4655 Ung. *9§ 3 Uhr ab: 1(8 Programm. 02972 Mg. verbaut arl Dorfeld. ohltätigteits- Verein.) lüglieb Wigand lu«S 4540 , Befchlußfassuntz Verschiedenes. tzorstaud. rezze«. mung gemacht, igen sehr un< Geschäftsgang buwj verpM- \ijToete ntti MaUung MeachtungSfalle ,Verwaltung: ZeschäM^. Miß gebracht, d°8 Mam h'chg' Verwaltung: Geschäftsführer. [ Ließen. , d. W. machen inserex Kaße nur lf vormittags von r Kasse mit Aus» das Krankengeld , Abmeldungen rc. i 1.» S- ff 55. 1. c 41. >enplah 2. Maße 22. Nr. 123 •rKDetnt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien. Häher viermal in der Woche bergelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Unwers.-Buch-u. Stein- bruderet. DL Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresie für Depeschent Anzeiger Gießen. Fernsprkchanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 28. Mai 1904 Eichener Anzeiger General-Anzeiger 19 ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngSpret-r monatliches Df., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole» u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel» jährL ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 PL, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den pollt und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und ßemb" und .Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Ier Krieg zwischen Japan und Iußland. Die Erstürmung von Kintschou. Tokio, 27. Mai. (Reuter.) Die Einnahme Kintschous durch die Japaner geschah gestern abend nach fünftägigem he ft i gen Kampfe. Danach wurde auchdierussische befestigte Stellung in Han schau nach scharfem Gefecht genommen. Das Feuer der beiderseitigen Artillerie ist noch nicht eingestellt. Tokio, 27. Mai. (Amtlich.) Ein Teil unserer Armee, der auf der Liautung-Halbinsel ausgeschifft wurde, griff in früher Morgenstunde am 26. Mai die stark befestigten Positionen des Feindes nahe bei Kintschou an. Nach langem schwerem Kampf gelang es schließlich unseren Truppen, den F-eind zu vertreiben und seine Stellungen einzunehmen. Der Feind ist gezwungen, sich in der Richtung nach Port Arthur zurückzuziehen. Tokio, 27. Mai. Ter kommandierende General der Truppen, die gestern Kintschou angriffen, meldet folgendes: Am 21. Mai wurde durch unsere Beobachtungen unb aus bent_ Schießen der Feinde festgestellt, daß dieser auf dem Naushau-Hügel, südlich von Kintschou, vier 15 Zentimeter- und zehn 9—15 Zentimeter-Geschütze (die 11.5 Zentimeter-Geschütze sollen eine Tragweite von 8500 Meter haben), zwei 12 Zentimeter-Schnell ade-G schütze, außerdem 10 Forts habe. Am Fuß des Hügels war ein Netzwerk aus Draht und Minen ausgelegt. Am 22. Mai begannen die angreifenden Streitkräfte vorzurücken. Am folgenden Tage wurde durch Rekognoszierung festgestellt, daß der rechte Flügel des Feindes bei Huashangtao stehe mit ungefähr acht schweren, nach der See gerichteten Geschützen. Teile von feindlichen Geschossen zeigten, daß die Russen 20 Zentimeter-Geschütze, kurze 15 Zentimeter-Geschütze und Schnellladekanonen hatten. Kleine Abteilungen von Infanterie und Artillerie wurden in Kintschou bemerkt. Am 25. Mai morgens griffen wir Kintschou an und verwickelten die feindliche Artillerie in Naushau in ein Gefecht. Am 25. Mai in der Dämmerung eröffneten wir die Beschießung, die wir fünf Stunden fortsetzten. Zu derselben Zeit feuerten drei japanische Kriegsschiffe von der Kintschou- bucht aus. Ein russisches Kanonenboot griff unfern linken Flügel von der Bucht von Talienwan aus an. Schließlich , stürmten wir Kintschou, nahmen es um halb sechs Uhr und besetzten nach hartem Kampfe Naushau. Zurzeit verfolgen wir den Feind. Tokio, 27. Mai. (Amtlich.) Ein eingehender Bericht über den Angriff auf Kintschou stellt fest, daß der Feind um die Befestigungen von Naushau mehrere ver- i eckte Laufgräben aufgeführt hatte und hartnäckigen Wider- ilartb unter starken Verteidiaungswerken leistete. Dennoch gelang es den Japanern nach mehrfachen Versuchen schließlich, Die Stellung des Feindes zu stürmen und ihn nach Nankuenling zurÄck^utreiben. Das schwere Gefecht, das sich hier entspann, dauerte 16Stunden. Admiral Togo telegraphiert, daß der Kommandeur der aus vier Kanonenbooten und einer Torpedobootflottille bestehenden Flottenabteilung durch drahtlose Telegraphie gemeldet habe, daß die Flotte die Bucht von Kintschou erreichte, im Verein mit unserer Flotte am 26. Mai Naushau beschoß und vor den Augen unserer Armee Naushau besetzte. Die Besatzung der Forts zog sich zurück. Kapitän Chakaitot, neun weitere Verluste. Schaden an den Schiffen geringfügig. Petersburg, 27. Mai. Kintschou, welches von 8000 Russen verteidigt wurde, wurde von 50000 Japanern angegriffen. Die Räumung erfolgte erst, nachdem sämtliche Befestigungen durch die japanischen Geschosse zerstört waren. Die Japaner verloren ,nach bisher unbestätigten Meldungen 2 5000 Mann, während sich die russischen Verluste mir, auf 3000 Mann beliefen. Petersburg, 27. Mai. In Liauyang ist die Bestätig- img eines ernsten Kampfes bei Kintschou eingetroffen. Die Division des Generals Fock nahm die Japaner unter Kreuzfeuer. Tie japanischen Verluste betrugen über 10000 Mann, die der Russen 2000 Mann. Man hofft, nächster Tage die Verbindung mit Port Arthur wieder herzustellen. Tie beiden letzten Meldungen aus Petersburg sind durchaus unverbürgt. Weiteres von der Liautuua-Halbiosel. Petersburg, 27. Mai. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin^n den Kaiser besagt: Rekognoszierungen ergaben, daß in der Umgebung von Föng- tvangtschöng eine japanische Abteilung aus der großen Straße nach Liaujang Tschumandsepaß, 34 Werst von Föng- wangtschöng und das benachbarte Dorf Sziaodiand besetzt hält. In den an der Straße nach Liaujang gelegenen Dörfern sind zwischen Tschumandse und Sseljutschjan kleine Mteilungen untergebracht. Der Tschansalenpaß wurde befestigt.. X Bedeutende Streitkräfte wurden bei Sseljutschjan und T^liandianpusa gesehen.) won wo der Weg nach Hai- tfchei, abzweigt. Seit dem 16. Mai rückten die Japaner it 40 : .en Abteilungen von Daliandiapusa auf dem Wege Ff itschen vor. Der Simhalinpaß ist, wie gerücht- & bautet, wiederum von den Japanern besetzt. Ä Jlai hatte eine russische Streifwache auf dem Wege IhuuTLc aitscheng ein Scharmützel mit einer feindlichen Feldwache, wobei ein Kosak verwundet wurde. In dem südlichen Gebiete der Halbinsel Liautung waren am 25. Mai Abteilungen der japanischen Vorhut zwischen den Dörfern Tschenschafhilui und Sandiasy und der Eisenbahnlinie auf boem Djcge Pitzewo-Ssaniutschen aufgestellt. Nach Meld- imnge'., die noch der Bestätigung bedürfen, sind außer bei 2allutsch en insgesamt 18000 Japaner gelandet. Gerüchtweise verlautet, daß sich unter den japanischen Truppen auch koreanische Soloaten befinden. Niutschwang, 27. Mai. (Reuter.) Ein aus Mukden hier eingetroffener französischer Priester berichtet, daß dort 20 000 und in Liaujang 100 000 Russen stehen und täglich Verstärkungen eintreffen. Die Stärke der Russen in Port Arthur wird japanischerseits auf 20000 Mann geschätzt, während die Japaner 50 000 Mann stark sind. Admiral Togo richtete eine vollkommene Blockierung des südlichen Teiles der Liautung-Halbinsel ein. Seine Streitkräfte umfassen Port Arthur. Dies ist augenscheinlich der Beginn der endgiltigen Einschließung. Die Japaner vertrieben die Russen von den Verteidigungswerken westlich von Talienwan. Es gilt für unwahrscheinlich, daß die Russen im stände sind, nördlich von Port Arthur weiteren Widerstand zu leisten. Paris, 27. Mai. lieber das letzte Bombardement von Port Arthur weiß man nur, daß die Stadt während dreimal 24 Stunden zweimal bombardiert wurde upd daß die russischen Strandbatterien einige sehr gute Treffer hatten, wodurch sie insbesondere die Annäherung zweier Torpedoboote durch wohlgezielte Schüsse verhinderten. Paris, 27. Mai. Im großen Generalstabe in Petersburg hält man trotz der momentanen Erfolge der Japaner deren 1. Armee für sehr gefährdet, weil die Division Kondratowitsch mit einem starken Kosaken-Aufgebot östlich von Siuyen zwischen die Spitze der 1. und 2. japanischen Armee sich einzuschieben im Begriffe ist, während General Rennenkamp die Basis Aiho-Jalu bedroht. Viel komme augenblicklich darauf an, ob Kuropatkin aus der die Straße von Haitscheng beherrschenden Situation für die Hauptmacht entsprechenden Nutzen werde ziehen können, um im Einvernehmen mit Kondratowitsch und Rennenkamp die Japaner dem Meere zuzutreiben. London, 27. Mai. Einer Meldung des „Dailv Chro- nicle" aus Niutschwang zufolge wurden am 23. Mai 15000 Russen «auf einem Marsche von Liaujang nach Föngwangtschöng im Tatung-Passe von 230000 Japanern überrumpelt und besiegt. Ihre Verluste betrugen 4000Mann, wovon 1000 die Waffen streckten. Die japanischen Verluste sind nicht bedeutend. Die Russen hatten geglaubt, daß die Japaner Föngwangtschöng geräumt hätten. („Daily Chronicle" ist bekanntlich eine der unzuverlässigsten englischen Zeitungen.) Der Gesundheitszustand des Zaren. Neuerdings hört der Londoner „Morning Leader" aus Moskau, es werde aus Petersburg „glaubwürdig" berich-- tet, daß der Gesundheitszustand des Zaren in Hofkreisen die schwersten Besorgnisse errege. Seine Nerven seien vollständig zerrüttet und er unterliege fortgesetzt schrecklichen Weinkrämpfen. Seit vierzehn Tagen schlafe der Zar nur mit Hilfe opiumhaltiger Medizin. Er nähme sich zusammen, um die unvermeidlichen Zeremonien durchzumachen usw. Dazu schreibt der Petersburger Korrespondent der „Köln. Ztg.": „Ich bin in der Lage und ermächtigt, diesen aus sogenannter „glaubwürdiger" Quelle stammenden Nachrichten auf das Allerentschiebenste entgegenzutreten. Persönlichkeiten, die Gelegenheit gehabt haben, den Zaren vor seiner Abreise zur Besichtigung der nach Ostasien abgehenden Truppenteile des 10. und 17. Armeekorps wiederholt zu sehen und zu sprechen, und die auch, nach seiner Rückkehr mit dem Zaren in nähere Berührung gekommen sind, sowie Herren aus seiner allernächsten Umgebüng während dieser Besichtigungsreise sind empört über diese immer wiederkehrenden unwahren und gehässigen Nachrichten. Der Zar erfreut sich eines durchaus regelmäßigen Gesundheitszustandes. Er nimmt täglich Vorträge entgegen und erledigt ununterbrochen die laufenden Geschäfte. Alle aus Ostasien eintreffenden amtlichen Nachrichten werden dem Kaiser ohne Rücksicht auf die Tageszeit unverzüglich zugestellt. Die beiden Telegraphischen Nachrichtenbureaus haben den Befehl, während des ganzen Tages bis Mitternacht bei ihnen einlaufende Telegramme des In- und Auslandes dem Kaiser sofort direkt zu übermitteln. Man darf gewiß auch in der soeben so erfolgreich abgeschlossenen Reise des Herrschers in die Bezirke des 10. und 17. Armeekorps eine erfreuliche Bestätigung der günstigen Nachrichten über seinen Gesundheitszustand erblicken, und wie diejenigen, die ihn hier im Winterpalais und bei Paraden zu sehen und sprechen zu hören Gelegenheit hatten,, so betonen auch diejenigen, die den Kaiser zu jenen Truppenbesichtigungen begleitet haben, des Kaisers ernstes, bestimmtes und sicheres Auftreten. Was nun den Gesundheitszustand der Kaiserin Alexandra Feodorowna anbetrifft, so ist er während des ganzen Minters hindurch trotz der mannig fachen Aufregungen, die naturgemäß infolge des Krieges auch, an die Kaiserin herangetreten sind, sowie durch ihre rastlose Tätigkeit in der Fürsorge für die kranken und verwundeten Krieger, recht erfreulich gewesen. Nur in den letzten Tagen leidet die Kaiserin an einer leichten Erkältung und Abspannung, die sie sich, wie die Damen ihrer Umgebung erzählen, dadurch zugezogen hat, daß sie, selbst nach der Uebersiedlung hes kaiserlichen Hofes nach Zarskoje-Sselo, es sich nicht hat nehmen lassen, bei jedem Wetter — und wir haben in der letzten Zeit recht kalte, stürmische Tage, sogar mit Schneegestöber gehabt — von ihrer Sommer-Residenz nach Petersburg hereinzukommen, um den Arbeiten, die unter ihrem Vorsitz im Wmterpalast für die Verwundeten stattfinden, beizuwohnen. Da die auftretenden Erkältungserscheinungen nur leicht sind, ist mit Bestimmtheit zu hoffen, daß sie in wenigen Tagen behoben sein werden." Politische Tagesschau. König Eduard der Versöhner. Man schreibt uns aus Berlin, 27. Mai: Graf Bülow wird, wie wir erfahren, der Begegnung unseres Kaisers und des König? Eduard während der Kieler Woche beiwohnen. Die Begegnung erhält dadurch einen ausgesprochen politischen Charakter. König Eduard kommt, so verlautet in gut unterrichteten Kreisen, mit einer wichtigen Friedensmission, die darauf abziele, den Rest von Verstimmung aus dem südafrikanischen Krieg zwischen England und Deutschland zu beseitigen. Das Mittel hierzu seien Abmachungen, zum Teil auch die Wiederaufnahme früherer Vereinbarungen, um Jnteresienkonflikte zu verhindern oder entstehende möglichst bald zum Ausgleich zu bringen. Also eine Art von Schiedsgerichtsabkommen, ähnlich dem englisch-französischen, allerdings mit dein Unterschiede, daß zwischen England und Deutschland zur Zeit nicht über bestimmte politische Fragen, wie Frankreich gegenüber in Bezug auf Aegypten und Marokko, die Herstellung eines grundlegenden Einverständnisses erforderlich ist. Es steht fest, daß König Eduard aus seiner Mißbilligung des von einem Teil der Londoner Presse angeschlagenen deutschfeindlichen Tones kein Hehl macht und sich wiederholt gegen das „unnütze Gezänk" wendete. Es steht ferner fest, daß der König, im Gegensatz zu den allzu idealen Zielen Nikolaus II., eine Friedenspolitik „im Rahmen des Erreichbaren" verfolgt und alles fördert, was diesem Bestreben entspricht. Die Aussöhnung mit Frankreich, trotz Faschoda und trotz einer die deutsche Parteinahme für die Buren noch überbietenden Haltung, darf als König Eduards eigenstes Werk gelten. Es läßt sich begreifen, daß die Herbeiführung eines freundschaftlichen und von Mißttauen freien Verhältnisses Deutschlands und Englands dem Kö'«üg gewissermaßen als die Krönung seiner Friedenspolitik erscheint, und daß er alle Hindernisse hinwegzucäumen bemüht ist, um diesen Plan, der in Berlin größtes Entgegenkommen findet, zur sicheren Durchführung zu bringen. Der russisch-japanische Krieg mit seinen zahlreichen Möglichkeiten der Hineinverwickelung neutraler Mächte wird den Entschluß König Eduard VII., neue Verbindungen zwischen den großen Nationen anzuknüpfen, zur Reife gebracht haben. Um den Nutzen eines solchen engeren Zusammenschlusses einzusehen, braucht man sich nur zu fragen, wie sich die politische Lage in den ersten Stadien des russisch-japanischen Krieges gestaltet haben würde, wenn damals nicht, gerade zu rechter Zeit, die englischfranzösische Verständigung sich vollzog. Ohne diese Annäherung, die zum Glück von langer Hand vorbereitet war, würden sehr wahrscheinlich Frankreich und England durch den ersten Zwischenfall, an denen e§ ja bekanntlich zu Anfang des Krieges nicht fehlte, in diesen hineingezogen worden sein. Vielleicht nicht die russische Regierung, aber doch die russische Bevölkerung hatte sich Hoffnung darauf gemacht, daß ein Zwischenfall den Verbündeten zu den russischen Waffen riefe. Daß ein solches, dem Weltfrieden verhängnisvolles Ereignis unterblieb, das ist, wie gesagt, wesentlich der Friedenspolitik König Eduards zu danken. Außerdem aber kam der Umstand zur Hilfe, daß der französische Minister des Auswärtigen, Deleassö, unbekümmert um Petersburger Verstimmungen, seinen englischen Neigungen folgte. — Jedenfalls wird die Kieler Woche in hohem Grade die Aufmerksamkeit der Politiker beanspruchen. König Eduard, der Versöhner, kann eines allseitigen sympathischen Empfanges gewiß sein. Eine neue Maß- und GewichtLorduuug. R. Berlin, 27. Mai. Der im heutigen „Reichsanzeiger" veröffentlichte Entwurf einer neuen Maß- und Gewichtsordnung für das Reich ist außer für Gewerbetreibende auch für das große Publikum von Interesse, denn jeder Käufer wünscht natürlich die möglichste Garantie, daß ihm sein volles Maß zuteil werde. Wenig bekannt dürfte fein, daß bei dem jetzigen, hauptsächlich in Preußen eingeführten System unvermuteter polizeilicher Revisionen jährlich durchschnittlich etwa jeder vierte oder dritte Gewerbetreibende unter Einziehung der beanstandeten Gegenstände bestraft werden muß! Der Entwurf will nun das in Bayern und Elsaß-Lothringen bewährte System der periodischen Nachaichung allgemein zur Einführung bringen, wodurch die Bestrafungen in Fortfall kommen und die Richtigkeit der Meßgeräte wirksamer gewährleistet ist. Der Freisinn in den Großstädten. Der Anteil der auf die beiden freisinnigen Parteien abgegebenen Stimmen an der Gesamtzahl der gilttgen Stimmen zeigt nach der „Voss. Ztg." in den Großstädten bei der letzten Reichs- tagshauptlvahl von 1903 nach der amtlichen Wahlstatistik folgende Zahlen: Die freisinnige Volkspartei, die nur in der Minderzahl der Großstädte eigene Kandidaten aufgestellt hatte, erzielte verhältnismäßig die meisten Stimmen in Königsberg i. Pr. mit 37.1 v. H. aller abgegebenen Stimmen: dann folgen Halle mit 28.6, Nürnberg mit 26,8, Breslau mit 18,6, Berlin mit 16.9, Charlottenburg mit 16,1, Hamburg mit 12,0, Elberfeld mit 9,3, Barmen mit 8,4, Chemnitz mit 8,0, Altona mit 7,3, Dortmund mit 2,0, Hannover mit 1,6, Stettin mit 1,3, Dresden mit 0,7, Frankfurt a. M. mit 0,7 und Leipzig mit 0,3 v. H. In 17 Großstädten, also der Hälfte aller, wurden keine Stimmen der freisinnigen Volkspartei abgegeben. Tic freisinnigeVer- e i n i g u n g hatte nur in 7 Großstädten eigene Kandidaten und erzielte in Bremen 48,0, in Posen 41,2, in Straßburg 37,8, in Danzig 35,4, in Stettin 25,7, in Halle 20,5 und in Kiel 17,2 v. H. aller abgegebenen gültigen Stimmen._________ Deutsches Reich. Berlin, 27. Mai. Der Kaiser hat seinen mehrtägigen Jagdaufenthalt beim Fürsten Dohna-Schlobitten aus Prökelwiy beendigt und sich heute mittelst Sonderzuges nach Marienburg begeben. Der Kaiser traf dort heute nachmittag mit Gefolge ein. Nach der Begrüßung begab sich der Kaiser nach der Marienburg und besichtigte das Ordensschloß. Um 4 Uhr erfolgte die Abreise nach Danzig zur Teilnahme am Stapellauf des Linienschiffes „M". Am Abend reiste er nach Döberitz, um auf dem Truppen-Uebungsplatz die 2. Garde-Jnsanterie-Brigade zu exerzieren. Der Kaiser war als Kronprinz vom 27. Januar 1888, dem Tage seiner Beförderung zum Generalmajor, bis zu seinem Regierungsantritt (15. Juni 1888) Kommandeur dieser Brigade und hatte durch Zufall das Glück, am 29. Mai desselben Jahres seine Brigade dem Kaiser Friedrich in Parade vorbeiführen zu dürfen — die einzige Parade, die der schwerkranke Monarch als Herrscher abnahm. — Der 7. internationale Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz nahm einstimmig eine Resolution an, nach der der Kongreß den Wunsch ausspricht, daß aus der nächsten, voraussichtlich im Herbst in Washington statt- sindenden Konferenz d'er Unionsregierungen durch eine autentische Interpretation festgestellt werde, welche Wirkung das Prioritätsrecht des Artikels 4 gegenüber etwaigen Vorbereitungsrechten haben soll. Dazu erscheine notwendig, in Artikel 4 eine Bestimmung einzufügen, dies fmn zweifelhaft ausspricht, daß das Prioritätsrecht die Möglichkeit der Entstehung eines Vorbenutzungsrechtes innerhalb des Prioritätsinteresses ausschließt. Bezüglich des Zwanges der Ausübung eines Patents gelangte mit großer Majorität ein Antrag Allard-Paris zur Annahme, daß die Nichtausübung einer patentierten Erfindung nicht Verfall des Patentes, osndern die Erteilung von Zwangslizenzen zur Folge haben, und die Ausführungsbestimmungen hierzu jeder einzelne Staat durch innere Gesetzgebung treffen soll. — Unsere hessischen Gerichts-Accessisten sehen nicht ohne Mid aus ihre „grünweißen" Kollegen, die für ihre Tätigkeit vom Staate bezahlt werden, während der hessische Accessist-vollkommen unentgeltlich arbeiten muß. Kürzlich ist nun in S a ch s e n eine Ministerialverord- nung in Kraft getreten, die den Abstand noch vergrößert. Die V o r b e r e i t u n g s z e i t ist nämlich für diejenigen Re- serendarien, welche erst nach sieben vollen Semestern in das erste Examen „gestiegen" sind, aus 3Hz Jahre herabgesetzt worden. Auch sonst bietet die interessante Verordnung eine beträchtliche Anzahl wichtiger Neuerungen. Leipzig, 27. Mai. Die Generalversammlung der Ortskrankenkasse lehnte endgiltig die Wiederein- sührung der freien ärztlichen Behandlung der Familienglieder ab und protestierte gegen die Aufhebung des Distriktsarzt-Systems durch den Kreishauptmann. München, 27. Mai. Wie die „Münch. N. Nachr." hören, kam bei der heutigen Audienz des Ministerpräsidenten v. Podewils beim Prinzregenten auch die päpstliche Protestnote zur Sprache. Dresden, 27. Mai. Abends 6 Uhr fand im Palais aus der Parkstraße die feierliche Einsegnung der irdischen Hülle der Prinzessin Johann Georg statt, der nur die nächsten Verwandten mit dem König Georg an der Spitze beiwohnten. Nach der um halb 9 Uhr unter dem Glockengeläute aller Kirchen erfolgten Ueberführung der Leiche nach der katholischen Hofkirche sand daselbst in Anwesenheit des Königs und der königlichen Familie, der fremden Fürstlichkeiten und einer zahlreichen Trauerversammlung die feierliche Beisetzung statt, wobei Hofprediger Kummer die Gedächtnisrede hielt. Ausland. London, 27. Mai. Tas Reutersche Bur^iu erfährt, daß per Kreuzer, der auf einer der großen englischen Wersten jetzt sich seiner Vollendung nahe, an die Franzose n verkauft ist. Tie russische Regierung habe in England eine Anzahl Frachtdampfer von größerer Geschwindigkeit als der der gewöhnlichen Dampfer gekauft. Man glaube, daß diese Schifte so umgebaut werden, daß sie eine große Anzahl Passagiere befördern können. , Paris, 27. Mai. Tie Ägcnce Havas meldet: Am 18. Mai wurde int Ministerium des Auswärtigen das im vorigen Jahr von der internationalen Konferenz gegen den Mädchenhandel ausgearbeitete Abkommen unterzeichnet. — Ter heutige Ministcrrat beschäftigte sich mit den Interpellationen über die päpstliche Protestnote. Es wurde beschlossen, daß Delcassä m der Kammer eine genaue Darlegung der ganzen Angelegenheit geben und dabei mitteilen soll, daß der Botschafter Nisard nicht beurlaubt, sondern ab beruf en worden sei. Ministerpräsident Combes wird sich sodann über die Tragweite der Abberufung äußern. Man nimmt an, daß die Besprechung der Interpellation zwei Tage dauern werde. — (Stamm er.) Bei dichtbesetztcm Hause beginnt die Besprechung der Interpellationen über die p ä P st l i ch e Protest- no t e. Meunier (Rad. Republik, verlangt besonders Aufhebung der Botschaft beim Vatikan. (Erneuter Beifall.) Lasies > Nationalist widerspricht dem Vorredner. Er erwähnt die N e i f e des deutschen Kaisers nach Italien und die vom Kaiser bei seiner Rückkehr gehaltenen Reden. Delcassö erwähnt die Reise des K ö n i g s v o n I t a l i e n n a ch P a r i s und des Präsidenten L o u b e t n a ch R o m. Er verliest die Protest- note des Vatikans. Tie Regierung meinte, daß die Reise Lou- bets ein Beweis sei, daß Frankreich in niemandes Streitigkeiten sich einmische. Er habe die Protestnote dem Inhalte und der Form nach zurückgewieseu. Tamil hätte der Zwischenfall geschlossen sein sollen. Aber der „Osservalore Romano" gab bekannt, daß ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet worden sei. Ein Pariser Blatt habe dasselbe veröftentlicht. Schwerwiegend fei, daß die Mitteilung an die fremden Mächte über einen nur Frankreich angehenden Zwischenfall erfolgte. Die Mitteilung habe den Ton einer u n z u l ä s si g e n V o r h a ltun g. Die Regierung habe dem B o t s ch a f t e r N i ) a r d telegraphiert, vom Vatikan Erklärungen zu fordern. Delcasse verliest das Telegramm und die Antwort des Vatikans. Die Antwort ersucht um Schriftlichkeit der Anfragen der Negierung. Em derartiges Verfahren sei gleichbedeutend mit Hinausschiebung der Antwort. Turcg die Abberufung habe die Regierung getan, was sie der Würde des Landes schuldig fei. Sie habe das gute Reckst und die gute Meinung der Welt aus ihrer Seite. Sie hege die Hoffnung auf die Zustimmung Frankreichs. (Beifall linkstt Man sti voll- komfnen berechtigt gewesen, den Vorschlag Merry del Vals, die Antwort schriftlich erteilen zu wollen, abzulehnen und sofortige mündliche Antwort zu verlangen. Auf eine Frage Grougeaus gibt Delcassä zu, daß vor der Reise Loubcts der päpstliche Nuntius il)m von einer Depesche Mitteilung gemacht habe, in der Merry del Val von den unverjährlichen Rechten des Vatikans ipricht. Briand spricht die Hoffnung aus endgiltig e A bberuiung des Botschafters in Rom und baldige Trennung der Kirche vomStaat aus. (Beifall auf der äußersten Linken.) Ministerpräsident Combes: Die Rückberufung Nisards bedeute, Frankreich könne nicht zulassen, daß die Anwesenheit seines Botschafters in Rom zu Gunsten der Forderungen des Heiligen Stuhles ausgelegt werden möchte. Diese Forderungen erkenne Frankreich ganz und gar nicht an. Er habe endlich mit den Ansprüchen der überlebten weltlichen Herrschaft des Z a p st e s aufräumen wollen. Die Regierung sah nur deswegen davon ab, sämtliche Mitglieder der Botschaft abzuberufen, , weil ie gemäß den Bestimmungen des Konkordates gehalten sei, em Votschastspersonal zu unterhalten, um die laufenden Geschäfte zu erledigen. Was die Kündigung des Konkordats, die Aufhebung der Botschaft und die Trennung der Kirche vom Staat betreffe, so gehe das das Parlament an. In Anbetracht des Umstandes, wie man von der anderen Sette die Bestimmungen des Konkordates beobachte, könne Frankreich nicht länger die gegenwärtige Lage aufrecht erhalten. Redner beantragt alle Anträge betreffend die Trennung des Staates von der Kirche bis zum Januar zu vertagen und sich an die Tagesordnung zu halten gemäß der zur Diskussion gestellten Frage. Combes erklärt, er werde nur die Tagesordnung an- nehmen, in der es heißt, die Kammer billige, daß die Regierung den französischen Botschafter beim Vatikan zurückberufen hat, weise jeden weiteren Zusatz zurück und gehe zur Tagesordnung über. Die Kammer nimmt hierauf mit 427 gegen 95 Stimmen den ersten Teil betreffend die Abberufun'g des Botschafters an und sodann den zweiten Teil mit 383 gegen 60 Stimmen. Schließlich wird der Gesamtantrag durch Handhochheben angenommen und die Sitzung geschlossen. K o n o p i s ch t (Böhmen), 27. Mai. Tie Fürstin Hohenberg, die Gemahlin des Thronfolgers Erzherzogs Franz Ferdinand wurde heute voruiittag von einem gesunden Prinzen entbunden. Tie Fürstin und der Prinz befinden sich wohl. Are Hauptversammlung der d.ulfchen Kolonial-KeseLschaft, die von über 400 Personen besucht war, wurde am 27. d. M. in Stettin vom Herzog Johann Albrecht au Mecklenburg eröffnet. Begrüßungsansprachen hielten der Oberprast- dent der Provinz Pommern, Frhr. v. Maltzahn, Oberbürgermeister Haken, Landeshauptmann v. Eisenhart-Rothe und Georg Manasse, letzterer als Vertreter der Stettiner Kaufmannschaft. Zunächst wurde Bericht über die gründlichen Untersuchungen der Landtom Mission erstattet. Hierzu lag von der Abteilung Lippstadt folgender Antrag auf Erlaß von Landordnungen für die deutsch en Kolonien vor: „Die Hauptversammlung der Teutschcn Kolonialgesellschaft wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß für die deutschen Kolonien, in erster Linie für Deutsch-Südwest-Afrika und eamoa, nach dem Beispiele von Kiautschou Landordnungen erlassen werden, welche eine regere Ansiedlung ermöglichen und die Landspekulation mit ihren gemeinschädlichen Folgen v e r h i n d e r n." Der zweite Vorsitzende des Bundes deutscher Bodenreformen P o h l m a n n - Hohenaspe wendet sich gegen die Tatsache, daß man dort Gebiete in der Größe von Königreichen verschenke, ohne sich zu überlegen, wohin dies schließlich führen müsse. Tas ausbeutende Recht müsse dieser Landspekulation auf alle Fälle genommen werden. Ter Ansiedler kann direkt an die Regierung sich wenden und das Land umsonst erhalten. Schließlich darf man nicht skrupellos über die Rechte der Eingeborenen hinweggehen. Wir behandeln die Eingeborene als Unmündige und maßen uns Herrenrechte über sie an. Aber wenn wir sie als Kinder behandeln, so dürfen wir ihnen nicht mit den Anschauungen des römischen Rechts kommen, wie dies die Landgesellschaften tun. Mit diesen Rechten in der Hand kann eine solche Gesellschaft jeden Handel ersticken. Sie kann auch jede Kultur ersticken. Nur durch den Landbesitz kann der Wilde zur ShUtur und damit zu kulturellen Bedürfnissen erzogen werden. Weiterhin betonte der Redner noch den Wert der Missionsgesellschaften, die den Wilden Kultur und namentlich Bedürfnisse beibrächten, und schloß mit dem Hinweise daraus, daß auch der Plantagenbetrieb nur da möglich sei, wo die Eingeborenen landlos und damit der Peitsche des Unternehmers ausgeliefert seien. Deshalb sollte man den Antrag annehmen und damit zeigen, was eins der intelligentesten Völkern der Welt aus seinen Kolonien zu machen imstande sei. Redakteur Damaschke-Berlin erklärte, daß er int Namen von Tausenden organisierter Arbeiter, nämlich des Landesverbandes der evangelischen Arbeiter-Vereine Sachsens spreche. Es sei das große Verdienst der Schöpfer der „L a n d o r d n n n g von Kiautschou" auch in Volksweise hinein Verständnis in) Freude für unsere koloniale Sache getragen zu haben. Jene Landordnung weckt das Gefühl: Die Werte in den Kolonien kommen zuletzt nicht wenigen Großkapitalisten, sondern dem Volksganzen zugute: Und die hier bewährte Bodenreform fordert der Antrag Lippstadt nun auch für Afrika und die S ü d s e e! Aufs dringendste bitte er um seine Annahme. Jetzt sind die großen Landgesellschasten in unseren afrikanischen Kolonien mächtiger als das Reich. Ceeil Rhodes Brief an Milner, daß er als größter Aktionär der Südwest-Asrika-Komp. die event. Ansiedlungen von Buren auf deutschem Gebiet verhindern würde, zeige, welchen Einfluß Landgesellschaften erhalten könnten, ihnen gehöre eben dec Boden. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man glaubt, die Bodenreform wolle jede Spekulation unmöglich machen. Tie Spekulation, die Werte schafft und vermittelt, ist nötig. Die Bodenspekulation aber schafft keine Werte — sie wartet, bis sie Tribut erheben kann von allen, die im neuen deutschen Gebiet leben und arbeiten wollen. Die Bodenspekulation der großen Gesellschaften ist das schwerste Hemmnis einer gesunden kolonialen Entwicklung. Ter Kaiser hat einmal die Menschen eingeteitt in solche, die „Ja — aber" und solche, die ,TZa — also" sagen. Wir alle sagen zu einer gesunden Bodenreform Ja — und dann sagen wir auch durch Annahme des Antrages Lippstadt: Also! Tie deutsche Kolonialpolitik darf nicht eine Spekulanten-, sondern muß eine Volkspolitik sein! (Beifall.) Admiralitätsrat Prof. Tr. Kobner betont, daß die Landordnung, welche die Marineverwaltung in Kiautschou geschaffen habe, sich daselbst vortrefflich bewähre. Der sozialpolitische Grundgedanke tonne und müsse für alle Kolonien fruchtbar gemacht werden, indessen sei eine llebertragung der Kiautschou- Landordnung schlechthin aus die wirtschaftlich gänzlich verschiedenen Verhältnisse der asrikanischen Schutzgebiete praktisch undenkbar. Tr. Köbncr ersucht deshalb die Antragsteller, ihren Antrag entsprechend zu modifizieren. Tas geschah durch einen abgeänderten Antrag Lippstadt, der schließlich in folgender Fassung angenommen wurde: _ , . . . „Die Hauptversammlung der Deutschen Kolonralgefellschaft wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß für die deutschen Kolonien Landordnungen erlassen werden, welche eine regere Ansiedlung ermöglichen und die Landspekulation mit ihren g emeinschädlichen Folgen verhindern." Sodann trat die Haupt-Versammlung dem Beschluß des größeren Ausschusses bei, eine Herabminderung der MitgliekKr- beiträge nicht eintreten zu lassen und die Zeitung in dem bisherigen Umfange beizubehalten. Den Abteilungen, die eine besondere Werbetätigkeit entwickeln wollen, sollen auf Antrag ans den verfügbaren Mitteln des Werbefonds nach Möglichkeit Zuwendungen gemacht werden. Für die Abhaltung der nächstjährigen Hauptverfammlung wurde Essen gewählt. Aus Stadt und Kauö. Gießen, 28. Akai 1904. •* * Silbernes Ju biläum. Justizrat Rechtsanwalt Dr. Egid Gutfleisch begeht heute das Fest seiner 25jährigen Mitgliedschaft des Kreisausschuffes des Kreises Gießen. Aus diesem Anlaß war in der Sitzung dieser Körperschaft, welche heute vormittag im Regierungsgebäude auf dem Brandplatze tagte, der Platz des Jubilars reich mit Blumengewinden geschmückt. Eisenbahn-Sanitätskolonne. Gestern abend fand im Bahnhof Gießen unter Leitung des Bahnarztes Dr. Schliephake die Schlußübung der von dem Genannten, sowie dem Bahnarzt Dr. Zinßer ausgebildeten Eisenbahn. Sanitätskolonne des Hilfszuges statt. Die anwesenden Jn- spektionsvorstände hatten Anlaß, die Gewandtheit der Leute im Anlegen von Verbänden, Aus- imb Einladen von Verletzten, Transport Verunglückter, überhaupt in allem, >vas zur ersten Hilfe bei Unfällen erforderlich ist, lobend anzuerkennen. Hoffen wir, daß von dem Hilfszug und der Hilfe der Sanitätskolonne für den Ernstfall recht wenig Gebrauch gemacht werden muß. * * Die Kliniksbauten sind an die Firma Jäger und Rumpf in Hanau und an die beiden Gießener Baufirmen Birkenstock u. Schneider und Abermann u. Kling vergeben worden. Die beiden letztgenannten übernehmen die Arbeiten gemeinschaftlich. * * Promenadenkonzert findet morgen um '/zl2 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre „Die Felsenmühlc" von Reissiger. 2. Tu und Du! Walzer von Strauß. 3. Finale a. d. O. „Ricnzi" von Wagner. 4. Der Coburger! Armeemarsch Nr. 27. * * Eine Kuriosität wurde uns heute in Form einer Ansichtskarte vorgezeigt. Der Absender, dem es offenbar nicht an Zeit mangelt, hat es fertig gebracht, daraus auf die Größe eines Fünfzigpfennigstttckes einen Schrelbebrief von 586 Buchstaben Umfang unterzubringen. Der Gedanke ist umso erleuchteter, als der Schreiber, ein diesjähriger „Fünfziger", einen anderen Alterskollegen mit Dieser Zusendung bedacht hat. sd. Darm stadt, 27. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde zur Entsendiing von 7 Lehrern zur Teilnahme an den Kursen für Fortbildungsschulen in Frankfurt a. M., welche von dem deutschen Verband für Fortbildungsschulen eingerichtet sind und von praktisch vorgebildeten Fachlehrern gehalten werden, 3 0 0 0 Mk. genehmigt. Tie Kurse sollen vom 14. August bis 24. September slattsinden. — Zur Durchführung eines Antrags Merk, Lehr und Nodnagel betr. die Errichtung eines städtischen Museums wurde eine siebengliedrigc Kommission gewählt. — lieber die außerordentliche Steigung des Gelände- Preises und die damit verbundene ausgedehnte Geländespekulation durch vermögende Konsortien entstand eine lebhafte Debatte, in welcher das sehr langsame Vorgehen der Bürgermeisterei in der Freigabe von Baugelände als die Hauptursache der hohen Preise geschildert wurde, während eine ausgedehnte Freigabe des Baugeländes eine Herab- drückung des Preises herbeiführen und der Spekulation Einhalt gebieten müsse. Der Oberbürgermeister verwahrte sich entschieden gegen diesen Vorwurf, wies auf die durch die Freigabe der Stadt entstehenden hohen Kosten hin und glaubt nicht, daß man die meist reichen Spekulanten hindern könne. D a r m st a d t, 27. Mai. Die Zweite Kammer wird demnächst über einen Gesetzentwurf zu beschließen haben, der das Beerdigungswesen regelt und es von den kirchlichen auf die politischen Gemeinden übertragen soll. Der Vorstand des evangelischen Pfarrvereins ist nun bei dem Landtage dahin vorstellig geworden, daß in die Vorlage eine die freie und unbeschränkte Ausübung von religiösen Kultushandlungen der staatlich anerkannten Kom fessionen auf den interkonfessionellen Fried- Höfen verbürgende gesetzliche Bestimmung aufgenommen werden soll. Ferner unterbreitet ber evangelische Pfarrverein der Zweiten Stammer eine Resolution, in der er in Uebereinstimmung mit einem Beschlüsse der evangelischen Landessynode vom Oktober v. I. eine Abänderung des § 34 des Gesetzes über die Erbschafts- und Schenkungssteuer vom 22. Dezember 1900 fordert, und zwar in d^m Sinne, daß Zuwendungen an Kirchengemeinden von dieser Steuer befreit sein sollen. Bingen, 25. Mai. Einen aufsal.enden Rückgang haben die Ausflüge nach der hiesigen Gegend genommen, was man an den diesjährigen Pfingsttagen hauptsächlich bemerken konnte. Während in früheren Jahren an solchen Tagen die am Rheinufer gelegenen Hotels überfüllt waren und die Aus-slstgler ost Erquickung in den innerhalb der Stadt gelegenen Restaurants suchen mußten, sieht man seit letzter Zeit alles fast vollständig leer. Und seit der Eröffnung der Strecke Mainz-Wiesbaden haben uns auch die lustigen „Meenzer" vollständig vergessen. Kleine Mitteilungen ans Hessen it n d den Nachbarstaaten. In Fulda wartete Freitag abend auf den Inhaber der Firma „Fuldaer Eisenwen", den Fabrikanten Kettenbach, eine höchst unangenehme lieber- raschung, indem er nau) dem Verlassen des Zuges auf dem Bahnhof von zwei Schutzleuten empfangen unu eingeladen wurde, ihnen zu folgen. Ter Weg fährre biiett ins Amts- gerichtsgesängnis. Tie Verhaftung erfolgte wegen ^etrugs, Wechsel- und Urkundenfälschung. — Tie 4 Jahre alte EÜse Berg in Weisenau kletterte an das. oftelijwhende steilster im ersten Stock und stürzte über eine vor dem Fenster angebrachte Sicherheitsstange ungefähr 5 Meter lief auf die Straße, wodurch der Tod eintrat. - Zur Erlangung von Plänen für ein in Bingen zu errichiendes Gebäude für Gymnasium und Realschule bewilligien die Stadtverordneten 4500 Mk. als Preise für die drei besten Arbeiten: es werden 2500, 1500 und 500 Mk. zur Verteilung kommen. * Berlin, 28. Mai. Die Morgenblätter melden aus Berlin: In dem Garten des Gymnasiums zum Grauen Kloster verübte der Hausdiener Silber sie in auf eine bei dem Schuldiener in Dienst stehende Frau aus Eifersucht einen Mordanschlag durch Revolverschüsse. De', hinzu kommende Schuldiener wurde leicht verwundet. Taiinver suchte Silberstein Selbstmord. Er wie auch das Maaren sind nicht schwer verletzt. * Berlin, 27. Mai. Der Verkauf des alten 'feb- geordnetenhauses an den Aktienbauverein „Unter oen Linden" ist durch die inzwischen erfolgte königliche Genehmigung perfekt geworden. Tie Auslassung erfolgt zum Preise von ca. 7 Millionen Mark. Das Gebäude fall für geschäftliche Zwecke umgebaut und mit Läden ausgestattct werden. * Berlin, 27. Mai. Gestern sand in der Hafenheide ein Duell statt. Die Duellanten waren Oberleutnant ®rü," von Kalnein vom Kürassierregiment Nr. 3 und em russisch e r B a r o n. Tas Duell bestand in einem einmaligen Kugelwechsel und nahm einen unblutigen Verlauf. v. Kalnein ist zurzeit zum Militär-Reit-Jnstitut in Hannover kommandiert und kehrte sofort nach dem Duell nach Hannover zurück. * Köln, 27. Mai. Die beiden des M o r d e s an einem Tienstmäd chen verdächtigen Männer konnten ihr Alibi nachweisen. Ter Verdacht lenkt sich neuerdings auf einen Mansardendieb, der sich seit längerer Zeit in der Umgegend bei- Mordstelle bemerkbar gemacht hatte. — In der Nähe der Ortschaft Buer wurde am Waldessäume die Leiche eines unbekannten, 30 Jahre alten Mannes gefunden, die bis zur Unkenntlichkeit mit einem harten Gegenstände -erschlagen, deren Kopf völlig zerschmettert war. Die Mord stelle zeugt davon, daß ein ungemein heftiger Kampf stattgefunden haben muß. Eine der Tat dringend verdächtige Persönlichkeit wurde verhärtet, als sie in gerader Richtung auf die Leiche zuging und längere Zeit dabei verweilt hatte. — In Erla bei Köln erfaßte die Frau eines Bergmanns im Wahnsinn ihr einjähriges Töchterchen und schleuderte es in einen großen Kübel heißen Wassers. Das Kind starb an den erlittenen Brandwunden. * Düsseldorf, 27. Mai. Ein Großfeuer äscherte die Putzwollfabrik von Krauß und Sohn ein. Bremen, 27. Mai. Bei einer Ruderpartie auf der kleinen Weser kenterte ein Boot mit zwei Insassen. Einer ertrank. * Rendsburg, 27. Mai. Amtlich wird gemeldet: Der von Vandrup kommende Personen zug 755 überfuhr heute morgen 7 Uhr 10 Min. auf dem Bahnhofe Nordschleswigsche Weiche das auf Halt stehende Einfahrtssignal und stieß gegen einen Rangierzug. Personen sind nicht verletzt. Die Maschine und zwei Gepäckwagen wurden beschädigt. Die Geleise sind bereits wieder frei. * Hirsch berg i Schl., 27. Mai. In einer Dampfschneidemühle erstickten beim K-'sselteeren infolge einer Lampenexplosion drei Arbeiter. * Straßburg i. E., 27. Mai. Ein Soldat des Infanterie-Regiments Nr. 97 aus Saarburg legte in Bitsch scherzweise auf einen Fuhrknecht das Gewehr an und drückte ab, da er vermeinte, daß es entladen sei. Ter Fuhrknecht, ein Familienvater, wurde augenblicklich getötet. * Dover, 27. Mai. Ein hier eingetroffener englischer Dampfer landete fünf Matrosen, welche er auf hoher See halbverhungert ausgenommen hatte; dieselben waren seit drei Tagen ohne Nahrung. * R o m, 27. Mai. Bei Paternopoli st ü r z t e der italienische Luftschiffer Zambianchi mit seinem Ballon aus einer Höhe von 2000 Meter herab und war sofort tot. * Wieinan Millionen transportiert. Am Montag erhielt die Bank von Frankreich die erste Ueberweisung amerikanischen Goldes als Mschlagszahlung auf die 160 Mill. Mark, die der französischen Panamakanalgesellschaft von der Regierung der Vereinigten Staaten gezahlt werden. Tas Geld kam mit »dem Norddeutschen Lloyddampfer „Kronprinz Wilhelm" an und wurde mit der allergrößten Vorsicht in Cherbourg ausgeschifft. Kleine Kisten, die 26 400 000 Mark in Gold enthielten, wurden genau geprüft, ehe man sie übernahm, damit man sicher war, daß an Bord nichts damit vorgegangen war. Das Gold wurde in einen besonderen Wagen mit Stahlpanzer gebracht und dieser an den Zug von Cherbourg angehängt: ein paar Bankbeamte und vier bewaffnete Schutzleute wurden mit dem Schatze in dem Wagen eingeschlossen. In Paris wurde das Gold sofort in besonderen Wagen der Bank von Frankreich befördert und unter bewaffneter Eskorte in die Keller der Bank gebracht. Eine weitere Abschlagszahlung wird in einigen Tagen mit dem französischen Dampfer „Lorraine" ankommen, aber in diesem Falle ist die Damvfergesellschaft verantwortlich für das Gold, bis es Paris erreicht. * Prämien für Kinderreichtum. In Preußen hat vor kurzem der Finanzminister sich dahin ausgesprochen, daß den Häuptern sehr kinderreicher Familien eine Erleichterung in der Steuerleistung zu gewähren sei, und eine ähnliche Ansicht waltete auch in Bayern ob, wo bei der projektierten Gehaltsaufbesserung der Beamten eine Bevorzugung des stärkeren Familien st an des geplant war. Nun wendet man der Frage auch in Frankreich Aufmerksamkeit zu, allerdings nicht aus Gründen fiskalischer Begünstigungen, sondern vorwiegend mit Rücksicht auf die geringe, beinahe stockende Zunahme der Be- völkerungszifser. Die weitaus größte Eisenbahngesellschaft Frankreichs, die „Paris—Lyon—Mittelmeerbahn", gibt ihren Beamten je nach der Kinderzahl bemessene jährliche Prämien. Es erhalten Beamte bis zu einem Jahresgehalte von 2100 Francs für drei Kinder jährlich 30 Francs: diese Prämie steigt bei neun Kindern bis auf 630 Francs. Bei Angestellten in den Gehaltsstufen von 2100 bis 2400 Francs ist die niedrigste Prämie 80 Francs, wofür man allerdings sechs Kinder aufweisen muß, und steigt bis 440 Francs für neun Kinder; Beamte mit höherem Einkommen, und zwar bis 2700 Francs, bekommen eine Jahresprämie von 100 Francs für acht Kinder und von 250 Francs für neun Kinder. Mehr als neun Kinder sind also „Fleißaufgabe". Die Zeitungen veröffentlichten bereits das Dankschreiben des Senators Piot, das dieser Führer der Bewegung gegen die „Entvölkerung" Frankreichs an die Verwaltung der genannten Bahn richtete. * D i e Preise interessanter Autographen. Bei der kürzlich stattgehabten Versteigerung seltener Autographen in Berlin wurden für die hervorragenden Sachen folgende Preise erzielt' ein Brief, eigenhändig geschrieben von Martin Luther, 1680 Mark, von Philipp Melanchthon 126 Mark, Franz von Sickingen 200 Mark, Johannes Spangenberg zu Eisleben 241/» Mark, Friedrich Großherzog von Baden 55 Mark, Maria Theresia 15 Mark, Henri IV., Roi de France 40 Mark, Louis XIV. 160 Mark, Napoleon L, 2 Zeilen, 106 Mark, Friedrich Wilhelm I. hon Preußen 13 Mark, Luise, Königin von Preußen, 205 Mark, Wilhelm I., deutscher Kaiser, 110 Mark, Prinz Karl 130 Mark, Kaiserin Augusta 451 ? Mark, Kaiser Friedrich 200 Mark, Wilhelm ft. 50 Mart. Albrecht, Prinz von Preußen, Regent von Braunschweig, 3 Briefe, 601 Mark, Prinz Friedrich Karl 40 Mark, Friedrich der Gr-ße 78 Mark, Heinrich, Prinz von Preußen, Bruder Friedrichs des Großen, 46 Mark, Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth, 75 Mark, Hans Joachim von Zielen 100 Mark, Garibaldi 61/2 Mark, Gustav Adolf von Schweden 67 Mark, Tilly 24 Mark, Wallenstein, Herzog zu Friedland, 130 Mark, Blücher 31 Mark, Ferdinand von Schill, 2 Briefe über sein Freikorps, 200 Mark, 1 Gebetbuch vom Jahre 1871 der Brüdergemeinde, die täglichen Lesungen und Lesetexte mit Widmungen des Kaisers und der Kaiserin Friedrich: „Der lieben Tante Marie (Prinzessin Karl' mit herzlichen Glückwünschen zum neuen Jahr, das uns bald den Frieden bringen möge, Versailles, 7. Jan. 1871. Friedrich Wilhelm. Dasselbe wünscht von Herzen Deine treue Nichte Victoria", 30 Mark. Podbielski (1870) Vor Paris nichts Neues 50 Mark, Kriegsminister Roon 50 Mark, Otto von Bismarck 75 Mark, Theodor Fontane 15Vg Mark, Leoncavallo 15 Mark. H Sienkiewicz 21i/2 Mark, Lola Montez 3 Briefe 40 Mark, Napoleon III. 25 Mark, Richard Wagner 320 Mark, Ferd Lasalle 28 Briefe 220 Mark, G. W. Leibniz 50 Mark, Friedrich Nietzsche 3 Briefe 365 Mark, Franz Grillparzer 160 Mark Heine 100 Mark, Hoffmann von Fallersleben 85 Mark, Gottfr. Keller 50 Mark, Kleist 110 Mark, Klopstock 64 Mark, Körner 15 Mk., Christ. Körner (sein Vater) 90 Mk., Fritz Reuter, 5 Briefe 77 Mark, Chr. Schubart 53 Mark, Seume 23Vs Mark, Goethe, 1 Gedicht, 12 Z., 310 Mark, Schiller, 2 Seiten Manuskript, 605 Mark, Karl August von Weimar 30 Mark, 193rief Schillers 200 Marl. Von Wieland 12 Briefe 614 Mark, Munkmanuskripte: Beethoven, 4 Seiten Nottn, 940 Mark, 1 Brief 260 Mark, Bocherini 170 Mark, Boildieu 52 Mark, Brahms 505 Mark, Chopin, 31/2 Seite Mazurka, 600 Mark, Herold 30 Mark, Franz Liszt, 13 Manuskripte, zusammen 1063 Mark, Meyerbeer 70 Mark, Franz Schubert, 3 Lieder der Wanderer, Geistergesang, Du liebst mich nicht, kaufte die Stadt Wien für 901 Mcrkk, Robert Schumann, 5 Manuskripte, 988 Mark, Viotti 110 Mark, Weber, Widmungsblatt, 110 Mark. * Im Zeichen des Z. Zierliche Zahnglossen zeitigt einer dortigen Zeitung der derzeitige Zahnarztkongreß zu Straßburg: Zur zahnärztlichen Zusammenkunft zollte Zeus zweckmäßig zufriedenstellendes Zahnkongreßwetter. Zahlreich zusam- mengeströmte Zünftler! Zahlet Zoll zenslicher Zustimmung zum Zahnarztkongreß! Zahlreiche Zahntechniker zaudern zahnkongrcß- lichen Zielen Zweck zuzusprechen. Zähnefletschend zürnen zopfige Zahnkünstler zahnärztlichem Zusammenschluß. Zweifelsüchtige Zeloten! Zuchtlose Zungendrescher! Zähmet zwecklosen Zornes- ausbruch, ziehet zurück zähneklapperndes Zetergeschrei. Zollet Zuneigung zahnärztlichem Zunftwesen. Zeitgeschichtliche Zeugnisse zeigen Zahntechnikern zahnärztliche Zauberkraft! Zwanglos zermalmen Zahnärzte Zahnfäulnis, zersetzendes Zerstörungswerk zerrütteter Zähne: zerschmettern Zahnruinen: zerstreuen zahlreiche Zahnkrankheiten, zerklüften Zahnfisteln, zaubern zu Zweckessen zierliche Zahngcbisse. Zeitweilig zahnschmerzstillenden Zahntropfcn, Zahntechnikers zeitwidrigen Zöpfen, zürnen Zahnärzte: zahlen zuweilen zuvorkommenderweise zerlumpten Zahnpatienten Zahnarzneien. Zahnärzte! Zeiget zeitgemäße Ziele, zerstört Zerrbilder zunftgemäßer Zahnheilkunde! Zahnziehstangc zurück: Zahn- plombe----Zahnkongreß! Zecket Zeltinger. Zacherlbräu! Kunst und Wissenschaft. Frankfurt a. M., 27. Mai. Das Donk n nstlerfest des allgemeinen deutschen Musikoereins (40. Jahresversammlung), das vom 27. Mai bis 1. Juni hier abgehalten wird, wurde heute Abend mit einer von der Intendanz dargebotenen Festaufführung im Opernhause eingeleitet. Zur Darstellung gelangte die Oper „Ter Bundschuh" in Uraufführung, Dichtung von Otto Erler, SOiufif von Waldemar von Baußnern. Außer den Mnsiklimstlerischen Veranstaltungen in Franksurt, die eine große Anzahl Uraufführungen von Werken namhafter Tonkünstler zu Gehör bringen wollen, ist am 29. Mai ein Konzert in der Neuen Heidelberger Stadthnlle und am 31. Mai eine Festaufführung am Hof- und National- theater in Mannheim 00i-jichen. Herichtsfaat. — Schwurgericht Gießen. Tas zum 6. Juni eingesetzte Schwurgericht fällt voraussichtlich aus. Es liegt nur 1 Fall wegen Kindsmords vor, wobei die Angeklagte geständig und mit der Verlegung ihres Falles in die nächste Schwurgerichtssitzung einverstanden ist. d. Mainz, 27. Mai. Der am Montag vor der ersten Strafkammer angcsetzte B e l e i dck g u n g s p r 0 z e ß, der durch V e r ö s f e n t l i ch u n g d e r B r i e i e d e s v e r st 0 r b e n e n Generals K r e t s ch m a n n in der „Mainzer Volkszeitung" entstand und gegen den Landtagsabgcordneten und Redakteur August Bernhard Adelung und den Geschäftsführer Friedrich Toller gerichtet ist, mußte a u f u n b e st i m m t e Z e i t v e r t a g t werden, iveil ein Hauptzeuge, der Oberleutnant a. D. Balser in Darmstadt, erkrankt ist. Dresden, 27. Mai. Wegen Mizbrauchs der Dienstgewalt, Mißhandlung und vorschriftswidriger Behandlung Untergebener und Anstiftung zur Begehung strafbarer Handlungen wurde der Unteroffizier Viehweger von der 7. Kompagnie des 177. Infanterieregiments in Königstein vom Kriegsgericht der 23. Division zu insgesamt 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Arbeiterbewegung, Zittau, 27. Mai. Hier ist ein allgemeiner Maurerstreik ausgebrochen, Die Streikenden fordern einen Stundenlohn von 35 Pfennig und zehnstündige Arbeitszeit. Landwirtschaft. w. Wetzlar, 27. Mai. Der Verwaltungsbericht des Kreis- ausschuffes des Kreises Wetzlar giebt soeben Ausschluß über den Stand des K r e i s - V i e h - V e r s i ch e r u n g s - B e r e^i n s. Versichert waren im letzten Berichtsjahre 419 Pferde, 4254 Stück Rindvieh, 9488 Schweine, zusammen 14161 Tiere gegen 12292 im Vorjahre. Für Schndeiüälle wurden bezahlt: a bei der Pierde- versicherung 3186 85 Mk., b) bei der Rindviehversicherung 9399 Mk. 86 Pfg., c) bei der Schweineversicherung 6511.82 Mk. Auch die aus Kreismitteln gegründete Viehleihkasse, die den Zweck hat, bedürftigen Landwirten zur Beschaffung des in ihrer Wirtschaft notwendigen Viehbestandes Unterstützung zu gewähren, Hal sich als eine segensreiche Einrichtung bewiesen. Mit der. Fassung der vom Vorsitzenden im Entwürfe vorgetragenen neuen Satzungen erklärte sich die Hauptversammlung einverstanden. Tie neuen Satzungen sind unterm 17. März 1904 vom Regierungspräsidenten genehmigt warben und treten am 1, ^uli 1904 in Mini1 ....... tzisenbahn-ZnIung. Berlin, 27. Mai. Tie Studiengesellschaft für eleck- trischc Schnellbahnen wird auch aus der Welt-Ausstellung in St. Louis ausstellen. Die bafür bestimmten Gegenstände waren dieser Tage zu einer kleinen ^onderausstellung im großen Sitzungssaale der Deutschen Bank vereinigt, und sind jetzt nach Amerika abgegangen. Die beiden Schnellbahnwagen, die nicht gut übers Meer geschickt werden können, sind durch zwei photographische Aufnahmen von je sechs Quadratmeter Größe wiedergegeben. Ferner ist das Drehgestell von jedem der beiden' Wagen photographisch ausgenommen. Auch die Führerstände der beiden Wagen in ihrer verschiedenen Anordnung sind wiedergegeben. Am meisten Eindruck werden zwei große Tafeln machen, auf denen die Leistungen der Wagen an zwei Tagen graphisch dargestellt werden. Es ist darauf die Versuchsfahrt des Wagens nach Widerstand, Kraftverbrauch, Bremsverhältnissen und Schnelligkeit dargestellt. Anfangs- n. . 201.10 . 218.50 . 136.50 . 190.50 . 197.90 Ruhig. Schlußkurse. 201.25 219.00 136.80 190.20 198.00 Handel und Verkehr. Vaiküluirtschaft. Berliner Börse vom 27. Mai 1904. (Mitgetcilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3 Prozent. Reichshaushaltsetat. Laut dem jetzt zur Verösfcuilich- ung gelangten Gesetz über die Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1904 wird der Reichskanzler ermächtigt, zur Beseitigung einmaliger außerordentlicher Ausgaben die Summe von 152 065 221 Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen. Weiter wird der Kanzler ermächtigt, zur vorübergehenden Verstärkung der ordentlichen Betriebsmittel der Reichshauptkasse nach Bedarf, jedoch nicht über den Betrag von 275 Mill. Mark hinaus Schatz- anweisungeu auszugeben. ?n betreff der Matrikularbciträge wird bestimmt, daß dieselben, insoweit sie den Betrag von 219 650 000 Mark übersteigen, der Reichskanzler ermächtigt ist, deren Erhebung vorerst für dieses Rechnungsjahr auszusetzen, bis der zur Deckung des Reichshaushalts - EtatS erforderlich? Betrag festgestellt ist. Deutsches Kapital und Rumänisches Petroleum. Der Generaldirektor der Minen im rumänischen Land- wirtschastsministerium und Präsident der Vereinigung der Erdöl- Industriellen und Erdöl-Fabrikanten Rumäniens, L. Ale- manestiano, weilt gegenwärtig in Berlin. Er hat sich dahin ausgesprochen, daß die Verbindung des deutschen Kapitals mit der rumänischen Petroleumindustrie eine sehr glückliche ist. Dadurch sei es erst möglich, die reichen Petroleumlager Rumäuens rationell auSzubeuteu und Deutschland Hai den Vorteil, Petroleum zu erhalten, das gut und billiger ist. als das amerikanische. Die Regierung proteg:.rc das deutsche Kapital und mit Freuden Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Tendenz: sei es zu begrüßen, daß die Deutliche Banr uno ote Disronro- gesellschaft ein gemeinsames Arbeiten in Rumänien beschlossen haben. Märkte. (th.) Gießen, 28. Mai. Auf dem gestrigen Ochsenmarkt stand, was seit Jahren nicht vorgekommen ist, nicht ein Stück Vieh vorrätig. Tie wenigen Käufer, welche am Markt waren, sahen sich humorvoll gegenseitig an und machten schlechte Witze. — Ter Schweiuemarkt hatte einen Auftrieb von 900 Stück, ein Vorrat, der für die Nachfrage viel zu klein war. Diesem Umstande war es wohl zuzuschreiben, daß die Verkäufer recht hohe Preise für die Tiere verlangten und auch daran sesthielten, als eine größere Anzahl Käufer unverrichteter Dinge den Markt verließ. Bezahlt wurden für junge Ferkel: bis 10 Wochen alt: 30—45 Mk, bis 20 Wochen alt: 50—66 Mk., Springer gingen mit 75—110 Mk., je nach Güte und Alter (die Preise verstehen sich pro Paar . Nächste Markttage am 7. und 8. Juni: am zweiten Marlttage aus' >i r ö in e r 111 a r k t. Gingesandt. (Für Form und Inhalt alle, unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.l Gießen, 28. Mai. Die Spaziergänger der Gießen-Lcihgesternerstraße werden hiermit benachrichtigt,' daß durch den starken Regenfall die Straße wieder unpassierbar ist. Das Bankett ist schon seit einem Jahr bei feuchter Witterung überhaupt nicht zu begehen, weil man bis an die Knöchel stecken bleibt. Weshalb man die Straße so stief- mütterlich behandelt und nicht einmal das Bankett mit einigen Wagen Kies bestreut, ist unbegreistich. Müssen die auf dem Gießener Braunsteinbergwerk wohnenden Beamten und besonders das Werk selbst nicht so viel Steuer bezahlen, daß sie dafür einen gangbaren Fußweg verlangen können I -r. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 29. Mai 1904: Meist schwachwindig, zeitweise heiter, bei etwas kühlerer Nacht tagsüber wärmer; nur stellenweise geringe Gewitterregen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Acncltc Mellumgen. Originaldrahtmcldnnaen des Gießener Anzeigers. Berlin, 28. Mai. „Theater an der Spree" wird das neue Theater heißen, das Ecke Friedrichstraße und Weidendammer Brücke errichtet wird. Das hierzu gehörige Terrain ist von Direktor Bruck, dem Besitzer des Orpheum-Theaters in Frankfurt a. M., erworben worden. Das Theater wird drei Ränge haben, ca. 1700 Personen fassen und voraussichtlich ein Operctten-Theater im Weltstadtstile werden. Die Eröffnung soll bereits im September nächsten Jahres erfolgen. Berlin, 28. Mai. Die hiesige japanische Gesandtschaft dementiert das Gerücht, daß der Mikado beabsichtige, das Christentum als Staatsreligi0n in Japan einzuführen. Eine solche Absicht stehe auch der neuen Verfassung entgegen. Stuttgart, 28. Mai. Infolge der in vergangener Nacht niedergegangenen heftigen Gewitterregen ist der Neck ar über die Ufer getreten. In der Nähe von Weinsberg ist der Eisenbahndamm abgerutscht und der Verkehr auf der Linie Heilbronn—Weinsberg—Hall bis auf weiteres unterbrochen. Paris, 28. Mai. Nach Privatmeldungen aus Adisabeba ist Kaiser Menelik von Abessinien so schwer erkrankt, daß die Aerzte ihn bereits aufgegeben haben. Es wird ein Parteigängerkrieg befürchtet, der teilweise schon vorbereitet sein soll. Petersburg, 28. Mai. Nach Privatmeldungen aus Jnkau haben alle drei japanischen Armeen die Mandschurei erreicht. Kurdki befestigt Föngwangtschön. Oku landet noch immer Truppen bei Pitsewo. Dieser Tage erivartet man die Besetzung von Susjan durch die Japaner. Letztere scheinen die Linie Haitscheng—Haitschei zu überschreiten, um mit der russischen Armee von Süden Fühlung zu gewinnen. Die Belagerung ist der 3. Armee und bei Flotte übertragen. Petersburg, 28. Mai. Bisher liegen noch keine amtlichen Nachrichten über die Schlacht bei Kintschau vor. Nach Privatmcldungen aus Mulden hat der dort ein» getroffene japanische Parlamentär um einen 48stündigen Waffenstillstand nachgesucht, um die bei Kintschau gefallenen Toten zu bestatten. Belgrad, 28. Mai. Am 29. August sollen programmmäßig die' Krönungsfeierlichkeiten beginnen und drei Tage dauern. Von den fremden Staaten erwartet man, daß sie sich durch ihre hiesigen Gesandten oder durch Spezial- Gesandte an der Krönung beteiligen werden. L. Tokio, 28. Mai. Admiral Togo hat am Donnerstag die Liaotong-Halbinsel südlich von Pitzeno und Pulantien für blockiert erklärt. 5000 Mann russischer Truppen sind dem Blatte „Jiji" zufolge in Niutschwang eingetroffen. New-Pork, 28. Mai. Infolge der Geschäftslosigkeit auf dem Effektenmarkt sehen sich fast alle 1200 Bank- nnb Maklerfirmen in New-Pork, darunter auch die Firma Morgan, genötigt, durchgreifende Ersparnisse einzuführen. Jede Woche werden zahlreiche Angestellte entlassen. Die Zahl der in den letzten 14 Tagen entlaßenen Bankbeamten wird auf 2500 angegeben. Teiephonischer Kursbericht. Berankfnrt a. J1-. 28. Mai. 3*/en/u Reiobsanleihe . . 101.90 30/n do. ... 89.60 3'/,°/ Konsole .... 101.70 3% do.....89.60 3'/e% Hessen .... 99.75 3' .,% Oborhesecn . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . 100.75 । 4‘/6 % Oesterr. Silborrente 99.90 ! 4% Uncfar. Goldrente . . 99.15 I 4!l/,> Italien. Rente , . . 103.00 4vi% Portugieser , . . 60.00 !!c/ Portugiesen.....58.80 1% C. Türken .... —.— Türkenlose......127.40 4°/q Griech. Monopol.-Anl. 47.20 41/,% äussere Argentiner —.— 8o/o Mexikaner .... 26.30 4,/21/n Chinesen .... 86.80 Electric. Schuckert . . . 105.50 Nordd. Lloyd . . . . 102 50 Kreditaktien . ... 201.50 Diskonto-Kommnndit. . 186.90 Darmstädter Bank . 136.60 Dresdener Bank .... 151.10 Berliner Handelsges. . . 152.50 Oesterr. Staatsbahn . . , 136.50 Lombardei; .....13.40 Gotthar-lbahn ..... 191.50 Laurahütte......241.90 Bochum.......191.75 Harpener......198.80 Tendenz: fest. Geschäfts - Empfehlungen i.eten buugfi Vrühl'sche Universltätz-vruckerei, Eietzen. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust meines Mannes, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Biedenkapp sage ich herzlichen Dank. Philipp lunger IV. Wwe. Reiskirchen, den 28. Mai 1904. 4718 Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenftraße 2 (BürgermeisteretgebLude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von S bis ü Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 4737 2 Installateure (auswärts), 1 jüngerer Schmied, 2 Schreiner, 1 jüngerer Bäcker, 1 Schneider, mehrere Arbeiter, 1 Stallbursche, 8 Dienstmädchen, 1 Köchin, 3 Laussrauen. Lehrlinge: 1 Installateur, 1 Schreiner, 1 Bäcker, 2 Friseure, 1 Kaufmann, 2 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 Steinhauer, 1 Installateur, 1 Wagner, 1 Wasch- und Putzfrau, 1 Bureaudiener, 1 Fahrbursche, 2 Dienstmädchen, 1 Lagerarbeiter, 3 Bureaugehilfen. Wtislher WchMMchmis ließen. Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 38 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 1 Zimmer zur Lagerung von Möbeln oder Bibliotheksgegenständen, 2 möblierte Zkmmer. Zu mieten gesucht: 40 Wohnungen von 2—11 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Miettvert bis 300 Ml. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Alk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Ack. 1 00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Alk. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un- entgeltlich.4738 Bekanntmachung. Heute wurde der Großherzogliche Bürgermeister Konrad Krausch zweiter in Birklar als Ortsgerichtsoorsteher und Standesbeamter daselbst eidlich in Pflichten genommen. Lich, den 26. Mai 1904. 4710 _____________Großherzogliches Amtsgericht. Oras- und Ktee-Dersteigerung der Stadt Gießen. Mittwoch den 1. Juni, nachmittags 6 Uhr, wird die GraS» und Klee-Ernte von verschiedenen Grundstücken am Wetzlarer Weg zwischen dem Güterbahnhof und der Margarethen- Hütte (8—10 Morgen) an Ort und Stelle zur sofortigen Äbernlung meistbietend versteigert. — Die Zusammenkuiijt ist am Wetzlarer Weg, an der Eisenbahnbrücke. Gießen, den 28. Mai 1904. 4729 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bremer LebeMrsichemB-BM auf Gegenseitigkeit zu Bremen. Berficherungsbestaud Ende 1903 . . . 89 533903.— Alk. Prümieu- und Zinsen-Einnahme 1903 . 4 354660.96 „ Versicherungssummen sind fällig geworden 1903 1989060.52 Desgleichen seit Bestehen der Bank . . . 16 820809.11 Prämieureserve stieg 1903 auf ... 23710411.62 * Ausführliche Geschäftsberichte sind bei den Bankagenturen zu haben. 4720 .Der Vorstand. Baugenossenschaft des evangel. Arbeitervereins zu Gietzerr, Eingetr. Genofsensch. mit beschränkter Haftpflicht. Einladung zu der Samstag den 28. Mai l. I., abends 8i/2 Uhr, im Saale der Restauration Sauer (Oswalds Garten) dahier stattfindenden General - Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Mitteilungen. 2. Vorlage der Bilanz und Jahresrechnung pro 1903 und Beschlußfassung über Verteilung des Reingewinns; im Anschluß hieran: Erstattung des Rechenschaftsberichts. 3. Mitteilung des Ergebnisses der vorgenommenen gesetzlichen Revision. 4. Abgabe von Häuschen an Genossen. 5. Wahl in den Vorstand und Aufsichtsrai. Gießen, den 10. Mai 1904. 4704 Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Baugenossenschaft des eoangel. Arbeitervereins zu Gießen. L. Heyligenstaedt. Haarausfall! Haarfraß! Haarspalte i Immer und immer wieder greift man zu dem einfachsten, unschädlichsten alt- und viel erprobten Härrsner's Brennessel-Spiritus per Flasche Mk. 0.75 und Mk. 1,50, echt mit dem Weubelstciner Kirchcrl. Kräftigt den Haarboden, reinigt von Schuppen, verhütet den Haaransmll, befördert bei täglichem Gebrauche ungemein das Wachstum der Haare. Alpina-Seife 50 Pfg. 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Uhr, soll die in unmtttclbarer Nähe des Bahnhofs Bersladl-Wohnbach (Bahnstrecke Friedberg-Hungen) gelegene Hofraire des Metzgermetsters und Gastwirtes Georg Philipp Dieffenbach zu Berstadt, über dessen Verniögen das Konkursverfahren eröffnet worden ist, an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. 4712 In der vor einigen Jahren neu erbauten Hosraile (mit etwa 594 qm Flächengehalt), bestehend aus stattlichem, zweistöckigem Wohnhaus, geräumigem Hof imd allen erforderlichen Wirtschafts'- gebäuden, ivird seit der Erbauung eine gutgehende Schank- und Gastwirtschaft, verbunden mit Metzgerei und etwas Landwirt- schan, betrieben; infolge der güiistigen Xloge unmittelbar am Bahnhof und zwischen den b eiben wohlhabenden und verkehrsreichen Ortschaften Berstadt und Wohnbach hat der WirtschaftS - betrieb eine große Zukunft. Nähere Auskunft erteilt Herr Stationsvorsteher Weygand zu Berstadt und der Unterzeichnete. Hungen (Oberh.),d.27.Mai 1904. Der Konkursverwalter: Saudmaun, Rechtsanwalt. Freibank. Stierfleisch 54 Pfg. 4744 «Gesalz. Ochseufleisch 40 Pfg. Prima frische 4742 Eaadboitcr bei 10 Pfd. p. Pfd. 85 Pfg. bei H. E. Jugbanit Inh.: August Wallenfels Marktplatz 15. Telephon 390. Oißlebt bei leichter Handhabung, durchaus zuverlässig, die berühmte BlelefelderPlättwäaohe. Oberhemden, Kragen und Manschetten werden prachtvoll. _ . . 1/4 Kilo. i/9 Kilo. Paokete« 2* pfg_ 50 pffli t, 21/» Kllo-Paokung billiger. c Zu haben in den meisten Drogen-, Colonialwaren und Seifengeschäften. Tapeten! Naturell-Tapeten v. 10 Pf. an Gold-Tapeteu v. 20 Pf. an in den schönsten u. ntutfitn Mustern. Alan verlange kostenfrei Aiuster-- buch Nr. 70 1523 Gebrüder Ziegler, Lüneburg. Diesen beeten Kauft Schepelers Kaffee Fechtverbaud Gießen-Lahr Wohltätigkeitsverein. Sonntag den 5. Juni 1904, nachmittags 3 Uhr Grosse? 5ommerfest auf der Schönen Aussicht. 4741 Kinderspiele mit ^reisverteilnng. Karwffcl e Schietzbnde e Feuerwerk re. Eintritt 20 Pfg., Müitä. 10 Pfg., Mitglieder frei. 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