Str. 149 Erstes Blatt. iö4. Jayrgarrg ^rensrag tco» Grlchetut täglich au & er Sonntags. Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen« Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brühl'schen Untvers^Buch-u.Stein- druckeret. DL Lang«. RedaNion, Srvedittoa und Druckerei: Gchulpratze 7. Adresse für Deveschen: Anzeiger Gieße«. Kernsprkchanschluß 9tr. 51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngSprei-, monatl,ch7öPi„oiertel- jäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— uiertel- jährl. auZschl. Besteüg. Annahme von Anzeigen sür tue TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 13 Pf, auSwärtS 20 Psg. Verantwortlich für den pollL und öligem. Teil: P. Wittko- sür .Stadt und ßanb* und .Gerichtssaaf: August Goetz; für den An- zeigentell: Hans Beck. Are Kreter Woche. ftiet, 27. Jnm. Die Monarchen sahen .i IL" aus dem Wettrudern der Fähnrich 'en und Schiffsjungen zu. Der Kaiser empfing hierauf a-;f der „Hohenzollem" die Sieger des Handicaps Dover-Helgoland zur Preisverteilung. Zu fünf Uhr waren zahlreiche Einladungen zum Tee bei dem Kaiserpaar an Bord der „H o hen zo ll er n" ergangen. Geladen waren außer dem Gefolge und der Umgebung des Kaisers und der Kaiserin, der König von England mit Gefolge und Ehrendienst, der britische Botschafter Lascelles mit den Herren der Botschaft, die hier anwesenden Fürstlichkeiten, der Reichskanzler, die anwesenden Diplomaten, die Spitzen der Behörden, der Admiralität und Generalität irfto., viele anwesende Engländer von Rang und zahlreiche Damen. Am Llbend fand ein Festmahl im kaiserlichen Jachtklub statt. Die Tafel zierte der große von König Eduard gestiftete goldene Pokal. An der Hauptafel saß der Wnig von England zwischen dem Kaiser und dem Kronprinzen. LinW vom Kaffer Wilhelm faßen der Großherzog von Oldenburg, der Prinz Ernst von Sachse^-Altenbrrrg, der Fürst von Monaco, der Reichskanzler Graf v. Bülow und der erste Lord der Admiralität Earl of Sel- bourne. Zur Rechten des Kronprinzen saß Prinz Wilhelm von Schweden, der britische Botschafter in Berlin Sir Francis Lascelles, Prinz von Battenberg, Oberhof- und Hausmarschall Graf von Eulenburg und Viscount Churchill. Den Monarchen gegenüber saßen die Prinzen Eitel Friedrich und Heinrich. Kaiser Wilhelm und König Eduard hielten Trinksprüche. Rach dem vom Kaiser ausgebrachten Toast wurde Salut geschossen. Später hielten die Majestäten Cercle im Garten. König Eduard hatte ein längeres Gespräch mit dem Reichskanzler. Eine glänzende Illumination, verstärkt durch die Beleuchtung von den Sckiffsscheinwerfern, und Feuerwerk bildeten den Abschluß der festlichen Veranstaltung. Die Mouarchenreden. Der Trinkspruch, den der Kaiser ausbrachte, hatte folgetrdeu Wortlaut: „Vor zehn Jahren, im Jahre 1894, kam der damalige Kommodore des Rohal Jacht Sguadron mit einigen englischen Herren hierher und brachte uns gute Wünsche zu unserem eben neu aufblühenden Sport. Nach zehn Jahren, am heutigen Tage, haben wir die hohe Ehre imb die große Freude, Se. Majestät König Eduard den Siebenten, den Admiral des Royal Jacht Sguadron, unter uns begrüßen zu können, und zwar als unser Mitglied. Gestatten Eure Majestät, daß ich als Kommodore des Klubs meinen herzlichen Dank Eurer Majestät ausspreche im Namen aller Mitglieder. Wir wissen die hohe Ehre voll zu schätzen, den Admiral des Royal Jacht Sguadron in unserer Mitte zu wissen, von dem der Sport so viele Fahre in England seine Entwicklung und seinen Aufschwung genommen hat und wo ich meine Lehrzeit durchgemacht habe. Gleichfalls bitte ich, meinen innigsten Dank aussprechen zu dürfen für den wundervollen Pokal, den Eure Majestät dem Klub verehrt haben. Diesen Gefühlen unb dem Dank, den wir im Herzen tragen, wollen wir Ausdruck geben, indem wir nach echter Seglerart Sr. Majestät Wohl ausbringen: Se. Majestät König Eduard der Siebente Hipp? Hipp! Hipp! Hurra!" König Eduard erwiderte in deutscher Sprache: „Darf ich Eurer Majestät meinen innigsten Dank aussprechen für Ihre so freundlichen Worte! Ich bin hierher gekommen sehr erfreut über den Empfang, der mir bereitet worden ist von Eurer Majestät und von allen Mitgliedern des kaiserlichen Jachtklubs. Ich bin stolz, heute Mitglied des Klubs geworden zu sein. Ich hoffe, daß Eure Majestät oder ein anderer von den Herren den Preis gewinnen wird, der für alle offen steht. .Ich danke tausendmal für Ihre guten Wünsche. Ich trinke auf die Gesundheit des Admirals des kaiserlichen Jachtklubs. Es lebe der Kaiser! Hoch! Hoch! Hoch!" Eine Ansprache des Prinzen Heinrich. Heute abend fand auch zu Ehren der britischen Seelen t e ein Gartenfest statt, an dem etwa 1500 deutsche und englische Marinesoldaten sowie zahlreiche^Offiziere teilnahmeu. Eingeleitet wurde das Fest durch ein gemeinsames Effen, bei dem dör Kapitän z. S. Emsmann die Anwesenden in englischer und deutscher Sprache willkommen hieß; er schloß die Ansprache mit einem Hoch auf König Eduard und Kaiser Wilhelm. Darauf hielt Prinz Heinrich eine Ansprache in englischer Sprache, in der er die Bedeutung der englischen Marine hervorhob und auf "die zwischen der deutschen und englischen Marine bestehenden guten, freundschaftlichen Beziehungen binwies. Ter Prinz brachte am Schluß ein Hoch auf die englische Marine aus. An das Festessen schloß sich ein Konz mit unterhaltenden Aufführungen, sowie ein Ball, der die Mannschaften in bester Stimmung bis gegen 12 Uhr zusammenhielt. Ter König von England verlieh dem Staatssekretär Frhrn. v. Richthofcn, dem Staatssekretär v. Tirpitz, dem Admiral Köster und dem Vizeadmiral Büchse! das Großkreuz des Viktoriaordens. Der Kaiser verlieh dem Botschafter Graf Wolff-Metternich den gtoten Mlcrorden erster Klaffe. Tas Motorbootrennen fand heute nachmittag vier Uhr statt. * Tie 7 rinksprüche der Monarchen am Samstag und Montag haben ihre Bedeutung. -Ter Trinffpruch König Eduards vom Samstag hat an Wärme und Vertrauen die Erwartungen weit üt> er troffen. Das gilt besonders von dem Wunsch des Besuchers, daß die englischen und deutschen Flaggen bis in die fernsten Zeiten nebeneinander wehen möchten zurAufrechterha ltung des Friedens. Deutlicher konnten die B^e st r e b u n g e n nach einem herzlichen Einvernehmen mit Deutschland nickt gekeunzeicknet werden. Gegenüber dem Korrespondenten des „Daily Expreß" hat Graf Bülow die Hoffnung ausgesprochen, daß die beiden Nationen die Wünsche ihrer Herrscher erfüllen werden. Wie weit diese Hoffnung .begründet ist, das wird sich allerdings erst nach den Kieler Festtagen erkennen lassen. Immerhin berührt es smypathisch, daß die Londoner Blätter mit Befriedigung und ohne Vorbehalt die Samstags-Triuksprüche auf nehnv'n. Weniger belangreich ist, was am Montag gesprochen wurde Kaiser Wilhelm, der am Samstag einen auffallend reservierten Ton angeschlagen hatte, sprach diesmal von seiner „in England durchgemachten Lehrzeit". Dabei hat man selbstverständlich zu ergänzen „in sportlichen Tingen" Wenn König Eduards Samstags-Toast eine Spitze gegen Rnpland enthalten, d. h. wenn er zwischen den Worten darauf hingedeutet hatte, daß Teufchlands Freundschaft für Rußland durch die für England in Schach gehalten werde, so hielt er sich am Montag wie Kaffer Wilhelm mir au Sport Kaffer Wilhelm aber holte ein wenig weiter aus und wurde diesmal Würmer, als er am Samstag gewesen war. Der ironische Ton, mit dem französische Zeitungen, wie „Eclair", .die Begegnung beurteilen, ihr krampfhaft jegliche politische Sebeutmut abfprechen, beweist Beklommenheit und Verdruß. .Frankreich hat es nicht dahin bringen können, trotz aller Opfer, den russischen Verbündeten allein zu besitzen; nun gewahrt es, daß auch der neu gewonnene englffche Freund, ebestso wie der italienffche, die älteren Verbindungen keineswegs Frankreich zuliebe aufgibt. Es ist wieder einmal nichts gewesen mit der „Vereinsamung" Deutschla nds,die von der ganzen Boulevardpreffe als unumstößliche Tatsache hingestellt wurde. Zu den deutsch-englffchen Erklärungen über Egypten erfährt die ,Mationalztg." daß Deutschland von Seiten Englands dieselben Zusicherungen und Rechte empsing wie Frankreich. Also auch in dieser Hinsicht farm sich' Frankreich keiner Bevorzugung rühmen; die Freude an Marollo ist ihm durch die bekannten intereffanten Vorkommnisse arg genug vergällt worden. Die Londoner leitenden Blätter erklären, daß die Reden am Samstag die wahre politische Bedeutung der Monarchcn-Zusam- menkunft an den Tag legten. Der Korrespondent des „Daily Expreß" in Kiel berichtet, ein beim Tiner anwesend gewesener Minister habe ihm erzählt, daß die beiden Monarchen im Laufe ihrer Unterhaltung auf den o st asiatischen Krieg zu sprechen kamen und dabei sowohl für die Tapferkeit der Russen wie für das militärische Genie der Japaner Worte der Bewunderung hatten. ^Wenn dasselbe Blatt behauptet, daß der wahre Zweck des Besuches König Eduards sei, eine Intervention Deutschlands im ostasiatischen Kriege herbeizuführen, so kann kein oer- nünftiger Mensch das ernst nehmen. Der ftühere Arbeitsminister im französischen Kabinett Waldeck- Rouffeau, Baudin, weilt in Kiel und sendft dem Parffer .^Journal" Artikel, die äußerst sympathisch für Deutschland gehalten sind. Baudin, der zu Pelletans Gegnern gehört, schildert die großen Fortschritte der deutschen Marine und Handelsschiffahrt und sagt, man müsse nach Deutschland kommen, um ganz zu verstehen, welche Fehler in Frankreich begangen worden feien. Aer Krieg zwischen Japan und Dußtand Der Vormarsch der Japaner. Petersburg, 27. Juni. Ein Telegramm des Generals Sacharow au den Generalstab vom 26. Juni besagt: Man hat Grund, zu vermuten, daß bedeutende Streitkräfte des Gegners von der Sttttion W' nseliu in die Berge ab- geschwenkt sind und in östlicher Richtung zum Tschapanlinpaß vorrücken. Vom 25. Juni bemerkten russische Streifwachen, daß japanische Truppenabteilungen auf dem nördlichen von Siujan nach Kaitschan führenden Wege bon Tauntun nach der Pandsiabai und weiter zum lluaidalinpaß vorzurücken begannen. An demselben Tage begann der Gegner den Vormarsch von Sselutschan in der Richtung auf die große nach L i a u j a n g führende Straße, sowie auf die Straße nach_ dem Modulinpaß über Tafangou, 18 Werst nordwestlich von Sselutschan. Aus der großen Straße nach Liaujang marschierte ein Bataillon, ostwärts desselben im Tale des Tsach-e zwei Eskadrons und ein Regiment Infanterie, im Westen in den Bergen ein Bataillon und zwei Eskadrons. Der Vormarsch des Gegners auf der großen Straße nach Liaujang wurde anfangs von zwei Kompagnien Schützen aufgehalten, die sich # langsam nordwärts zurückzogen. Hierauf erhielten sie noch zwei Kompagnien Unterstützung. Nachmittags um 2 Uhr 30 Min. besetzte der Feind Tsch'impu. Tie russischen Schützen zogen sich abends nach Pchachegan, 35 Werst nördlich von Sselutschan, zurück. Auf ruffischer Süte sind ein Oberleutnant und fünf Schützen verwundet. An demselben Tage bedrängte eine etwa ein Bataillon Infanterie starke japa- nffche Abteilung, die aus dem Tungapasse auf dem Wege nach dem Madnlinpaß vorrückte, bei Tafangou zwei Kompagnien Schützen: diese zogen sich langsam zuerst nach Ualiunda und hierauf nach Kewdigpudsa zurück. Ein Hauptmann wurde verwundet: ein Arzt le^te jhm einen Verband an; als der V e r - wundete auf einer Bahre weggetragen wurde, feuerten die Japaner auf die Träger, wovon drei verwundet wurden. Der Hauptmann, der Arzt und drei Träger blieben in den Händen des Gegners. 'Ferner sind auf russischer Seite zwei Schützen getötet, ein Leutnant und 13 Schützen verwundet. In der Nacht auf den 26. Juni hielt der Gegner in einer Stärke von etwa einem Regiment Infanterie mit einem Regiment Kavallerie bei Tuinpu. Am 26. Juni ftüh 9 Uhr begann eine feindliche Abteilung in einer Stärke von einem Bataillon auf der von Liaujang nach Haitscheng ftihrenden Straße von Ssohodza nach Wansiapudza vorzurücken. Gegen mittag zeigten sich hinter diesem Bataillon weitere Jnfanterieabteiluugen des Feindes mit Gebirgsartillerie. An demselben Tage begann der Feind früh um 7 Uhr aMfs'n e ue den Vo rm arsch auf der großen Straße von Tuinpu^wch Pchageou und auf dem nach dem-Modulinpaß führenden Weg über Ualiunda, sowie auf dem Gebirgswege von Madiapudsa unter Umgehung der rechten Seite des Modolin- passes. ..Auf der großen Straße nach Liaujang wurde das Vorgehen von nid# weniger als einem Regiment Infanterie mit Artillerie bemerkt. Diese Abteilungen waren morgens um 9 Ahr bis Tidiavain, drei Werst nördlich von Tuinpu, vorgerückt. Petersburg . 27. Juni. General Ssacharow meldet weiter: Eine von ftner russischen Abteilung am 22. Juni aus- gefichrte Rekvgnoszieruirg der japanischen Streitkräfte bei Aianiamyn ergab folgendes: Vormittags l'OVa Uhr verdrängte die russische Kavallerievorhut den Gegner aus den Lauf grüben der vordersten Stellung. Nachmittags 1 Uhr 40 Min. nahmen vj^r ruffische Gebirgsgeschütze gegenüber dem zechten Flügel des Gegners Stellung. Tiefe Geschütze unterhielten ein äußerst wirkungsvolles Feuer auf die sich zurück- zrehenden Schützenketten und auf.bie zusammengeschloffenen Truppenteile der Japaner, die ein außerordentlich starkes, aber fast ergebnisloses Gewehrfeuer entwickelten. Die inzwischen ausgerückte ruffische Infanterie wurde nun folgendermaßen verwandt: Vier Kompagnien wurden gegen den rechten Flügel der feindlichen SteUung vorgeschickt, eine Kompagnie wurde zur Sicherung des' rechten russischen Flügels ausgesandt, gegen den zwei japanische Kompagnien vorrückten. Unter dem Andrange der russischen Abteilung zog sich der Feind drei bis vier Werst zn- rück, indem er die Laufgräben räumte. Nachmittags 4 Uhr wurde die berittene Kosakenbatterie, als sie sich der Hauptstellung des Feindes näherte, dem vereinigten Feuer von 18 Gebirgsgeschützen ausgesetzt und verlor in wenigen Minuten: 8 Kosaken tot ^und 20 verwundet. Beide Kompagnien fuhren fort, den Gegner zu bedrängen, inti> auf der Hauptstellung wurde in den Laufgräben zahlreiche japanische Infanterie bemerkt, etwa drei Regimenter stark. Ms der Abteilungschef die Stärke des Gegners festgestellt hatte, beschloß .er den Angriff einzuftellen und befahl der Gebirgsbatterie, ihre Stellung nicht zu wechseln, um sic nicht vergeblichen Verlusten auszusetzen. Da die russische Arttllerie das Feuer eingesteltt hatte, ging der Gegner nachmittags 6 Uhr auf dem rechten Flügel mit einem Bataillon zum Angriffvor. Die beiden ffuffischen Schützenkompagnien und eine abgesessene Sotnie unter dem Kommando des Stabsrittmeisters Söderberg schlug den Feind durch Salven in völlige Flucht. Das Bataillon erlitt bedeutende Verluste. Da nicht nur das Erscheinen der Bedienungsmannschaft, sondern sogar dasjenige einzelner Leute auf der Stellung der russischen Batterie Salvenfeuer der feindlichen Artillerie hervorrief, zog der dlbteilungschef den Kampf bis zum Anbrucbe der Dunkelheit hin, unter deren Schutz die russischen Geschütze fortgeschafft wurden. Ein bereits nach Anbruch der Dunkelheit ausgeführter vorsichtiger Angriff der Infanterie des Gegners wurde durch das Feuer der russischen Schützen aufgehalten. Der Kampf war abends 9 Uhr beendet. Aus russischer Seite wurden sieben Offiziere leicht verwundet, 26 Mann getötet, 53 verwundet, darunter sieben schwer. Die Verluste des Gegners sind bedeutend. Weiteres vom Kriegsschauplätze. Petersburg, 27. Juni. Wie ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser vom 27. Juni meldet, gingen nach den Berichten der Kontteadmirale Witthöfst vom 20. d. M. und Grigorowitsch vom 23. d. M., dem Auslaufen des Geschwaders langwierige und schwere Arbeiten zwecks Vernichtung der feindlichen Minen voraus. An diesen Arbeiten nahmen alle Schiffe und Hafenkutter, sowie alle Dampfer der Baggerkarawane teil. In der Nacht auf den 23. Juni fand vor Port Arthur ein Kampf zwischen russischen und japanischen Torpedobooten statt. Auf russischer Seite wurden ein Kapitän und ein Leutnant leicht verwundet. Um 2 Uhr nachmittags lief das ruffisck-e Geschwader aus. Zur selben Zett waren am Horizonte 11 japanische Schiffe und 22 Torpedoboote zu sehen, — Eine Mitteilung des Generalstabs besagt: Auswärttge Blätter und Telegramme aus Tokio melden, daß in den Kämpfen bei Wasangou die Japaner eine Fahne erbeutet hätten. Aus ein anläßlich dieser Nachricht ergangene Anfrage des Kriegsministers teilte der Chef des Feldstabes des Statthalters Alexejew unter dem 26. Juni mit, daß keine Fahne erbeutet tourbe, sondern ein FÄdzeic^n, das nach dem Felddienst-Reglement den Standort des Regimentskommandeurs im Kampfe und im Nachtlager angibt. Ein englffcher Dampfer konfisziert. London, 27. Juni. Ter Eigentümer des kürAch von dem russischen Wladiwostokgeschwader beschlagnahmten Dampfers „Ällowtvwn" erhielt peirte nachmittag ein Telegramm seines Kapitäns, in welchem es heißt, daß das Prisengericht beschlossen habe, das Schiff und die Ladung zu konfiszieren, daß ihm aber innerhalb eines Monats Berufung dagegen xufteht. Em neues Unglück in Port Arthur. London, 27. Juni. Auf dem Bahnbwfe von Port Arthur explodierte eine Landmine uno tötete eim große Anzahl russischer Soldaten. Der Aufstand in Aeuisch-SüdwestafriLa. Einige neue Verluste in Sudwestaftika werden vom Hauptquartier aus Okahandja telegraphffch wie folgt gemeldet: Reservist Pröltzsch ist bei der Polizeistation Otjisewa gefallen und beerdigt; in Okahandja Seesoldat Raver Bacherl att§ Waldmühle, Kreis Oberpfalz, 21. ds. Mts. an Darmtyphus gestorben. Gefretter Heinrich Priebe aus Wandau, Regierungsbezirk Marienwerder, am 24. d. M. zu Okahandja an Darmtyphus gestorben. Retter Albert Becker aus Rehwinkel, Kreis Saatzig, Pommern, am 24. dss. Mts. m Otjosondo am Typhus gestorben. — Eine Anzahl Verwundeter und Erkrankter aus Deutsch-Südwestafrika ist an Bord des ReichspostdampferS „Kronprinz^ im Hamburger Hafen eingetroffen. Unter den Verwundeten befinden sich Oberleutnant Herrmann, Leutnant Find eis und Sergeant Wied eh o lt. Herrmann erhielt im Gefecht bei Owikokorero zwei Schliffe in Schulter und Hüfte und einen dritten Schuß in das Bein, der ihm auf dem Transport durch einen wahnsinnig gewordenen Italiener beigebracht worden war'. Findeis wurde in demselben Gefecht durch einen Schuß in die Schulter verletzt. Die Wunden sind ziemlich gut ausgeheüt und die beiden Offiziere inzwischen soweit wieder hergestelltz daß eine wettere ärztliche Behandlung nicht mehr nötig erscheint. Der Sergeant Wiedeholt dagegen, welcher eine schwere Schußverletzung in dsn rechten Arm erlitt, wird noch einige Zeit ärztlich behandelt werden müssen, da seine Wunden noch nicht geheilt sind, im übrigen auch sein gegenwärtiges Befinden zu Be- sorgniffen Anlaß giebt. Außer diesen drei Verwundeten brachte der „Kronprinzsechs Erkrankte der deuffchen Schutztruppe nach der Heimat zurück. Es find dies der Hauptmann Fischel vom Seebataillon, zwei Unteroffiziere und drei Mann von der Matrosen-Arttllerieabteilung. Die Erkrankungen bestehen durchweg in Darmleiden. Der Zustand der Erkrankten hat sich jedoch derart gebessert, daß von einer Lazarctbehand- lung 2lbstand genommen werden kann. Schließlich befand sich an Bord des Dampfers auch der Sohn des Gouvernetrrs von Dsutsch-Südwestafrika, Leutnant Leutwein, der auf ein Jahr in die Heimat beurlaubt worden ist. Voliüsche Tagesschau. Zu bem Konflikt ans Haiti erfährt die ^Nationalztg." von unterrichteter Seite, daß Deutschland eine identische Aktion wie Frankreich unternimmt und ebenso wie dieses ein Kriegsschiff nach Port au Prince a-bzusenden gedenkt, um Genugtuung zu erlangen. Wie das Blatt weiter erfährt, werden Deutschland und Frankreich einander auf dem Laufenden über alle in dieser Hinsicht zu unternehmenden Schritte halten. Nach einer anderen Meldung ist die Entsendung eines Kriegsschiffes für Port au Prince seitens der deutschen Regierung beschlossen worden, da nach Ueberein- stnnmung mit Frankreich ein einfacher Entschuldigungsbries der haitianischen Regierung für die von einem Angehörigen des haitianischen Heeres verübte Unbill nicht für ausreichend erachtet werden kann. Welche Forderungen nach dieser Seite gestellt werden sollen, ist noch unbestimmt. Die deutsche Regierung wird aber jedenfalls nur inUebereinftimmung mit Frankreich vorgeben. Ausland. Lond on, 27. Juni. Oberhaus. Lord Newton lenkt die Aufmerksamkeit des Hauses auf den Bericht der Kommission, die über die Angelegenheiten der Miliz und der Freiwilligen beraten hat und die eine regelrechte Aushebung der Freiwilligen vorschlägt. Darauf erklärte der Staatssekretär des Kriegsamtes, Denoughmore, England bleibe, sobald es in einem Kriege die Seeherrschaft verliere, nichts übrig, als Frieden zu schließen. Der Vorschlag auf Einführung der Konskription sei unnötig, denn letztere werde durch die Bedürfnisse der Lage nicht erfordert. Paris, 27. Juni. Die Freiherren Alphons Gustav und Edmund v. Rothschild teilten dem Handelsminister Trouillot heute abend mit, sie beabsichtigten, 10 Millionen Francs zur Schaffung billiger Wohnungen und zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter zu spenden. — Ein Mitarbeiter des „Matin" wurde in Petersburg von dem Minister des Innern, v. Plehwe, empfangen. Herr v. Plehwe äußerte sich über Finland, wo alles vortrefflich stehe. Die Ermordung des Generals Bobrikow sei ein vereinzelter Fall, aus dem man keinerlei Schlüffe auf die Situation in Finland ziehen dürfe. Der Mörder, erklärte v. Plehwe, hatte Komplicen, und das Komplott ist in Schweden geschmiedet worden. Alle Schuldigen werden bestraft werden. — lieber die inneren Verhältnisse Rußlands sagte der Minister: Im Reiche herrsche ein vollständiger innerer Frieden, die bäuerlichen Unruhen haben sich nicht wiederholt. Die Ernten sind vorzüglich. Die Ernte dieses Jahres dürfte eine der besten werden. — Der Minister ist auch sicher, daß Rußland im Kriege gegen Japan siegen wird und bezeichnet jeden etwaigen Versuch einer Friedens- vermittelung als eine Beleidigung der russischen vNation. Kiew, 27. Juni. Infolge der Aushebung einer nihilistischen Geheimdruckerei durch die Polizei fanden Massen- erhaftungen von Sozialisten statt, darunter diejenige des Schriftstellers Pawlowicz Rybakow. Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. Juni 1904. *" Die Herbstmanöver der 25. (hessischen) Division werden Ende August mit dem Regiments- und Brigade-Exerzieren beginnen. Die 49. Infanterie-Brigade hält ihr Regiments- und Brigade-Exerzieren in dem Gelände bei Steinbach, Garbenteich, Watzenborn-Steinberg und Hausen ab. Die Regimenter Nr. 115 und 168 werden in genann- Orten Quartier beziehen, während das Kaiser Wilhelm- Regiment Nr. 116 in der Kaserne bleibt und täglich ins Gelände rückt. Der Brigadekommandeur bezieht auf dem Schiffenberg Quartier. Die 50. Infanterie-Brigade wird in der Gegend Grünberg, Ettingshausen, Lich und Laubach ein quartiert. Nach dem Brigade-Exerzieren beginnt um den 16. September das Brigade-Manöver zwischen der 49. und 50. Brigade in der Gegend von Reiskirchen, Lich, Hungen. Um den 20. September beginnen die Divisions-Manöver, die sich ostwärts nach den Kreisen Alsfeld und Lauterbach erstrecken. Generalmajor v. Schmidt (50. Brigade) weilte dieser Tage in Grünberg zur Besichtigung deS Geländes. In der Gegend von Queck, Langenschwarz, Rimbach und Wegfurt roll ein Artilleriescharfschießen stattfinden. "" Für die städtischeSandgrube amRödgener- weg ist als 3jährige Pacht der Betrag von 901 Mk., von dem vorherigen Pächter 225 Mk. für 3 Jahre, erzielt worden. In der gestrigen Notiz war von einer Jahrespacht die Rede. (f.) Li ch, 27. Juni. Das gestern hier abgehaltene Feuerwehrfest hatte einen ziemlichen Menschenzusammen- schlrrß zur Folge. Nur der Besuch der Feuerwehren blieb hinter den gehegten Erwartungen zurück. Das zum Sitzen sehr kühle Wetter und wohl auch im Arrangement des Festes gemachte Fehler, ließen eine echte Feststimmung nicht aufkommen, was sich auch durch teilweise ftühzeitiges Abrücken der Wehren dokumentierte. Das beste Geschäft machte der Kinematograph. Auch am heutigen zweiten Festtage bewegte sich wieder ein Zug nach dem Festplatze, bestehend aus den Festdamen, der freiro. Feuerwehr mit Musikkorps, und es entwickelte sich bald wieder ein lebhaftes Treiben. a. Bad-Nauheim, 27. Juni. Am Sonntag abend /urz vor 8 Uhr, als gerade das Konzert mit dem Dresdener Gast Frau Erika Wedekind anfangen sollte, bemerkten einige Paffanten, daß das Dach über dem Lesesaal rauchte. Sofort eilten die Betriebs beamten und der Kurdirektor hinzu und machten Löschversuche. Glücklicherweise gelang es, den kleinen Brand, der durch Kurzschluß entstanden war, zu löschen. Im Saal soll ein kleiner Schaden entstanden sein. Eine kolossale Menschenmenge hatte sich natürlich angesammelt, und äußerst komffch machte es sich, als verschiedene Vertreter der Kurküche mit Töpfen Löschversuche machten. Das Konzert im Theatersaal wurde nicht gestört, sondern nahm bei auS- verkauftem Hause und unter großem Applaus einen günstigen Verlauf. Hungen, 27. Juni. Die Landesversammlung des Bundes der Landwirte im Großherzogtum Hoffen wurde gestern nachmittag hier abgehalten. Es nahmen daran teil: der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Dr. Rösicke, der stellvertretende Vorsitzende, Lucke-Patershausen, die hessischen Landtagsabgeordneten Korell, Hirschel-Offenbach unb Köhler-Langsdorf. Dr. Rösicke hielt einen längeren Vortrag über die wirtschaftspolitische Lage. Als zweiter sprach Generalmajor z. D. v. Kloeden-Wiesbaden über Heimatspolitik. Ferner sprachen die Landtagsabgeordneten Hirschel und Köhler. Die Versammlung faßte folgende Resolution: Die heute zahlreich in Hungen zur Landesversammlung des Bundes der Landwirte versammelten Angehörigen von Landwirtschaft und Gewerbe sehen in der Erhaltung und Kräftigung des Mittelstandes in Stadt und Land die einzige Möglichkeit zu einem wirksamen Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Sie sind der Ansicht, daß ein baldigst in Kraft tretender neuer Zolltarif für die Landwirtschaft dringend notwendig ist, und fordern die sofortige Kündigung sämtlicher bestehenden Meistbegünstigungs- und Handelsverträge. § Laubach, 26. Juni. Ein Fuhrmann aus Ruppertsburg hatte bei Freienseen einen Wagen voll Buchenholz für die Friedrichshütte geholt. Im Walde bei Freienseen geriet er an einer abschüssigen Stelle beim Hemmen unter den schwer beladenen Wagen; die Näder gingen ihm über den Leib. Der Verunglückte wurde ins Hospital nach Laubach gebracht, wo er schwerverletzt darniederliegt. B. Alsfeld, 27. Juni. Der Alsfelder Zweigverein der Gu siav - A d o lf-S iftu n g feierte gestern fein Jahresfest in unserer Stadt, verbunden mit dem 50 jährigen Jubiläum des hiesigen Frauenvereins der Gustav-Adolf-Stiftung. Um 2 Uhr begann der zahlreich besuchte Festgottesdienst in der Walpurgiskirche, in welchem Professor Drews von Gießen auf Grund von Gal. 6, Vers 9 und 10, die packende Festpredigt hielt, während Dekan Sauerwein den Altardienst versah und nachher als Vorsitzender des Zweigoereins die Festgäste begrüßte. Um 5 Uhr fand im großen Saal des „Deutschen Kaisers" eine Nachversammlung statt, die so zahlreich besucht war, daß nicht alle Erschienenen Platz finden konnten. Nach einem ausgezeichnet vorgetragenen Chor des Kirchengesangvereins, der auch beim Festgottesdienst mit- gewirkt hatte, eröffnete Dekan Sauerwein die Versammlung und erteilte dem Pfr. Dr. Becker-hier das Wort zu einem Vortrag über die Geschichte des hiesigen Frauenvereins. 9(b= wechselnd mit Vorträgen des Kirchengesangvereins redeten dann noch Pft. Diefenbach-Eudorf, Pfr. Zinn-Herbstein und Pft. Sommerlad-Maiches über den Gustav-Adolf-Verein und suchten durch packende Schilderungen der „oft schauderhaften" Not der Evangelischen unter katholischer Mehrheit die Herzen der Anwesenden für die Gustav-Adolf-Sache zu begeistern; besonders wurde auch der evangelischen Bewegung in Oesterreich gedacht. Als gewandte Rednerin zeigte sich auch wie schon öfters die Vorsitzende des Frauenvereins, Frau Reuschler-Alsfeld, welche in trefflichen Worten den Dank des Frauenvereins aussprach und zum Schluß eine Sammlung für die Evangelischen in Oesterreich empfahl. Die Sammlung ergab den Betrag von 55.10 Mk., die Kirchenkollekten hatten 93.35 Mk. betragen, welch letztere zur Hälfte der evangelischen Gemeinde Herbstein, zur Hälfte einer anderen bedürftigen Diasporagemeinde zufällt. Gegen 8 Uhr schloß Dekan Sauerwein die Versammlung. Es wurden auch viele Gustav-Adolf-Schriften und -Postkarten verkauft, deren Reinertrag gleichfalls der Gustav-Adolf-Stiftung zu gute kommt. ' Darmstadt, 27. Juni. Im Alter von 55 Jahren ist der Direktor der Großh. Hessischen Hofbibliothek, Dr. phil Gustav Nick, gestorben. Der Verstorbene, ein Darmstädter, wirkte seit 1875 an der Hofbibliothek. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Leihgestern begingen die Fünfzigjährigen ein Fünfzigerfest. — In Frankfurt wird ein junger Arzt, Dr. Schulz, der auf der Zeil wohnte und in Sportkreisen viel verkehrte, seit Mitte voriger Woche vermißt. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß er bei einer Offenbacher Portefeuilles-Firma eine Schuldsumme von angeblich 205 800 Mk. kontrahiert und damit das Weite gesucht hat. — In Offenbach wurde in der Nähe der Grenzstraße der beschäftigungslose Bernhard Hüber tot aufgefunden. Er lag mit dem Gesicht in einem Wasserloch; wahrscheinlich ist er in der Dunkelheit hineingefallen und konnte sich, da er einarmig war, nicht herausarbeiten. — In Bingen fand am Sonntag der diesjährige Delegiertentag der katholischen Männer- und Arbeitervereine statt. vermischtes. * Berlin, 27. Juni. Der für die Aufdeckung des L u st- mordes an der Lucie Berlin wichtige Korb ist jetzt aufgefunden worden. "München, 27. Juni. Von der im Bau begriffenen neuen Maximilians-Jsarbrücke wichen heute auf beiden Seiten an den Uferwiderlagern die Gelenke aus und zwar am rechten Ufer um 37 Zentimeter, am linken Ufer um 50 Zentimeter, sodaß der Einsturz des linken Bogens, wo das Gerüst bereits seit 14 Tagen entfernt ist, unvermeidlich war, während das Gerüst rechts noch steht. Auch der Bogen auf der rechten Seite muß abgebrochen werden. Verunglückt ist niemand, doch sind die Arbeiten eingestellt. Die Ursache des Ausweichens ist noch nicht festgestellt. (Vor etwa 5 Jahren ist bei einem fürchterlichen Unwetter in Müncheu^schon einmal eine Jsarbrücke eingestürzt.) • Graz, 27. Juni. Der Pächter der Schutzhütte, auf der Petrulalpe, Bergener, wurde ermordet aufgefunden. Die Kasse war ausgeraubt. Ein des Mordes verdächtiges Individuum wurde verhaftet. * Philadelphia, 27. Juni. In einer hiesigen Feuer- werkfabrik ereignete sich eine Explosion , die eineFeuers- brunst herbeiführte. Dabei kamen viele in der Fabrik Beschäftigte um. Von 22 Arbeiterinnen werdon 20 vermißt. Auch Feuerwehrleute wurden verletzt. "Ein Duell zwischen Fähnrichen. Zwischen den Fähnrichen von Wedell vom 17. Feld-Artillerie-Regiment und von Heintze von einem Dragoner-Regiment, beide zur Zeit in der Potsdamer Kriegsschule, fand wegen tätlicher Beleidigung, wobei von Heintze bvn Fähnrich von Wedell g e- ohrfeigt hatte, ein Duell auf Säbel statt. Von Heintze wurde an Nase, Stirn und Wange so schwer verletzt, daß er ins Garnisonslazareth gebracht werden mußte. — So meldet das Depeschenbureau Herold. Ein Berliner Blatt dagegen erfährt, daß es sich nur um einen Waffengang mit Rapieren unter Anwendung von Schutzbrille und Bandagen handelt. Die Verletzungen seien gcrinfügiger Natur. * In der Wandelhalle des (französischen) Abgeordnetenhauses: „Ich stelle Ihnen hier einen Herrn vor, der im Leben schon mehr Dummheiten niedergeschrieben hat, als irgend ein andrer Mensch. Der Herr ist Parlaments st enograph!" Kunst und Mssenschafl. — Der Kaiser sandte dem Deutschen Künstlerverein in Rom auf die Huldigung anläßlich der Enthüllung des Goethedenkmals ein Danktelegramm, in dem er die Hoffnung ausspricht, die deutschen Besucher Roms, insbesondere die deutsche Künstlerschaft, möge durch das Denkmal neue Anregung finden, gleich dem großen Dichter aus den unvergleichlichen Vorbildern Roms und Italiens für die Entwickelung und Vertiefung des eigenen deutschen Geistes Nutzen zu ziehen. Eine neue Kinderkrankheit. In der „Wiener Klinischen Mockenschrift" veröffentlicht Dr. Dionys Pospischill sehr interessante Beobachtungen über dies hochaktuelle Leiden. Pospischill beschreibt dreierlei verschiedene Formen dieser neuen Krankheit, womit, wie er glaubt, ihre Variationsmöglichkeit noch nicht erschöpft ist. Gerade mit Rücksicht auf den „einzig dastehenden Formenreichtum der llinischen Bilder" schlägt er vor, die Krankheit „Exanthema variabile" zu nennen, was im Deutschen so viel wie veränderlicher Aus schlag bedeutet. Tie erste Form ist wohl am ausführlichsten von Professor Sticker, der eine in der Umgebung von Gießen ausgebrochene K i n d c r s e u ch e als infektiöses Erythem bezeichnet hat. Auch andere Autoren haben diese Krankheit eingehend studiert und beschrieben. Besonders charakteristisch für diese Form ist die Art des Ausschlages (Exanthems Pospischill sagt: Es ist das schönste von allen Exanthemen, seine Zeichnung ist von großer Zartheit dort, wo am Rande der schon zusammensließenden Röte, so namentlich an der Beugeseite der Vorderarme, neue Exanthemringelchen aussckießen und seine Färbung reizvoll wechselnd, bald rosa, bald lila, bald graublau, seltener bräunlickrot, die Haut an der Vorderseite des Rumpfes und der Beugefläche der oberen Extremitäten, so weit sie vom Ausschlage eingenommen ist, glatt, oft mattglänzend, wie Seide, in verschiedenen Farbentönen schillernd. Nicht jeder Fall zeigt schon im Beginne den harmlosen Charakter; ich sah vor kurzem einen Knaben mit typischem Erythema in- fectiosum, der am Vortage unter Allgemeinerscheinungen und jähem Anstiege der Temperatur bis 39 an einer Angina erkrankt war; wenige Stunden darauf war der Ausschlag ausgebrochen. Alle die bisher berührten Fälle haben nicht die entfernteste Aehnlichkeit mit Scharlach, Masern und Röteln, und es ist umjoweniger zu begreifen, daß Epidemien dieser Form als Röteln beschrieben wurden, als auch den letzteren eigenen Erscheinungen bei dieser Form, dem Erythema infectiosum, fehlen. Die zweite Form zeigt große Aehnlickkeit mit Scharlach (Scarlatina) und ist ebenfalls schon bekannt gewesen. Dr. Tramer hat vor Jahren eine in Bosnien aufgetretene Epidemie als Scar- latinoid bezeichnet. Ter Ausschlag ist jedoch bei dieser Krankheit gröber gezeichnet als beim Scharlach und blaßt bald ab,, auch das Fieber ist sehr gering. Die dritte Form jedoch ist eine „vollendete Kopie der Masern". Der Gesamteindruck der Kinder ist der von masernkranken Kindern. Tie Diagnose ist nicht leicht zu stellen; Posvischill bietet den Aerzten diesbezüglich genaue Anhaltspunkte. Er meint, bei Kindern unter vier Jahren komme es immer bei der neuen Krankheit zu der dritten Form. „Je jünger aber das Kind, desto masernähnlicher das Bild; in drei Familien erkrankt: nur der Säugling allein an diesem Ausschlage, die älteren, nicht gemaserten Kinder blieben gesund; dieser Umstand erweist zumindest die nicht geringere Disposition der Säuglinge". .Voriges Jahr wäre die Krankheit sicherlich nicht zu beobachten gewesen. Ferner beschreibt er noch eine vierte Form. .Sein Verdienst ist es, den Zusammenhang dieser verschiedenen Formen nachgewiesen zu haben. Pospischill schließt mit den bedeutungsvollen Worten: Je mehr akute Exantheme man gesehen hat, desto vorsichtiger wird man in ber Tiagnosenstellung. Wir haben noch viel zu lernen. Ich glaube,, daß sch berechtigt bin, die Priorität, den Zusammenhang von Erythema infectiosum, Scarlatinoid und Morbilloid erkannt und das zuletzt besprochene Exanthem vom Scharlach abgetrennt zu haben, für die Wiener Schule in Anspruch zu nehmen. Universttüts Nachrichten. Marburg, 27. Juni. Ter außerordentliche Professor der llassischen Philologie an der hiesigen Universität, Dr. phil. Karl Kalbfleisch ist zum ordentlichen Professor ernamit worden. )( Tübingen, 27. Juni. Dem o. Professor Dr. mcd. Ludolf K r e h l hier, der nack Straßburg i. E. anstelle von B. Nanyn übersiedelt, wurde die nochgesuchte Entlassung bewilligt und die hiedurch in Erledigung kommende Stelle eines ordentlichen Professors für spezielle Pathologie und Therapie und eines Vorstandes der medizinischen Klinik an der Tübinger Universität dem bisherigen o. Professor und Direktor der medizinischen Poliklinik in Marburg Dr. Ernst Romberg übertragen. Ktteratur. — Das Familienrecht von Arthur B. Schmidt (Gießen) und H. Habicht (Berlin), das den 4. Band des Hölder Schollmeyerschen Kommentars zum B. G.-B. bildet, ist durch die soeben erschienene zweite Lieferung fortgesetzt worden. (Verlag: C. H. .Beck, München). Die vorliegende Lieferung, welcke das Vertrags mäßige Güterreckt enthält und auch die einschlägige Rechtsprechung berücksicktigt, hat lange auf sich, warten lassen. ,Tie erste Lieferung ist bereits vor vier Jahren erschienen und im Interesse der Einheitlichkeit des Werkes wäre ihre Umarbeitung unter Verwertung der Jndikatur wohl zu empfehlen. Der Kommentar zeichnet sich durch große Gründlichkeit, Klarheit und Uebersichtlichreit aus und gibt in dankenswerter Weist vor jedem Titel des Gesetzbuches in einer Vorbemerkung eine systematische Darstellung des Jnhalls, der historischen En! Wicklung der Bestimmung und aller wesentlichen Streitfragen. Der dlbschluß des 4. Bandes (dritte Lieferung) ist in Arbeil und sott bald nachfolgen. Hoffentlich läßt er nicht lange aus sich Sport. Frankfurt a. M., 27. Juni. Bei der heutigen internationalen Ruderregatta auf dem Main siegte un Rennen um dem Kaiserpreis der (belgische) „Sport nautigue de Gand" (Gent). Zweiter wurde der Mannheimer Ruderklub. Glänzend gewonnen. Gerichtssaal. Düsseldorf, 27. Juni. Das Schwurgericht verurbnlte den Fabrikbesitzer Weyermann aus Odenkirchen wegen Unterschlagung von Kirckengeldern unter Annahme mildernder Umstände zu vier Monaten Gefängnis. Flensburg, 27. Jmri. Der Anfang April ausgebrochene Konkurs der Scherebecker Kunstwebeschule, einer Gründung des Pastors Jacobsen-Scherebeck, hafte beute ein gerichtliches Nachspiel vor dem Landgerickt wegen Konkurs vergehens und Bilanz-Verschleierung, sowie Gläubiger-Begünpig ung. PastorJacobsen wurde zu zwei MonatenG e f a u g- n i s und 900 Mark Geldbuße, die Mitangellagten Buchhalter Raabe und Kaufmann Petersen, beide aus Scherebeck. zu je einem Monat Gefängnis und 60 Mark Geldstrafe verurteilt. . Hof, 27. Ium. In dem Beleidigungsvrozetz des Reichstagsabg. Münch-Ferber gegen den Direktor der cn 2orpcbobooten .mb SorpEboboot8iei= Charlottenburg ausgosührt Das verletzte Kind liegt stö-ern den Befehl zum Angr-.f-n. Sofort stürzten stch W schwer krank in der elterlichen Wohnung darnieder. Von dem »«f “ Ruhen rechts und lmkz Torpedo entsendend. $>.= Mer hat man noch) keine Spur. -Aus Lieb es gram Nacht war fmster aber die Schemwers-r er Jl» e wo en vergiftete sich di- 28jährige Fabrikorbeiterm Marie W. 'hre Strahlen auf d.e Szene, indem ne bald dieses, bald in Eharl°ttenbu7g. Di- W. hatte seit längerer Zeit ein Ver- I°nes Sch.ff grel b-l-uchtet-n Bald wurde wahrgenomm-n hältnis mit einem Arbeiter unterhalten, das zur Eh- führen dap die .apamschen Torpedoboote K4 und «b m Notlage sollte Gestern hatte ihr jedoch ihr Bräutigam abgesagt. seien- Sic hatten sich den russgchen Schlacht,chifsen zu sehr 1 ’ J V • J / (!■ genähert, die ein mörderisches Feuer gegen sie richteten, doch . Kiel 28. Ium. An dem gestrigen 23anfe11 s wurden sie nur leicht beschädigt. Inzwischen wurde gesehen, kaiserlichen Yachtklubs nahmen gegen 300 Personen c{n Schlachtschiff von der Pereswjet-Klässe zum teil. Die Tafel war mit Blumen und nnt den os a Sinken gebracht wurde. Es wurde gesehen, daß es drei Preisen herrsch geschmückt. Der wunderbare, von omg ^Qmine unb droct Türme hatte, woraus gefolgert wurde, daß Eduard gestiftete Pokal zierte den Mittelttsch. a i ß ^er Pereswjet war. Ein weiteres Schlachtschiff, Eduard sprach m fließendem Deutsch. Rach dem Essen erglänzten die vor dem Hafen liegenden Schiffe im Lichterglanz. Die Scheinwerfer ließen ihre Strahlenlichter 1 - fielen, ^uchtUigeln und Raketen empor und schufen 1 Q(^t ^ber von den Schlachtschiffen ins Schlepptau ge- wundervolle Effekte. Tausende von Menschen Hatteri d.e U r » Schließlich zog sich die russische Flotte in den am Hafen besetzt, um der großartigen Illumination beizu- n fl(f wohnen. - Bei dem gestern nachmittag st°ttgehabten Motor- Petersburg, 28. Juni. Rach abends aus Liaujantz bootrennen wurdevon dem Motorboot Blitzmädel bem. An- ^ufenen Depeschen soll am 23. ds. vor Dalny ein fpnngen der Maschine durch den entstehenden Rückstoß der ^ßes japanisches Kriegsschiff gesunken sein. Führer und zwei begleitende Marine-Off,ziere über Bord London, 28. Juni. Rach Meldungen aus Tschifu geschleudert, Sie hatten Schwimmwe, en an un nnir en TOCjfcre Nachrichten hier eingelaufen, wonach am Sams- gerettet. , .- tag die russische Flotte einen neuerlichen Durch- 58tuss el, 28. Ium. Aus Eifersucht erschoß em ') - ^Versuch gemacht habe, der unter beiderseitigen mann se.ne Frau und jagte sich dann selbst eme Kugel ^Austen mißlungen ist. Ein großes russisches in den Kopf. • - - ~ Arad, 28. Juni. In Kusiez kam es zwischen be- trunkenen Rekruten, die ein Wirtshaus demolierten und den 9 —3--- Wien, 28. Juni. Der akademische Maler Emil Bau-r hat sich wegen mißlicher V-nnög-nsv-rhältnisi- -r- G„Hr6ote; ; 10068 h ÜNgt. 4*/r% Oesterr. Silberrente 100.00 . 201.10- , . 187.40 . 136.20 . . 150.70 . . 152.50 . . 136.10 . . 17.10 . - 191.00 . . 248.00 . . 189.75 . . 202.90; Harpener Bergbau Tendenz: Schwächer. . . 127.00 -Anl. 49.00 Rewy ork , 28. Juni. me yer, welcher angeblich seine Geliebte in Berlin ermor bet haben wollte, gestand jetzt ein, daß er die ganze Mord ,..rn rvitU6loooll. . geschichte erfunden habe, um sich so freie Rückbeförderung c. Türken . nach Deutschland zu verschaffen. T0ü,rk£?o8£ V ' , u 4°/o Oriech. Monopol * 4*/,% äussere Argentiner Born Kriege. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 29. Juni 1904: Heiter, erheblich wärmer bei etwas müderer Pracht, trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Meldungen. Originaldrahtmcldnngen des Gießener Anzeigers. R.-B. Darmstadt, 28. Juni. (EigenerDrahtbericht.) Die Zweite Kammer trat heute vormittag zur Sommer- tagung zusammen. Rach Beglückwünschung des Abgeordneten Pennrich, der sein 25jähriges Jubiläum als Abgeordneter feierte, erfolgte die eidliche Verpflichtung der beiden neu em- qctretenen Abgeordneten, Rechtsanwalt Windecker-Rauheim und Uhlmann-Friedberg-Land. Dann wurde der Antrag Köhler, betreffend die Sammlungsausgabe sämtlicher zurzeit in Heff'en geltenden Gesetze und Verordnungen, nach dem Ausschußantrag angenommen. Weiter kam der Antrag Reinhardt und Genossen, betreffend die Erhebung von Schiff- fahrisabgaben, zur Verhandlung. Die Kammer nahm nach längerer Beratung den Antrag der Minderheit des Aus- Praktisch, bequem und angenehm unentbehrlich für Gebirg, Jagd, Sport, Reise, sowie ■ am 26.-27. Juni = + 18,1 “ C. „ 26.-27. „ = 4- 6,60 C. Der falsche Referendar. Unter den Augen der Richter und der Polizei hat eine zeitlang unbehindert ein Schwindler sein Wesen treiben können. Im Monat Februar d. I. war der aus Breslau gebürtige 22jährige Backergehtlfe Glauch ein ständiger Besucher der Gertchtsverhandlungm tm Dresdener Landgericht. Er machte sich an die Angeklagten heran, stellte sich als Referendar Dr. Kohler ober als einer der angeselTendsten Dresdener Rechtsanwälte vor und erbot sich, die Beschuldigten zu verteidigen. Tiefenigen, die auf den Leim gingen, erhielten am folgenden Tage ein Vollmachtssormular zur Unterzeichnung mit dein Ersuchen, 40 Mk. Augengebuhren uni) 20 Mk. Kostenvorschuß einzuzahlen. Das Gelb holte sich der „Derr Referendar" dann in der Regel selbst zusammen. Rach kurzer Zeit erhielten die „Klienten" die Vorladung zum Verhandlungstermin. Die Ladung ging vom „Kgl. Landgericht, 3. Strafkammer" aus und war natürlich gefälscht. _ Sie enthielt gleichzeitig die Aufforderung, an der Gerichtskaffe 30 Mk. für zu tobenbe Zeugen zu deponieren. Aber schon am folgenden Tage holte sich der Gauner auch dieses Geld. Roch andere Tricks kommen auf das Konto des Betrügers. Er lernte auf einem Balle eine Kellnerin kennen, welche dem „Derrn Referendar" chre Rot klagte, daß sie so viele Außenstände bei jungen Leuten habe. Flugs notierte er sich die Adressen der saumseligen Zahler, ging" folgenden Tages in deren Wohmmgen, stellte sich als Referendar des Rechtsanwalts Tr. Kayser vor, verlcmgte Zahlung und drohte, wenn das nicht geschah, nnt sofortiger Verhaftung. Mit diesen Manövern hatte der Schwindler stets Gluck. Tas also erlangte Geld war dann bald verpraßt. Als ihm der Boden hier zu heiß wurde, verschwand er nach der Schweiz, wurde aber in Zürich erwischt unb verhaftet. Tie 3. Strafkammer, die er selbst in so frecher Weise bei seinen betrüg erst eben Manipulationen mißbraucht hatte, verurteilte den faffchen Refe- rendarius zu einem Zahr acht Monaten Gefängnis unb drei Jahren Ehrenrechtsverlust. Handel und^ Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 27. Juni 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-DiSkont 3'/. Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. 27. 2” 747,6 16,6 8,7 62 W. 2 27. 9« 749,7 12,8 8,0 73 NW. 2 28. 72- 751,9 11,9 8,3 80 W. 2 Bekanntmachung. Der in den Samstags-Nummern angekimdigte Vortrag für Hausfrauen, betreffend die Glarybügelei und dre Behandlung und Reinigung der Wasche, ffndet f nfiy Mittwoch den 29. Juni d. I., abends 8 Uhr, in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Gießen, den 27. Juni 1904. t t 5580 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Dienstag de« 5. Juli 1904, vormittags 11 Uhr findet tn dem Sitzungssaal im Bürgermeistereigebaude die öffentliche Nervo.cktuug der städttfcheu Sandgrube bet der yochwarte, au der 12. Schneise, am sogenannten krummen Weg, auf die Dauer von drei Jahren statt. Gießen, den 28. Juni 1904. . 0088 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. Lmr- illld VorsAh-Vtttist $0 IaubriMil. Eingetr. Genaffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Berichtigung der Mtgtiederbewegung. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1902 195 Während 1903 gmgen zu . • 13 208 „ 1903 „ ab . . .____8_ Daher Stand der Mitglieder Ende 1903 200 Saubringen, den 27. Juni 1904. 5578 Der Direktor: Der Nechuer : Wilhelm Albach. Wilhelm Schwalb II. Die in Blatt Nr. 103 bezüglich des Spar- und Vor- schußvercms Beuern II, e. G. m. u. H., veröffentlichte Bilanz wird dabin berichtigt, daß der Mitgltederstand Ende 1903 nickst 93, ändern 94 ist. 0587 Der Borstand. AeweröeöanK LoKar Aktien-Ge s ells chaft. Die Atticmäre unserer Gesellschaft werden zu der Montag den 18. Juli d. I., nachmittags 3 Uhr, in dem Rathaussaale zu Lollar stattfindenden ordentlichen Heneral-Wrsammtung ergebenft eingeladen. Tages-Ordnung. 1. Vorlage des Geschäftsberichts, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung pro 1903/04. 2. Bericht des Aufsichtsrates über die stattgefundene Prüfung der Jahresrechnung und Beschlußfassung über die Bilanz und Gewinnverteilung, sowie über die Erteilung der Decharge. 3. Uebertragung von Aktien. 4. Wahlen zum Aufsichtsrat. Geschäftsbericht, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung liegen von heute an in dem Geschäftslokale zur Einsicht der Aktionäre offen. Diejenigen Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen oder sich vertreten lasten wollen, haben ihre Aktien bis spätestens den 16. Juli d. I., nachmittags 6 Uhr, auf dem Geschäftszimmer unserer Gesellschaft zu deponieren. Lollar, den 25. Juni 1904. 5572 Der Vorstand. Die am 14. März l. I. veröffentlichte Bilanz des landwirtschaftlichen Konsumvereins Steinbach wird hierdurch berichtigt, daß der Mitgliederstand Ende 1902 — 138 betrug, Zugang in 1903 — Abgang in 1903 — Mitgliederstand Ende 1903 — 138 Herbert, Direktor. Balser, Kontrolleur. Horn, Lagerhalter und Rechner. 5569 BergebUg non AKeichembeiten. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erneuerung des Anstrichs der sichtbaren Eisenteile sämtlicher Kreisstraßenbrücken des Kreises Gießen sollen Dienstag den 12. Juli l. I., vormittags 9 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst die Bedingungen, zur Einsicht offen liegen, im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Gießen, den 25. Juni 1904. 5581 Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm. GMergerPserde-VttsHerNßsUreill Die halbjährige Besichtigung der Pferde findet zu Grünberg Samstag den 2. Juli, vormittags 8 Uhr an- fangend, statt. (Sammelplatz: Jahrmarktplatz.) Die Besichtigung der Pferde von der Rabenau findet zu Londorf am 5. Juli, vormittags 8V4 Uhr, statt. Auf § 21 des Statuts wird verwiesen. 5567 Grünberg, den 23. Juni 1904. Der Direktor: Georg Keil. 03657 Gießen, den 28. Juni 1904, Arthur Gräfe und Frau Else, geb. Wigandt. Statt besonderer Anzeige. Die Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an ÜB M) SD- 1 M' A & 5418 Südanlage 3, II. Heuchelheim, den Dir Beerdigung findet 23581 Martin Dörr. Hessischer Waisenschutz; 5 Zimmer 5585 zu vermieten. 5213 heim. 5575 TiichL Kleinbauer per sofort gejucht. 03643 55261 Lil. Wohnung zu verm. B. Wolf, Bahnhofstr. 32 per sofort gesucht. 5449 Tüchtiger, Wer Kellner 03616 Frau Sparr. gesucht. 03613 Einfach möbliertes Zimmer zu vermieten kreuz 11. empfehlen 5294 gesucht. 5546 ist die können eintreten bet 4796 gesucht. 03625 ofort gejucht. 03648 Beschäftigung. G. Becker. Rutscher mssergeschäft ofort gesucht. 5561 03585 Lindenplatz 4 FMjurterslllU £1 (Milt Stellen MtDAWW Verschiedenes 3n ucviirieteit Mietgel urhe 6arS Graf Kirchenplatz 15. Daniel Heil Rachf., Lindenplatz 3. Beginn der Verhandlungen präzis 11 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Spaziergang. Abends 8 Uhr: Unterhaltung mit Tanz. 9361 Schöne Lagerräume, auch f. Werkstätten sehr geeignet, sofort ztt verm. Bär n. Wetterhahn. Möbliertes Zimmer ungeniert, sep. Eingang, z. I.Juli bill. z. verm. [5522| Bergstr. 17 enianloot 4, -art. 6—9 Zimmer, Zubehör, Garten, ev. Stallung. Näheres gleichen daselbst eine Zwei- u. eine Dreizimmer-Manjardenwohnung. Möbelmagazin Aug. Obmann, Seltersweg 89. Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Freunden, Bekannten und Verwandten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Gatte, Sohn, Bruder, Schwager und Schwiegersohn Ludwigsplatz 6 Parterre, 5 Zimmer, Gas, elektr. Licht, Garten pp., per L Oktober Liudeuplatz 8 2 fieundliche Wohnungen sofort zu vermieten. Näheres zu er* fragen Schanzenstraße 4. |4707 Nordanla^e 18 ist der 1. Stock per 1. Juli zu vermieten. 15 000 Mark auch geteilt, an 2. Stelle zu verleihen. 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