Nr. 280 Zweites Matt. 154. Jahrgang Montag 28. November 1904 ÜRototionSbrudt und Verlag der Brüh lechem UnwersitätSdruckeret. JL Lange, Gteßeru Redaktion, Expedition «.Druckerei; Schulstr. L, Tel. Nr. 6L Telegr»-Adr. i Anzeiger G letzen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. GietzeM Anzeiger Erscheint LÜgNch mit Ausnahme dev Sonntags. Die „Gießener ZamMerrblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der W^rsfilch« Landwirt erscheint monatlich einmal. Brauers mit Wucht und Kraft diesem Herrn und seinen nächsten Freunden zugeschleuderten Worten sprach eiue so warme Arbeiterfreundlichkeit, eine so reine und edle Humanität, daß sie den stärksten Eindruck selbst auf die engherzigste und selbstgerechteste Eigennützigkeit machen mußten. Hoffentlich nehinen sich die bewußten Herren die gute Lehre, die ihnen vom Negierungstische zu teil ward, recht zu Herzen und pfuschen nicht so bald wieder so unziemlich der großzügigen Sozialpolitik unserer Negierung ins Handwerk. An demselben Tage brachte der Finanzminister Dr. Gn auth den H aup tv o rans ch lag für 1905 ein. Auch für das kommende Jahr, so führte der Minister aus, sei ein Fehlbetrag unvermeidbar gewesen, aber auf 758 000 Mark zurückgegangen gegen 1070000 Mark im Vorjahre, während gleichzeitig die hauptsächlich aus Ueberschüssen der Eisenbahngemeinschaft erfolgende Abführung an den Ausgleichsfonds von 150 000 Mark im laufenden Jahre auf 680 000 Mark jm neuen Entwurf erhöht werden konnte. Der Fehlbetrag für 1905 werde aus den verfügbaren Vermögensresten der früheren Jahre gedeckt. Ter Finanzminister schloß, die Fin an zl a g e sei noch nicht gut, aber wiederum erheblich besser geworden. — So hat denn Hessen unter allen deutschen Bundesstaaten einen Finanzminister, der relativ zufrieden ist. Teß aber können wir zufrieden sein. Tie einzige Plenarsitzung des preußischen Landtags in der soeben vergangenen Woche, die Beachtung verdient, war die, in der ein Antrag des Grasen TouglaS zur Verhandlung kam. In diesem wurde die Regierung ersucht, eine Landeskommission für Volkswohlfahrt zu schaffen. Diesen Anregungen des philanthropischen Grafen wird man seine Sympathie nicht vorenthalten. Die Gebiete, mit denen sich oie beantragte Landeskommission zu beschäftigen hätte, wären die Gesundheitspflege, besonders die drei Hauptkrankheiten: die Tuberkulose, der Krebs und der Alkoholismus. Der Antrag wurde einer Kommission überwiesen. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses nahm einen Antrag an, die Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß der Wohnungsgeld-Zuschuß der Unter beamten mit Familie erhöht werde. Der F-inanzminister gab eine zustimmende Erklärung ab. Bei der 2. Lesung der Kanalvorlage werden wohl etwa 90 Konservative gegen den Kanal und 50 dafür stimmen. Won den F r e i k o n j e x - v ativ en wird die Mehrheit im Sinne des Abg. Frhrn. von Zedlitz, etwa 50, ihre Stimmen für den Kanal abgeben. Vom Zentrum dürfte etwa ent Viertel der Partei sich als Kanal-G e g n e r bekennen. Die Nationallibe - ralen werden der Vorlage ihre Zustimmung geben. Nur die Vertreter der Mosel-, Saar- und Lahn-Kreise haben sich ihre Stellung noch Vorbehalten. Der Hib ernt a-Vorlage wird die große Mehrheit der nationallibe- ralen Fraktion zustimmen. Dagegen sind nur die Vertreter der Ruhrkohlenbezirke. Der Hibernia-Gesetzentwurf will die preuß. Regierung ermächtigen, von der Dresdener Bank Aktien der „Hibernia" im Nominalbeträge von insgesamt 27 552 800 Mark zu erwerben und zu diesem Zweck eine Summe bis zu 69 500 000 Mark zu verausgaben. Ausgabe des Landtages muß es jedenfalls sein, Klarheit über die Motive dieses Vorgehens zu schassen. Anträge betreffend Revision des Einkommensteuergesetzes hat das Abgeordnetenhaus an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. In Südwestafrika hat uns ein neues Unglück betroffen. Der Dampfer „Gertraud Wörmann" ist unweit Swakopmund im Nebel gestrandet, wobei die Besatzung mit Mühe gerettet werden konnte, während Schifs und Ladung verloren gingen. Nur dem Zufall, daß das deutsche Miegssch.iff „Vineta" Hilfe zu leisten im stände war, ist es zu danken, daß größeres Unglück verhütet wurde. Ter Widerstand der Hereros ist in der Hauptsache gebrochen. Namentlich ist dies durch Abschneiden der Aufständischen von den Wasserstellen gelungen, von deren bleibendem Besitz das Ende des Feldzuges abhängen wird. Ter im ungarischen Parlament tobende, durch hartnäckige Obstruktion stets von neuem geschürte Streit um die Geschäftsordnung hat durch das energische Eingreisen des Ministerpräsidenten Grafen Tisza einen unerwarteten Abschlug gesunden. Es handelt sich im wesentlichen darum, ob der 1867 zu stände gekommene „Ausgleich" zwischen beiden Reichshülsten auch fernerhin in Kraft bleiben oder ob eine Neuordnung der Tinge eintreten, d. h. ob ein von Oesterreich losgelöstes, selbständiges Ungarn geschaffen werden soll. Die magyarische Patriotenpartei ist mit dem Wahlspruch: „Ungarn den Ungarn" natürlich für letztere Lösung und hat das lebhafteste Interesse daran, einen neuen Ausgleich zu verhindern. Dazu bot sich ihr im Abgeordnetenhause durch geschickte Handhabung der schlaffen Hausordnung Gelegenheil. Durch Obstruktion wurde ein Arbeiten des Parlaments unmöglich gemacht, sodaß eine Reform der Hausordnung, nach der z. B. der Präsident der Kammer nicht Disziplinargewalt besaß, berechtigt war. Durch die Annahme des Antrags Daniel, demzufolge bis zum 1. Januar k. I. die Frage des Ausgleichs mit Oesterreich erledigt sein muß, ist das Parlament in den Stand gesetzt, seine Arbeiten wieder in ordnungsmäßiger Weise fortzusetzen. Das aber entspricht ganz und gar nicht dem Willen der stürmischen akademischen Jugend in der Hauptstadt Ungarns. Sie nahm irgend eine Kleinigkeit zum Vorwand, um am letzten SamSmg vor dem Universi- tätsgebüude eine große lärmende Demonstration zu veranstalten. Da diese in wüste Exzesse auszuarten drohte und die die Zugänge der Universität besetzt haltenden Polizisten mit allerlei Gegenständen beworfen wurden, drang die Polizei in das Universitätsgebüude ein und trieb die Studenlen bis ins dritte Stockwert hinauf, wobei sie von der blanken Waffe Gebrauch machte. Mehrere S t u d e n t e n wurden durch Säbelhiebe schwer v e r - letzt. Schließlich zog die Polizei infolge einer Aufforder- !Braun den Abg. Brauer überschüttete, daß dieser ob des argen Rüffels sich fröstelnd in sich selbst verkroch. Aus Herrn Volitische Wochenschau. Gießen, den 28. November 1904. Die Botschaft von dec Verlobung Sr. K. H. unseres Großherzogs mit I. D. der Prinzessin Eleonore von Solms-Lich, die heute vor acht Tagen aus unserem Nachbarstädtchen Lich eintraf, vernahm das hessische Volk freudigsten Herzens, und in ganz Deutschland fand sie lebhaften Widerhall. Aus allen Orten unseres Großherzogtums und aus allen deutschen Landen kamen sowohl nach der Verlobung als am Geburtstage des Großherzogs Kundgebungen, die von der frohen Anteilnahme an dem hessischen Fürstenglück beredtes und zum Teil schwungvolles Zeugnis ablegten. Rühmend gedachte man allenthalben des persönlichen Wirkens des „leutseligen und hochgebildeten hessischen Monarchen", wie ein preußisches Blatt Naumannscher Richtung sich ausdrückte, und rückhaltslos äußerten sich in der gesamten deutschen Presse beste Wünsche, an deren volle Erfüllung wir glauben dürfen. Während sich die deutschen Reichsboten noch bis morgen, Dienstag, der goldenen Freiheit erfreuen dürfen, setztender hessische und dec preußische Landtag ihre Arbeiten in gemächlicher Weife fort. Eine Reihe von Anfragen aus Oberhessen kamen in der Hess. 2. Kammer in dec vorigen Woche zuerst zur Verhandlung. Einen zweiten landwirtschaftlichen Professor an unserer Universität werden wir nicht erhalten, dagegen steht die Habilitierung ein es Privatd ozenten für Landwirtschaft bevor. Die Anregung des Abg. Köhler vetr. die Einrichtung von landwirtschaftlichen Unter- r i ch t s k u r s e n für Lehrer an ländlichen F o r t b i l d u n g s - schulen lehnte Staatsminister Dr. Rothe ab, weil es nicht angängig sei, den ländlichen Fortbildungsfchulunterricht aus landwirtschaftliche Fragen allein sestzulegen Die Ansicht des Abg. Köhler, daß diese Stellnngnahine e.n Mange an In er- esse für die Landwirtschaft bekunde w.es Alnnster.alrat Eisen Huth mit Nachdruck zurück. Schon der Mangel an geeigneten Lehrkräften lassen den Wunsch Köhlers als undurchführbar erscheinen: aber auch prinzipielle Grinde rechtfertigen die ablehnende Haltung. Abg. Kohler hat soeben in Form eines Jiiit.ativantrages die Angelegenheit nochmals zur Be- sprechring vorgelegt. Die Anträge des Zentrumsabg. Schlenge betr. V e ru n r e - n, g u n g d e r F l u s s e hat d.e Regierung m,t einem längeren Pr°n,°n,or,a beantwortet, indem d^e gemeinsam mit den übrigen Regierungen zu ergreifenden Maßregeln anaeknndiat werden. Am Tage darauf begann die Generaldebatte über den Gesetzentwurf einer staatlichen Schlachtvichver- sichcrung. Roch einer weitschweifigen Auseinandersetzung, die mehrere Stunden in Anspruch nahm, ivurde der Art. 1 der Vorlage, der das Prinzip ausspricht, daß im Großherzog, tum eine staatliche Schlachtviehversicherungsanstalt auf Gegen- seitigkcit mit Versicherungszwang errichtet wird, einstimmig angenommen. Sodann auch das ganze Gesetz im wesentlichen angenommen. An demselben Tage blamierte sich ganz unsagbar der Abg. Brauer während einer Debatte über den Sonntags- betrieb in kleinen Mühlen. Er machte kalt lächelnd der Regierung denVorwurs, sie treibe Arbeiter«ufhetz»ng. Ais Ministerialrat Braun it)in sofort nachwies, daß er ohne Kennluisse der gesetzlichen Bestimmungen über den Mühlen- betrieb gesprochen habe und daß der Vorwurf der Aufhetzung auf ,hn zurückfalle, drehte Herr Brauer mit verblüffender Ungeniertheit den Spieß um und erllürte bewundernswert naiv, er habe eigentlich „Arbeiteraufklärung" sagen wollen und der Ausdruck Arbeitervcrhetzung aus einem Zuruf des Abg. Ulrich aufgcsangen und wcitergegebcn. Wundervoll erfrischend war das Slurzbad. mit dem darauf Miiuiterialrat Bekanntmachung. Der Kreisstraßen - Neubau Flensungen—Stockhausen— Freienseen wird wegen Unpassierbarkeit infolge der nassen Witterung für jeden Fuhrwerksverkehr gesperrt. Als Zufahrten nach Stockhausen können die Feldwege von Flensungen und Freienseen benutzt werden. Gießen, den 23. November 1904. Großherzogliches Kreis amt Gießen. _ ____________I. V.; Dr. W a g n e r. Bekanntmachung. Auf Grund des § 42 der Verordnung vom 13. Januar 1900 die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betreffend, hat das Großh. Ministerium der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch und Berggrundbuch für die Gemarkung Beuern vom 15. Dezember 1904 an als angelegt anzusehen ist. Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten noch bis zu dem gegebenen Zeitpunkt zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des Großh. Ortsgerichtsvorstehers zu Beuern und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden. Gießen, den 26. November 1904. Großherzogliches Amtsgericht. KcKannlmachung. Betr.: Schäftende in Grünberg. Unter den Schafen des Hermann Kreuder zu Grünberg ist die Reude ausgebrochen. Sperre ist verhängt. Gießen, den 26. November 1904. Grohherzoglu'm's ^ireisamt Gießen. 5- 23-: Hechler. ung des Rektors wieder ab. Die verwundeten Studentey wurden von der fteiwilligen Rettungsgesellschast verbunden und ins Hospital übersüyrt. Graf Tisza ist jedenfalls der rechte starke Mann, um nicht nur die ungeberdige Jugend, sondern auch die ganze Parlaments-Opposition zur Ruhe zu bringen. Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz ist es im großen und ganzen still. An manchen Tagen werden nicht einmal die allerkleinsten Vorpostengefechte gemeldet Temnach scheint keiner der beiden Gegner Lust zu haben, ernstlich mit dem anderen anzubinden. General Kuropatkin veröffentlicht er-st jetzt den offiziellen Bericht über die Verluste in den 12 Tagen vor dem 31. Oktober. Hiernach sind 943 Offiziere und 31211 Mann verwundet oder krank. Tie Zahl der Toten ist nicht angeführt, obgleich bei den zahlreichen erfolglosen Angriffen auf General Okus Positionen nach Berichten der Korrespondenten 8000 Mann allein aus dem rechten Flügel gefallen sind. In Port Arthur sieht es nach wie vor trübe ans. Sein tapferer Verteidiger General-Stössel soll verwundet, nach anderen Meldungen sogar tot sem. Doch, kabelte erst am letzten Samstag Kuropatkin nach Petersburg, daß nach einer Depesche Stössels ein japanischer Angriff vorn 21. d. M. abgeschlagen wurde. Das Elend, hauptsächlich durch die ungellügende Pflege der Verwundete^ und Kranken veranlaßt, wächst dort aber gewiß täglich. Trotzdem ist die Garnison zum Ausharren entschlossen. Der Petersburger Korrespondent des „Echo de Paris" meldet, er habe aus sicherer Quelle erfahren, daß die Schiffe des Port Arthur-Geschwaders gänzlich kampfunfähig seien infolge der anhaltenden Beschießungen durch die Japaner, Aus demselben Grunde sei es auch unmöglich, Reparaturen vrozunehmen. Tie „9tuss. Tel.-Ag." meldet aber aus Mutden, daß vielmehr einige von den Port Arthur blockierenden japanischen Schiffen nach Sasebo abgegangen seien, um dort repariert zu werden. Jnzlvischen setzt die baltische Flotte ihre langsame Fahrt nach dem fernen? Westen fort, emsig begleitet von einem englischen Beobachtungs-Geschwader. Won Sue^ aus wird jetzt das russische Geschwader von zwei egyptischen Küstenkreuzern, die die Rceuiralität Egyptens sichersteilen, bis zu den Scheduan- Jnseln geleitet. Die Flotte darf keine Kohlen, sonders ilur Wasser und Lebensmittel an Bord nehmen. Der neue Etat fite die Kolonien. Ein neuer Titel im Etat des auswärtigen Amtes enthält Fonds zur Ausbildung eirdes eigenen Beamten st andes für die Schutzgebiete, dessen Zwecke eine besondere Denkschrift erläutert. Tie Reichszuschüsse zu den Verwaltungsausgaben der Schutzgebiete betragen: für O st a f r i k a 4 863 556 Mark (minus 1317 681 Mk); filr Kamerun 1756517 Mk. (pluS 351717 Mk.); für Südweftafrika 6 769 400 Mk. (plus 1480 950 Mk.) ausschließlich der Kosten für die Unterdrückung- der Unruhen, die im Etat für die Expedttion nach Südweftafrika ausgebracht sind: für Neuguinea 852436 Mk. (minus 55 064- Mark); für die Karolinen 161095 Mk. (minus 7305 Mk.);! für Samoa 222150 Mk. (minus 13 300 Mk.). Tie Fehlbeträge aus der Verwaltung der Schutzgebiete sind mit 3 668 610 Mark (plus 99 662 Mk.) eingestE. Ter Etat für die Expedi-^ tion im südwestafrikanischen Schutzgebiet weift im außerordentlichen Etat eine Ausgabe von 48 743 110 Mk. nach. Jm gemeldeten Nachtragsetat für 1904 sind an Ausgaben anläßlich des Eiw- geborenenaufstandes 73 580 250 Mk. angesetzt. Ter zweite Nachtrag zu dem Etat für 1904 anläßlich der südwestafrikanischen Expedition beträgt, nach.den neuesten Reichs- Etat-Veröffentlichungcu der „Nordd. Allg. Ztg.", in Einnahme und Ausgabe 76 655 330 Mark. Zu Vorarbeiten für eine Eisenbahn Windhuk—Rehoboth werden 200 000 Mark verlangt und in einer besonderen Tenkschrift begründet. Zur Hilfeleistung aus Anlaß von Verlusten infolge des Aufstandes werden weitere 5 Mill ion en M ar k gefordert. Zur betriebsfähigen W iederber stellung der Hafenanlage von Swakopmund werd eie 2 200 000 Mk. als erste Rate gefordert. Eine Tenkschrift legt die Nottvendigkett einer Eisenbahn Windhuk— Keetmanshoop dar; erst nach Fertigstellung der Pläne für die TeÜstrecke Windhuk—Rehoboth könnten Vorschläge für ein wetteres Vorgehen in dieser Angelegenheit gemacht werden. Als Spurweite würde die Kapspur zu Grunde gelegt werden, um späterhin einen Anschluß an die Kapbahn zu ermöglichen. In der Terckschrift betreffend die Hilfeleistung aus Anlaß der Verluste infolge des Eulgeborenenaufsiarrdes wird befürwortet, daß in der Regel die Hilfeleistungen als nmft rückzahlbare Zuwendungen zuzubilligen sind und nur auesnahmsweise, wie beispielsweise kapitalkräftigen Gesellschaften gegenüber, von der Form des Tur- lehns Gebrauch gemacht wttd. Ter G e s a m t s ch a d e n durch den Hereroaufstand sei auf 7 Millionen Mark zu schätzen, von denen 4y2 Millione n auf B i e h s ch a d e n entfallen. In einem Bericht des Ansiedelungskommissars Rohrbach heißt es u. a.: Ein Verschulden crnzelner Wander Händler, das übrigens der größte Teil derselben jetzt mit einem graut samen Tode gebüßt hat, ist nicht zu leugnen, aber darum darf nicht die Meinung aufkommen, daß jene an sich den Aufstand verschuldet haben, und vollends nicht, baß die Menge der Ge- swädigteu für die Ausschreitungen jener mitverantwortlich zu machen ist. Ferner wird gesagt, die Zukunft des Landes liege, abgesehen von Mineralien, in seiner großen Eullvickelungsfühigkeit als Weideland für Groß- und Kleinvieh. Tie bisherige Entwickelung sei relativ rasch gegangen. _______ Uslilische Tagesschau. Wilhelm II. und Roosevelt. Der Kaiser hatte nach, der Denkmalsfeier ick Washington nachstehendes Telegrainm an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gerichtet: „Tief bewegt durch den Trinkspruch, den Sie bei Jhrent Festmahl auszubringen die Güte hatten, und durch die ergreifende und glänzende große Rede zu Ehren meines! großen Vorfahren, bitte iü) Sie, den Ausdruck meines tiefsten und herzlichen Tankes entgegenzunehmen. Tie Freundschaft zwischen Teutschland und den Vereinigtenj Staaten, deren Eckstein Friedrich legte, ruht auf fester, granitener Grundlage, iin5 indem ich in seine Fuß stapf en trete, ist cs für mich, seinem Nachfolger, eine angenehme, Pflicht, an der Kräftigung der Bande zwischen! unseren beiden ? bi kern fortzuarbeiten. Ter SchiedSvern .■ griff stehen, wird ein neues nut’ starte Glied sein, Amerika mit Deutschs land tit friedlichen Beziehnnjgcn ynn Besten der Zivilisation zu verknüpfen, und er möge die Gefühle gegenseitiger Achtung und Kameradschaftlichkeit zweie r großer und i n n g e r Völker fördern helfen und dauernd ihrer friedlichen Weiterentwicklung zu gute frmnnen. Von gmrzem Herzen N'ünsche ich Mnerika und seinen Bürgen^ die mir aufrichtige Bewunderung einflößen. Fortschritt und Gedeihen. Wilhelm." Hieraus ist aus Washington folgende Antwort ein- qetroffen: ^,Mit dankbarer Anerkennung las ich die freundliche Botschaft Eurer Majestät, und in vollstem Maße weiß ich Ihre Gesinnung der Achtung vor dem amerikanischen Volk, sowie Ihre edelmütigen, für dessen Wohlfahrt ausgesprochenen Wünsche zu schätzen. Es freut mich, daß die Gelegenheit sich mir wiederum bietet, Eurer Majestät meine Hochachtung auszndrücken und meinen herzlichen Wunsch daran zu knüpfen, mit Zustimmung aller meiner Landsleute, zum Glück und Wohl der deutschen Nation. Theodore Roosevelt." ♦ Gilt Blutbad unter den Kalmücken. Ter Petersburger Korrespondent des „Daily" Expreß" meldet, daß russische Kolonisten unter den Eingeborenen des Altai-Gebirges in Sibirien drückt, und den Absatz des oberhessischen Materials bc- schrätlkt hat, wird in Luxemburg sehr leicht gewonnen, int Gegensatz zu den erheblichen Produktionskosten, loelche der Bergbatt bei uns aufzubringen hat. Früher war die Minette wegeit ihres Gehaltes an PboSphorsäure intfcrent Erz nicht gefährlich, weil dieses nach der Verhüttung nur ein minderwertiges Eisen ergab. Doch das Tlwmasverfahren hat hierin Wandel geschaffen zum Schaden unseres heimisclien Bergbaues. Tie Minette hat dadurch einen früher nie für möglich gehaltenen Aufschwung genommen, und unsere heimischen Erze, welche ftüher nach dem Niederrhein verhattdelt wurden, dort vollständig verdrängt. Hierbei ist zu beachten, daß bei der Verhüttung von Minette die in der Schlacke zurückbleibcnde Phosphorsäure ein ivertvollcs Produkt ist, welches der Landwirtschaft als Düngemittel unentbelirlich geworden ist. Die Frachtbedingungen lassen einen Wettbewerb der ober- hessischen Erze, in weiteren Gebieten gegen die Minette nicht zu, daher muß es die erste und vornehmste Aufgabe der beteiligten Kreise sein, für die Konkurrenzfähigkeit des heimischen Produktes einzutreten und da bin zu wirken, daß eine Tarisermüßigung für die. oberhessischen Eisensteine gewährt wird, welche es ermöglicht, unser gutes Produkt an die großen Hütten am Niederrhein und in Westfalen zu verkaufen. Unstr Material bietet den Werken große Vorteile, eö ist leicht schmelzbarer und hat 45 Proz. Erz. Heute ist der Msatz der sehr zurückgegangenen Brauneisenstein- gewinnung nur noch möglich "nach Siegen, Dillenburg, Wetzlar und Lollar. Allein schon nm dem Erzbergbau in Oberhessen zu helfen, ist das Verlangen nach 'billigen Tarifen für denselben gerechtfertigt. Professor Ehelius verwies auf eine vorgelegte Karte von Oberhessen, in welche zwischen Gießen, Mücke nnd Alsfeld hunderte von Feldern rot eingetragen waren, die vom Staate zur Ausbeutung von Eisenerz verliehen sind; aber, so erklärt Chelius, betrachtet man die nnrklich vorhandenen Betriebe des Bergbaues in Oberhessen, so findet man ein recht betrübendes Bild, denn nur auf wenigen Feldern wird die Gewinnung von Eisenstein mit Energie betrieben. Das Verlangen, die Erzgelvinnnng in Oberhessen, intensiver zu betreiben, als dies bisher geschehen ist, sei gerechtfertigt, und die Anregung, die in dieser Richtung die zweite Kammer gegeben habe, sei nur zu begrüßen. Man dürfe nickt mehr Jahrzehnte lang geduldig zusehen, daß Schätze, die der Boden birgt, ungenutzt liegen bleiben. Die Regierung nnd die obere Bergbehörde werden erwägen müssen, wie man hier, ohne rigoros vorzugehen, Wandel zum Besseren schaffe. Ties liege schon im Interesse der Bewohner des Vogelsberges, denen durch einen lebhafteren Bergbau Verdienst und Arbeit zusiele. Es sei sicher, daß ein Äuffchwung in gewissen Gegenden der Provinz, entlang der Eisenbahn zum größten Teil auf beit dort betriebenen Bergbau zurückzuführen sei, denn dort, wo dieser gedeiht, rollt das Geld. Es sei fiir jene Gegenden von Bedeutung, daß pro Monat 30—40 000 Mark an Löhnen ausbezahlt werden, die dem Verkehr zugute fommcit und die ihren Einfluß auch nach Gießen hin ausüben. Unter diesen Umständen müsse es aber verdrießen, so bemerkt Ehelius, wenn man sehe, wie vorhandene Schätze nicht genutzt würden, deren Hebung der Bevölkerung Arbeit geben würde. (Schluß folgt.) Sprechsaal. (Für den Inhalt der unter bi cf er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Theater- und Saalbaufrage. Auf die Entgegnung, die meine Ausfilhrungen gesunden haben, erwidere ich: Es lag mir völlig fern, Mitgliedern unseres Komitees einen Vonvurf über „theaterpartikularisfischc" Bestrebungen zu machen, denn dieses hat sich ja die Förderung des Gesamtprojektes zum Ziele gesetzt; ich durfte mich deshalb vielmehr eins mit dem Komitee wissen, wenn ich gelegentlich einer Antwort auf die kürzlich . im „Gießener Llnzeiger" erschienene abfällige Kritik der T-ülferschen Architektur, in der zugleich einem Nur-Theater das Wort geredet wurde, versuchte, nochmals das allgemeine Interesse für das Gesamtprojekt anzuregen. . Tagegen wollte ich mich gegen die mir bekannt gewordenen einseitigen Strömungei: außerhalb des Komitees wenden, denn das ist doch klipp und klar, daß, wenn man jckwn jetzt die Hoffnung auf Zustandekommen des Ganzen aufgibt, alle die Greife der Sache fern bleiben, die für einen Saalbau Interesse urtb noch etwas besseres übrig haben. Zu den einzelnen Punkten jener Erwiderung sei, wenn sie mir z. Tl. auch sehr unwesentlich ersck^nnen, bemerkt: ad 1. In das Verbienst, bas Geiamtprojekt aufs Programm gesetzt zu haben, bürten sich Theaterverein nnb Saalbau- n er ein teilen, denn letzterer hat feine Beihilfe und Bei steuer selbstredenb nur bem Gesamtproiekte zugesagt. ab 4. Ein Spender, imb zwar eines sehr namhaften Betrages, hat seinerzeit offiziell im Komitee erklärt, daß er nur für gleichzeitige Ausführung beider Bauteile zu habm ist. Ob sich diese Stellungnakpne inzwiichen geändert hat, weiß ich 'nicht, offiziell Widerrusen ist sie nicht. Ein weiterer, noch nicht angemeldeter, voraussichtlich auch sehr erwünschter, Beitrag ist ganz unumstößlich nur für das Gesamt- profekt zu haben. 'Ferner darf wohl auch, wenngleich darüber noch nicht formell entschieden ist, der Fonds des Saalbauoereins hierher gerechnet werden. ad 5. Ob es gerade vier Bürger sind, die in danke^lsiverter Weise ein Viertel der Baukosten zugesagt haben, tut nichts zur Sache, jedenfalls sind 180 000 Mark (nicht 160 000 Mk.) in Aussicht gestellt, sodaß mit dem Saalbauvereinsfonds rimb 200 000 Mark vorweg zur Verfügung stehen. Tiefe bilden aber etwa ein Viertel der Bail kosten, die aus rund 800 000 Mk. veranschlagt sind. Allerdings ist dann noch eine Summe für innere Einrichtung hinzuzurechnen. ad 5. Tiefer Punkt dürfte wohl erst dann zur Erörterung stehen, wenn sich tatsächlich demnächst gezeigt haben sollte, daß Gießen für das Gesamtproiekt mcht zu haben ist. ad 7. Konzerte im Theater gelten in Musikerkrciscn als Notbehelf, sind dal)er nur selten (nicht etwa, wie gesagt wurde, in allen großen ünd mittleren Städten) zu fiubrö, und auch dort meist durch besondere Verhältnisse bedingt. Aufführungen von Chorwerken (wie auch Kammermusik) im Theater wären aber ein musikalisches Monstrum. a d 8. Warum soll nur das Theater den richtigen Raum für Konzertbesuch aus allen Kreisen abgeben? Es handelt sich doch bei den Platzpreifen nur um die Platzzahl. Tie beiden Säle sind aber zusammen für 1100 bis 1200 das Theater nur für 800 Pevsonen vorgesehen. Zur Schlußbemerkung: Warum soll man die Hoffnung auf das Gesamtprojekt schon aufgeben und nicht mrnehmen, daß auch die Stadt, die doch den Nutzen davon haben soll, kräftig mitwirkt, wenn auch vielleicht anfangs noch mit einer Zubuße? Es darf auch noch auf zwei Faktoren hingewiesen werden, die die Jetztzeit für ein solches Unternehmen gerade geeignet erfcheinen lassen. Tiese sind: einmal die jetzt noch verhältnismäßig billigen Baupreise, sodann der große nrnterielle Zllwachs, beit Gießen durch die in Ausftihnuig begriffenen außerorbentlich großen Slaatsbauten erfährt. Allein in den Universitäts-Neubauten werben jetzt wieder fast drei Millionen festgelegt; hiei^u kommt noch die neue Irrenanstalt. Welche gewaltigen Vorteile erwachsen Gießen aus diesen Ausführungen, an sich sowohl, als aus den großen Betriebskosten, bie sich hi Gießen umfetzen, aus Vermehrung des Personals dieser Institute sowie der Studentenzahl! Wird nicht auch — selbstredend bei aller weisen Haushaltung — die Stadt Ehre und Vorteil darin suchen, sich 'solchem, ihr von außen kommendem Aufschwünge entsprechend weiter zu entwickeln ? B e ck er. Bereinigung von Theater und Saalchau. Nach den Aussührungen von Fromme ist es unwalnscheinlich, daß die hohe Summe für das Dülfer'sche Projekt aufgebracht werden wird. Tol-er sind die Einwendungen, die gegen dieses möglich sind, gegenstandslos. Nirn streitet man sich, ob Theater oder Saalbau vorgehen solle, während jeder Unbesangene von der Notwendigkeit beider überzeugt ist. Hierbei schlägt Fromme vor, das Theater als Konzertraum zu benutzen, was in der Tat möglich ist. aber vielen Vertretern der Konzertpartei mit Recht nicht genügt. Bei dieser Sachlage frägt es sich, ob nicht ein Bauwerk möglich ist, welches bei wesentlich geringeren Kosten beiden Aufgaben gerecht wird. Ties erscheint au8fütyrbar, wenn man von der typischen Form des Theaterbaues mit den übereinandergeschachtelten Logen völlig abgeht, eine Form wählt, die den Anforderungen eines idealen Konzertraumes zugleich entspricht. Aus einem Theaterbühneuraum kann niemals ein akustisch vollendet wirksamer Raum zur Ailfstelluug von Chören usw. werden, weil die Konstruktion desselben den Forderungen der Akustik zum Teil widerspricht. Ganz anders liegt die Sache, wenn man 1) in das Zentrum der Anlauge einen gemeinsamen Saal für Theater- und Konzertbesuchor legt, 21 gegenüber dem Bühnenraum in gleicher Art mit diesem amphitheatralisch einen Raum für Konzert- speziell Chorlverke schafft, dessen Wand- nnd Deckenbeschaffenheit den Gesetzen der Akustik Rechnung trüge. Derselbe kann an Theaterabenden ohne Weiteres als Galerie-Amphitheater verwendet werden und würde hierfür bei seiner Lage in der Mittelaxe viel besser geeignet sein als viele sogenannte Galerien in modernen Theatern, deren Seitenplätze von Kundigen gefürchtet werden. 3) Dieses Amphitheater wäre von dem unter 1) genannten Saal durch einen schmalen Querraum zu trennen, der den Zugang zu dem verdeckten Orchester bildet, ohne welches ein idealer Konzertraum undenkbar ist, wie dies bei den nach Bayreuther Muster gebauten Opernhäusern schon üblich geworden ist. Tie räumliche. Stellung des Kapellmeisters ist nach dem Gesagten selbstverständlich und würde eine sehr praktische zur Ilebereinstimmung von Chor und Orchester sein. 4) Ter zentrale Saal würde Sitzgelegenheiten haben, die sowohl nach dem Bühucnraum, als auch nach dem Chorraum zu verwendbar wären, was. technisch sehr einfach zu machen ist. 5) Tie Seitenteile des Zuschauer- und Zuhörrerraumes wären unter Anpassung an die Form des Chorraumes ebenfalls amphitheatralisch anzulegen, was int Gegensatz zu den üblichen Logen mit Säulen, hinter denen man oft fast nichts sieht, einen großen Fortschritt bedeuten würde. Tas Ganze fyat eine innere Beziehung zu den Urformen des Theaters unter Berücksichtigung aller modernen Anforderungen an Bühnen- und Konzerträume. Ten Einwand, daß es so etwas nicht gibt, erkennt bet Schreiber dieser Zeilen nicht an. Es handelt sich eben um die Aufgabe, von inneren Gründen ausgehend eine passende Bau- form zu finden, nicht aber darum, irgend etwas Gegebenes nach- zuahmen. Ich habe Tlnater- und Konzerträume in manchen Ländern gesehen und durch die Vergleichung derselben unter einander und mit den Formen der griechischen und griechisch-römischen Theater die Ueberzeugung gewonnen, daß es Zeit ist, für die seelischen Bedürfnisse der Gegenwart neue Ausdrucksformen zu gewinnen, die in manchen Punkten mit den Formen des antiken Amphitheaters übercinftiinmcn, jedoch in der Tnrchführnng den Aufgaben der modernen Bühne und des Musiksestes entsprechen müssen. Mit einer solchen Vereinigung der kostspieligen Mittel räume von Theater und Saalbau wäre nun in praktischer Be- zielnmg vor alleni die Geldftage loahrscheinlich gelost, da die letzt erforderliche enorme Summe wesentlich durch die völlig getrennte Anlage bedingt ist. Ter Einsender ist bereit, falls der entwickelte Plan Anhänger findet, sich mit einem Architekten zum Entwurf einer bestimmten Skizze zusammenzufinden. S. Kerichlssaal. A n n c c y , 25. Nov. Tas Schwurgericht verhandelte gegen die Söhne des Fabrikanten Crcdiez in La Cluse, die im Juli ans ausständige Arbeiter geschossen hatten. Tret Söhne des Fabrikanten Erediez wurden zu einem Jahre Gefängnis, der vierte zu acht Monaten Gefängnis, alle vier solidarisch zur Zahlung von 12 000 Francs Entschädigung an die Hinterbliebenen der Getöteten bezw. an die Verwundeten verurteilt. Tie wegen Plünderung angeflagtcn Arbeiter wurden fteigesprochen. In Frauen kleidung wurde in Berlin vor einiger Zeit der „Schauspieler" Mbert Behrens aufgegriffen und verhaftet. In einer Nacht beobachtete ein Schutzmann ein „Tämchen". Einige verdächtige Bewegungen ließen bei dem Beamten Zweifel aussteigen, ob er wirklich eine Vertreterin des „holden" Geschlechts vor sich habe. Als er etwas näher an die „Tarne" herantrat, rief diese in den höchsten Fisteltönen: „Was wollen Sie denn von mir, ich bin doch ein anständiges Mädchen!" Ties half jedoch wenig. Ter Beamte war so ungalant, den zarten Schleier zu lüften p.nd die blonde Perrücke hochzuheben, unter der die grauen Haare des 52jährigen Angeklagten hervorschauten. Es wurde an Ort und Stelle gleichzeitig feftgestellt, daß zwei junge Kaufteute fürs vorher von derselben „jungen Tame" angesprochen worden waren. Die Folge war eine Anklage gegen Behrens wegen groben Unfugs und Beleidigung in zwei Fällen, wegen bereit Behrens vor einer Abteilung des Schöffengerichts I stand. Ter Angeschuldigte versuchte sein Verhalten als einen „harmlosen Uff" hinzustellen; dem widerfprach jeboch seine mehrfache Vorbestrasung wegen gleicher Vergehen. Ter Gerichtshof berücksichtigte bei Abmessung des Strafmaßes bie Gemcingesährlichkeit eines berarfigen Treibens und erkannte auf zwei Monate Gefängnis. bewährt bei y Darmkatarrh. T Diarrhoe, Brechdurchfali etc. üfeke$ K*nder= '—- mehl 3 Abspannung u. Blutarmut der sind meist eine Folge geistiger oder Nerven- Ueberanstrengung Solche Frauen benötigen F iS# Udl vor allen Dingen ein kräftiges Frühstücks- n. Abendgetränk, wie es der Hausens Kasseler Hafer-Kakao ist, der mit Wasser od. Milch gekocht, die Blut-Beschaffenheit bessert, die Nerventätigkeit anregt u. eine reichliche Anbildung der JKörper- gewebe, Muskulatur u. von Fett bewirkt, n. so der Blutarmut u. der vielfach auf unbewusstes Hungergefühl zurückzuführenden Magennervosität vorbeugt. Bei gesunkenem Ernährungszustand giebt es kein besseres Kräftigungs-Mittel als der von mehr als 10 000 Aerzten emphohlcn Hausens Kasseler Hafer-Kakao, der auch für Kinder das behömmlichßte Getränk ist. Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. hv6/ie _ _ fiir Kranke. Warme,geschützte L AH wVintCrKMö IUT am Südabhang des Tatmus. Bel BAH xdv fflfiwva KStt F8S8) lieh eingerichtete, kleine Ans BiWW CT6® Wch» wSlS ufm (bis 80 Patienten). Centrale Heiz MD MM W MM nnd Beleuchtung, geheizte Li ■ W MM M VUII halle und Corridore. Borgs» ■ W wß' ■ ■ WBy m ■ Verpflegung. (Ddpendance Minderbemittelte). Prospecte franco. Dr- M* Schulze-Kahleys*. Nervenarzt. Sanatorium Hofhelm im Taunus. Hautjucken SS'SE Bernau, 18. Mai 1902. Ich bestätige hierdurch gerne, dass ich mit Obermeyers Herba- Seife sehr zufrieden war. Das Hautjucken war nach Stägigem Gebrauche vollständig geheilt. Den Rest des Stückchens verwandte ich gegen Bartflechte, die ebenfalls bald beseitigt war. Hochachtend Th.Wüst. Postassistent. Z. h. i. a. Apoth., Drog. u. Park. p. St. 50 Pf, u. 1 Mk. Obenneyer & Co. G. m. h. H., Hanau. ssl,/n Steiuhagcn (Wests.) den 1. November. Aus ber Weltanö» stellttng in St. Louis erhielt bie Steinhäger Brennerei H. C. König, Steinhagcn für ihren Steinhäger (Marke: Steinhäger- Urquell) bie goldene Medaille. 8601 Bekaimtmaämnq. Der Voranschlag der Gemeinde NöthgeS für das Rechnungsjahr 1905 liegt vom 1. Dezember l. Fs. an acht Tage lang auf dem Burgermeisterei-Burean dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Röthges, den 28. November 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Röthges. Meckel. ' 8585 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Nonnenroth pro 1905/06 liegt vom 30. November l. Js. ab acht Tage zur Einsicht der Interessenten auf Großh. Bürgermeisterei offen. 8595 Nonnenroth, ernt 26. November 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Nonnenroth. Jakob. Verein „Jugendfreund". Der Verein beabsichtigt auch in diesem Jahre, gleich wie in früheren, armen, bedürftigen Kindern zum Weihnachtsieste eine Freude zu bereuen und richtet die Bitte an alle Edeldenkende um Zuwendung von Geldbeträgen, Zigarrenspitzen, Staniolkapseln :c. Gaben nehmen dankend an: Bourgeois, Buchbindermstr.; H. Doering, Rendant: M.Dörr, Schlosserms^: Friedrich, Monteur; A. Fröhlich, Generalagent; Oberblbllotbekar Dr. Heuser; I. Hartmann, Kreisamtsregistrator P.; M Jaskowsky, Gastwirt: E. H. Müller, Schreinermeister; C. W. Mulch, Lehrer; C. Roth II., Weinhändler. Id26/11 Ortslmllkkllkch Gießen. Mittwoch den 7. Dezember 1904, abends 8»/a Uhr, mbklltliche ®rnrtol=Dtrfamiiiliiiio im Postkeller. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung von der GenerallVer- sammlung deutscher Ortskrankenkassen zu München. 2. Wahl der Rechnungsprüfunaskommission. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes und der Ersatzmänner. B28/11 Wir bitten die Herren Delegierten, möglichst vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Sämtliche 0aekzutaten zur Feinbäckerei insbesondere Mandeln, Haselnußkerne, Rosinen, Sultaninen, Korinthen, selbstgestoßenen Zucker, fst. Puder- Zucker, Streuzucker, Zitronat, Orangeat, Anis, Oblaten, Zitronenöl, Rosenwasier, Amonium, Pottasche rc. re. empfiehlt in nur tadellosen feinsten Qualitäten. Christian Wallenfels Marktplatz 17. a”/n Telephon 262. Gegründet 1826. Dhotographische Apparate l ; ’ Und Zubehöre 8080 ) . ' zu Original-Fabrikpreisen. \ ,1 Dunkelkammer zur freien Benutzung. — Katalog gratis. < ' PaMehandlnnq Heinrich Noil r ' . Telephon 292. MäuSbnrg 7. / Einrahmungen 3) Verschiedenes. 8604 ft. i M V) S o 3 E ,Cb> O* c 5 en ra ns rs rs PQPQPQ CQ Cä> en ra Für die herzliche, überaus wohltuende Teil^ nähme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sprechen wir hiermit unseren innigsten E ’S W E E tL> Gießen, den 28. November 1904. In den Eichgärten 27, t= B e W 131 H Gießen, den 26. November 1904. nvrhrgirts Die Beerdigung findet Mittwoch den 30. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 8603 Messaline, Louisine Ar -4r -A- -4r Bengalin, Jupons in den neuesten Lichtfarben. Stratzenwart ist am Samstag verschieden. Die Beerdigung findet Dienstag den 29. d. Mts., nachm. 272 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Tagesordnung: den Aussichtsrat. Wieseck, den 28. Novetnbcr 1904. Für den Aussichtsrat. I. V.: Müller. cn e en 3 je ce N k—» un - 3 E re o iS ° Todks-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unfern irmigst geliebten Gatten, Vater, Bruder und Schwager Sttril Ludwig Dreiling Straßenwärter Samstag nachmittag 7V4 Uhr im Alter von 48 Jahren plötzlich zu sich zu rufen. 8591 Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Mittelweg 24), den 26. November 1904. Die Beerdigung findet Dienstag den 29. November, nachmittags 2l/2 Uhr, von der Kapelle des neuen Fried- hpfes^M, statt._____________________________________ t: .2 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang nnd Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fm fUtljnrimi Ar«»!- lUroc. sagen innigsten Dank । Familien Wenker iinh Tchäfee ßNHelischer Weiier-Lereiii. Unser Mitglied Hm Ludwig Kreiling ‘3 e Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Gattin, Mutter, Tochter, Schwiegertochter und Schwester Frau Elisabeth® Baduin geb. Hillgärtuer nach filtern, schwerem Leiden gestern abend 10 Uhr zu sich zu rufen, was wir Verwandten, Freunden und Bekannten tritt der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. Ter tieftrauernde Gatte nebst Kindern. Gießen (Leihgestemerweg 21), den 28. November 1904. o> b> e: en ra e E 2 — ZD en c (U tca Hdreßbud) der Stadt u. des Krafts friedberg — für 1905 = mit besonder; sorgfältiger Bearbeitung der Städte friedberg / Bad-Nauheim = Butzbach / üilbcl — genaue Pläne dieser Städte vornehme Tlusftattung Preis Mk. z.- in elegantem Lemenband vriihl'fche UniverfitätZ^ buch- u. Stemdruftcrei ===== Verlag der Hdreßbüdjer ===== für die Kreise gießen und friedberg L c en 2 O Carl Nowack - —- Modewarenhaus. ......... General - Versammlung. Dienstag den 6. Dezember, abends 8 Nhr, findet die General-Versammlung des ftlik- Ni Psrslhid-Bmitt za Wicht E. G. in. u. H. bei Gastwirt Georg Weller statt. Für die Ball-Saison empfehle ich neue Seidenstoffe Grosse Gemälde-Ausstellung im früheren Kaisergarien, Seltersweg. Nur noch 3 Tage. Carl Leib, Franz Gaisser, Verkauf zu staunend billigen Preisen. Kunsthändler,___________07145 Räumunas- usverkaufs Mittwoch, 30. November, abends Schluss meines eB m w Spezial-Geschäfte für Leinen, Wäsche, Betten und Schlafzimmer-Einrichtungen. Giessener Konzert - Verein. Sonntag den 4. Dezember, abends 5*4 Uhr im grossen Saale des Gesellschaftsvereins Drittes Konzert. Erster Künstler-Abend. Frau Teresa Carreno (Klavier) Herr Hans Vaterhaus (Gesang). Programm: 1) a. Notturno op. 62 Nr. 1 . . , b. Etüde Gesdur . . . . . c. Walzer Asdur op. 42 « , < d. Polonaise op. öS «... 2) a. Fussreise...... b. Greisenges&ng . . . « . e. Ernste Gesänge Nr. 4 ... 3) Symphonische Etüden . . . , 4) a. Arie a. d. Barbier von Sevilla . . b. Hochzeitslied..... 6) a. Impromptu op. 90 Nr. 2 . . . b. Soirfce de Vienne Nr. 6 c. Marche militaire .... Fr. Chopin. . Hugo Wolf. . Fr. Schubert, t Jobs Brahms. , B. Schumann. . G. Rossini. . C. Loewe. . Fr Schubert. . Schubert-Liszt. . Schubert-lausig. Eintrittskarten zum Konzert für Nichtmitglieder zu Mk. 3.00 (Sperrsitz 4.00 Mk.) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challler (Rudolph’s Nacht.), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Oeffnung des Saales 472 Uhr. Gültigkeit haben blaue, rote und rotweisse Karten, ungültig sind gelbe Karten. Das vierte Konzert (Erster Chorabend) findet am 14. Dezember in der Stadtkirche statt. Mendelssohn: Paulus. 8549 NI. Kann, Kirchenplatz 8 CD Wäsche- und Aussteuer-Geschäft 8571 Stals-Hirit. in allen Preislagen, Bl Tisch- Wäsche Bett- Wäsche Normal- Wäsche Leib- | Wäsche I sa so Bös I. Januar 1905 habe die Preise meiner sämtlichen Waren bedeutend ermässigt Ziehung I. Klasse am 6. u. 7. Dezember. 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Dietz. pWrV.......— ■ - 1 ] Theater ■ Verein 3. Vorstellung: Donnerstag, 1. Dezember 1904. Gast: Gisela Schneider aus Berlin. 1) Die Schulreiterin. 2) Chansons. Lustspiel von Pohl. (Bunter Teil.) Frische ger. Kieler Bücklinge ä. 6 Psg., per Kiste 1,60 Mk., neue Rollmöpse ü 6 Psg., 100 Stück 5,75 Mk., Sardinen, BiSmarckhertnge, marin. Heringe, Bratheringe, Aal in Gelee, empfiehlt billigst 8805 Eb. Dort. Ende gegen 10% Uhr. Anfang 8 Uhr pünktlich. > Reparieren • Polieren in tadelloser Ausführung Gebrüder Georg 05960 Wietzen. Selteröweg 67. 240. Klavier Stimmen 3) Abschiedssouper. Lustspiel von Schnitzler. ......... —...... 111^ TtAislhe l^Mlni- oii Asbtst-Kllljl'lkllte^ Hummllchläuchc Mr alle Zwecke, Hrelvricmen sowie sämtliche technische Artikel für maschinelle Betriebe. Billets bei Herrn Challier und an der Abendkasse zu Mk. 5.—, 4.—, 3.— (für Mitglieder im Vorverkauf zu Mk. 4.50, 3.50, 2.50) und Mk. 2.— (für Studierende). va8/u