154* Jahrgang Drittes Blatt Nr. «01 Samstag 27. August 1904 Gießener Anzeiger Erschein« täglich mit Ausnahme de- Sonntags. Die „Gießener LamilienblStter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. RotatUmSdruck und Verlag der vrühltchen UnwerfttLtsdruckeret. 8L Lang«. Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei! Schulstr.V. Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.; Anzeiger Dietz«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Giehen. Zum Knadenmanifest des Zarev. Das am Vorabend der Taufe des jüngst geboretten Zarensohnes, des nunmehrigen Thronfolgers Aleraj Nikolajewitsch, in herkömmlicher Weise erlassene Gnadenmanifest hat nach den bis jetzt vorliegenden Preßstimmen — zu denen russische allerdings nicht gehören unb aus naheliegenden Gründen, nicht gehören können •— in manchen Kreisen enttäuscht. Es ist das bei allen denen der Fall, die der Erjwartung sich hingegeben hatten, Nikolaus II. werde, einerseits fteuöig bewegt durch die Geburt eines direkten Thronerben, die ihm einen Herzenswunsch erfüllt, andererseits aber auch schMer-lich berührt vom Gange der Ereignisse im fernen Osten, das Bedürfnis empfinden, aus dem Wege der inneren Entwicklung seines Reiches einen entscheidenden Schritt vorwärts zu tun und seinem Volke an der verantwortlichen Leitung seiner Geschiß einen, wenn auch zunächst noch beschränken Anteil zu gewähren. Nur auf diese Weise — so meinen sie — werde der Zar dahin gelangen, Frieden zu haben mit seinen Untertanen, die schlummernden nationalen Kräfte zu wecken und nutzbar zu machen und dem Sohne derjeiwst ein im Innern gefestigtes und nach außen machtvoll dastehendes Reich zu überliefern. Es kann keinem! Zweifel unterliegen, daß das hier bezeichnete Ziel — Herstellung des Friedens im Fnnern, Weckung der Volkskrast und Festigung der äußeren Machtstellung Rußlands — auch vom Zaren ins Auge gefaßt und erstrebt wird. Würde er doch unbegreiflich- ja pflichtwidrig handeln, wollte er; als Staatsoberhaupt zu einem solchen Programm sich nicht bekennen. IN Bezug auf die Mittel und Wege zur Ertreichung. dieses Ziels denkt er jedoch wesentlich anders als diejenigen, die ihm den wohlgemeinten Rat geben, auf einen Teil seiner Herrschergewalt aus freien Stücken Verzicht zu leisten und Rußland, tvenn auch nur Schritt für Schritt, in die Reihe der konstitutionellen Staaten einzuführen. In einem vor Jahr und Tag erlassenen Manifest hat er denen, die den Träger der Zarenkrone für das Linlenken in die Bahn liberaler Reformen nach westeuropäischem Muster zu gewinnen suchten — nnH überzeugte Befürworter einer solchen neuen Aera finden sich in Rußland bis in die hohen u.nd höchsten Kreise hinaus —, zu verstehen gegeben, daß er an den beiden GHuidpftilern der russischen Staatsordnung, der unbeschränkten Selbstherrschaft des Zaren und bet dominierenden Stellung der im Kinser ihr sichtbares ObehhauPt und chren Schutzherrn verehrenden orthodoxen Kirche, nie rütteln lassen werde. Zu Reformen, die innerhalb dieses Rahmens durchführbar seien, insbesondere zu einer Entwicklung der lokalen Selo stv er Wallung werde er gern die Hand bieten, das autokratische Prinzip werde er dagegen zu wahren wissen». Ueber eine f o förmliche und feierliche Darlegung dessen, was er als seine Herrscher Pflicht, als unabweisbare Pflicht gegenüber seinem Hause und seinem Lande betrachtete, gewissermaßen ^ur Tagesordnung überzugehen", konnte Mko- laus II. weder durch das Glücksgefühl, nunmehr einen Sohn, einen direkten Thronerben, zu besitzen, noch durchs die Fülle trüber Erfahrungen aus jüngster Zeit veranlaßt werden. Im Gegenteil, die Geburr dessen, der menschlicher Voraussicht nach berufen sein wird, als sein unmittelbarer Nachfolger die Geschicke Rußlands zu leiten, konnte chn, den überzeugten Befürworter der Heilsamkeit des autokratischen Prinzips, den beseitigen Träger desselben eher bestimmen, nun mit doppeltem Eifer dafür Sorge zu tragen, daß von der zarischen Machtsulle nichts verloren gehe, daß sie also unverminoert vom Vater auf den Sohn vererbt werden könne. Wohl werden die traurigen inneren Zustände, von denen die bald hier, bald dort zum Ausbruch kommenden; lokalen Unruhen, die immer wieder sich erneuernden Atterv- tate, die Brandschriften der revolutionären Propaganda u. a. m. nur allzu deutlich Zeugnis ab legen, und die andauernd militärischen Mißerfolge im äußersten Osten- die alle Tapferkeit der dort im Felde stehenden Truppen nicht abzuwenden vermochte, auch ihm gezeigt haben, daß etwas faul ist im Zarenreiche, und wohl wird der Wunsch, dieser Fäulnis zu wehren und dem russischen Organismus frisches, gesundes Blut zuzufühven, bei ihm nicht weniger lebhaft sein als bei den Führerin der Steformparteien, der liberalen wie der radikalen. Wer sobald hin zu vermindern, denn gerade unter der Laud- bcböll ii'M hatte die barbarische Handhabung des Rechts der Pr 1 ।r "(Vic, durch die einzelne Gouverneure dieMasjen neu« ihiiifj IN Schach halten zu sollen glauben, eine hochf- aradige 1 .iterung hervorgerufen. Dem dringenden Verlangen .uhlreicher Semstwos nach endlicher Beseitigung dieses traurigen Ueberbleibsels vergangener Zeiten hat der Zar nunmehr Rechnung getragen, und schon deshalb begrüßt das russische Volk das Gnadenmcntifest freudig. Hier ist ein wirNicher Fortschritt, ein wahrer Reformakt zu verzeichnen. Im übrigen verheißt das Manifest eine ganze Reihe von Einzelmaßnahmen, die dazu bestimmt sind, Härten der Verwaltungspraxis oder der Gesetzgebung zu beseitigen, teils dauernd, teils wenigstens für den Augenblick. Alle diese Anordnungen zeugen von dem humanen Sinn des Zaren, von seinem auftichttgen Wunsche, sein Volk, vor allem die ,in gedrückten Verhältnissen lebenden breiten Massen desselben, an der Frjende des Kaiserhauses teil» nehmen zu bassen und für die Gnade, die der Himmel ihm erwiesen hat, dadurch zu danken, daß er seinerseits Gnade walten läßt gegenüber denen, die absichtlich oder unabsichtlich mit oen Gesetzen in Konflikt geraten sind oder gegen die bestehende Staatsordnung sich aufgelehnt haben. Auch den Finländern- die in der Verteidigung ihrer alten Rechte und Freihetten seit Jahren so oft seinen Unwillen erregt und die Schärfe des Gesetzes herausgefordert haben, will er als gnädiger Herr sich erweisen, sofern sie daraus verzichten, den Russifizierungsmaßniahmen einen allerdings aussichtslosen Widerstand entgegenzusetzen. Ob diese und andere bedingungsweise gewährte Sttaf- minderungen vcher Sttafaufhebungen tatsächlich die Wirkung haben werden, die Nikolaus II. sich von ihnen versprecht, dürfte im wesentlichen davon abhängen, wie das Gnadenmanifest nicht nur von der Zentral-, sondern auch von den Lokalbehörden gehandhabt werden wird. Das alte Wort» daß der Himmel hoch und der Zar weit entfernt ist, könnte sich auch diesmal wie allzu oft nur als zutreffend erweisen. Nur wenn die russische Bureaukratie sich von Dem Geiste freundlicher Anteilnahme am Geschicke der Mühseligen und Beladenen durchdringen läßt, der in Der kaiserlichen Kundgebung unverkennbar zu tage tritt, werden die guten Absichten des anscheinend allmächtigen, in Wahrheit aber sowohl im großen wie im kleinen von der Dienstwillig- keit und Tüchtig kett einer tausend köpfte en Beamtenschaft abhängigen SelbstHerrfchers in allen Teilen des werten Reiches auch zur Tat werden. Der 24. Kongreß des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. (Origiucttöerichr des „Gieg. Anz.") -o- Dan zig 24. August 1904. Weit ttt den Rondo sten unseres Vaterlandes hat die heurige Tagung den Kongreß geführt. Trotzdem sind ihm seine Mll- gliü>er treu geblieben, und auch aus dem Westen und Süden sind sie sehr zahlreich herdeigeeilt. Unser Gießen ist durch die Berren Beigeordneter Dr. Curschmann und Pfarrer Dr. chlosser vertreten. Zu diesem zahlreichen Besuch mag neben dem Gewicht der zur Verhandlung stehenden Themata vor allem auch der Rus Danzigs als eine der interessantesten deutschen Städte beigetragen haben. Und wahrlich, es verdient seinen Ruf mit Recht. Keine von den alten Städten, die ich kenne, Nürnberg nicht ausgenommen, .Hal so treu seinen allertümlichen Charakter und die Erinnerungen einer großen Vergangenheit bewahrt, wie Danzig. Zwar nicht weniges hat auch hier den Bedürfnissen einer neuen Zeit, und einer neuen bedeutsamen EMwicklung der Stadt zum Opfer fallen müssen. So sind z. B. in der berühmten Hauptstraße, die Langgasse, die eigentümlichen geräumigen, von Bäumen überschatteten Vorbauten der Häuser, die mit lijren Freitreppen weit in die Straßen vorsprangen, die sog. Beyschläge, zum großen Tell verschaounden. Aber in der Zopen-, Frauen- und Heil. Geistgasse süw sie noch zu finden, und geben den Straßen ein ganz ÜMralleristisches Gepräge. Sellen wird die Reihe der eigentümlichen, oft sehr reizvoll durchgebildeten Giebel durch einen störenden, modernen Giebel durchbrochen. Auch in den neueren Stadteilen bemüht man sich, besonders von Seiten der „staatlick-en" und städtischen Behörden, die Neubauten der allen heimischen Architektur anzupassen. Gan^ besonders rühmend ist in dieser Beziehung die neue technpche Hochschule zu erwähnen. Der Charakter der Handelsstadt Dmrzig prägt sich besonders länas der die Stadt durchfließenden Dtetllau aus. Sie wird auf der einen Selle durch die mächtigen alten Speicher, die noch die alten Namen (König David, Roter Hahn usw.) tragen, .auf der anderen Selle durch den Sttaßenzug der Langen Brücke mit ihren alten Giebeln, den berühmten und mächtigen Krahnturm, und den alten Toren, durch die die Straßen der inneren Stadt auf die Atottlau münden, begrenzt. Gedenken wir noch des stattlichen allen Rathauses mit seinem schlanken, von frietticljen Barockgiebeln gekrönten Turm, her mächtigen Marienkirche, der größten Deutschlands (sie faßt 24 000 Menschen), mit ihren beruh raten Kunstwerken, vor allem dem herrlichen „Jüngsten Gericht" von Hans Memling, pes Artus- Hofs des allen Gesellschaftshaufes der St. Georgsbrüderschast und endlich der sck-ünen Umgebung, in der Wald und Wasser und See zufammenwirken, so wird es verständlich werden, wie wohl- begrürldet der Ruf Danzigs ist. Wie üblich, fände,: sich die Kongreßteilnehmer am Vorabend zu einer zwanglosen geselligen Zusammenkunft, für die die schönen Mume des Danziger Hofs gewählt waren, zusammen. Vorher hielt der Zentralausichuß seine geschäftliche Sitzung in dem schönen Sitzungssaal deswtagistrats im Rathaus (dem berühmten roten Saal) ab. Danzig, 25. August. Um 9 Uhr begannen die Verhandlungen im großen Saal des Schützenhauses, der von einer zahlreichen Versammlung, .darunter auch vielen Damen, gefüllt war. Im Auftrag des ver- binderten Oberpräsidenten begrüßte Herr Oberpräfidialrat von Liebermann den Verein, im Namen der Stadt Herr Bürgermeister Trampe. , Nach Erledigung der geschäftlichen Mitteilungen und einem von dem Vorsitzenden gegebenen Rückblick über den Stand des Vereins, erteilt der Vorsitzende das Wort Herrn Stadtrat Sam ter aus Charlottenbilrg zur Erstattung seines Referates über die A u f g a b e d e r A r m e n p f l e g e b e: de r Bekämpfung der Tuberkulofe. Cr weist darauf hin, wie in diesem fcbema sich die völlig veränderte Auffassung der Armenpflege in unserer Zeit spiegele, wie sie nickst mehr in Spendung von Almosen, sondern in umfassender Bekämpfung der Ulfaibcn der Armut ihre Hauptaufgabe sehe.. Ganz besonders trete hier der Kampf gegen die große Volksseuck)e, der Tuberkulose, in den Vordergrund. Dieser Mambf konnte erst von dem Augenblick an in gröberem Maßstabe ausgenommen iverben, iiaclchem das Wesen dieser Kranklstit durch die ärztliche Wisfen- schaft tiefer ergründet war. Seitdem ist zum Glück die Hoff- uungslofigkeit, mit der man dieser Krankheit gegenüber stand, übenvnnden. Ein Kind tuberkulöser Eltern, gilt, wie von der Tuberkulose erstmals Versallener,. nicht mehr als rettungslos verloren. Die ärztliche Wissenschaft weist den Weg zur Ueber» Windung der Krankheit durch Stärkung der gesamten Konstllution, wie sie besonders in ben Lungenheilstätten angestrebt wird. Noch stehen wir am ersten Anfang des Kampfes. Noch fallen dieser Krankheit Hunderttausende blühende Menschenleben zum Opfer. Aber schon zeigen sich die günstigen Folgen des, besonders unter Führung unserer Jnvalrdenanstalten, eröffneten Kampfes in der Abnahme der Sterblicksteitsziffern. Der Erfolg der Heilb stättenbehandlung beschränkt sich nicht auf die direkte Heilung der Kranken. .Ganz besonders wichtig ist die sanitäre Erziehung der Kranken. Kenn die Hauptaufgabe ist nickst die Heilung der bereits von der Krankheit ergriffenen, sondern die Verhütung ihrer Ausbreitung. Dazu dient die möglichste Jsollerung der Kranken, die UnschMichmachung _ ihres Auswurfs durch größte Reinlichkeit. Durch größte Sorgfalt und Reinlichkeit kann ein Tuberkulöser für seine Umgebung nahezu unschädlich gemacht wetten, .während ein unreinlicher Tuberkulöser eine fortwährende Gesahr ist. Aufklärung der Bevölkerung über das Wesen der Krankheit und die Mittel ihrer Verhütung ist darum einer der wichtigsten Aufgaben. .Daneben ist vor allem die Jugend in das Auge zu taffen und durch Ferienkolonien, .Walderholungsstätten, (zu denen in Charlottenburg jetzt sogar eine Waldschule kommt) und dergleichen gegen die ihr drohenden . Gefahren zu stärken. Die Erfüllung dieser Aufgaben macht eine befonders geregelte Fürsorgestelle, in denen die Armenpfleger mll den Aerzten und den Krankenschwestern zusammenwirken, nötig. Von ihr muß die Auffuchung der Kranken, ihre geeignete Behandlung und vor allem auch die dauernde Fürsorge für die gebessert aus den Heilstätten Entlassenen übernommen werden. Tie Armen- vslege hat von ihrem Standpuntte aus das allergrößte Interesse daran, diese Bestrebungen zu unterstützen. Da das Bundesamt für Heimatwesen auch die Unterbringung in Lungenhellstätten als zur Aufgabe der Armenpflege erklärt hat, so besteht rechtlich kein Hindernis dafür. Aber auch finanziell werden sich die großen Kosten, .die dafür aufgewandt werden müssen, dadurch lohnen, daß dann an diretten Armenunterstützungen gespart werden kann. Es ist darum zu fordern, daß, die Armenpflege in umfaffenderer Weife in den Kampf gegen diesen furchtbaren Volksfeind eintrete. Eine Grundbedingung dafür fei aber, daß daS, was die ArmeuDslege für Tuberkulöse tue, nicht in jedem Falle als eigentliche Arnlenunterftützung angesehen werde, die den Verlust des Wahlrechts nach sich zieht. Dadurch würden welle Kreise von solchen, .die im übrigen jede Armenunterstützung ablehnen, aber dock) die Mittel zum Eintritt in eine Heilstätte von sich aus nicht besitzen, abgehallen, die Hllfe der Armenpflege nach^usuchen. Der Gegenberickiterstatter Dr. K o h l h a r d t aus Halle a. S. ergänzt diese Ausführungen vom ärztlichen Standpunkt. Er betont besonders die ficher festgestellte Heilbarkell der Tuberkulose, wenigstens in den ersten Stadien. Wenn auch die Zahl der in den Heilstätten wirklich 'Geheillen verhältnismäßig .gering sei, so hören doch diese auf, eine Quelle der Infektion für ihre Umgebung zu sein. Dies sei bei der recht großen Zahl vorübergehend Gebesserter wenigstens für eine Zell der Fall, bei den völlig Unheilbaren wenigstens für die Zell ihrer Unterbringung. Ganz besonders hoch anzusckflagen jei die allgemeine Hygiene Erziehung der Kranken, die ihr Zufammenleben mll ihren Angehörigen weniger gefährlich mache. Ein besonders wichtiges Moment sei die Fürsorge für die Famllie der Erkrankten, damll ihre Heilung nicht durch Sorgen erschwert werde. Mehr und mehr treten in der Gegenwart alle die Maßregeln in den Vordergrund, die die Vermeidung der Ausbreitung der Kranthell erstreben, Pie Unschädlichmachung der Infektionsquellen des Auswurfs der Kranken, und die Tuberkelbazillen in Fleisch und Milch. Nachdem der Tuberkulose gegenüber die Hoffnung der Heilung bestehe, sei es feine Härte mehr, .wenn man die Kranken darüber auf klärt, daß sie an Tuberkulose leiden, weiin man auf möglichste Schonung, eventuell Unterbringung \nt Krankenhause, auf größte Reinlichkeit in betreff des Auswur's, auf zeitweilige Desinfektion der Wohnung, des Bettes bringt Auch die Gefunden feien darauf hinzuweifen, daß jede Kräftigung des Organismus die Gefahr der Erkrankung an Tuberkulofe vermindere. Ker Settionsbefund beweise in zahllosen Fallen, daß eine große Masse von Menschen, .die davon keine Ahnung haben, .in der Zell ihres Lebens einen Tuberkelherd besaßen, aber die Krankhell dank ihrer kräftigen Konstitution überwunden Sn. Besonders den Kiiidern sei danmi Fürsorge zuzuwenden. tuberkelkranken Familien seien noch gesunde Kinder herauszunehmen. /Alle diese Bteßregeln können zwectentsprecheiid und vollständig auch durch besondere Organisation von Fürsorgestellen für diesen besorrderen Zweck, wie sie in Halle, Kassel, Poserr, Berlin und Charlottenburg bereits bestehen, getroffen werden. In der Diskussion betont Geh. Rat Pütter, der frühere verdienstvolle Leiter des Armenwesens von Halle, der dort bo- fonders den Kampf gegen die Tuberkulose organisiert hat und auf Grund davon in das Reichsgefundhellsamt berufen wurde, auf Gruiid feiner reichen Erfahrung die planmäßige Fürsorge vor allem für die in ben Anfangsstadicn befindlichen Kranken und alle Maßregeln zur Verhillung der weiteren Anltecknng. Professor Dr. P e r r u s cd k y ans Dmizig hat mit Tuberkulin sehr gute Erfahrungen gemacht. In Danzig sind damit gute Heilerfolge erzielt worden. BefoiiderS wichtig sei es auch als Mittel, die Angehörigeii von Kranken vor Ansteckung zu sichern. Dr. Bühl, der Letter der Hamburger Armenpflege fordert daß es ben Armenärzten in größerem Maße als bisher, jur Pflicht gemackst werde, den Kampf gegen die Tuberkulose bei den Prozent völlige Öntbaltung mäßigen Gebrauch und nur bei festgestellt. Der S H \V 1111 c4üd Arbeit gen 'T, h Kivcheurat H ö ck, steiler au ch erweitert diese AuS- AlkobvliSmus sei ein gutes Pfleglingen der Armenpflege aufzuuehuien. Die Cmtziehung des Wahlrechts für solche, die durch die Armenpflege in die Anstalten geschickt werden, .widerspreche der modernen Auffassung. Um sie zu verineidcn, bedürfe es einer besonderen gesetzlichen Jnerprtetation deS Begriffs ,,Armenunterftützung^, ivoiiach er auf solche vorübergehende AnstaltsbelMidlung keine Anlvendung finbe. Von anderer Selle wird für diesen Zweck die Schaffung von Freistellen in Lungenheilanstatten bunt) bie Kommunen empfohlen. Den Erfolgen der Heilstätten wird allseitig das grüßte Lob ge> spendet. Bei der Frage, .wie die ungeheuren Kvslcn hierfür aufgebracht »vorden sollen, wird von einer Seite auf bie ErbsckaflS- steuer hingewiesen. Dr. M ü n st erborg fasst die Ausgaben der vlrnieiipflege, .und besonders die empfohlenen Fürforgeftellen, der Tuberkulose gegenüber babin zusammen, alle .'hätte und Faktoren unter Führung der Aerzte und unter bei rüderer Beteiligung der Frauen, zusammeiizusassen, um das ganze Nest der in ben Verlßiltnifsen der breiten Bevölkerung vorhandenen uucucn der Tuberkulose au-zuheben. . x , Von den Vertreten« der MäßigkeitSbervegung Witt butx Pastor Stubbe aus Kiel auf ben nachgclviest'lien >ustimmen-' Hang zunfckien Tuberkulose und AUolroltennis hingen’ic|en. xr. Liebe in Braunfels habe bei feinen Kranken au, dein Olipu-s hauferhof bei 10 Prozent auSgefl’rachcncn ^llkicholu. mu >, bei -4 Prozent regelmäßigen Gebraust’ von^ A^kolwO be^ - Prozent Zahl der Bundesglieder ist im letzten behandelte. •o c Wetter s 3? s August ---» 4- Höchste Temperatur am 25.-26. Niedrigste Preisen angekauft. eetn ^achrrlin der Staatsbehörde an der Entwick- deS warmen Inter> Der von dem Vorsitzenden rnsstl Sonnenschein Bed. Himmel Bew. Himmel 2 1 2 19.2-6. 5.9*6. August 1901. 1 W. WSW. SSW. *) Diesem Wunsche schließen sich gewiß alle Anwohner der Moltkestraße, Ostanlage und Grunbergerstraße an. D. Red. d. Gieß. Anz. Juwelen. Gold. Silber sowie versilberte Waren, silberne und goldene Taschenuhren empfiehlt in reichster und modernster Auswahl vom feinsten bis zum einfachsten Genre Juwelier Brück Kreuzplatz 8. Juwelen, altes Gold und Silber, äusser Cours gesetzte Münzen werden in Zahlung genommen sowie auch zn den höchsten Philipps des — Die klinik, die A bermann & wärts. Tie Großmütigen verliehen worden. Arbeiten am Neubau der Augen- von den Firmen Birkenstock & Schneider und Kling außgeführt werden, schreiten rüstig vor- vom Schachtunternehmcr Schlörb auSqesührten Jahre um 50000 in Deutschland gewachsen. Auch Hessen hat daran entsprechenden Anteil. Die Nachmittags in Freien gehaltene Festversammlung nahm ebenfalls einen schönen Verlaus. Es sprachen darin Pfarrer L o o s - Groß-Amstabt über „Reformation und Bibel", und Lic. Dr. Diehl-Hirschhorn über: ..Bilder aus den Tagen der Gegenreformation in der hessischen Pfalz". Der leyte Horrrag nahm das allgemeine Interesse vor allem in Anspruch. ________________________ Meteoroloftisckre Beobachtungen der Station Gtieftcn. 25—26. Freitag morgen bald nach 5 Uhr zog Militär mit klingendem Spiel und gewaltig dröhnender Pauke durch die Moltkestraße; kurz daraus andere TniDncn mit Trommeln und Pleiten, wie eS schien, durch die Ostanlage oder Moltkestraße. Bei der jetzigen Lebenseinrichtung schlält der rühme Bürger dis 6 und bis 7 Uhr und länger, ebenso die Ossiziertannlien und die Herren Otfiziere selbst mit Inbrunst, wenns der Dienst nur irgend erlaubt. ES durste also eine berechtigte und erfuduimfichcve Bitte an den Herrn Obersten sein, in unserer Stadt bis 7 Uhr morgens daS Spiel zu it n t erfaße n. •) B. Ans Stadt und Land. Gießen, den 27. August 1904. •* Orden. Dem Gesandten in Athen. Legationsrat Prinzen von Ratibor und Eorven, Durchlaucht, ist von S. K. H. dem Großherzog das Großkreuz deS Verdienstordens Eingesandt. Prflr Fonn und Inhalt aller unter bin er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 26. August 1904. Rege Betriebsamkeit fleißiger Hände tut wohl jedem — ich sehe von den bekannten Ausnahmen ab — wohl. Wenn nun die Arbeit tätiger Menschen die Verbessen,ng wohnlicher wie sanitärer Verhältnisse bezweckt, wie dieS bei den K a n a l a n l a g e n der Fall ist. so nimmt der denkende Bürger die einmal nicht zn vermeidenden Unannehmlichkeiten, wie Au treiben ber Strafte, Rasseln schwerer Lastwagen une den lieblichen .Gesang" sich unterhaltender Italiener gen, aut sich. Wenn aber dem schon ohnehin genug gequälten Anwohner unnötige Unannehmlichkeiten zugemutet werden, wie die« in der Ludwigstraße geschieht, so ist dies eine Rücksichtslosigkeit, über die man gerechte Beschwerde bei der Oeffentlichkeit führen kann. Die an einem Dreibein autgehängte Rolle entsendet beim Herablassen der Kanalrohre tortgeseht quitschende Geräusche, die für daS Ohr jedes Nervenbesitzenden tast unerträglich sind. Mögen diese Worte den, den eS angeht, veranlassen, für Abhilfe zu sorgen; die Unternehmer würden sich damit den Dank vieler Bürger verdienen und im übrigen — weiter nichts wie ihre Pflicht tun. A. M., MctthematieuS. „Wie magnetisiere ich mich selbst“ und Andere! Hinweisende Gratis-Schritt auf Grund her enthüllten Geheimnisse beö Magnetismus versendet gegen 6 Ptennig-Rückmarke C»fnr Dittmar'S Institut, Leipzig hv’"/M, Soplnenslraße 15. Erdarbeiten find beendet. Auch die mit besonderen Schwierigkeiten ausgeführte Ausmauerung des 9 Meter tiefen Kesselhauses ist fertig gestellt. Man hofft, wenn die Arbeiten mit gleicher Rüstigkeit fortgeführt werden und keine nicht vorher zusehenden Hinderniffe, wie ungünstige Witterung usw., ein- treten, noch vor Winter einen beträchtlichen Teil des Baues, der eine Front von 72 Meter erhält, fertigstellen zu können. •* Unglücksfälle beimSchächten im städtischen Schlachthof. Welche Gefahren das Schächten der Tiere mit sich bringen kann, erhellt au§ zwei Vorfällen, die sich gestern im städt. Schlachthof ereigneten. Beim Niederlegen eines Ochsen wurde einem Gesellen des MetzgenneisterS K. S. durch ein Horn des niederstürzenden Tieres der rechte Fuß total durchbohrt. DerVerletzte mußte nach Anlage eines NotverbandeS in die Klinik mittelst Wagen gebracht werden. Kurze Zett darauf verletzte sich der Metzgermeister B. M. an dem Schächtmeffer und erhielt eine klaffende Wunde an der Schulter, die ebenfalls das Anlegen eines Not- verbandes erforderte. •* Die Gießener Turner schäft veranstaltet wie alljährlich, Jo auch am 4. September d. I., daS 4. Düns- berg-Turnen. Mit diesem Turnen giebt die yiesige Turnerschast Gelegenheit, daß daS volkstümliche Turnen im Gau Hessen recht gepflegt und gefördert wird. Gerade diese volkstümlichen Turnübungen, wie Frei- und Ordnungsübungen, Lausen, Gewichtheben, Steinstoßen, Klettern, Springen re. rc., sind Leibesübungen, die unter den beschranktesten Verhältniffen die vornehmste Ausgabe der Turnerei erfüllen. Die vorhergehenden TünSbergturnen, aus der stattlichen Höhe des TaunuSgebirges (die zu erreichen schon eine wackere Leibesübung erfordert) haben die schönsten Erfolge ergeben. Ohne Musik und Festtummel dreht sich da oben auf dem schönen, luftigen Dünsberg alles um daS Turnen, eS ist eine Lust, zu sehen, wie die jungen Leute, ohne sportliche Hilfsmittel, dem Beispiel deS Altmeisters Jahn folgend, ihre Muskelkräfte mcffen. Möge dieses volkstümliche Schauspiel viele Freunde der Turnsache, auch diejenigen insbesondere, die in Verkennung der Ausgabe daS Turnen grundfalsch als Sport zu kennzeichnen belieben, anziehen, zu ihrer Anerkennung und Belehrung. W. Unter-Schmitten, 26. Aug. Gestern verunglückte unser Bürge rm et st er Döll bei der Dreschmaschine. Er wollte auf dieselbe steigen und stieß mit dem Kopf an den oben über der Tenne laufenden Ouerbalken' (den sog. Wolf». Ohnmächtig geworden, stürzte er rücklings herab in die Tenne und erlitt außer einem Schädelbruch mehrere Rippenbrüche. B. Vilbel, 26. Ang. Der Oberhessische Bi en en- ^üchterveretn hielt seine 44. Wanderversammlung hier ab. Die Verhandlungen wurden von dem Vorsitzenden des Ober- heffischen Vereins, Dekan Ellenberger, eröffnet, woran Kreisrat Fey von Friedberg in längerer Rede den Verein vermischtes. * Selbstmord eines frühreifen Liebespaares. Aus dem branbenburfln'den Stäbtfbcn 51 treib wird gemeldet: Tas noch mrf-t 14 jährige 7öcf)terrf*en eines Musikers unterhielt mit einem 18 jährigen Musikerlehrling ein Liebesverhältnis. In der vorigen Woche wurde daS Pärcbcn vom Vater des Müdckums bei einer Zusamm nk! ntt ertappt. Das 14 jährige Kind erhielt von dem aufgeregten Manne eine Traelst Prügel. Der junge Mann, der nmt wohl Furcht vor der Staatsanwaltschaft hatte, beschloß un ui ixn Tqd 5ii flthen. nd ii bi ibe. Jetzt hat man sie als Leichen aus dem nahen See gezogen. * 2er Clown als Geliebter. Aus London wird be- Marcelin ist Clown im Londoner Hippodrom; jeden Abend kommt der drollige Bursche in die Arena gepurzelt: sein weißbemaltes Gesicht lacht in grinsenden Verzerrungen, sein sclmd- haftes Hütchen balanziett aus dem einen Ohr, seine buutscl»eckige »leidung, seine plusirigen Hosen schlottern ihm um die dürren Glieder und unauslöschliches Gelächter folgt seinen Witzen und Späßen. Doch kann diese groteske Figur auch zartere Gefühle erwecken, kann sie auch Herzen brechen und nicht nur das „Zwerchfell erschüttern"? Marcelin kann cd. In ihn hat sich eine Dame verliebt, die seit vier Wochen alltäglich stets auf dem feinsten Platz dcS Zirkus erscheint, wenn das Auftreten des Clowns bevorsteht. Eine malvenfarbene, hochelegante Pariser Toilette umichsteßt eine schöne Figur, scknvarze feurige Augen funkeln lebhaft und das schöne Oval des reizenden Gesiclsts deckt müde Blässe. Doch »oenn der Clown erfdjeint, dann steigt Röte hoher Erregung in ihre Dangen, sie verschlingt ihn mit ihren Blicken, sie klatscht begeistert Beifall und wirst ihm ein duftiges Rosenbukett vor die roten PonponS an den hochschnäbeligen Schuhen. Marceline ist unruhig geworden. Cr ist nämlich kein Don Juan, sondern ein Gutmütiger ruhiger Spanier, der in neun Sprachen radebrecht, glücklicher Gatte und Vater zweier lustig quiefenber .feinher ist. 'Doch seine Behaglichkeit wird ihm in letzter Zeit durch die fortmährenben Botsck-aften einer Dame gestört, bic ihm kostbare Edelsteine, indische Goldschmiebearbetten, Diamantringe und Rubinenknöpse schickt, und ihn um Unterredungen an- fleht- Die Dame ist eine reiche indische Crbin, die sich erst seit kurzem in (England aufhält. Da sie nur wenig englisch spricljt, kurzem in England aufhält. Da sie nur uremg englisch faucht und auch der Clown sich nur mühsam in dieser Sprache anS- drücken kann, so führte das erste Rendezvous zu keinem tieferen Verständnis. Die Sprache der Liebe, die bekanntlich jeder begreift, wollte Marcelin wohl nicht verstehen, und so ist die Seynsuckst der liebenden Jndi.rin nicht gestillt worden, ^er Held dieser Liebesgeschichte besinoet sich in einem schweren Dilemma. Er .müßte eigentlich, nn-nn er die Liebe d - Tarne offen zurück- weist, auch die kostbaren Geschenke zuriw icbrn ; das fällt ihm nun begreifliche rirife sehr schwer, zu mitt b\ biv Dame sich eut- schi'd'n weigert, sie wieder zu nehmen, ro i‘f noch alles im Un* n.-icin'ii, dock', darf mo ' Hofsim, daß diese romantische Clown- gcs 't . di. englisch. Blatter in große Auftegung versetzt, .keinen tragis'l en AuSgang nehme jährigen Versammlung-Sort deS Vereins wurde Hungen beftinnnt. Mit ber 44. Daude^ersammlung war eine Au-- tellun g von Bienen, Honig, Bienenstöcken und Dienen* zuchtgerüten verbunden, die in recht übersichtlicher und diener Weise in der Sunt harte veranstaltet war. Die AuS- tertung war cm Hauptanziehungspunkt des Vilbeler Marktes und wurde zahlreich bejuckn, waS u. a. ber Umstand betveist, daß der sämtliche auSgcjtellte Honig (ca. 313 Ztr.f 5 Pfd. 1,10 Mk. mit Glas verkauft wurde. Preisgekrönt wurden u a. die Herren Pfeiffer-LaunSoach und B u ß - L e i h g e st e r n. 511 e i i • e i l n n 3 c n a u 5 Hessen und den floaten. DaS Amtsgericht in Windecken erläßt einen Steckbrief gegen die Frau deS Korbmachers und Schirnt- lickerS Peter Werner von Wehrheim .zuletzt auf ent» hält! ich im Chausseegraben zwischen LangSd ors und Birklar^. — ES handelt sich, wie aus dem AuS- schreiben hervorgeht, um bic Beitreibung einer Geldstrafe von Mk. 12 — nebst Mk. 1.20 Kosten — die event. durch drei Tage Haft zu verbüßen sind. — In Münzenberg erhängte sich ein Ende der 40er Jahre stehender verheirateter Bürger namens Weisel. — Ein spät vorn Golf-Ball in Hamburg heimgekehrter Engländer hatte sich bei offenem Fenster seiner Parterre-Wohnung in der Ferdinandstraße zu Bett gelegt. Als er morgens erwachte, sah er einen Mann in seinem Zimmer. Er rief feinen Diener, doch alS beide den durch das Fenster eingestiegenen Dieb faffen wollten, war er verduftet und hatte eine Uhr, im Wert von 1000 Mark nebst wertvoller Kette, mitgehen heißen. Ein ähnlicher Diebstahl wurde in der Elisabethenstraße verübt. erstattete fiechenfchaftSbericht gab ein günstiges Bild deS P»T»\x\^, Sl-O Mitglieder zählt und jährlich an Mitgliederzahl Wachst. Auch den verstorbenen Mitgliedern wurde in Warnung vor Fillftchnng IVAil *n P'^en Ttoch Pulverform noch mit Kakao VV gemacht, sondern nijirin Flaschen mit oingeprägtem Namenist^)r Hommel d Haematogen echt. Kandel und UerKeljr. Volltswirtschast. Märkte. Gießen, 27. Aug. Marktbericht, ^luf hetitigem Wockwumarkt Fofteten: Biitter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 Et. 6—7 Pfa. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gäitseeier 00 00 Pfg., Cuteneier 7—0 Pfg., näfe vr. Stck. 6—8 Pf., Sfnfeninttc 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfa., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. PaarO,80-0,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,60—1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse or.Psb. 00—70 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psnnb 00—80 Pfg., Kuh- und Riitbfleisch pr. Psuitb 62—68 Pfg., Schweine- leisch pr. Psiutb 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psimb 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfb. 68—76 Pfg., Hantmelsleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—8,00 Mk., Weißkraut per Stück 30—40 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk., Rlilch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 00 bis 00 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Rüste 100 St. 00-00 Pfg. Kirschen per Pfb. 00 —00 Pfa. Marktzeit 7—1 Uhr. — Gießener Pferde rnarktlotterie. Die Lose des am 7. September d. I. stattfinbenden Pserdemarktes in Gießen iuben guten Absatz. Als .'oniipt treff er sind vorgesehen: ein vier- itziges Halbv rdeck (Mvlorb) nebst Pferd und komplettent sttber- plattiertem Gesckirr. ein viersitziger Jagdwagen nebst Pferd und komplettem ventickelten Bnistplattgesck'irr, ein Lanterbackier Wagen mit Kntsckiierbock nebst Pferd und Kumntetgeschirr, sowie sieben Pferde und Johlen, Jahrräder, Nähmaschinen, landn-irtschaftliche Oferäte und Haushaltungsgegenstände. Der Preis des Loses beträgt 1 Mk.: die Ziehung ist öffentlich intb findet am 8. September 1904, nachmittags 2v9 Uhr in der Turnhalle der Stadt- rnnben feint le statt. Der OlencrafaeTtrieb ber Lose ist Herrn Rich. B n ch a ck e r - G i e ßen übertragen und können Lose direkt oder durch die von demselben eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden. Brechdurchfall Diarrhoo Darmkatarrh! ’ Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colo i I w._| rtWnnuivn durch den Hinweis aus den Zusammenhang der Volks- aejnndheck mit d r vvAaV n >\iltuug, vor allem unserer geiwrb lieben Zugend Es sivlte freilich auch nicht an Bedenken betreffs Anbringung der kosten und der immer unerschwinglicher werbenden Lasten, die babimb den Städten aufgebürdet rtKrhcit. wurde denn auch die Privatwobltätigwtt zu kräftiger MitN"irstlng mtfgv nifcn. Stiftungen z. B in Testamenten, sollten ganz brftmbcr* diesen Zwecken angewandt werden. Andererseits irrrb nickn das svedsim der Mittel, sondern der Mangel an Persönlichketten. die auf diesem Gebiet mitarbeiten, beklagt, auch die ©dmnerigleiten betont, die die ''kbMTening selbst der Auf- bechrmi ber Tuberkulose in vielen Fällen auS begreiflichen Gründen entgegensetze. .. Fmu Scdneidewin aus Magdeburg empfiehlt, den Kamtck schon im Kmdesafter zu beginnen bürd' Ofewöhnung guter Er- nädrang, besonders durch Lieserung sterilisierter Milckr Zum 'Schluü norden sol?ngster Gewissen- haftigkeit *u nd Ehrlichkeit der Imker selbst in Bezug auf Füttening der Bienen: 1. die (Mündung von Honigver- kaufSgen osse nschasten, bic den Honig ihrer Met- glieder unter Dereinsverschluß (Plombe) m den Handel bringen, 2. die Eiusühnmg einer entsprechenden VereinSetikette, die die Eigenschaften deS reinen Honigs aufzählt, das Publikum mahnt, nur von Vereinö- mitgliebern zu kaufen unb vor Fälschungen warnt, 3. durch Aufklärung deS Publikums über Natur- unb shtuftTjonig in ben Zeitungen An den Vertrag schloß sich eine längere Diskussion, in welcher Dr. v. Peter-Friedberg noch auf einen weiteren Punkt himrfaS, indem er auf den großen Honigkonsum in den Hotels aufmerksam machte, die viel Kunsthonig gebrauchten. Hier solle man nur stets reinen Honig zum ersten Frühstück verlangen, daS würbe den Honig- verbrauch heben. Auch ber folgende Vortrag des Lehrers Seip war sehr belehrend, anregend unb verriet auch dem kundigen den langjährigen Prrktikus. B-flde Vorträge iverben in ber „Biene" im Druck erscheinen. Zum nächst- lmig bet Bienenzucht versicherte. aber nur in Attischen, wo ^ftusicite cuishünczen. D18/* 26. 2” !! 750,6 19,1 8,3 51 26. S" 750,0 16,4 9,1 66 27. 7«1 1 749,2 14,7 11,3 91 Arbeits-Vergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer höheren und erweiterten Mädchenschule bis Unterkante Kellersohle sollen Samstag den 10. September b. I., vorm. 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. I. Erb- uub Maurerarbeit, darunter: ca. 2733 cbm Erdbewegung, v 1350 , Cementbeton, u 461 v Bogenmauerwerk. II. Materiallieferung: a) 118 cbm Hardtbruchsteine, b) 201000 Stück Klinker, c) 20000 , Feldbrandsteine, d) 30500 kg gebrannter ungelöschter Schwarzkalk, e) 220 cbm Grubensand, f) 4000 kg ^-Träger. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 23. August 1904. B54/8 Städtisches Hochbauamt. ©erbet Arbeitsvergebung. Zu der Korrektur eines Feldweges für die Gemeinde &&erftftbt (Kreis Gießen) sollen nachverzeichnete Arbeiten auf dem Submissionswege vergeben werden: 1) Erdarbeiten veranschlagt zu 7574.85 Mk. 2) Ehaussierungsarbeiten , , 1608.— „ Die Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Eberstadt offen und sind Angebote bis zum 31. August b. Js., nachmittags 2 Uhr, daselbst einzureichen. Die Oeffnung der Offerten erfolgt an vorgenanntem Termin in Gegenwart etwa erschienener Bewerber. Gießen, den 20. August 1904. 6970 Herrmann, Kreisstraßenmeister. HklWsttdkimkt;ii Eich». Am Mittwoch de« 7. September 1904, vormittags, findet auf den städtischen Marktantageu nächst der Rodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Kerrn Hoflohnkutscher Huhu dahier wenden. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1620 Mark zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Weinhändler August Schwau zu Gießen zu beziehen. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 12*L Uhr. Omnibusverbindung von dein Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück. — Von 10 Uhr ab: Konzert auf dem Marktplatz. Am 8. September, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turn- halle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgeaenständen. Ter Generalvertrieb der Lose ä. 1 Alk. sst dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Gießen, den 25. Juni 1904. 5924 Die städtische Pferdemarkt-Kommission. ______________________Jean Kirch.______________________ Die Gewerbe-Akabemie Friebberg i. H. bei Frankfurt a. M. begann mit der Versendung von Verzeichnissen über die, im kommenden Wintersemester in ihren Ableitungen für Maschinenbau, Elektrotechnik, Bau-Jngenieur-Wesen und Architektur zu haltenden Vorträge und Uebungen. Den Sendungen wird eine Zusammenstellung der sonstigen Vorträge am polytechnischen Institut über Mathematik und Naturwissenschaften sowie über allgemeinbildende Fächer mit einem Verzeichnis sämtlicher Dozenten beigelegt und unentgeltlich durch das Sekretariat des Instituts befördert.i) 18/8 *g*aum ist der erste Aufruf von uns ausgegangen, so £1 sind wir durch das gestrige Brandunglück in noch größere Not versetzt. Bei starkem Sturm sind gestern in kaum einer Stunde weitere 28 Scheunen und 12 Wohnhäuser ln Trümmer gesunken. Es sind nun 30 Familien obbachlos. Bereits gesteuertes Futter ist m den jetzt niedergebrannten Scheunen verloren gegangen. Die Not ist nun viel größer geworden, sodaß wir imngtnh um Men W Abhilft bitten müssen. Gaben bitten wir an Herrn Bürgermeister Birkenbahl, Herrn Pfarrer Professor Hauken zu Herborn oder an die Gefchäftsftelle bes Gießener Anzeigers zu senden. Uebcr die eingehenden Beträge wwd in den Zeitungen quittiert. Herborn, den 18. August 1904. 6978 Der Hilfs-Ausschuß: Landrat v. Wussow. Bürgermeister Birkendahl. __Pfarrer Professor Haußen.__ / "■ | Lahnkalk- und Marmor-Industrie Aug. Gabriel jr., Giessen I Kalkwerke Abendstern. Telephon 84. | Jederzeit frisch gebrannten Grau- und Weisskalk in Stücken u. fein gemahlen. Prima Hartbrand-Ziegelsteine. D°/„ ‘W... , -----------—.4. « Verband reisender Kaufleute Deutschlands. Sektion Hießen. Samstag den 3. September 1904, abends 8% Uhr im großen Saale des Menen Saalöau (Steins Garten): Vortrag des Syndikus Herrn Herrn« Pilz aus Leipzig. Thema: Gießen als Handelsstadt im A. Jahrtausend. Zu diesem für Jedermann sehr interessanten Vortrag erlauben wir uns die Einwohner Gießens und Umgegend, speziell die Kaufmannschaft und unsere verehrlichen Mitglieder mit ihren werten Damen, freundlichst einzuladen. D18/s Der Vorstand der Sektion Gießen oom Uerband reisender Kaufleute Deutschlands. Giesset« frdwilL Feuerwehr sowie pflichtfeuerwehr 1 u. 2. We Montag bett 29. August 1904 abends pünklich 81/* Uhr: B25/8 Uebunsf, Antreten Turmhaus am Brand. Spohrer’sche Höhere Handelsschule Calw im württ. Schwarzwald. hv!5/8 Beginn des Wintersemesters (58) am 5. Oktober 1904. Institut ersten Ranges für Handelswissenschaften und Sprachen. iniiii If-Jffi: Tüchtige kaufmännische Ausbildung. Praktisches Uebungskontor (Musterkontor). Realschule mit Vorbereitung zum Einjährigen- Examen. Aufnahme v. 10. Jahre an. Ausländerkurse Pensionat. Vorzügliche Verpflegung, gewissenhafte Ueber- wachung. Ausführliche Prospekte durch Direktor Weber. Letzte Jahrestrequenz über 500 Schüler. Möbel- u. ^etteu-Kataloae gratis. Kamoeltasehen-Divan v. 54 M bis 200 Salon-Garnituren Sopha u. 2 Sessel v. 120 JH bis 350 8pie{rol-S«hr&nke v. 05 M bis 135 Siluleu-Trnineaux v. 32 M bis 140 Wasch-Kommoden uußb. m. Marm. v. 35 JH bis 120 sowie alle anderen erdenklichen — Möbel — enorm billig. 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