Erstes Blatt 154. Jahrgang Freitag LS. April 1904 o 3 I E K ITH 9 C cQ Jo c k >8" c § 6 3 rr Q ö . 0 ■* Ä s w S ---kk c 0 p K E C C des Innern nach Feststellung einer sehr eingehenden Dages- ordnung für die zu führenden Verhandlungen nach Dortmund begeben. Die Kommission wird eingehend prüfen. t 'S > o : *E ’S o ® Aufenthalt eine Zusamme Helm erfolgt. Arfichluß an den Marienbader nrunft mit Kaiser Wil- c e 1’2 v< <$ a y.e * wohl ent; Oft? ou r- c-g- = .t sl; ä8 = s - M? •3 x) e « -o~ § cE.a 82.« Deutsches Reich. Berlin, 28. April. Der Kaiser sandte von der Grenze Italiens an den italienischen Ministerpräsidenten Giolitti ein Telegramm, in dem eir sich bedankt für die herzliche Aufnahme, die er überall gefunden habe. — Der Führer der Nationalliberalen Dr. Hammacher wird am 1. Mai seinen 8 0. Geburtstag begehen. Zu seinen Ehren plant die Partei große Ovationen. — Im Reichstage wird ein Antrag auf Schaffung einer Reichslotterie vorbereitet, die an Stelle der einzelnen Landeslotterien zu treten hatte. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Entsprechend der Zusage des Handelsministers bei der Beantwortung der Interpellation der Abgg. Stötzel und Brust am 16. April, bett. die Behandlung.der kleinen Zechen im Ruhr- rebier durch das Kohlensyndikat hat sich bereits am Dienstag der Oberberghauptmann mit den Referenten des Handelsministeriums, sowie den Kommissaren des Ministers •E fcecfö 7 Ausland. Neapel, 28. April. Tie hiesige Studentenschaft brachte heute abend dem Könige und dem Präsidenten L o u b e t einen F a ck e l z u g dar. Später wohnten der König und der Präsident, der Graf von Turin und der Herzog von Genua einer Festvorstellung im Sancarlo- Theater bei. Wien, 28. April. Als der Kaiser gestern die Spiritus- Ausstellung verlassen hatte, richtete das Komitee an den deutschen Kaiser folgendes Telegramm: „Kaiser Franz Josef besichtigte soeben die hiesige Spiritusausstellung und sprach sich über die deutschen Leistungen sehr anerkennend aus. Auf Grund besonderer Ermächtigung des Kaisers Franz Josef machen wir Ew. Majestät, oem erhabenen Förderer unserer Bestrebungen, hiervon unter Darbringung ehrfurchtsvollster Huldigung Meldung. Das deutsche Organisationskomitee: v. Putlitz, Geheimrat Delbrück, Direktor Untucht. — Vom Kaiser ging bald darauf folgende Antwort ein: An das deutsche Organisations- komitee der Spiritusausstellung in Wien. Wien, Rotunde, datiert. Mailand Bahnhof. Es hat mich gefreut, aus Ihrem Telegramm zu entnehmen, daß mein hoher Freund und Bundesgenosse Kaiser Franz Josef geruhte, die Spiritusausstellung in Augenschein zu nehmen und sich anerkennend über deren Leistungen auszusprechen. Ich hoffe, daß die gnädige Anerkennung von so hoher Stelle der deutschen Spiritusindustrie ein Ansporn sein wird, auf dem bisher mit Erfolg betretenen Wege unermüdlich fortzuschreiten. Wilhelm. Aus Stadl uud Land. Gießen, den 29. April 1904. ** Einige sensationslüsterne hessische Blättchen, die durch Mittel aller Art Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen, haben die unwahre Behauptung' «•* u u I ** tfjOAj v l Er -S o- .2 „ y a c 0 o •" w 0 s 5 cj •sh JS si Au S A o & I 5 V ''S-* 5 P ? % •■6,S " 2 X 14) «9 v z6*" ^A^l u — w Q E s i c-ü, z 2 X.«0 6® gegeben. Die Kommission wird eingehend prüfen, inwieweit die Befürchtungen bezüglich der beabsichtigten Stillegung an gekaufter Zechen begründet sind. Es ist zu erwarten, daß, soweit diese Befürchtungen begründet fern sollten, es der Kommsision gelingen wird, die Verhandlungen dahin zu führen, daß alle größeren Härten vermieden Volttische Tagesschau. Kaiser Wilhelm und König Eduard. Berlin, 28. April. Ungeachtet des glänzenden Empfanges, der Kaiser Wilhelm auf Gibraltar uno Malta seitens der englischen Behörden zuteil geworden ist, erhält sich das Gerücht von einer Verstimmung zwischen den Höfen Berlin und London. Nichtig ist, daß seit ungewöhnlich langer Zeit eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard nicht stattgefunden hat. Ein politisches Moment spricht in der Verzögerung der Zusammenkunft nach unseren Informationen nicht mit. Man rechnet vielmehr in Hofkreisen mit einer solcheir für die Zeit nach der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandreise. Da König Eduard auch in diesem Sommer wieder zum Kür gebrauch in Marien- bad eintrifft — bei dieser Gelegenheit findet eine Begegnung mit Kaiser Franz Josef statt —, ist also eigenen Augen den Empfang anzusehen, den es Nikolaus II. bereitete. Bei dem Abendsest in Versailles hielt ich der Kaiser im Gebüsch des Parkes verte ckt. Man glaube nicht, daß daS ein Ulk ein soll. Nein, den Parisern ist es bitterer Ernst damit. Vor kurzem erst noch versicherte ein durchaus glaubwürdiger französischer Journalist, einer der höchsten Beamten des Versailler Schlosses habe ihm vertraulich mitgeteilt, daß er von der Pariser Geheimpolizei amtlich über die Anwesenheit des verkleideten deutschen Kaisers in Versailles an jenem Tage verständigt wurde. Entdeckt habe er ihn zwar nicht, aber — das stand jenem Beamten fest wie auch auf seine Autorität hin dem französischen Journalisten — da war er doch. Man gäbe sich einer Täuschung hin, wenn man dieser merkwürdigen Einbildungskraft den Wünsch unterlegen wollte, den deutschen Kaiser in der Tat in Paris zu sehen. Ihre psychologische Grundlage sind einerseits die nationale (Mel- keit, die in den Stunden patriotischen Hochgefühls sich wieder als den Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit und des Interesses der ganzen Welt glaubt, und anderseits die Ve- uTteilung des deutschen Kaisers, die seiner impulsiven und temperamentvollen Natur in der Tat solche Harun-al- Raschid-Fahrten selbst nach Frankreich hinein zütraut. Herrn Jaurös Rede erinnert uns schließlich auch an den Darmstädter parlamentarischen Abend. Es liegt eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Falle Ulrich vor. Nur daß wegen der kurzen Worte, die unser Gr o ß h e rz o g mit Herrn Ulrich letzthin wieder wechselte, nicht die So- zialdemotraten vor dem Monarchen, sondern engherzige Hyperpatrioten und Philister um das Wahl der Monarchie zitterten, während in Frankreich die Sozialdemokratie vor der mächtigen Persönlichkeit des deutschen Kaisers in tiefe Furcht gerät. Wenn Herr JauröS aber in einer etwaigen Zu- sammenkunft des deutschen Kaisers mit dcm Präsidenten von Frankreich, an die ja nie ernsthaft gedacht worden ist, ein Friedensunterpfand erblickt, so hat er damit ganz Recht Sein französischer Patriotismus, seine liebessehnsüchtige Anspielung auf Elsaß-Lothringen könnte den Sozialdemokraten in Deutschland als nachahmunswertes Erempel dienen. $et Anschlag des deutschen Kaisers auf-LouSet. Die französischen Patrioten atmen von schwerem Alpdruck befreit auf. Eine furchtbare Gefahr drohte Frankreich: der deutsche Kaiser wollte durchaus auf hohem Meere — vielleicht auch zu Lande, wer weiß? — den Präsidenten der Republik abfangen! Freilich friedlich nur, um ihm nämlich in der Begegnung den durch die Gesetze der internationalen Höflichkeit vorgeschriebenen Gruß unter dem Donner der Kanonen auf- zuzwingen. Man stelle sich aber das Schreckliche vor: eine Begrüßung des Staatsoberhauptes Frankreichs und des deutschen Kaisers, mit Kanonen sogar! Wäre nicht jeder Schuß ein Verrat am Vaterlande, an den elsaß- lothringischen Brüdern! Als Gerücht kam die schreckliche Kunde von Rom. Sofort folgten die Augen aller Patrioten ängstlich, herzbeklommen, spähend den Bewegungen der „Hohenzollern". Dann wurde daS Gerücht zur Nachricht. Ein Diplomat hatte gewiß irgendwo einem fragenden Zeit- ungsmanne mit geheimnisvollem Achselzucken geantwortet. O, dies Achselzucken diplomatischer Schultern! Was sagt es nicht unter Umständen einem ZeitnnaSmanne, der wißbegierig hinter seinen Nachrichten her ist. Der elektrische Draht trug sie hinaus, aber, Gottlob, sie war falsch. Der Minister DelcassS selbst bestätigte, der Kaiser werde auf der anderen Seite Italiens über Venedig die Heimreise antreten. Und Frankreichs schwerbesorgte Pa- ttioten atmeten auf. Iaurös, der französische Sozialistenführer, so meldet die „Küln. Ztg.", war in Marseille, als die Nachricht von dem Anschläge des Kaisers, dem „Hinterhalt, den er Loubet stellen wollte, eintraf. Er dachte darüber nach, und dann hielt er den Sozialisten Marseilles folgende Rede: „IN dem Augenblick, wo die Vertreter deS französischen und des italienischen Volkes sich begegnen, bringen Die Telegraphenagenturen täglich Meldungen, wonach der deutsche Kaiser, der in den Gewässern Siziliens kreuzt, auf die Gelegenheit passe, an Herrn Loubet ein höfliches Telegramm zu richten und sich in irgend einer Weise in die französisch-italienische Festes- freudestörendeinzumischen. Darüber große Auf- egung in allen Staatskanzleien Europas und ebenso in den meisten französischen Gemütern. Hätten wir eine rückschrittlich oder antirevolutionür gesinnte Regierung, so würde ich jede Begegnung, jede selbst nur telegraphisch geführte Unterhaltung zwischen dem Oberhaupt deS französischen Staatswesens und dem fast absoluten Vertreter eines selbstherrlichen Militär- und Feudalstaates ernstlich fürchten; beim daraus könnte am Ende etwas wie ein Block dereuropäischen Reaktion hervorgehen. DaS aber wäre ein neues Hemmnis für die Entwicklung der Demokratie, das heißt eine neue feierliche Besiegelung der internationalen Ungerechtigkeiten, die nur durch das stete Wachstum der Demokratie in Europa beseitigt werden können. Gambetta hat gesagt: „Les grandes reparations pouvent fortir du brott". Und ich möchte hinzufügen: Anerkannt und bestätigt kann dieses Recht nur von solchen Demokratien werden, deren Prinzip eben darin besteht, baß der rohen Gewalt das Recht abgesprochen wird, über die Person deS einzelnen wie über die Geschicke ganzer Völker willkürlich zu verfügen. Wenn es indessen dem deutschen Ka iser beliebt, ein Wort des Entgegenkommens und des Friedens an das Oberhaupt deS rkwublikani- schen Frankreichs zu richten, so vermag diese Huldigung, die einer imvollen demokratischen Aufschwünge und sozialistischer Zukunftsfreu- Digkeit befindlichen großen Nation dargebracht wird, keinerlei Unrecht zu besiegeln, keine Eigentum Sa nsprüche zu ersticken, kein wohlverbrieftes Recht zu Schanden zu machen: ebensowenig kann darin ein Hindernis liegen für weitere rechtmäßige und friedliche Erfolge, die — unter heute noch unbekannten Fornten — von der sich stetig entwickelnden europäischen Demokratie errungen werden dürften. Mr können deshalb in einem solchen Schritte nichts anderes als ein neues Unterpfand des Friedens erblicken. UebrigenS hätten wir heute, wo Goethes Standbild in Rom enthüllt wird, ein Recht, daran zu erinnern, daß Goethe bei seinem Aufenthalt in Valmy in den Reihen der Braunschweiger Armee, nach dem Siege des Revolutionsheeres ausrief: Von hier und von heut an beginnt eine neue Aera der Weltgeschichte!" Meint nun Herr Jaurös, daß die Persönlichkeit Kaiser Wilhelms sdie Macht besitzt, den Präsidenten der größten europäischen Republik im Verlaufe einer kurzen Unterredung in ein „reaktionäres" Fahrwasser hinüberzuziehen, ober meint er, daß Herr Loubet nur wegen der Ehve^. einer Unterredung mit dem deutscken Kaiser gewürdigt zu iverden, alle demokratischen Anschauungen Frankreichs vollständig über Bord werfen und das preußische Regime als das einzig richtige Staatsprinzüp hinstellew, würde? Im übrigen hätte Herr Jaures richtiger von einer imperialistischen als einer reaktionären „Gefahr" mit Bezug auf den deutschen Kaiser gesprochen. Die außerordentlich hohe Meinung jedoch, die Furcht, um nicht zu sagen Ehrfurcht vor dem deutschen Kaiser, die tiefe Erschütterung, die die Bedeutung der Idee einer Begegnung des Kaisers mit Loubet bei dem französischen Sozialisten- häuptling verursacht, sind für uns Deutsche nicht wemg schmeichelhaft. Die Herren Franzosen, gleichgiltig, ob schwarz oder rot gesinnt, träumen oft in banger Unruhe von unserem Kaiser als von einem „Fliegenden Holländer". Schon 1896, als der Zar zum ersten Male nach Frankretch kam, »vußte Paris aufs allerbestimmteste, daß mrch Wilhelm IL da war, in Verkleidung natürlich, um sich mit Nr. 100 •rititittt täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Lamilten- Hütter viermal in der Woche beigelegt. -lotattonSdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Stein- brudtreL ÖL Lang«. Redaktion. ErvedMoa und Drucke reit Scho Iftraße T, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr 51. fr-tiP A uo A, Beginn der Wasierdebatte im preußischen Abgrordntenhanse. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 28. April: Vor sehr gut besetztem Parkett und gefüllten Tribünen begann heute im preuß. Abgeordnetenhaus die Beratung der wasserwirtschaftlichen Vorlagen. Statt des Grafen M- low hielt der Minister der öffentlichen Arbeiten die Einführungsrede. Da zunächst nur die Flußregulierungen zur Verhütung von Hochwasserschäden zur Debatte stehen, so hatte Herr Budde keine schwere Arbeit: bei diesen Entwürfen ist die schließliche Zustimmung aller Parteien wahrscheinlich. Die Begründung der Kanalvorlagen im Einzelnen wird sich Graf Bülow Vorbehalten. Minister Budde, dessen ruhige und sachliche Ausführungen mit Aufmerksamkeit gehört wurden, legte im Allgemeinen die Bedeutung von wasserwirtschaftlichen Santen dar und erinnerte u. a. an ein Wort Moltke's über die Nützlichkeit der Kanäle. Daß die gesamten wasserwirtschaftlichen Vorlagen in innigem Zusammenhänge stehen, betonte zwar der Minister, aber der Hinweis auf den untrennbaren Zusammenhang wurde vermieden. Die Regierung lege hohen Wert auf das Zustandekommen des ganzen Gesetzes. Obwohl Herr Budde mit Wärme und Ueberzeilgung sprach — auf den Ton des berühmten „Fest und unerschütterlich" war die Rede nicht gestimmt. Die Kanalfreunde der Linken schienen nicht allzusehr befriedigt; den ziemlich matten Beifall zum Schluß bestritten Herren von der Rechten mehr aus Höflichkeit, als aus Beipflichtungsbedürfnis. Gleich nachdem der Minister geschlossen hatte, erfolgte unten im Saal großer Auszug in die Wandelgänge. Tie Erklärungen des konservativen ?lbg. v. Loebell, ohnehin nicht durch Deutlichkeit ausgezeichnet, gingen stellenweise verloren. Immerhin war zu entnehmen, daß die Rechte noch eine Anzahl Bedenken in petto hat speziell gegen die allgemeinen Bestimmungen über die Freihaltung der Wasserläufe. Noch kritischer äußerte sich zu diesem Thema der Wortführer deS Zentrums, Mg. Dr. Am Zehnhoff. Hier gab es sogar, worin man ein böses Vorzeichen erblicken kann, einen Zusammenstoß mit der Regierung. Der Zentrumsmann hatte von „gedankenlosem Mschreiben" aus dem Reichsgesetz gesprochen. Flicgs konstatierte Ministerialdirektor Herme s •_ Von einem tiefen Nachdenken über die Begründung der Vorlage zeuge diese Bemerkung nicht. Murren und werden, von welchen bei alsbaldiger Stillegung der angekauften Zechen die dort beschäftigten Arbeiter sowie die beteiligten Gemeinden getroffen werden würden. Zeitungsangaben über die letzte Sitzung des Kohlensvndikats lassen den Eindruck auffommen, als ob der Ankauf Dreier weiterer Zechen bevorstände, welche in den bisherigen Erörterungen der Frage in der Öffentlichkeit noch keine Berücksichtigung gefunden habe, demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß Diele drei Zechen bereits vom Handelsminister in seiner Rede vom 16. April in Betracht gezogen waren, worin er ausführte, daß, wenn es sich ledrglich um diese von ihm in Betracht gezogenen elf Zechen handele, ein Ausgleich der Interessen sich nicht al^uschwer werde finden lassen. — Der Streit zwischen Kr an kenkasse und Aerzten in Leipzig ist anscheinend an einem neuen Wendepunkt angelangt. Die Kretshauptmannschaft hatte der Kasse auf- gegeben, die Zahl der Kassenärzte auf 98 zu bringen und dafür den.25. d. M. als den äußersten Termin festgesetzt. Der Kassenvorstand hat diese Forderung der Aufiichtsbehörde nicht erfüllen können und war vor einigen Tagen um eine Verlängerung der ihr gestellten Frist eingekommen. Die Kreishauptmannschaft hat aber, wie aus Leipzig be- richtet wird, dieses Gesuch abgelehnt. Unruhe darob im Zentrum. Wesentlich günstiger war die StellungsnalMe der Nationalliberalen und oer Freisinnigem Die Abgg. Schmieding und G l a tz e l (natL) gaben der Erwartung Ausdruck, daß diesmal ein glüalicher Stern den gesamten wasserwirtschaftlichen Vorlagen leuchten möge. Ebenso hoben die Abgg. Dr. Wimmer (Frs. VolkSP.) und Brömel (Frs. Ver.) hervor, daß sie die Vorlagen als ein zusammenhängendes Ganze betrachten. Frhr. v. Zedlitz (Frks.) belobte Dagegen Die Regierung, daß sie bte Hochwasser- und Die Kanalvorlage nicht in einen Gesetzentwurf zusammengebracht habe. Der erste Gesetzentwurf über die Freihaltung der Wasserläufe wurde schließlich an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen, in dieselbe Kommission der alsdami folgende und im ganzen gut aufgenommene Gesetzentwurf über Maßregeln zur Verhütung von Hochwassergefahren in den Provinzen Brandenburg und Sachsen. Tas Interesse der Tribünen flaute im Laufe der Sitzung mehr und mehr ab. Erst bei der Kanalvorloge Dürf- ten die Ereignisse zu erwarten sein. S MsWM" 0 '«<* ä v-zua»vr-t»r ▼ ijv ÄüMk K’.« monatUch75Ps,viertel« Gießener Anzeiger General-Anzeiger " tSE«* »mt» M Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZ —————— zeiaentetl: Hans Beck. 5 e 5 £ 00IF“ 1 du~„S'„ - E o 5uE a E U 3 o - C 0.5 E fers aufgesteM, d atz Vie Verleger Kk:anzvllhIer-Wc>rinS und Lange- Gießen sich in eine von den Abgeordneten Damm und Pennrich einberufene Zeitungsverleger-Konferenz eingeschmuggelt hätten. Tatsache ist, daß von 11 jüngst in Frankfurt versammelten hessischen Amtsblattverlegern 7 eine Einladung zu jener Konferenz erhalten hatten. Diese Amtsblattverleger beschlossen, aus jeder Provinz einen Delegierten zu der Konferenz zu entsenden und zwar die Herren Wittich- Darmstadt, Kranzbühler-Worms und Lange-Gießen., Trotzdem diese drei Herren sich deutlich in die Präsenzliste der Kvnferenz einzeichneten und Herr Wittich den erwähnten Tatbestand vor den Versammelten sofort feststellte, wird jetzt diese bereits in anderen Blättern richtig gestellte freche Behauptung von „Einschmuggelung" wiederholt. Wir hängen hiermit dieses verleumderische Gebühren niedriger und glauben erwarten zu dürfen, daß angesichts solcher absichtsvollen Verdächtigungen die Herren Abgeordneten Damm und Pennrich sich endlich entschließen werden, allem wetteren schlechten Geschwätz durch eine öffentliche Erklärung den Boden zu entziehen. * * Die Spar -und Leihkasse Gießen, jetzt S8e- zirkssparkasse Gießen, ist durch Entscheidung Großh. Ministeriums ibe3 Innern vom 23. l. Mts. als öffentliche Sparkasse gemäß des Sparkassegesetzes anerkannt worden. * * Der Konzert-Verein, dem es bisher nicht möglich war, zu der von ihm sehr warm begrüßten Idee eines Theater- und Saalbauprojektes einflußreich Stellung zu nehmen, hat beschlossen, sich jetzt auch in den Dienst dieses, für das nrusikalische Leben so wichtigen Unternehmens zu stellen. Zu diesem Zweck wird der Verein am Sonntag den 5. Ium ein großes Extra-Konzert in der Turnhalle veranstalten, worauf wir heute schon Hinweisen wollen. Die Leitung hat selbstredend Universitäts- Musikdirektor G. Trautmann, der seinen großen Frankfurter Schülerschen Märmerchor veranlaßt hat, ohne jede Entschädigung hierher zu kommen. Weiter Mitwirkende werden die vollständige Shmphoniekapelle des Zoologischen Gartens (Frankfurt), sowie eine Sängerin von Ruf sein. Die Preise sind die üblichen (Sperrsitz 3,50 Mk. 2C.), die Mitglieder des Vereins erhalten jedoch eine wesentliche Ermäßigung, die ihnen durch besondere Mitteilung bekannt gemacht wird. Eine Anzahl Karten wird auch den hiesigen Vereinen zu niedrigen Preisen tzur Verfügung gestellt werden, selbstredend nur für die aktiven Mitglieder und nur bei dar bez. Vorständen erhältlich. * * Nationaler Gesangswettstreit. Die Proben zu den am ersten Festtage zum Vortrage gelangenden Gesamtchören finden unter sehr reger Beteiligung statt, so daß ganz hervorragendes zu erwarten steht. Das Programm enthält folgende Lieder: ,Mhäfers Sonntagslied pon Kreutzer; „Der frohe Wandersmann" von Mendelssohn; „Der Soldat"" und ^Zu Straßburg auf der Schanz"" (Volkslieder) von Silcher; „Friedrich Rotbart"" von Podbertsky, mit Orchester — und voraussichtlich noch „Das deutsche Lied"' von Kalliwoda. Die nächsten Proben sind: Samstag den 30. April: 2. Baß, Montag den 2. Mai: 1. und 2. Tenor, Mittwoch den 4. Mai: 1. und 2. Baß, sämtlich im Cafs Ebel. *♦ Wirtschaft auf dem Dünsberg. Aus Anlaß der Tour des Taunus-Klubs Frankfurt a. M. am 8. Mai, von der wir bereits Mitteilung machten, wird an diesem Tage nachmittags auf dem Dünsberg Wirtschaft 'sein. Ebenso wird auf Veranlassung des Dünsberg-Vereins am Himmelfahrtstage und am 2. Pfingstfeiertage, so wie jeden ersten Sonntag nach dem Ersten eines Monats Itei günstiger Witterung Speise und Trank auf dem Gipfel des höchsten unserer Berge für jedermann zu haben sein. ** Christian Busch als Raucher. Der verstorbene Senior der deutschen Studentenschaft war bekanntlich ein starker Raucher. Die Pfeife ging, wie seine Freunde behaupteten, Christian Busch über alles. Als regelmäßiger Besucher des ehemaligen Lügentisches „in's Lotze"", war Busch der Begründer zahlreicher periodisch entstandener Rauchklubs, bei denen er immer den Oberraucher machte, der das Amt hatte, bei jedem neu hinzutretenden Mitglieds dessen Pfeife zu untersuchen, ob sie auch den natürlich nicht geschriebenen Satzungen des Klubs entsprach. Busch war nun ein erklärter Feind aller Neuerungen auf dem Gebiete der Tabakspfeife, besonders aber hatte er die sogenannten Trockenraucher, die er Bürstenpfeifen nannte, auf dem Zuge. Die lustigen Lügenbrüder bei „Lotze"", welche dies wußten, veranlaßten nun jedes neu eintretende Mitglied im Rauchklub, sich eine moderne Pfeife mit Trockenraucher zuzulegen. Mit Ernst und Würde prüfte am ersten Abend, wenn das betreffende Mitglied erschien, der Oberraucher dessen Pfeife, dann ertönte aus seinem Munde das Kommando: „Machts Fenster auf", und mit einem Ruck flog die neue Pfeife durch das geöffnete Fenster in den neben der Wirtschaft liegenden Spitalhof, zum Gaudium aller Gäste. Buschs Wahrspruch hieß: Wtznn mein Pfeifchen dampft und glüht Und der Rauch von Blätter Sanft mir durch die Nase zieht. Tausch ich nicht mit Götter. — und seine alte Pfeifenregel war: „Owe locker, unne fest, Brennt die Peife bis zum Rest." V. Butzbach, 29. Aprrl. (Eigener Drahtb ericht.) Der Branntweinfabrikant Schmidt aus Koblenz ist hier im „Hessischen Hof"" heute tot im Bette aufgefunden worden. Man gibt als Todesursache Schlaganfall an. b. Friedberg, 28. April. Eine Versammlung bezüglich der Erbauung eines Elektrizitätswerkes und eines Schlachthauses findet nächste Woche noch einmal statt, in welcher Beschluß gefaßt werden soll über die Lage der zu erbauenden Objekte, wobei jede Gemeinde das größte Interesse daran hat, die Anlagen so nah wie möglich zu haben. Guntersblum, 27. April. In großer Aufregung lebt seit einigen Tagen die Gastwirtsfamilie Metzler und mit jihr der größte Teil der hiesigen Bevölkerung. Die Tochter pes Hauses bekam seit einigen Monaten auf anonyme Weise Geschenke (goldene Uhr, sonstige Schmucksachen, Kleidungsstücke) zugesandt und vorgestern gelangte ein Brief pn ihre Adresse, in welchem sie aufgefordert wurde, bis Dienstag nach Mainz zu kommen, um die Reise nach Amerika mit anzutreten. Käme sie aber nicht, so würde sie bis Donnerstag ermordet sein. Die hiesige Gen- darwerie wurde gestern vormittag requiriert und recherchiete in Zivil. Herr Metzler reiste Dienstag vormittag nach Mainz, verständigte die dortige Polizei und nachmittags 4 Uhr fuhr die Tochter nach Mainz, wo die Schutzleute, die in Zivil gingen, sich in der Nähe des Mädchens^ aufhielten. Der Briefschreiber war aber nicht erschienen. Man ist deshalb gespannt, auf welche Weise der dunkle Schleier ge-- Ulstet wird. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Staatsminister a. D. v. Thielen, der in Wiesbaden zur Kur weilt, hat vom Kaiser eine Einladung zur Teilnahme an der Einweihung der neuen Brücke in Mainz erhalten. — Als in der Wohnung der wegen Kurpfuscherei verhafteten Naturärztin Gertrud Schmidt in Wiesbaden eine Haussuchung abgehalten wurde, fand man in ein Stück Papier eingewickelt die Leiche eines neugeborenen Kindes. Tie Schmidt behauptet, daß sie das Kind kurz vor ihrer Verhaftung geboren habe. Das Kind soll gleich nach der Geburt gestorben sein. Ob diese Angaben aus Wahrheit beruhen, wird die Untersuchung er- gcben.________________ vermischte». * Berlin, 28. April. Wegen Betruges steckbrieflich verfolgt werden der 33 Jahre alte Leutnant d. Res. Alfred v. Lilienthal und seine 26 Jahre alte Frau Klara. Lilienthal ist der Sohn einer verwitweten Generalin. Vor zwei Jahren, am 15. Februar 1902, verschwand da§ Ehepaar und seine zahllosen Gläubiger hatten das Nachsehen. Ein zweijähriges Töchterchen, das es einfach im Stich ließ, nahm die Großmutter an sich. Die Forderungen sollen in die Hunderttausende gehen. — Bei einer Kollision der Equipage des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen vor der Bildergalerie in Potsdam mit einem Radfahrer wurde die Deichsel deS Gefährtes zerbrochen. Der Prinz, sowie der Radfahrer erlitten keinerlei Verletzungen, dagegen ging das Rad in Trümmern. • Köln, 28. April. Ein gestern abend auSgebrocheneS Großfeuer zerstörte das Hirsch'sche Warenhaus vollständig. Mehrere im zweiten Stockwerke wohnende Familien wurden vor dem Eintreffen der Feuerwehren von beherzten Nachbarn, sowie Postbeamten unter Einsetzung des eigenen Lebens aus dem brennenden Hause gerettet. Das Warenhaus brannte vollständig auS. • Düsseldorf, 28. April. Wie jetzt feststeht, wird der Kronprinz zur Eröffnung der Gartenbauausstellung am Sonntag hier eintreffen. Der Kronprinz nimmt nicht am Festessen teil. • B ochum, 28. April. Die Abhaltung deS Gesangwettstreites in Dorstfeld bei Bochum, wozu 50 Gesangvereine angemeldet waren, wurde mit Rücksicht auf die Pockengefahr verboten. • Flensburg, 28. April. Der Schooner „Mara", von England nach seinem Heimathafen Wyk unterwegs, ist bedeutend überfällig und vermutlich in dem letzten Sturme mit seiner ganzen Besatzung in der Nordsee untergegangen. * Metz, 28. April. Hier wurde der Bankier Gaudy verhaftet, über deffen Vermögen das Konkursverfahren eröffnet wurde. * Madrid, 28. April. In einer Kohlengrube bei Tocina (Provinz Sevilla) wurden durch einen Erdstoß viele Arbeiter verschüttet. Bisher wurden 50 Tote und 10 Ve rwundete geborgen. ' Kaluga, 28. April. Eine Feuersbrunst zerstörte ein in der Nähe der Stadt Moffalsk liegendes großes Dorf vollständig. Der Schaden wird auf 500 000 Rubel geschätzt. • Der Einjährige Liermann vom Regiment 113, der (Stief-?) Sohn des ReichStagSabg. Preiß-Colmar hat sich in Freiburg, seiner Garnison, erschossen, nachdem er nur drei Wochen im Dienst gewesen war. Motive sind bisher unbekannt.__________________________ Kerichtssaal. Berlin, 28. April. Der frühere Heilgehilfe Hugo Walther, gebürttgt aus Bischofswerda, Sachsen, wurde heute nach dreitägiger Verhandlung schuldig gesprochen, seine Ehefrau Meta, geb. Mehlhorn auf der Dallgower Feldmark bei Berlin im September 1903 ermordet zu haben. Er wurde zum Tode verurteilt. Halle, 29. April. DaS Schwurgericht verurteilte den Bergmann Brunner aus Leimbach, der in der Trunkenheit seinen Bruder erstochen hatte, zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Ma g d e b u r g, 28. April. Zwei Offiziere wurden in der letzten Sitzung des Oberkriegsgerichts verurteilt. Leutnant H e i l m a n n vom 26. Jnf.-Regiment war am 22. März von der Anklage, eine unrichtige Meldung abgegeben und ein Meldebuch beschädigt zu haben, freigesprochen worden. Der Gerichtsherr legte Berufung ein. Das Oberkriegsgericht schloß die Oeffentlichkeit aus, sodaß über den Tatbestand nur Vermutungen und Gerüchte laut wurden. Sogar die Urteilsbegründung, die in erster Instanz öffentlich gegeben wurde (als es sich um Frei- sprchung handelte), wurde erst nach Ausschluß der Oeffentlichkeit gegeben. Das Urteil lautete unter Aushebung des Erkenntniffes der ersten Instanz auf 4 Tage Stubenarrest. — In dem anderen Falle handelte es sich um den Oberleutnant Schimpf, der in erster Instanz wegen Beleidigung eines Vorgesetzten verurteilt war. Da daö Gericht das Urteil in geheimer Sitzung verkündet hatte, mußte diese? aufgehoben werden. Außerdem hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Einige Offiziere vom hiesigen Pionier-Bataillon waren als Zeugen geladen. Die Gerichtsdiener hatten wiederholt strengsten Befehl erhalten, mit den Vertretern der Vreffe unter keinen Umständen zu sprechen. Diesmal wurde das Urteil öffentlich verkündet, es lautete auf 5 Tage Stubenarrest. — Cs werden voraussichtlich noch ein oder mehrere Duelle die nächste Folge dieser Vorgesehten-Beleidigung sein. (Frkf. Ztg.) — lieber einen Gattenmord-Prozeß wird berichtet : „Die Sonne bringt es an den Tag 1" Mit diesen Worten begann der Staatsanwalt in einem Prozeß, der vor dem Schwurgericht zu Stargard i. P. staMund. Die Hebamme Karotin e Bölter war beschuldigt, ihren Ehemann, den Stellmacher Bölter, mit Phosphor vergiftet zu haben. Im Oktober vor. Js. waren bei einem Bauernhofsbesitzer mehrere Schweine durch Vergiftung mit Phosphor eingegangen. Man forschte vergeblich nach dem Täter. Durch Umfragen in den Apotheken fahndete man nach Giftscheinen über Phosphor und deren Aussteller. In der Apotheke zu Naugard fand sich am 17. Juli v. Js. ein Gisischein, unterzeichnet: Karoline Bölter. Obgleich mit Sicherheit seststand, daß die Hebamme Bölter zu der im Oktober v. Js. erfolgten Schweinevergiftung in keiner Beziehung stand, wurde sie befragt, zu welchem Zwecke sie sich das Gilt beschafft habe. Die Befragte bestritt zunächst, daß der Gistschein von ihr herrühre, als sie dies bann aber zugeben mußte, machte sie über den Verbrauch des Giftes die widersprechendsten Angaben Dies erregte Verdacht, und da stellte sich heraus, daß am Tage nach der Ausstellung des Gistscheincs, am 18. Juli, der Ehemann der Beschuldigten, der bis dahin gesund und arbeitskräftig gewesen, plötzlich schwer erkrankt und am 19. Juli, mittags, verstorben war. Der Verdacht lag nahe, daß die Angeklagte das Gist zur Beseitigung ihres Ehemannes verwendet habe. Zwischen dem Tode des Bölter unb dem Austauchen des Verdachtes lag eine Frist von fünf Monaten. Der Verstorbene war seinerzeit ohne Vcrdachl beerdigt worden. Phosphor ist ein äußerst schnell veränderliches Gist, und es kam nunmehr in Frage, ob noch die Möglichkeit eines Nachweises der PhoSphorvergistung bestehe. Gerfchtschemcker Dr. Bischof erhielt vom Untersuchungsrichter zu Stargard am 2. Dezember v. I. die Anfrage, ob eS möglich sei, in einer Leiche, welche seit dem 20. Juli in der Erde liege, noch Phosphor nachzuweisen, und ivelche Teile der Leiche am besten zur Untersuchung gesandt werden sollten. Dr. Bischof berichtete dahin, daß es ihm schon gelungen sei, noch nach drei Monaten in einer Leiche Phosphor in unveränderter Form sestzustellen trotz der leichten Veränderlichkeit des Gistes. Wenn besonders günstige Ncbenumstände, schneller Verlauf der Ver- gistung und konzentrierte Form des Giftes, z. B. Phosphor-Latwerge, Vorlagen, sei die Aussicht aus chemischen Nachweis großer. Bei der Entnahme der Leieheiiteile sei besonders vorsichtig zi> oerfahen und der Darm möglichst tn geschloffenem Zustande zu übersenden. Die Ausgrabung erfolgte demgemäß. Es gelang Dr. Bischof, nach echs Monatei, noch unveräiiderten Phosphor im Darmkanal nachzuweisen, ein Ergebnis, das wohl als ein Unikum in der Gerichtschemie dasteht. Die Angeklagte legte nun ein offenes Geständnis ab. Sie wurde wegei, Mordes z il Ni Tode v e r ii r t e i l t. Cherbourg, 28. April. Tas hiesige Marinekriegsgerichr erkannte heute auf E i n st e l l u n g des Verfahrens gegen den der Spionage beschuldigten früheren Schreiber Martin des Marineministeriums. Martm wurde aus der Hast ent- l a s i e n. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Börserrgesctzreform. Anläßlich der Debatte im Reichs- tag über die Novelle zum Börsengesetz hat der Hanbelsmünster iinumwunden ausgesprochen, daß die Regierung die Umänderung des Gesetzes für eine notwendige Ausgabe hält. Trotzdem ist die Bankenwelt nichts weniger als zuversichtlich gestimmt, da ein recht erheblicher Teil der Reichstagsabgeordneten nach wie vor der Böile gegenüber eine ablehnende Haltung zum Ausdruck bringt. Auch ein Zentrumsredner hat sich in scharfer Weise gegen den Entwurf ausgesprochen. Die Unsicherheit, was von den beantragten Verbesserungen tatsächlich zur Durchführung gelangen wird, übt einen Druck auf die Börse aus und sind besonders Bankaktien zurückgegangen. — Ein Wechselsabrikaut im Großen. Kommerzienrat Julius Ribbert hat hinter dem Rücken seines Vaters, des Kommerzienrats Heinrich Ribbert, Wechsel auf die väterliche Firma in Höhe von 8—9 Mill. Mk. akzeptiert. Beide sind Besitzer der bedeutenden ©eibenfärberei in Hohenlimburg. Julius Ribbert hat die Aktiengesellschaft für Bergbau, bergbauliche und andere industrielle Erzeugnisse Heldburg ins Leben gerufen, deren Gründung mit einem Aktienkapital von 22 Mill. Mk. seiner Zeit Aussehen und Mißtrauen erregte. Die Heldburger Gesellschaft beruft auf den 11. und 29. Mai Generalversammlungen ein, um Neuwahlen und Statutenänderungen vorzunehmen. Die Neuwahlen sind angeblich notwendig geworden, da Julius Ribbert und noch mehrere Aussichtsratsmitglieder ausgeschieden sind und der Aufsichtsrat beschlußunfähig ist. Tie Aktien der Gesellschaft haben nirgends einen offiziellen Markt und sollen jüngst mit 80 pCt. vergeblich angeboten worden fein. Jetzt dürften sich wahrscheinlich bet noch niedrigem Gebot keine Käufer finden. Der Vater soll die Wechsel seines Sohnes beglichen haben. Arbeiterbewegung. Budapest, 28. April. Gegen 10000 Arbeiter der Bahnlinie Nagy—Barezwatuka sowie der Samborer Linie beabsichtigen in den Streik zu treten, um höhere GetzaltS- forberungen burchzusetzen. Militär-Verstärkungen sinb in bte be- brohten Gegenben abgegangen. Submissionen. 30. April. Friebberg, Großh. Hochbauamt. Vergebung von Bauarbeiten zur Erbauung einer Forstwartwohnung. Be- bingungen gegen Selbstkosten. — 30. April. Offenbach a. TI., Stabtbauamt, Abteilung für Hochbau, Herrnstr. 40. Ausführung von Klosetanlagen. Bebingungen 8 Mk. — 7. Mai. D armstabt, Großh. Kultur-Inspektion. Lieferung von Schreib- und Zeichen- Materialien für baS Jahr 1904. Bedingungen 50 Pfg. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Gottesdieost. I« der StadtNrche. Cantate, Sonntag, den 1. Mai. Vormittags 9 */, Uhr: Pfarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: MilitärgotteSdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 1 */, Uhr: Kinberkirche für bte Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der JohanneSktrche. Vormittags 9 */, Uhr: Professor D. Drews. Nachmittags 2 Uhr: Kinbergottesbienst für bie Lukasgemetnde. Pfarrer Euler. Sonntag ctbenb 8 Uhr: Versammlung unb Bibelbcsprechuno im Konfirmanbensaale der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 80. April 1904. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 1. M a i 1904. 4. Sonntag nach Ostern. Vomtittags von 6 */2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9 V. Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 f/3 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Israelitische Religionsgemeinde. HottesdienS in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 30. April 1904. Vorabend: 7.15 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.30 Uhr. Kriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.^ M. Die Impfung hat vor dem Ablauf des auf fein Geburttz- fahr folgenden Kalenderjahres stattzufinden. Meteorologische Beobachtungen der Station Hießen. April 1904. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit E ‘l Windstärke 1 Wetter 28. 2« 749,3 14,5 7,1 57 w 2 Bed. Himmel 28. 9« 749,6 12,2 8,2 78 Still. 0 Bed. Himmel 29. 7* 749,3 10,4 8,0 85 SW. 2 Bed. Himmel Höchs Niedr e Tem gste oeratnr am 2 . 2 •7.-2 7.-2$ 1 8. April j. „ 4- 14.9 “-C. t- 1.0"6. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Dberhefien für Samstag, ou. 30. April 1904: Zeitweise windig. zeitweise heiter, ^cmpeuuuv nur wenig verändert, höchstens int Norden etwas Jtegen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Carl Krailing Südanlage 22. vervollftandl'gter Neuester ßcm, herrnstr. 40. DU. - 7. Mai. Satmftabt, q von Schreib- und Zeichrw bingungtn 50 Wlg. 2/ u ,jLc>2 w"1 Ljsss^ - r 1 --C § § I ß MM tzemeinde. n>6. btttrche. , iq, den 1. Mai. issisteni Schul». lOtitSbienfl Plärrer Lui er ckirche für die WMenM 4 Pfarrer Schwabe. runetkirche. nr D. $11ro8. J. *»*Ä |mnmlmgimbSW=fN» e^kirche. Kemeinde. h Mai 1904 1°cf,DJieIt#iL Neichl- te heilig- Mffe. Ä‘-<18W ,Ot na^. ’ .'ptltbe un8Ä hunq J den, JÄ5?Ä jttgipfi säf.iM 9-lang gjft^nöen. ,0?Pbor imV? ^>'ch°s, nöl VÄÄ ____ ent. ÄW Rabe hält ? ne,e” »ach wie norS^' 3 7 b'i”nte’s«XL*5 ■ SM"”!.hs.ä, «total 3eibhn”S er tenti WtS? Erl MruT iqt”' S«t(J ^le8ram ?■ W01" 27. Ä « rt 9tunb „ S See stu lc der jc SÄ SS- Morgen: Schweinefleisch ________50 Pfg. 3929 Prima T!maw4» war, ist und B inOÄti bleibt das beste Schutzmittel geg.Motteu. 2V Pfg. Adler-Drogerie Seltersweg 39, Otto Schaaf. Mnttiches Ääöqen vom Lande für kleinen Haushalt sofort gesucht. Oslanlage 20, III. 023b7] Ordentliches Mädchen 00 Nbr. Nenstanstreike Marbnrg—Mihansen. 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W inouszusendem Verbindung g« dem Rücktritt - nach Mm ° seblt hat, so Truppenkommar den könnte. « nahmen bisher liche Vertreter d das Oouverneme zu beurteilen, I öcklkung des A ungen sind so c gebiete verlangt hinaus, die das sichtigle auch be Eisenbahn - Teta> gewehrabteilung ment der Lustsl verneurs entspr sächlich mußte m an Lrt und Sie entschieden werd alles geschehen, Wenn sich nur fräste zur nicht ausre' Leitung unsere- so wird, so bei Punkte auch ist in diesem ( Verlause d ttrinnt man den stand gelangt Lchwächung de beit bestätigen befindlichen St Muf/tani in ra HMehrere gut erhaltene, schwere «UV Lastwagen, für Bauunternehmer und Steinbruchbesitzer geeignet, sind wegen Aufgabe des FuhrwerksbetriebeS billig abzugeben. Näheres Grube Hoff- nung b. Stockhausen, Obcrh. [3916 tjichtigcs Zwcitmädchen gesucht; gute Zeuanisse eriorder- lich. Zu erfr. in der Exp. d. Bl. fflut junges, williges Mädchen V/ zum 1. Mai gefucht. [3880 Bahnhosslraße 66. 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