154L Jahrgang Donnerstag LS. September 1904 Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger v monat! Milt kotertt!» Nr. NÄN U,tzchsr«s tagte» super Sonntags. Dem Gietzener Anzeiger rocrben im Wechsel mit dem NeMschen Landwirt die Gieveuer Kamttien» Hälfet viermal in der Woche beigeregt. Rotationsdruck u. Bv> iäbrsich Mk. L20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 66 M.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« inr die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. LellenpreiS: lokal 12 auswärts 20 Psg. ML Amts- und Anzeigeblatt für den «reis Sichen MG ----------—.... zetgenteU: danS Beck. M« heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. bewinigung in der Ge-markmtg Mtwredarnrus zwecknraßig, [ein imitbe, den. godachtzen Wiesenstreifen ntit der angrenzenden GentarTnng Mkwiedernrns zu vereinig en, ist. die Großh. AllSlanö. i;5..Le b eri sjahr zur ii ckg e le gt Hai, als int Wi der- spruch stehend mit den ^Vorschriften der §§ 6 und 8 des die Gajns bntki Basel, 28 Kolonialpost. Berlin, 28. Sept. Wie die „Natz Zvg." erfiähtt. wird Gouverneur Leutwein Ansang Oktober mit einer ihm von ßkmcrnf von Trothir zur Vcrftgi'ng ßcffcHtni Ersatzkompagnie netto dem Süden T-entsch-Südwi-ftafrikas in d.is O^ro^Nama-Land abrücken. Ter Kaiser b-wM§tc Mr da» mt ^>Ladttheater zu Thorn 10 000 Mark jährlich ftr Jret Jahre. Staatssekretär v. Tirpitz und der Chef des MisitLv- llMinetts v. L>enden-Bibran sind ^rute in Ronrinteu ein* getvoffen. Ein Brief deS Fürsten Meschtscherski. _ „ _ 4t* Berlin, 28. Sept. Fürst Meschtscherski, der Herausgeber des „Grasckdmnn", hat während seiner Anwesenheit in Bettin an die „Voss. Ztg." einen interessanten Brief gerichtet über seine Stellung zum ost- ssiatischen Krieg. Vom „Graschdanin" mar in diesen Tagen die Rede, toeil, das risssische Matt mit Eifer für den Gedanken eines baldigen Frieden sschln sses eintrnt Fürst MescA- schcrssi betont nun, daß er sich stets gegen alle auf den Zugang zum Stillen Ozean gerichteten Bestrebungen der nach Ostasien blickenden Politiker ausgesprochen habe. Nach seiner innersten Ueberzeugimg hatte Rußland nichts verlieren können, Menn es diese ganze Angelegenheit aufgeschoben hätte, bis m vollständigen Herstellung der Ordnung und der nationalen Wohlfahrt im europäischen Rußland Es ist ein freimütiges Bekenntnis, das der Herausgeber des „Graschdanin^' ab legt. Aber wir bezweifeln, daß in Petersburg dieser Offenherzigkeit Wohlwollen entgegengebracht wird. Vor dem Ausbruch des Krieges hat nahezu die Üksvnrte russische Preffe von dem „Abenteuer" nichts' wissen wollen. ,,0/eheu wir nach Hause", schrieb eine führende Zeitung: ja, es ^uAe der kühne Vorschlag auf, die mandschurische Bahn, die Rußland nur Unglück bringen könne, in die Luft zu sprengen. Ähnlich sagt Fürst MescÄschersÜ, er habe die Rolle eines Rück- sck rittlers gespielt, indem er sich gegen die sibirische Bahn aussprach, weilindieser die erste Ursache zur ostasiatischen Frage lag. । Regrerrmg mit der preußischen Negierung zum Zwecke der Herbeifühnmg eines GebietNan.stausche's int Wege des Staatsvertrags in Verchcmdllmgen erwgetreten, welche zu. dem Ergebnis führten, daß das Königreich Preußen diesen Gelände streifen an das Gro ßherzo gtn m (G^ merkung Altw-iedermus) a b t r i t t und zum Austausche dagegen von dem Gwßherzogtum (Gemarkung Altwieder- mus) eine gleich große Fläche erhält. Diese Fläche grenzt an die preußffche Gemarkung Hüttengesäß-Neuwieder>- muS. 'Müßendem wird die hessische Gemeinde Alb- wiedermns an die preußischen Gemeinden Hütten- gesäß-Nntwiedermus zur Entschädigrmg für den 'Ausfall an Grrmdsteuer eine einmalige Mbfintmntz von 98.75 Mck. zahlen. Dieselbe hat darin ihren Gründ, daß die an Hessen fallenden Gebietsteile nach der gemeinschaftlichen Bonitierung den an Preußen tretenden Olrurrdstücken gegenüber einen Mehrwert von 3774 M repräsentieren. Der Hessische Nichterverein hat bei seiner diesjährigen Tcrgrmg einmütig luffchlossett: 1. Der Hessische Richtervercin erachltet die BcstimMung des 8 16 Z. 3 (Art. 1 a Ziff. 1) des den Ständen dos Grosiherzogtmns zur verfassungsmäßigen Beratung mrd Beschlußfassung vor gelegten Gesetzentwurfs, die Dienstverlstiltnissc der Staatsbeamten betr., wonach auch ein Richter jederzeit in den R n h e st and versetzt werde n Fa n u, w e u n e r d a s Aer Besuch der Awctten Kammer in Rad-Wauyeim. (Origmalbericht des „Gieh. Anz") )( Bad-Nauheint, 29. Sept. Obwohl der HimMel schon sott einigen Tagen eine recht betrübte Miene macht und die Lust zu weiteren Ausflügen nicht gerade sonderlich! entfacht, fanfr die vom Herrn F^- nanMinister ausgcgangenc Anregung zu einer gemeinsamen Besichtigung Bad-Nauheims durch die Mitglieder unserer zweiten .Kammer so allgemeinen Beifall, daß die in diesem Jarre gerade nicht erforderliche verfassungsmäßige Zweidrittelmehrheit prompt erreicht wurde. Die Teilnehmerliste wies gestern 35 Abgeordnete auf, darunter solche aus den entferntesten Gegenden Hessens, und dazu kamen noch zahlreiche Vertreter der Regierung und der Lokalbehörden Nauheims, sodaß sich die Gesamtzahl der am Mittag im Kurhaus bei der Tafel zu vereinigenden Festteilnehmer wohl auf etwa 60 Personen belaufen wird. .Von Darmstadt aus erschienen mit Sr. Exz. dem Herrn Flnauzmim'ster Dr. Gnauth an der Spitze als Regierungsvertreter noch Ministerialrat Milbrand für die Forst- und Kamerad abteilung, Ministerialrat Dr. Friss. v. Biegeleben als Vorsitzender der Tauabteilung, Geh. Oberbergrat Braun, Geh. Oberbaurat Hofmann, Oberbaurat Schin i ck als Haup!referent im Ministerium für Bad-Naubeiw, dann von der Gesundheitsabteilung des Ministeriums des Fnueru die Herren Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhardt und Geh. Warlamentarifches aus Kesten. Eine neue Regierungsvorlage, die soeben der zweiten Kammer vorgelegt worden ist, betrifft einen Staatsver- trag zwischen Heissen und Preußen über die Aender ung und Feststellung der zwischen den Gemarkungen Altwiedermus und Hüttengesäß^- Neuwiedermusim Kreise Mi dingen verlaufenden Landesgrenze. Zwischen den hessischen Gemarkungen Rmrne- burg-Hof und Mtwiedermus dehnt sich eine schmale Wiesen-' flache der preußischen Gemarkung Hüttengesäß-Neuwieoer^ mus aus, welche sich zum größten Teile int Besitze von Angehörigen der Gemeinde -Mtwiedermus (Kreis Büdingen) befindet. Nachdem sich bei der im Jahre 1895 im Gange ge- wesenen Zusammenlegung in der Gemarkung Hütteugiesäß- NeutoiederMLts heraus gestellt hatte, daß eine Emb eKiehung dieser schmalen Fläche in die Zusa-nmrenlegung umvirb- chastlich erscheine, und es bei einer deuwächstigen Feld- Vstttrsche Tagesschau. Neue Schahscheine. R. Berkin, 28. Sept. L umfangreiche Finanz-Attraktion wird sich demnächst dollzrehen: bte Begebung von rund 150 Millionen Mark ckr/2 proz. Schatzanweisungen durch das Reich und durch drevhen.^ Der Geldbedar f ist hier wie dort so dringlich, vast selbst die Rücksicht auf den in das kommerzielle Leben — KWiünbvrJ euch bei der Reickisbank — tief einschneidenden Onartals- tüecljel beiseite gestellt werden muß. Tie Reichssincmzverwaltung zum ersten Mal zu dem Mittel der Ausgabe feil* verzmÄtcher ^chatzscherne. Vor einigen Jahren wurden 80 Mil- S0115?). ^lcher BonW, allerdings zu 4 Prozent verzinslich, nach bereinigten Staaten begeben. Mit der Enrtttierung kurz- wlierger ^chatzcrmveisungen — die Laufzeit für die neue Auslage wU f ^wre betragen — ist ein gleitendes Element in dre ^E^w^oinanzwrrtschaft gekommen, das den eigenllichen An- le^yemaE entlastet und zur Stabilisierung der Kurse dort bei* to&St* SSjtrbe zur Teilung des staatllchen Geldbedarfs immer eme feste Anleihe nach der anderen an den Markt gebracht, dann würden die Rentenkurse eine noch unerfteulick>ere Entwicklung ^bmen, als ohnehin der Fall ist. Beim Publikum sind die • cmv-«Staats anleihen bekanntllch dadurch einigermaßen m Mißkredit geraten, well der Besitz dieser Papiere infolge der stände sinkenden Kurse einen Kapttalverlnst herbeifühtte, wie JJ®1 vur bei ausländischen Anleihen oder Industrieaktien für moglvch hielt, Tast beispielsweise dreiproz-entige Staats- wm-), oie al pari gekauft wurden, in absehbarer Zeit diesen Kursstlmd wieder erreichen, muß als ansgeschloffen gelten. An* dererse'ts kann der Regieruna, namentlich der preußischen, nicht nachgasagt werden, daß sie rin besonderes Geschick in der Wahl des ^emmus für die Begebung der Anleihen bekundete. Auch die dre Emission bewirkenden Großbanken haben in die Kurs- entwicklmrg den. IL Diesen Beschluß mit Begründung alsbald zur Kennt- nis des Großh. Minifferiums der Jufttz und der Stande des Großherzogtttms zu bringen." 3nr Begründung bet vorstehenden Resolutionen ist ein ausführlicher S^iftsatz dem hessischen Landtag vorgelegt worden. In neuerer Zett sucht, so äußern sich Vertreter vmti 16 oberhessischen ©emeinben, eine Gruppe von KapitallfherL und Interessenten aus Alsf e^n£?' 28-'S* Ter 29. Landtag wurde gestern eroMet. Tie Thronrede verweist besonders aus die Regelung der Erbfolgefrage. Sre sagt, der Protest des Her- WÄ bö$A ^?r^enbu?9 hinfällig und die ev_ des Glücksburgers durchaus den Gesetzen des Landes entsprecheiü». Ein liberaler Abgeordneter reichte einen auf Einführung des direkten Wahlrechts anstelle der Wahlmännerwähl sibr den Landtag ein. ?,re5‘^,StI" 28- Sept. Im Befinden des König- t>»tt wachsen ist gestern nacknnittag eine weitere Derfchliur- merung eingetteten. Der Kräfteversall hat zuge- nommen. Tie Famllienmitgtteder fritb in Pillnitz verscnnmelt. Homburg v. b H., 28. Sept. Ministerpräsgdent GiolittL vEßt heute Homburg und begibt sich nach Schloß Racconigi. Gestern abend fand bei dem Reichskanzler fflr Giositti ein. Druer in kleinerem Kreise statt. Am gestrigen Nachmittag unternahm Giotttti mit dem ReickEruzler, der Gräfin Büttso und dem hier rocilenden Senator Blaserna einen Auslug nach dem -Maunus. Heute vormittag fand wiederum eine längere Konferenz zwischen beiden Ministern statt. — Tie Ausstreunngen, wonach cs sich bei dem Desitche des italienischen ?Niüisterpräsideutew mich nm die Vermittelung im russisch-japanischen.- Kriege handeln soll, sind, der „Nat.-Ztg." zufolge abqe- _ Tav „Bett. Tgbl." meint über Äf-E.vsswn Giottttis: Man habe Grund, anzunehmen, daß Gwsitll sich imt dem Reichskanzler ins Einvernehmen zu setze» wünsaite, um zu erfahren, ob aus Erwägungen rein vositischw Natur der deutsche Finanzmarkt snh bereit finden lasimv Fell des für die Verstaatlichung der ita* h enrschen Eisenbahnen, die ungefähr eine Milliarde^ Francs m Anspruch nehmen dürfte, notwendigen An lebens zu übernehmen. ______ Kirche und Schute« - «Wtz daß die Meldung deS M- uckhen Blattes „Lett", in der Provinz Posen solle das lateinische Alphabet in den Volksschulen nicht mehr gelehrt werden, völlig ersunden sei. x- *en, 28. Sept. Nachdem Saarbrücken ein pari- taMcs Lehverlmren-^cininar erhalten bat, genehmigte daS Mi- ncstcrium die Errichtung eines katholischen Lehrerinneu- eminars in St. Johann mit dem 9lnschlutz an das Nr- ulcmernmen-Klofter. Direktor des Seminars wird ein Kaplan' (F-rkf. 8te.) Tflss wrr W WMmzen crftnttvtfn Prvftllor Franke-Derlm und Spkv-8mffmme. Muta1u-2Acn refafrrt? Aber baS STrbtittfnmt tlfber tne 9?ten Vor- schlätze für MasulaKmen zur BekLuchfnng, darunter die Anzeige- iWcht, Zuziehung amtlicher Aerzie, Aufklärung der Arbeiter über die grotze Gefahr, Verkürzung bet Arbeitszeit intb (Ein* sttzuny einer Experimentakkommission. Tie für ein Preisaus- ichveiben zur Verhütung der Giftgefabren gestifteten 25000 ML uurrden dankend angenommen. Die Anträge Jay-Pari9 betreffend das Studium der Maximalarbeitszeit und die Einsetzung einer Propagandakvmnnffion wurden angenommen. Die Ern- ixumfung der rräcbsten General Vers.rmmiung wurde dem Bureau überLaistn. Soderini-Rom dankte der Regierung von Basel und dem Präsidium im Namen der Versammlung. Darauf wurde die Sitzung von dem Präsidenten Scherrer geschloffen. Brünn, 28. Sept. Landtag. In der heutigen Sitzung befanden sich auf den Galerien als Gäste LandtagSabgeordnetcP Hudes mit einer großen Gruppe von Sozialdemokraten. Als der Landeshauptmann die Verhandlung eines Drirrglichkeitsantrages ankündigte, schüe Hpbes von der Galerie Herab: Warm werden Sie daS allgemeine Wahlrecht auf die Tagesordnung setzen? Unter stürmischen Rufen wurden von den Galerien rote Zettel in den Saal geworfen, auf denen für Landtag und Ge- nreinden das allgemeine Wahlrecht verlangt wird. Der Landes- Kanplumnn unterbrach hierauf die Sitzung auf eine Viertelstunde. Als nach Wiederaufnahme der Sitzung die Galerien nicht geräumt wurden und die Störungen sich wiederholten, schloß der Landeshauptmann unter stürmischen Zurufen von der Galerie die Sitzung, um, wie er erklärte, Genxrltmastregeln zu vermeiden. Z>«r Krieg zwiscken Japim und Juhland. Port Arthur. Petersburg, 28. Sept. Der ,Mrschewija Wtzedo- fttofH" wird von ihrem Korrespondenten in Tschüftl irntcr dem gestrigen Datum telegraphiert: Den japanischen oder auf japanischen Angaben beruhenden Mitteilungen über Port Arthur ist keiner lei Glauben beizu nrn ff en. Diese Mitteilungen haben den Zweck im Innern des Landes Eindruck zu machen^, um den Erfolg der neuen inneren Anleihe Japans, auf die nur mit Schwierigkeit Zeichnungen erlangt werden, zu sichern. ZN Mrklichkeit besteht seit den letzten Wochen keine Möglichkeit, authentische Nachrichten aus Port Arthur zu erlangen. Die Festung ist ganz eng eingeschlossen. Die Japaner erwartens daß das russische Geschwader aus Port Arthur auslaufen werde und halten deshalb alle Dschunken und Schiffe rings um Port Arthur an. Die Japaner landen in Dalny beständig neue Verstärkungen, die hauptsächlich aus -kriegerischen Eingeborenen von Formosa gebildet sind. Die einheimische chinesische Bevölkerung leidet viel unter der Wildheit und Grausamkeit dieser Mannschaften. Tschrfu, 28. Sept. (Reuter.) Nach Mitteilungen ans russischer Quelle sollen dieJapaner bei dem letzten Sturm auf Port Arthur 7000 Mann verloren haben.. Ein Chinese, der Port Arthur vorgestern verlassen Hatz. gibt die russischen Verluste auf 500 bis oOO Mann an. Die Japaner hätten drei von ihnen besetzte Er* gänzungs forts nicht halten können und zog en sich an: Nachjmittage des 26. September von dort zurück, nachdem sie mehrere Tage lang eine heftige Beschießung durch die inneren Forts hatten aushalteir müssen. Loudon, 28. Sept. Ter BerickNrstatter des „Daily Chro- nicke" dvatztet von der Liaotung-Daldrnfel vom 26. ds., daß die Japaner jetzt übermäßige Anstrengungen machen, um Sert von Port Arthur zu werden. Das' Bombardement sei Tag und Nacht im Gange und werde täglich furchtbarer. Tie Granaten erreichen auch den ixrfcn und fügen den Kriegsschiffen Beschädigungen zu. Tie Trin kwas; erznfuhr ist äb- gefchnitten, bfie Mundvorräte sind nahezu erschöpft. Die Ruffen gehen sparsam mit ihrer Munition um. Die _ japarrffchen Delagerungsgeschütze, loelche auf der östlichen Anhöhe aufgestellt sind, beherrschen einen Teil der Stadt und der Reede. Tie Besatzung leistet heldenmütigen Widerstand und errichtet jede Nacht von neuem Erdwerke. Petersburg, 28. Sept. Hier erwartet man stündüch die Nachricht von einem neuen Ausbruch der Flotte unter Wirren aus Port Arthur, gleich^eitig mit einer Aus fahrt Skrydlows aus Wladiwostok. Neue japanische Anleihe. Tokio, 28. Sept. (Reuter Die neue 5 proz. innere Anleihe soll zu ähnlichen Bedingungen wie die letzte emittiert wewen. Die gegenwärtige Geschäftslage läßt eine starke Beteiligung erwarten. Ter Finanzminister verhandelt morgen mit den hiesrgen, -samstag mit den Bankiers in Osaka und Nagoya. Ans der Mandschurei. Petersburg, 28. Sept. Wie Kuropatkin dem Kaiser vom 27. September meldet, halten im -Osten von der Eisenbahn Abteilungen der japauischenBorhutdie brsherrgen Stellungen besetzt. Kleine Abteilungen derselben unternehmen dazwischen Vorstöße, ziehen sich dann aber vor der russischjen Kavallerie zurück Eine Feld wache abteil- nng des Generals Ssamssonow erbeutete eilte Vieh-» Aerde, dabei wurde ein japanischer Kavallerist verwundet. .In der Nacht zum 26. Sept, unternahm ein Kosakenoffiziev ufrt em er Abteilung Nralkosaken einen Neberfall auf das japanische Biwak bei Hu an di un5) rief dort Bestürzung hervor Am 26. September legt?- eine Kosakenpatrouille einer halben j apanischen Schwcv- dron einen Hrnterhalt, diese wurde plötzlich von dem, Feuer der Kosabm empfangen, sie erlitt bedeutende Verluste und zog sich alsbald eiligst zurück wobei sie mehrere Tote Kurückließ. Die Kosaken erbeuteten mehrere japanische Pferde Petersburg ,28. Sept. Melorlngen aus Mukden besagen, daß die Russen irch vorbereiteu, die Offensive zu ergreifen; sie befestigen überall ihre Stellungen. Tie Bewegungen der Japaner werden fortwährend durch cinen Luftballon beobachtet. Tie Chinesen weigern sich, den Russen Führer- und Spionendienste zu leisten, selbst gegen hohe Bezahlung. Tie Mehrzahl der Frauen und Kinder haben infolge der herrsÄ>enden Kälte Mu6>en verlassen. Der Gesundheitszustand der russischen Truppen ist befriedigend. Paris, 28. Sept. Aus dem Lager der russischen Haupt- zrcnRt wird gemeldet, daß starke japanische Kolonnen gegeu Fuschunt schöng undSiutzin auf dem Marsche sind An diesem Punkte werde es wahrscheinlich zu einem Zusammenstoß mit sturopatkins Vortruppen kommen. Von Baniupusa aus vollzieht sich der japaniili^ -ormarsch auf Saumpfaden, an deren Verwendung für militärische Zwecke nie vorher gedacht worden ist. Die Eiwoobner unterstützen die javanischen Genie trappen, welche überaus schnell und sicher alle Marschhindernisse beseitigen. Im Dauptguartiere Kuropatkins ist man bisher über die Stärke der vorrückenden jopanisckM Truppen sehr nngjöum ,mtcrrichtet. Meine Meldungen. Paris, 28. Sept. Nach einer Meldung des „DemhÄ" aus Donlon Iteftefitc die ruffische Regierung bei der Mittelwerst- Gesellschaft 11 Torpedojäger neuesten Typs. Tie Torpedojäger sollen in 15 Monaten fertig werden. Außerdem werde Rußland bmuäxfuft wegen der Bestellung von vier Kreuzern von dem Typ ,,Bajan" verlMcheln. Ein neues japanisches Wehrgeseh. Tokio, 28. Sept. (Reuter.) Tas neue Wehrgesetz wird wahrscheinlich derart abgeändert werden, daß die Dienstzeit in der Reserve um 5 Jahre erhöht und der Gesamtmili- tärdicnst auf 17 Jahre 5 Monate festgesetzt wird. Ties würde eine große Vermehrung der Armee bedeuten. Z>ie Kindesmörderin Minna Körlach vor dem Schwurgericht. th. Gießen, 28. September. Gestern vormittag verhandelte, wie schon kurz mitgeteilt wurde, das Schwurgericht gegen die 26 Jahre alte unbestrafte Landwirtstochter Minna Görlach von Eberstadt wegen KindeSmordß. Außer zahlreichen Zeugen sollen als Sachverständige Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Pfannenstiel und Medizirralrat Dr. Haberkorn oernomnien werden. Die Angeklagte, eine robuste Person, sitzt mit dem Taschentuch vor den Augen auf der Anklagebank und scheint zu weinen; ihre Vernehmrmg, bei welcher sie ein volles Geständnis ihrer Schuld ablegte, geschieht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit, welche bei Beginn der BeweiSaufnahnie wieder hergeftellt wird. Die Zeugenvernehmung in der Sache gab das folgende Bild. Frau Rühl war am 23. April aus den Eberstädter Friedhof gekommen und fand bei der Bearbeitung des Grabes emer im Jahre 1869 verstorbenen Verwandten die Leiche eines neugeborenen Kindes. Die Frau machte dem Bürgermeister von dem Funde Anzeige, welcher erklärte, er glaube nicht, daß das Kind aus dem Dorfe komme; es wäre wohl bester gewesen, man hätte die KindeSleiche nicht gefunden. AIS man in Eberstadt von der Sache etwas erfuhr, wurde behauptet, die Leiche stamme von Zigeunern her, aber auch die Frau des Pfarrers wurde verdächttgt, da§ Kind geboren zu haben. Die Zeugin, und mit ihr übereinstimmend eine Reihe von anderen Zeugen, erklärt, der Minna Görlach habe niemand zugetraut, daß sie die Mutter des tot auf» gefundenen Kindes hätte sein können, weil man ihr vorher nicht daS mindeste davon habe amncrFen können. Die Pfarrers- frau habe den KindeSmord begangen. Die Sache ging so weit, daß der Pfarrer schließlich um polizeilichen Schutz bitten mußte, da er das Schlimmste befürchtete. Ja, die Gehastig- feit der verblendeten Bevölkerung ging so weit, daß man sich weigerte, dem Pfarrer im Ort sein Brot zu backen. Der Landwirt Heinrich Beuder gesteht zu, mit der Angeklagten seit dem Jahre 1900 oder 1901 intimen Verkehr gepflogen zu haben; er erklärt, er hätte die Minna Görlach geheiratet, wenn sie ihm offen gesagt hätte, wie c5 mit ihr tehe. Sie habe aber ihren Zustand auch vor ihm verheini- licht und nicht mit einem Worte etwas erwähnt. AuS diesem Umstand folgert er, daß die Angeklagte auch noch mit an- deren Männern verkehrt habe, wenn er eS auch nicht beweisen könne. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Schmidt, richtet an die Angeklagte die Frage, wieso sie dazu komme, zu behaupten, sie hatte dem Heinrich Bender mitgeteilt, wie eS mit ihr stehe, worauf die G. nach einigen Ausreden zu- gesteht, daß sie glaubte, eS dem Bender gesagt zu haben und daß dieser ihr geraten habe, zum Arzt zu gehen. Aber auch diese Angabe bestreitet Bender. Landgerichtsrat Sandmann, welcher die Sache Görlach als Untersuchungsrichter bearbeitet hat, schildert den Geschworenen den Gang der Vorunter- uchung. Die Görlach habe anfänglich hartnäckig geleugnet,, überhaupt einem Kinde das Leben gegeben zu haben. Später machte sie auf den Hinweis des Gutachtens der Sachver- ‘tanbigen Professor Dr. Psannensticl und Dr. Haberkorn Angaben, daß sie in Bad-Nauheim von einem Nüssen ver- gewalttgt worden sei; sie blieb aber dabei, nicht geboren zu haben. Wieder einige Zeit fpater ließ sie sich bei der Staatsanwaltschaft melden und gestand zu, einem Kinde da§ Leben gegeben zu haben, bestritt aber, daß das auf dem Friedhof zu Eberstadt geftmbenc Kind mit ihrem Kinde identisch sei. Der Zeuge Sandmann berichtet, wie er eines Tages außerhalb dienstlich beschäftigt gewesen sei und man ihm telephoniert habe, die Görlach habe ihr Verbrechen dem Staatsanwalt gegenüber glatt zugegeben. Sie hat dann ihni gegenüber auch angegeben, daß sie in der Nacht vom 15. auf den 16. März d§. Js. ein Kind lebend geboren habe und daß sie es zuerst neben sich inS Bett gelegt hätte. Morgens in der Frühe, etwa um 5 Uhr, habe sie gehört, wie die Mutter im Hause hantiert habe, und da habe sie aus Scham vor den Eltern und den Leuten nn Ort plötzlich den Entschluß gefaßt, ihr Kind zu töten. Sie habe es mit beiden Händen gefaßt und es mit dem Kops auf den Bettrand aufgeschlagen. Das Kind sei von den Schlägen gleich tot gewesen. Die Angeklagte will dann die kleine Leiche, in Tapeten verpackt, tagsüber in ihrer Kammer versteckt gehalten und in der Nacht aus dem Friedhof, auf dem Grabe, wo man e§ nachher fand, verscharrt haben. Die Angeklagte hat beni Untersuchungsrichter erklärt, sie habe ihren Zustand auch den Ettern gegenüber verheimlicht. Bürgermeister Görlach beschreibt, in welcher Lage er die Kindesleiche s. Zt. angetroffen habe; sie könnte etwa V, 8"& unter der Oberfläche des Grabes verscharrt geweseii sein. Ihm sei es als Bürgermeister selbstverständlich unangenehm gewesen, daß man in seiner Gevieinde die Leiche fand, und daher erklärten sich auch seine Acußerimgen der Zeugin Rühl gegenüber. Betreffs der Angeklagten, so gibt der Bürgermeister an, war man im Orte allgemein der Meinung, daß diese unmöglich die Mutter des toten Kindes hätte sein können, weil man ihr nicht das geringste von einem veränderten Zustande angemerft hatte. Auf Befragen des Staatsanwalts Reuß erklärt der Zeuge, daß in Eberstadt eine förmliche Erregung geherrscht habe, als die Görlach verhaftet worden mar, und daß nian selbst dann noch daL Mädchen für unschuldig hielt, als man erfuhr, daß die Sachverständigen übereinstimmend erklärt hätten, die Minna Görlach habe zweifellos einem Kinde das Leben gegeben. Von weiteren Erklärungen der Sachverständigen interessiert, daß Medizinalrat Dr. Haberkorn erklärte, daß der Lcichenbeflmd ergeben habe, daß baS in Rebe stehende Kind gelebt habe. Den Geschworenen wirb bie Schulbsraqe wegen Kindes morbeS ttnb auf Antrag der Verteibigung bie Frage nach milbernben Umftänben vorgelegt. Staatsanwalt Neuß erklärt, es komme allerdings in großen Städten recht oft vor, daß Verbrechen wie das, welches heute zur Aburteilung stehe, ungesühnt blieben, weil es überaus schwierig ist, die Täter zu ermitteln. Auch in der Provinz Oberhessen seien in den letzten Jahren mehrere derartige Verbrechen zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft gekommen, ohne baß eS möglich war, bie Täter zu ermitteln. Wie eine höhere Fügung müsse man es baher ansehen, baß alSbalb nach ber Tat der Zufall es fugte, baß man an bem betreffenben Grab, welches schon lange regelmäßig nicht mehr zurecht gemacht war, mit ber Hacke arbeitete unb hierbei die KindeSleiche entdeckte. Wäre dies nicht geschehen, hätte man die Leiche etwa erst Monate später gefunden, so wäre wahrscheinlich der Angeklagten geglückt, was sie beabsichtigt hatte; ihre Tat wäre nie entdeckt und sie als die Schuldige nie zur Verantwortung gezogen worden. Der Ankläger sucht dar zu tun, daß die Görlach nicht, wie sie behauptet, erst nach der Geburt ihres Kindes den Entschluß gefaßt hat, eS auS dem Wege zu räumen. Der Staatsanwalt beantragt, die Schuldfrage zu bejahen. Obwohl die Angeklagte die Tötung ihres KindeS nicht begangen hat aus Not, denn sie ist gut situierter Leute Kind und der Vater des Kindes hätte sie geheiratet, obwohl die AuSsi'ihrung der Tat eine Gemütsroheit sonder gleichen barstellt, bitte er boch, ber Angeklagten, bie noch jung unb unbestraft ist, mildernde Umstände zu- zubilligen, damit sie vor dem Zuchthause bewahrt bleibe. Der Verteidiger Rechtsanwalt Klarenaar bittet gleich« falls, mildernde Umstande anzuerkennen. Der- Wahrspruch der Geschworenen lautete dementsprechend, worauf Staatsanwalt Reuß beantragt, bie Angeklagte zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis zv verurteilen unb 5 Monate ber Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten. Der Verteibiger bittet, auf eine geringere Strafe zu erkennen. Das Urteil lautet dem Antrag des StaatSnttwaltS gemäß. Aus Stadt Md Land. Gießen, 29. September. ** Ernennung. Oberlehrer Professor Block am Realgymnasium in Gießen ist zum Direktor ber Realschule in Wimpfen ernannt worben. Sem Nachfolger wirb ber bisherige Rektor ber höheren Bürgerschule zu Hungen, Völz in g. Kreisschulinspektor MatheS in Alsselb wird nach Oppenheim versetzt unb Lehrer Eck in BenSheim tritt an feine Stelle in Alsfelb. Gießen er Konzertverein. Im Anschluß an unsere letzte Mitteilung an bieser Stelle werben wir baranf aufmerksam gen,acht, baß alle Konzerte so gelegt werden, daß deren Besuch von auswärts in jeder Richtung bequem möglich ist. 8 Konzerte werden an Sonntagen stattfinden: 30. Oktober 1904, 13. November 1904, 4. Dezember 1904, 8. Januar 1906, 22. Januar 1906, 12. Februar 1906, 26. Februar 1905, 7. Mai 1906. Nur die beiden großen Ehorkonzerte finden an Werktagen statt: Mittwoch, den 14. Dezember 1904 und Mittwoch, den 24. Mai 1906. — In der ordentlichen Generalversammlung vom August hat der Verein beschloßen, von jetzt ab Mitglied er beiträge zu erheben, um dem bisher losen Gefüge eine festere Gestattung zu verleihen. Eine Neubelastung bedeutet diese Maß- nalyue keineswegs, da ber volle MitgliebSbeitrag, bei Entnahme auch nur eines Abonnements, unverkürzt in Anrech- mmg gebracht mttb. Außerbem ist gleichzeitig baS lästig empfunbene Eintrittsgelb in Fortfall gefonmien. Der Diener bes Vereins ist mit der Erhebung der Beitrage bereits beschäftigt. (Siehe Inserat). ** OmnibnSfahrplkne. Infolge der unbedeutenden Veränderungen in den Effenbahnfahrplanen wird auch der Sommersahrplan der Omnibusgesellschaft für die Linien A und B (Stadt) im Winter beibehalten werden, nur die Einte C von und nach dem Schiffcnberger Wald wird eingestellt. — Die Linie D von unb nach Wieseck wird in folgendem Fcchr- plan gefahren werben: ab Gießen: ab Wieseck: 615 früh, 630 früh, 715 w 730 e 335 nachm., 418 nachnu, 625 , 6" , 715 730 , ** Verschwunben? Seit verflossenen Samstag ist ber Unternehmer A. R. von hier verschwunben. Zerrüttete Vermögensverhältnise unb eine gegen ihn anhängige Untersuchung wegen Urkunbenfälschung bürsten ihn zur Flucht veranlaßt haben. ** Verhaftung. Auf Requisition ber Kgl. Staatsanwaltschaft in Hagen würbe gestern ein hier wohnhafter Arbeiter verhaftet und nach Hagen transportiert. ** Mansarbenbiebe. Aus der Mansarde eines Hauses in der Bahnhofstraße wurde gestern ein Anzug unb verschiebene anbere Kle ibungs - unb Wäschestücke gestohlen. Da sofort Anzeige erstattet würbe, gelang e's ber Kriminalpolizei, bie Täter zu ermitteln unb zur Haft zu bringen. Es waren zwei Hanbwerksburschen in noch jugendlichem Alter, beide aus Braunschweig gebürtig. Die gestohlenen Gegenstände hatten sie bereits zu Geld gemacht, allein sie wurden wieder beschafft und dem Eigentümer zurückgegeben. Man kann sich über die Rührigkeit unserer Polizei nur freuen. ** Hessisch-Thüringische Staats! orte rie. Be der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe wurden folgende Gewinne gezogen: lO OOO Mk. auf9k. 11383 (nach Langen), Gewinne von 5000 Mk. aus Nr. 2352 23144 46195 51736 86750 96812, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 9798 10349 13477 20932 21648 27031 27328 34220 41690 43718 44090 45884 56103 62002 84199 85475. (Ohne Gewahr.) 8. Wagenunfall. Einem Wagen brach gestern abend auf der Bahnhofstraße die linke hintere Achse. Zum großen Glück kamen die Insassen mit dem bloßen Schrecken davon. Vom Kriege. tMfijtirt der MürfftectttacN?b BH der rrrssifHlm gTottc r VE MrthUr, fc Cuverbille, zurzeit in PörtArthu rn 8. Tag: 9. Tag: Telephonischer Kursbericht. 29. September. Tendenz: fest 4% Oestefr. Goldrente . . 101.70 4*'c% Otistorr, Rilbcrrcnto 1Ö0 35 3°/) Mexikaner 4V$V'. Chinesen Electric. Schuckort . Nordd. Lloyd . . Kroditckfion Diekonto-Kommandit. Dftrmstädtör Dank . Dresdener Bank . . Berliner Hnndeisjjet. Oeatcrr. Steatjibahn . T/Ombardor. . . . Gotthard bahn . . . lirtura hrttte . . . . Bochum ..... . 100.10 . 104.00 . 02.60 . 01.75 Reichsanleibo do. Konsole do Hessen Oberhessen F nnktsirf « 8Vs°/o 8"/-, 8V ■ 3O 'n t’/W) 3'/, 96 , , .—, v— .....T----Mr Lhur ht einer Ambulanz fr an f fcrrtuefcrfiegt — Aus Peters ^rrg wird gedrahtet, der Zar HE ertre Depesche au!S Port Arthur erhalten, ui ddr die un geheuere Kampfbegeisterung der japanischen Truppen damit erklärt werde, daß diese neue Verstärkurrgeiw erhalten hätten. Die russisch,? Besatzung, die bisher überall unter Deckung habe kämpfen können, sei nutrmehr an vielen Punkten dem feindlichen Geschützfeuer direkt ausgesetzt. Paris, 29. Sept. Aus Tschifu wird Berichtet: Dort gingen Gerüchte, daß aus Po rt Arthur en Lko mme-po Russen sich nach den Tschifu benachbarten Inseln ge» flüchtet hatten. Mehrere ja panische Kreuzer überwachen den Hafeneingang von Tschifu. — Das ,,Petite Jvurnal" teilt mit, daß das MarinemiUWrium in Paris von dem franzüsischeu Mnrinw.tbachse bei der Gesandtschaft in Tokio einen Vrs?f erhalten habe, nach Israelitische Neligionsgesellschast. <5»ottcsditwl. Freitag morgen 6.00. Samstag den 1. und Sonntag den 2. Okto der 1904: Schlurfest — Gesetzessreude. 1. Tag: Vorabend 5 30. morgens 8.00, nachmittags 4.00. 2. Tag: Vorabend 6.50. Kinderfest. Morgens 8.00., abends 4.00. Festesausgang 6.50. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 5.30. LaulchüttcnfestEnde. Vorabend: 5.45 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Vorabend 6.50 Uhr. Jngendgottesdienst mit Predigt. Morgens 8.30 Uhr. Nachnnttags 4 Uhr. Festesausgang 6.50. und Remagen entgleist. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Aufräumungsarbeiten an der Unfallst^lle werden bald beendet sein. Verletzungen von Personen sind nicht vorgekommen. — Bei St. Louis (Nordamerika) entgleiste ein Eisenbahnzug; 31 Personen wurden verletzt, darunter mehrere tätlich. * Unterschlagungen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft beim Landgericht I zu Berlin wurde die Bankfirma Ehren berg & Co., G. m. b. H., deren Hauptinhaber ein Herr Ellerholz in Steglitz ist, geschlossen. Der Grund ist in einer Anzeige zu suchen, daß Depots unterschlagen seien. Die Firma ist vor 12 Jahren von dem Konsul Ehrenberg auf sehr solider Basis gegründet worden. Die Unterbilanz der Bankfirma wird auf 500 000 Mark beziffert. — Der Kanzlei-Offizial der Kunstgewerbeschule des Museums für Kunst und Industrie in Wien, Franz Draschtik, ist nach Unterschlagung von 26 400' Kronen Staatsgeldern flüchtig geworden. * Prinzessin Luise von Koburg. Der Vertreter der ,Neuen Fr. Pr." berichtet, daß er von der Prinzessin Luise ermächtigt worden sei, die Nachricht zu dementieren, wonach sie mit der Abfassung ihrer Memoiren beschäftigt sei. Es sei auch unrichtig, daß die Prinzessin in Lindenhof ein Tagebuch geführt habe. Sie habe dort nicht einmal frei über Feder und Papier verfügen können, sondern erst jedesmal bitten müssen, solches zu erhalten. Sie bedauert die Ausführungen in der Presse, welche ihr mehr schaden als nützen können. (Die Preffe hat keineswegs den Beruf, dieser hohen Dame zu „nützen", an deren Lebensführung trotz aller Weißwaschungsversuche und trotz aller galanten Bemühungen des Herrn Dr. Südekum und ähnlicher Leute von zweifelhafter „Humanität" so viel Makel klebt. Die hohe Frau versteht es nebst ihren vielen Freunden ganz außerordentlich gut, für sich Stimmung zu machen. Auch dieses „Dementi" scheint uns der Ueberprüfung bedürftig. D. Red. d. Gieß. Anz.) Der Anwalt Dr. Stimmer ist aus Paris in Wien eingetroffen mit der Antwort der Prinzessin auf die Vorschläge des Prinzen Philipp. Man glaubt, daß nach der Rückkehr Dr. Stimmers nach Paris, die nächste Woche erfolgen soll, die Angelegenheit geregelt werden wird. Das Wiener Hofmarschallamt zeigt sich der Einsetzung einer ärztlichen Kommission zur Untersuchung des gegenwärtigen Geisteszustandes der Prinzessin geneigt. Es billigt auch, daß die Untersuchung in Paris stattfindet. Man glaubt, die Kommission werde aus 3 Aerzten bestehen. — Wie Brüsseler Blätter berichten, werde König Leopold unter keinen Umständen in dem Konflikt der Prinzessin Luise mit ihrem Gemahl intervenieren. Er gebe zwar zu, daß Prinz Philipp seine Gattin schlecht behandelt habe, dies könne aber nicht das Betragen der Prinzessin entschuldigen. (Sehr richtig! Man sieht also, daß der König der Belgier für die moralischen „Eigenheiten* anderer ein ganz richtiges Empfinden hat. D. R.) . 28.90 90.25 . 119.95 . 10510 . 212 00 . 193.10 . 142.20 . 156.06 . 161.5t . 140 50 . 18.3t . 189.06 . 251.80 . 209.76 . 217.10 . . 101.80 . . 89.75 . . 101.45 . . 89.60 . . 99.90 . . 98.70 NB. Während der Wiutermvnate beginnt der Morgeu- gottesdienst am Sabbath um 9 Uhr. Äcrtchlssaal. fc. Wiesbaden , 29. Sept. (Trahtbericht.) Tie Natur- heilkuudrge ^Frl. Gertrud Schmidt, eine Mujorstochtcr, wurde heute vom Schwurgericht von der Anklage des Ktndesmvrdes freigesprochen, wegen Verbrechen wider das keimende Leben dagegen zu IV2 Jahre Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust 'verurteilt. _ Wegen Beihilfe erhielten , der Kaufmann Wilsener 8, der Glaser Viemauu aus Köln 6 und die Verkäuferin Pelz aus Mainz 9 Monate Gefängnis. — Bei der Obstverstcigeruug an der Kreisstraße Lollar—Sichertshausen hatte sich eine große Anzahl Kauflustiger eingefunden. Es sind für Wirtschaftsäpfel 3.50 Mk., für Tafeläpfel 6.50 Mk. pro Ztr. durchschnittlich am Baume bezahlt worden. Der Gesamterlös an dieser Straße betragt nahezu 650 Mk. ** Fechtverband Gießen-Lahr. Am Samstag abend feiert der Verein im Cafß Leib sein 20 jähriges Stiftungsfest. Die bis jetzt getroffenen Veranstaltungen versprechen einen recht genußreichen Abend. Der Maschinenbauer-Gesangverein hat seine Mitwirkung zugesagt, ferner hat dazu der Erste Gießener Stemm- und Ringklub lebende Bilder und Pyramidenstellungen neu eingeübt, um den Bewuchern seine Leistungsfähigkeit zu zeigen. Der Fechtverband will nach besten Kräften dem Feste einen würdigen Verlauf sichern. Es wird kein Eintrittsgeld erhoben werden, damit weitesten Kreffen die Teilnahme erleichtert wird. Am nächsten Sonntag soll ein gemeinschaftlicher Ausflug nach Textors 'Terrasse stattfinden. -1- Treis a. d. Lumda, 28. Sept. Bei der Ge- meinderatSwah'l wurden neu gewählt: 1. Joh. Heinrich Nickel II. mit 81 Stimmen, 2. Wilh. Dappn mit 72 Stimmen, 3. PH. Amend III. mit 56 Stimmen. X Gründ erg, 28. Sept. Heute fand hier die Neu- wahl von drei Gemeinderatsmitgliedern statt. Die Wahlbeteiligung war infolge der reichlich entfalteten Agitation eine sehr rege, machten doch von 382 Wahtberechtigttn 223 Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Von den 9 aufgestellten Kandidaten wurden folgende Herren gewählt: Kaspar Ranft mit 143 Stimmen, H. K. Zimmer mit 142 Stimmen und Forstmeister Schneider mit 98 Stimmen. Wie verlautet, hat jedoch der letztere die Annahme der Wahl abgelehnt, so daß eventuell noch eine Neuwahl erforderlich wird. bf. Friedberg, 29. Sept. (Drahtbericht.) Die Obstausstellung wurde heute vormittag 11 Uhr durch KreiSrat F ey im Beisein des Provinzialdirektors Dr. B r e i d e rt aus Gießen und des Oekonomierats Dr. Müller aus Darmstadt eröffnet. g. Büdingen, 28. Sept. Heute vormittag fand durch den Vorsitzenden Kreisamtmann Dr. Bernbeck die Eröffnung der Obstausstellung im Hotel Fürstenhof statt. Es waren u. «.anwesend Provinzialdirektor Dr. Breid ert- Gießen, Geh. Negierungsrat Schönfeld - Schotten und Dr. v. Peter-Friedberg. Der Vorsitzende des oberhessischen Obstbauoereins Gras Oriola war leider verhindert. Äe Ausstellung ist von über 100 Ausstellern aus den Kreisen Büdingen und Schotten beschickt. Man fft von der Vollkommenheit und Reichhaltigkeit der ausgestellten Früchte überrascht. Darmstadt, 28. Sept. S. K. H. der Groß Herzog empfingen am 28. September u. a. den Forstaffistenten Gross von Ortenberg und den Proseffor Dr. Brauns, Rektor der Landes-Universität Gießen. z. Armsheim, Rheinhessen, 28. Sept. Bei dem um drei Uhr fälligen Zuge Mainz—Alzey versah die Frau des Bahnwärters Maurer in Vertretung ihres Mannes dessen Dienst. Als sie die gegenüberliegende Barriere schließen wollte, kam der Zug in großer Geschwindigkeit heran. Die Frau wollte rasch auf ihren Posten zurückkehren. Die Lokomotive erfaßte sie aber und schnitt den Körper mitten durch. Die beiden Teile lagen ungefähr 20 Meter von einander. Die Verunglückte war Mutter von 5 Kindern, welche noch nicht erwachsen sind. Homburg, 28. Sept. Die vor ein paar Tagen erfolgte Ankunft des Freiherrn v. Mirbach in Homburg gibt Anlaß zu der Hoffnung, daß die EbbinghauSsche Schenkungs- angelegenheit nunmehr zur befiiedigenden Erledigung komme. Der nach Düsseldorf versetzte vormalige Landrat Ebbinghaus hat vor mehreren Wochen auf eine Anfrage des ■ protestantischen Kirchenvorstandes die Mitteilung hierher ergehen lassen, daß er schon vor Jahresfrist die von ihm zum Bau unserer Erlöserkirche geschenkten 2 5 000 Mk. dem Freiherrn v. Mirbach zur Ablieferung behändigt j habe. Infolge dieser Mitteilung beauftragte der Kirchen- < vorstand seinen Vorsitzenden, eine briefliche Anfrage nach ! dem Verbleiben dieser Summe an Freiherrn v. Mirbach ' zu richten. Die Ablieferung dieses ansehnlichen Kapitals ist < zwar bis zur Stunde noch nicht erfolgt; doch wird » die Sache jetzt hoffentlich ins Reine kommen. (Frks. Z.) (*) Herborn, 28. Sept. Namens des Hilfsausschusses teilt uns Bürgermeister Birkendahl mit, daß durch die bisher eingegangenen Gaben der dringendsten Not gesteuert^ werden kann. Infolgedessen hat der Hilfsausschuß beschlossen, ' die Sammlungen zu schließen. Allen Gebern sei herz- 1 lichster Dank gesagt. j 4°tf Untrar. Goldrento . Italien. Rente . . 4‘Portupios^r , . '‘ortu^ceen. . . . 1 ?<> C. Türken . . Türken lose .... 4"/q Urieoh. Monopol.-Anl. 41/, % ttnSBerti Arpontinor . . Neueste Meldnuqeu. Orrgrnaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeiger.s , „ 29- Sept. Von Frau Lilly Braun, die Tochter des verstorbenen Generals v. Kretschmann, erhält das .Bert. Tagebl. nachstehende Zuschrift: „Aus Ihrem Bericht über den am 26. ds. m Mainz verhandelten Prozeß über die Knegsbrrefe menies Vaters ergibt sich, daß der Staatsanwalt sowohl gegen meinen Vater wegen seinen Darstellungen der Torgange in Sens, wie gegen mich wegen der Herausgabe. der Knegsbriefe Vorwürfe erhoben hat, die sich das Sun' Teil in der Begründung seines Urteils zu eigen machte. Ich werde, um das Andenken meines Vaters' zu schützen, demnächst ausführlich darstkllen, welche Tatsachen, meinen Vater zu seinen Mitteilungen veranlaßt haben Es wird sich erweisen, daß alle Vorgänge sich mit geringfügigen Modifikationen so abgespielt haben, wie mein Vater sie erzählt, und daß in Sens und unter den diesen Ort später passierenden Truppenteilen die — allerdings irrige — Anschauung verbreitet wiwde, diese Handlungen fielen den Hessen zur Last, während sie in Wahrheit einem anderen Kontingent zuzurechnen sind. Gleichzeitig stelle ich fest, daß die Behauptung des Staatsanwalts, wonach ich im Widerspruch mit dem Willen meines Vater die Kriegsbriefe veröffentlicht haben soll, längst widerlegt ist. Die im Geheimfach meines Vaters befindlichen Papiere hat meine Mutter verbrannt. Die Kriegsbriefe haben sich nicht darin befunden, sondern sind von meiner Mutter, an die sie gerichtet waren, dem Willen meines Vaters gemäß aufbewahrt worden. Kiel, 29. Sept. Gestern nacht wurde die bis dahin in der Nikolai-Kirche beigesetzte Leiche des jüngst verstorbenen Sohnes des Prinzen Heinrich nach Hemmelmark überführt und in dem nett erbauten Mausoleum beigesetzt^ Dresden, 29. Sept. Das Befinden des Königs von Sachsen hat sich weiter verschlimmert. Insbesondere hat der Krafteverfall zugenommen. Schweinfurt, 29. Sept. In Eiselberg bei Ebern wurde der Gutsbesitzer Fr. Zier mit durchschnittenem Halse im Bett aufgefunden. Als der Tat dringend verdächtig wurde die Frau des Ermordeten in Haft genommen. Metz, 29. Sept. Heute sprang der Hoboist Stahl vom 174. Infanterie-Regiment mit seiner Geliebten, einer verheirateten Kellnerin, von der Georgenbrücke in die Mosel. Der Hoboist wurde von einem Vorübergehenden, welcher nachsprang, gerettet. Die Kellnerin ist ertrunken. Wien, 29. Sept. Die Prinzessin Luise von Koburg hat in die von dem Wiener Anwälte vorgeschlagenen Ausgleichsbedingungen eingewilligt. Petersburg, 29. Sept. Nach einer amtlichen Meldung sind in Saratow vom 17.—27. September neun Personen an der Cholera erkrankt, von denen drei gestorben sind. Im Transkaspigebiet und Baku nahm die Cholera in der vorigen Woche zu. In Baku sind seit dem Auftreten der Cholera 67 Personen erkrankt und 38 gestorben. Kandel und WerKeyr. Wolkswirt schäft. 150 Millionen Mark Verzinsliche Schatzan- weisnngen sind soeben von Deutschland und Preußen ausgegeben worden. Die Verzinfima ist eine 3^/,^ige mit vierteljähriger Lmfffilst; die letztere kann jedoch nach zwei Jahren gekündigt werden. Von dem ausaegebenen Betrag erhält das Reich 80 Mill. Mk. und Preußen 70 Mill. Mk. Der Gesamtbetrag wurde vom Preußenkonsortnnn inkl. der Seehandlrmg, zum §knrse von 997//0 lest übernommen, Eine Subrkription findet, wie wir hören, nicht statt und hat die Abnahme der Schatzanweisungen im Lause des Monats Oktober zu erfolgen. Die © tu cf e lauten aus 1000—50,000 Mk. Die Anmeldimgen zur Uebernahme der Schatzanweisungen waren überaus bedeutend, sodaß nicht allen Ansprüchen genügt werden konnte. Minister Möller und das Kohlensyndikat. T«r Mrstand und Aurssichtsrat des Kohkensyndikats hat an den Mi-' nifter Maller einen Briei geschrieben, in dem der Wunsch ansl- gesprochen wird, mit llM in Nnterhcmd'limgSn wegen Beitritt des Fiskus zum Syndikat zu treten; er nröge Kit imt> Ott hierfür bestimmen. Bis jetzt ist darauf fehtfc Antwort erfolgt. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 29< Sept. (Telegr. Orig.-Bericht -des „Gieß. Anz.".) Amtllche Notterimgen der heutigen V i e b m a r k t° preise. Zum Verkaufe standen: 29 Ochsen, 9 aus Oesterreich, 00 Dullen, 00 aus Oesterreich, 58 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 72—75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 00—00 Mk.; Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 69—71 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk., 3. Qual. 56—58 Mk., 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberftanb unbedeutend. Dre Tanzkunst Miß Isadora Duncan's vor Gericht. II. S. u. H. Nürnberg, 28. Sept. Unter großem ^lndrange des Publikums fand heute vormittag vor dem hiesigen Schöffengericht die Verhandlung in der PrivElagssache der amerikanischen Tanzkünstlerin Miß Isadora Drmcan gegen den früheren Redakteur der „Fränk. Tagespost" Eberhardt und den Redakteur Gärtner aus' Nürnberg statt. Nacl!^ kurzer Verhandlung kam der Vergleich auf nachfolgender Grundlage , zustande: 1) Gärtner erllärt, daß er zwar sich an der Verbreitung des in allen Teilen unwahren Gerüchts, daß Miß Tuncan in einen Nürnberger Kuppeleiprozeß verwickelt gewesen sei, beteiligt hat, daß er aber hierzu nur durch vmr dritter Seite ihm gewordenen Mitteilungen veranlaßt worden ist. 2) Eberhardt erklärt, daß das von ihm weitergetragene Gerücht durch ein bedauerliches Hörversehen dadurch veranlaßt wurde, daß er in dem erwähnten Kuppeleiprozeß den englischen Namen einer darin verwickelten Barfußtänzerin irrtümlich als den der Miß Duncan verstanden hat. 3). Beide Beklagte bedauern lebhaft, an der Verbreitung jenes' unwahren Gerüchtes' sich beteiligt und hierdurch Miß Isadora Tuncan grundlos beleidigt zu haben. 4) Sie gestatten gleichzeitig, daß diese ihre Erklärung je einmal auf ihre Kosten veröffentlicht wird, desgleichen tragen sie gemeinsam alle der Miß Tuncan erwachsenen Anwalts- und Gerichtskosten. Darauf zog Rechtsanwalt Friedmann b*r tr*.* br*r M'ß zurück. Wladiwostok, 29. Sept. Nach einem in den letztessk Tagen aus Port Arthur ein getroffenen Bericht sind zwei japanischse Torpedoboote und ein japa,- nischer Dampfer auf Minen aufgelaufen unH' gesunken. Ferner wurde ein Kreuzer schwer b'eis' ch ä d i g t. Zwei russischen Schiffen gelang es nach heftigem Kampfe, sich zweier japanischer Torpedoboote zu bemächckigen, welche bamit beschäftigt waren, am Eingänge deZ Hafens Minen zu legen. Die Torpedoboote' unternehmen täglich Ausfahrten aus' Port Arthur. In. Dalny und Talienwmn sind die Spitäler mit Verwundeten! angefüllt. Paris, 29. Sept. Nach einer Meldung aus Petersburg' bestätigt ente Depesche Alexejews an den Zaren, daß die a u A Frankreich bezogenen schweren Geschütze in Port' Arthur unbrauchbar geworden sind. Die Besatzung, die besonders bei den Ausiällen am 24. und 25. September hart mttgenommen wurde, besteht nock» aus 12000 Mann kampffähigen Truppen. Tas Fort P ist im Besitz ttaner. Dagegen gilt das auf einem steilen Mhang errichtete wett tottbttirrc Kreuzfort aßr uneinnehmbar. — Otoferat Ku ro ki läßt wider Kuropatkins Ca'wart.en die zerstörte Daitseb'v- Brücke bei Liaujang nicht wieder lstrswllen, obschotr sie für den lapamscheu^ gruppen trän spott wichtig ist. Man sckftü'ßt daraus, daß Kuroki immer noch einen Offensivmarsch KurorAttkins gegeir Lrauiang erwartet, den brückenlosm Fluß als natürlichen Schutz, betrachtet und in Liaujang für alle Fälle eine sehr starke Garmson zurücklleß. Ver*,nischte»4 * Eisenbahnunfälle,. In der Station Hochstadt- Ma rktzeu la (Bayern) stießen nachts ein Personenzug und ein Rangierzug zusanmien. Drei Wagen ivurden total zertrümmert. Sieben Reisende wurden leicht verletzt und ein Wagenwärter getütet. — Amtlich wird gemeldet: Der um 9 Uhr 30 Min. von Köln nach Frankfurt a. M. abgehende Schnellzug Nr. 108 ist zwischen Oberwinter Giestetter lnndwirffchaftticher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Heffen für Freitag, den 30. September: Zeitweise aufheitemd, nur noch stellenweise geringe Regenfälle, Temperattrr wenig verändert. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten, israelitische Rcligionsgemeinde. Hotlesdienst in der Synagoge (Südankage). Samstag den 1. und Sonntag den 2. O k t 0 b e r 1904. Mäusburg 10. vermieten. 2 Zimmer von der Sudan-Pionicr-Missioo. 05614 6 tu tritt fret Eintritt frei. Heinrich Sack, 19 MilrWlÄ 19. Empfehle mein großes 7232 Hause 7597 Schau hin vermieten. Kreuzplatz L ver- >urgr 12. Bahnhofstraße 61. 7247 finden Beschäftigung. 7509 6785 itiictiuliidje (Offene StellfII II Ccuncnytragc 6. Telephon 235. Neb erziehen und Reparaturen 7549) 2 Familien log iS zu mieten. Mäusbura 7303) Schone sreunül. Drei- zrmvrcrwohuuug, 2 Trepp, hoch, abgeschl. Korridor, Bleichplatz:c. an ruhige Leute zu Dcrnucten. Wetzlleinstraße 44 jÄmb f^rSte, -o____a____ftü^el. Hauser rc. Preisbuch gratis. [hv7/t ? kslügelpnrk r. 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Dieser Mitgliedsbeitrag wird bei Entnahme eines Abonnements voll in Anrechnung gebracht. Högel werden ansgestopft. 05299 I. Gelzenleuchter, Schulstr. 11. Hb-s Stadt und UniverüMt (Bfidicr. QnfidifAn, PortraUs von Prolefloren, ?f«i'l<»ntfrdip Korpo- rationsbllaer, nUe StammbOclier etc.) kauft «m<< -rhlft-f Angebote 3. Rldter’&lie Unlo.-Biidihnndlung, Stehen. Junger Mann ^7 Büchern für abends gejucht. 9täh. in der Expedition d. Bl. [7618 liitzUr Wckknecht kann alsbald eintreien. 7541 Frankfurter Straße 151. flÄunJ BköckMiWiig mit Ofen imb Brause, ein Bett mit breiteiliger Roßhaarmatratze^ (Ääschrank, eichene Wasch- und Badebütte, Hängelampen, zwei Dorfensler und sonstiges Hausgerät umzugshalber zu verkaufen 05618) Süd-Anlage 21, UI. Bon morgens 9 — 1 Uhr anzusehen. 05625| 2 möblierteimmer zu verm. Marktplatz 17, III. Sarg-Magazin bei vortornnrenden SlerbefLüerr. Dasselbe enthält eichen polierte Särge und tannen lackierte m hell und dunkel in jeder Preislage. 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