Nr. 202 Zweites Matt 154. Jahrgang Erscheint tLglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gtetzener Zamillenblätter- werden dem ^Anzeiger Dtennol wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. _ Ä.W " " . Montai, SS. August r»«4 A xA AA AK. A Ä Ah» A AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich« ■ | TW WH || UniversitLtSdruckerei. R. Lange, Gieß«. lyiVyvHV* KIljvllJvl General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Volltische Wochenschau. Der alljährlich wiederkehrende deutsche Katholikentag hatte sich diesmal in Regensburg versammelt. Seit langem srnd auf diesen Tagen die allgenrein religiösen Fragen von den politischen in den Hintergrund gedrängt worden, so daß diese Versammlungen immer mehr frii interessanten Paraden der Zentrumspartei geworden sind, deren wesentliches Merkmal ein rein äußerer Glanz ist. Bon Kritik und Urteil der dort in buntem Gemisch versammelten Massen, von mehr oder weniger lebhaftem Meinungsaustausch, wie man das sonst bei großen Versammlungen gewöhnt ist, findet man dort kaum etwas. Kritiklos wird den sich in glatten Geleisen bewegenden Rednern abwechselnd donnernder oder tosender Beifall gezollt, während zum Schluß die Resolutionen dutzendweis einstimmig ^ur Annahme gelangen. Kein Hirt und eine Herde war das Zeichen, unter dem die Parade in Regensburg auch heuer wieder von statten ging. Auffallend ist das Machtgefühl, das alle Zenttumsanhänger erfüllt. Neue Nahrung wird jetzt dieses noch aus der Tatsache gewonnen haben, daß zum erstenmal seit dem Bestehen der Katholikentage der Kaiser persönlich für das übliche Huldigungstelegramm dankte, während er dies sonst seinem Adlatus Lucanus stets überließ. Das Zentrum ist, das bestätigte auch am letzten Samstag die offiziöse „N. A. Ztg." durch einen sich hoch- befinedigt über den Ausgang des Katholikentages äußernden Artikel, heute eben mehr Trumpf als jemals. Dementsprechend waren denn auch die Forderungen bemesseir, die von den Hauptrednern, den Doktoren Scyädler, Porsch und Groeber gestellt wurden. Ganz unverblümt wurden die schon öfter angedeuteten Wünsche, die Schule in völlige Abhängigkeit von der Kirche zu bringen, ausgesprochen, neu war dagegen, daß uian auch für die Universitäten dieses Ziel erstrebe. Wahrlich eine erhebende Perspektive für die Zukunft! Unter dem Beifallsklatschen der Versammlung wurde dann der Liberalismus mit der Wurzel ausgerottet und die moderne Kunst und Literatur in Grund und Boden verdammt, wobei eine baldige Wieder- einbringmrg der lex Heinze in lockende Aussicht gestellt wurde. Die katholische Kirche aber erschien als das verfolgte Opferlamnr. So uralte man in krasser Höllen- breughel-Manier das drohende Gespenst eines neuen Kulter- kampses an die Wand. Den in letzter Zeit errungenen Erfolgen, man denke nur an die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes, reiht sich dieser neueste Triumph des Zentrums in Regensburg würdig an. Trotzdem das Gefecht bei Waterberg mit einem Siege der deutschen Waffen geendet hatte, ist es dev Hauptmasse der Her-ero gelungen, in kleinen Abteilungen zu entkommen. Höchst wahrscheinlich wird man von jetzt ab damit zu rechnen haben, daß sie, um einer abernraligen Einkreisnirg zu entgehen sich in zahlreiche kleine Trupps auflösen und zu der Taktik des Guerillakrieges übergehen werden. Für die deutschen Truppen würde das eine Fortsetzung, weirn nicht gar Steigerung der bisherigen blutt- gen Kämpfe und schweren Strapazen in dem bäum- und wasserlosen Lande bedeuten. Nach einer Meldung des ,Mrl. Lok-Anz." kehrt der handja kehrt der Generalstabschef Oberstleutnant von Beaulieu wegen eines Herzleidens nach Deutschland zurück. Der Major des Generalstabes Quade übernahm in Owikokorero bereits seine Geschäfte. Genau wie in Dresden hat auch auf dem internalen sozialistischen Parteitag in Amsterdam der Oberregisseur der deutschen sozialdemokratischen Partei August Bebel einen Sieg über die abtrünnigen Revisionisten , erfochten und genau wie in Dresden war es auch hier ein Phyrrhussieg. Die spannendste Episode war das Rededuell zwischen dem radikalen Deutschen Bebel und dem revisionistischen Franzosen Jiaurös, in welchem aller- lei merkwürdige Dinge zutage gefördert wurden. Nachdem Jaurös den deutscher: Sozialdemokraten politische Ohn- macht vorgeworfen hatte, da sie ttotz ihres 3 Millionen- sieges keine greifbaren Erfolge aufzuweiseu hätten, verteidigte Bebel die Monarchie gegenüber der bürgerlichen Republik und versicherte gleichzeitig, daß man in Deutschland 7—8 Millionen Stimmen hinter sich haben müsse, um etwas Entscheidendes unternehmen zu können. Habe man aber erst eirrmal diese Zahl erreicht, darin, aber auch nur erst dann würde sich die Partei in ihrer ganzen Glorie zeigen. Nach dem geringen Glück, das Herr Bebel bis jetzt mit dem Prophezeien gehabt hat wie erinnerlich hatte er den „großen Kladderadatsch" für das Ende der neunziger Jahhre des vorigen Jahrhunderts vorhergesagt — darf man auch auf diese seine neueste Weissagung nicht zu große Hoffnungen setzen. Ganz der alte unversöhnliche Bebel war er, als er für das! Deutsche Reich ein „Sedan" herbeiwünschte, auf welchen Zusammenbruch, dann notwendigerweise der Zukunfistaat folgen müsse. Biele haben sich ob dieses Kraft- ausdruttes furchtbar enttüstet und Bebel als einen Erbärmlichen mit) Hochverräter hingestellt. Wir meinen, derartig extravagantem Wortschwall besondere Bedeutung beizumessen, hieße dem ungeheuren Selbstgefühl greiser Brauseköpfe hochwillkommene Nahrung geben. Ebenso hat die Pern er s tor ffer-Af färe leider auch manches, liberale Blatt ganz unnötig in Harnisch gebracht. Nach dem überheblichen, das Reick) und seinen Kanzler in heraus strdcrndster Weise bekrittelnden, einem Gesichtsschlage gleichen Briefe des östpeichischen Sozialdemokraten, war es einfach ein Gebot des Taktes für die iltegierung ledes deutschen Bundesstaates, alles öffentliche Reden dieses Ausländers innerhalb der deutschen Greirzen zu verhindern. Selbst der soKialiftenfrermdttche Herr v. Ger lach gibt irr seiner „Beck Ztg" zu: "Inn BBeßlich darf man von einem kleineren deutschen Staat, ter ,m Bundesrat nut dem übermäckürgen Einfluß Preußens zu 1,1. n (juit, nicht verlangen, daß e.r Jo handelt, als ivenn < r iib c'MUpl auf niemand in der 2BeÜ Rücksicht zu nehmen hätte. Wenn die badische Regierung es passtmd sand, dem Manne das Wort zu geben zur Beschmutzung unseres Nestes, so ist das ein Standpunkt, der Verwunderung und Unwillen Hervorrufen muß. Das ganze Interesse auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz dreht sich gegenwärtig um das Schicksal Port Arthurs, dessen Fall nach der Ver> sprengung und teilweisen Vernichtung der aus dem Hafen der Festung ausgebrochenen Flotte durch die Japaner nur noch eine Frage der Zeit sein kann. Ein Londoner Blatt meldete am letzten Samstag abend, daß nach einer privaten, „jedoch glaubwürdigen" Nachricht die Japaner durch die Etzeshanforts in Port Arthur ein* dr angen; der Fall der Festung sei somit besiegelt. Die Japaner zögerten jedoch, irgend etwas Offizielles bekanntzugeben, bevor der Kumpf vollständig entschieden sei. Die japanische Gesandtschaft in London hat aber noch keine Bestätigung dieser Meldung über den Fall Port Arthurs erhalten, und so dürfen wir sie denn wohl zu den berüchtigten erdichteten Dschungelnmeldungen zählen. 9 Von einer Flotte im eigenllichen Sinne werden die Russen in den ostasiatischen Gewässern bald n i ch t m e h r reden können. Ihr bisheriges Mißgeschick zur See scheint chnen noch eine Weile treu bleiben zu wollen. Man überlege nur: „Zessarewttsch" und nod) drei Torpedofahrzeuge desarmiert im Hasen von Tsingtau. Der „Burnij" in der Nähe von Weiheiwei gestrandet, der „Ret- schitelny" aus dem Hafen von Tschifu weggenommen, „As- kold" und „Grosowoi" ün Hafen von Shanghai ebenfalls desarmiert, nachdem sie auf Befehl des Zaren die Flaggen niedergeholt hatten, lieber das Schicksal der „Diana" ist man noch im unklaren, doch soll sie nach Saigon entkommen sein. Der „Rupil" am 14. August an der Ost- küfte von Korea gesunken, der „Nowik" am 21. August an der Südküste der Insel Sachalin nach der Beschießung KorzakowS auf Strand gesetzt, und endltch der „Otwashni", der am 18. August sank. Das sind zusammen ein rundes Dutzend Kriegsschiffe bezüglia) Torpedoboote, die entweder zugrunde gegangen oder in neutralen Häfen eingesperrt, ein für allemal für die vtujsen verloren find. Die vorläufige maritime lieberlegerlheit der Japaner ist damit her gestellt. PoMische Tagesschau. Präsident Sreija m Berlm. Man schreibt uns aus der vceichshanptstadt: Mit Sorgfalt war die Latsache verheimlicht worden, daß Präszdeul Stenn, der einstige Führer der Buren von Oranje, vor seiner Rückiehr in die lang.ntochrte Heimat der deutschen Reichshauptstadt noch einen Besuch machen Mrde. Die Rücksicht auf fernen GesuudheiLszuüano mu^re Liefe Zurückhaltung als geboten erjcheinen lassen. ?2Un Freckag abend traf er von Scheoeningen aus dem Bahnhof orudrichönraüL ein, empfangen von dem Geschäftsführer des Alldeutsehen Verbandes, Herrn Geiser und seiner Gatrm, die der Frau des Staatsmannes einen Strauß blühender Rosen überreichte. Mit den Eltern trafen auch die beiden Töchter ein, frische Rüsche Mädchen im Alter von eckva 14 und lö Jahren. Steijn schritt langsam und etwas schwerfMig dahin; die Krankheit, die jahrelang seinen Körper dura>wühU hatte, hat tiefe Spuren zurückgelafsen, besonders die Gebrauä)sfähigkeit seiner Arme feinemt immer noch eingeschränkt zu sein. Sein dunkler Bart iü nur wenig ergraut, die Augen sind von einer dunklen Brille bedeckt. Zwei Wagen.fühtten den Staatsrnann und die ©einigen zum Westminster-äwtel, wo auf Verantasfung der Ortsgruppe Berlin des Alldeutschen Verbandes sich eine Anzahl von Burenfreunden, namentlich aus den Kreisen des Verbandes und des einstigen Buren-Hilfsbundes und des Fraueu-Hllssbuiides, eingefunden hatten. Schriftsteller Fritz Bley hielt eine begeistette Ansprache, in der er an den Besuch der Generale erinnerte und dem Präsidenten zurjef, daß, tuenn heute die Fenster geöffnet würden und Berlin vernehme, daß er hier sei, ihn derselbe Jubel begrüßen würde, wie die anderen Helden des Kampfes. Präsident Steijn, der die Rede im Sessel sitzend angehört hatte, erhob sich und sagte etwa folgendes: Leider kenne er die deutsche Sprache nicht genug, um so zu antworten, wie sein Herz ihn triebe. Aber er kenne doch zwei schöne deutsche Wotte: Herzlichen Dank. „Ich kann nur herzlich danken für das Wlllkommen, das mir Zuteil geworden ist. Herzlichkeit und Gemütliä)-keck haben mich überall empfangen, wohin ich in Deutschland kam. Immer habe ich mich darauf gefreut, Ihre schöne Hauptstadt einmal zu sehen, von der man sagt, daß sie die schönste Hauptstadt der Welt sei. Es ist mir eine große Freude, daß ich meinen Landsleuten und den Deutschen in meiner Heimat einmal sagen kann, daß ich Gast gewesen bin in Ihrer sck)önen Stadt. .Herzlichen Dank nochmals Ihnen allen." Die Anwesenden wurden hierauf von Herrn Geiser dem Präsidenten und seiner Gemahlin einzeln vorgestelll, der für jeden ein liebenswürdiges Wort hatte. Nach einer Viertelstunde zog. .er sich in seine Gemächer zurück. Der immerhin noch leidende Zustand deö Präsidenten hindert ihn, an irgend welchen Festlichkeiten teilzunehmen oder eine größere Anzahl von Besuchen zu empfangen. * Vom Berechtiguugswesen. Die „Köln. Ztg." schreibt: Im Königreich Preußen ist die anerkannte Gleichwertigkett der Ober realschulen, Realgymnasien und Gymnasien fast bis zur Gleichberechtigung durchgeführt, mögen nun die Gymnasien und Realgymnasien Iieformaustalten ein oder nicht. .Einer iltachprüfung im Griechischen haben sich die Wtturienten .der Realgymnäsien und Dbcrrcalfdiulen vor der Zulassung zum Studium der Theologie und zum wissenschaftlichen Bibliocheküdienst einer solchen^im Lateinischen die Ober- realsckMler vor der Zulasswtg zum Studium der Medizin und Zahnheilkunde, sowie zur Apothelerlaufbahn zu unterziehen. Nur drei Staaten, nämlich Anhcllt, Schwarzburg-Sonderühausen und Waldeck, sind dem Vorgänge Preußens gefolgt, nührend alle übrigen Staaten nur noch mit Preußen übereinstimmen inbezug auf M Studium der TverHeilkunde, die Post und Telegraphie, aus den Eintritt als Fälpuich ins ixet und als Kadett in die Rllrrme, sowie aus ben Schiffbau und das Marinebaufach. Ferner ist brn 9(biturienten der Realgymnasien ohne Nachprüfung im Griechischen das Lehrfacki in ben neueren Sprachen, in der Mathematik und in ben NatuvnEmsckpsten, sowie der ßnntiüt in brt$ Forst-, Staatsbau- und Rlaifchinncfach in alten deutschen Staaten, bas Bevgfack> in allen, mrt Ausnahme von Bowen, eröffnet. Zn dem Lehrfach in der allen Philologie und Geschützte werben sie nur in elf Staaten mü> zum Studium der RectstS' Wissenschaft nur in fünf Staaten zugclasscn. Eine nxit größere Vevsckste den beit ist dann aber in Beziehung auf die Abiturienten der Oberrealschuleu vorhanden. Ihnes ist noch verschlossen bas Lehrfach in Mathematik und Naturwissen- fdjtiften in acht Staaten, das Forstsach in zehn Staaten (Bayern, Sachsen, Wütttemberg, Baden, Hessen. Sachsen-Weimar, Mech- lenburg--Sttelitz, Sachsen-Ac-einingeu, Sachsen-Altenburg, Schwar-- burg-Rudolstadt), das Bergsach in neun Staaten, das Staatsbau-- fach und Maschinenbaufach ebenfalls in elf Staaten. Eröffnet ist ihnen das Lehramt der neueren Sprachen in elf Staaten, das Lehramt in der alten Philologie und Geschichte ebenfalls tu elf Staaten, und endlich das Studium der Rechtswissenschaft nur in vier Staaten. .Das ungleiche Verhalten der deutschLu Bundesstaaten bei der Regelung des Berechtigungswesens wird von Jahr zu Jahr unerfreulichere Wirkungen zeitigen. .Lassen sich doch schon jetzt Oberrealschulabiturienten anderer Staaten in Preußen naturalisieren, damit sie zum Studium der Rechtswrssenschrft zugelassen «werden.' An außerpreußischen Universitäten kommt es vor, ,daß die eigenen Landestinder, falls sie Oberrealschüler sind, nicht in die juristische Fakultät ausgenommen werden, während dies bei preußischen Oberrealschülern geschieht. Deutsches Keich. Berlin, 28. Ang. Heute mittag fimd im Zeug» Hause die Nagelung und Weihe einer größeren Anzahl neuer Fahnen und Standarten, und die Weihe einiger älterer Fahnen statt. Anwesend waren der Kaiser uni> die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Ettel Friedrich, Prmz Heinrich, Prinzessin Viktoria Luise, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Joachim Albrecht, der Reichs^ kanzler, die Generalobersten v. Hahnke und Gras Schliessen^ der Kriegsminister und die dttekten Vorgesetzten der in Frage kommenden Truppenteile bis zu den Korpskomman-- deuren. Nach der Frühstückstafel im königlichen Schlösse kehrte das Kaiserpaar nachmtttags nach dem Neuen PalarS zurück. — Die „Nordd. Allg. Ztg." dementiert die Bukarester Meldung, wonach der Kaiser etwa Ende Oktober dem Könige von Rumänien einen Besuch abstatten füllte» — Der Kaiser hat für die in S ü d w e st a f r i k a G e - fallen en oder an einer Krankheit Verstorbenen neuerdings ein Gedenkblatt gestiftet, das den Hinterbliebenen durch das Oberkommando der Schutztruppe sofort nach Bekanntwerden des betreffenden Todesfalles zugestellt wird. Das Blatt zeigt den geflügelten Reiter Georg, dessen Linke einen Lorbeerkrarrz auf Fahnen, Pauken, Trommeln, Kürassier-Harnisch und Helm nieder- hält und trägt folgende Inschrift: „Gedenkblatt für . . . (folgt Charge, Name, Geburts- und Sterbetag des Betreffenden). Er starb für Kaiser und Reich. Ehre seinem Andenken". Unten links befindet sich bie Photographie des Gefallenen oder Verstorbenen üt Tropenuniform, und W Füßen des Blattes finden sich die Worte: ^Lntmorsen von Sr. Majestät dem Kaiser und Löuj.g Wilhelm IL Ausgefertigt in Berlin, 15. August 1904, von fetten des Oberkommandos: Ohnesorg, Oberstleutnant". Daneben ist der blaue Tiensrstempel des Dba> Kommandos der Schutztruppe angebracht. Das ganze be* findet sich in einem schwarzen Holzrahmen. Kiel, 27. Aug. Der Kaiser befahl noch aus eia Jahr die dienslliche Verwendung des Prinzen Adalbert auf dem Kreuzer Hertha" in Ostasien. Oldenburg, 28. Aug. Bei der Land^agswahtz wurden durchweg die bisherigen Abgeordneten wiedeD- gewählt, nur in Delmenhorst verlieren die Sozialdemokraten drei Mandate, weil die Liberalen und Bürgerpartei und Landleute sich über alle fünf Mandate verständigten. Eutin, 28. Ang. Zu Abgeordneten für den Oldenburger Land tag wurden im Fürstentum Lübeck gewählt : Die Nationalsozialen Schlossermeister Ham- merich und Lehrer Voß, beide in Enttn, der Volks Partei! er Töpfer Adler-Ahrensböck und der Sozialdemokrat Paul Hug-Bant. Das Fürstentum war bisher agrarisch vertreten. Dortmund, 28. Aug. Tie Handelskammer faßte eine Resolution, wonach die allgememe Verstaatlichung des Bergbaues aus politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen zu verwerfen fei. Dresden, 27. Aug. Neun Mitglieder des Landtags hatten heute bei dem Staatsminisier v. Dietzsch und dem Fünanzminister Rueger eine Audienz wegen Ettrsührung von Notstandstarisen für die Industrie. Die Minister sagten zu, daß die Frage noch einmal erwogen werdew solle. München, 27. Aug. Das Finanzministerium gibt soeben die Grundsätze bekannt, nach denerr die von deut Landtag bewilligten 300 000 Mk. für Grundsteuernach- lasse verteilt werden sollen. Enlpfindlscher Schaden rurd außergewöhnllcher ^Notstand müssen nachgewiesen werden. Der Nachlaß kann sich nur auf bie Grundsteuer, nicht aber auf Kreis- und sonsttge Umlagen beziehen.________' Aus Stadt uad Land. Gießen, den 29. August 1904. * Pers onalnachrtchten. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. August den Oberförster Heinrich Weber zu Diebrwg zum außerordentl. Professor für Forstwissenschaft bei der philosophischen Fakultät der Landcö-Universität mit Wirkung vom 16. August an, imb den Oberlehrer am Gymnasium Fridericianum zu Laudach Professor Friedrich Becker zum Oberlehrer am Gymnasium zu Ben8heim mit Wirkung vom 1. Oktober an zu ernennen. Am 23. August d. M. wurde der Steueraufseheraspirant Heinrich Haberkorn auS Paris mit Wirkung vom 1. September 1904 an zum ^tecrer- aufsehcr ernannt. — S. K. H. der Großl>crzog halben Aller- gnäbi^st geruht, om 24. August ben von dem zu Solnts-Rödvlheirn auf btc evangelische Pfarrftelte zu Ntedee- Wüll stabt präsent retten Pfarrer Otto Ortk zu Btlbcl für diese SieLc, und den von dem Fürsten zli Stoiderg-Wernege- robe auf bie erste evangelische Pfarrstelle zu Gedern präsentierten Psarrverwatter Frudrich Germer bafelbft für diese Stelle zu bestätigen: be,n Pfm rverwolter vemnch Mischl,ch Ge»ei»ve eines Zuchtviehmarkte 8 Einführung S. K. H. der Großherzdg in Darmstadt, den Geheimen j. E.. den Professor Schmitt Provinz Oberhesjen in Butzbach. — Das Baugesuch des Garnisonbauamts Frankfurt a. Dk., betr. am Nebenbau „Sie baden in der Stadtverordnetensitzimg am 18. l. M. laut | •kitungvbn’icbtcn über das Vorgeben der Schuizrnannfckaft bei den Ansammlungen am Neubau des „Darmstädter Hoss" ^Mitteilungen I gemacht und Einsichten geäußert, welche 'vir alü -utressend nicht! anerkennen können. Da wir nicht in der Lage sind, vor dem Forum | der Stadtverordnetenversammlung diesen Behauptungen entgegen I iu treten, dürfen wir wobl die Erwartung auSfprechen, baß ^ie I bui-ft, Wiederbolung derselben in einer an das Grasch. KrciSarnt Darinstadt gerichteten Besdnverde unS Gelegenbeit (leben, eine (hit- scheidung imserer vorgesebtel» Bebörde herbeizusichren. Dr. Kratz"! Darauf hat ^Genoffe^ Cramer wie folgt geantwortet: Darmstadt, den 25. August 1904. An Grosrberzogliches Polizei- amt Darmstadt. „Bezugnehmend aus Ihr Schreiben vom 22. d. Al. gestatte ich mir eraebenst zu erwidern, baß ich mir von einer Beschwerde an Großh. Kreisamt nichts verspreche und deshalb davon absehe. Warum die Stadtverordneten-Verlammlung nicht kompetent sein soll, eine Widerlegung meiner Behauptungen entgegenzunehmen, ist mir unerklärlich. Cs ist allerdings eine bedauerliche Einrichtung, das; die Polizei in Darmstadt nicht unter j der Besehligung des Ctadtoberhauptes steht, nichtsdestoweniger! glaube ich aber, das; die Stadtverordnetenversa,nmlung sehr wohl । das Recht bat, sich über polizeiliche .Angelegenheiten der Stadt zu unterdalten, Mißstände zu rügen und so zur Kenntnis der massgebenden Behörde bringen dari. Ebnso dürste nach meiner Ansicht das Ansehen des Polizeiamt« keineswegs darunter leiden, wenn es Klagen und Beschwerden, die in der Stadtvenordnetenvcrsammlung von einzelnen Mitgliedern vorgebracht werben, würdigte und angeblich unwahre Behauptungen an derselben Stelle widerlegte. Ich sehe also einer Widerlegung meiner Bebauptimgen, die ich voll »md ganz aufrecht erhalte, an dein Ort entgegen, an dem ich sie vorgebracht. Mit aller Hochachtung B a l t h. Cramer.' ZwcisclloS wirb sich datz Großh. Polizciamt mit dieser Antwort bcS Stadtverordneten Cramer nicht zufrieden geben, da sonst die den Schutzleuten gemachten schweren Vorwürfe zwei- und dreiräumigen Wohnungen muß man sich übrigens als solche von einem oder zwei Zimmern und einer Küche vorstellen. Wohnungen von 3 Zimmern und Küche kosten in Gießen etwa 335 Mk. Daß die Preise kleiner Wohnungen hier in Gießen im Steigen begriffen sind, wird von der hzesigen Arbeiterschaft schwer empfunden. Butzbach, 28. Aug. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, bei dem Vorstand des land- Allgemeiuer Deutscher Innung- und Handwerkertag. L (Nachdruck verboten.) Gießen. Darmstadt, en , Genossen Darmstadt Mainz Offenbach SBonnS Gieße« Bingen Friedberg Alzey Darmstadt Mainz Offenbach Worms Gießen Bingen Friedberg Alzey Darmstadt Mainz Dfrenbad) Worms Gieße« Bingen Friedberg Alzey wirtschaftlichen Vereins ein Gesuch einzureichen betreffend ° * * ' * •* - für die Znfanterie-KasernementS wurde genehmigt. — Der Pflegesatz für einguartierte Soldaten wurde pro Mann und Tag auf 1.20 Mk. festgesetzt. — Der ortsübliche Tagelohn wurde wie folgt bestimmt: Für männliche Erwachsene 2.50 Mk., weibliche Erwachsene 1.50 Mk., für männliche jugendliche Arbeiter 1.50 Mk., für weibliche jugendliche Arbeiterinnen 1 Mk. Sebr geehrter Herr Redakteur? Das „Eingesandt" in Nr. 201 Ihres geschätzten Blattes „Ausmarsch des Militärs mit klingendem Spiel in früher Morgenstunde" veranlaßt mich, auf etwa« ähnliches lrinruweisen. Wie bekannt, rucken unsere Feuerwehren zu ihren Hebungen stets mtt Trommeln undPfnfcn und kriegerisckxnn Klang aus. Wie mancher Kranke und Müde, der suv nach dem Abend mit seiner Kühle und Ruhe gesehnt bat, mag schon durch diesen Lärm wieder nnfgeschreckt worden snngerade in dem Augenblick, da der mitleidige Gott des Schlafes rm Begnste war, Schmerzen. Kummer und Sorge aus eme kurze Spanne Bett von ihm zu nehmen! sind wer diesen Uebungen schon zu gesehen hat, wird auch die Beobachtung gemacht haben, daß ourw cn wrtfrin tn.rch di- (Mflcn baUnibcn Stow X S F-u-Ehrmarsch-4 dic Iuq-nL emfi ° £ fie (irmaltt und auf di- Strafe flfjogm tortb s St; SÄrMffitö' »Sgaa? AZ |aut abe- dazu dienen. Kindern, Kranken und 'fon'^iflar «"b »oDItuenbc Rufe d-s abenb» ,u sie reu_____________ ______ von ______ d-n R-chtSanwalt Instizrat Dr. Sutsleisch Zundel und Verkehr, ^ulküwütschafi. Düfs cldors, 27. Aug. Für die zur Beschlußfassung über den V e r st a a t l i ch u u g S - A n t r a g der L> i b e r n i a - Gesellschaft sowie über den Eintrag der Verwaltung aus Erhöhung deS Grundkapitals der Gesellschaft um Mk. 6' , Mill, auf heute em- berufene Generalversammlung war beinahe das gesamte Aktienkapital angemelbct, von 53'/, Millionen mehr als 50 Millionen. «Iber 18 Millionen Mark der Dresdner Bank waren bei dem ersten Gegenstand der Tagesordnung, dem Verstaatlichungs-Antrag, nicht vertreten Geh. Kommerzienrat Kirdorf lGelsenkirchen) wiederholte, daß er der Regierung daS Vetorecht im Syndikat vorgeschlagen habe und führte aus, die Regierwig mäste, wenn sie Hibernia verstaatlicht, bann nicht nur die Zeche Gladbeck, sondern auch die sis- kalischen Kohlenwerke vom Saarrevier und von Oberschlesien dem Rhein. - Westfälischen Kohlensynbikat unterstellen. Das Verstaat- I lichuugs-Augedot wurde mit 29,641,400 Mark gegen 2,651,200 Mark la bge lehnt, unberücksichtigt die nicht vertretenen 18 Rftllionen der Dresdner Bank. Gegen diese Abstimmung wurde mehrseitig Reue FcttcrversicheruugS-Bcdingungen. d /, Mästend in allen Bersicherung^Nx'igen, worin die Versicher- unasnabnie uod" nickt als etwas Selbstverständliches gilt, die Bebinaiinaen dauernd verbessert wurden, war m der Fenerver- firfvminrt über deren Notwendigkeit man kein Wort mehr zu verlieren braucht, seit noljezu zwei Jahrzehnten ein völliger llmid eingetreten. Mit der Aufnahme der Feuerversicherung birren hie Victoria ist darin ein gründlicker Wandel gesckiafsen. Ihre Be- dinaungen übertreffen alles bisher Gebotene. Den Versicherten werden Retttlngskosten ersetzt, die Volize wird nickt ungiltig bei irrtümlich unrichtigen Angaben und bei Zuwiderhandlungen gegen bie vertraglick'en Bestimmungen, soweit keine grobe Fahrlassigkett vorliegt: die Fristen für die Schadensanmeldnng usw. sind erheblich verlängert. Bei mehrjährigen Versickerungen kann die Prämie in WrÄ-eiiraten gezahlt werden. Für Mobiliarversickierungen bis zu Mk. 20 000 oder, in Verbindung mit Gesckästsvorr.ften, bis zu Mk. 30 000 werden nock besondere weitere Vergünstigungen gewährt. Alle Gegenstände- sind auch innerhalb der^ Wohnung linnerhalb Europa- ohne Crtravrämie versickert: der ^bestand und der Preisk der Versickverunn ist von einem Wechsel der Wohnung und des Wohnortes innerhalb Deutschlands gän'li b unabhängig und der sonst übliche mit Umstünden unb Kosten verln'ipfte Polizew Racl>trag fällt fort; die Gesellschaft verpflichtet nck. mindestens alle zwei Jahre bei den Ver.sick-rttm die Nachversicherung von Neuanschaffungen anzuregen und vergütet bei einem sür Neuzngänge eventuell bi« zu °0 Vrozent über die nack der letzten Crinnernng insgesamt versickerte ^urnnie l'naus. Dte,e aroßen Vergünstigungen haben der Victoria stlion m aanz k' Zeit eine lüde ulende Zahl von Anträgen ^/"geführt, >mh r« ft länarr ie mehr Die Victoria ist dafür bekannt, bah W wr Neueruninm tmt arosien praktischen ltrwlgcn zur Gettm^ brtitp< nicht zurückgcwiesen loerben könnten. Frankfurt a. M., 28. Aug. DaS Fubnverk deS Metzgcrmcisters Goldberg aus Vilbel timrbc deS Morgens von dem hiesigen Fleischkontroleur Rodcuhcbcr in der Stadt bei der Einfuhr revidiert und dabei in einem Sacke eine noch ganz warme zstuhhaut vorgeftmdeii. Es entstand die Verniulnng, daß in der Nacht heimlich in Vilbel geschlachtet und das Fleisch nach Frankfurt eingeschmuggelt werden sollte. Ro»! deriheber begab sich daher sofort in Begleitung deS Fleisch- kontrvleurs Bar nach Vilbel. Bei den dort unter Boi- ! Hilfe des Bürgermeisters Mühlschwc in. des Poli,zeiwacht- meifters Roth und deS OrtÄiieners Kitz angestellten Er- Mittelungen wurde festgestellt, daß der dortige Metzger- meister Strauß, welcher mit seinem Sclstvager Goldberg gemeinschaftlich eine Metzgerei beweibt, wirllich in der setzten Nacht geschlachtet hatte. Das in seinen: Privat- schlachthause Vorgefundene Kuhfleisch tvnr abgestempelt und angeblich von dem Tierarzt Dr. Müller untersucht. Es fiel den Fleischkonwoleirren sosort auf, dag das Dauck)- und Brustfell an dem Fleische teilweise entfernt war. Bei einer näheren Besichtigung des Fleisches imd der Lunge wur-e fcstgestellt^ daß das geschlachtete -l i e r an Tuberkulose erkran 5t war. Auf Grund dieser Feststellungen sah sich der Bürgermeister veranlaßt, das ?vleisch zu beschlagnal)men. Dierartzt Dr. Müller erklärte auf Deftugen, die Untersuchung des fraglichen Tieres vorgenonuncn, beti Fleisch und die Eingeweide vollständig gesund beftmden utit> ab- gestempelt zu haben. Bei der nun eingehend vorge- I rtcmrmcncn Untersuchung des Fleisches imirbc festgestellt, I daß das Fleisch von einem Tiere, welches hochgradig abgemagert mar, stammte. Diese Abmagerung war auf eine ausgedehnte Erkrankung des Tieres an Tu-I berkulose zitrückzuführen. So waren beifpielswoife tnc Lunge mit tuberkulösen großen Knoten durckzsctzt. Das I teilweise entfernte Brust- und Bauchfell deS Tiere- wurde I versteckt vcwgefunden und war ebeiifallö mit großen tuber-1 kulösen Knötchen übersäet. In gleichem Zustande befanden sich Magen, Därme und Netz. Die (fefrßSbrüfcn unrren bis Faustgroße geschwollen und vollständ^tubersulös entartet. «Rach diesem Befunde wurde das Fleisch von Dr. Mittler als zum menschlichen Genüsse untauglich erklärt. Von dem Fleische waren nach Angabe des Swauß etwa >20Pfund verkauft worden. Ebenso fehltcnZunge und Leber. Nach dem Grade der Erkrankung des Vieh- stückes zu urteilen, war die Leber ebenfalls hoch-^ gradig tuberkulös imb soll angeblich als Biehftttter I verwertet worden sein. Das noch vorhandene Fleisch und Eingeweide wurde von dem Mirgermeisder beschlagnahmt und dem Großh. Kreistierarzt Dr. Zinßer aus Friedberg zur weiteren Verfügung gestellt. Der am 23. d. M. von letzterem vorgenotnmcnen Nachuntersuchung, wohnte außer den beiden Keischkonwoleuven, auch der hiesige ^xittacht- hostierarzt Thon bei. Das Fleisch wurde als gesund- heitsschädlich be^ichnet und der Wasen meistere: m I Friedberg zur Vernichtung überwiesen. Bemerkt wird noch, daß Strauß Lieferant des Vilbeler Konsumvereins ist. Tur* arzt Dr. Müller wur de v omDie n ste suS p en d:ert. Hiernach sind in Mainz, Burgen, Offenbach und WormS die Mieten recht hoch. Ziemlich günstig dagegen stehen die Preife bei uns in Gießen, und ebenso in Darmstadt. Diese zu Güttersbach die evangelische Pfarrstelle zu Vornhe'nn,! Dekanat Alzey, zt» übertragen. — S. K. H. der Großherzog hübet: ferner Allergnüdigst geruht, am 27. August den Bau- I anffeber-Asinranten und Geometer 2. Klaffe Friedrich Bickert I von Bruchenbrücken, zum Tiefbautechniker bei ber Babe- direktion unb beni Tiesbauamt Bad - 9) auhein: mit Mrkung vom 1. September ab zu einennen. ** V o m M a n ö v e r. Die Regimentt r des 18. Armee ko ros haben begonnen, ihre C^annsonstädte ui verlassen und sind unn Teil auf dem Weg ins Manovergelonde. Zn den O^imifouen wird es allinählick ruhiger und die Landbevölkerung Oberhessens, die bin-di ihre gute Behandlung und freundllcke Anfmihme der Soldaten bekirnnt ist, wird ihre Freude an dem seltenen militärischen Treioen I habt-n. Viel Einquartierung ist bereits turflosseite Wome in den Orten der Wetterm: cinaetroffen. Die 21. und Vie 25. Feld Artillerie-Brigade befruben sich seit Mittwoch auf dem Marsche. Die 21. Brigcide (63 er und 27 er Artillerie l hat ihr Scharfschießen und Brigade exerzieren in der Gegend von Salzschlirf, Sä)litz und Großenliedcn'. -i. ie •27 er aus Mainz rücken ülur Reichelsheim, Bildmgen und Herbstein und beziehen in Schlitz Standquartier, die ba er aus Frankfurt marschieren über Assenbeim, Heldenlurg und Schollen nach Salzscksiirs. Die 25. Feld^Aitt.-Brigade (25 er und 61 erf sind am SaniStag in chrem Nebungs- qelände bei Lich, Münzenberg, Langsdorf und ArirSburg ein getroffen und beqnmen heute daS Scharfschießen. ES dauert bis 7. Se^temlur. Am längsten werden die beiden ^avallerte-Driqaden in ihren Garnisonen bloilun. Die 25. Brigade (23 er und 24 er Dragoner) rückt am 6. Sept, aus Darmsmdt, die 23 er über Hvmbnrg, Friedberg, nach dem Kreise Gießen, die 24 er weiter östlich durch die Wvt- tertm nach dem Kreise Schotten. Die 21. Kavallerie-Brigade (13 er Husaren und 6 er Ulanen) rvird vom 6. Sept, av zum Teil den Jufanterie-Brioaden zum AufllarungS- :md Pallouillcndienst zugeteilt. Die 49. Znfanteriebrigade , 115er, 116er, 168er bat ihr UebungSgelände bei Stein- hach. Die 168er haben gegenwärtig dort ihr Regrnnu:ts- ererzieren, nächsten Freitag ist W Besichtigung durch den Brigadekonrmandeur. Die 115er treffen am 1. ch ul d .«t. nrdcm er ebrrn I «alte Amtsaei^ste nnnibt, bie fern und das ^rschewm feiner 1 Witc unmöglich rnmliten Erneute Zurufe imd Wt. Hört.), herauf rrurden Dbcimrifter Bernard Rerltn cbermktNer Möl^ Dortmund, rbermfifter Wicko-Köln und ber l.ule, die :| (Rnffibimia Buck^ hri.ng afe L^rfoch in allen Bürger-- und DolkSfclmlen des deittscken Reiches, der Schutz deS GesellentitelS unb bie Schaffung eine» Monbcrcn Haubwerb-rminifter,um». Die Frage ber Bilbuna einer Mittelstanbspartci wurde auf bie Tagesordnung der Hauptversammlung am D,enStag gestellt. Morgen sollen zunächst bie Fragen beS Schutzes der Arbeitgeber gegen frivole ArbeitSemstellungeii unb Boykotts, ber Samtz der Arbeitswilligen und bas Verbot des Streikiwstensteheus zur Erörterung gelangen. An die Sitzung schloß sich cm BegrüßungS* st'iinncr^ an. . — Nnwersttäts^DlachriAten. In einem bem verstorbenen 6^eh. Mebizinalrat Prof. Dr. R i e g e l in G i e ß e n gemibmeten Nachnü schreibt bie »Voss. Ztg. : In ben wissenschaftlichen Arbeiten, bie Riegel betrieb, nadibcm er einen felbslänbigen Wirkungskreis erhielt, treten zwei Gruppen ! besonbers hervor. Die eine umfaßt Stubicn zur Lehre von den Krankheiten bes MagenS. Riegel nahm biefeS Gebiet alsbalb mit Eifer in Angriff, nachbcm Kußmaul durch bie Einführung bes Mageiischlauches in bie ärztliche Technik für bic Erkennung unb Behandlung ber Maaenleiben neue ©eflp aciüicicn hatte. Man verdankt ihm vielerlei Neues. Besonbere Bebentung bat fein Nachweis ber Beziehungen 5 iv i f cf) cir Mage n- frebs unb S a l z f ä n r e a il s f ch e i b u n g im Tt a g c n f a t t. folgten anberc Einzelstubien über Magenleibeii. Seine gesamten UiiterfuckiMgen unb Erfabrnngeii auf bem Gebiete ber Magenkraiik- beiten stellte Riegel in feinem „danbbuche ber Erkrankungen bes huagcnS'1, bem iunfasfenbstcn unb grünblichsten Werke seiner Art, bar. Die aubcrc bervorstechenbe Gruppe von Arbeiten Riegels bat bie Lehre von beii Erkrankungen bes Herzens unb ber Gefäße mm Dorivnrfe. Im einzelnen ftubierte Riegel bie Unregelmäßigkeit deS Herzschlages, bie Bebeutung beS VenenpulseS, bie Inkongruenz in ber Tätigkeit ber beiden ^hälften, die ver- ichicbcnen Eifckeinnngsformen beS Pulses, die Wn-kung bes Koffeins auf bas Herz u. a. m. Für bas Ziemffensche Sammelwerk ber inneren Mebizin bearbeitete Riegel die Lehre von den Erkrank- I imgeu des Herzbeutels, für Gerhardts „Handbuch der Kinberkrank- bci'ten* bic Haiivtstücke über Erkrankungen der AtmungSorgane. 28. Aug. Taö Polizeiamt Darmstadt hat Cramer folgendes Schreiben gerichtet: Darmstadt, 28. Aug. empfing am 27. August den Architekten Koch, Mitarbeiter der Vereinten Kunstgewerbler b Ä <7' RegierunaSrat Cunn und den Kaiserlichen Bibliothekar Prof. Straßburg i V r 0 l c ü eiihpMcqt. ___——■ Eingesandt. (Für Form und I'ihalt aller un:cr bt.'icr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kemerle: Vcrantworttmg.) Geehcller Herr Redakteur! Da- „emgefanbt" in Nr. 201 Ihres wellen Mattes bell^ da- Trommeln ufw. seitens des Militärs in ftuher Morgenftunbe, ist den Anwohnern der Ostaula ge, Moitke* unb Grünbergerstraße so reckt au- bem vcrzcn sesawieven, benn sclwn den ganzen Sommer werden bic doll,gen Bewohner in früher Morgenstunde durch Trommeln unb Singen in ihrem Scklaf gestöll. Auck am heutigen Montag hatte man nnet>er diese- höchst unerwünschte Frühkonzcll. I Der Herr Einsender schreibt nun, daß es für Gesunde störend sei Wie sieht cö aber mit alten unb kranken Leuten aus, welche nach schlafloser R a cht ge g e n m 0 r g en erst Ruhe finden? Wenn ein Zivilist Lärm macht, wird er, unb auch mit Recht, in Strafe genommen unb auch bei bem Militär ftnb Schranken zu ziehen, wie weit e- den Einwohnern gegenüber gehen bars. , . «..et». Gießen hat es wirklich sehr nötig, sich tne wenigen be seren Steuerzahler zu erhalten unb nicht durch folcke, leicht zu beseitigende llnbraucmliatferten wieder zu verscheuchen^ Gießen, 29. August. *>• in alten in neuen Stadtteilen Stadtteilen Mk. Mk. 60 96 120 180 70 90 100-120 140—160 62 94 120 120 78 120 80-40 — 2 Räume 132 168 180 200 140 180 160—180 190-200 104 153 180 180 132 144 60—80 90—120 3 Räume 180 240 250 - 300 320-360 240 320 250—300 320—380 156 242 240 240 160 220 90-120 120—200