Nr. 50 Vrlchttvt täglich außer DonniagS. Dem Gießener ^lnzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener Zamilien- blätter oiemxal in der Woche beigelcgt Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen llniverj.-Buch-u.Slcin- bruderet. St Lange. ViedakNon, Ervedttton und Trudciet: Schul st raße 7. Adresse für D^oeschen: Anzeiger ©icfccn. /milprtd)anlrf)lu6’Jh 61. Erstes Blutt. 154. Jahrgang Montag 29. Februar 1904 Eichener Anzeiger General-Anzeiger ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezugäpret»: monatlich 75 Pt., oiertet- iähriid) Mk. S.20-, durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.^-viertel- jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen jur die TageSn»,mrner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal!2Pf^ ausivärtS 20 Pjg. Verantwortlich tür den poltL und allgem. Teil: P. Witt ko- Mr »Stadt und Land* und „Genchlssaatt: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Der tfuicg zwischen Japan unb Außlaud. Die Kriegslage. Ten letzten NachrickNen vom Kriegsschauplatz zufolge fft die Sie llung b er russischenTrupven folgende: Tie Infanterie besetzte den Weg von Soeul nach Peking Zwischen Lansang an der mandschurischen Eisenbahn und bem Ialufluß. Tie Front und die Flanke der Truppen- anssiellung ist stark befestigt. Tie rechte Flanke befindet sich in Katunghou in der Nähe der koreanischen Bey, die linke unweit Widschu. Tie Kavallerie hat den Ialufluß zwischen Nndschu und Iongampo überschritten und den Teil des Weges besetzt, welcher nach Soetschuon führt. Tie Kosaken besetzten alle Wege und befinden sich bereits 10 Meilen östlich von Poengyang. Tie „Muss. Tal.-Ag." meldet aus Port Arthur vom 28. d. M.: Man versichert mit Bestimmtheit, daß bei dem in der Nacht vom 25. Februar vom „Netwisan" zu- rückgeschlagenen Angriffe der japanischen Torpedoboote nach der ersten von der Batterie eines Forts abgegebenen Salve auf einem der japanischen Schiffe eine Explosion stattfand. Seit den beiden letzten Tagen sind keine Veränderungen eingetreten. Deute wütete ein Unwetter mit Sturm aus Norden. Ter Seegang ist sehr hoch und nmcht jeden Versuch einer Landung unmöglich. Tie japanische Gesandtschaft in London veröffentlicht ^ine amtliche Tcpesche aus Tokio, nach der feindliche Reiter vor Pingjang erschienen und von der japanischen Infanterie zurückgeschlagen wurden. Japanische Ingenieure sind nach Tfchemulpv ab» gegangen, um den dort gesunkenen russischen Kreuzer „23 a r i a g" wieder flott zu machen, derselbe soll alsdann der japanischen Flotte einverleibt werden. Sämtliche interessierten Mächte sollen darin überein- gekominen sein, den Kreuzer „Mandschur" zu entwaffnen, die Mannschaft nach Peking zu bringen und dort so lange zu behalten, bis der Krieg beendet ist. Vier Eiscnbahnzüge verließen seit Tienstag Paotingfu, um Truppen nach der nordöstlichen Grenze zu bringen. Tas letzte Kontingent wird heute abgehen. Tie Gesamtzahl der von dort abgegangenen Truppen beläuft sich auf 10 000 Mann. Alle regulären Truppen in Paotingfu werden durch solche ersetzt, die aus Tetschau (Provinz Schändung) kommen. Aus glaubwürdiger Quelle wird ge meldet, daß r u s - fische Kriegsschiffe im Golf von Suez zwei englische und ein norwegisches Schiff mit Kohlenladungen beschlagnahmten. Tem „Newyork Herald" wird gemeldet, daß die russischen Detachements in Nordkorea 6000 Mann mit 54 Kanonen stark sind. In deutschen Regierungskreisen ist man darüber erstaunt, daß England gegen den japanisch-koreanischen Vertrag und die Besetzun g Koreas durch Japan nicht protestiert hat. Cs wird erklärt, daß England hierdurch das Recht verloren habe, Protest einzulegen, falls Rußland nach Unterwerfung Japans Korea besetzen würde. In diplomatischen Kreisen wird dem Bündnis zwischen Korea und Japan große Bedeutuna beigemessen und vor allem besorgt, daß im Hinblick auf das stetige Anwachsen der russenfeindlichen Stimmung in China nunmehr auch China sich Japan anschließen werde. An Wiener informierter Stelle wird erklärt, daß, falls Rußland nicht bald einen entscheidenden Erfolg erringe, das chinesisck-e Volk von einer aktiven Teilnahme geaen Rußland nicht abzuhalten sein werde. Tie Mächte werden zu der Haltung Koreas jedenfalls Stellung nehmen, da diese das Signal zu bedeutenden Komplikationen in Ostasien geben könnte. Russische KriegSbestimmungen. Eine Ausgabe der russischen Gesetzsammlung veröffentlicht die am 27. Febr. vom Kaiser bestätigten Bestimmungen, welche Rußland während des Krieges mit Japan zur Richtschnur nimmt. Wir erwähnen daraus folgendes: Den javanischen Untertanen wird gestattet, unter dem Schutz Der Gesetze während des Kriegszustandes in Rußland zu verbleiben und friedlichen Beschäftigungen nachzugehen; ausgenommen sind die zum Bestände der Statthalterschaft im fernen Osten gehörenden Gebiete. Hinsichitlich des n e u - traten Handels sind folgende Bestimmungen zu beobachten: a) Die neutrale Flagge deckt die feindliche Ladung mit Ausschluß von Kriegskontredande. b) Neutrale Waren unter feindlick)er Flagge mit Ausschluß von Kriegskontre- bande unterliegen keiner Beschlagnahme, c) Damit die Blockade obligatorisch sei, muß sie faktisch sein, das heißt, sie muß durch genügende Streitkräfte den Zugang zum feindlichen User faktisch abschneiden. Kriegskontre- bande bilden: a) Handwaffen jeder Art und Geschütze, sowohl montiert, wie in ihren einzelnen Teilen, ebenso Panzer, b) Zubehör zu Feuerwaffen, Munition, wie Geschosse, Zünder, Kugeln, Kapseln, Patronen, Potronenhülsen, Pulver, Salpeter, Schwefel, c) Gegenstände oder Zubehör für Explosionszwecke, wie Minen, Dynamit, Pyroxilin, verschiedene Sprengsubstanzen-Leitungen, alle zur Minensprengung nötigen Vorrichtungen, d) Zubehör der Artillerie-, Genie- und Truppentrains, wie Lafetten, Protzen, Patronen- Ladungskasten, Feld-Patronen-Ladungskasten, Feldschmieden, Feldküchen, Jnstrumentenwagen, Pontons, Vrückcn- böcke, Stacheldraht, Pferdegeschirre für Trains usw. e), Gegenstände der Truppenausrüstung und Bekleidung, wie Patronentaschen, Tornister, Säbelkoppeln, Kürasse, Schanzzeug, Trommeln, F-eldkessel, Sättel, Pferdegeschirr, Uniformen, Zelte usw.). f) Nach b”n feindlichen Düsen gehende Seeschiffe, selbst unter neutraler Handelsflagge, wenn sie nach der Konstruktion ihres Rumpfes, nach der inneren Einrichtung und anderen Kennzeichen augenscheinlich für kriegerische Zwecke erbaut sind und zum Verkauf oder zur Uebergabe an den Feind nach einem feindlichen Haken gehen, g) Jede Art Schiffsmaschinen, Kessel, montiert und in Teilen, h) Jede Art Brennmaterial, wie Steinkohlen, Naphta, Spiritus usw. i) Gegenstände und Materialien für Telephonleitungen, Telegraphen, Eisenbahnen, k) Ueberhaupt für den Land- und Seekrieg bestimmte Gegenstände, ebenso Reis, Lebensmit'kel, ferner Pferde, Lasttiere und andere Tiere, welche Kriegszwecken dienen können, wenn sie auf Kosten oder an die Ordre des Feindes befördert werden. Nußland und Deutschland. Im Offiziers-Kasino zu Charkow brachte der Korps-Kommandeur des Stabes General Zurikow während des Abschiedsmahles der Offiziere des Bataillons des 10. Schützen-Regiments, welches nach dem Osten abgeht, einen Toast auf zwei anwesende deutsche Offiziere aus, die er als Vertreter einer Rußland be- freunderen Nation feierte, mit der Rußland in jahrhundertelangem Frieden gelebt habe. Ein deutscher Offizier antwortete in russischer Sprache mit einem Toast auf die russische Armee, worauf die deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Vorbereitungen. Die russische Negierung Beauftragte die Wien-Warschauer Eisenbahn, unverzüglich sieben komplette Personenzüge samt Bedienungspersonal auf die Sibirische Eisenbahn zu dirigieren. Gleiche Befehle gingen an die übrigen russischen Bahnen. Im Bereiche der Festungswerke von Warschau und Zabrze wurden alle Bauernhäuser nieder- aerissen, eine Maßnahme, die nur getroffen wird, wenn bie Festungswerke in Kriegszustand versetzt werden. Deutsches Deich. Berlin, 28. Febr. Ter Kaiser unternahm gestern einen Spaziergang, hatte eine Unterreduna mit dem Reichskanzler, besichtigte in der Bildergalerie Des kgl. Schlosses Fahnen und hörte die Vorträge des Staatssekretärs des Reichs-Marine-Amts und des Chefs des Marine-Kabinetts. —- Morgen abend um 10 Uhr setzt der Kaiser die Reise von Kiel nach Oldenburg, Wilhelmshaven, Helgoland, Bremerhaven und Nordenham fort und trifft am 5. März morgens wieder in Berlin ein. — Ter Chef des Großen Generalstabes, Graf von Schlieffen, feiert heute seinen 70. Geburtstag. — Eine Spaltung der freisinnigen Vereinigung oder, richtiger gesagt, dieser uno der nationalsozialen Elemente, die sich ihr angeschlossen haben, ist in Hamburg erfolgt. Tort sind nach der „ftreif. Htg." aus dem „Liberalen Verein", einem von der Freisinnigen Vereinigung gegründeten Verein, vier Vorstandsmitglieder ausgeschieden. In der Generalversammlung des Vereins wurde ein Schreiben dieser Vorstandsmitglieder verlesen. Sie erklärten darin: Es habe „sich herausgestellt, daß die Herren Naumann, v. Ger lach und Genossen auch nach ihrem offiziellen Anschluß an die Freisinnige Vereinigung eine sozialistische Politik mit Nachdruck verfolgen, welche unserer Ueberzeug- ung nach geeignet ist, die Freisinnige Vereinigung zu kompromittieren und von den übrigen liberalen Parteien zum Schaden des Gesamtliberalismus zu trennen." Sie mußten befürchten, daß unter der Firma des Liberalen Vereins eine nationalsoziale Politik betrieben wird, „geeignet, das bisherige freundschaftliche Verhältnis zu den übrigen bürgerlichen Parteien hierselbst zu stören." Von den vier ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern gehörten drei zu den Gründern des Vereins. — Tie rechtzeitige Fertigstellung des Etats bis zum 1. April im Plenum des Reichstages wird in parlamentarischen Kreisen als aussichtslos bezeichnet. Bis zum Beginn der Osterferien sind noch etwa 20 Plenarsitzungen anzunehmen und es ist die Turchberat- ung des Etats von vornherein ausgeschlossen, wenn noch die erste Lesung der Novelle zum Börsengesetz eingeschoben werden soll. — Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, Deutsch- lands Außenhandel mit Schlachtvieh, Fleisch und Fetten in den letzten zehn Jahren übersichtlich dar- zustellen, und hiermit eine Darstellung der Schlachtungen in den 34 deutschen Großstädten, sowie der Schlachtvieh- und Kleinhandelspreise zu verbinden. Karlsruhe, 28. Febr. Wie die Blätter melden, ist das Befinden des Großherzogs in letzter Zeit unbefriedigend. Tie Aerzte sind nicht ohne Besorgnis. Ter Großhenog steht im 78. Lebensjahr. parlamentarisches. Berlin, 27. Febr. In der heutigen Sitzung der Budgetkommission des preuß. Abgeordnetenhauses hat sich der Minister der öffentlick)en Arbeiten auf eine an ihn gerichtete Anfrage über das Ergebnis der Konferenz über die in der ersten Sitzung bereits behandelte Angelegenheit der Umleitung des Güterverkehrs dahin geäußert: Für die Verkehrsleitung soll in Zukunft die wirtschaftlich vorteilhafteste Route gewählt werden. Für die Auswahl ist aber die äußerste Grenze des Umwegs gegen den kürzesten Weg 20 Prozent festgesetzt worden. Kirche und schule. — Studentenkrawalle in Jena. Der „Reichs-» Bote" bringt unter Berufung auf Thüringer Blätter Mitteilungen über bedenkliche Reibereien in Jena zwischen der farbentragenden katholischen Verbindung „Sygambria" und anderen farbentragenden Verbindungen, die zuletzt dahin ausgeartet seien, daß Vertreter der letzteren in das Verkehrslokal der „Sygambria" eindrangen und unter „unerhörten Herausforderungen" und Skandal Hausfriedensbruch und Sachbeschädigungen begingen. Man frage, so heißt es tveiter, was eine in provozierenden Farben auftretende katholische Verbindung in dem alten urprotestantischen Jena zu fud>en habe, dessen Universität, wie es in der Stiftungsurkunde heiße, eine „Burg des echten Luthertums" fein solle. Was würde aber geschehen, wenn eine spezifisch protestantische Korporation sich an einer rein katholischen Hochschule auftun wollte? In der gesamten Jenaer Studentenschaft herrsche Erbitterung gegen die „Sygambria". Der „Reichsbote" bemerkt dazu: Die Sache hat Aveifellos einen ernsten Hintergrund. Deshalb sollten aber auch die akademischen Behörden nach genauer Untersuchung des Falles mit einer „authentischen Darstellung" desselben nicht hintanhalten, damit es klar gestellt wird, wodurch die Studenten zu solchem unbesonnenen Vorgehen veranlaßt wurden, denn Die katholischen Studenten sind jedenfalls gesetzlich berechtigt, sich zu Korporationen zusammenzutun, wie alle anderen. Der lutherische Charakter der Universität Jena ist sonst so stark durclch rochen, daß er hier mit Erfolg nicht geltend gemacht werden kann.____________________ Ausland. London, 28. Febr. TaS Deeresbud get für 1904/05 wird auf 28 900 000 Psd. Sterl. beziffert (die Verminderung beträgt 5 600 000 Psd. Sterl.), der gesamte Effek- tivbestand auf 227 000 Mann (Verminderung 8761 Mann.) Tie ständige Besatzung in Südafrika soll 21500 Mann betragen. Tie vollständige Neubewaffnung der Artillerie soll Ende März 1907 beendet fein. Indien soll Kammermusik. Gießen, 29. Febr. Ter gestrige dritte Kammermusikabend der Herren Trautmann, Nebner, Hegar war ein würdiger Schluß dieser Konzerte. Das Trio opus 100 in ES-dur von Franz Schubert eröffnete die Reihe der Vorträge, und die ausführenden Künstler zeigten wie immer, so auch gestern ihre große Meisterschaft im Ensemblespiel. Die Auffassung in der Wiedergabe der Sätze Allegro-Andante con moto — Scherzo, Allegro moderato — Allegro moderato ließ an Feinheit nichts zu wünschen übrig, und die musikalischen Schönheiten ber einzelnen Sätze wurden in befannnter Güte zu Gehör gebracht. Daß bei dieser vorzüglichen Leistung das leider nicht allzu zahlreich erschienene Publikum lebhaft applaudiert, ist nicht zu bertuunoern. Eine weitere Musterleistung boten die Herren Trautmann und Hegar mit der Sonate opus 102 für Klavier und Violoncell von L. van Beethoven, der im ganzen 5 derartige Sonaten geschrieben hat. Bei der gestern zum Vortrag gelangten Sonate hatten wir den Eindruck, als ob sie mit den beiden Sätzen Andante, Allegro vivace — Adagio, Tempo b’anbante, Allegro vivace sich eine technisch sehr schwierige Aufgabe zu lösen unternommen hätte». Das ist nun im höchsten Maße gelungen und beide Herren wurden am Schluß durch großen Beifall ausgezeichnet. Das Trio Nr. 1 von Haydn fand in den drei Sätzen Andante — Povo adagio cantabile — Finale (Rand all' Ongarese) Presto gleichfalls eine vorzügliche Interpretation durch die geehrten Künstler. Sie können mit Stolz auf die Erfolge in der letzten Saison zurückblicken. Eine angenehme Abwechslung zwischen den Kammermusikwerken bildeten die Gesangsvorttäge der Mezzosopranistin Frau Th6o Drill-Orridge, die mit dem Vortrag von fünf Liedern das Publikum zu stetig sich steigerndem Applaus veranlaßte. Die Dame ist eine vorzügliche Sängerin, d,ie ihr schönes, klangvolles Organ in allen Nüancen des Vortrags vorteilhaft verwertet. Dabei wird sie unterstützt von einer sehr deutlichen Textaussprache, die das Verständnis ihrer Gesänge wesentlich erleichtert. Das Einzige, was wir an der geschützten Sängerin aussetzen, ist ihre Neigung zum Tremolieren, die aber das Publikum nicht hinderte, ihr nach dem letzten Lied eine Zugabe von Cornelius abzujubeln. Die 5 Lieder, mit denen Frau Theo Drill-Orridge das Publikum entzückte, waren „Alte Liebe" op. 72 Nr. 1 und „Sehnsucht" op. 112 Nr. 1 von Brahms, „Friedlich bekämpsen Nacht sich und Tag" von Cornelius, „Schmerzen" von Richard Wagner undder Campagna" von Richard Strauß. Pr. • — Eine „Schlaftänzerin" erregte kürzlich in München in einem Kreis von Gelehrten, Schriftstellern und Künstlern großes Aufsehen. Madeleine G, eine junge Russin, bringt in der Hypnose den Gefühlsinhalt eines Musikstückes pantomimisch zum Ausdruck. Der Pariser Magnetopath Maanin entdeckte diese rätselhafte Eigenschaft bei der jungen Dame, die vorläufig nur in geschloßenen! Zirkeln auftritt * — Auf der Saalburg erhält Theodor Momm» fen, der sich um die Limesforschung in so hervorragender Weise verdient gemacht hat, auf Veranlassung des Kaisers jetzt ein Denkmal, das dem großen Forscher schon zu seinen Lebzeiten zugedacht war. Bildhauer Götz hat die llassi- schen Züge des Gelehrten in erhabenem Relief aus einer Steinplatte herausgcarbeitet, deren Sockel eine lateinische Widmung des Kaisers, die von Prof. Hirfchfeld abgefaßt wurde, enthält. den Vorrang bei der Verstärkung haben. Paris, 27. Febr. Ter leitende Ausschuß des Blocks beschloß nach langer und erregter Beratung von einer besonderen Untersuchung der Flottenverwaltung, die von Lockroy, Chomet und andren Feinden Pelletans stürmisch gefordert wurden, abzusehen und den HanshaltungSaiiS- schuß zu beauftragen anläßlich der Gldforderimgen für die Ausrüstung von Saigon und anderen Flottenstützpunkten, die ihm dernnäcyst zugeben werden, Pelletan über seine Verwaltung eingehend zu vernebmen. Tiefer Beschluß ist nicht als Sieg VelletanS aufzufassen, sondern lägt nur den Wunsch der Führer des Blocks erkennen, dem Kabinett augenblicklich keine Verlegenheit zu bereiten. Toulon, 28 Febr. Ter Dampfer „Punncm", welcher /)on der französischen Negierung gechartert wurde, trifft am 10. März hier ein und wird 600 Tonnen Munition für Saigon an Bord nehmen, außerdem ein Bataillon Infanterie in Stärke von .600 Mann und ein Bataillon der K'olonialtruppe, im ganzen 1100 Manu. Ende März sollen 1200 Mann folgen, welche zum Schutze der französischen Kolonien in Ost asten bestimmt sind. Nom, 28. Febr. Tie „Tribuna" begrüßt den Abschluß des Handelsvertrags mit Teutschland mit begeisterten Worten. Ter Vertrag sei der erste, der nach Annahme des 7)ohen Generaltarifs durch den deutschen Reichstag zustande komme. Er gebe so Anlaß zur Hoffnung, daß billige und gerechte .Handelsverträge überall triumphieren würden. Tie beiden Regierungen, unterstützt von den beiden Unterhändlern ersten Randes, seien einig in der Ueberzeugung, daß eine wirtschaftliche Verständig- ung zwischen Italien und Teutschland eine zweifellose Notwendigkeit wäre, die nicht durch allzulange Verband- lungen hingezogen werden dürfte. Ter Hauptpunkt des Vertrages sei, daß ein Zollkrieg vermieden werde, da der alte Vertrag in Kraft bleibe. P e t e r s b u r a , 28. Febr. Eine heute erschienene Son- oerauSgabe der Gesetzsammlung veröffentlicht einen vom Kaiser bestätigten Beschluß deS Min'sterrats, nach dem der am 26. Februar 1903 bestätigte allgemeine Zolltarif für den europäischen Handel, dessen (Geltung am 31. Te- zember 1903 abgelaufen war, und die zeitweiligen Bestimmungen des Zolltarifs für den europäischen Handel aus ein weiteres Jahr in Kraft bleiben, ebenso die Bestimmungen über Vergünstigungen bei der Benutzung ausländischer Säcke für in das Ausland versandtes, nach den russischen Häfen deS Stillen Ozeans und Finnlands bestimmtes Korn und Mehl. — AuS zuverlässiger Quelle bei 'ortet, daß einige 40 Familien jüdischer Aerzte u >5 Petersburg, Moskau und Kiew ausgewiesen werden, weil sie durch die Entsendung ihrer Familienväter nach der Mandschurei das Recht verloren haben, außerhalb des Ansiedluugs- rayonS zu wohnen. N e tv y o r k, 27. Febr. Tas vom d e u t s ch e n K a i s e r g eschenkteTenkmalFriedricb des Großen wird am 20. Oktober in Washington enthüllt. Es wird den besten Platz auf der großen Esplanade der Kriegsschule erhalten. Eine Festlichkeit großartigen Charakters ist beabsichtigt. Präsident Roosevelt und der deutsche Botschafter Baron von Sternburg, werden Ansprachen halten. — Tie „Sun" meldet aus Washington, das Kriegs- bepartement hat beschlossen, eine Statue Napoleons nahe der Stelle zu errichten, aus der sich die vom Kaiser Wilhelm geschenkte Statue Friedrichs des Großen erheben wird. (?) Aus Stadt unü Land. Gießen, den 29. Februar 1904. * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben dem Kirchendiener und Balgtreter Georg Christian Braun zu Laubach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen. "VachS MatthäuS-Passion. Wir sind ersucht -vorden, darauf hinzuweisen, daß daS Kirchen-Konzert am nächsten Freitag außerhalb deS NahmenS des Konzert- Verein 8 abgehalten wird, also Karten nur Giltigkeit haben, die speziell für den Freitag gelöst sind. Gleichzeitig werden die Inhaber von Emporbü Hnen-Plätzen (namentlich links) dringend ersucht, nicht später wie 4’/a Uhr ihre Plätze einzunehmen. Der Zugang wird nach dieser Zeit durch Mitglieder deS ChoreS benutzt, wenn nicht sogar unmöglich gemacht. Inhaber von unnummerierten Karten können aus der Emporbühne überhaupt nur in beschränkter Zahl zu- gelassen werden. "Die hiesige Handelskammer hat jungst die Einstellung der 8. Wagenklasse in die v-Züge Frankfurt— Bebra—Berlin und umgekehrt gebeten und war darin von der Hanauer Handelskammer unterstützt worden. Auf diese Eingabe erwiderte die Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., daß sie zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sei, dem Wunsche der Handelskammer aus Einführung der 3. Wagenklasse bei den D-Zügen 41 und 43 zu entsprechen. Die Züge seien jetzt schon stark besetzt, mit Beistellung der 8. Wagenklasse aber würden sie so belastet werden, daß ihre pünktliche Durchführung in Frage gestellt wäre. Uebrigens ständen den Reisenden zur Neise in der 3. Wagenklasie nach und von Berlin in den Schnellzügen 3 und 4 passende Verbindungen zur Verfügung. Ter VerkehrSauSschuß der HandelS- kanmier Hanau hat jetzt beschlossen, sich mit der Handelskammer Gießen in Verbindung zu setzen, ob event. gemeinsam die Angelegenheit auf dem nächsten Bezirkseifenbahnrat zur Sprache zu bringen fei. * ' DaS Großh. Regierungsblatt Nr. 6 enthält eine Bekanntmachung, die Bestimmungen über den Besuch der Landes Universität betreffend. • • GabelSberger Stenographen. Am Samstag abend feierte der Gabelsberger Schüler-Stenographenverein des Realgymnasiums und der Realschule im Iagdschlößchen bei Dutenhofen sein 25 jähriges Bestehen. Anwesend waren u. a. einige Lehrer dieser Schulen. Die Feier begann 4 Uhr mit einigen Musikstücken, denen die Festrede deS Herrn Chr. Pfeiffer folgte. Auch ein Theaterstückchen, „Dr. Allwissend", daS von einigen Mitgliedern hübsch arrangiert worden war, rief lebhaften Beifall hervor. Um 12.20 Uhr führte die Bahn den letzten und größten Teil der Anwesenden nach Hause. Sic konnten sich sagen, daß sie einen außergewöhnlichen und lustigen Abend verlebt hatten. • * Eine Zierde unserer Landschaft, nämlich die Baumpruppe auf jener Halbinsel in der Lahn, welche zur ehemaligen Burk'schen Mühle gehörte, ist zum Bedauern aller Naturfreunde unserer Cladt vernichtet worden. Der jetzige Besitzer der Mühle hat dieses landschaftliche Idyll niederschlagen lassen. Aber auch unser stimmungsvoller Heßler verliert von Jahr zu Jahr immer einen Baum nach den andern, ohne daß die Besitzer von Grund und Boden für Neuanpflanzungen Sorge tragen. Der VerschönerungS- verein, welcher- in den nächsten Tagen seine Mitglieder zur Generalversammlung einberuft, mag eS als eine dankbare Aufgabe betrachten, zu beraten, wie er es zu machen hat, um zu verhüten, daß in solcher Weise selten schöne Land- chaftsbilder zerstört werden. * • Die Konzerte der ungarischen Zigeunerkapelle im Neuen Saalbau gestern nachmittag und abend waren sehr gut besucht und sanden allgemeinen Beifall. Der Führer deS Orchesters Rakoczi teilt uns mit, daß er in kurzem, vielleicht Ende März oder anfangs April hier wieder ein Konzert veranstalten wird. * * Von her Jagd. Mit dem 1. März beginnt, wie unS von einem Jager geschrieben w>'rd, die Schonzeit auf männliches Rehwild, ebenso auf Enten, d. h. soweit eS sich nicht um Gewässer handelt, welche auf der einen Seite von hessischem und auf der anderen Seite von preußischem Gebiete begrenzt werden. Hier ist durch besondere Bestimmung die Schußzeit analog dem preußischen G's tze ausgedehnt bis zum 1. April. Tic Enten legen jefct und be- ginnen zu brüten. Bald beginnt der KranickHug und Schnepsenstrich: am 6. März ist Okuli, „da kommen sie"- h. h. manchmal auch nicht, wenn die W tterung nicht danach ist. Das Haar'-aub'eug wirft in d'esem Monate und, wo Schwarzwild sich aufholt, toirb man bild d'e ersten Frischlinge sehen fi'nncn Der Raubvogelmg beg'nut ebenfalls jetzt, und bald wird die Ausübung oer Jagd aus der Krähenhütte lohnend fein. * * Wie man zu einem seltenen Namen kommen kann, zeigt, so wird uns berichtet, folgende im hohen Vogel berg pi'srrte Geschichte: Ein biederer Bauersmann kommt zum P'arrer, um die „glückliche Geburt eines gesunden Jungen" anzuzeigen und gleichKeitig die Formalien jür die demnächstige Taufe des kleinen Weltbürgers zu erledigen. Als sich der P'arrer nach hem Vornamen, den das Kind erhalten soll, erkundigt, ist er nicht wenig erstaun', •u hören, daß der Kleine „Bileam" genannt werden soll. Es will ihm dies nicht recht in den Kops, aber der Bauer bleibt dabei und erklärt sein merkwürdiges Verlangen dahin, daß der „Onkel in Amerika" den „Petter" haben solle: daß der aber geschrieben habe, er würde den Petter nicht aunehmen, wenn das K'nd nicht V'leam heiße; der Onkel se! aber ein sehr reicher Mann, dem man schon den Willen hin müsse, denn bad f>t von großem Ni tz n für das Petterchen. (Also erhielt am nächsten Sonntage der Kleine wirklich in der Taufe den Namen „Bileam". Da sich der Pfarrer aber für den „bilsi schen" Petter aus Amerika interessiert, läßt er sich nach vollzogener Taufe auch einmal den „Amerikaner Vxief" zeigen. Fast hätte er aber laut aufgelacht, als er dort gescheh ben fand: „Der Kleine muß natürlich als mein Petter W i l l i a m heißen." Sicherlich war nur die Bibelkunoe des Bauern an dieser Verwechslung schuld. -o- Collar, 28. Febr. Zum Sprechverkehr mit Ehringshausen (Kreis Wetzlar), Kölschhausen und Wertorf ist vom 1. März ab Lollar zugelassen. Die Gebühr für ein Gespräch von 3 Minuten Dauer beträgt 20 Pfg. § Bad-Nauheim, 28. Febr. Der 66. Kreist urntag des Mittelrheinifchen Kreises der deutschen Turner- schast tagte heute von 10 Uhr vormittags ab in der hiesigen Turnhalle. Tie Turner und Turnvereinsvertreter des Kreises besichtigten unter der Leitung der hiesigen Turner die Quellen, Bade- Häuser und Parkanlagen. Um 10'/« Uhr eröffnete der erste KreiS- ücrtrcler, Landesturninspektor Schmuck- Darmstadt den Kreistag. Bürgermeister Kaiser-Bad-Nauheim begrüßte die Turner namens der Stadt und gab dem Wunsche Ausdruck, bald einmal die Turner gelegentlich eines Turnfestes hier willkommen heißen zu dürfen. Der Kreisvertreter Schmuck machte die interessante Mit- teiluug, daß ihm von einem Lehrer des Odenwaldes das Original eines IahubrieseS, den Jahn 1849 in Frankfurt schrieb, überreicht wurde. Der Brief wurde dem Jahn-Museum übergeben. Dem Kreis gehörten am 1. Januar 1904 21 Gaue mit 805 Vereinen an und rund 80 000 Mitgliedern, wozu nach der gestrigen Ausnahme wieder 4000 kommen. Turnerinnen gehören dem Kreis 29 012 an, 6417 mehr als im Vorjahr. Das Turnen schulpflichtiger Kinde r wird von 67 Vereinen gepflegt; daran beteiligten sich 2400 Knaben und 562 Mädchen. Der KretSvertreter hält diese Kinderriegen für sehr wichtig, bittet jedoch bei ihrer Gründung vorsichtig zu Werke zu gehen. Der größte Gau des Kreises ist der Gau Rheinhessen mit rund 8000 Mitgliedern, der Gau Hessen zählt 6700 in 51 Vereinen. Nach dem Rechenschaftsbericht für 1903, von dem Kreis-GefchästSsührer Gustav Kaminskn-Pfungsladt erstattet, betrugen die Einnahmen der Kreiskasse 8482.04 Mk., die Ausgaben 5959,82 Mk. Also besteht ein Ueberschuß von 655 39 Alk. Die Einnahmen der UnterstützungSkasfe (Rotbermel-Skistung) betrugen 3808,48 Mk., die Ausgaben 200 Mk, Die Einnahmen der Aus- bildungßkasse für Turnwarte und Vorturner betrugen 596,20 Mk., Ausgaben hat sie keine. CS beträgt demnach das Gesamtvermögen deS Kreises 4855,07 Mk. Tarrn ftabt, 28. Febr. Der hiesige VerkehrS- üerci n, dessen Mitgliederzahl auf 688 gewachsen ist, macht große Anstrengungen, um möglichst viele Sommergäste für die Stadt, die Bergstraße und den Odenwald heranzuziehen. So läßt er jetzt ein große?, mehrere tausend Mark kostendes künstlerisches Plakat anfertigen und auf dem Schloßplatz ein Verkehrsbureau errichten. Jüngst war auch vom Verein ein Preisausschreiben für die besten litterarischen Arbeiten über Darmstadt und Umgebung veranstaltet worden. Von den sehr zahlreichen Eingängen wurden vier Arbeiten preisgekrönt. Den 1. Preis von 50 Mk. erhielten: Redakteur und Schriftsteller Friedrich Hannemann und W. Rolf «mit je 50 Punkten), die beiden folgenden Preise A. W. Beauclair und Gerichtsassessor H. O. Becker. sd. Darmstadt, 28. Febr. Der 28 Jahre alte Obermälzer HanS Dünkel, welcher schon eine Reihe von Jahren in der Brauerei von Schönberger in Groß-Bieberan zuletzt als Braumeister tätig war und sich allgemeiner Achtung erfreute, hat sich vor einigen Wochen heimlich entfernt und in seiner Heimat Hamburg erschossen. Der Fall ist umso ausfallender, als D. schon einige Jahre mit der Tochter eines benachbarten Mühlenbesitzers ein Verlöbnis hatte und demnächst heiraten wollte, zu welchem Zweck die Wohnung schon gemietet war. — In der hiesigen zahnärztlichen Polyklinik wurden im Monat Januar 1904 140 Schulkinder unentgeltlich behandelt. Darmstadt, 27. Febr. Ter Artillerie-Unteroffizier Schmidt von der ersten Batterie des Regiments Nr. 25 hat s i ch heute vormittag durch einen 2 ch u ß schwer verletzt und starb bald nach feiner Einlieferung ins Garnisvnlazarett. Furcht vor Bestrafung, die Schn'iai wegen M i s; h a n d l u n g U n t c r g e b e n e r zu erwarten hatte, bildete die Ursache des Selbstmords. — Veranlaßt den Tod deö jüngsten Sohnes des Prinzen Heinrich von Preußen, wird S. K, H. der Großherzoa seinen Aufenthalt in Kiel noch um einige Zeit ausdehnen. (Frkf. Ztg.) R. B. Tarmstadt, 28. Febr. Unferm landsmänni- schen Ticbter Gottfried Schwab soll demnächst auf der Mathildenhöhe ein Denkmal errichtet werden, wofür der Großherzog den Platz zur Verfügung gestellt bat. Um eine Gedächtnisfeier des Todestages des Dichters zu begehen, hatte der hiesige Verein für Verbreitung von Volksbildung einen RentationSabend veranstaltet, dessen erster Teil ganz aus Werken Gottfried Schwabs bestand. Hosschaufpieler Kn ispel entwarf zuerst ein kurzes fesselndes Lebensbild Schwabs und besprach und remitierte dann einige Dichtungen. Mainz, 27. Febr. Wir lesen im ,.M. TgpbL": Gestern abend gelang es in Wiesbaden einem Schutzmann, einen außerordentlich guten Fang zu tun, indem er den berüchtigten Zuchthäusler Ovp-l festnahm, welcher wegen mehrerer Verbrechen, unter anderem wegen eines schweren SittlichkeitSverbrechenS, 15 Jahre Zuchthaus ru verbüßen hatte, der vor einigen Monaten aus dem Gefängnis in Gießen aus gebrochen und entkommen ist. Seit dieser Zeit hat sich Oppel immer versteckt gehalten, und trotzdem ihn Staatsanwalt und Polizei steckbrieflich verfolgten, brachte er e4 fertig, durch Einbrüche in den verschiedensten Orten und Städten sein 2eben zu fristen. Seit einigen Wochen H elt er sich in W'esbaden auf, nächtigte im Freien oder Ju<^c in außerhalb gelegenen Hütten Unterkunft. Durch die Einbrüche kam der Gauner in die Lage, sich andere Kleider zu verschaffen, wodurch er die Zuchthaus kleid er abstreifen und sich bei Tage als freier Mann bewegen konnte. Seine letzten Einbrüche machte er in einigen Weinbergshütten am Nerobe g Dort sand er reichlich Kleider und Stiefeln. Was ihm vaßte, zog er an, die übrigen Kleider und ein paar gute Stiefeln suchte er zu verkaufen. Seine Ueberfuhrung nach dem Gefängnis in Gießen wird in den nächsten Tagen erfolgen. w. LaunSbach, 28. Febr. Die Launsbacher Jagd, welche bisher an 2 Hagener Jäger, Schneeweiß und Kinkel, für 475 Mack Iahrespacht verpachtet war, brachte bei der jüngsten Verpachtung pro Jahr 750 Mark. Die früheren Pächter legten das beste Gebot ein und erhielten auch den Zuschlag. K. Wetzlar, 28. Febr. Vor vollständig ausverkauftem Hause konzenierte heute die rühmlich bekannt gewordene 2. Gießener Bn m ba ß - G esel l schaf t, Direkten Dax, zum Besten des Dom bau fand s. Allen Darbietungen wcirde rauschender Beifall zu teil. Znsammenspiel und Solis waren vorzüglich. Dem Konzert wohnten der Landrat und viele Spitzen der Behörden bei. An Billets dürften mindestens 500 Stück verkauft sein. Besonders das ganze 9luf- gebot der Wetzlarer Schönen hatte, wie wir hören, mob'r gemacht. Heute abend spielt die Kapelle in Marburg. Frankfurt, 29. Febr. Zu den schon im heutigen Frühblatt berichteten Einzelheiten über den Mord an dem Pianohändler Lichten st ein verzeichnen wir noch folgende Mitteilung der Frkf. Ztg.: Daß der wertvolle Brillantring am Finger blieb, ist wohl nicht auf ein Uebersehen der Verbrecher zurückzuführen, sondern erklärt sich daralis, daß sich ein Ring vom Finger, und gar von dem Finger einer Leiche, nur sehr schwer abstreifen läßt. Daß der 93er- such, den Ring zu lösen, geinacht worden ist, zeigt die Lage des Reifs, der stark ngch dem Mittelglied vorgedrückt war. Eigentümlich und für die Vorsicht dec Täter charakteristisch ist, daß man auf keinem der mit leichtem ©taub bedeckten Flügel einen Händeabdruck gefunden hat. So viele Tatsachen dafür sprechen, daß mehrere Personen an der Mordtat beteiligt waren, so unentschieden ist es bis jetzt, ob nicht doch einer allein die Tat verübt hat. Es ist nach genauerer Feststellung deS Vorgangs wohl wieder glaublich, daß der Mord — daS hinterlistige Ueberfallen, Erwürgen und Erschlagen — von einem Verbrecher verübt wurde. Die Spuren sind zudem so verwischt, daß die verräterische Rtittäter- schaft mehrerer Personen fast auSgeschlosien erscheinen will. Der Behörde ist eine wichtige Nachricht zugekommen. Seit einigen Tagen soll, so heißt es, ein Klaviertransporteur vermißt werden, der in Diensten eines hiesigen Unternehmens stand, daS sich mit Möbel- und Klaviertransport befaßt. Jener Transporteur soll am vergangenen Montag bei Lichtenstein gewesen fein und ihm gesagt haben, er werde im Laufe der Woche mit einem Offenbacher Wirt wegen Ankauf eines Klaviers wiederkommen. Jener Mann ist seit etlichen Tagen nicht mehr in seine Wohnung gekommen; sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Die Beerdigung Lichtensteins wird am Mittwoch erfolgen. Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Der langjährige Chefarzt des Rochus- hoSpitalS zu Mainz, Geh. Nledizinalcat Dr. Ho chgefa n dt, feierte am 27. dS. MtS. seinen 90. Geburtstag. Trotz dec Bürde seines hohen Alters erfreut sich der hochverdiente Arzt noch voller Geistesfrische. — AuS Mainz wird geschrieben: Max Dreyer's vielfach verbotener Schwank „Das Tal deS Lebens* fand im hiesigen Stadttheater eine sehr lebhafte Aufnahme. Die Inszenierung durch Direktor Steinert war recht geschickt und acich die Darstellung wurde dem Werke gerecht. Dcrmifd>M« * Köln, 28. Febr. In vergangener Nacht gerieten zwei Holländer auf der Straße in Streit, wobei der eine seinen Landsmann durch einen Messerstich in die Halsader tötete. Der Mörder, der der Schwager des Getöteten war, wurde verhaftet. • Düsseldorf, 28. Febr. Anläßlich der diesjährigen Ausstellung wird hier am 23. und 24. Juni ein allgemeiner Frauen kongreß abgehalten werden. • Ascheberg, (Wests.) 28. Febr. Der üotgeftem bei einer Bohrung auf Kohlen entstandene ErdgaSbrand dauert unoennindert fort. Aufgeworfene Sandsäcke werden wie Federbälle in die Lust geschleudert. Die Quelle scheint unerschöpflich. • Berlin, 28. Febr. In seiner Wohnung im Tempelhof hat sich der Hauptmann H. erschossen. Den Selbstmord verübte er durch einen Schuß in den Mund, nachdem er vor einigen Tagen au6 dem Garnisonlazarett entlassen worden war. * Berlin, 27. Febr. Der Bankier Fritz Meyer wurde heute mittag auf dem Polizeipräsidium zur Vernehm- | ung vorgeführt. Er gab an, Berlin überhaupt nicht v«r- .R jiet flfl* ' _ ;Ut o(V nräfatflt nicht eini9e Ä^rvg M W !-!sK '•■eSi; P»Ä thaus, , hTr?n «Stäi Ä* Jteri Jt Wodurch er die Tage als freier .Anbrüche machte "be-g. Tort sZ ''hm vche, zog „ gute Stiefeln sL Gefängnis -N erfolgen. Launsbacher Jagd "«weitz unb Kinkel' «• brachte bei da D,orf- Tie früheren 1 erhielten auch den tändig ausverkauftem bekannt gewordene ‘ft. Direktion Tax, Allen Darbietungen »nmenfpiel und Lolis itcn der Landrat und Billets dürften min« iders das ganze Auf« 'ie wir hören, mob'r e in Marburg, i schon im heutigen den Mord an dem Mn wir noch folgende vertvolle Brillant» cht auf ein Uebersehen i erklärt sich daraus, ar von dem Finger läßt Daß der Ver. t iit, jcigt bit finge d vorgedrM war. Mn ^n\ Llaud bleckten z hat. So viele Tai- ^onen an der Mordtat bis jetzt, ob nicht doch fs ist nach genauerer t glaublich, daß der Erwürgen und 6t* verübt wurde. Die > verräterilche Ätittäter- lossen erscheinen will, ht zugekoinmen. Leit iviertranSporteur ,eS hiesigen Unterneh- > Klaviertransport be» rgong* «* '' hibtn, « «-»d « ,t $irt liegen W«"l ®«nn ist feit * t„g W»>Ä «d , (3P.-fen und den iM «*t >Ämanr (eb, ®W» 6kinlt {Sil** t r-r rK'S _ eine völliae äußere Nebereinslimmung der juristischen Promolionsordnungen bei sämtlichen 21 juristischen Fakultäten des deutschen Reiches hcr- gestellt sein. . 101.70 . 89.25 . 101.55 . . 89.60 . 100.00 . 00.00 . 100 75 Emil Pistor NacMI., Giessen. Dienstag den 1. März: Metaelsuppe. Morgen-: Wellfleisch mit ftraiit 7orzügL TriumDhator im Anstich. tzNikn. SciiariSürtifel großart. Neuheit. Preist, grat. Ad. Arras, Männl)erm 50. der vereinigten Frankfurter Ztadttheatcr. Opernhaus. den 1. ÜDlärA*): „Die verkaufte Braut/ Schauspielhaus. den 1. März'): Zum ersten Male: „Prosesior 4' \% Oesterr. Silberrente 100 30 4% Ungar. Goldrente Bestellung en auf la. lebendfrische Lerfischc erbitte mir stets schon Montag, längstens Dienstag, damit allen Wünschen meiner geehrten Abnehmer gerecht werden kann. 11811 August Wallenfels, früher H. E. Ju^hardt Marktplatz 15. Telephon 390., Äsk Haupt- u. Schluß-Ziehung der 3. Hessisch-Thüringischen StaatSlotterie beginnt bereits am 7. März d. IS. TS wird hiermit au die sofortige LoS-Srneueruug zu dieser Klasse erinnert. 1991 Vom Kriege. Niutsckwang, 28 Febr. Reutermeldung. Augenzeugen deS T tz'en Versuch'??. Port Arthur zu blockieren, erzählen, daß am Mittwoch etwa 19 Mann, die sich auf den japanischen Damp'crn befanden, in Zivilkleidung an Land anlangttn und sofort gefangen genommen wurden. Die russischen Kreuzer „Aslold" und ,.Bojan" näherten sich zunächst der javanischen Flotte, kehrten bann aber wieder zurück. Dieses Manöver hatte augenscheinlich den Zweck, die Japaner in nähere Schußweite zu locken. Dies gelang jedoch nicht. Zwei von den Japanern geschossene Granaten fielen in die Stadt. Der Kreuzer „Retwisan" dient gew's'crmesien als Hilfs'ort. Der Ingenieur, der beauftragt ist, das ©dyff flott zu machen, gab jede Hoffnung auf Erfolg auf. Das Stück, welches eingesetzt wurde, um das von einem Torpedo gerissene Leck zu stopfen, hielt nicht. Der Kreuzer „Nowik" ist wieder ausgebessert. Der Kreuzer „Pallada" liegt iw Trockendock. Petersburg, 29. Febr. Dom Tage der Kriegserklärung vis heute sind auf der sibttischen Bahn 132 Militärzüge mit Transporten von je 400 bis 900 Mann befördert worden. Von jetzt ab bis auf weiteres gehen täglich sechs Militärzüge mit Truppen ab. Alle übrigen Züge haben lediglich Prov ant'und Munition zu transportieren. London, 29. Febr. Der T o n n e r s t a g - An g r i f f auf Port Arthur erzielte schwere russische Verluste, deren Meldung die Nussm unterdrücken. Die Projektile der Japaner fetzten den inneren Hafen in Brand. Ein russischer K^eii-er wurde vernichtet. (??) — Die Chinesen von Niuttckwaug sind aufgebracht wegen der Requisition von P'-ov'ant und Vieh ohne genügende Bezahlung. Sie klagen die r u s s i s eh e n Beamten der Unterschlagung an. Die chinesischen Eisenla'nm verweigern den Nüssen die Beförderung von Proviant und Vieh als Kriegskontrebande. Tschemulpo, 29. Febr. Tie Japaner haben in den letzten Tagen nur Proviant und 4500 Pferde gelandet. Tie Zahl der bisher gelandeten Truppen beläuft sich auf 20 000 Mann. Tie Garde t|r noch nicht nach Korea transportiert. Tie Artillerie besteht aus sechs Bataillonen. Eine Landung in kleinerem Maßstabe soll augenblicklich südlich von Haidiu stattfinden, wodurch ein Vorsprung von fünf Tagemärschen gewonnen würde. 8000 Mann mit einigen Geschützen sollen augenblicklich oberhalb Soeul im Vormarsch begriffen sein. Ter Direktor der Telegraphen- Linie signalisiert das Heranrücken russischer Patrouillen. L o n d o n, 29. Febr. Nack Privatmeldungen der Blätter sollen japanische Truppen zu Lande auf Port Arthur Vordringen. Märkte. fc. Frankfurt 2007 itarteifcln. Speise« u«S k7 J. Wotsod Telephon 235. Sonnenstraße 6 $onnrr§tflO. 3.810^1. §., nachmittags 3 Uhr, werden im Bieker'schen Hofe — Neustadt 55 — gegen Barzahlung versteigert: 1 fast neuer Landauer, 2 Pferde mit kompl. Chaisengeschirr. Die Versteigerung findet bestimmt statt: 201u Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag den 1. März d. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 11 Kippwagen und andere Wagen, 2 Pferde, 1 Stepp, maschine, 4 eichene Stämme, 25 buch. Bohlen, Spazierstocke, Bleisiguren, 2 Glas-Schränke, 1 Pianino, 10 Mille Zigarren, 1 Sofa, 1 Nachttisch, 1 Spiegel pp. 2009j Born, Gerichtsoollzieher. IkHlzversteigerullg vom 26. d. Mts. ist genehmigt und können die Abfuhrscheine vom 5. Alärz an bei Frei herrlicher Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. An diesem Tage findet mich die Ueberweisung des Holzes statt. Londorf, am 27. Februar 1904. Freiherrl. Cberförfterei Rabenau. Nicolaus. 1992 Nersteimilugeil Statt besonderer Anzeige Heute abend 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere innigst geliebte Schwester, Tante und Schwägerin Fräulein Louise Bretthauer 2000 Giessen (Grünbergerstrasse 75), den 27. Februar 1904. Die Beerdigung findet Dienstag den 1. März, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt Danksagung Klein-Linden, den 29. Februar 1904. 01016 sowie für die Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Nordaiilage 21, III 1797] Wilhelm Pfeil Minna Pfeil, geb. Dauernheim. Gießen, den 29. Februar 1904. 2008 später gejucht. 1806 Mäusburg 1. 0947 1954 Köln. 01006 Gießen, den 29. Februar 1904. Restaurant Hohcnzollcrn a 315 Im Laufe der Woche: 2014 Kirchenplatz 11, 111. an. bin iML Mreiier werden gesucht. Gefl. Ang, u. 1929 a. d. Exp. d. 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(im iolilts, braBcs MWn (Witive) welches bürgerlich koci;en kaiin, zur Führung emes Heuten Haushalts gesucht. Nur beste Zeugnisse. Carl Wenzel. 2018 Frankfurter Straße 40. 01007] Mädchen können gute Stellen erhallen durch Frau Geisel, Walltorstraße 8. Lehrmädchen für den Verkauf aus achtbarer Familie zu Ostern gesucht. 1960 Modewarenhaus A. Kangmauu _______Bahnhofstraße 29_______ 0974] (ime lucht. Waschfrau sucht Frau Beloff, Tiefeniveg 13 reinliches Mädchen zu V- baldigem Eintritt gejucht. it>.