Br. 254 Erschein« ,«glich außer Sonntag«. Dem Dteßener Anzeiger werben im Wechsel mit dem «elfischen Landwirt die Gießener Zamitten« Höller viermal in der Woche beigelegt. Notatton-druck u. Der« lag der B r ü h l 'scheu Univers.-Buch-u. Stein- bruderti. 9t Lang«, Redaktion, ttrpcbttton und Druckerei: Schulflratze 7, ttbrefie für Deveschenr Anzeiger Wietzen. Fernsprechanichluß 9h 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Freitag Z8. Oktober 1904 AW ■■ AAU OilPKr General-Anzriger EK Amlz- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen vezagSveei-, monatlich 75 Pf^ viertel- jährlich Mk. LL0. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen tüt bie Tagesnummer bis oormUtag- 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auSwärtS 20 Pfg. verantwortlich füt den polit. und allgem. Teilt P. Witiko: füt »Stadt und fianb* und .Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seite«. hier. gegen Scheinwerfer auf ihn richtete und ihn mit einem n Kugelregen überschüttete, ohne daß und '6 LorpedobootSzerstürer von agir Schlachtschiff ^Ouccn* und neun Torpedobootzerstörer sind dort abgegangen. wozu lade, Schlachtschiff /Dtoi Korfu eingetroffen. rur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen schloffen sind. Die Einwendungen sind schriftlich (Papier in Men- größe) abzufaffen und zu begründen. Büdingen, den 26. Oktober 1904. Ter Großherzogliche Feldbereinigungskormnissär: Schnittspahn, RegierungSoffessor. gegeben worden. Aber daS An halten der baltischen Flotte, das die Russen wohl nicht ohne Widerstand geschehen lassen würden, käme ohne weiteres einer Kriegst- er Harun g gleich. Im Fall eines Angriffskrieges 'wird unweigerlich Frankreich an die Seite Rußlands gerufen! Der russisch-französische Bündnisvertrag macht jede freundschaftliche Vereinbarung zwischen Paris und London fassung, daß man an Waynvorstellungert glauben Miß'; es gelüstet den Kater nach Hering! Ob Freund, ob Feind, das ist ganz gleichgiltig. Mes, was dem Geschwader au' hoher See begegnet, wird einfach angeknaltt, selbst ein finnischer Dampfer, der die russische Flagge extra hißt, wird mit einem wahren „Kugelregen" überschüttet. Selbst im Nebel, wenn anders die Sinne nicht umnebelt sind, ist doch ein Heriugsboot nicht zu verwechseln mit einem Torpedoboot, das doch wahrlich anders armiert ist, als eine Fischerdschunke. Es liegt merkwürdig viel System in der Methode, mit der ba§’ baltische Geschwader Schiffe anderer Nationen anrempelt! Das ist eine an Piraterie grenzende Gewalttätigkeit. Von einem „beklagenswerten Versehen" kann in allen diesen Wiederholungsfällen nicht die Rede sein. Nur eine so hochgradig gesteigerte Nervosität, die bis zur Gemeingefährlichkeit gediehen ist, rechtfertigt die entschiedensten GegenMaßregeln im Interesse der gesamten Schiffahrt der Neutralen. Die Ausübung dieser Seepolizei, nötigenfalls' durch Anhalten der baltischen Flotte, wird jedenfalls vorläufig England übernehmen. England allein hat in den zur Verfügung stehenden zahlreichen Kriegsschiffen, die bereits zusammen gezogen sind, die wirffamen Mittel dazu. Nun kommen wir zu der überaus wichtigen Frage: SteuertRußl and äufeinenZusam Men stoß Mit europäischen M'ächten hin? Zwar ist bis jetzt, entgegen einer Meldung der „Daily Mail", den englischen Forderungen noch nicht die Form eines Ultimatums findet daselbst statt: Dienstag, den 15. November 1904, vormittag- von 9 */, bis 10 y2 Uhr, ich die beteiligten Grundbesitzer mit dem Ansügen ein- daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausge- Wir befanden uns am 21. Oktober bei den Hornsriss-Fisch- gründen an der jütländischen Westküste. Vormittags passierten fünf große russische Schiffe, abends neun weitere. Nördlich von uns befand sich ein großer Frackstdampfer. Um 8.15 Uhr wurden wir durch Scheinwerfe r beleuchtet: gleich darauf fielen die ersten Granaten in unserer Nähe. Ein russi- schesSchiff feuerte nach allenSeiten,bis80 Schüffe in der Minute. Gegen 9Vs Uhr kam der Frachtdampfer in unsere Nähe und lenkte das Feuer auf sich. Bei dem Licht des Scheinwerfers konnten wir das Aufschlagen der Granaten dicht bei diesem Dampfer beobachten. Wir sahen dann südlich einen zweiten Scheinwerfer und in der Nähe des uns beschießenden Schiffes Granaten ausschlagen. Wir blieben unbeschädigt. Nach 11 Uhr kam keine Granate mehr. Ein anderes Kriegsschiff beschoß anscheinend das auf uns feuernde Schiff. Ferner kommt aus Gesle in Schweden vom 27. Du. folgende Meldung: Ter Kapitän des in Helsingborg beheimateten Dampfers ,,A l d e b a r a n", der gestern abend hier angekommen ist, berichtet: Am Freitag abend um 10 Uhr wurde der „Aldebaran" im Skagerack von fremden Kriegsschiffen, Erscheinend von russischen Kreuzern, verfolgt und mit einem Scheinwerfer beleuchtet. Tann vermehrte ein Kriegsschiff seine Geschwindigkeit, passierte den „Aldebaran" und feuerte e i n e n S ch u ß ab, der aber keinen Schaden anrichtete. Ter „Aldebaran hißte jetzt die Flagge, hielt aber nicht an, worauf der Kreuzer wieder einen Scheinwerfer auf ibn richtete und ihn mit einem zunichte. In Paris wird unter dem Druck der Befürchtung, an die Seite Rußlands gerissen zu werden, die Entwickelung! der Dinge mit großem! Unbehagen verfolgt. England wird eifrig davor gewarnt^ den Bogen zu Überspannen und zu viel von Rußland zu verlangen. Das' „Echo de Paris" versichert pathetisch: „England würde ein Verbrechen begehen, wenn seine Flotte versuchen würde, der russischen den Weg zu verlegen. Der erste Kanonenschuß würde ganz Europa in Brand stecken." Hinter diesen 233 antun gen und Ratschlägen verbirgt sich nur schlecht die Besorgnis, möglicherweise Krieg führen zu müssen mit kolossalen Opfern, einen höchst unpopulären, widerwillig aufgezwungenen Krieg, bei dem nichts zu gewinnen ist. Rußland befindet sich "in der Lage des verzweifelten Spielers. Der ostasiatische Krieg hat bisher einen Verlaus genommen, daß das Ansehen Rußlands auf lange Jahre hinaus erschüttert ist. In solcher Situation liegt, wie wir schon bei früherer Gelegenheit Ms'führten, die Versuchung nahe, sich nach Teilnehmern umzusehen, einmal w mit der Hülfe vielleicht die Kriegslage günstiger zu gestalten, ferner, um das Odium der Mißerfolge noch durch einen anderen mi1> ttagen zu lassen. Frankreich kann sich nicht aus dem Streit femhalten, die Ereignisse sind stärker als die Personen. Ter erste Kanonenschuß der englischen Flotte auf das baltische Geschwader, Uvingt Frankreich, sein Bundesversprechen einzulösen. Daß auch an unseren amtlichen Stellen die Verschärfung der Lage nicht verkannt wird, geht u. a. daraus hervor, daß an der Spitze der offiziösen „Nor dd. Alllg. Ztg." nichts wie an den vorhergehenden Tagen, der Zuversicht auf friedliche Beilegung des Konflikts Ausdruck gegeben wird'. Die „Nordd. 'Allg. Ztg." begnügt sich damit, auf die Zuversicht der eng- liscben Ministerreden hinzutveisen. Bon der Geeste- münoer Affäre war indes den amtlichen Stellen bei !Ab- fassung dieser Notiz noch "nichts bekannt. Jetzt hat man die nächste Nummer des offiziösen Blattes abzuwarten. Sehr bemerkenswert ist folgender Bericht Noschdjestwenskys cm den Generalstab der russischen Marine: Der erste derselben lautet: Die Affäre in der Nordsee wurde durch zwei Torbedoboote hervorgerufen, die ohne Lichter zu zeigen, im Schutze der Dunkelheit die an der Seite des Geschwaders fahrenden Schiffe angriffen. Das Geschwader ließ die Scheinweffer spielen und eröffnete das Feuer. Dabei zeigten fick einige kleine Dampfschiffe, die Fischdampfern ähnelten. Tas Geschwader suchte diese Dampfer zu schonen und stellte das Feuer ein, sobald die Torpedoboote aus dem Gesichtskreis entschwunden waren. Tie englische Presse ist darüber empört, daß das am Ort des Zusammenstoßes vom Geschwader bis zum Morgen zurückgelaffene Torpedoboot den beschädigten Schiffen keine Hilfe geleistet habe. Beim Geschwader befand sich aber nicht ein einziges Torpedoboot und niemand wurde am Orte des Zusammenstoßes zurückgelassen. Folglich blieb bei den kleinen Dampfern dasjenige von den zwei Torpedobooten, das nicht in den Grund gebohrt wurde, sondern nur beschädigt war. Wo diese Torpedoboote geblieben sind', darüber kann er keine yluskunfl geben. Sie Müssen sich unter der englischen Fischerflotte befunden haben, welche ihrerseits eines dieser nach der Unglücksnacht für ein russisches Torpedoboot angesehen haben soll. Ob sie entwischt sind, weiß er Vicht. Tie englischen Fischer haben Darüber noch nicht ausgesagt. Bei einem Interview in Bigo sagte Admiral Roschdestwenski, daß die Älffäre bei Hüll rein zufällig gewesen wäre. In der fraglichen Nacht War oas Wetter ziemlich neblig. Gegen ein Uhr morgens erschienen plötzlich zwei Fahrzeuge zwischen den beiden Divisionen, aus denen das russische Geschwader bestand; infolge des Nebels wurden die unbekannten Fahrzeuge irrtümlicherweise für apcmische Torpedoboote angesehen. Wir eröffneten sofort Feuer, weil die angeblichen Torpedoboote im Begriffe .schienen, Torpedos gegen uns zu lauzieren. Die Russen haben keine Fischer gesehen und haben auch nicht Die Wvstcherheit in den europäUchen Kewäffern ist nachgerade eine für alle neutralen Nationen der Erde ungeheuerliche Gefahr geworden. AuS dem Bremischen Hafen Geestemünde kommt heute die Meldung, daß auch der dort soeben eingetroffene Fischdampfer „Sonntag" von der russischen Flotte bei Doggerbank 2 (?) Stunden lang beschoffen, aber glücklicherweise nicht getroffen worden ist. Der Schiffsführer Kapitän Haehne berichtet: 27. Oktober folgende Meldung: Ter Kapitän des in Stavanger beheimateten Dampfers „S k a a t o" berichtet: Sein Schiff wurde Sonntag im Kanal von einem ruffischen Kriegsschiff beschossen. Als der Dampfer die norwegische Flagge hißte, hörte das Schreßen au f. Unmittelbar darauf passierten 18 Kriegsschiffe. Ter Dampfer traf Montag in London ein. . .. Nach diesen absolut zuverlässigen Meldungen -- .die ouS Gefle und Drammen werden dstrch das vsflzlose deuffche Telegraphenbureau verbreitet, und die Geeste- münder Nachricht ist ebenso über jeden Zweifel erhaben — muß man wahrlich an der geistigen Verfassung des rnsssi- schen Geschwaderchefs starke Zweifel hegen. Man denke sich: eine Flotte, bestimmt, in einem blutigen Kriege in fernem Weltteil einen entscheidenden Umschwung nach einer Kette von Mißerfolgen herbeizuführen, stürzt sich kurz hinten den Toren des Arlssayrtshafens auf ein paar Dutzend Heringsboote! Mau nahm an, daß die gelben Teufel eine regelrechte Torpedoslottille in aller Heimlichkeit, vielleicht in leeren Klavierkisten verpackt, nicht nur bis über die Kanonen von Helgoland, nein, fast bis in die Höhte deS Löwen selber, d. h. bis nach 6en Küsten von Jütland und Norwegen gehext haben, ober daß sie beabsichtigen, den Panzerkotossen mir Kausfabrteifchtssen zu Leibe zu ^ehen. DaS deutet auf eine so überreizte GemÜtsver- : gewußt, daß sie den Fischerfahrzeugen Schaden zugefügt hatten. Die Fischerftottille hat ' sicherlich keineLichter gezeigt. Der Admiral fügte hinzu, daß er auf das tiefste' den Zwischensallr bedauere, und er zweifle nicht, daß die russische Regierung Entschädigungen bewilligen würde. Roschdj'estwenskimeldet ferner noch:Das Geschädigte fremde Torpedoboot blieb bis zum Morgw bei den Fischern, welche es irrtüinlich für ein -russisches hielten und" empört waren, daß es den -Opfern keine Hilfe leistete. Es' war aber ein fr ew des', welches nicht wagte, sich fcu erkennen zu geben. Wenn unvorsichtigerweise Fischer in die Affäre hineingezogen worden sind, bitte er den Opfern das Beileid des Geschwaders auszudrücken. Nach der Sachlage konnte aber kein Kriegsschiff selbst im tiefsten Friedeni anders handeln. Das Geschwader leistete den kleinen Dampfern keine Hilfe, da es sie im Verdachte hatte, daß sie Beihilfe leisteten, denn sie versuchten hartnäckig die Linie der Schiffe zu durchbrechen. Einige von ihnen^ zeigten gar keine Lichter, andere erst sehr spat. Ein zweites Telegramm des Admirals meldet: DaS Geschwader stieß auf Hunderte von Fischern, denen es' immer die nötige Aufmerksamkeit schenkte, nur nicht alS unter den Fischern fremde Torpedoboote angetroffen wurden. Eins von den Torpedobooten ist verschwunden, das andere ist nach den Aussagien der Fischer bis zum Morgen bei ihnen geblieben. Dem englischen Minister des Äußern, Lord Lans- downe wurde ein cmsflihrlicher von Admiral Roschdjest? wenski Über den Angriff auf die Fischerflotte erstatteter Bericht mitgeteilt, der dasselbe sagt. Der Admiral äußert sein und der ganzen Flotte Bedauern darüber, daß irgend ein Fischerboot Schaden erlitten habe und Personen getütet worden sind. Lord Lans'downe äußerte, er teile die außerordentlich pessimistische Auffassung, die man anderswo hege, nicht, und erklärte, er hoffe, bald eine bestimmte, befriedigende Erklärrmg abgeben zu können, obschon eK augenblicklich unmöglich sei. Obschon keine ZeitgrenLe gestellt sei, werde um so gebieterischer die Notwendigkeit^ daß eine befriedigende Regelung erreicht werde, ehe die russische Flotte einen gewissen Kmkt * ßjuf der Ausretft erreiche. 1 Die Petersburger „Nowosti" eröffnete eine Kollekte für die bei Hüll durch die Kollision Mit deM balttschert Geschwader verunglückten Fischer. Ein Mitglied des englischen Kabinetts würbe aufgefordert, sich bereit zu halten für den Falh daß ein Kw- binettsrat notwendig werden sollte, was zweifellos' der Fall fein wird, bevor die Regierung endgilttge Schritte tut.' — Während Lord Lansdowne und der russische ©efanbte von Benckendorff in Lord Lansbow-Ms Wohnung eine Besprechung hatten, sprach der französische Botlcha.i- ter vor. Aus London wird gemeldet, der fr an zöfische Bo t* schafter Eambön übermittelte dem englischen Minister oes Austvärttgen Lansdowne das Anerbieten der französischen Regierung, ihre guten Dienste zur Regelung des englisch-russischen Streitfalles zu bestätigen, falls man dieselben behufs prompter Lösung für nützlich halte. Private Meldungen lauten: Ter erste Lord der Admiralität, Selborne, soll bereits nach Pottsmouth abgereift fein, um die Mobilmachung der Flotte zu leiten. In allen Hafen, Docks und Arsenalen herrsche fieberhafte Tättgkeit. Ueberall 'mache sich begeiftette Stimmung und der Wunsch geltend, daß es zur Vernichtuna der russischen Oftseeflotte kommen möge. Tie englische heimische Flotte hat sich auf ihrer Basis in Firth of Forth versammel. In London steht fest, daß die Regierung im Falle einer unbefriedigenden Antwort Rußlands durch die V o lk s fti m m u n g zu Gewaltschritten gezwungen werden würde. Als unbefriedigend wird jede Antwott angesehen, welche nickst die sofottige Bestrafung der schuldigen russischen Offiziere zusichert Sämtliche Blätter und Parteien sind hierüber einig. Tie Zeitungen drücken ohne Ausnahme heftige Ungeduld über die Verzögerung der russischen Antwott aus und erklären, daß die Ojb- peflotte eventuell, durch die brittsche Flotte aufgehalten werden müßte. Falls es wahr fei, daß Admiral Roschdjeftwensky den Vorfall 'für unvermeidlich erklärt habe, müsse auf dessen Entlassung bestanden werden. Tie Ansicht, daß Cmglcmd es mit feinen Drohungen nicht ernst meine, sei ein sÄverer und gefährlicher Irrtum. Slus englischen Marinekreisen wird mitgeteilt, die ruf* ische Regierung habe als Entschädigung für die Hinterbliebenen der Hüller Katasttophe 1 Million Rubel angeboten. Die Offiziere des englischen Geschwaders, welches Venedig verlassen hat, erklärten, daß, falls Rußland vor Eintreffen der nlssischen Schiffe in Port Said keine Erklärung abgegeben wbe, sich das englische Geschwader der Durchfahtt der russischen schiffe durch den Suezkanal widersetzen würde. In Gibraltar machte das englische Kanalge- chwader gefechtsklar. Es geht das Gerücht, die ganze Flotte ausgenommen das Schlachtschiff Cäsar", gehe westwärts in See, um angeblich einen Scheinangriff gegen Gibraltar anSzuführen. Einige Torpedoboote gingen nach Tanger ab. Die Tätigkeit im Arsenal wird eifrig fortgesetzt. Die Division der Mittelmeerflotte, welche in Gibraltar ermattet wird, besteht aussechs Schlachtschiffen, sämtlichen Panzerkreuzern und zwanzig Torpedobootszerstörern. In Malta sind der britische Kreuzer ^Baechante^ mit de»n Kontreadnciral Walker und das Schlachtschiff ^Atbemarle" mit dem Kontreadmiral Hamilton an Bord, ferner das förmlichen Kugelregen überschüttete, ohne^ daß ein Schuß traf. Ter Kapitän des „Mdebaran tteß jetzt den Dampfer halten und flüchtete mit seiner Mannschaft u n t e r T e ck. Das fremde Kttegsschisf verschwand darauf im Dunkeln. Der „Aldebaran" blieb unbeschädigt. Endlich kommt ans Drammen in Norwegen vom Gießen, den 24. Oktober 1904. Betreffend: Den Termin zur Einsendung der Gemeinderechnungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße« die «Arofth. Dürqorrn-istereteu deS ttreifeA Wir ermatten sofortige Erledigung unserer Verfügung vom 15. Juli lf. Js. — Kreisbiatt Nr. 92 —, soweit Sie noch damit im Rückstände sind, oder die Einreichung eines Fttstgesuchs. ________________Dr. B reihert. Sekmmlmachung. Bett.: Feldbereinigung in der Gemarkung Borsdorf; hier den allgemeinen Meliorationsplan. In der Zeit vom 1. November bis einschließlich 14. November 1904 liegen auf dem Amtszimmer Großh. Bürgermeisterei Borsdorf die Arbeiten des I. Abschnittes obiger Feldbereinigung, nämlich: der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll Vier Schiffe des englischen Mittelmeergeschwaders verließen am 27. fr. MtS. den Hafen Fiume. Der in den griechischen Gewässern befindliche Teil des englischen MittelmcergeschlvaderS erhielt Befehl, diese Gewässer mit aller Beschleunigung zu verlassen. * In Hüll wurden am 27. Cftobcv zwei der umgekommenen Fischer feierlich b e st a t t e t. Das Publikum gab seiner Teilnahme für die Opfer und seiner Verurteilung der Handlungsweise der russischen Flotte in lebhaften Kundgebungen Ausdruck. In der Nachbarschaft der Wohmmgen der Getöteten, wohin die Leichen vom Schaubause gebracht wurden, und von wo sich der Zug nach dem Friedhöfe bewegte, hatten sich tausende von Menschen angesammelt. . Der amerikanische Senator Depew machte einen Aufsehen erregenden Ausfall gegen Rußland und nannte die baltische Flotte ein Freibeutergeschwader, gegen dessen Streiche die zivilisierte Welt Stellung nehmen müßte. Er meinte ferner, wenn Rußland und Japan genug geblutet hätten, wurden die anderen Mächte dazwischen treten, unter ihnen auch die Vereinigten Staaten. Die russische Flotte in Spanien. In Villa Garzia zeigten sich am 26. Oktober der russische Kreuzer „Sivetlanctt und ein Transportschiff. Der TranSportdampfer drehte und ging in See. Der Kreuzer lief auf die Rhede ein und nahm Kohlen. Dec Dampfer »Milos" und drei Kohlenschisse machten seeklar, um den Rest des Geschwaders auf hoher Sse zu verproviantieren. Ein anderer russischer Kreuzer ist in die Bucht von Marin eingelaufen. Ein Telegramm aus Muros meldet: Das russische Transportschiff „Ajinctt ist frort vor Anker gegangen und wird Proviant einnehmen. — Beim Kap Finisterre wurden vier Panzerschiffe und zwei Torpedoboote, die keine Flagge zeigten, signalisirt. Der russische Botschafter in Madrid, Schewitsch, und der spanische Minister fre§ Aeußeren, Don Pedro, hielten eine lange Besprechung ab. Die spanische Regierung ermächtigte die in Vigo liegenden russischen Kriegsschiffe, die zur Ausbesserung ihrer Beschädigungen nötige Zeit zu verweilen, machte aber zur Bedingung, daß sie, sobald die Ausbesserungen vorgenommen seien, wieder abreisen. Die spanische Negierung gestattete, daß jedes tn V i g o liegende russische Kriegsschiff 400Tonnen Kohlen einnehmen darf. Das Geschwader versah sich daher dort in ausgedehntem Maße mit Vorräten. In der spanischen Kammer erklärte der Plinisterpräsifrent in Beantwortung einer Anfrage wegen deS Aufenthaltes russischer Kriegsschiffe in Vigo, die Neutralität werde auf daS strengste beobachtet. Ein sehr seltsames Histörchen erzählt W. T. B. aus Vigo: 91(5 Admiral Roschdfestwenski das PalaiS des Militärgouverneurs verließ, küßte ihm ein a l t e r M a n n die Hand: der Admiral küßte den Greis auf die Stirn. Tie umstehende Volksmenge klatschte lebhaft Beifall. Der Bürgermeister von Vigo richtete an den Admiral ein Schreiben, in dem er ihn namens der Stadt und der spanischen Nation willkommen heißt und Wünsche für den Ruhm Kaiser Nikolaus und die Wohlfahrt Rußlands ausspricbt. . Deutsches Reich. Berlin, 27. Okt. Heute machte der Kaiser einen AuSritt und hörte die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabs der Armee und des Chefs des Militär- kabinetS. — Ein eigenartiges Geschenk für das Kaiserpaar (ft im Neuen Palais bei Potsdam eingetroffen. Ter „regierende" Vorstand der Salzwirker-Brüdersck>ast im Tal zu Hülle a. bat dem Kaifervaar, einem alten Brauche gemäß, einige Kisten frischgefangener Lerchen übersandt. Bemerkt wird hierbei, daß die Haudren, d. i. die Salzwirker-Brüderschaft, noch heute das verbriefte Recht hätten, Fische in der Saale zu fangen und Lerchen zu streichen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Roten Adlerordens 1. Klasse mit Eichenlaub an den KriegS- minifter v. Einem. — Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung dem Entwürfe einer Novelle zum Sparkassengesetz für Elsaß- Lothringen zu. — Im Anschluß an die Interpellation im Abgeordneten- hause hat Frhr. v. Mirbach eine neue Verteid igungs- schrift herausgegeben, welche in ungleich schärferer Form als die erste Rechtfertigung des Oberhofmeisters die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückwcist und sich besonders gegen diejenigen Parteiblätter richtet, welche seine Tätigkeit aus kirchlichem Gebiete bekämpft haben. — Wie fror „Nat.-Ztg." von unterrichteter Seite bestätigt wird, ist tatsächlich in den letzten Tagen eine vielleicht unüberwindliche Verschlechterung der deutsch- schweizerischenHanfrels-Vertragsverhandlungen eingetreten. Guben, 27. Okt. (Amtlich) In der im 7. Wahlbezirk Guben-Sorau-Forst des Regierungsbezirkes Frankfurt a. d. Oder stattgehabten Landtagsersatzwahl erhielt Buch- frruckereibesitzer König-Guben (nat.-lib.) 317 und Rittergutsbesitzer Wackerbarth (kons.) 303 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Dresden, 27. Okt. Der König, Prinz Johann Georg, die Staatsminister, das diplomatische Korps, die Generalität, die Spitzen der Behörden und viele Würdenträger wohnten heute mittag im Vereinshause der von den Lrei hiesigen Hochschulen veranstaltetan Trau er fei er für den verstorbenen König bei. Die Gedächtnisrede hielt Geh. Hofrat Professor Dr. Treu. Ausland. Budapest, 27. Okt. Kossuth brachte im Abgeordneten- ^aufe einen Antrag ein, der Ministerpräsident solle den Minister des Auswärtigen auffordern, die Aktion der Vereinigten Staaten zur Beendigung des russisch-japanischen Krieges zu unterstützen. Pom AriegsschauplAhc (fegen heute nur ein paar Meldungen vor. <-in Telegramm des russischen Generals Ssacha rom an den Generalstab meldet: Aus dem linken Flügel unserer St^lllmg eröffneten die Japaner am 25. Oktober morgens das Feuer auf die Schanin eines Regiments von zwei in der Nähe liegenden Bergkuppen aus. Eine Freiwilli genabteilung des Regiments vertrieb den Feind von v'eidcn Vvrgkftp^en, totirbe aber mit Artillerie- 'euer beschossen und zog sich M dem Regiment ztlr ück. Am 26. -Oktober fanden keine Kümpfe stabt. Aus Mukden meldet Reuter vom' 27. d. M.: In der Testen Nacht fand am stTorduser des Schaho, direkt südlich von Mukden, ein Artillerie kam Pf statt. Während der Nacht nmrbc starkes Geschütz feuer gehört, das heute anhielt. Die Russen sind die Angreifer. Ter Korrespondent der Petersburger „Birshewija Wje- wmosti" telegraphiert au5 Mukden vom 26. Oktober, er habe zuverlässige Nachrichten über die Mteilung des Generals Kossagolvskv erhalten, der auf dem äussersten rechten Flügel operiert. Tie Abteilung rückte am 4. Oktober bei der allgemeinen Vorwärtsbewegung vor. Im Gebiet von Achangore leisteten aber die Chnnchnsen Widerland. Tie Gemeinde Achangore erkennt keine Regierung an. Tie kriegerische Bevölkerung gewährt vielen japanischen Agenten und Chunchnsen Schutz. Tie Lllfteilnug Kossa- gowsky verjagte nach einigen eruften Gefechten die Chnn- chusen imfr konzentrierte sich beim Torfe Saobihe, wo grosse japanische Vorräte lagerten, um auf dem Hnnflusse nach Mukden befördert zu werden, wenn letzteres genommen 'ein würde. Kossagowskv erfuhr, dass Saobihe von 4000 Mann Infanterie mit Geschützen besetzt war, sowie von 3000 wohlbewaffneten Chunchnsen unter dem Kommando der bekannten Führer Tulissan und Falengo, die in japanischem Solde stehen. Saobihe liegt südlich von Jeutai und Laoho. Zu Beginn der grossen Kämpfe am Sch ah o war das Tctachemcnt tveit nach Süden vorgerückt und manövrierte somit im Rücken der japanischen Armee. Ta die Japaner die Stellungen am Schaho hielten, war das Vorrücken der Abteilung unmöglich. Es war selbst gefährlich für sie, in der Stellung, die sie eingenommen hatten, zu bleiben, da diese zu weit vorgeschoben war. Gegenwärtig ist nicht bekannt, wo sich die Abteilung Kossagowsky befindet. DnrH einen Tagesbefehl des Zaren vom 25. Oktober wird bestimmt: Tie Dampfer der Freiwilligenflotte „Smolensk" nnd „Petersburg" werden der Flotte als Kreuzer eingereiht und führen die Namen „Rion" und „Dnjepr". Aus Bychowa bei Mohilew werden Ausschreitungen von Reservisten gemeldet anlässlich der Mobilisation von Landleuten hervorgerufen, welche die Fenster mehrerer Häuser zertrümmerten und Läden erbrachen. Tie Menge griff )arauf die Häuser von Juden und Christen an. In einigen weiteren Orten kamen gleichfalls Ruhestörungen vor, doch ist nach der russischen offiziösen Darstellung die Ordnung wieder hergestellt. Aus Stadt uud Land. Gießen, 28. Oktober 1904. Adreßbuch der Stadt Gießen. Um das Adreßbuch rechtzeitig und mit größter Genanig- eit herstellen zu können, ist die sofortige eigenhändige Au§- süllung der verteilten Personenstandslisten erforderlich. Während der nächsten Tage werden wir die Listen ein- sarnrneln lassen. Wir bitten deshalb die verehrte Einwohnerschaft in ihrem eigenen Interesse, die Listen ausgefüllt zur Abholung bereit zu halten. Brühl'schc Universitäts-Druckerei. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den KreiSbauinspektoc deS Kreises Groß-Gerau Hermann Gombel zum Kreisbauinspektor deS Kreises Friedberg, und den Diplom-Ingenieur Otto Diefenbach auS Schwarz zum Assistenten bei der Gewerbeinspektion Darmstadt ernannt. — Dem Oberlehrer an der Realschule zu Alsfeld Ludwig Freund wurde der Charakter als Professor erteilt. — Der Lehramtsassessor Friedrich Schad auS Darmstadt wurde zum Oberlehrer an dem Realgymnasiums der Oberrcalfchule und höheren Handelsschule zu Mainz, der Lehramtsassessor Wilhelm Glenz aus Michelstadt zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Wörrstadt und zum Rektor dieser Anstalt, der Militäranwärter Gustav Adolf Börner in Gießen zum Pedellen an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen ernannt. ** Von der Landesuniversität. S. K. H. der Großherzog haben am 26. Oktober fr. Js. den Bezirks - geologen. an fr er Königl. Preuß. geologischen Landesanstalt Dr. Erich Kaiser zu Berlin zum ordentlichen Professor fr er Mineralogie und Geologie an der LandeSuniversität zu Gießen mit Wirkung vom 16. Oktober 1904 und ferner fren ordentlichen Professor Dr. Johannes Haller in Marburg zum ordentlichen Professor der Geschichte in der philosophischen Fakultät der LandeSuniversität zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1904 ernannt. *' Geheim erat Emmerling wurde der „Darmst. ßtg.* zufolge von seiner Stelle als ständiges Mitglied und Vorsitzender des Landesversicherungsamtes aus sein Nachsuchen entbunden. Nach derselben Zeitung wurde Ministerialrat Vraun zu seinem Nachfolger mit Wirkung ab 1. November er. bestellt. " Ein Künstlerkonzert der blinden Pianistin, Frl. Wally Schlösser, unter Mitwirkung anderer Künstler und Künstlerinnen wird am Donnerstag, den 10. November, abends 8 Uhr, im Hotel Einhorn hier stattfinden. Nach den uns vorliegenden Zeitungsnotizen steht das Konzert auf gediegener Höhe, und fren hiesigen Musikfreunden scheint damit ein besonderer Genuß bevorzustehen. ** Erzbergbau in Oberhessen. Oberbergrat Prof. Dr. Chelius Darmstadt wird, wie gestern bereits angedeutet wurde, demnächst im Bergmännischen Verein Gießen — Neuen Saalbau — einen Vortrag über den Erzbergbau in Oberhessen in Beziehung zur Lahnkanalisation halten. Vorgesehen war der 12. Nov. nachmittags 4 Uhr, allein, da an diesem Tage die Einweihung der Universitätsbibliothek, vielleicht mit einer besonderen Feier der Studentenschaft verbunden, diesen Tag als ungeeignet erscheinen läßt, bleibt die Festsetzung des Termins noch vorbehalten. •• Ein Automobil- Abenteuer des Groß- Herzogs. Wie frer Großherzog von Hessen und Prinz Heinrich von einem Schutzmann auf den rechten Weg gewiesen werden mußten, davon erzählt man sich in Kassel folgendes Stücklein: Am Sonntag kamen Prinz Heinrich und Gemahlin, sowie frer Großherzog von Hessen mit Gefolge in zwei Automobilen auf der Fahrt von Kiel nach dem Schlosse Lich durch Kpssel gefahren. Sie hatten gegen) 3 Uhr nachmittags das Leipziger Tor passiert und gelangten durch die untere Königsslrasse nach dem Köuigsplatz. Sie wollten' quer über diesen Platz fahren, um direkt nach der oberen Königsstrasse zu kommen. Schon hatten die Gefährte die Mite des Platzes erreicht, da eilte mit raschen Schrittest ein Schutzmann herbei und gebot gebieterisch Halt. Umsonst wiesen die Insassen darauf hin, dass doch nirgends ein Schild zu sehen ist, welches den verbotenen Weg als solchen kenntlich mache. Es half nichts, sie mussten ftmkehren und nm den Platz chernmfahren. In der Hohenzollernstraße wurde dann an einer Benzinstation Halt gemacht, um die Kraftwagen mit frischer Füllung zu versehen und zu reinigen. Als die Sportsmäntel und die Brillen abgelegt waren, wurden die Fürstlichkeiten vom Publikum bald erkannt. Prinz Heinrich erinnerte sich beim Llnblick neugierig zuschauender Realgymnasiasten seiner Kasseler Schulzeit und war bald in lebhafter Unterhaltung mit den Sch ü lern begriffen. Nach fast zweisttindigem Aufent^ halte ging die Fahrt weiter. R. B. Darmstadt, 27. Okt. Ein jäher Tod ereilte heute abeufr 61/, Uhr fren hiesigen Oberlanfresgerichts- rat Seriba. Dieser war Mitglied der staatlichen Prüfungskommission für das juristische Staatsexamen, die seit dem 15. Oktober unter Vorsitz des Geh. Rats Pückel mit der Prüfung der 31 Kandidaten im oberen Stockwerk des Justiz- gebäudes beschäftigt ist. Seriba war gerade bei der Exarni- nierung fre§ drittletzten Kandidaten, als er plötzlich zusammen- zuckte, laut atffstöhnte und dann ohnmächtig auf seinem Dienstsessel zusammenbrach. Nach wenig Sekunden war er eine Leiche. Wie der schletlnigst herbeigerufene praktische Arzt Dr. Barthel konstatierte, hatte ein Schlagfluß seinem Leben ein plötzliches Ende bereitet. Die sämtlichen Mitglieder frer Prüfungskommission, deren Sitzung sofort aufgehoben wurde, waren natürlich über fren entsetzlichen Vorfall tief er» chüttert. Der Verstorbene war unvermählt geblieben und etwa 54 Jahre alt. Sein gleichfalls im höheren Justizdienst hier tätig gewesener Bruder war vor einigen Jahren auf dieselbe Weise ums Leben gekommen. Mainz, 27. Okt. Die sozial dem akratische Partei beabsichtigt, bei fren nächsten Stadtverordnetenwahlen mit fren liberalen bürgerlichen Parteien zu paktieren. In einer gestern abgehaltenen sozialdemokratischen Parteiversammlung wurde daS Wahlkomitee beauftragt, für den Fall die liberalen Patteien irgend einen Kompromiß in Vorschlag bringen, mit demselben in Unterhandlungen zu treten, jedoch sollen keine bindenden Beschlüsse gefaßt werden, sondern daS Ergebnis frer Verhandlungen soll einer besonders zu berufenden Parteiversammlung unterbreitet werden. (F. Z.) Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. wurde ein Wiener Kaufmann namens Emil Scheid verhaftet, der viele Detaillisten beschwindelte, Er legte ein Geldstück auf fren Ladentisch, das er stets durch eine Spielmarke zu ersetzen pflegte. — Der Packer Philipp Stöckel in Frankfurt, der etwa 20 Jahre bei der Engrosfirma Julius Jeidel beschäftigt ist, hat seit vielen Jahren große Quantitäten Kämme gestohlen. Er wurde verhaftet; es stellte sich aber heraus, daß frer Mann, ein Vater vou sieben Kindern, irrsinnig ist. Der Mann wurde der Irrenanstalt überwiefen.______________ • Kleine TageSchronik. Wie die Kieler N. Nachr. melden, wurde ein an schwarzen Pocken erkranktes russisches Auswanderer-Ehepaar von einem deutschen Dampfer in Holtenau gelandet und nach dem Krankenhaus in Kiel überführt. Strengste Vorsichtsmaßregeln wurden getroffen. Die zur Behandlung der Kranken beftmiraten Aerzte und Pfleger mußten sich einer Schutzimpfung unterziehen. — In Alt-Schweier in Baden erplodierte in der Stockfabrik von Renner & Hiller der Dampfkessel. Ein Mann wurde getötet, der Fabrikinhaber Hiller wurde lebensgefährlich verletzt. — DaS Gut Eharlottenhof in Holstein, Eigentum des Herzogs Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein, des Schwagers des Kaisers ist vollständig ntedergebrannt. — Im Bärenzwinger des HelenenhofeS in Lodz (Polen) überfiel ein Bar, indem er auS dem Nebenzminger durch eine Schiebetür eindrang, den den Zwinger reinigenden Wärter B a r e z i k, den er so in Kopf und Arm biß, daß der Wärter nach drei Stunden starb. — In Bonn sind umfangreiche Fahrkartenfälschung en entdeckt worden. Die Fälscher ein Lrthograph und dessen Sohn, sowie mehrere Bahnbeamte wurden verhaftet. — In Bremen erschoß der Dachdeckermeister Kasten seine Frau und machte einen Selbstmordversuch. Reichsgericht. (Nachdruck verboten.) R. S. Leipzig, 27; Oktober. Ter Begriff der rechtmäßigen Ausübung des Amtes spielt eine wichtige Rolle bei allen Delikten gegen Beamte, besonders auch im Falle des § 117 St.-G.-B., wonach Widerstand durch Gewalt oder Bedrohung mit Gewalt gegen einen Forst- oder Jagdbeamten, Waldeigentümer, Forst- oder Jagdberechtigten oder einen von diesem bestellten Aufseher, sowie ein tätlicher Angriff gegen diese Personen während der Ausübung ihres Amtes mit Strafe bedroht wird. Tas L a n d g e r i cht Gießen verurteilte am 19. Januar d. I. die Landwirte Heinrich Metzger L, Beigeordneter in Röthges, Georg Metzger und Eduard Reitz wegen je eines Deliktes gegen § 117 St.-G.-V. in ideeller Konkurrenz mit den §§ 168 und 196 St.-G.-B. zu Gefängnisstrafen von 3, bezl. 2, hezl. 4 Monaten. Ter Eröffnungsbeschluß legte den Angeklagten zur Last, am 21. September v. I. in der Nähe von Röthges den Feldschützen und Gemeinde- forstwart Wilhelm Emerich, als er sich in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befand, durch Gewalt, Widerstand geleistet zu haben, 5)einrich Metzger I. noch dazu mit dem Gewehr; Reitz hat ihn außerdem noch „Wildpretsknapper" geschimpft. Tie Gemeindejagd von Röthges war bei der letzten Verpachtung nicht wieder dem bisherigen Pächter, der allerdings nur 175 Mark dafür gezahlt hatte, zugesprochen worden, sondern mehreren Gemeindeangehörigen, zu denen auch die Angeklagten gehörten, zu einem Packstpreis von 355 Mark. Ter Gemeinde- sorstwart, der seinen Unmut darüber geäußert haben soll, daß rncht der bisherige Pächter die Jagd wieder bekommen habe, soll deshalb nach Angabe der Angeklagten Metzger die jetzigen Pächter wiederholt chikaniert haben, insbesondere dadurch,. daß ct übergetretenes Wild wieder verscheucht habe. Ter erste Richter stellte indes fest, daß er ein langgedienter, gewissenhafter Beamter sei, der schon verschiedene Personen wegen Wilderns zur Anzeige und Bestrafung gebracht habe, darunter auch einen anderen Sohn des Metzger I. Tie Angeklagten gingen an dem fraglichen Tage nach ihrer T-arsfellung nach dem Wellerfelder Walde auf den Anstand; in der Nähe des Reviers „Pfaffenloch" sahen sie den Emerich, der, ohne Tienstkleidung, geräuschvoll durch ein Tickholzgesträuch gegangen sei, wobei er immer „brr", „brr" gerufen und mit seinem Stocke gegen die Bäume geschlagen habe, sodaß verschiedene Stück Wild dadurch verscheuckft worden wären. Reitz, der den Emerich noch nicht kannte, und der voranging, wurde ärgerlich darüber und rief ihm das Schimpfwort „Wild- pretsknapper" zu, worauf Emerich gedroht habe, er wolle ihn mit dem Stocke totschlagen. Ter erste Richter schenkte der abweichenden Tarstellung des Emerich Glauben, welcher angab, er sei von Laubach gekommen, wo er sich in der Apotheke Medizin geholt habe. Als er die Angeklagten wahrgenommen habe, sei er durch das Dickicht längs des Grenzgrabens gegangen, um fick in seiner Eigenschaft als Feldscksiitz zu versül^rn, ob die Jäger die Grenze nicht überschritten. Darauf hätten ihn die Angeklagten nach kurzem Wortwechsel gepackt und den Stock abgenommen; er habe auch kein Messer gezogen, wie feine Gegner behaupten, sondern nur die Medizinflasche in seiner verkrüppelten Hand zur Seite gehalten, um sie vor dem Zerbrechen zu schützen. Dagegw habe Metzger I. gerufen: Schmeißt ihm das Gewehr an den Kopf! Ter erste Richter nahm für erwiesen an, daß die Angeklagten sich bewußt waren, daß sie den Forstwart vor sich hatten. , Menn er auch seine Tienstuniform nicht trug, so hatte er doch fein Dienft- zeichen an der Seite des Hutes befestigt. Er war nach Auffassung der Vorinstanz dann stets als im Dienst befindlich anzusehe-tt, wenn sich ihm Anlaß zur Ausübung seines Amtes bot; ein solcher Anlaß lag aber vor, da der Forstwart eine Grenzverletzung befürchtete. Somit handelte es sich um einen Angriff gegen einen in rechtmäßiger Amtsausübung befindlichen Forst- und Jagdbeamten. — Tie Revision der Angeklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Klarenaar-Gießen, rügte zunächst, § 117 St.-G.-B. sei zu Unrecht angewendet worden; während an einer Stelle des Urteils festgestellt werde, daß Emerich sich in rechtmäßiger Ausübung des Amtes befinde, führe dasselbe an anderer Stelle aus, es sei irrelevant, ob die Angeklagten sich dessen bewußt waren. Nach der Judikatur ist es aber erforderlich, daß die Angeklagten wissen, daß sie 1. einem Beamten gegenüberstehen und daß 2. dieser sich in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befinde. Nun hätten aber die Angeklagten zwar die Be- amtengualität des Emerich gekannt, aber geglaubt, daß er sich nicht in rechtmäßiger Amtsausübung befinde. Das letztere werde vom Vorderrichter bei der Begründung der Strafzumessung ausdrücklich festgestellt: „sie glaubten, er wolle das Wild verscheuchen!" Tas Wildverscheuchen gehöre aber jedenfalls nickt zu den Tiensthandlungen eines Forstwarts. — Der Reichsanwalt bezeichnete die Beschwerden für unbegründet. Die Angeklagten kannten Emerich als Forstwart, mithin also als Beamten. Aus dem Urteil ist außerdem nicht zu entnehmen, daß er im kritischen Moment, eine Amtstätigkeit nicht ausübte. Im Gegenteil wird ausdrücklich festgestellt, daß er nach der Hessischen Instruktion vom 8. Juli 1841 als Forstwart verpflichtet war, darauf zu sehen, daß kein Jagdfrevel und keine Grenzverletzung begangen werde. Hatte er aber die Pflicht zu kontrolieren, daß keine Grenzverletzung vorkam, so handelte er auch in rechtmäßiger Amtsausübung. Ter erste Strafsenat erkannte nach dem Anträge des Reichs- anwalts auf koüenvfsicktiae Verwerfnna der Revision. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 2 2, Sonntag nach Trinitatis, den 30. Oktober: Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9 V? Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Donnerstag, den 3. November, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kirchstraße 9, im unteren Saal, Bibelstunde. 1. Eor. Kap. 1 Forts. „ Pfarrer Schwabe. Nächstkünftigen Sonntag, den 6. November, findet Beichte and heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam im Abendgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 97r Uhr: Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrer Euler. DlbendS 6 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung tm Konfirmandensaale der Johanneskirche. 1. Mos. 41, 1—44. Montag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, B i b e l st u n d e im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde, Liebigstraße 56. Offb. Joh. 2, 8—11. Pfarrer Euler. Am nächstfolgenden Sonntag, den 6. November, Feier des Reformationsfestes. An diesem Tage Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. An demselben Tage nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Gustav Adolf-Stiftung. Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 29. Oktober 190 4. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 30. Oktober 190 4. 23. Sonntag nach P f i n g st e n. Vormittags von 61/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. v um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 9 */2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5x/2 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mit Segen. Montag abend 67a Uhr ist Rosenkranz-Andacht mit Segen. Donnerstag um 7 Uhr: Segensmesse. Neneste Meiöungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Großgerau, 28. Okt. Gestern abend fiel auf der Station Dornberg—Großgerau beim Rangieren der verheiratete Bremser Bikoni so unglücklich von einem Wagen herab, daß ihm beide Beine überfahren wurden. Ec wurde ins Spital Großgerau übergeführt; sein Zustand ist hoffnungslos. Berlin, 28. Okt. Wie das B. T. erfahren haben will, soll die Affäre in Südwestafrika binnem Kurzem auf dem Wege der Verhandlungen erledigt werden. Von deutscher Seite soll die Auslieferung der Rädelsführer der Aufstände zur Bedingung für die Friedensgewährung gemacht werden. Ein Erfolg dieser Verhandlungen steht in naher Aussicht. Unter diesen Umständen würden nur noch die nötigen technischen und Ersatztruppen nach der Kolonie abgehen. Alle größeren Nachschübe würden unterbleiben. Das Blatt gibt diese Nachricht selbst unter Vorbehalt wieder. Heidelberg, 28. Okt. Auf der Großh. Landes- Sternwarte auf dem Känigsstuhl wurden drei neue kleine Planeten entdeckt, welche der 11. und 12. Größenklasse angehören. Wien, 28. Okt. Die kaiserlichen Handschreiben, durch die die Ernennung der drei neuen Minister Grafen Bouquoi, Kosel und Randa vollzogen wird, werden heute in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Die baltische Flotte und der Zwischenfall von HuL London, 27. Okt. Der „Stand." meldet aus T o ki o i Me i «panische Presse verurteilt einstimmig das ,B e r - galten der spanischen'Regieren g und hält d,aK Entnehmen von Kohlen in spanischen Gewässern für einen Neutralitätsb'ruch. Paris, 28. Okt. Aus London wird telephoniert^ die heutige Ausgabe der „Times" sage, die russische Retzierungf ser davon verständigt worden, daß die baltische Flo tte. ihre Fahrt nicht fortsetzen kann, bepor die russische Regierung die englischen Forderungen nicht beantwortet haben wird. Gibraltar, 28. Okt. Ter Kapitän des deutsches Dampfers „Talbot" erklärte, unweit dem! Kap St.' Vinzent zwei russischen Kreuzern begegnet zu sein, welche Havarie erlitten hatten. Der Kapitän des „TcüDdbf fragte an, ob die Kreuzer Hilfe nötig hätten, was.' von diesen verneint wurde. London, 28. Okt. Eine hiesige Telegraph en agentur berichtet: Die russische Regierung werde heute der englischen vollständige Genugtuung geben. Außer der Entschädigung an die Hinterbliebenen der Opfer würd«if die russischen schuldigen Offiziere bestraft und! der englischen Regierung (nur dieser?) die Versicherung! gegeben werden, daß sich solche Zwischenfälle in ZuLmA nicht mehr ereignen werden. London, 28. Okt. Ter amerikanische Geschäftsträger Henry White drückte der britischen Regierung, wie verlautet, die vollste Sympathie der amerikanischen Regierung aus, deren moralische Unterstützung er zusagte. Tas Parlamentsmitglied für Hüll, Sir Seymour King, hatte eine Konferenz mit Lord Landsdowne, wobei er auseinandersetzte, daß der russische Bericht nicht richtig sein könne. Fischerdampfer mit herabgelassenen Netzen lägen so gut wie verankert. London, 28. Okt. In hiesigen diplomatischen Greifen! wurde versichert, daß, nachdem Admiral Roschdjestwensky die volle Verantwortung für den Nordsee-Zwischenfall übernommen und ernstlich bedauert hat, das hiesige Kabinett beschließen wird, nicht auf der Abberufung Roschdjestwenskys zu b e st e h e n, um es Rußland zu ermöglichen, die übrigen englisches Forderungen zu bewilligen. Telephonischer Kursbericht. 3l/2°/o Reichsanleihe . . 101.20 30/0 do. ... 89.05 3Vt% Konsols .... 101.15 3% do......89.15 372% Hessen . . • .’ 99.75 37,% Oberhessen . ♦ . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.70 478% Oesterr. Silberrente 100.20 4% Ungar. Goldrente, . . 100.05 4% Italien. Rente . . . 103.60 41/, % Portugiesen . . . 62.70 8% Portugiesen 61.80 1% C. Türken .... — Türkenlose 127.00 4% Griech. Monopol.-Anl. 48.00 47,% äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner .... 39.80 47,0/0 Chinesen .... 89.70* Electric. Sohuckert . . . 119.70 Nordd. Lloyd .... 106 90 Kreditaktien .... 209 40 Diskonto-Kommandii. . , 190.40 Darmstädter Bank . b , 141.50 Dresdener Bank .... 153.20 Berliner Handelsges. . . 160.00 Oesterr. Staatebahn . . . 140.20 Lombarden .... 17.40 Gotthardbahn 188.50 Laurahütte ..... 250.00 Bochum ...... 213.25 Harpener 213.90 Schatzscheine —.— :: besser. Bekanntmachung, Einquartierung betreffend. Alle bis jetzt nicht zur Auszahlung gelangten Vergütungen für übernommene Einquartierung während der diesjährigen Herbstübungen können von Freitag den 28. Oktober ab bei der Stadtkasse gegen Vorlage der Quartierbillets erhoben werden. Gießen, den 27. Oktober 1904. B37/io Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________Mecum._________________ Bekanntmachung. Es haben aus der Stadt Gießen im Hofe der alten Kaserne am Brand zu erscheinen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere rind Beamte der Reserve (kleiner Dienstanzug): 2. die Mannschaften der Reserve, sowie die zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen; 3. diejenigen der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften,welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbst-Kontrollversammlung zugeht, und zwar: am 9. November, vormittags 9 Uhr: Jahrgänge 1897,1898, 1899 der Infanterie, sowie die oben unter Nr. 1 Aufgeführten aller Jahrgänge und Waffen (der Reserve, Offiziere 2c.); am 9. November, nachmittags 2 Uhr: Jahrgänge 1900 und 1901 der Infanterie; am 10. November, vormittags 9 Uhr: Jahrgänge 1902,1903 und 1904 der Infanterie; am 10. November, nachmittags 2 Uhr: sämtliche Jahrgänge der Reserve der Garde, Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fuß- artitterie, Pioniere und Verkehrstruppen; am 11. November, vormittags 87, Uhr: sämtliche Jahrgänge der Reserve des Trains, Sanitätspersonals, Veterinärpersonals, sonstige Mannschaften und Marine, sowie zur Disposition der Truppenteile und Ersatzbehörden entlassene Mannschaften aller Waffeir und die oben unter Nr. 3 Aufgeführten. (Landwehr I. Aufgebots, denen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Kontrollversammlung zugeht.) Es wird folgendes erinnert: 1. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch das Hauptmeldeamt einzureichen und muffen durch die Bürgermeistereien bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur m den dringendsten Fällen stattsinden. 2. Jeder Kontrottpflichtige ersieht die Jahresklaffe, zu der er ge- * hört, auf dem Deckel seines Militärpasses. 3. Die Militarpässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorderung bezw. ’ Paßnotiz und Führungszeugnis sind mitzubrinqen. 4. Tie Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. 6. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontroll- ' tages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Denigemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kontrollversammlung bestraft. Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbst-Kontroll- versammlung nicht zu erscheineu. Gießen, den 26. Oktober 1904. , B28/10 Großherzoglicke Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Eurschmann. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für 1905/06 liegt vom 31. Oktober d. Js. ab acht Tage lang zur Ein- flicht der Interessenten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Burkhardsfelden, den 28. Oktober 1904. Großh. Bürgermeisterei Burkhardsfelden. ____________________Hoffman n. ______________8147 Jacobiwerk, &ktienMg®iSschafl Vertreter: Arthur Schmidt, Zivil-Ingenieur, Cassel liefert ss18/10 komplette Ziegelanlage» modernster Konstruktion imb rationell im Betriebe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die liebevolle Pflege der barmherzigen Schwestern während der letzten Tage des Krankseins meines lieben, unvergeßlichen Gatten Herrn Heinrich Schadeck III. sowie den beiden teilnehmenden Gesangvereinen spreche ich hiermit meinen tiefgefühltesten Dank aus. Elisabethe Schadeck, geb. Geißler. Lollar, den 27. Oktober 1904. 8150 Wähler! Um einer demnächstigen größeren, öffentlichen Bürgerversammlung eine die Gesamtinteressen der Stadt berücksichtigende Kandidatenliste zur Diskussion zu unterbreiten, schlägt eine Anzahl unvoreingenommener Bürger folgende Herren aus allen Ständen )ur Ltadtverordnetenwahl vor: DM/10 Zllsiijklit Dr. Gntfleisch, Th. Haubach. Kmmnzikmt Heichelheim, Jughardt, Kirch, Loos, W. Wallenfels; ferner: Pnschr Dr. Biermer, Dr. Ebel, Max Friedberger, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale- versteigert: 67 Schlösser, 80 Flaschen Weiß- und Rotwein und Sekt, 14 Flaschen Boonekamp, 30 Flaschen alkoholfreie Getränke u. a. m. Die Versteigerung der Schlosser findet ganz bestimmt statt. Sie können jetzt schon bei Martin Simon, Sonnenstraße, besichtigt werden. 8148 Geißler, Gerichtsvollzieher. ‘oilette-Seifen| jQchwämtne | 10 Adolf Bieler Viktoria-Drogerie Marttstratze 5. [8148, I Freude! bereiten Sie Ihrer Frau, wenn Sie ihr Johns „Volldampf“» Waschmaschine zum Geburtstage schenken. Ersparnis an Zeit, Seife und Brennmaterial ca. 75 Prozent« Lieferung auch aut Probe. Emil Pistor Nachflg. Marktstrasse. [8139 SptisekMck ff. magnnm boniun per Dopvelzenwer Mk. 6.10 frei Keller empfiehlt die Gemüse- und Kartoffelhandlung von 06422 Frau Hammel, Gr. Mühlg. 6/8. Ang. Gabriel, MiiiihHnit Dr. Haberkorn, W. 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