Rr. 175 Grßchetnt täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem «elfischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver- lag der Brühl'schen Univ ers.-Buch-u. Stein- druckeret. 9t Lange. Redaktion, Sxvedtttoa und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 51. zeigenteil: HanS Beck. vezugsprei-r matlich75 Bf., viertel- ErfteS Blatt. 184. Jahrgang Dom>erstag 38. Juli 1904 GietzenerAnzeiger» General-Ameiaer »ä-ä™- Derantwortlick für Amts- und Anzeigeblatt filr den Kreis Gießen Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Amtliche Nachnchten über Viehseuchen. In den Gemeinden Bruchenbrücken und Reichels heim, Kreis Friedberg, ist die Schweinepest (Schweme- seuche), erloschen. Der russische Minister des Innern ermordet. Wieder kommt aus Rußland, dessen schlimme Zustände au§ Anlaß des Königsberger Prozeßes wieder in aller Munde waren, die Nachricht von einem furchtbaren Attentat mit politischer Tendenz, die in Rußland, wo man ohnehin wegen des unglücklichen Krieges schon die Hände zu ringen beginnt, die größte Verwirrung Hervorrufen wird. Dieses entsetzliche Attentat konnte auch nicht zu ungelegenem Stunde kommen, da man jetzt in Rußland erst die ganze Tragweite der letzten verlorenen Schlachten erfahren haben wird. Heute morgen um 12 Uhr meldet uns der Draht folgendes: Petersburg, 28. Aalt. Der Minister des Innern, Plehwe, ist ans der Fahrt zum Warschauer Bahnhof durch eine Sprengbombe gelotet worden. Wer wird der Attentäter sein und wo sind die Urheber der Mordtat zu suchen ? Alle Zeugnisie deß Königsberger Prozeßes scheinen da sprechen zu wollen. Werden die Feststellungen den Bekundungen des Privatdozenten Dr. Rost und der anderen wieder Recht geben, daß die Attentate und ihre Ursachen akademischen GharakterS und auf die harten Maßregeln gegen Studenten zurückzuführen seien? Die nächsten Nachrichten müßen darüber unterrichten. Wahrscheinlich werden die russischen Zustände durch dieses Ereignis nicht gebessert, im Gegenteil wohl durch noch härtere Anwendung der Knute verschärft. 3>o If atia" und ,For^ mofa* wurden heute freigelassen. London, 27. Juli. Einer Lloyd-Meldung aus Perim vom 27. Juli zufolge passierte dort der britische Dampfer „Eity of Agra". Dieser signalisierte, er sei von einem russischen Kriegsschiffe im Roten Meer auf 23 Grad nördlicher Breite und 37 Grad östlicher Länge auf gehalten worden. Suez, 27. Juli. Nach einer allgemeinen Anweisung sind alle nach Osten bestimmten deutschen Dampfer von dem hiesigen russischen Konsul mit Fr ei Pässen für das Rote Meer versehen für den Fall, daß sie mit russischen Kreuzern zusammentreffen. Marokko. Ein offiziöser Artikel des „TempS" führt aus: Die Schwierigkeiten der französisch-spanischen Verhandlungen betreffend Marokko sind darauf zuruitzn- führen, daß Spanien sofortige Zugeständnisse haben will, während Frankreich verlangt, daß eine Frist festgestellt werde, nach deren Ablauf die Mionsfreiheit Spaniens innerhalb der vereinbarten Grenzen sich bestätigen fomrteJ Frankreich setze die Verhandlungen mit Spanien in einer von der öffentlichen Meinung zweifellos gebilligten freundschaftlichen Gesinnung fort, obwohl die sonstige Durchführung des ftanzösisch-englischen Abkommens vom 8. April bezüglich Marokkos glatt befriedigend vor sdh gehe. Die finanzielle Aktion Frankreichs, die bekanntlich privat fei, habe ihren Anfang genommen. Der Sultan habe bereits einen Teil der Summe erhalten, welche durch eine Anleche der marokkanischen Regierung zur Verfügung gestellt tonrhe. Ebenso habe der Kontralldienst, durch welchen die französischen Schuldtitresbesitzer auf Grund der Zolleinnahmen sicher, gestellt werden, seine Tätigkeit begonnen. Leutnant Ben Sedira von der französischen Militännisfion sei zum Lom- man darrten der Artillerie in Tanger ernannt worden. Die städtische und die Gesandtschastspoffzei soll durch fran$i> stsche Polizeiagenten verstärkt werden. Es ist durchaus verständlich, daß die Franzosen die Lage in Marokko als möglichst unbedenklich hinstellen mtb’ den Glauben erwecken wollen, daß die Entwicklung ihrer Schutzherrschast über Marokko sich, wenn auch in langsamer, so doch in ruhiger Weise vollzieht Bekanntlich übernimmt Frankreich die Verwaltung der maroMmischen Zolle, die als Garantie für die gewährten und noch zu gewährenden Darlehen dienen sollen. Mer die einheimische Bevölkerung will von den ftanzösischen Zollbeamten nichts wffsen. In Tanger mußte der Ausbau des dortigen Zollverwaltungs- gebäudes eingestellt werden, weil der Bandit Raisuli, desien unumschränkte Herrschaft bis zu den Toren der genannten Stadt reicht mit Repressalien die Stadt zu über^llen drohte. Aus Tetuan und einigen Häfen an der atlantischen Küste mußten Me ftanzösischen Zollbeamten flüchten, weil Me Bevölkerung sie zu ermorden drphte. Man befindet sich in Paris wohl in einem großen Jrrtrrm, wenn man glmrbt, daß man Marokko der europäischen Kultur friedlicher Weise erschließen könne. Bisher ist es den Franzosen no^ wicht einmal gelungen, einen Polizeidienst tn Tanger, der für die Sicher- Aus der Aestspiekstadt. Walküre. __ Bayreuth, 27. Juk. Die heutige Walkürenanfführung dürfte z-u bent gehören, was an dieser Stätte vorbildlicher muftkdramauscher Leistuncien bisher geboten wurde. Das Publikum war beim auch hingerissen von dem Geschmlten und Gehörten, und we-mr es schon nach den einzelnen Aktschlüssen ftiner Begeisterung tn lauten, lauganhalteuden Beifallsbezeugungen Ausdruck gab, so steigerten sich dieselben am Schluffe zum nickst endenwollendeu Jubel und zu unaufhörlichen Hervorrufen, namentlich für den genialen Leiter des Ganzen, den unvergleichlichen Dr. ^Dans Richter, welchen jedoch nach den strengen Sitten des HanseS selbstredend keine s?olge gegeben tmirde. .Die GrWartigken, Einheitlichkeit. Geschlossenheit und Individualität der Konzeption wird eben in der „Walküre" von jedermann empfunden und ist nwyl mit die Ursache, daß dieses Musikdrama die meiste Popularttät unter den Ringdramen geniesst, und deshalb auch die unmittelbarste und stärkste Wirkung ausübt, eine Wirkung, die beriemgen int „Rheingold" noch überlegen ist . Im ersten Akt haben sich blühendste drchtensche Kraft trnd glutvollste musikalische Empfindung zusammerrgetan, um em wahrhaft klassisches Muster des musikdramatischen Stils zu schaffen. Er stellt an die drei Ausführendeu die höchsten An- ford'rungen. Frau Wittich, glS Siegelinde, war einfach ym- reiscnd und irrrübertrcfffi(f> in Spiel und Gesang. ^>r. v. B art), dessen imponierende Gestalt und imgemem ausgiebige, baritonal gefärbte Tenorstimme ihn für die Darstellung des Siegmund wie geschaffen erscheinen taffen, befriedigte tvett- gehende Wünsche hinsichtlich der Verkörperung seiner Stelle; doch will es uns bebiinten, daß ihm vorläufig die dra- nt ü t i f cf) e n Akzente besser gelingen, als die l y r i s cb Stell n, und daß er soivohl in gesanglichkr wie darstellerischer Hinsjö i seine bedeutende Leistung noch zu steigern vermag. Die fcim- Taktwidrigkeit im Liebe-gesang wie die etwas zu offene Bildung einiger Vokale, wollen wir als neb'nsächlich nur im Virstl-ergel-en streifen. Großartig war der stimmgewaltige .Verr n ü vser in der Wiedergabe des trotzig finstern Hunding. Bertrams Wotan erhob sich heute zu jener Größe, wie wir sie gestern an ihm aewünscht haben: furchtbar im Zorn, stolz und hoheitSvoll Im Kampf mit seinen niedrigen Gescksicken ergreifendem Ausdruck der natürlichen Liebe beim Abschied von fernem herrlichen Kinde. Die große Stimme offenbarte am Schluffe noch machtvolle Fülle; mit dem neuerdings merkbaren Tonansatz von unten können wir uns nicht befreunden. — Die Hüterin der Heiligkeit des Ehebundes Fricka kann größer und überzengeirder nicht dargestellt werden, als es durch Frau Reuß-Bclce an diesem Llbend geschelien fft. Frau Gul- branison offenbarte wieder als Bri'mhrlde namentlich im dritten Aufzug alle jene leuchtenden Vorzüge, welche sie feit ihrer ersten Mitwirkung bei den Bühnenfestfpielen im Jahre 1896 zu einer der allerersten Vertreterin dieser Partie stempeln. Das Wettevgebraus des WallürenensembleS vereinte mit mächtiger Tonfülle janckMnde Sicherheit und war von hiureißcndfr Wirkung. Wir bezweifeln, daß sonst noch irgendwo in dieser Vollendung _gel#jrt werden kann, was der Bühnenleitnng Meisterschaft hier uns vor Augen imd Ohren führt. Das Orchester war über alles Lob erhaben und die dekorative Ausstattung nnveMeichlich. So vereinigte sich alles, um den zlveitrn Tag der ersten Ringaufführung zu einer großen musikdramatischen Tat zu stempeln, deren tiefe Eindrücke jedem Festspielgaft unvergeßlich sein werden. —' Ueber die wissenschaftlrchen Unt'eruehm- ungen der historischen Kommission für Hessen und Nassau orientiert der siebente Jahirsbericht. Es ergibt sich daraus, daß der Bearbeiter des Fuldaer Urkundenbumes, Prof. Tangl-Berlin, trotz anderweitiger Behinderung, unter Beihilfe deS Dr. E. Stengel-Berlin das Mamiskript für den ersten Band abgeschlossen unb Sorge getragen hat, daß der unterbrochene Druck fortgesetzt werden kann. Die hessischen LandtaaS- akten sind von Dr. Ollagan Marburg für die Periode Philipps des Großmütigen nahezu beendigt; es bleibt aber noch eine Reihe von Nachträgen em^usügen, die sich speziell bci der Ordnung des Kansnnger Stiftsarchivs gefunden haben; doch wird der Druck des zweiten Bandes im Laufe des nächsten Berichtsjtchres (1904— 1905) beginnen können. In der Abteilung der Chroniken von Hessen und Waldeck hat Prof. Dü'inar -Marburg mit der Drucklegung der beiden Clironiken Gerstenbergs begonnen, Dr. JürgtMs di» Bearbeitung des Briefbuches von Klüppel fertig geftelp rtnt> die Chronik fast vollendet. Die Bearbeitung der Landgrafenregesten hat Dr. t^rotesend-Marburg übernommen und die Urkunden der hessischen Archive fe 1308 registriert, sodaß er nun zur Bearbeitung des auswärtigen Materials übergehen kann. Der Bearbeiter des hessischen Ortslexikons, Archiv- direktor Reimer, bat wegen seiner Nebersiedelung nack Koblenz Me Arbeit medergelegt und seine Sammlung der Kommission überlassen: ein neuer Bearbeiter hat sich noch nickt gefunden. Vom> Ilrkundenbuck der Wetterauer Re-ichSstädte wird m allernächster Zeit der erste Band des Friedberger Urkundenbuchs ersckemeu in der *9earbeitima des inzwischen nack Danzig versetzten Dr. Foltz (Register von DcrfckV Ms Bearbeiter des Wetzlarer Nrkundenbncks ist im November 1903 Dr. Wiese-Gießeu eingetreten; mit der Leitung dieser "Abteilung wurden für den verstorbenen Prof. Höhlbaum Gießen btc Professoren Haupt-Gießen und v. d. Rogg Marburg bis auf weiteres betraut. Vom hessischn Trachtenbuch ist im abgelaufenen »sabr Lieferung 3 herausgegeben morben; die absckckießende vierte int Oktober dieses Jahres erschinen. .Für das Philipps des Großmütigen ist das Material fast! voustarwrg gesannnelt; man hofft das S^rrf zum 400iährigcn GebnrMag (13. November d. I.) herausgeben zu können. Zu den recht erheblichen Kosten hat der Laude^usschuß in Kassel Beitrag von 2000 Mk. bewilligt. Für die HerauSaabe von ^^^^lichen OiicHen zur Geschickte des geistigen und kirchlichen r.ebens tn Hessen und Waldeck Txtt der im vergangenen Jahre clngesetzte AuKschuß, bestehend aus den Herren Haupt. Kücb, ^^^utrapp, einen ausführlichen Plan vorgelegt, d^nnznfistge mit der Ausarbeitung des ersten Seite Re. Köhler-Gießen be traut wurde. Neu angeregt ist endlich die Herausgabe von Quellen zur Gesckücküe der Landschaft an der Werra: ein darüber eingelaufener Antrag mürbe angenommen intb Dr. Huvskens mit per Beack>eiftnig zimäckft der ArcknM' der KlSster jener Landschaft beauftragt. (Boss. Ztg.) '-'Das Geburtshaus van Charles Dickens in ^ESmonttz wurde am Fn'itzm voriger Noch" alö Dickens« Museum eröffnet. In diesem fraufe luarbe der Tqeiner am 7. Februar 1812 geboren. Bis vor etwa ehtrnt befand sich das HauS im Besitz einer Miß Pearee, imd) beren Tob es verkauft werden sollte. Diese CMcgenbcit 1Knutzten die Bc> börden von Portchuoutb und cnwrben im Sommer dos vorigen Jahres für 23 000 Mk iw öffentlicher Auktion hos eS alS Dickens-Mus'u>n auszugesbilte«. Der erste Lehrer deS doch Lob und Dank dafür! Am Erntedankfest, sowie bei anderen kirchlichen Feierlichkeiten •fünbigt. 'Es iS ei von Togo, diesem Beispiel zu folgen? — Dem Dozenten für Wasscrkrastmaschinen an der hiesigen Technischen Hochschule, Geh. Baurat Professor A. Psarr, Alsfeld, 27. Juli. Heinrich EiSfeller auS Groß- Felda, der seither bei der Firma Bücking u. Langsdorfs, Bankgeschäft in Alsfeld, in Stellung war, wird seit Montag vermißt. Man befürchtet, daß der erst 1K jährige, der sowohl von seinen ChesS als auch von feiten seiner Bekannten als tüchtiger, gescheidter und sehr braver Mensch geschildert wird, dem in keiner Beziehung ciwaS vorzuwersen ist, sich ein Leid angetan hat. G. Büdingen, 27. Juli. Große Anforderungen treten in den nächsten Jahren an den hiesigen Stadtsäckel heran. Tie Kosten der Kanalisation, mit der in den nächsten Tagen begonnen wird, belaufen sich auf insgesamt 166 OOO Mk. Der CchulhauSncubau kosttt über 100 000 Mk. Ferner ist vom Gemeinderat vor kurzem die Errichtung eineS ElektrizitätS- l werkS beschlossen worden. Die Wasserleitung genügt nicht mehr und ein baldiger Umbau ist erforderlich. Nach Been- wäffcrn heimkehrende aktive Schlachtflotte wird anfangs August vor Swinemünde eine große Schießübung abhalten, welcher der Kaiser beiwohnen wird. Infolgedessen erfährt das Eintreffen der Kaiserflotille in den heimischen Gewässern eine Verzögerung. Tie Schlachtflotte verläßt am 6. August die norwegischen Hasen und geht unter beständigem Manövrieren um Skagen durch den Großen Belt und den jSund nach Swinemünde, wo die Hebungen der Schiffsartillerie am 11. August stattfinden. PosaunenchorS war der Musiklehrer Rübsamen auS Buhbach, spater wurde Philipp Fung und dann Philipp Weigel damit betraut. Unter feinem jetzigen Dirigenten, dem Werkführer Ludwig Weigel, hat der Verein einen guten Aufschwung genommen; die Klein-Lindener Bläser sind bei kirchlichen fielt» lichkeiteu gerngesehene Gäste. Ter Verein hält jetzt seine UebungSstunden im Saale der hiesigen Kleinkmderschule und übernimmt bei Mission-festen die Begleitung der Gesänge. Kolonialpost. Berlin, 27. Juli. In verschiedenen Zeitungen wurde mttgeteilt, der Gouverneur von Togo, Horn, habe seinerzeit krankheitshalber seine Abreise aus der Kolonie beschleunigt und er werde wegen eines Herzleidens nicht dort- Geh. Kommerzienrat Michel geleiteten, sehr sachlichen Verhandlungen zeitigten den Erfolg, daß man von der Aushebung der Schule vorerst absehen will, um zu sehen, wie sich die Schule in den neuen Verhältnissen entwickeln wird, in die sie in dem neuen Schulhause fommt, da die bisherigen angeblich sehr ungünstig gewirkt haben. Besonders in der Kaufmannschaft soll die Schule mehr propagiert werden. Die Verhandlungen nahmen zwei Stunden in Anspruch. Kleine Mitteilungen aus Hes|en und den Nachbarstaaten. In Frankfurt wurde in der Nidda- straße der 19 Jahre alte Sohn achtbarer Leute wegen eines Sittlichkeitsverbrechens verhaftet, das er auf der Reise in Gießen an einem sechsjährigen Mädchen begangen haben soll. ... politische Taoesschau. Vertauschte Rollen. In der HandelsvertragSsrage. so schreibt unS unser Berliner Mitarbeiter, haben RcichSamt des Innern und Auswärtiges Amt die Rollen getauscht, firhr. v. Richt- hofen, zu deffen Reffort die handelspolitische Abteilung gehört, tritt gegenüber dem Grasen PosadowSky in den Hintergrund. Vor zehn Jahren war es anders. Neben dem Kanzler v. Caprivi führte in erster Linie und auf daS glänzendste der Staatssekretär des Auswärtigen, Frhr. v. Marschall die Sache der Regierung in der HandelSvertt-agskam- pagne. Wie damals Frhr. v. Marschall, so ifl jetzt Graf VosadowSkn über die Bedeutung eines ReffortleiterS hinaus- gewachsen. Er ist em Staatsmann von unübertroffener Vielfettigkeit und gründlichstem Wißen. Er war die Seele der Beratungen des wirtschaftlichen Ausschusses und Haupwcrtreter der Regierung bei den KommiffionSverhandlungen über den Zolltarif. Jetzt berief ihn Graf Bülow nach Nordcrnen zu den Konferenzen mit den Abgesandten Rußlands, und es ist kein Zweifel, daß dem Grafen PosadowSky bei den Handels- Vertragsdebatten im Reichstag die Vertretung der Regierung in der Hauptsache zufallen wird. Der Leiter deS Auswärtigen Amtes dürste sich auf gelegentliche Erklärungen, wie beim Zolltarif, beschränken. heit ber dort ansässigen Europäer absolut unerläßlich ist, -m ovgafrisieren. ?u; Lage in Tanger ist aber eine der- artige daß unverzüglich etwas zur Sicherheit der Europäer Die französische Regierung hat nun, wie eine letzte ^epefebe meldet, zwei Kriegsschiffe nach Marokko entsandt, läßt aber diesen Sckrttt offi rieft als nicht weiter aufregend i>arstellen. Petit 3t>umal" veröffentlicht folgendes: Die beiben Kriegsschiffe .Kleber" und „Galileo", welche miet) 'einem Beschlüsse der französischen ^Regierung nach Marokko entsandt werben sollen, werden beute in See stechen, um sich nach Tanger zu begeben. Rack Ankunft der Schiffe ■int dortigen Hafen werden die Schisfskommandanten )im bein französischen Gesandtem zur Verfügung stellen. Es bandelt sich einzig und allein barum, die verschiedenen tn Marokko befindlichen französischen HaickwlS- und Explorations-Missionen zu schützen. Deutsches Reich. Berlin. 27. Juli Das StaatSminifteri um trat heute unter Vorsitz des Grafen Bülow zu einer Sitzung zusammen. . — Vie verlautet, beabsichtigt der Eisenbahnmmnter. in allen Eisendabub clriebswerküätt en rine 9»r ftün- dige Arbeitszeit einzufübren. Sie soll sich eritreaen un Sommer von 6i-< bis 12 Uhr. jm Vinter auf die Zeit von O* bis 12* • .und von 2—6 Uhr. ‘ — T-cr „Rricksonzriger" meldet die Verleihung des Roten Adlerordens 3. Klasse mit der Schleife an den Geichichtsmaler Professor Karl Röchling zu Charlotten- Ans Stadt und Land. Gießen, den 28. Juli 1904. -r. Fünfzigjähriges Jubiläum deS PosaunenchorS in Klein-Linden. Wie bereits mitgeteilt wurde, feiert Sonntag den 31. Juli der Posaunenchor in Klein- Linden das Fest seines 50jährigen Bestehens. Zu Anfang der 50er Jahre schloffen sich in Klein-Linden mehrere christlich gesinnte Männer zu einem Verein zusammen, der als sogenannter „Kreuzerverein* von einem jeden Mitglied wöchentlich 1 Kreuzer für Missionszwecke erhob. So kamen jährlich 20—25 Gulden zusammen, die von der Leipziger Mission zur Erziehung indischer Waisenkinder verwendet wurden. Em ständiger Sonntagsgast in diesen Versammlungen war Wilhelm Rüter, Krankenwärter am Wetzlarer Spital. Er lud zu einer Versammlung in Leun a. d. L. ein und verstand c3, die Erschienenen, darunter auch zwei Männer auS Klein-Linden, den Mechaniker Jung und den Gemeinderechner Lenz, zur Gründung eines Vereins für geistliche Musik zu gewinnen. Im Jahre 1854 geschah auch wirklich die Gründung, bei der sich 42 Mitglieder anmeldeten, dabei auch solche von auswärts, auS Gießen, Krofdorf, Waldgirmes, Kinzenbach, Groß-Rechtenbach, Hochelheim und HörnSheim. Unter den Mitgliedern waren aber nur neun Bläser, die schon zu Weihnachten gelegentlich einer Christbescheerung in der Kirche zu Kinzenbach zum erstenmale öffentlich auftraten. Darüber entnehmen wir auS einem Bericht deS Vorstandes ! folgende Auszeichnung: ,9Pir können bis jetzt acht Melodieen blasen; eS geht zwar noch ziemlich raub, dem Herrn aber sei hin zurückkehren. Wie die »Norddeutsche Allgemeine Zeitung" auS zuverlässiger Quelle erfährt, entbehrt diese Nachricht jeder. _ ... x. , „ .m Begründung. DaS ist ersteulich, weil Herr Horn als Kolonial-1 ^er Kanalisation soll endlich eme Neupflasterung beamtet sich bewährt hat. Verwunderlich aber bleibt, daß lamtlicher Straßen vorgenommen werden. der sett Dezember in Deutschland weilende Gouverneur den R'"B* r m ?8* cP“, m Reichstagsverhandlungen über die Togobahn- Kabmettsrat Römheld, Vorstand der Großh. Vorlage 'fernblieb. Er hätte den Kolonialdirektor, der keinen KabmettSdirektwn, wnrde mit Wirkung vom 1. August, der leichten Stand hatte, wirksam unterstützen können. Die -Darmst. Ztg." zufolge, zum Direktor deS LandeSmuseumS anderen leitenden Kolonialbeamten sind, sofern sie zur Parla-1 xxxx ^ikbenamt ernannt. mentszeit in Deutschland sich aufhielten, im Reichstag er- Darmstadt, 27. Juli. An Stelle deS verstorbenen schienen und hervorgetreten. Was hinderte den Gouverneur GehelmeratS v. Knorr soll Geheimrat Emmerling non Togo, diesem Beispiel zu folgen? 5”™ Präsidenten deS Verwaltungsgerichtshofs bestimmt fein. ntte am Freitag, der über die Lage beraten soll, den Vorsitz ^Budapest ,27. Juli. In der heutigen Gilamg M 7IK- ^wdnetenlrnufe^ wurde der Antrag dcS M^geordneten .ttatznaet) auf Abbruch der HandekSvertragSverHandlung en mit Deutschland und Italien a b g c I c I) n t Der restliche Poften deS Hand-'l^budget wurde ohne Debatte bewilligt. P e t er Sb u r g , 27. Juli. Die Gri'etzsammlung tieröftmthrfit ein (Mcb über Organisation deS Kl e i n kr e d i t e s für Ackerbliu- imb ^Gewerbetreibende sonne für Handioerker zur Erteilung von Dorlel>en und Permittelung beim Ankauf der zum Beiried n-tigeu ^genftände sowie beim Verkauf landwirtichast- tidwr Erzeuauifse und zur Eutgegeunalnne von Einlagen. Ohfterbav, 27. Juli. Präsident Roosevelt wurde beute formell davon in Ki'nntniS gesetzt, daß die r e p u b l i - konische Nationalkonvention ihn zum Präsidentschaftskandidaten nominierte. Als der ^breeber des Repräsentantenhauses, Lannon, ilnn int Auftrage deS ökomiteeS davon Mitteilung machte, nahm Ro^evelt die Nomination an und erklärte ferne freudige Zustimmung zu den Erllarungen und Grundsätzen der Konvention. echS Monateit Gefängnis. ♦ DaS Kartenlegen frfieint in Berlin nom an der. Tagesordnung zu sein. Als ein Beitrag zum Unwesen der Karten», legermnen wird im Lustgarten ein Zettel vertritt, aus hm an»; standSlos in fettestem groben Druck zweimal bte Worte „Achtzig prangen. Sodann heißt eS weiter' „Meine Zirkulare und Snmit sind durch Amts und Landgericht^beschlüsse vom fianuar und. fiebnwr 1904 erlaubt. Motto: Ter Hang zum Wunt^rbaren ist Dielen eigen. Es liegt in der Natrlr gewaltiger Kraft, Bor dessen Mack)t vornehm und niedrig sich neigen, Dem selbst em Räriel der edlen Wisienschaft. (Aus: .Imperium tl bntria , berühmte Tragödie von Tr. Sch. . .) — Trotz der Konkurrenz und der Kritik ist meine Kunst eine unübertroffene — tote vornehme Zeitungen meine Kiinst würdigen — denn ich.,tve«.^ I?11* schriftliche Nachweisen von Tausenden Consultanten lahrliw vier und auswärts in ^lnspruch genommen. Karlen-Klmulerin Fisher, Berlin NW., Feldzeugmeisterstr. 6 vorn 3. Etage (direkt an der Rathenower- und fmibpftr. Ecke. Nur 10 Minuten vom Lehrter Bahnhof und Nähe Eriminalgerichts'» sagt Damen streng gewissenhaft bevorstehendes Schicksal, GlückSfalle und Zukunft. Herren werden nur nach vorheriger schriftlicher Anmeldung zu- gelchscn Karten-KünMerin firau Fischer ist durch nachweisbare große Erfolge und öfsenttich' Anerkennungen in Berlin, Edar. tott nburg. SMnebera und auswärts berilhmt. Sprechzeit täglich von 10—2 Uhr vormittags und 5—10 Uhr nachmittags. Bon 3—5 Uhr nur Zutritt für vornehme Herrschaften. Sonntag und fieiertage dieselbe Sprecfarit. Nur Consultanten ist der Zutritt ?u meinen Wartezimmern und Sprechzimmer geftattet. xag ein derartiger Dumbug ungestraft verübt werden darf, ilt über* ous deschäm.'nd si>r 'Zerliu und die Berliner. Vevßnlschter. • Regensburg, 27. Juli. Dem .Regensburger Anzeiger^ mfoltic äscherte gestern nachmittag ein Großfeuer die Hälfte des Dorfes Heumaden bei Moosbach in der Oberpfalz cm. 10 An- roefen 19 Nebengebäude und die Ortskapelle wurden ein Raub der filammen. . ♦ Mailand, 27. Juli. Nach einer hier emgetrofrenen Meldung bat der vom Militär desertierte Sohn Alberto des MalerS Segantini auf dem Simplonpasse Selbstmord begangen. _ , ♦ Dummheit und Aberglauben. Nicht die Ober- Hessen allein glauben an die Wahrsagekunst, und bte Bilbeler Affäre, die noch in frischer Erinnerung stehen wird, steht Nicht allein da. Ein kaum glaublicher Fall von Dummheit und Aberglauben wurde am Montag in einer Verhandlung vor der dritten Strafkammer deS Landgerichts I in Berlin erörtert. Auf der Anklagebank befand sich die 40 iäbnge unverehelichte Auguste Mvs - ka. In der Reich-nbergerstraße betrieb die ver- e(Ktidrte Wilhelmine Sck. ein Grünkramgeschäft. Zu ihren Kundinneii gehörte auch die Angellagte. 2lls dieic io häuftg von der Sch. Klagen über den schlechten Geschäft s S.a n g hören mils-te beschloß sie. die firau, deren grenzenlose Einfalt und Dunimh.it s.e durchschaut hatte, auSzubeuten. .^^^föählte ihr, daß ihre Großmutter Zigeunerin sei und tn ^dlershos nwlme. ^Es sei eine außerordentlich kluge, mit übernaturlmten straften ' auSgestattete firau, ivelche der Sch. durch An cnpung von Sympathiemitteln helfen könne, wie sie sckwn vielen anderen zu einem blühenden Geschäft und Vermögen geholfen habe, .firau Sch nahm das Anerbieten mit fireuben an. Am folgendeii Tage begann der Dokuspokus. firau Sch mußte zunächst drei fiünfzigpsennigstücke opfern, welche bte Angeklagte angeblich auf der bloßen Brust tragen mußte. Sodann hatte firau Sckr. sich einen lleinen Flausch Haare abzu schnei den und diesen ihrerseits an dem bloßen Busen aufzubewahren. tfrau Sch kam der Vorsäwist getreulich nach, bei der Angeklagten wurden die drei Geldstücke aber nicht einmal „warm". DaS Mittel „zog" nickt, es mußten stärkere -Seiten angespannt werden. firau Sck. mußte jetzt drei Einmarkstücke opfern und als ihr L»rden nach wie vor leer blieb, mußte sie drei Talerftücke bergeben Alles vergeblich. Nun griff die Angellagte aut Gebritz ihrer alten Zigeuner-Großmutter zu fcMrferen Mittelm CS müsse, wie sie der Fran Sch. .vorredete, ein -rrösch ans Kreuz genagelt werden, sie müsse sich außerdem Letchen- blut und Tetenblumen beschaffen und schließlich drei Zehiimark- stücke aus dem bloßen Dusen tragen, firau Sch opserte bic 30 Mark und bann auch nod) 60 Mark, da die Angellagte es mch größeren t^eldstückm versuck'en wollte, .firau Sch. hatte schtten- lich 270 Mark geopfert. Die Angeklagte behauptete, datz mit den Goldstücken daS „goldene Rad des Lebens in Bewegung gesetzt mcrben müsse und hierzu fei nur ihre Grotz- mutt e r im stände. Die Betrügerin erhielt eine Strafe von Litteratur. JuftuS Perthes' Staa tSbürger-AtlaS, 24 Blätter mit über 100 Karten, Diagrammen und Mbildungen zur Veriaffung und Verwaltung des Deittscken Reiches und der Bundesstaaten. Mit Bealeitworten. Von Paul Langl-ans. (Vierte Auslage. Preis 2 Mk.) ist im Verlag von JustuS Perthes in Gotha erschienen. Der Atlas H folgenden Inhalt: Vorwort. — Begleitwerte. -- Karten: Volk^ftämme und deutsche Mundarten. — Religiöse Bekenntnisse. — Kirchliche Gli d^rung. Vernxittung der Jnvaliditäts und Altersversicl>eriing. Entscheidende Disziplin narbehörden. — Politische Einteilung, Zusammensetzung des Reichstags 1903. — Vergleichende llebcrfirfyt der Reichstags- Wahlkreise. — Justiz-Verwaltung. — Gliederung einiger L»an- d'ls und Verkelirk-anftatten. — -höhere Schulen. — V?rwen Schutz truppen. Kunst und Wissenschaft. Darmstadt, 27. Juli. Der Darmstädter Künstler Karl Sckmoll von Eisenwertb erhielt auf der Dresdener Kunst- ausftellilng die lle'ne go'dene Medaille. Aiick tmtrhen seine Ra- dierungen und Holzschnitte von dem dortigen Kupferstich-Kabinett angckauft. Kopenha.gen, 27. Juli. Nach einem Brief des Leiters der dänischen literarisck^en Gr ö n l a n d e r v c d i t i o n , bcdl Schriftstellers Mvlius Griffen vom 6. Juli, beenbete die Erpe- dition Ende Juni ihre Reifen in Nordgrönlcmd. Sie schließt ietzt das <511'bi um über Land und Leute mit einer viermouatigen Reise in Südgrönland ab. Die bann fatgvnbcn Ervedirionsreisen sollen sich vom 60. dis zum 80. (Arad nördlicher Breite erstrecken. Das Mitglied der Expedition Maler Graf Moltke k brt krankheitshalber zurück. Sport. Ruder-Regatta in Gießen. Reges Leben herrscht setzt alle Abende am Boodchause der Ök R.-G. 1877. Die Vorarbeiten bürg. _ Nordseebad Westerland, 27. Juli. Vriin urtcb* rrdj Leopold von Preußen ist mir fernen Kindern, Prin- z^ffin Viktoria Margarete und den Prinzen Friedrich Sigismund und Friedrich Karl, deren nnlitärischen Begleiter Hauptmann Graf. v-nutruumjcu, fuiuic vn unucun von Stillfried und Rattowtz. dem Z'vilerzieher und dem OVio^gc I । ^cc Posaunenchor durch seine Mitwirkung wesentlich zur mit bem SatmTbantTcr ®ottftibienfie bei. Am Oslermorgen, Xuraufen tbalt imter dem ^meognno von vpornunn ein-1 . . ° . .... . f getroffen mtb nahm 'm ..fcotel L>ohen;ollern^ Sehnung. frflf) bei Sonnenaufgang, labt bet Verein seine Weisen er. Kiel ,27. Juli. Die R e ichswerft hat neuerdings reich- schallen und in der Sylocsternacht durchtönen vorn Kirchcn- lick 4000 Arbeiter entlassen, beziehungsweise ihnen ge-1 her die feierlichen Choräle den Ort. — Von den temfiOTt beschlossen worben. Mibürgermeister Germer, Schneider Adolph, Kausmann Jung. Samburg, 27. Juki. Als Geschenk be8 «‘inio3 poljbeim und al« auberordentliche« Mitglied der Kirchen- von England für den Tne'^g-n Senat ist em kostbarer d^r a D Philipp Weigel. f»7lb k^anTurlaub wrweilenbe " Gute Weinaussichten verzeichnet die „Deutsche denUche^«°ni'ül Ä Ri»i^.^Frhr. v.^Redwitz a cr- Deinzeitung", indem sie in ihrer letzten Ni.mmer schreibt: ft ar b beute infolge eines Schlaganfalles. Die geradezu tropische Hitze hält an und treibt tne ^rauben ,।. ■ -■ ■ ■ ■■ ■ ■ ■ 1 im Wachstum ungemein rasch werter. Wenn auch ein vvr- Heer und 3»(otfe. I übergehender, durchgreifender Regen denselben sehr zu m m , cm uvi statten käme, so ist vorerst doch noch auch ohne diesen eine Berlin, 27 Jutt. Nach emer Mitteilung deS Ebe 51 rQ|^e (^ntwidTlunfl möglich. Die Rebkrankheiten, nrieOidium der aktiven Lchlachtffotte ist beim Auslaufen aus -ermck am I utT^ Peronospora, Kirnen naturgemäß bei dieser trockenen 25. Juli abends das Torpedoboot Nr. 98 vorn .Ldin* Witterung kaum aufleben, zumal sie auch beim 2luftreten Steuerbord-mittelschiffs gerannt worden. Da die Heizräume sofort ihre Nahrung in einem für sie giftbefpri^fen Zuleck sind, wird daS Boot vom Aoffo »Blitzt über Norwegen stunde vorfinden. ES unterliegt somit keinem Zweifel, nach Kiel geschleppt werden. Verletzt ist niemand. daß, abgesehen von den Verheerungen deS SanernntrmS, Stettin, 27. Juli. Die aus den norwegischen Ge- der quantitativ in einzelnen Orten größeren Schaden an- 'richtete, die Aussichten zurzeit recht günstige sind. * !wurden zur Fortsetzung seiner Versuche über die Bc- London, 27. Juli. Die Prin-essin von Wales wegungSverhältniffe deS WasserS innerhalb der Turbinen ist frnte moraen nach - Str e l i V abg st zum Besuche Qu5 der JubiläumSstistunq 3 000 Mk. bewilligt. (D. T. A.' m Mainz, 27. Juli. Mit ben Verhältnissen der P^riS, 27. Juli. Der Bischof Lenordez von Difon Höheren Handelsschule beschäftigte sich eine Konferenz, ist "tri '-i^n neuer Brief deS Staatss-'kr''tärs Merrh del Val hin die gestern von der HandelSkannner in ihr Sltzungvlokal ein- ",'7. der Regierung »««R °m ab «ex ei ft Xie berufen war. E, wohnten ihr die Ministerialräte Eisenhuth 1 dieses ^rrries sckim tn den Augen des Minnter-I . . « ... . . ’ ,« 1 »» « ■ c frtdrfibnrtrn Combes eme ernste Verschärfung des Ko'nÜ und Nodnagel für die Großh. Regierung bei, außerdem eine tlittcS darzustellen. .Präsident Lmcket wird in dem Minister-1 Anzahl Mttglieder der städtischen Schulkommission. Die von Mr Regatta siird soweit fertig und auch die schwierige Frage, Unterbringung der großen AnzM fremder Boote, ist glück- Uch.-gelöst. Gegenüber dem Bootshause, auf der Schürzschen Merche, ist eine große Bootslagcrhalle errichtet und den Zu- Ichaucrn dadurch Gelegenheit geboten, die Boote bereits auf der Fahrt nach dem Start zu beobachten. Die ersten Boote auswärtiger Vereine sind eingetroffen. Infolge der zahlreichen Meld- ungen finden Sonntag vormittag die Vorrennen statt, bei denen es schon zu heißen Kämpfen kommen wird. Kommen doch bei der mesigen Regatta verschiedentlich Vereine von Nord- und Süddeutschland zusammen, die dieses Jahr noch keine Gelegenheit hatten, ihre Kraft gegeneinander zu messen. Tie Preise stehen von heute bei der Firma Ehr. Reiber im Schaufenster aus, und chelonderv die schonen Wanderpreise, gestiftet von Sr. Kgl. Hoheit ^-/ ^Kerzog von der Stadt Gießen, dem Aussämß des deutlet : Aiderverbandes und dem Ehrenvorsitzenden der G. R.-G. I. Kirch .Em großer Teil der übrigen Preise ist von Freunden des Rudersports gestiftet. Die Musik steNt das - ^^Üvner-Regt. nach der Regatta, fhtbet bei günstiger Witterung Reunwn am Bootshause statt, bei ungünstiger Witter- UN? /m Hotel Grofiherzog von Hessen. Mittag ist Festtafel int Hotel Großherzog von Hessen. Kerichtssaal. Hanau, 27- Juli. Der blinde Philipp B. von Fechenheim öwht mit der geistesschwachen Katharina G., gebürtig von Mnnedermuß, heimatlos in der Fremde umher. Ein Obdach besitzen sie Nicht, und so kcnnpieren sie vielfach tm Freien. Der Mc spielt Harmonika, die Gefährtin bettelt die wenigen Münzen, die sie brauchen, zusammen. Als sie mehrfach Feuer in der Nähe des. Waldes bei Großkrotzenburg anzündeten und dadurch bei der letzigen Dürre Gefahren heraufbeschworen, wurden sie von der Sicherh^itsbehorde aufgegriffen und Anklage gegen sie erhoben wegen Landstreicherei und wegen Anzündens von Feuer an gefährlichen Stellen in Wäldern. So stand gestern das erbarmungswürdige Pärchen, das anmutet, wie ein paar Gestalten aus Gorkis „Nachtasyl", wegen der beiden Uebertretungen vor dem Schöffengericht. Blinde wurde freigesprochen, weil das Gericht, da er sein Möglichstes tut, um sich durch Harmvnikaspielen seinen Unterhalt zu verdienen, ihn nicht unter die Landstreicher rechnet, an dem Feueranzünden wurde ihm vom Gericht eben- faNs keine Schuld beigemessen, da er seine Gefährtin nicht daran hindern konnte. Die Katharina G. wurde wegen Feueranzündens zu einem Tag Haft verurteilt, der durch die Untersuchungshaft verbüßt ist. Beide wurden daher wieder aus der Haft entlassen. Nach einer Mitteilung der Sicherheftsbeamtcn sind Vorkehrungen getroffen, daß beide in Armenhäusern untergebracht werden. (S. u. H.) Frankfurt a. M., 27. Juli. Ein äußerst sensationelles Nachspiel zum Bilse-Prozeß wird am Freitag und Samstag das Kriegsgericht der 21. Division beschäftigen. Unter der Anklage des Zeugenmeineides hat sich der Oberleutnant Witte zu verantworten, der früher im Lothringischen Trainbataillon Nr. 16 in Forbach 'Dienst tat und durch die Enthüllungen im Bilse-Prozeß so arg kompro- pnittiert wurde, daß bei dem großen Revirement in Forbach auch er eine Strafversetzung als Bezirksoffizier nach Siegen in Westfalen über sich .ergehen lassen mußte. Seine zeugeneidlichen Aussagen im Vilseprozeß hatten dann noch die weitere Folge, daß eine Untersuchung wegen wissentlichen Meineids gegen ihn eingeleitet wurde, die setzt durch die Erhebung einer dahin- lgehenden Anklage seitens des Gerichtsherrn der 21. .Division ihren vorläufiger: Mschluß gefunden hat. Der Angeklagte Oberleutnant Witte bildete eine der Hauptpersonen des Bilse'schen Romans „Aus einer Kleinen Garnison". Unter dem Pseudo- itiym eines Oberleutnants Borgert führte ihn Bilse den Lesern seines Romans als einen höchst unsympathischen Menschen und , Kameraden vor. Mit schwarzen Haaren und einem stechenden Blick ausgerüstet, wurde der Angeklagte als der Jntriguant des Regiments geschildert. Er wohnte zurzeit der Entstehung des Bffse'sck>en Romans mit dem Oberleutnant Koch, der im Roman unter dem Namen Leimann auftritt und ebenfalls eine sehr traurige Rolle spielt, in einem Hause. Durch dieses enge Zusammenleben Beider entsvinnt sich dann in der Folge ern sehr intimer Verkehr zwischen Witte alias Borgert und der Frau des Oberleutnants Koch. Nach einem Bacchanale in der Wohnung Witte's läßt Bilse diesen mit der Frcm Koch nach London Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 29. Juli: Zunächst wieder heiter, trocken und wärmer, später ku- nehmende Bewölkung. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Temperatur der Lahn und der Lust am 28. Juli 1904. Nach Recnnnur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 17'/,°, Lust 16°. Albert Rübsamen. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbathseier am 30. Juli 1904. Freitag abend: 7.45 Uhr. Samstag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9.05 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Uhr. Arbeiterbewegung. Dux (Böhmen), 27. Juli. Die Bergarbeiter schäft des Brücher Kohlenbergwerks, welche mit der neuen Dienstordnung unzufrieden ist, kündigte durch Delegierte für morgen den Generalstreik an. Die Belegschaft des Paulschachtes W i e s a beschloß, heute nachmittag in den A u sst a n d zu treten. Dagegen beschlossen die ausständigen Belegschaften des Johann- und Gumannschachtes morgen wieder einzufahren. ^Efennen, too das ehebrecherische Paar Selbstmord verübt. In WrrDichkett ist Frau Oberleutnant wie der Regimentskommandeur Fuchs nn Bilse-Prozeß bekundete, im Oktober 1903, Mo kurz nach dem Erscheinen des Romans „Aus einer kleinen ^arrwon an einer Blinddarmentzündung verstorben, während rhr Mann fast zu gleicher Zeit seinen Abschied erhielt. Die Zeugenvernehmung im Bilse-Prozeß ergab, daß die Beziehungen des wtzigen Angeklagten zu der Frau seines Kameraden, die rm Oktober 1903 an Blinddarmentzündung gestorben ist, fast durchweg als verbotene angesehen wurden. Der als Zeuge ver- nommene Oberleutnant Witte stellte ynter dem Eide alle diese Anschuldigungen lebhaft in Abrede, ebenso bestritt er eidlich, erhebliche Sckwlden kontrahiert zu haben. Zu der zweitägigen Verhandlung sind u. a. die früheren Oberleutnants Koch und Lindner, der verabschiedete Kommandeur hes Forbacher Trainbataillons und noch verschiedene andere aus dem Vilseprozeß her bekannte Persönlichkeiten als Zeugen geladen. Der Saatenstand im deutschen Reiche war um Mitte Juli: Winterweizen 2,5, Sommerweizen 2,8, Winter- spelz 2,0, Winterroagen 2,5, Sommerroggen 2,6, Sommergerste 2,6, Hafer 3,9, Kartoffeln 2,7, Klee 3,3, Luzerne 3,0, Wiesen 3,1; dabei bedeutet: 2, gut, 3 mittel, 4 gering. Die entsprechenden Zahlen vorigen Monats waren; 2,4, 2.6, 2,0, 2,5, 2,5, 2,6, 2,7, 2,6, 2,7, 2,2, 2,4. In den Bemerkungen des kaiserlichen statistischen Amts zum Saatenstand heißt es: Kennzeichnend für den abgelaufenen Berichtsmonat ist die große Dürre, die in allen Teilen Deutschlands auf die Saaten, vor allem auf das Wachstum der Futterpffanzen einen ungünstigen Einfluß ausübte. Winterweizen verblühte meist gut wird, da er vielfach frühreif ist, an manchen Orten ziemlich stark von Rost befallen. Auch Roggen reifte sehr schnell. Die Sommersaaten reifen fast durchweg Lu schnell und bleiben infolgedessen kurz im Stroh und leicht im Korn; auch über dürren Bestand, Verunkrautung und Windbruch wird geklagt. Der Stand der Kartoffeln lässt meist zu wünschen übrig; sie stehen vielfach lückenhaft, ungleich, sterben vorzeitig ab, .zeigen mangelhaften Ansatz, die Knollen bleiben im Wachstum zurück. Die Futterpflanzen' litten unter der großen Dürre am meisten. Grünfutter wird knapp; eine Futternot ist zu befürchten, wenn nicht sehr bald ausgiebiger Regen eintritt. Die Heuernte kam meist gut unter Dach, läßt aber in Menge in Nord- und Mitteldeutschland vielfach zu wünschen übrig, während sie in ganz Süddeutschland reichlich ausftel. , Märkte. Limburg a. d. L., 27. Juli. Fruchtmarkt. Durch» V^tspreise pro Malter. Roter Weizen 13.80 Mk., weißer 2Behen 00.00 Mk., Korn neues 9.75 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 7.05 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Schiffsnachrichten. _ Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 27. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Bremen", Kapitän R. Nierich. vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 1 Uhr nachmittags woblbehalten m Newyork angekommen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 28. Juli. In Tempelhof erkrankte eine Familie nach dem Genuß einer Mehlspeise an Vergiftungs-Erscheinungen. Ein 15 jähriger Knabe fft bereits gestorben, während die Mutter desselben und drei weitere Kinder sowie eine ebenfalls dort wohnende Frau Rechnungsrat Rhode und ihr Dienstmädchen schwer krank darniederliegen. Berlin, .28. Juli. Dem „Börsen-Kurier" wird von vertrauenswürdiger Seite über den mutmaßlichen Inhalt b e-§: de.utsch-russischen Handelsvertrages Folgendes mitgeteilt : Rußland ist mit den Minimalzöllen im deutschen Zolltarif für d e Einfuhr ausländischen (Getreides einverstanden und verzichtet seinerseits auf .die Differentierung des See- und Land- Transportes, wie sie in seinem autonomen Abwehrtarif festgelegt wird. Dagegen erhalt Rußland von deutscher Seite das Zugeständnis die russische Gerste mit dem Markzoll zu belegen, ohne Rücklicht auf ^die Qualttät. Die russische Gerste soll durchweg als Futtergerste und in keinem Falle als Braugerste behandelt werden. Außerdem erklärt sich Deutschland damit einverstanden, daß die Fabrikate der deutschen Industrie einschließlich der chemischen Produkte einem höheren russischen Schutzzoll unterworfen werden als der bisher in Geltung stehende Vertrag aufweist. Endlich soll Rußland die Zusicherung gemacht worden sein, im Grenzverkehr zwischen Rußland und Deutschland veterinärpolizeiliche Erleichterungen eintreten zu lassen. Petersburg, 28. Juli. Gerüchtweise verlautet, der Zar beabsichtige, das baltische Geschwader bis nach Kiel zu begleiten, wo er alsdann eine Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm haben würde. Die russische Admiralttät habe bereits die notigen Vorkehrungen getroffen. Petersb urg, 28. Juli. Das amerikanische Staatsdepartement hat wegen der Beschlagnahme der Ladung des Knight Commander und der Ärabia eine Protestnote überreichen lasien. Telephonischer Kursbericht. 3Ve% Reiohsan leihe . . 102.00 3o/0 do. ... 89.90 3V,°/o Konsole .... 102.00 3% do......90.15 8Vr0/n Hessen .... 100.40 3Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrenie . . 101.30 47Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 100.20 4°/d Italien. Rente , . . 103.70 47,-6 Portugieser » . . 61.80 8°/ Portugiesen. .... 61.45 1% C. Türken .... —.— Türkenlose ...... —.— 4% Griech. Monopol.-AnL 47.60 4l\% äussere Argpntiner 43 30 | 30/o Mexikaner .... 27.05 4,/s9/o Chinesen .... 89.10 Electric. Schnckert . . . 101.70 Nordd. Lloyd . . . . 100 50 Kreditaktien.....199.30 Diskonto-Kommandit, . . 185.70 Darmstädter Bank . . 136.70 Dresdener Bank .... 148.20 Berliner Handelsges. . . 152.50 Oesterr. Staatsbahn , . 135.10 Lombarden . . , 17.40 Gotthardbahn.....188.00 Lanrahütte......24L50 Bochum.....'. . 189.20 Harpener......201.00 Tendenz: fest. Für die Gesamt-Redaktton verantwortlich: i. V. August Goetz. Gustel 1. Laubenheimer. , den i 1904. schweren Verluste ie zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Schwiegermutter und Großmutter, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagt hiermit innigsten Daick Familie Ruckstuhl- Gießen, den 28. Juli 1904. 6427 Bullerr-Versteigerung. Der bei Herrn Gutspachter Hesse in Otterbach ^st^bende circa !R~20 Zentner schwere Siationsbnlke soll auf dem ^bege der Submission Mim Schlachten verkauft werden. Der Bulle kmllt an Ort und Stelle nach vorheriger Meldung bei .H^rrn gesehen werden. Die Derkaussbedingungen sind durch dre Ge- schästsstelle des landw. Provin-ialoeretns in Alsfeld oder von Herrn 'Orik zu bezirl^n. . Angebote für das Tier im Ganzen sind blö zum r. -luAUsr, vormittags 10 Uhr, an die Geschäftsstelle deS Vercms m einzureichen. Der Zuschlag erfolgt bis zum 3. August. AlSseld, den 27. Juli 1904. Tierzuchnnspektion für die Provinz Oberhessen. Leit Higer. 64,31 Dmnstaift.I.Sept.M, nachmittag- 3 Nhr, wird auf hiesigem Ortsgerrcht die vor dem Nameil des Carl Buß und Ehefrau geb. Rumpf stehende Parzelle 1/516 — 243 qm Hofraite auf dem Marktplatz öffentlich meiftbietenb versteigert. Gießen, den 28. Juli 1904. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. ___Gros.__6423 Donnerstag d. 11. August 1904 nachmittags 3 Nhr, werden auf hiesigern Ortsgericht die der Georg Hauß Mittr'e zu- stehenden Anteile an 1/730,s = 177 qm Hofraite auf dem Seltersweg, 1/731 = 5 qm Stall daselbst, 1/780,, = 36 qm Hofraum in der Löwengasse äffenttich mriftbtetenb versteigert. Gießen, bcu 30. Juni 1904. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. Gros. 5629 MßMnahen. Frau Schäfer, Heuchelheim, 04288 Brauhausstraße 4. Verdingung. Die Lieferung von Dienstkleidung für die städtischen Arbetter soll Mittwoch den 3. August d. Z., vormittags 11 Nhr, öffentlich vergeben werden. Zu liefern sind: 160 blaue Drellkittel, 80 Tuchmützen und 80 Strohhüte. Muster vorbezeichneterGegen« stände können bei uns eingesehen werden und sind Angebote nebst Stoffmuster spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an unS einzureichen. — ZuschlagSsrist 8 Tage. Gießen, den 27. Juli 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. 6430 Hammelfleisch 45 Psg. [6433 sowie MD Wasser-Reinignngs Apparate D R.-P. angera. aufoni. wirkend von Kesselspeisewasser sonstiger gewerblicher für Brauereien, Wäschereien. Papierfabriken. Garantie für Erzielung reinen, weichen, von Kesselsteinbildnern vollkommen befreiten Wassers. 6416 Glänzende Zeugnisse. Vorzügl. Referenzen. — Billige Preise. Kostenlose Wasserantersuchung durch eigenes Laboratorium. Prospekte und Kostenanschläge gratis. Dampfkesselfabrik vonu. Arthur Rodberg, A.-G. Darmstadt. — Vertreter gesucht. Reue holläadischc VoÜhärmye per Sttick 0 Psg. cmpftcbU |(3390 J. M. Schulhof. Iwikbclkuihcn Montag, Mittwoch u. Freitag von 9 llhr ab. ö68o Fr. Noll, Mäusbvrg. f Möbl. 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