Nr. 202 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 29. August 1904 •rlttitti tLgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gubener Familien» Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Nnwech-Buch-u. Stein- druckerei. 8t Bange Redaktion, Expedition und Druckerei: •eftnlfiraßt 1» Adresse für Depeschenr Ruzeiger Gießen. Fcrnsprechanichluß Nr. 81. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen VehngsvrslOß monatlich 75 viertel« jährlich Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bte TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZellenpreiS: lokal IS Pf^ auswärts 80 Pfg. verantwortlich für den poltt und allg^?y. Teil: P. Witiko: f^r .Stadt und ßanb* und .GerichtSsaal^: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Aie heutige Wummer umfaßt 8 Seite«. rthtr, nachts hm sp rumttbHnt befinden sich Offtziere, Die durch.Wb, etoHnwnen fnw-it l'lnwsnerk'.'gesn verwundet waren. Nach einem hartnacttgen -rnmhf! ins du Dotbcrficn SteNung-eu gingen unsere Truppen uif bic ^auptsielluug zurück, die durch Artillerie verftärkt war. TaS Nogiment Tadow behauptete auf dem linken Flügel bei steigen. Petersburg. 28. Aug. General Sacharow meldet dem Generalstabe vom 2 7. August: Auf der Südftont zogen unsere "orhutabteilungen am 26. August sich langsam zurück zu der siefestigten Stellung Anscbontschan. Auf der ganzen Front sanden Scharmützel statt. Die japanische Artillerie beschoß an verschre- den.u Punkten unsere Stellungen. Unsere Geschütze feuerten auf die feindlichen Kolonnen und auf die von ihnen aufgeführten Befestigungsarbeiten. Das erfolgreiche Feuer unserer ^illerie nötigte die Japaner, ein ausgedehntes Biwak bei Famain, 10 Werst südlich von Anschantschcm, aufzugeben und dasselbe nach dem Dorfe Uaisiasai, zwei Werst südöstlich von Famain, zu verlegen. Gegen 6 Uhr abends wurde das Feuer überall schwächer. Der Kampf war am heftigsten auf dem linken Flügel unserer Südfront. Der G e s a m t v e r l u st d e r T r u p p e n aufderSüdfrontve- t r u g g e g e n 2 0 0 M a n n. Zur Nacht zogen sich alle^ Avantgarden auf die Hauptstellung zurück. Gegen unsere südsront rückte b'r Feind in einer Stärke von etwa fünf Divisionen vor. n südöstlicher Richtung wehrten unsere Truppen alle Angriffe der Japaner ab. Die Truppen deS rechten /lügels gingen gegen abend selbst zum Angriff über und warfen die Japaner nach Tunfinpu und Taftntun, 6 und 7 Werst südwestlich von Liandiansan, zurück. Der Gesamt- Verlust unserer Truppen auf der Südostfront betrug ungefähr 400 Mann. — Unsere Abteilung tm Osten hatte gestern einen hartnäckigen Kampf mit bedeutenden semd- licheu ssträften zu Weben. Aus dem rechten Flügel schlug - n n f e t e Infanterie aus den vordersten Stellungen bei Zegu, 11 Werst nordöstlich von Liandiansan, ohne von der WrtiHerie UnterstÜI'! zu werden, tapfer und standhaft die Angriffe zurück die der Feind, der auf allen Punkten an Zahl sehr stark unternahm. ES kam zum Banmettkampf. unter beten befinden sich Offiziere, die durch .Hieb, Stoßwaffen Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. In einem Gehöfte zu Alsfeld ist die Schweinepest amtlich festgestellt worden. Sperre über dieses Gehöfte ist verhängt. Der Krieg zwischen Japan und Jnßkand. Der Vormarsch der Japaner gegen die Mandschurei-Annee. Petersburg, 27. Aug. General Kuropatkin meldet dem Kaiser unterm 26. ds.: Am 25. 'August rückten die Japaner nur gegen die Truppen der früheren Ostabteilung vor. Die Streikkräfte der Japaner betrugen dort zwei Divisionen Infanterie mit Kahlreicher Artillerie. Die beiden Gegner verbrachten die Nacht auf Kampfstellungen, die drei bis fünf Werst von einanber entfernt waren. Unsere gestern erlittenen Verluste betragen etwa 100 Mann an Toten und Verwundeten. Die Nacht verlief, abgesehen von kleinen Scharmützeln, ruhig. Heute begannen die Japaner ntit Tagesanbruch auf der ganzen Front vorzurücken. Petersburg, 27. Aug. General Ssacharo w meldet dem GeneralsÜib untepm 26. August: Am 26. August rückte der Feind auf der ganzen Front der Mandschurei-Armee vor. Die Japaner besetzten am frühen Morgen auf ihrem linken Flügel Gentschjuanesv, westlich von der Eisenbahn, 15 Werst nördlich von Häi- tschöng, sowie Toluntschiai und Ganzuanpu, nachdem sie unsere Vorposten von dort verdrängt hatten. Gegen Mittag stellte der Feind auf dieser Linie den Vormarsch ein. Gegen die Abteilungen unserer Vorhut, die sich vor dem linken Flügel in Stellung bei Anschantschun besandem vereinigte der Feind vor Tagesanbruch etwa I1/2 Divisionen und Artillerie. Vor dieser Streitmacht zogen sich unsere Vorhutabteilungen auf die Hauptstellung zurück. Der Vormarsch des Gegnerjs war hier nicht besonders energisch Unsere Verluste bei der Südfront betragen etwa 1 5 0 M a n n. In südöstlicher Richtung begann um ö1/» Uhr früh die Kanonade, und gegen 6 Uhr begann auf der ganzen Südostfront das Gewehrfeuer. Die japanische Infanterie rückte gegen den rechten Flügel unserer Stellung vor. Hierbei wurden gegen 7 Uhr zwei japanische Bataillone zurückgeworfen. Um 11 Uhr vormittags wurden 24 japanische Geschütze bei Dunsinpu, acht Werst südwestlich von Liandiansan, durch das Feuer unserer Batterien zum Schweigen gebracht. Ein schwerer Kampf fand auf dem.russischen Ostflügel statt, wo die Russen nach einem Verlust von 1000 Mann auf die Haupt st ellung zurück ging en. Der Gesamtverlust der Russen beträgt 1450 Mann. Die Bedienungsmannschaft und die Reiter liefen auseinander. Die Versuche der Japaner, die Geschütze unter unserem Feuer wegzuschaffen, waren vergeblich. Um 1 Uhr mittags beschleunigte der Aeind den Vormarsch gegen Kofinzi, 6 Werst westlich von Liandiansan und man bemerkte bedeutende feindliche Streitkräfte in der Umgebung von Laodinton, 14 Werst südwestlich von Landiansan. Alle Angriffe der Japaner wurden zurückgeschlagen. Unsere Truppen gingen zum Angriff über und drängten die Japaner nach dem Dale von Najgou zurück. Unsere Verluste betragen etwa 300 Mann. In östlicher Richtung begannen die Japaner mit Tagesanbruch auf der ganzen Front vorzurücken. Auf unserem rechten Flügel zogen sich unsere Truppen von den vordersten Stellungen, auf denen wegen des Geländes die Aktion der Artillerie behindert wurde, auf die Hauptstellung zurück. Der Kampf im Osten war schwer. Es kam zu Bajonettkämpfen. Unsere Verluste betragen gegen 10 00 Mann, eitere Berichte über den Verlauf und die Einzelheiten der Schlacht sind noch nicht eingegangen. Seit Mittag regnet es in Liaujang und der Umgebung recht stark. Die Flüsse Pegu, 9 Werft nördlich von Zegu, die vorderste Stellung von 1 Uhr früh biS 4 Uhr nachmittags und schlug alle Angriffe des Gegners mit dem Bajo nett zurück. Es wurden vier Gegenangriffe unternommen. Der Regimentskommandeur ttnitbe verwundet. Die Umgehung deS linken Flügels der Stellung bei Pegu und das Längsseuer der japanischen Batterien nötigten das Regiment Tambow aber zum Rückzüge, der in voller Ordnung vor sich ging. Hierbei wurden sechs unbrauchbar gewordene Geschütze zurückgelassen. DieJapanergingenmitwahremFanatismuszum Angriff vor und erlitten große Verluste. Unsere Truppen erbeuteten eine bedeutende Anzahl von Gewehren und Ausrüftungsgegenständen. Die Verluste auf Dieser Front sind noch nicht genau festgestellt. Sie übersteigen aber 15 00 an Toten und Verwundeten. Trotz deS langen hartnäckigen Kampfes waren alle Truppen in guter Stimmung und führten die notwendigen Marschbewegungen im Dunkel der Nacht bei heftigem Regen, der den Boden sehr erweichte, in voller Ordnung unter Musik aus. — Am 27. August unternahm der Gegner auf der ganzen Front feinen entschiedenen Vormarsch. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde festgeftellt, daß die Japaner auf Tämpin, 13 Werft nördlich von Liandiansan, über Ludingu vorrückten. Liaujang, 28. Aug. Trotz des günstigen Ausganges des vorgestrigen Gefechtes, in dem 24 Geschütze unbrauchbar gemacht wurden, scheiM auf russischer Seite die Absicht zu bestehen' das Heer aufLiaujana rückwärts zu konzentrieren. Die rückwärtige Verbindung des Heeres mit Charbin ist völlig frei und ungefährdet. Angeblich traf vor vier Tagen eine Nachricht von General Stössel ein, daß Port Arthur sich noch sechs Wochen halten könne. Vorgestern traf der amerikanische.Marineagent aus Port Arthur hier ein, .der die Widerstandskraft der Festung sogar noch auf drei Monate bemessen soll. Hier herrscht noch tiefe Ruhe. Infolge der jetzt eingetretenen Hitze trocknen die Wege rasch ab. Port Arthur. London, 28. Aua. Aus Tientsin meldet eine von gestern datierte Depesche des „Evening Standard" aus privater Quelle, die Japaner wären am Donnerstag ftüh bei den I tz e s h a n - Forts ht den eigentlichen Festungsbezirk von Port Arthur eingedrungen und hatten den Peyuihan-P aradeplatz be- setzt, wobei sie schwere Verluste erlitten. Seitdem wären fortgesetzt japanische Truppen in den inneren Fest- ungsrahon eingedrungen. — An hiesiger amtlicher japanischer Stelle liegt keinerlei Bestätigung dieser Meldung vor. Liaujang, 27. Ang. Die Verluste der Japaner beim Sturm auf das Forts Jtsuschan bei Port Arthur belaufen sich auf 3 000 Mann. Tokio, 28. Aug. Vom Belagerungskorps vor Port Arthur wird gemeldet: Die japanische Infanterie ist nach wiederholten Angriffen in den endgiltig en Besitz des Forts Etsch an an der Nordwestecke von Port Arthur gelangt. Die Artillerie wird jetzt von dort aus das Feuer gegen die innere Fortslinie, die Sungtscban-Forts, eröffnen. Petersburg, 27. Aug. In Bort Arthur beginnt die Munition zu mangeln. Man hofft hier, daß sie die Festung so lange halten wird, bis Kuropatkin Hilfe bringt. Liaujang, 28. Aug. Nach hier umlaufenden Gerüchten steht wieder ein Sturm auf Port Arthur bevor, der in einer der nächsten mondhellen Nächte unternommen werden soll. Die Tschuntschusen sind so unruhig, daß einzelne Soldaten sich nicht mehr von der Truppe entfernen können. Die Chinesen weigern sich, den Russen Lebensmittel zu verkaufen und Arbeitsdienste zu leisten. — Hier wurde ein japanischer Luftballon in nordöstlicher Richtung gesehen, der viellei'-bt in Inkan aufgeftiegen ist. Die rusfische Ostseeflotte. London, 27. Aug. In hiesigen Marinekreisen zirkulleren Gerüchte, daß die russisme Oftseeftotte sich bereits auf hoher See und zwar auf dem Wege nach dem Stillen Ozean befindet. Die Gerüchte von der Seeuntüchtigkeit sowie von angeblich geplanten Attentaten aus die Flotte in Kronstadt seien geschickt von der französischen Presse verbreitet worden, um die englische Wachsamkeit zu täuschen. Die Japaner und die Ruffenschiffe. Washington, 28. Aug. (Reuter.) Der japanische Gesandte überreichte gestern dem Staatssekretär eine Note Japans an die Mächte, ht welcher ausgesprochen wird, daß, falls Rußland nicht die in Schanghai liegenden Schiffe entwaffne, Japan sich gezwungen sehen würde, die notwendigen Maßregeln zu ergreifen, um seine Interessen zu wahren. Kohlen. London, 27. Aug. Die „Times" meldet aus Cardiff: Der Bet Las Palmas gesehene deutsche Dampfer „Valesia", der russische Kreuzer mit Kohlen versah, hat am 10. August mit 2600 T. rauchloser Eardiff- kohlen Wales verlassen. Seit dieser Zeit kauften deutsche Kaufleute 60—80 000 T. Kohlen auf, und eine Anzahl deutscher Dampfer gingen mit Kohlen nach 'der Nordwestküste Afrikas. In Cardiff glcnrbt man, daß diese Kohlen für russische Kreuzer bestimmt sind, die auf Kriegskontrebaude Jagd machen. Klofac ist futsch! Wien, 28. Aug. Der tschechisch-radikale Abg. Klofac, der sich vor mehreren Wochen als Berichterstatter tschechischer Blätter auf den ostasiatischen Kriegsschauplatz begab, ist dort spurlos verschwunden. Die Petersburger Tschechcnkolonie telegraphierte an Mexejew, er möge Recherchen nach Klofac an stellen. Die bisherigen Nach^ forschungen waren erfolglos. In Prag verlautet, Klofac sei in japanische Gefangenschaft geraten. Alts KtnM uiiii Fand. Gießen, den 29. August 1904. T. Die theoretischen Prüfungen der Meister- Prüfung Standidaten beginnen, wie wir in Erfahrung gebracht haben, im Gewerbeschulgebäude, Asterweg 2f>. Die Herren Handwerksmeister, tvelche Interesse an der Dtrrch- sührung der Gewcrbeordnultg haben, tnachen wir daraus auf- merksalu, daß die Koutmission gestattet hat, den Prüfungen bcizllwohnen. Gleichzeitig tnachcn wir die Mitteilung, daß die feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an diejenigen Kandidaten, welche die Prüftmg bestanden haben, am Sonntag, den 11. September d. Js., vormittags % 11 Uhr, int Saale des Cafö Ebel (Burggraben) erfolgt und daß hierzu Interessenten Zutritt erhalten. ** Engel-Apotheke. Die seit 1650 im Hause Kirchenplatz 12 betriebene Engel-Apotheke wird mit dem heutigen Tage (siehe Inserat) durch Herrn Apotheker Schmieder in das eigens zu diesem Zwecke erbaute Haus, Marktplatz, Ecke Schulstraße (früher Alexander Mayer) verlegt. Dieser Neubau ist einer der stattlichsten in unserer ganzen Altstadt. Das Wahrzeichen des Hauses, ein goldener Engel, der das Dach krönt, hat mit ausgestrecktem Arm etwa die ansehnliche Größe der Figur beS Kriegerdenkmals auf dem Marktplatze. ** Fahrraddiebstahl. Vor einigen Tagen wurde in der Mittagszeit aus einem Hausgarteu tm Astermeg em Wander-Fahrrad, Modell 15, mit Fabriknummer 70 760 gestohlen. Das Rad ist neu und hat Freilauf, Radlaufglocke, schwarzen Rahmenbau, schwarze Felgen und gerade Lenkstange. Für die Ermittlung der Täter bezw. Herbeischafftmg des Rades hat der Eigentümer eine Belohnung von 3 0 Mk. ausgesetzt. Mitteilungen hierzu möge man an daß Polizeiamt richten. (:) Wies eck, 29. Aug. Bei der am Samstag statt, gehabten Erganzungs -Gerneinderatsm ahl wurde das seitherige Mitglied Karl Kimmel wieder gewählt, neu gewählt wurden Karl Doch und Friedr. Deibel. Die Beteiligung an der Wahl war recht schwach. Nu. $89 Wahlberechtigte, d. h. 40 Proz., waren zur Wahl erschienen. ** Klein-Linden, 29. Aug. Am nächsten Donnerstag wird der Bevölkerung unserer Gemeinde in dem Saale zur Deutschen Eiche ein eigenartiger Kunstgenuß durch die Vorführung von Luthers Leben, Kämpfen unb Wicken in Poesie unb Prosa, illustriert burch 30 Lichtbilber nach Lukas Cranach in 6 1/4 Quadratmeter Größe geboten werden. Der Redner, Rezitator Hemp aus Wiesbaden, ist in evangelischen Kreisen ein gern gehörter Gast. □ Gamb ach, 28. Aug. Der Landwirt und Frucht- Händler Gilbert Kretzmüller unb seine Ehefrau Elise geb. Mohr feierten heute in voller Rüstigkeit im Kreise von Kindern, Enkeln und Anvenvandten die goldene Hochzeit. Bad-Nauheim, 28.Aug. Unterhaltungen. Dienstag nachmittag unb abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „£emmt/ Mittwoch nachmittag und abends nuf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Holländisches National-Konzert anläßlich des Geburtstages der Königin der Niederlande. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung der Terrasse. Donnerstag nachmittags unb abends aui bet Terrasse Konzert der Kapelle des o. Jnf.-RegtS. Nr. 168 aus Offenbach. Abends tm Saale Tanz. Freitag nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung : „Pension Schöller." Samstag nachrn. unb abenbS auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Projektions-Vorstellung unb Vortrag von Emil GobberS auS Düsseldorf: „Die Weltausstellung in St. Louis 1904/ Sonntag Konzert der Kurkapelle mit Einlagen des Großb. Heff. Hoftnustkers und Cornet-^-Piston-Virttlosen L. Kümmel aus Darmstadt. LlbendS im Saales Theatervorstellung: „Charleys Tante/ DienStag den 6. Sept. Konzert der Kurkapelle Königstein. Abends tm Saale Symphonie-Konzert der Kurkapelle. Friedberg, 28. Aug. Der nationalliberale Abg. Graf Wladimir Oriola auf Schloß Büdesheim vollendete gestern das 50. Lebensjahr. Er vertritt den Kreis Friedberg-Büdingen im Reichstage seit 11 Jahren. R.-B. Darmstadt, 29. Aug. (Eigener Drahtbericht.) Se. Kgl. tzoh. der Großherzog traf heute in einem neuen prachtvollen Opel-Automobil hier ein und weilte längere Zeit im Neuen Palais. Es steht fest, daß er an der am 1. September in Berlin stattfinbenden Seban-Parabe teilnchmen wirb. Von Berlin begibt er sich nach Hammelmark zum Prinzen Heinrich, und von bort aus wird er sich nach seinem oberhessischen Jagbschloß Rornrob begeben. sd. Darmstabt, 28. Aug. Viel besprochen wird zur Zeit in hiesigen musiklicbenden Kreisen eine Geschichte, die mit der Nied er leg ung seiner sämtlichen Dirigentenämter seitens eines hiesigen Gesanglehrerd, der fünf Gesang- unb Orchestervereine birigierte, in bic breitere Oeffentlichkeit gelangte. Als bte Ursache bieser Amtsmüdigkeit bezeichnet man die Beziehungen eines Vorstandsmitgliedes be§ einen Vereins zu ber Frau beß Dirigenten unb beren Zu- fianb. — Ferner hat bieTatsache, baß bic hiesigen Kriegervereine zum ersten Male seit 33 Jahren bei ber FriebhofS- feier zum Anbenken ber Gefallenen am Tage von Gcavelotte keine Musik zur Verfügung hatten, Staub aufgewirbelt. Die Vereine beschwerten sich bei bent Regimentskommando beß Jus.-Rgts. Nr. 115 über baß Verhalten deS Kapellmeisters, der eine Verwarnung erhielt, weil er sich nicht genau über feine Stellvertretung vergewissert hatte. Mit den Ursachen über daß Nichterscheinen ber zur Stellvertretung erbetenen Artilleriemusik beschäftigt sich zurzeit baß Divisionßgecicht. ko. Mainz, 28. Aug. (Drahtbericht.) In der Sache ber Dame Frcttwurst sind neitevbühiß weitere Unterschlagungen in Höhe von 10 000 M k. feftgdtent worben. [] Marburg, 28. Aug. Auf dem ^üdbavtthof fuhr gestern mittag der Schnellzug Frankfurtvi eine Schafherde. Acht Sctmse wurdeit g c t 0 1 e 1. ,tl al^tr akademischen Ebren wurde gestern naclmnttag "in d Hur die sterblicke Hiilll i > <-’hh ^rof. Dr. Jul'.Bcrg- ma n n ah h । 1 c1 $ gcbiadit in oie ciubcjucn - Md, waren nur bxr Chargierten fast sämllnu VeU'ütdungc^ rrnd Korporatumcu Hisenvalin-Zeilung Haltestelleii verzeichnet und die Umsteigestetten an den Bahnknoten- Montag den •) ?lnfonfl, wenn nicht anders bemerkt, abend? imi 7 Uhr. I)ie Hffknöacher sozialdemokratischr Versammlung Eggißhorn getragen. Regiments wegen Mißhandlungen im Dienst verhaftet werden. — EineNeuerung i m E i s e n b a h n -P e rs o n en v e r- k ehr ist im Bereiche der preußisch-hessischen Staats- e i s e n b a h n e n in der Vorbereitung begriffen. In den Abteilen der Personenwagen sollen allgemein Karten d c S B a h n n c tz e S, da? der Zug durchfährt, angebracht werden. DurchgangSwagen erhalten sämtliche Karten der von ihnen berührten Bezirke. Aus den Karten sind die an den Bahnstrecken liegenden Stationen und banger Jubel.') Ich wollte, so fährt der Redner fort, nur! beweisen, daß die Polizei ratlos wäre, wenn Pernerstorfer unter uns mellte. (Ter Kommissär geht fort. Mit ihm sein Begleiter.) Sie sehen, so ruft ihnen Abg. Ulrich nach, daß daö Ministerium eine Anordnung getroffen hat, die sich im Ernstfall gar nicht durchführen ließe. Wären wir Nicht so gesetzeskundige und gesetzesbeachtende Leute und hätten wir wirklich PernerStorfer hier, kein Mensch könnte ihn hinausweisen (stürmischer Beifall). Die Androhung der hessischen Regierung verlebt also nicht nur das BcreiilS- und Versammlungsrecht, sie verstößt auch gegen die einfachste Logik der Tatsachen. Rach diesem Zwischenspiel — der Redner im Garten führte die Polizei in gleicher Weise irre — legte Ulrich ausführlich dar, daß die Behandlung Per- ncrStorserS nur ein Glied sei in bin* Kette von Maßregeln nach russischem Muster. Den Schluß machte eine Polemik gegen die gesamten bürgerlichen Parteien und eine Em- (Anontzme Anfragen bleiben nnberüikfichtigi.l Prof. A. A. tu Wiesbaden. Die Pflanze beißt etnenthch schränkung, wenn man hessische Bürger daran hindert, den Redner zu hören, den sie hören wollen. Nicht die Vergewaltigung Pernerstorfers — so brutal es ist, einem solchirn Mann den Mund zu verbieten, — ist das Entscheidende. Schwerer noch wiegt, daß die Großh- Hess. Staatsregier ’ ung einen D e r fa ssu n g s b ru ch beging lstürmischerl - Die Petroleum-Katastrophe in Antwerpen. |* Beifall), ttrdttn fle daS Recht der freien Abhaltung vonltzg brennen noch drei Petrolcum-Tanks. f Versannnlungen verletzte, und zwar o*—*— “ f 1 - • Mailand, 28. Aug. Im Norden Italiens ist gestern der erste Schnee gefallen. • Mißhandlungen im Dienste. Nach einem uns aus Eleve zugegangenen Telegramm (vergl. unsere Depesche in Nr. 199, 1. Bl.) sollte der Kapellmeister des 56. Jnf.- iV die Hän dt, schwenkt die Hüte und sucht'den. , r.-notrnrn - 'ast Ter Pottzeikommissär steht auf, setzt brn I ,3m bunten iNorf.' Abend» 7 Uhr: .Miß HobbS. 5. September: ,3m weißen Roßl/ setzt. Wenn der jetzt schon 120 Stunden dauernde Regen nicht nachläßt, ist Hochwasser wie im Jahre 1899 und Unterbrechung des BahnvcrkehrS zu befürchten. 'Bern, 27. Aug. Die Touristen Wawra, Regnery und Klinkicht, die am Montag von Lauterbrunnen auS ohne Führer die Besteigung der Jungfrau (4166 Meter) unternahmen, trafen Donnerstag in der Konkordiahütte ein, nachdem sie unfreiwillig zwei Nächte auf dem Silberfirn und eine Nacht auf dem Iungfraufirn verbracht hatten. Regnery sind beide Füße erfroren. Er wurde heute in Begleitung eines ArzteS von der Konkordiahütte nach 'Florenz, 27. Aug. Der bekannte Palast der ist für 60 000 Mk. verkauft durch ein Geschrei, daß Straubs Zigarren die besten seien, daß man bei Hering 25 komplette Musterzimmer finde und daß es bei Salem Älennm-Zigaretten keine Ausstattung, nur Qualität gebe. Vornehmheit nnd Plebejertnm, wie deutlich die Steine davon reden kömien! Älnivcrfltatg-Kachrichten. — Zum Rektor der Marburger Universität für da? Studienjahr 1904/05 ist der Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie, Direktor deS zoologischen Instituts Dr. Korschelt gewählt worden. Der Gelehrte steht im 45 Lebensjahre. Familie Strozzi worden. Vrttt filmt bertrefim. VhiRrrbcm fcIWebcnb brr] neiitmtc afübmtifdte Vebrri-rwr, »ertretet der 'Mörbvii uiib ....."'de 3» ber ,vru-bt>e oni^'Uf nnbnn'cit üvnfifti’rinhut Prof Tr RcheNS und Geh istat Prüf Dr. Bauer dem Verblichenen warme Nachrufe; an der! Gruft hielt Pfarrer Heermann die Andacht. Marburg, 28. Aug. Wie der .Franks. Ztg.' mit* geteilt wurde, plante die hiesige Universität für ihre zahlreichen Institute die Errichtung eines eigenen Elektrizitätswerkes. Die Stadt ist inzwischen aus einen in der Stadtverordneten-Dersammlung gestellten Antrag hin mit der Universität in Unterhandlungen getreten behufs Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerkes. Diese Verhandlungen Haden zu einem befriedigenden Ende geführt, denn der Stadt- verordneten-Versammlung wurde eine Vorlage unterbreitet »um Ankauf der neben dem Universitätsgebäude gelegenen ölten Herrenmühle für 120 000 Mk. zur Errichtung der elektrischen Zentrale. Die Vorlage wurde einstimmig genehmigt und es soll mit den Vorarbeiten unverzüglich begonnen werden. Kleine Mitteilungen au8 Hessen nnd den staaten. Eine neue Villenkolonie soll demnächst bei (Station Sprendlingen, Main-Neckar-Bahn, erstehen. Mit Ermächttgung S. K. H. des GroßherzogS Hat das Großh. Finanzministerium der m Frankfurt a. M. gebildeten Woh- nungSgesellschast Buchschlag ein Waldterrain von 30 Hektar zum Kaufpreis von 1 Mk. für den Quadratmeter zur Erbauung von Pillen überlasten. DaS Gelände gehört zum Familienbesitz deS Großberzoglichen HauseS und liegt in der selbständigen, von der Gemeinde Sprendlingen unabhängigen Gemarkung Buchschlag. — Auf der Reise von Darmstadt nach Frankfurt a. M. wurde einReisender ohne jede Veranlassung von einem jungen Kaufmann, der in Frankfurt ein Agenturgeschäst betreibt, mißhandelt. Ein Schaffner sprang hinzu und sorgte dafür, daß die Beiden in gesonderte Abteile kamen. Als der Zug im Hauptbahnhos in Frankfurt emgetroffen war, schlug der Raufbold wiederum aus jenen Reisenden em. Aus der Polizeiwache stellte sich heraus, daß der schlagferttge junge Mann am Tag vorher im Vestibül deS Hauptbahnhofs gleichfalls einen Reisenden überfallen und geschlagen hatte. — Der demokrattschen »Kl. Pr.' wird auS Lorsch bei BenSheim geschrieben: DaS feit vier Jahren hier bestehende Getreide-Lagerhaus hat sich auS kleinen Anfängen rasch zu einem segensreichen Institut entwickelt. Die Vorurteile gegen daS neue Unternehmen waren bald geschwunden. Die landwirtschaftlichen । Lokalvereine der näheren Umgebung, wie zahlreiche Vereine in Rheinheffen, im Odenwalde und im Main- und Rodgau gehören jetzt zu den Lieferanten und Abnehmern deS HauseS, ( daS schätzenswerte Vorteile bietet. — Der Vorstand der reich«- kindlichen Hessischen Rechtspartei erläßt scherzhafter- weise einen Protest gegen die Errichtung eines Bi Sm ar ck- turmeS auf einer Höhe deS Habichtwaldes. — Mit der Eingemeindung von Griesheim und Schwanheim in Frankfurt ist eß noch nichts. Ein höherer Beamter Frankfurts hat erklärt, daß diese Angelegenheit noch in weiter Feme liege. — Nach einem Telegramm des Oberpräsidenten der Rheinprovinz an den Wetzlarer Landrat hat der Kaiser dem Dombauverein Wetzlar eine Lotterie zur Wiederherstellung deS DomeS mit einem Reingewinn von 650 000 Mk. in 3 Serien genehmigt. Somit ist die sicherste Gewahr gegeben, daß daß bcrcitß begonnene Werk in dem beabsichtigten Umfange zu Ende geführt werden kann. In Ehringshausen verunglückte der Bergmann Mehl lebensgefährlich. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Die Hibernia - Generalverfammlung. Der Telc- araph bat Kunde gegeben über den Ausgang der Gcneralversamm- (ung bet Hidernia-Der gwerksgesellscl>a st. Das Rcsultat war die Annahme aller Anträge der Verwaltung, Ablehnung der Ver- staatlickmngsanträge der Regierung und Ablehnung des Antrags der Dresdener Bank, die neuzuschaffenden lungen Mien im Betrage von 6’ 3 Millionen Mark zum Kurse von 240 Prozent zu übernehmen Der Antrag bett, die Verstaatlichung wurde mit imposanter Stimmenmehrheit abgelehnt. Imposant war war die häßlich. Leonardo da Vinci war anderer Meinung, der empfahl das Vertiefen in die Schönheit verlvitterten Mauerwerks als bortrefflifbe Anregung der Phantasie, und mer baß Sehen gelernt hat, der weiß auch heute daß ost in ordentlichen Shmpvnien aus alten Mauern webende Farbentreiben mit Lust, mit Entzücken einzutriuken. Und wenn fidpß nun gar um eine so un- gewölmlich charaktervolle alte Maner mit einer so schönen Ballu- strade darauf und mit (MrÜn babinter bandelt? Tut nichts, wir unterbrechen die Häuserreihe lieber als durch besänftigende Ruhe, Tie Versammlung im Saalbau zu Offenbach, in der Engelbert Perne rßtorfer aus Men nicht sprechen durfte, wurde am Sonntag vormittag ohne ihn abgchalten. Man war bemüht gewesen, für den ausländischen Redner einen auswärtigen Ersatz zu finden, aber weder Bebet, noch Singer, weder Stadthagen, noch Klara Zetkin konnten abkonrrnen, und auch der Abg. Ledebour sagte telegraphisch gestern ab. So redete denn Landtagsabg. UI* rich-Offenbach, gegen die Verrussung Preußens und die Verpreußung Hessens. Zu gleicher Zeit „ v . behandelte Reichstagsadg. Scheidemann im Wirt- Heute wird unß mitgeteilt, daß der verhaftete Kapellmeisters schastSgarten dasselbe Thema, da die Besucher in dem Saal „jcht der Stabshoboist des 66. Jnf.-Regiments, R. Lehmann nicht Platz fanden. in Wefel ist, fondeen der Leiter der BataillonSmusik deS Neber die Versammlung berichtet heute die „Frks. Ztg." 3 Bataillons beß Regiments 66, Musikleiter Sergeant Karl u. a. folgendes: IHase in Eleve «« «orMMH» ' Bränd'e. In Berlin brach in der Damenmäntel, etabt Platz, ihm zur ©eite ein Wachtmeister. Im Garten i. waren wohl noch ein halbes Tatzend Polizisten verteilt, mbnk von s. Rosenbaum m der 2"usalemeritrabe auS bisher Sie hatten keine Veranlassung, einzuschreiten oder einzu-I unbekannter Ursache Feuer auS. Fast daß gefainte Lager war greifen. I in wenigen Minuten ein Raub der Flammen. Dem Personal Nachdem das Bureau gebildet war, — man wählte ab- gelang eß, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. — In sichtlich einige Frankfurter hinein — nahm Abg. Ulrich stalkow 8 k im schlesischen Kreise Groß-Wartenberg wütete das Wort. Tie Arbeiterklasse und das gesamte freiheitliche cjn grofoer Brand. Vierzehn Besitzungen sind niedergebrannt. Bürgertum muß sich, so begann er, dagegen wehren, baft Erntevorräte und der größte Teil beß Inventars bi? hessische Regierung sich dazu herbeiließ unser Vereins- f b ächtet. > n ber Seidensabrik Sartiana bei Lecc^o l Weizemneßl o Mk. und Dersammlunqsrecht zu beschranken, ®8 ift. «ne 1 gtfl[ien ' bra4) ^„-qe Unvorsichtigkeit der die Iabriksälc! bi« 2W5, ° ■ 'tu*.-!i '/in ! cä dem Redner, wieder zum Wort zu kommen Za wohl, meine Damen unb Herren, jawohl, Herr Volizetrommissär, P* rnerstorscr sitzt unter uns. (Minuten- imposanter Stimmenmehrheit alMlehnt. Imposant warwar die Mehrheit deshalb, well die 18 Mill. Ml-, toeW die Dresdener Bank zu üertreten halte, und die sie auch anmeldete, nicht vertrat. Tieferbafb und sonst bei jeder Abstimmung regnete es Proteste. Dies anbtTt aber vorläufig durchaus nichts daran, daß das Projekt der Regierung sürS erste vollständig ms Wasser gefallen und die Aktiengesellschaft Hibernia Siegerin geblieben ist. Etwas derattigeS war vorauszusehen. Auch Anhänger der Verstaatllchung haben sich mit der Inszenierung der Angelegenheit nicht einverstanden erklärt. Die Dresdener Bank, die die e>ache von Anfang an in die Hand genommen hatte, hätte unseres Em Mens über die Stimstiung der beteiligten Industriellen nne auch der Ban- kreise besser unterrichtet sein können ober müssen und hatte Die Regierung warnen sollen. Man kann gespannt sein waS. die preußische Regierung, die heb ja m dieser Angelegenheit gewiller- maszen solidarisch erllart haben soll, nun zu ' die Beschlüsse der Generalversammlung mcht rechtsgültig gefakt sind und svSter für nutT '-nd ni^m erNär. werden künnen ,st borf> »Pohl kaum nnjnnrbmfn Dafür hatttn die staatlichung zu viel Junsten mitgebracht, bic jeoenjaii^ jenau auspaßten, daß nichts geschah, waS ein Umstoßen der Beschlüsse zur Folge haben könnte. Märkte. , fo. Frankfurt a. M., 29. Aug. Mng.-Telegr des „Gießen Anz."l Amtliche Notierungen der beutmen ^ruchtniarNpreise Weizen Mk. 1R.00-00.00, Knrhessischer Mk. 18.00—00.00, -a Vlata Mk. 18.00—19.50. KansaS Mk. ^ 00"^ ^. Roggen llnestgerl 14 00—14 25 Gerste (Wetterauerl Mk. 17.75 18.00, Franken- TOeumiiehl 0 Mk. 2k.sb » Dyelltr.', bit °.»U.,-I„.,u..,r .»EM', ist . fr In um • dast -rlDa« ° ma« vor vielen Jabren einmal durch einen >ler in \ > :Tnn’ rin Ä tut Hn: bnin.nl I.nurfn. l.nb, al« rr t-cn freien Raum vermietete, b-rechtiguug erhalte» baden. PuNe.cht kann ein Äiestener Bo Mauern gelt n ,a beim Bürger iumc.fl ganz ohne weitere« für I tarntet genauere Auikuuft geben. pfehluna der Sozialdemokratie. Während der letzten Ausführungen Ulrichs erschien der P o l i z e i k o m m i s s ä r wieder auf der Tribüne. Er iiahm jedoch nicht mehr vorn am Vorstandstisch Platz, sondern hielt sich, nnt jede Provokation und jede Reibung zu vermeiden, im ftintrrgrnnb. So unterließ er es, auch dem Beispiel seines Mannheimer Kollegen zu folgen, der die Versammlung austöste, als fast dieselbe Resolution verlesen wurde, aju deren Schluß eS heißt: „In diesem Sinne protestiert die tintige Massenvcr- [ammiung mit größter Entschiedenheit gegen die brutale I punkten besonders kenntlich gemacht, fo daß es jedem Reisenden Maßregelung ihres Partei nnb StammeSgenoffen Per- leicht möglich ist, sich bnviibcr zu unterrichten, wo er aubznsteigen nerstorfer durch die preußische und hessische Polizei unb hat. Bis zum Beginn de« WeihnachtsreiseoerkehrS sotten sämtliche ibei diesen Worten war die Versammlung in Mannheim ^ggen mit bev h'm'ichtling versehen fern. _ aufgelöst worden^ verspricht bei allen künftigen Wahlen At6citer6rrof(luH(tT die sozialdemokratische Partei einzutreten. Paris, 27. August. Die Dockarbeiter des HaienS von Die Mannheimer Resolutton hat eigentlich nur c r n e . itle haben bei dem Präfekten ein Ultimatum überreicht. Sie Aeudermng des DinnS erfahren, eic ist nein, aber dinrnt üfr(nnqen aditftünbigen Arbeitstag und 6 Franks Mmimallohn teristt'sch: in den PassuS gegen die Presse des Zentrums ^er 2lndrohung, daß saNS die Reeder diese Forderung nicht wurde eingefügt „und der Liberalen" Tic Resolution wurde viS Vtontag bewilligen, der Gen erat st reit in allen eure« zur Abstimmung gebracht und e i n st i m mig anflcnom» n ä ischen Häfen erklärt werben soll. men. Mit Hochrufen auf bic Sozialdemokl . nerßtorfer wurde die Versammlung nach kaum einstüudiger Dauer aefeftfoffen Kiel, 28. Aug. DaS Kriegsgericht ber ersten Marine-Inspek- • I tion verurteilte in nichtöffentlicher Sitzung den Kapitän le ut- bärtigen Pvlr,e, einen lir°ut;L.bcr CbCn,° K 'Wilüffe auf dem Itre.net .GazeNe' im Anhand ,u sechs unter das Kapitel deS groben Unfugs fallt, tote unter das Monaten (6ef&ngniß und Dicnstentlaffimg. von erdichteten ^afachen, wodurch die Cbrigl ------------------- , .... . gemacht wird i§ 131 R. Str. G., Geldstrafe bis zu 600 Kpielplan brr menugten Frankfurter Ztaottheater. Marf oder Gefängnis bis zu 2 Jahren). Auf die zu erwar- Opernhaus. tenbe LandtagSintcrpessation wird die hessische ReAi^'rung Mittwoch den 31. August^ranuhäuser. Donnerstag den haß rechte Wort zu finden wissen 11 September: ^Traviata.' »vreitag den 2. September. »L?aö ----Nbeingold.' Samßtag den 8. September: Mignon/ Sonntag llk'rmiicbtee I den 4. September: -Carmen/ Montag den 5. September, abends cn r n-, a7 C f l * s* halb 7 Uhr: .Die Walküre." Dienstag den 6. September: ^Hans • Berlin, 27. Ang. Im Stadtteil Moabst ermordete ^ing.' der 64jährige Hausverwalter Knenicke anß Eifersucht seine LchaufptelhauS. n 60jährige Frau und erhängte sich dann am Tür- Dienstag den 30. August, abends halb 7 Uhr: »Egmont. LJftL Mittwoch den 31. Augiist: .Rose Bernd.' Donnerstag den 1. Sep- Ptoltcn. w hember, abends halb 8 Uhr: ^Alt-Heidelberg.' Freitag den 'München, 28. Aug. In den bayenschen Bergen 2 September: »Der Hochtourist.' Samstag den 3. September, wird Hochwassergefahr gemeldet Die Straßen in der erften Male": ,THü Hobbs.' Lustspiel in 4 Akten von Jerome legend von Traunstein, Reut im Winkel, Ruhpolding sind j K^ Jerome. Sonntag den^4. Septe,über, von der Traun und Ache zeitweise bereits unter Waffer ge- Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, ben 80. August: fortdauernd heiter und trocken, bei milderer Nacht tagsüber etwas wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Familien-Uachrichten. Gestorben. Herr Konrad Lösch, Lehrer in Wixhausen. — Herr Heinrich Zimmer, Bierbrauer in Alsfeld. Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl LooS, Kirchenplatz. Bremen, 25. Aug. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Postdampser „Chemnitz", Kapitän I. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr abends wohlbehalten in Baltimore angekommen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Frankfurt a. M., 29. Aug. Die Ausgleichs Verhandlungen Müschen den am nordatlantischen Tarifkriege beteiligten Schiffahrtsgesellschaften werden heute vormittag hier wieder eröffnet. Vertreten sind: Die Hamburg- Amerika-Linie durch Generaldirektor Ballin, derNorddeutsche Lloyd durch die Herren Georg Plate und Dr. H. Wiegand, die Cunardlinie durch Lord Jnverclyde und A. F. Moorhouse, die White-Star-Line durch die Herren I. B. Jsmay und Sanderson, die Holland-Amerikalinie durch die Herren Inkheer O. und Jnkheer I. G. van Reüchlin und van der Toorn, die Compagnie Generale Transatlantic durch CH. Tattet, die Ungarische Seeschiffahrtsgesellschaft „Adria" Durch Hoftat Emil Kwrander und die Red-Stad-Lme Antwerpen durch Direktor Eduard Straßer. Forst (Lausitz), 29. Aug. Auf der Chaussee von Forst nach Pfoerten st i e ß der Fabrikbesitzer Georg Magister aus Spremberg auf seinem Motorrad mit einem Lastwagen zusammen. Infolge Verblutung starb er nach kurzer Zeit. t c. r.. . Thorn, 29. Aug. In der Nacht smd dre Hauptgebäude der einer Aktiengesellschaft gehörenden Zuckerfabrik Kulmsee, die größte Deutschlands, im Innern bis auf den Grund ausgebrannt. Alle Maschinen sind vernichtet. In den auf 4 bis 5 Millionen Mark geschätzten Schaden haben sich 13 Versicherungs-Gesellschaften zu teilen. Tokio, 28. Aug. (Reuter.) Die kürzlich ber Jwate entdeckten Goldfelder sind von Regierungs-Ingenieuren untersucht worden. Auf den Bericht derselben hin erließ die Regierung eine Bekanntmachung, daß sie die Goldfelder v o llstä ndi g für sich mit Be s ch la g belegt habe. Die JUgenieure schätzen, daß die Fundstätte 100 Millionen Pfd. Sterl. an Gold gibt. Die Vorarbeiten zum Abbau, der, wie angenommen wird, 30 Millionen Jen jährlich ergeben soll, sind angefangen. ♦ Vom Kriege. Mukden, 28. Aug. (Rufs. Telegr.-Ag.) Ein Sanität s>- zug mit 120 verwundeten Soldaten und fünf Offizieren kam am 25. August durch die Stadt und fuhr nach Norden weiter. Nach den Aussagen der Verwundeten wird seit drei Tagen ohne Unterbrechung auf dem östlichen und südlichen Flügel gekämpft. Die Abteilungen des dritten sibirischen Korps seien hauptsächlich in den Kampf verwickelt, der bei Anping, wo zwei japanische Batterien vollständig auf gerieben wurden, ebr erbittert sei. Die russischen Truppen auf der Südfront nahmen die Höhen bei Anschantschan. Lian fang, 28. Aug. (Reuter.) Der Rückzug der Russen von Anschantschan am 27. August vollzog sich während der Nacht in voller Ordnung. Der Kampf, der am 26. August morgens begann, wurde durch ein Vorpostengefecht eingeleitel. Das Feuer dauerte den ganzen Tag und die Nacht. London, 29. Aug. Gegenüber den letzten rusiischen Meldungen, das; die bisherigen Verluste der Japaner vor Port Arthur sich auf 65 000 Mann beziffern, erklärte der Botschafter Baron Hayaschi, daß nach den amtlichen Verlustlisten die Japaner vor Port Arthur bis 23. August 7500 Tote und Verwundete gehabt haben. — Nach Telegrammen aus Tschifu gelang es den Japanern von einem Luftballon aus schwere Explosiv körper über Port Arthur zu entladen. Tokio, 29. Aug. .Man ist hier, eifrig mit der.Ausbildung von Rekruten beschäftigt und hofft, im stände zu sein, 500 000 Mann neue Truppen nach dem Kriegsschauplatz zu entsenden, sowie eine dritte Armee bilden zu können. London, 29. Aug. .Aus Tokio wird gemeldet, daß die Einwohner des europäischen Viertels von Port Arthur die furchtbare Wirkung des Bombardements zur, Flucht nach weniger exponierten Stadtteilen, veranlaßt worden seien. — Hier liegt ein Telegramm aus Tokio vor, wonach der Plan eines Sturmes auf dieFestungPortArthur aufgeschoben sei, bis verschiedene wichtige Stellungen des Feindes an hochgelegenen Punkten erobert sind. Dazu gehört vor allem die Citadelle Antuschan und die Forts Schwarzer Tiger und Goldener Hügel. Der japanische Ober st kommandierende sieht sich durch 'die ungeheuren Menschenopfer der bisherigen Belagerungs- Methode veranlaßt, eine andereTaktik einzuschlagen. Wenn durch sie der Fall der Festung auch hinausgeschoben würde, so hält sie der General aber für völlig sicher, sodaß er die Ausführung seinem Stabe überlassen zu können glaubt. Ovama selbst übernahm die Oberleitung über die Operationen in der Mandschurei. — Am 25. August gelang es den Japanern nach sechsstündigem erbitterten Kampf die Erstürmung des Forts 5, welches von der Stadt aus nordöstlich liegt und den Schlüssel des nordöstlichen Vorgürtels bildet. .Dieses Fort 5 liegt südlich bei den I t s ch a n - B e r g e n , der also ebenfalls in den Besitz der Japaner fiel. Von diesem Berge aus haben die letzteren Freitag und Samstag die Festungswerke der europäischen Stadt mit größter Wucht beschossen, weshalb mit unbedingter Sicherheit vorausgesagt werden kann, daß in den nächsten Tagen die Japaner über die Trümmer dieser Befestigungen in die europäische Stadt eindringen werden. , $'aiijang, 25. Aug. (Reuter.) Die Berichte zahlreicher Arthur eintreffender Boten lassen erkennen, daß die Widerstandskraft der Festung beträchtlich unterschätzt wird, und daß sich Port ckrthur noch zwei Monate, vielleicht bis Ende des Jahres halten könne. cm Sha? ühai, 29. Aug. (Reuter.) Japan verlangt, daß die Mannschaften der hier desarmierten russischen Schiffe, wie in Tsingtau von Deutschland, auch hier von China festgehalten wer- ^eTL m''rCt^rrn tüeftm Verlangen durch die Wiedereinstellung der Besatzungen d?s „Warjag" und des „Korojetz" im baltischen Geschwader trotz des Versprechens, das sich die Leute nicht mehr am Kriege beteiligen sollten, veranlaßt worden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. August 1904. Barorneter auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 225 753,4 19,3 8,4 51 N. 2 Sonnenschein 28. 9’5 754,2 12,2 8,9 86 N. 2 Heller Himmel 29. 725 754,0 9,6 7,6 86 N. 2 Sonnenschein Höchste Tempe ratur a m 27. -28. August = 4- 19,4" 6. Niedrigste „ 27. —28. V = + 10,20 C. Hausfrauen gebrauchet Kondensierte Älpenmilch Host le ' Voller Rahmgehalt.________überall käuflich. Manöver- Konserven empfiehlt Hofdelikatessenhandlung Carl Schwaab Seltersweg 23. 6985 Telephon 265. i Schahwaren kaufen will; wer jedoch hierüber im Zweifel ist, besuche einzig und allein Springmann s Schuhwarenhaus Bahnhofstrasse 58. Giessen. Bahnhofstrasse 58. Beste und billigste Bezugsquelle für sämtliche Schuhwaren. -qpfltE Heute weiss gewiss eie Jeder wohin er sich wendet, wenn er für sich oder die Seinen 04902 im Alter von 21 Jahren. Die zur Herstellung Heuchelheim erforderlich Die trauernden Hinterbliebenen: Berta Wölber. Heinrich Wölber. Gießen (Steinstraße 70), den 29. August 1904. Die Beerdigung findet Mittwoch den 31. August, nachmittags 2 Uhr, in Velbert statt. Todes-Anzeige. Gestern vormittag 11 Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber Bruder- Herr Ferdinand Wölber Lerzebug wo AraWmcbeiten. einer Auffahrtsrampe im Orte werdenden Arbeiten und Liefer- ungen und zwar: Erdarbeiten veranschlagt zu 181.— Mk. Maurerarbeiten w * 37* * Pflasterarbeiten * * " EhaussierungSarbeiten „ „ 597. u Materialbeschaffung „ 76-— " sollen Montag den 5. September l. J-nachmittagS 4 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim öffentlich versteigert werden. Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen von heute ab aus dem Amtszimmer dcS Unterzeichneten zur Einsicht offen. Gießen, den 27. August 1904. B’% Der Großh. Kreisbauinspektor deS Kreises Gießen. I. V.: Müller. Gienen, 29. August 1904. Frauenarzt. 10M, Von der Beise zurück. Professor Dr- med. Walther, ® Bekanntmachung In das Handelsregister wurde heute eingetragen die Firma „Aug. Montanus L Co." zu Gießen; Inhaber die Kaufleute August Montanus L, August MontanuS II. u. Louis Lehr zu Gießen; Offene Handelsgesellschaft; Beginn 10. August 1904. Gießen, am 27. August 1904. Großh. Amtsgericht, bw/r Bekanntmachung Die Wegestrecke Rodheim— Bieber ist wegen Reparatur der Brücke bei Rodheim vom 30. August bis einschl. 1. September gesperrt. Rodheim a. B., 28. Aug. 1904. Der Bürgermeister. D»»/„ Bechtold. Versteigerung. Dienstag den 30. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: 2 Wagen, 1 Nähmaschine, 1 Glasschrank, 1 Schreibtisch, 2 Reisetoffer, Kommode, Sofa's, Kleiderschränke, Uhren, Spiegel u. a. m. [6983 Johann, Gr. Psandmeister. Im JilmcnkHsmnsiien (Shampooing) mit Frisur 1 Mk., Kinder 50 Pfg., empfiehlt sich [6520 Anna Tichy, Selterswcg 43. Mittwoch drn 31. August, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: 7054 1 Sekretär in Eichen, 1 Sopha, 1 ov. Tisch, 1 Sopha, i Vertikow, 1 eich. Kleiderschrank, 2 Kommoden, 1 Regulator, 1 gold. Uhrkette, Spiegel, Bilder, 2 Eichenstämme (geschnitten), 1 Schreibtisch, i Pianino u.a.m. Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag, den 80. August d. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung: l1/» Faß Fußbooen-Ocker, 1 Faß Bleiweiß, 1 Handwagen, 70 Gerüststangen, 20 Dielen, 5 Bütten 1 Billard, 20 Mille Zigarren und Möbel aller Art, sowie 11 Kippwagen. 7064] Born, Gerichtsvollzieher. tBcdarfSnrtikel Großart. Neuheit Preisliste gratis. Ad.Arras,Mlmhtiml2. _________ SS^/q eteeeeeeeeeeoee Fertige Särge in Holz und Metall in schönster Auswahl und feinster Arbeit bei Georg Schmitt Kaplansgasse 27. Ecke Bahnhofstr. Das Verbringen der Leichen nach auüwärtS billigst. |9522 Zur Saat empfehlen wir in bester, doppelt gereinigter Qualität: i. 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