf Wer die Zeichen der Zeit Wohl Boachtet, schaut zuerst ftgch O st a s i e n, wo daS blutige Schauspiel eines Kampfes anfgeführl wird zwischen emcin großen Heiden Volke und einem noch größeren und mächtigeren Cynstenvolk. Aber wunderbarer Weise, das Heidenvolk siegt zur Verwunderung her ganzen Welt. Man könnte fragen, waS geht uns' das an? Es geht uns sehr viel an. Das Ringen des fernen Zndnftikmö mit dem ckristlzcken Volke wirft feine Schatten voraus. ®tn Miisionar aus Ostasien sagte: Durch diese 500 Millionen bet gelben Rasse geht jetzt em einziger Gedanke vom Norden EhinaS mrd Japans bis zum letzten Siamesen in Hinterindien: wir wollen unS von europäischer Uebermacht und Einfluß eman- den Ostasiaten! Mit vollem Bewußt* sein hat sich Japan an die Spitze der gelben Rasse aesteNt und nNft seine Bedeutung zu erhöhen und wird, wenn der'Krieg sieg- ^5?sgeht, als Erzieher in Krieg und Frieden auftretm E. ^^.u^Pärschen Welt ein Gegengewicht bieten. m,r weltgeschichtliche, sondern auch kirchen* EEiche Fragen: welche Folgen werden diese Ereianifse für das ^rlstentum haben? Man wird ia dem riissischen Volke eine gönnen müssen. Rußland hat in den letzten Jahrzehnten die Geduld der eilwpäischen Völker sehr mißbraucht Dökket, die baltischen Deutschen, die Finlände^ imerhört behandelt, ohne iede . Rücksicht auf Treu und Glauben Cf) rVCt rv$v^.n S, rtS O^Ü^en getreten. 25^-^ Bat den Grundsatz aufgestellt, daß ein großes Volk dieselbe Rclnnm haben muft. Bei solchen nieffiemh«™ AnWauiingen ist es nicht zu berrtmnbem, wenn Rußland unterliegt. Wenn das dann ein Jena wird in feinen AAtn, lv wird Rußland bei sich einkehren und die .Kräfte der outtalten. Man mgt: man solle nur schnell dem Volke oVIlclL über bei der bunten Gesellschaft txryönl"'it dieses ländsicken ^ferrbaufeS. imb eine lycifte Sehnsnä^t erfahre ihn sick mit all seinem Gram und feilten schwarzen Ok'banh’n in diesen Frieden zu flüchten mtb selbst wieder ein ftiedlwllcr, glücklicher, harmlos Weiterer Mensch zu werden. Muiverstläts-Aachrichteu. Ster Avck>ilekt Tr. I. Hülsen in Frankfurt, Privatbozcm an der Tock-nisclien Hockffchule in Da rm stabt, begibt sich im Austrage der ®cn«alfrirefttOQi her kgl. Museen in Berlin nach Zlleinasien, um bei den Ausgrab imgen in Milet bis Ende Dezember tätig zu sein. Als Spezialaufgabe ist ihm diesmal die Aufnahme und Restaurierung einer aus dem Stadtgebiete^von Milet sich « hebenden Moschee zugesallen, welche unter dem Sultan Baiasch I. durch den Baumoistier Ahmet von Äientesche im 3afice loOl gebaut wurde und als Meisterwerk alttürkifck^er Kunst gesalbt wird. Oerichtsjaal. f S ch o t t e n, 28. Sept. Ein interessanter Beleidigungs- p r o z e st des Landlagsabg. Weidner zu Herchenhain gegen feinen Neffen Hch. Weidner, Kaufmann zu Hartmannshain, sollte heute vor dem hiesigen Schöffengericht zum Austrag Eontmen. Ter Termin wurde jedoch aus Antrag des Verteidigers vertagt auf den 2. November, bis wohin das dem Rechtsanwalt nicht zugänglich gewesene umfangreiche Aktenmaterial noch eingehend gesichtet werden soll. . Aergeru i|t nicht beleidig en. So hat das Reichs- gericht erkanirt. Es wird darüber aus Leipzig berichtet: ^m Dezemb« vorigen Jahres feierten die G y in u a s i a st c n in Hann. Münden in einem öffentlichen Lokale ein Fest. Der Tircktor des. Gymnasiums, Tr. Buchholz, hatte die Teilnahme ehemaliger Schüler an dem Feste verboten. Ties verdroß eine Anzahl Göttinger Studenten, die SckLil« des Gym- nasiums gewesen und gerade anwesend luaren, sel>r. Sie selten sich in ein benachbartes Zimmer und sangen mehrsach ein Lied, vas mit den Worten beginnt: Herr Tircktor Bulbriau ist da. .Hierdurch- fühlte sich Tirelwr Buchholz persönlich beleidigt, weshalb er Strafantrag stellte. Das Landgericht Göttingen hat am 27. April sieben von den neun Angeklagten für schuldig befunden und zu i e 1 5 a r f Geld st rase verurteilt. — In iljrcr Revision wiesen die Angeklagten darauf hin, dost in einer studentischen Anulkung nicht unter allen Umständen eine Beleidigung liegen müsse. Tas Rcichsgcrickü hielt die Revision für begründe 1. Es hob das Urteil auf und vertvies die Sache an das Landgericht zurück. Tas Landgericht habe lediglich fest- gestellt, daß die Angeklagten den Direktor ärgern wollten. Tas genüge nicht: es hätte festgestellt werben rnüffen, ob sie ihm ihre M i ha cht u n g Eunbgeben wollten. ein stark gespannt^ ist «öffnet. ES gnd dort viele ebtnt* grfifdx* Wurmig en norDanim, ein gwstes suchen «nd Fragen. — Biet Sckmrerseu macht uns irr Hetero aus stand. Man sieht aiui> da, wie ein rleincS heidnisches Volk einem .yrvstcn rr«ben. In der GnEage rnhLen. Er MNe an der Hanv der StatiM Mmächst fefc daß 75 v. H. der BevMernng in Hessen nicht Ui der Lage ftn\ einer ihrer Kophahl entsprechende Fa- nrllienwohnnng §u haltert. Die Beschaffenheit der Wohnungen laßt nicht nur -in den Städterr, sondern ebenfalls in großem Maße auch ans dem Lande, sehr viel z-u wünschen Mrig. Auch der Luftraum für den Kopf ist sehr oft ungenügend. Die Grundshückspreise surd z>u l>och Die Spekulation ist auch auf daö Land gedrungen. Alle diese Unv- stände zahlen zn bat Ursachen der Wohnungsnot. Don einer Lofurrg der Wolfttnrrgsftage wird matt, nxnn man erst praktische Erfahrmtgen hat, nicht spreckxen können, sondern l)dchstens von einer Mildemuig uttib Erreichung einiger maßen befriedigender Zustande; beim bic Menschen find noch immer keine Enget. Rirgends machf bic Theorie so gründlich Bankerott, als auf dem Gebiete der Wohnungsfrage. Es ist da nrit Vorschlägen, die gänzlich unausführbar sind, viel gesündigt worden. Es wirb sich bei einer Milderung ber Wohnungsnot handeln: 1; um die Beseitigung bestehender Mißstände durch Polizeiverorbnungen re. Ganz besonders muß man aber cm ben Abbruch ungesunder Häuservicrtet benten, ein allerbings sehr schwieriges und kostspieliges Unternehmen; 2. müssen Maßnahmen ergriffen, werben zur.Verhinderung zukünftiger Arißstände. Der Kernpunkt ber ganzen Wohnungsfrage ist aber 3. bic Mschafsung billiger Wohnungen. — Diese Ätaßnahmen. fallat ber Gesetz- getmng, beit Kommunalvervänden tmb der Gcfamtheit zu. Die Stadt (Kommune) soll vor allem das ihrige tun, um die Bodenspekulation zu verbinbcrn, sie soll rechtzeitig Grund und Boden erwerben. Der Staat aber — sogar ber Militärfiskus! — soll Gelände, wajs' inj -oer Bebauungszone liegt, an bie Stadt abgeben, ganz ohne jede Spekulation. Ferner soll ber Realkrebit besser organisiert werden. Endlich soll man die Banvereine und Genossenschaften fordern. Mit einan Blicke auf die recht guten Erfolge der hessischen Wohnungsgesetzgebung schfoß Inspektor Gretzschel. Aus der lebhaften Besprechung sei hervorgehoben: Stadtverordneter Jansen (Barmen) war mit der Forderung des Reserattat: Besteuerung nach dem gemeinen Wert, vollsdändig einverstanden, wünschte aber, baß bie Besteuerung bebauter Grundstücke auchören möge. Zu beut preußischen Wohnungsgeseßentwurf äußerte sich Inspektor Gretzschel, baß bieser Entwurf stellenweise zu sehr den Charakter ber Polizeimaßregel trage, während doch mehr der Charakter einer Maßnahme allgemeiner Wohl srihrt hervortreten sollte. Erfreulich sei es aber immerhin, daß der größte Bundesstaat auch auf diesem Gebiete vorgehe. Die Bersammlung nahm dazu einstimmig folgende Erklärung zum preußischen Wo hnnn gs g ese tz an: Ter christlich-soziale Parteitag begrüßt den preußischen Wohn ungsgesetzentwurf als einen Fortschritt auf dem Gebiete der Wohnu-ngsreform. Ter Parteitag fordert jedoch bie Ausdehnung der obligatorischen Wohnungsordnungen ohne Rücksicht auf bic Einwolmerzahl auf alle Gemeinden. Tiefe Maßnahme ist int Interesse der Gewerbegehilfen (Grellen, Vtehllfen uno Lehrlinge- Arbeit« ob« Tienstbolen, bic von ü/rem Tienst- oder ^lrbeitgcb« SckÄairämne erhalten, dringend notwendig. lieber den Stand ber Nationalen Arbetterbewegnn-g berichtete Arbeitersckretar Behrens. Das vergangene Jahr l>at grundlegende Arbeit auf diesem Gebiete geleistet. Die Bewegung gehr vorwärts und ist nich^ mehr oufzuhalten^ Rach längerer Besprechung nahm man folgende En.tschließ- ung an: Tie ^ckrrifll.-soziale Partei fteht in ber christlich-nationalen Arbeiterbäoegung ein sehr wertvolles Glied ber nationalen Volks- bcnrgnng imb bittet die Freunde der Partei: die christlich- natronate Arbciterbewvgung und besond«s die christlichen und nationalen Gewerkschaften nach Kräften zu fördern. Damit war die überaus reichhaltige Tagesordnung erledigt. In einem Schlußworte atzte Stöckcr die Verhanblungen zusammen und ge- 'taltetc sie zu einem Gesamtbilde dcr christtich^sozialen Idee. Mit einem hoffnungsvollen Ausblick in bie Zukunft schloß Stöcker seine Ansftrhrungcn. Auf Anregung bes Vorsitzen- ben Pfarrer Bern be d brachte die Versammlung ein Hochs auf die beiden christlich-sozialen Älbgcorbneten aus, was Stöcker mit einem Hoch auf die christlich-soziale Partei beantwortete. Schlußverfammlung hielt der Landes-Wvhnungsinjpektor im Großhe^ogtum Hessen Gretzschel aus Darmstadt einen Vortrag über die Wohnungsfrage. Wie er ausführte, ist das Gro ß herzo g tum Hessen dasjenige Land, wo in ber Wo hn ungs frage am in. ei st en geschehen ist. Das Wohnungsgesetz, ivelchjes diese Angelegenheit regelt, ist aber erst seit dem Anfänge des vorigen Jahres in Kraft, sodaß sich die Folgen der; feaensreichen Einrichtung erst in beschränktem Umfange übersehen lassen. Ans den vorliegenden Ergebnissen sowohl als noch mehr aus seinen eigenen großen Erfahrungen Zog der Redner seine Schlüsse, die daher ganz auf praktischer Ab« bann tauchte ein schwarz«, düster« Schatten vor ihm auf und v«hüllle das friedliche, heit«e Bild! (Fortsetzung folgt.) — E i n Mittel gegen den Tod? Die jüngste Aus--- aabc ,bie du medizinische Wissenschaft sich gestellt hat, ist das /\inb?n eines Heilmittels gegen die Gebrechen des Alters und bannt gegen oas Alttt>.rden^überl-aupt. In bei Theorie stellt sich bie ^oche so brr, Daß die Degeneration, die im Alt« eintritt, gewissen Ärantheuserschcuiungen vollständig gleicht und daher wie diese bestimmte Ursack-en lyabcn muß, deren Heilung, die eine Verlängerung des Lebens über die seith« gedeckten Grenzen hinaus de de wen würde, in den Bereich d« Wcibrscheinlichteit gehört. Prof. Metebuikon vom Inwtut Pasteur beschästigt sich augenblicklich intensiv mit Untersuchungen nach dies« Rickftung hin, und ein hochmteLssantcr Artikel ub« seine Theorien uno bic Ertt>artung«n, bie er daran tn.ipit, ist in oe-c neuesten Nummer einer englischen Zeitschrift zu findm. Tas Problem kann natürlich nicht binnen turpem gelöst werben: ab« Prof. Metchmkofj hofft m zehn Jahren schon greifbare Resultate aufweisen zu können und ein Mittel gefunden zu haben, bie Mikroben erfolgreich zu bekämpfen o-ie im hohen Aller bie Zellen vernichten wollen, welche sie vor- h« befchützten. Kopenhagen, 28. Sept. Ter hiesige deutsche Geschäfts- träg./i Prinz Neuß stattete heute Frau Professor Finson ber D'ttw. Oes b«ül)mtcn Erftnders bet Lichtthetapic, einen Besuch ab, um bie Teilnahme des deutschen Kaisers, d« Kaiserin, des Reichssanzlers Grasen Bülow und des preußischen Knltusmiui- )L..rium5 an d« Traun über den Tod Finsens auszudrücken. ^m Auftrage o s Kais«s, des Grafen Büloto und des prenst KUllusministeriums werden Stränge an der Bal/rc Finsens nieder gelegt. Petersburg, 28. Sept. Tolstoi s Bruder, Gras S rgrud Tolswc, ist auf seinem Gute Pirogow gestorben. An Jahresbericht des tKroßherzoglich Kessischcn LaudeswohnuugsinspeLtors. nt Die Organisation ber Wohnung saus sicht hat inzwischen beftnedigende Fortschritte gemacht. Gemäß der vom Großh. Rrinrsterium des Innern gcgeb«ten Anweisung zur Ausführung der WohuungsgHetze sinb für bic einzelnen Gemeinden Wohnnngsinspektoren ernannt ob« 5wminissionen für Wohnungs- Pflege gewählt worden. Es ist dies bisher geschehen in ben Kreisen Alzey, Worms, ?Rainz, Bensheim, Offenbach, Heppenheiin, Oppenheim, Bingen, Lauterbach,^ Alsfeld, Erbach, Darmstadt, Friedberg, Büdingen; nn Kreise Sckwtten sind nur für bic vier gröheven Ortschaften (Schotten, Lanback^ Gedern und Ulrichstein) besondere Wohnnngsinspektoren bestellt, in ben übrigen OrtsckMsten sind die Ortspolizeibehötden mit Ausübung b« Wohnungsaufsicht betraut worden. In bim andnen Kreisen sind die B«handlungen wegen Bestellung von WolMungsmLpektoren iwch nicht abgeschlossen. In einigen Fällen ist für mehrere kleine Gemeinden ein gemeinsamer Wohnungsinfpektor ernannt worden: in einer ganzen Anzahl Gemeinden gibt es unter das Gesetz fallende Mietwohnungen üb«haupt nicht. Was bic Persönlichkeiten ber Wohuungsinsp. ktoren anbelangt, so geben bie von den Kveisäonteru eingcreichten Vcrzeichnifse ein buntes Bild. Es wurden gervählt A«zte, Tcckmikcr, Pfarrer, Lehr«, Krankenkassen-Beamte, Gemeiud«atsmitg'liedcr, hinsickxts deren fast üb«aU Bauunternehmmi ober Bau Handwerkern der Vorzug gegeben wurde, Landwirte usw. In versck-iedenen Orten haben bie Bürgermeister selbst die Wohimngsinspekliou üb«- nommen. Von den Städten, in welcl-cn die Wohnungsaussicht schon durch das Gesetz von 1893 eilige führt war, haben bisher nur Darmstadt und Offenbad) einen Wohnungsinspcktor im Hauplarnte angestelll, vor ganz kurz« Zell hat auch Gießen in d« Person eines Technikers einen ständigen Wohnuugsinspcftor bestellt. Die mit ber Wohnungsinspcttiou betrauten Beamten müssen vor allem sich bewußt sein, daß es eine soziale Mission ist, die sie «Mlen. Gerade ber Wvhilungsinspcktor erhall ebenso, wie etwa ber Pfarrer und der Arzt, einen näheren Einblick in bie Verhältnisse ber ärmeren und armen Bevölkerungsklassen, er darf deshalb diese B«hältnisse nicht mit dem falten Ange eines Pvlizeiorgans betrachten, « muß sich vielmehr hmcinbenkcn lernen in bic Large des kleinen Mannes, und er muß gegenüber ben mensch lid)ai Sckpvächen, die ihm bei Ausübung seines Amtes in allen ihren mehr ob« mind« l)üßlichcn Erscheinungen vor die Augen kommen, im gegebenen Falle auch ein taktvolles Wort des Tadels jinben, sie aber auch immer beurteilen können unter Berücksich- iigung der gesamten Lebenslage der Leute. lic Beseitig uug ber Anftändc stieß im allgemeinen nicht auf Schwierigkeiten bei den HauSbesitzcni bezw. Mietern. .» luirb aus der Stadt Mainz berichtet, daß es nur einfacher pclizeilick-er. in manchen Fällen allerdings wicd«holler Aufforderung bedurfte, um eine Beseitigmig der Mängel zu «reiche«, Renitenz tvurde nirgends beobachtet. Auch in Worms, Offenbach und Gießen waren die Hausbesitz« und Miet« im allgemeinen nir Mstrilung von Mängeln bereit, doch mußten in allen drei Städten auch mehrfach polizeiliche Zwangsimittel zur Anwendung gelangen. In Worms nxurbc in vter Fällen Rekurs gegen die polizeilichen Auflagen ergriffen, zwei dieser Rekurse lourden jedock) iuieher zurückgezogen, die anderen beiden sind noch nicht erledigt, auch in Gießen.schtt-ebt noch ein solcher Fall. Tie wichtig ft c Maßregel z u r Hebung deS Wohnungswesens ist bic Erstellung gut« und billiger Kleinwohnungen. Sie bildet den Kernpunkt d« Wobn- unqsreform, und wer praktische Wohnungspolitik mit Erfolg treioen will, muß in erster Linie aus diesen Ziveig des Wohnungswesens sein Augenmerk richten. Eine Unterscheidung zwischen landwirtschaftlichen und ge* weiblichen, ober ländlichen und städtischen Arbeitern ist unt« sittlichen und sozialen Gesichtspunkten unzulässig. Tenn nach letzteren ist bei beiden Kategorien daS Wohnungsbcdürsnis zur Erhaltung eines guten Familienlebens und im Interesse des sittlichen Wohls ber Kinder gleich. Vermiete». "Der Trick des ^Grasen" Wedell. Unt 24000Ml. in Wertpapieren wie schon gemeldet, durch den angeblichen Grafen Otto v. Wedell aus Braunschtveig bic Allgemeine deutsche Kreditanstalt in Leipzig geschädigt worden. Dem Betrüger muß bekannt gewesen sein, daß zwischen der Hinterlegungsstelle des königl. 2lmts- g e r i ch t s und den Kassen großer Leipziger Banken eine der strengsten Vorsichtsmaßregeln einigermaßen entkleideter Gc- schästsverkehr besteht, derart, daß von der Hinterlegungsstelle häufig größere Posten mündelsicherer Papiere kurzer Hand gekauft werden, ohne daß vorher die Börse in Anspruch genommen wird. Der „Graf" suchte sich gcrichtsbekamu zu machen, indem er sich durch einen GerichtSdiener mittels Visitenkarte bei einem Richter einführen ließ. Dieses Gerichts* b i cn c i'8 bediente er sich dann bei Ausführung des Betruges. Aus noch unaufgeklärte Weise brachte er es nach den Erkundigungen bes „Leipz. Tagcbl." fertig, zwei der auf Zimmer Nr. 3d des Amtsgerichts (neben der Hinterlegungsstelle) gebräuchlichen Formulare derart aus zu füllen, daß sie an bic Kreditanstalt und an die Leipziger Filiale der Sächsischen Bank den Auftrag enthielten, je 12 00 0 Mark Reichsanleihe oder Konsols an die gerichtliche Hinterlegungsstelle einzuliesern. Die Schnststücke ließ der „Gras" durch den ahnungslosen GerichtSdiener präsentieren. Bei der Sächsischen Bank waren bic Papiere gerade nicht vorrätig, auch fiel es dem Direktor auf, daß das Verlagformular keine Unterschrift trug. Nunmehr ließ „o. Wedell' den ganzen Betrag von 24 000 Mark preußische Kousols bei der Allgemeinen deutschen Kreditanstalt fordern. Sic wurden dem der Bank wohlbekannten Gerichtsboten ausgehändigt, der sie in Begleitung eines Kassenbotcn nach der Gcochtsstelle schaffte. Des weiteren muß der „Gras" oen Kassen!'ölen der Kreditanstalt bewogen haben, aus bic Quittung zu warten. MiitlerweUe ließ er die Konsolb durch den Genchtsdieuer an der Effektenkaffe der Filiale der Deutschen Bank, wo dieser gleichsalls wohlbekannt war, in Kassenscheine umwechseln. Der Diener lieferte den Betrag im Gcrichtsgebäude pünktlich an den „Grafen" ab, der schleunigst bannt ver- s ch wan d. Der Kafsenbote wartet noch heute auf die Quittung. Kürzlich ist ein Berliner Bankhaus durch ein ähnliches Manöver zu Schaben gekonimen. In Braunschweig existiert ein Graf Otto v. Wedell nicht, wohl aber ein steckbrieflich verfolgter Herr v. Weeck, aus den das Signalement des Leipziger GaunerS einigermaßen paßt. Der „Graft Wedell wird jetzt von der Kriminalpolizei in Berlin gesucht. Auf seine Ergreisilng ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden. Ter Schwindler steht in der Mitte der dreißiger Jahre, hat ein hageres, blasses, geldliches Gesicht, dunkles kurzes Haar, das etwas geivellt ist, einen kleinen dunklen Schnurrbart und einen ebenfalls etwas gewellten Spitzbart. Er tritt sehr gewandt auf und spricht die mitteldeutsche Mundart. G Ä- ti*> G o E <5 rr o <5> E o D E Q 2> «ft E o » CD Jti ÖD O » E CD O -£fr « «D> -O E J5D O E E N- E e E «ft « « Ä N s «> E »§* «ft a 2 ti «v «ft E £ E tu LCD T = L -CD E E o " iS sr « ft :C E- C *— •E «ft 2 LN; e ä ( E o ^C_e> U_ o CO E e-> ' E J5 JO <7* VO «ft , • ZA f £ E ~ .; cü T* CD O ap E E o « e E -w __ <5 «8£ o .«» -CD £ Xg*- - '■* <— 'C CÄ „ -KFZ- GV _ £ y 2 «» g § £<®-E 2>o >o Ä2J x> > e e •E-O.2J EJO*« «E S j- E g -E L— E S a CD «=*, E w g £2 E± E E E Oft u— ZD ~£ £ C v£ -O E ■*£ h e e BS u o H — — S3 SD »D, cq » “e5?W (0 *°-2 , c C 2.-2 >§ d <3 -EDZE. o >& oN E O jO S-> JO ° K 2N-E _ 5 L-o E 5 c JQ O C L^LZE^O •/D 15 E C ** «V *^«5 o • 'S' o Oo«— «SD. . - -± — _Q ’ZL ♦ . CD «> H cq ^ xr.H ,E 2 o> (5) CQ 2 £ ro *o r4 d ET* -->« g " 2>Jo LH KZL *CD 2 *"* 1Q «ft Q®O dE ED c 6^N e v «» "2 g> <3 C -Q« -r E o '-> CD»® — g*ZQ XD 2 > ~ £*£ E>2 5 ®S 5 2 o = 2zd E st-o E «e s.E-F^E ".d E-EL « E L 2®?? =2-2 Zei £5--S«»§ E^S^E_.-S = o^^^'S'E 0Ca « £C E^ -m^ttCJE E OS- — 19^® g «p e -Sr^S> _$--O E O a Xft 2uo cO^? Ä «**-»$* gQ CD X «ft e> E . _ 'S' a E CD CD E . e-tE E- c-» ♦ iE 2E- -S =«w E 5 ivd Oj; C S-JQ - l< ° £ 'S j- >— s|i.. 2 vC O ?ÄEai » — . “-r 3 c »■ »*=• - ±: Mee» tg W.e r- Ä § 'CuQ o & z. - ~ E C Z Sa 1> E «. E Ä® W Stil w _ vd o -t_r «p •x> q -+±2 *G*g H Qft ‘w tiS c L s? ’ < •' LM K W M-! W M R FT4 W W UtM^d W-ch'.^ MWWW Wilh. Orbig Nachf. Markt 7. Markt 7. GasbasSeÖfeil$ erste Fabrikate mit allen neuesten Verbesserungen r Badewannen: Billigste Zinkwannen bis feinste Porzellanemaille-Wannen. EeSSOhnanBce neuesten Systems. 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September 1904. Anm Z Wohnungswechsel Gardinen abgepaßt und vom Stück. Scheiben-Gardinen BCongressstoffe Rouleaux. Große Auswahl in allen Preislag«. Gebrüder Imheuser Firma Aofl. Montanua Nachfolger a89/, 9—IO Marktplatz 9—10. WSrmzclm GesaagVcrdn. Die Proben zu PauluS begirureu Mslltag dell 3. Oktööer, abeads 8 Uhr. Anmeldungen neuer Mitglieder nimmt Herr Musikdiretwr Trautmann an den Probeabenden, sowie in seiner Wohnung, Mollkestraste 6, außer Mittwoch und SamStag entgegen. Der Vorstand. 3) Spenglewrbetten 4=) Dachdeekeracbeitrn a). Glastrarbeiten $6) Schreinerarbetten 7) Weißbinder» u. Anstreicher- arbeiten 8) Schlofierarbeiten. Z«chrmug«, ArbrüSbeschrest bvvg und Bedingungen liegend während der AmtLftrmden bei unS -rrr Emstcht offen» Angebote auf Bordrurt, der da- selbst «chältllch, find spätestens ^unt genormten Zeitpunlr an unS ernzureuhen. — Zuschlags^ • -äst 14 Tage. B”y. Gießen, 27. Septbr. 1904. Städtisches Hochbauomt. (^erb^L P!M-zchrp!an enthvltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Hießen, Znmkfurt a. daflel, Mardttra, Zriedderg, Lollar, Londorf, Zronhaufen, Wetzlar, Loblenz, Löln, Sulöt, Alrseid, Winberg, Gernhausen, Nidda, Schotten, ynnaen, Laubach, Lich, Sloöheim und Gedern ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der Breberthalberhn zum Preise von 20 pfg. in der Expedition des Gießener Anzeigers vorrätig. — Der ^cchrplan kann auch durch die Austräger des Gießener Anzeigers bezogen werden. Haffenhaufen, 28. Sept. 1904. Zkaletsch, Waldvorstand. Versteigerung. Freitag den 30. September, nachmittags 2 Uhr, werden in meinem Hause Liudeuplatz 7 folgende Möbel meistbietend gegen gleich bare Zahlung ver- uergertt Tische, Stühle, Betten, Kleiber- schvänke, Waschkommode, Spiegel, Haus- und Küchengeräte, Uhren, 1 Bank, Küchenschränke u. V w. Versteigerung bestimmt. 7596 H. DebnS. Cafe üel. VorzügNcher 7609 Traubenmost an- Dürkheim a. H. 10230 38 76 321 [1000] 54 80 99 404 89 534 662 [4001 838 914 21 61 11032 185 433 48 69 86 89 (1000] 504 25 30 54 97 [1000] 712 74 817 21 43 68 937 75 89 94 1 2010 57 [400] 95 167 250 379 83 89 [400] 411 [400] 581400] 619 [400] 42 70 73 717 24 803 64 [400] 955 13008 22 136 38 [400] 58 63 242 {4001 324 68 414 21 27 51 12000] 93 543 78 603 8 41 706 [400] 21 [fDOOt 56 69 91 908 31 14070 [400] 113 15 52 92 274 87 (50001 311 493'50o 37 688 95 [400] 763 934 99 15184 66 255 70 83 89 306 413 41 580 83 615 755 61 65 97 807 53 60 919 22 35 37 52 75 83 16073 79 123 200 65 [400] 364 452 79 [2000] 84 569 77 83 684 859 85 934 69 1 7071 124 63 71 83 [4001 86 93 439 74 677 [400] 731,813 35 62 902 20 36 11000] 42 ( 40000] 18008 28 38 147 202 41 319 69 72 579 621 [1000] 706 (50001 47 868 967 [1000] 19125 221 43«5 322'81'12000] 4L 96 577 (1000) 623 «3 832 83 926 69 75 2ri62 65' 270 75'260 97 421 33'67 617 31 751 61 63 814 34 86 993 2100Ö34 35(100001 59 69 91 119 20 50 69 870 400 [400] 27 ( 4001 86 519'2125 47 821 [400]*986 22009130 51 54 224 88 1400] 310 27 48 432 42H77N04 1013 53 716 40*41000] 43 61 871 918 [490] 23021 26 92 134 731409] 82 261 307 401 38-534 56 [400] 60 96 603 99 723 63 [400] 70 94^19 58 62 -904.21 36 67 24006 168*90 2294400] 74 344 [400] 80 418 35 [1080] 39^66'528 ( 400f2OOOÜ529 *3 700-64/1000] 812 20 948 25013 16 [400] 17774901 23974Ö0]-388 417 5ö6 [400( 690 [4001 98 709 16 20 93 877 [ 400] 940 70 280tL 294 821 3<) 80 87 479 531 92 630 '739 802 53 915 ü0001 42 57 68 27047 ] 1000] 66 [400] 178 [400] 240 95 302-SO 437'60-98'558*£02 40 756 847 62 76 910 34 2 8017 40 43 75 192'227 87 (1000 ] 886 419 79'699 [400 ] 721 [400J 50 64 72 884 63 950 [400] 29092 116 57 69 88 205 13 31 446 58 [400] 529 46 58 634 850 64'90 986 ___ lWtW-25 152 255 367 92 445 75 521 67 68 72 79 648 96 (4001 84 [4O0| 881 922 31019 [400] 69 71 76 108 10 [10000 ] 48 85 314 1400 1 22 *76 1/7 98 427 510 [1000) .33 [4001 l>06 16 [400 [ 17 717 47 65 806 (4Ö01 925 40 32040 ( 4001 146 72 -205 [10Ö0] 39 41 42 79 83 311 20 [4001 3 1 79 417 34 584 727 56 77-855 65 73 [1000 ] 902 92 94 38010 41 158 .97 254-58.337 43Ö [400] 60 87 94 505 [400] 32*610 15 37 840 67 98 999 34026 48 62 75 81 [1090] 99 196 236 *[4001 60 307 (400J 48 [400] 89 481 [1000] 513 64 81 98 714 33 55 [400] 872'924 56 79 35067 [1090 ] 99 138 71 74 345 47 410 66 [1000] 569 73 614 748 856 910 53 86025 37 54 101 68 93 96 ‘242 74 90 320 491 502 19 [4001 695 787 834 43 |4C0[ 53 (400) 60 [1000] 37131 59 202 9 18 360 498 571I20&1] 76 659 [ 20001 700- 890 9*4.98^979 [400] 88003 6 [400] 23 71 11MO.-219.368 418 24 60 571.625 '^72^39 46*52 98 823 52 913 21 [1000] 26 38t)lLT>3-7‘2 97 101 202,315 478,.567J 2300], 604 739 55 884 915 98 4G0^5 432 45 76 (*C0[f273>333 4^10001 451 <09 543 [1000] 70 6o7 714 29 38 48 390 905 19 23 4-1020 187-,28 335 62 89 328 [400] 48 62 69 rA [1600] 428 30 49 [1000] 59'80 -535 [420 [ 614 712 36 8-87 928 42018 180^ 400 0-1 £10003 206 25 53 [1X01 63 79 308 [1009] 23 45 00 476 81 89 544 47 68 616 58 90 793 808 9 67 910 66 77 [400] 4-3000 6 25 66 170 236 65 301 3 428 [400] 58 77 81 525 -66 677 722 37 76 92 816 50 943 60 70 44061 fe) 100 3 8 ) 268 69 [1000] 92 94 341 79 [1000] 412 [400] 4o 812 36 69 027 60 61 (400) 65 [400] 50093 173 [400] 264 324 85 481 54 702 898 007 17 3» [400] 51021 f10001 121 40 97 218 89 62 98 310 54 [400] 99 [400] 444 581 87 90 [1000] 62963 81 784 to 70 35 [400] W 976 86 [400] r^4«[>l»oss4 N4 45 89 232 86 [400] 305 8 71 91 400 W 44 560 [400] 996 93 51 TOI « M to43?T ?4W8 ZMM [«O]6«” 423 [400] 60» 53 764 iw.ÄÄÄSSH 300 [ 4001 42 (1000 ] 54 432 44 47 48 68 573 643 (1000) 706 7 15 853 946 £8000$ 30 195 243 324 [400] 71 616 [1000] 87 712 15 (4001 800 20 36 902 10 41 (400) 59012 125 73 260 365 74 97 474 535 50 609 42 79 84 787 ^(KHB 191 99 200 (400 | 78 333 444 526 [400] ■43 [«01 6Ö ® W® VI 900 23 43 67 84 91 61003 [4001 45 162 [1000] ^^ [^0] 307 [400] 17 83 552 605 19 24 (400) 39 [2000] 42 79 90 [400] 750 93 8221 912 62069 119 64 402 34 35 66 618 707 65 73 948 (1000] 63016 (40)) 22 162 ( 400) 73 [400] 214 330 32 66 72 432 45 62 507 56> 058 102 36 859 916 79 90 64035 77 142 78 96 258 [1000] 61 85 329 [400] 408 98 69 [1000] 787 ( 400) 93 94 829 [400) 941 [400] nc L 65019 41 7Ö 96 120 44 398 402 11 28 [<<»] 35 « 6g2 «06 8 ^66 69 796 833 ( 2000 j 901 34 50 66 76 66084 124 255 382 4o3 516 20^400] 78 672 828 918 [1000 ] 88 67022 41 [1000] 56 [W^ 174 99 Wb 70 72 525 78 617 [1000] 714 44 91 914 [400] •JOwMMJ W 68 168 75 [2000] 98 251 311 12 51 02 90 526 2» «9 (W) 61 92Ä3 70 M 69064 91 gj [400] 193 98 229 74 75 338 91 461 506 46 92 608 772 / Hnnsh^tun^e, ( . -etojnen tiernches w)(j « T % V* Tonetteeeife verwenden ji <5* **^le Yen F^ten unter 8tändiger H « x>ef,t und genügt deshalb M Sie schäumt gleich 'M y. * o^e ^^C ,aimeTn Wasser zC* ftUer stoffe - 5