Erstes Matt Donnerstag 27. Oktober 1904 0 Amis- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 154» Jahrgang Akr. 253 Otfärtnt tSgNtd aufeet SonmagS. Dem (Siebener ^In^eiget werden hn Wechsel mit dem Kefsischen Landwirt die Gießener Familien, diairer viermal tn der Woche beipelegL Kotationsbrnck tu Der- lag der Brüh l'schen Unwers.-Buck-u. Stern» druckeret, 8L Lange. Wedaklton, E^ve ditto« unb Donneret: Schulsteobe 7„ Adresse für Devescheu: Anzeiger Gictze«. FrrnlprechanIchlntzNr 51 rAnzeiger General-Anzeiger w «-»ng«pretSr monat!ich7b viertel» jährlich Mt. 8.20; durch Ävhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 8.—viertel» iährl. rwßschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 18 Pf^ auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich ffit den po(tt und allgem. Teil P. Wittko: für »Stadt und Land" und .GenchlSf aal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Sie ßeuftflt* Kummer umfaßt 8 Seiten. Krlmnnlmachung. Betreffend: Umbau der Kreisstraße Stockhausen nach Strafe Flensungen—Freienseen und Herstellung der Ortsdurchfahrt Stockhausen. Wegen Umbaus der Kreisstraße von Straße Flensungen—Freiens een nach Stockhausen wird diese von heute an bis auf weiteres für schweren Fuhrwcrksverkehr gänzlich gesperrt. % Leichtere Fuhrwerke können wie bisher den im Bau begriffenen Teil bis zum Bahnübergang benutzen und von da über eine Notbrücke und Wiesengelände nach Stockhausen gelangen. Gießen, den 27. Oktober 1904. Großherz-o gliche? Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Philipp Keßler und des Christian Avemann zu Lang-Göns ist ein Fall von Rotlaufseuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 26. Oktober 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Hechler. Kckanntmachnng. Unter dem Schweinebestand des Friedrich Pfaff zu Lollar ist ein Fall von Notlaufseuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 25. Oktober 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Hechler. Are MsHkeßung der Kuller Iischereidampfer. Tic Erregung Über die Beschießung der Hüller Fischerei- ffottilTe durch das russische Geschwader hat sich in England natürlich noch'nicht gelegt. An dem V«eileidstelegramm des Zaren und einigen wehr oder weniger verbindlichen Aeußer- ungen der zunächst beteiligten russischen Staatsmänner will die erregte öffentliche Meinung sich nicht genügen lassen. Tie englischen Blätter nehmen mit Achtung von der Zarendepesche" Vermerk und drücken bedingte Befriedigung darüber aus^ Einmal sei 'sie jedoch 'nicht schnell genug ein- getrofscu, sodann mache sie die Aufklärung des Falles z-ur Bedingung. Hierauf könne England nicht warten. Ferner verlange England sofortige Bestrafung der Schuldigen, wovon die Botschaft nichts erwähne. Tas Volk erwarte, daß, falls letztere Bedingung nicht erfüllt werde, die Ostseeflotte. ßct Vigo oder Gibraltar von der englischen Flotte an- gehalten werde. Mch genüge eine Botschaft vom Zaren nicht: man erwarte ein bindendes sVersprechen von der russischen Regierung. Tie russischenVorwände eines Miß- verstündnissis könnten von England Nicht zugegeben werden; denn selbst wenn die Ostseeflotte der Fischerftotte signalisiert hätte, aus dem Wege zu gehen, so habe sie hierzu kein Recht gehabt, noch wären die F-ischerdampser mit ihren Netzen hierzu imstande gewesen. Die englischen Zeitungen drängen daher einstimmig die Negierung dazu, daß England eventuell sich selbst Satisfaktion verschaffe. Ter englische Premierminister Balfour, der erste Lord der Admiralität, Lord Selborne, der Staatssekretär des Auswärtigen Lord Lansdowne, der Attorney-General N. B. Finlay, Prinz Louis Battenberg und der Direktor des Nachrichtenbureaus der Admiralität hielten am Mittwoch nachmittag eine Beratung ab. Nach einer Meldung des „Daily Expreß" wurde die Mobilisation der kritischen Reserve befohlen, die ungefähr 25000 Mann zählt. In Chatham ist ein Befehl der Admiralität eingegangen, nach dem die Arbeiten an den Kreuzexn 1 Klasse' „Kent" und „Berwick", welche in Chatham ausg( bessert werden, bis zum 28. Oktober soweit beendet sein müssen, daß sie am folgenden Tage auslaufen; können, um sich mit dein Kreuzer ge sch wad er zu vereinigen. r, . . Stic dem „Gtobe" aus Portsmouth gemeldet wird', sind dort Zeichen ungewöhnlicher kriegerischer Vorbereitungen wahrnehmbar. Es gingen auch Befehle ein, die Dercilsiellung gewisser Schiffe der Reserve zu beschleunigen Tie in Dienstvereitschast befindlichen Kreuzer, darunter die Schiffe „Geod Hope", „Drake", „Eclipse" und „Terrible" haben Befehl, sich bereitzuyalten, u'nt tn kurzer Zeit in See zu gehen. Der von einer Llnslandsreise zurückgekehrte Kreuzer „Eclipse" hat neue Munition eingenommen. In englischen Marinekreisen verlautet, die Negierung hätte die Ordre erteilt, daß ein siiegendes englisches Geschwader der russischen Flotte zur Beobachtung bis Indien folgen soll. >Das Rnitcrsche Bureau meldet aus Gibraltar: Das Kana l g e s ch lv aber hat Kohlen genommen und Vorräte und Munition aufgefüllt. Es ist klar, uni jeden Augenblick in See zu gehen. Die Linienschiffe „Jupiter" und „Hanibal" und der Kreuzer „Doris" halben außerhalb der Straße scharfe Wache. Die Schlachtschisfe „Vietorious", „Jllustrious" und „Masistic" und die Kreuzer „Lancaster", „Lheseus" und „Endymion" haben Befehl erhalten, am Freitag früh in See zu gehen. Wie verlautet, sollen diese Schisse die Bewegungen der Schlacht schisse der russischen Flotte, von denen man annimml, daß sie über das Kap der Guten Hossnuag und) dem äußersten Osten gehen, verfolgen und beobachten. Von den Kreuzern und Torpedobooten toirh, angenommen, daß sie die Straße, von Gibraltar passieren werden, um nach dem Suezkanal zu dampfen. D-ie ganze Torpedobootsflottille von '^Gibraltar ist mobil gemacht worden. Aus Venedig wird telegraphiert: Das Kreuzungs- Programm der Mittelmserflotte im adriatischen Meer wurde aufgehoben. Der Oberbefehlshaber Sir Eampton Domvilc erhielt dringende Depeschen, worauf die gesamte Flotte nach Gibraltar abstrhr. r— Aus Fiume kommt dagegen folgende Meldung: Ein Teil des englischen Mittelmeergeschwaders, die Linienschiffe „Venerable", „Duncan", „Vulwark" und „London", ist unter Kontreadmiral Custance hier ein gelaufen. In einer Rede, die der A cke r b a u m i n i st er Onslow hielt, sagte er: Sie werden nicht erstaunt sein, daß die Mitteil- nnsi an die russische Regieruna gerichtet worden ist, daß wir eine Entschuldigung und volle Entschädigung für das Getane erhalten müssen, sowie ausreichende Sicherheit gegen die Wiederkehr eines ähnlichen Ereignisses. Wir dürfen durchaus hoffen, daß die Mitteilung in dem von uns gewünschten Sinne ausgenommen sein wird. Obgleich wir noch keine anitliche Antwort erhalten haben, wird nach der Meinung derjenigen, die am ehesten zur Beurteilung der Lage berufen sind, diese Mitteilung in entgegenkommender, freundschaftlicher und befriedigender Weise ausgenommen werden. Ter Minister gedachte ferner der Weisungen, die die Flotte erhielt, und schloß: Wir glauben, daß diese Maßregeln nur ein Anzeichen der allgemein herrschenden Stimmung sein werden, daß es nicht notwendig sein wird, in dieser Angelegenheit weiter zu gehen, und daß unsere freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland keinen Bruch erfahren. Das „Journal de St. Petersb'ourg", das eine Sammlung für die Opfer von Hüll eröffnete, führt das Unglück, das sowohl für die Russen wie für die Engländer als em solches zu betrachten sei, auf die unmögliche Art und Weise zurück, wie die Japaner den Krieg aufsassen. Jedenfalls werde die russische Regierung jeden Schadenersatz leisten, den das Gerechtigkeitsgefühl der Russen und Engländer verlange. Der „Nipponismus" kenne keine durch die militärische Ehre gesetzten Grenzen, die Grenze zwischen wirklicher und eingebildeter Gefahr sei dadurch verwischt. Die Folge davon sei das Unglück bei Anll. Das einzige Gegenmittel sei, den „Nipponismus" in die Acht zu erklären. Ter Bürgermeister von Hüll erhielt ein Telegramm aus Newbaven, in welchem es heißt, daß dort ein Mann angekommeu sei, dec sich für den einzigen U eberlebenden von der Besatzung des Fischdampfers „Svlvia" aus Hüll ausgibt, der bei betft Angriff der baltischen Flotte verloren ging. Die Meldung, daß der Fifchdampfer „Sylvia" bei dem Angriff der russischen Flotte untergcgangen sei, bestätigt Nach einem der „Correspondenzia de Espana" aus Vigo zugegangenen Telegramm erklärten die russischen Offiziere die Beschießung folgendermaßen: Während der Nachtfahrt fteien angeblich zwischen den Linien der russischen Schiffe zwei Torpedoboote gesehen worden. Man habe geglaubt, daß es sich um einen japanischen An- gr iff "handle, deshalb sei gefeuert worden. An Bord von zwei Booten seien Kanonen gesehen worden. Keiner der Seeleute habe das Ausseh.en eines Fischers gehabt. Die Offiziere fügen hinzu, sie hätten nicht gewußt, ob die Leute verwundet wären, und bedauern ihren Irrtum. Deutschland hat Schuld! Mit bekannter Promptheit erscheint eine französische Meldung auf dem Plane, die T e u t s ch l a n d die S chu l d zuschiebt an dem russischen Bombardement auf die englischen Fäscher- boote. Tas nationalistische „Echo de Paris" beruft sich auf die angebliche Mitteilung des russischen Admirals Wirenins, Rußland sei durch Deutschland vor einem möglichen Angriff in der Nordsee gewarnt worden. Menn das der Admiral dem Petursburger Mitarbeiter des Pariser Blattes gesagt hat, so hat er etwas durchaus Falsches behauptet. Kein wahres Wort ist daran. Ter deutschen Negierung ist es nicht eingefallen, den Warner zu spielen. Ties würde mit der Neutralität sich nicht vertragen, ganz abgesehen von der Lächerlichkeit der Unterstellung, als ob für deutsche Rechnung Kundschafter tätig wären, um Deutschland in den Stand zu setzen, einem der Kriegführenden Winke zu geben. Tie Erklärung für die kopflose Handlungsweise der russischen Kapitäne braucht gar nicht weit her geholt zu werden. Nervosität oder der Wein hat die Herren verleidet, Gespenster zu sehen. Die englischen Fischerflotten in der Nordsee bestehen manchmal aus hundert Schiffen, von denen jedes eine Besatzung von fünf bis sieben Mann hat. Meistens betreiben sie die Schleppnetzfischerei in der Nähe der Toggerbank. Diese große Sandbank, die auch der Schauplatz des russischen Ueberfalls war, ist von Westen nach Osten etwa 515 Kilometer Meilen lang und 64 Kilometer breit. Von allen Fischgründen der Nordsee wird die Toggerbank wegen ihrer Größe und Ergiebigkeit am meisten besucht. Jeden Morgen bringt ein Schnelldampfer die Fische aller Srbmacken nach dem 300 Meilen entfernten London. Etwa 12 000 Mann bilden dieses F-ischerheer, das den größten Teil des täglichen Bedarfs an Fischen in England liefert und auch das Rückgrat der britischen Marinereserve bildet. Seine Eigenart bekommt das Leben auf diesen Fischerflotten durch die Tätigkeit der englischen Mission für Tiefseefischer. Tie Fisckttrfl otten sind gewissermaßen schwimmende Dörfer. Jede hat ihre Kirche, ihr Krankenhaus, ihre Bibliothek und ihren Klub; das verdanken die Fischer der genannten Mission, sie ersetzt den Arzt, den Bibliothekar, den Gastgeber, den Briefträger und den Prediger. Ihre Arbeiten erstrecken sich jetzt auf die schottisckten und irischen Fischereien bis an die öden Küsten Labradors; sie kommen aber hauptsächlich deu Schleppnetzfischern der Nordsee zu gute, wie diese Mission ursprünglich auch in ihrem Interesse begründet ist. Eins der Hospitalscküsfe der Mission nahm auch die Verwundeten nach der Beschießung durch die Russen an Bord. Auf diesen Missionsscknffen fehlt es an nichts, was zum Fischen erforderlich ist, aber es ist auch alles vorhanden, was zur ärztlichen Behandlung und für die religiöse Betätigung nötig ist. Alle Fischer der Nordsee ^kennen die vier SckMe, die sich den drei großen Scklcpp- netzsischerflotten zugesellen und Sommer wie Winter an ihrem täglichen Leben teilnehmen. Sie verkaufen auch guten Tabak zum Einkaufspreise, um den holländischen Händlern, die den Schisser« billigen Tabak abgaben und sie dadurch verleiteten, auch Getränk in katts-m entgegcnzuwirken. Aus Grmrd eine- UcbneiukommmS mit dem Steuerdepartcment erhalten die MissionZschiffe den Tabak zollfrei, und können ihn nun so Lillig wie die Groghändler der holländischen Schiffe verkaufen. Sie haben Bücher, Zeitschriften und Spiele an Bord und sie hakten Gottesdienste unkonfesfronellen Charakters ab. Im Winter leiten die Kavitäne die Arbeit, her Sommer bringt zahlreiche Helfer vom Land, Geistliche und Laien. Wenn an Sonntagen und an ruhigen Wochentages das Fischen unmöglich ist, drängen sich auf Teck der Missionsschifft^ die vom Wetter gebräunten Seebären. Tas Kommen und Gehen dauert den ganzen Tag, und manchmal findet vom ftühen Morgen bis zum späten Abend der fast ununterbrochene Gottesdienst statt. Von diesen Männern hört man keine konventionellen Phrasen und gezierte Redensarten, dazu sind sie zu ntärmlich und ernst. Sie erzählen ihren Gefährten von ihren Erfahrungen, und diese können am besten die Wahrheit ihrer Worte wägen und beurteilen. Wie sehr diese naiven aber männlichen Fischer geschätzt werdm, z^ügt der Ausspruch eines der geretteten Offtziere der unglücklichen „Elbe". Als zuerst die Fischerschmack „Wildflower" 'gesichtet wurde, bemerkte er ruhig: „Es ist ein Boot von der Ost- küste, und nachdem es uns jetzt gesehen hat, wird es uns nie im Stich lassen." Von diesen Fischern hört man gewöhnlich nur )venig, nur bei großen Unglücksfäsien wendet sich die Aufmerksamkeit ihnen zu. So ertranken bei dem Sturm im Jahre 1883 360 Mann, und bei dem großen Sturm zu Weihnachten 1894 kamen 200 um. In den letzten acht Jahren ertranken 1304 infolge des Sinkens der Schleppnetzschiffe, und weitere 825 fielen ins Wasser oder wurden über Bord gefegt, während sie mit Fischen von ihren eigenen Schmacken zu den Schnelldamvfern hinüberfuhren. ____________________________ Deutsches Reich. Berlin, 26. Okt. Anläßlich der am gestrigen ® e* burtStag des Sultans erfolgten Eröffnung der ersten 200 Kilometer langen Teilstrecke der Bagdadbahn Komia— Eregli—Burgurlu ging dem Vorsitzenden des VerwaltnngS- rates der Bagdadbahn-Gesellschoft, Direktor der Deutschen Bank Arthur Gwinner, folgendes Schreiben des Kaisers zu: „SliiS Ihrer Meldung vom 80. b. Mts. habe ich mit großer Beftiedigung ersehen, daß am heutigen Geburtstage meines erlauchten Freundes, S.M. des Kaisers derOsmanen, die erste Teilstrecke der Vagdadbahn von Konia nach Burgurlu feierlich eröffnet wird. Ich freue mich, daß eS gelungen ist, das bede:ttungSvolle Unternehmen deutschen Unternehmungsgeistes und deutscher Ingenieurkunst trotz mannigfacher entgegentretender Schwierigkeiten bis zu diesem wichtigen Abschnitt zu fördern, imb ich kann es mir nicht versagen, Ihnen wie allen an bem großen Werke Beteiligten meine volle Anerkennung zu bem bisher Erreichten unb meine wärmsten Wünsche für eine weitere glückliche Fortsetzung und Vollendung des Bagdadbahn-Unternehmens auszusprechen." — Der „ReichSanz." veröffentlicht die Berufung deS Grafen Waldemar Noon und des Grafen Wilhelm Moltke zu erblichen Mitgliedern deS Herrenhauses. — Der „Nationallib. Korresp." zufolge werden die vom NeichSamte deS Innern veranlaßten Erhebungen über die Verhältnisse in den Syndikaten und Kartellbildungen demnächst fortgeführt. — Im ^VonväriS" veröffentlicht der sozialdemokratische Parteivorstand eine Erklärung über den Tod deS früheren Abg. Schmidt. Es war in sozialdemokratischen Blättern behauptet worden, derselbe habe einen verzweifelten Kampf um die Existenz führen müffen. Demgegenüber erklärt der Parteivorstand, daß die Gattin des Schmidt während seiner Strafzeit unb nachher er selbst immer aus der Parteikafse ein monatliches Gehalt von 200 Mk.j erhalten habe. Darüber, was den Mann in den Tod geführt hat, spricht sich der Parteivorstand nicht aus. Detmold, 26. Okt. Die ,ßipp. Tagesztg.* teilt m ihrem „Briefkasten" mit, daß der sächsische Hof em<* Mitteilung von dem Tode König Georgs von Sachsen an den lippischen Hof nicht gemacht hat. 3n- folgedessen habe der lippische Hof auch keinen Vertreter zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach Dresden gesandt. Dresden, 26. Okt. Das ,D. I." erfährt über bte- Audienz einer Abordnung der evangelisch-lutherischen^ Landeskirche beim König, daß der König in seiner Dankantwort aus die ausgesprochenen Beileidsbezeugungen der Abordnung die Versicherung aussprach, daß die evangelisch- lutherische Landeskirche auch unter seiner Regierung auf denselben Schutz und die gleiche laudeSväterliche Fürsorge rechnen dürfe, die sie unter seinen Vorgängern auf dem Throne genossen habe, in derem Sinne überhaupt die Regierung zu führen deS Königs Wille sei. — Das „D. I." schreibt: .Einige Blätter haben erneut die Frage aufgeworfen, ob bfe Gräfin Montiqnofo an den Königlichen Hof zn rückkehr en und der König geneigt sein werde, sich »lieber mit ihr zu vereinigen. Wie wir aus zuverläffiger Quelle wiffen, bestehe auch, nicht b i e entfernteste Aussicht dafür, daß es jemals zu einer Wiedervereinigung kommen könne. Der König hat nicht bloß vor dem Tode des bochfeligen Königs, sondern auch nachher in der allerbestimmtesten Weife die unzweideutige WillenS- meinung kundgegcben, daß er für alle Zeit jede Annäherung von jener Seite weit von sich weise. Demenlfprechend sind schon früher bindende Abmachungen, zwischen beiden Deteiligten getroffen worben. Jeder Einsichtige- weiß von selbst, daß der König nach allem Borangegaugenen eine andere Haltung niemals annehmen kann. — Wie ein Korrespondent der „Frkf. Ztg." an zu-, ständiger Stelle erfährt, ist die direkte Veranlassung zu der im entschiedensten offiziellen Ton gehaltenen Willensäußenmg des Königs zurückzuführen auf diese andauernden Anstrengungen interessierter Kreise, die nicht nur einer möglichen Rückkehr, sondern sogar einer Wiedervereinigung die Wege ebnen wollten^ Insbesondere soll sich die« beziehen auf eine an den König, gerichtete Petition, die bereits gegen bunderüausend Unter* schiften aller Krrlse gefunden batte, die in den sächsischen Landen gesammelt worden waren. Die Angelegenheit dürste deshalb nunmehr als endgültig erledigt zu betrachten sein. 5>er Krieg zwisSen Japan und Aukland Nach einer Meldung der Petersburger Telegravhen- Agentur dauert der Stillstand in den Kriegs-Aktionen an. Beide Armeen stehen in unmittelbarer Nahe einander gegenüber und befestigen ihre Positionen, welche zeitweise durch vereinzelte Artilleriefeuer beschossen werden, das von Seiten der Japaner gewöhnlich gegen Abend stärker wird, da alsdann die untergehende Sonne die Positionen der Nüssen am besten anzeigt. Die rnssischerseitS von Jägern und Kavallerie vorgenammencn NekognoSzierungen rufen gewöhnlich Gewehrfeuer des Feindes hervor, das die Stille der Nacht unterbricht. — AuS Mukd en liegt beute folgende Privatmeldung vor: Beide Armeen stehen sich in geringer Entfernung gegenüber, die teilweise nur 500 Schritt beträgt. Boni Dorfe Cchahofu, daS in russischen Händen ist, zieht sich die Schlachtlinie bis an den unteren Hunho östlich bis zum Kantuling-Past, der 30 Werst von Schahosu entfernt iit. Die letzte Schlacht brachte keine Entscheidung. Die Verluste der Nuflen sind wahrscheinlich größer als die der Japaner. Die Ruff. Tel.-Ag. meldet aus Mukden: In der letzten Zeit gehen die Japaner mit den Artilleriegeschossen sehr sparsam um. Durch Erkundigungen wurden befestigte Positionen des Feindes auf dem Dcrgmassiv einen Kilometer südlich von dem Dorfe Findjapu sestgestellt. Auf den Hügeln südöstlich von dem Dorfe Kutjosa befinden sich japanische Stellungen etwa 8 km lang, durch Schanzen, Schützengräben, Drahthindernisse und Wolfsgruben befestigt. Die ^Agence HavaS" meldet aus Mukden vom 25. Oktober: Die Truppen leiden sehr unter der Kälte. Die ganze Gegend bis auf 30 Werst südlich von Mukden ist verwüstet. Die Wege bieten einen bejammerswerten Anblick. Lange Reiben von Verwundeten und Sterbenden liegen längs derselben und daneben wandern die Bevölkerungen ganzer Ortschaften auf der Flucht vom Kriegsschauplatz auf Karren ihre Frauen, Kinder und Habseligkeiten mit sich führend. Zahllose Hütten sind vom Erdboden verschwunden. Mukden ist überfüllt mit Flüchtlingen. Hunderte von Familien liegen von allem entblößt, mitten auf den Straßen. Die Feindseligkeiten sind noch nicht wieder ausgenommen. Die Haltung der Japaner ist absolut verwirrend und in den letzten Tagen war die Lage ganz dunkel. Die Japaner, die entschlossen schienen, auf Mukden zu marschieren, stellten ohne sichtbaren Grund ihren Vormarsch wieder ein. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin meldet dem Kaiser: Am 25. ds. hatte die erste mandschurischeArmee keine Kämpfe zu bestehen. In: Laufe des ganzen Tages unterhielten sowohl wir wie der Feind ein schwaches Artilleriefeuer auf unserem rechten Flügel. In der Nacht zum 25. ds. wurden Freiwilligenabteilungen zweier Regimenter südwärts von Erdagau auSgesandt, um den Feind zu beunruhigen: eine dieser Abteilungen legte sich in den Hinterhalt, feuerte bei Tagesanbruch auf einen feindlichen Posten und zwang ihn, sich nach Süden zurückzuziehen. Eine andere Abteilung führte aus dem Bereich der feindlichen Stellung einen von von unseren Protzkasten weg. General Sacharow meldet dem Generalstab: In der Nacht zum 26. ds. gingen keine Berichte über Kämpfe ein. Unsere Freiwilligen beunruhigten den Feind in der Nacht aus der ganzen Front. Von russischen Kriegsgefangenen in Japan gemachte Fluchtversuche, Angriffe auf ihre Wächter und andere Insubordinationen veranlaßten, nach Reuterschen Meldungen aus Tokio, die Einführung einer Reihe von Verordnungen. Dieselben bestimmen: Gefangene, welche sich den Wächtern widersetzen, werden cingejperrt, die Rädelsführer von Fluchtkomplotten unter Anwendung von Gewalt gehängt oder verbannt. Die Teilnehmer an solchen Verschwörungen werden eingesperrt, die Rädelsführer organisierter Angriffe auf ihre Wächter werden gehängt und die Teilnehmer an denselben eingesperrt. Gefangene, welche unter ihrem Eide, nicht wieder am Kriege teilzunehmen, freigelassen wurden, iedoch abermals gefangen werden, werden gehängt. Der Korrespondent des Reuterschen BureauS bei Kurok's Armee meldet aus den Minen bei Ientai vom 25. Oktober' daß Prinz Karl von Hohenzollern in Liaujang angekommen sei und alsbald zur Front abgehe. Vigo, 26. £ft Die zur russischen Osffeeflotte gehörigen Schiffe „Imperator", „Alexander II.", „Borodino", „Orel" und ,.Knjaes Ssuworoff" sind mit idem Transportschiff „Ana- doul" hier eingetroffen. Vigo, 26. Okt. Tie spanische Regierung hat den Behörden Befehl gegeben, den russischen Schiffesn zu gestatten, sich in Vigo zu verproviantieren, aver nur unter der Bedingung, das; sie einzeln, nicht im Geschwader kommen. Der russische Konsul begibt sich deshalb nach den Eies-Jnseln, um diese Bedingungen dem Geschwader mitzuteiten, damit es außerhalb der Dreimeilengrenze Proviant einnehme. B i g o, 26. Okt. lAgence Havas.) Der Hafen komm cm den t begab sich heute an Bord des Admiralsschiffes der musischen Ostseeflotte, um dem Admiral mitzuteilen, daß die spanische Regierung nicht gestatte, daß die russischen Kriegsschiffe sich im hiesigen Hafen verpro? viantieren. Der russ. Admiral erwiderte, die Schiffe hätten Beschädigungen erlitten und deshalb habe er sich 'von den übrigen Schiffen der Flotte getrennt. Der Hafenkornrnandant erklärte dem russischen Mrniral hieraus, er werde seiner Regierung hiervon Mitteilung machen und dem Admiral die Entscheidung der spanischen Regierung sofort nach Eingang bekanntgeben. Als trotzdem Ko h ten- schiffe sich längsseits der russischen Schiffe legten, sandte der Hafenkommandant einen Adjutanten zu dem russischen Admiral und ließ diesen ersuchen, die Neutralität Spaniensnichtzu verletzen. Dem spanischen Kreuzer „Estremadura" wurde Befehl erteilt, die K o h le n l e i ch - ter von den russischen Kriegsschiffen fernzuhalten und die Kapitäne der Kohlenschisfe aufzufordern, sich den Anordnungen der Hafenbehörden zu fügen. Um! 2 Uhr nachmittags stattete Admiral Roschdjestwenski, begleitet von den Konnnandanten der russischen Schiffe, dem Militärgouverneur und darauf dem französischen Konsul und dem Hafen- komrnandanten Besuche ab. London, 26. Okt. Der „Daily Telegraph" meldet aus Garbiff vom 25. Oktober: In den letzter: Monaten wurden durchschnittlich 100 0 00 Tonnen Kohlen für russische Rechnung verschifft. Die Kohlcndampfcr sind im Mittclmeer, im Roten Meer, an der Westküste Afrikas und um das Kap der Guter: Hofsnuug herum verteilt. Jü einigen Fällen wrlrden englische Schiffe gechartert, um Kohlen nach Wladiwostok zu bringen. Das gestern leck gelaufene Schiff „Esperance" ist ausgelaufen. Madrid, 26. Okt. (Agence HavaS.) Der Marine- minister wird in Mn: ein schäft mit dem Minister des Aenßern zrvei von den in Vigo eingetrofsenen russischen Schiffen, die B e s ch ä d i g n n g e n erlitten haben, denen es deshalb nicht Möglich ist, den Hafen nach der vorschriftsmäßigen Frist von 21 Stunden zu verlassen, einer Untersuch nng unterziehen lassen und dann die entsprechenden Aun>eisungen erlassen. Der Minister bestätigt, daß er der: russische:: Schiffen keine Erlaubnis erteilt habe, sich zu verproviantieren. Vigo, 26. Okt. Auf erueutes Ersuchen des Hafenkommandanten gab Admiral Roschdjestwenski sein Wort, daß er in den spanischen .Gewässern keine Kohlen ciunehme, bat aber um die Erlaubnis, daß jedes Schiff 400 Tonnen Kohlen nehmen dürfe, unt Tanger zu erreichen. Zwe: Kohlendampfer liegen neben der: russischen Panzerschiffen, drei gingen nach Tanger ab. Es geht das 65erürT)t, das Geschwader sei angewiesen worden, sich möglichst kurze Zeit in Vigo aufzuhalten, um einen Anschlag japanischer Agenten zu verhüten, deren An- lvesenheit in Vigo befürchtet wird. Korea. Paris, 26. Okl. Ans Söul wird gemeldet, daß die Zahl der in Korea eitiquartierten, zur Ueberwinterung bestimmten japanischen Truppen 30 000 Mann betrage. Ans 5tni)t 'n:d Land. Gießen, 26. Oktober 1904. ** Empfang. S. K. H. der Großherzog empfingen am 26. Oktober u. a. Prof. Dr. Vossiuß, Rektor der LandeS-Universität Gießen. **Von der Universität. Es wird uns mitgeteilt, daß Professor Dr. Hansen von seiner Reise zurück- gekehrt ist und seine Vorlesungen rechtzeitig beginnen wird. ** Konzert-Verein. Für das Konzert am Sonntag ist, für eine plötzliche Absage, ein ausgezeichneter Ersatz in Frau Hensel-Schweitzer gefunden worden, die, wie bekannt, in Frankfurt als hochgeschätztes Mitglied des dortigen Opernhauses wirkt. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. An: morgigen Freitag gehen als dritte FreitagS-AbonnementS- Vorstellnng Lanbe'S .KarlSschüler* in Szene. Das Werk wird augenblicklich überall wieder aufgenommen, da es, der Verherrlichung Schillers gewidmet, zur Einleitung zu einer Saison, die mit der hundertjährigen TodeSgedenkfeier des Dichters abschließen wird, wohl am Platze ist. Die Hauptrollen des Herzogs und Schillers befinden sich in den Händen der Herren Linz en und Lüttj ohann. *• Eine Wählerversammlung zur bevorstehenden StadtratSwahl tagte am 25. ds. MtS. bei Herbert in der MäuSburg; sie war einberufen worden vorn „Wahlverein Eentrum", der das Interesse der Bewohner der inneren Stadt vertreten und zugleich einer großen Zersplitterung der Stimmen vorbeugen wist, welche beiden an sich guten Vorsätze doch augenscheinlich einander widersprechen und sich nur dann miteinander vereinbaren lassen, wenn die übrigen Stadtteile auf das Recht verzichten, ebenfalls derartig ihre Interessen zu vertreten. Es stehen aber gewiß noch andere Versammlungen bevor, von denen anzunehmen ist, daß in ihnen noch eine Reihe anderer Vorschläge gemacht werden wird. Es wurden in dieser Versammlung außer den gesetzlich ausscheidenden Herren die Herren Zahntechniker Frutig, Kreiskasserechner Kauß, Fabrikant W. Hom berg er und Fabrikant Aug. Gabriel als Kandidaten aufgestellt. Aus dieser Kandidatenliste geht schon hervor, daß auch dieser Verein in Wahrheit nicht beabsichtigt, nur die Interessen der inneren Stadt wahrzunehmen. Vornehmlich hat Herr Gabriel eine Reihe positiver Vorschläge für den Fall bc§ Erfolges seiner Kandidatur gemacht. Er hat einen Vortrag des Berg- ratS Cheliu8 in Sachen der Lahnkanalisation angeregt, der eine genaue Rentabilitätsberechnung der Strecke Gießen—Dutenhofen aufzustellen gewillt ist, aus der, wie er meinte, hervorgehen wird, daß die Lahnkanalisation allen Teilen der Bevölkerung Gießens zun: größten Vorteil gereichen werde. Es wurde in der Versammlung auch die ViehhosSfrage gestreift, die Verbindung der Vororte Gießens durch elektrische Bahnen, eine Verbesserung des Tolmenabfuhr-SystemS gewünscht u. a. m. Beschlossen wurde u. a„ sämtliche in dieser und in der früheren Versammlung nommirten Kandidaten aufzufordern, ihre Programms in öffentlicher Versammlung darzulegen. •* Schuh Händlerverein für Gießen und Umgegend. Der vor Kurzem ins Leben gerufene Schuhhändlerverein für Gießen, Wetzlar und Umgend hielt am gestrigen abend seine erste gutbesuchte Monatsversammlung ab. Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt, die Interessen seiner Mitglieder in geschäftlicher Beziehung sowie gegen unlauteren Wettbewerb zu vertreten und ist zugleich Mitglied des Deutschen Schuhhändler-Verbandes. C. Verhaftungen. Der Betrüger, welcher unter den: Namen eines Kaufmanns Schwarz vor einiger Zeit hier sich eingemietet und es verstanden hatte, in einem Geschäft eine Schreibmaschine zu erschwindeln, ist in der Person eines Reisenden namens Pfeiffer in Bonn verhaftet worden. Die Schreibmaschine hatte er in Jülich bei einem Spediteur niedergelegt. Sie ist beschlagnahmt worden, so daß den: Verkäufer fein großer Schaden erwächst. — Ferner konnte der Betrüger ermittelt werden, der kürzlich in einem hiesigen Geschäft einige Knabenanzüge sich erschwindelte. Es ist dieD nicht etwa ein Bahnbediensteter, weil er den Betrug in der Uniform eines solchen ausführte, sondern ein gewerbsmäßiger Betrüger, der wegen gleicher Betrügereien vorbestraft ist und sich bei seinem Gewerbe in die Uniform eines Bahnbeamten steckte, um so leichter „arbeiten" zu können. 8 Wieseck, 26. Okt. Unsere, voriges Jahr begonnene Wasserleitung ist jetzt nahezu vollendet. Die Quellen liegen im Hangelstein und liefern sehr gutes Trinkwasser in großer Menge. Der Hochbehälter oberhalb deS Dorfes faßt 200 Kubikmeter Wasser. — Auch die kleine Nachbargemeindc Trohe plant den Bau einer Wasserleitung. Windhausen, 24. Okt. Am Samstag abend versammelten sich zahlreiche Einwohner der Nachbarorte und die Bürger unseres Ortes fast vollzählig im Gasthaus von Bräuning, uni dem Referat unseres ReichstagSabgeord- neten, Kreisrat Dr. Wallau, zu lauschen. Gutsbesitzer Haberkorn begrüßte den Referenten im Namen der Versammlung und erteilte ihm das Wort zu seinen Ausführungen. In 1 V/tünbigem, sehr interessantem Vortrag, der häufig durch humoristische Bemerkungen und Episoden gewürzt war, referierte Herr Kreisrat Dr. Wallau über die letzte Ne ich S- tagSsesfion und seine Tätigkeit während derselben und schloß mit der Versicherung, stets — wie seither — unsere Interessen, die der Landwirtschaft und der kleinen Industriellen im Reichstag vertreten zu wollen. Herr Haberkorn dankte hierauf im Namen der Versammlung unserem NeichStags- abgeordneten für seine Ausführungen und ließ den Dank der Versammlung in einem dreifachen Hoch auf Herrn Kreisrat Dr. Wallau, welcher seinerseits mit einem Hoch auf seinen Wahlkreis erwiderte, ausklingen. SH e i • e i 11 c l u r p >i aus Hessen imb den Nachbarstaaten. DaS Kirchweihfest in Klein-Linden findet erst Sonntag statt. (Es war gemeldet worden, 8 Tage früher sei die Kirchweih). * 25 i en , 26. Okt. P r i u z cs sin Lu i s e von Koburq wi e S durch ihren Anwalt Stimmer die ihr, für die letzten drei Monate angebotenen 18 000 Kronen zurück, da die Summe für den jetzigen Lebensunterhalt, und "Deckung der Kosten der Flucht nicht ausreicht. — Der Redakteur Huret hatte mit der Prüizessin Luise eine Unterredung über ihre Jugend und die Vermählung. Ihre Jugend habe sie im Brüsseler Palast verlebt, als sie 14 Jahre alt gewesen, sei der Prinz Koburg am Brüsseler Hofe erschienen, sie habe ihn da zum ersten Male gesehen. Kaum 15 jährig, habe der Prinz um ihre Hand angehalten, ihre Eltern hätten dem Prinzen aber bedeutet, er möge sich erst die Welt ansehen. Ter Prinz sei darauf nochmals erschienen, und auf Drängen ihrer Eltern habe sie in die Vermählung eingewilligt. Sie habe mit dem Prinzen ein abgeschlossenes Zimmer aussuchen müssen, dort habe er ihr seinen Antrag gemacht, sie habe aber nichts davon verstanden und sei fort gelaufen. Mit 17 Jahren sei sie an den Prinzen vermählt worden. Sie habe den Prinzen vom ersten Tage ihrer Ehe gehaßt. Sie habe ihrer Mutter gegenüber wiederholt von Ehescheidung gesprochen, aber diese habe ihr erklärt, daß sie als Christin ihre Ehe nicht scheiden lassen dürst. — Ma11achich reiste von Paris nach Agram, um die Revision seines Prozesses einzuleiten. Er erklärte, nach Wiederaufnahme desselben werde die Prinzessin von Koburg persönlich vor Gericht erscheinen und mitteilcn, wer die Wechselfälschamgen in: Namen der Kronprinzessin Stephanie begangen habe. * Kleine Tageschr onik. Eine sehr starke Erder- schü tterun g wurde am Mittwoch im südlichen Teile des norwegischen Amtes Smaalenene verspürt. Es wurde auch am Dienstag abend beim Leuchtturm von Stroemtangen eine Erderschütterung wahr^enommen. Tas Wasser in den Quellen ist an verschiedenen Stellen ungenießbar geworden. — Unter dem dringenden Verdacht, die Prostituierte Frau W a s ch e r in Berlin ermorbe’t zu haben, wurde der frühere Bäcker August Mühle- thaler in seiner Heimat Vern verhaftet. — Von dem am Vormittag 9,18 Uhr von Köln nach Frankfurt a. M. abgegangenen Schnellzug e n t g l e i st e bei K a l k der Packwagen und schlug um. Ter Packmeister wurde getötet und der Zugführer leicht verletzt. — Tie „Franks. Oderztg." meldet aus Spremberg: Zwei Zimmerleute stürzten dort beim Einsenken eines Brunnenrohres in den Vrunnenkessel und fanden infolge Einatmens von Brunnengasen den Tod. — In Hengstbach (Pfalz) hat siih der 11 jährige Schüler A. Eberschl, w e i l er in der Schule Schläge erhalten sollte ,e r s ch o s se n. — Ter Bergmann Konetzki in Sangen* oree r gestand, daß er den Bergmann Maliska gemeinschaftlich mit dessen Frau, mit der er ein Liebesverhältnis unterhielt, im August e r m o r d e t habe. Tas Mördervaar wurde verhaftet. Kunst nnd Wissenschaft. Berlin, 27. Okt. In der Berliner Medizinischen Gesellschaft hielt gestern abend Professor Tr. Robert Koch, Ehrenmitglied dieser Gesellschaft, einen Vortrag über seine wisse n- schaftliche Ausbeute in Afrika. Er gab ein Bild von der Verbreitung und dem Wesen der sogenannten Trypanosomenkrankheiten. besonders der unter den Negerstämmen grassierenden Schlafkrankheit. Tie Bekämpfung müsse nach den gleichen Grundsätzen, wie bei den übrigen Infektionskrankheiten erfolgen. Der Vortrag, dem die ganze Aerztewelt Berlins beiwohnte, fand stürmischen Beifall. — In der archäologischen Abteilung der Weltausstellung in St. Louis wurde dem deutschen Kaiser für die Saalburg-Aus stellung der Große Preis zuerkannt. Wien, 26. Okt. Ter Sekretär des Tiroler Landesausschusses Go11ardi machte eine neue wichtige Entdeckung, die die Leistungsfähigkeit des Jnfanteriegewehrs b e d e u t e nd erhöht. _______ Wniversttäts-Uachrichterr. Innsbruck, 26. Okt. Heute wurde hier eine große Ver- fammiung gegen die neu er richtete italienische Fakultät abgehalten. Es waren 3000 Personen aller Parterrlch- tuugen erschienen. Abg. Erler hielt eine zündende Rede, roorin er die Beleidigung des deutschen Volkes betonte und der Regierung den Krieg erklärte. Sodann zog man vor die Wohnung des Statthalters, wo P f uiru s e ct u f b t c R e g t e- rung und schrille Pfiffe erschollen. Vor dem Rathaus wurde „Die Wacht am Rhein" und das Bismarcklied gesungen. Dann wurde der Zug offiziell aufgelöst. Die Garnison ist konsigniert. — Ein italie n i scher Student, der trotz des Verbots mit der Trikolore in der Nniversiität erschien, wurde von einem deutschen Studenten zur Rede gestellt. Er zog einen Revolver und bedrohte die d e n t s ch e u Studenten. Der Rektor hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Stockholm, 28. Okt. Wie das „Aitonbladet meldet, ist Professor Arrhenius geneigt, eine ihm angebotene Berliner P r o f e s s n r a n z u n e h m e n. Infolgedessen sind Schritte ein- geleitet, um ihm hier eine gleich vorteilhafte Stellung zu bieten. Sport. (ch.) Lollar, 26. Okt. In der hiesigen Wirtschaft „Zur Linde" traten am vergangenen Sonntage mehrere Radfahrervereine der Umgegend zur Gründung eines gemeinsamen Bundes zusammen. In den Vorstand dieses Bimdes, dem der Name „Lahntal-Radlerbund" beigelegt wurde, wurden gewählt: Schmidt-Lollar, 1. Vorsitzender, Reinecke-Wieseck, 2. Vors., Hein- bach-Lollar, 1. Schriftführer, Jung-Klein-Linden, 2. Schriftführer, Runzheimcr-Nordeck, Kassierer, Pirr-Großen-Linden, 1. Fahrwart, Adam-Wismar, 2. Fahrwart. Zu Beisitzern wurden Seel-Wieseck, Stem-Nordeck und Tern-Großen-Linden, zu Schiedsrichtern Sommer-Klein-Linden, Faber-Großen-Linden und Seipp-Wismar ge- wählt. Kerichlssaal. Offenbach, 26. Okt. Tas hiesige Schöffengerick^t verurteilte den Redakteur des sozialdemokratischen Abende b l a 11 e s Scheidemann wegen Beleidigung des Redakteurs der „Offeub. Ztg." Beer zu 25 Mark Geldstrafe event. fünf Tage Haft. Tie Kosten hat Scheidemann zu tragen. Stuttgart, 26. Okt. Wege:: des Zweikampfes mir tödlichen Waffen wurden gestern der 21 jährige Studierende der Technischen Hochsckmle hier Friedr. Breuhaus von Solingen, jetzt in Tüsseldorf wohnhaft, vom Korps Staufia und Erich Bayer Don Eßlingen vom Korps Teutonia, welche am 1. Juli d. I. ut einen: Gasthause zu Untertürkheim mit Schlägern eine sog. Be* TW WM Todes-Anzeige. Heute Nacht 2 Uhr entschlief nach kaum fünftägigem, schwerem Krankenlager unser treues, innigst geliebtes Töchterchen, Schwesterchen und Nichtchen -Hl. -G- 'I M G N K I ■ v. I • :-i'- W 'M' ■'gi ^WL IM MO W M-? ■ä ■ W- WM ■ -K- M I > O? WM -Hw 'Ay-- M- M M Mi Uhr begann Uhr. i dm an Tendenz: schwach. 7! u**,rWBb Gießen (Schillerstraße 23), den 27. Oktober 1904. 06439 Die Beerdigung findet Freitag den 28. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, statt. WW sanft entschlafen ist. Gießen (Nodheimerstraße 49), den 26. Oktober 1904. 8131 Empfehle mein großes 7232 7656 empfiehlt Emil Fischbach« Sparkassen- einen Schuß . 101.75 100.20 . 100.05 . 103.60 . 63.00 . 62.30 127.20 48.00 3% Mexikaner . . 43V/.; Chinesen . . El Petrie. 8 oh ackert , Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank , Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbalm . Lombarden . . . Gotthard bahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . « . . Harpener . . . . Schatzscheine . . . : LT? um. r lmht vnletzt. irttg: Awei onniTitiitoyTCs - ren8nnfnen* S brr 11 /Hrige erhalten Reiohsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen WA, • LI.'UXII 'VMwr "o 6, Wahrend, der Zeit vom 28. Oktober bis 4. November 1904 einschließlich (auch am Sonntag), vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Uhr, liegt die Liste der m der Stadt Gießen zur Stadtverordnetenwahl Stimmberechtigten, ^wie das Verzeichnis der zu dem höchstbesteuerten Dritteil der Wahlbaren gehörigen Personen in dein Bürgermeistereigebäude —. Nr. 15 — zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser . 30.00 . 89.70 . 118.00 . 107 00 . 210 20 . 190.70 . 142.10 . 153.70 . 160.70 . 140.50 . 17.60 . 188.50 . 251.00 . 213.10 . 214.70 Die Beerdigung findet Samstag den 29. d. Mts., nachmittags 3*/2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Großherzogliche Bürgermeisterei. Küchel. ______ Btömarck-Härtnge Rollmops Brathäringe Bücklinge BoUhüriuge Sardelle« im zarten Alter von 7 Jahren, was wir Verwandten und Bekaiiuleii ir.it der Bitte um stille Teilnahme betrübt mitteilen. Die tiefgebeugten Eltern und Angehörigen. In deren Namen: Wilhelm Rühl. 4% Oesterr. Goldrente . 4l/*% Oesterr. Silberrento 4% Ungar. Goldrente4 . 4°/o Italien. Rente , . 41'2% Portugieser . . . ?0/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41/, % äussere Argentiner TWA Bm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Sch mall. 101.50 89.10 101.35 89.25 99.80 Fsraelltrsche Neligionsgemeinde. Hottesdi-nü in der Synagoge (Südantage). S a ms tag, den 29. Oktober 1904: Vorabeiid 5.00 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmitlags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.50 Uhr. Israelitische Neligionsgesettschaft. Sabbathseier am 29. O k t o b e r 1904. £re,tQn eldet, die russische Regierung habe sich zur Annahme der beiden ersten englischen Forderungen bereit erklärt, weigere sich ckb'er bis letzt die beiden anderen Punkte, nämlich die Bestrasung der schuldigen Offiziere und die Gewährung von Garantie^ für die künftige Sicherheit der englischen Schiffahrt m bewilligen. Das Blatt will wissen, die englische Regierunal habe infolgedessen ein Ultimatum gestellt und die Bewilligung aller Forderungen bis heute nachmittag verlangt. Von anderer Seite liegt eine Bestätigung dieser Behauptung nicht vor. , ^.aris, 27. Okt. Der Petersburger Korrespondent des „Echo de Paris" erzählt seinem Matte: Die allgemeine Stimmung sei sehr en gland fe ind lich. Man würde mit Freuden einen Krieg begrüßen, der ein*it Vorwand dazu bieten würde, um den unpopulären' KriegmitJapan zu beendigen und der Rußland in Zentral-Asie n gleich Siegen verhelfen würde. Der Zar und der Minister des Auswärtigen, Graf Lamsdorff, wünschten jedoch TD er alles den Frieden. -^.London, 27. Okt. „Daily Mail" kündigt an: Wenn die rnistscbe Regierung bis heute mittag nicht versprochen habe, die schuldigen Offiziere 'zu bestrafen, und wenn sie keine Bürgschaft dafür biete, daß der Zwischenfall von §>ult sich nicht erneuern werde, so werde das Geschwader des Aermelkanals den Beseh l erhalten, das russische G es ch w a d er zu zwingen, z u r ü ck z u s e g e l n. Hande! und Verkehr. Volkswirlschafk Darmstadt, 26. Olt. In der heutigen Generalversamm- Van x Handel und Industrie wurde die Kapitals er Höhung um 22 Mill. Mark zum Zwecke der Aufnahme der Firma Robert Warschauer u. Co. und der Verstärkung der Betriebsmittel nach dem Vorschläge der Verwaltung einstimmig genehmigt. Geh. Kommerzienrat Hugo Oppenheim wurde zum Mitgliede des Aufsichtsrates anstelle des verstorbenen Kommerzienrates Biermann in Bremen gewählt. Auf die Anfrage eines Aktionärs über das vermutliche Ergebnis des laufenden Jahres erklärte die Direktion unter allem Vorbehalte, daß auf der Grundlage der bisherigen Resultate und unter Aufrechterhaltung sämtlicher Vorträge einschließlich desjenigen aus den Dividenden der affiliierten Institute, (etwa 1300 000 Mk.) auf eine höhere Dividende als für 1903 (6 Prozent) gerechnet werden fömte. Märkte. §Friedberg,26. Okt. Ter H erbstpferd e-und Fohlen markt fand gestern statt. Der Auftrieb an Pferden war recht stark: man zählte ca. 300 Tiere. Es wurden viele Käufe abgeschlossen und gute Preise erzielt. Ter heutige Rindvieh- und Schweinemarkt war gut befahren, doch beeinträchtigte das ungünstige Wetter den Geschäftsgang. Gegen die früheren Märkte hat sill) eine Steigerung der Schweinepreise bemerkbar gemacht. Tas Paar Ferkel kostete 18—24 Mark, Springer 30—40 Mk.. das Stück, Cinlegschweine 50—60 Mk. Der Krämermarkt war infolge des Regenwetters flau. kc. Frankfurt a. M., 27. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen ViebMarktpreise. Zum Vel-kcmfe standen: 21 Ochsen, 8 aus Oesterreich, 3 Bullen, 00 aus Oesterreich, 59 Kühe, Fersen, Stiere und Rilwer, 0 aus Oesterreich, 774 Ralber, 342 Schake und Hammel. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 59—63 Mk.; Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 67—69 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 54—56 Mk., 4. Qual. 45—47 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 81—85 Pfg., Lebendgewicht 48—51 Pfg., 2. Qualität 73—77 Pfg., Lebendgewicht 43-46 Pfg., Schlachkgew. 57—61 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 68—70 Pfg., 2. Qual. 62—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberstand. Limburg a. d. L., 26. Okt. Frachtmarkt. Durchs schnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 14.80 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn, altes, Mk. 00.00, neues 10.50 Mk., Gerste 10.00 Mk., Haier 7.23 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Petersburg, 27. Okt. Der „Negierungsbote" veröffentlicht heute 2 Reskripte des 51aisers. Der Inhalt des ersteren, in welchem der Kaiser den Statthalter Al exej e w auf dessen dringende Bitte von seiner Stellung als Oberbefehlshaber der Truppen im fernen Osten befreit, deckt sich mit dem von Alexejew erlassenen Tagesbefehl vom 24, Oktober. Das zweite Reskript ist an den zum Oberkommandierenden aller Land- und Seestreitkräfte auf dem Kriegsschauplätze ernannten General Kuropatkin gerichtet und schließt mit den Worten: Ihre durch die Aktion in der Mandschurei gefestigte Kriegserfahruug gibt mir die Zuversicht, daß Sie an der Spitze unserer ruhmreichen Armee die Hartnäckigkeit der feindlichen Streitkräfte brechen und dainit Rußland den Frieden im fernen Osten sichern werden. Lemberg, 27. Okt. Hier passierten tausend russische Deserteure die Grenze, um sich über London nach Amerika zu begeben. Nach Meldungen aus Sosnowice sollen dort große Demonstrationen anläßlich der Abfahrt der Reserve stattgefiinden haben. Der Bürgermeister von Sosnowice, sowie die Geistlichkeit, welche auf dem Bahnhofe erschienen, um die Truppen zu segnen, wurden zum Bahnhose hinausgeworfen. Mehrere Frauen von Reservisten starben vor Schreck. Ein Reservist tötete sich und seine drei Kinder. Tokio, 27. Okt. Nach Ansicht von Marschall Oyama braucht Kuropatkin mindestens noch zwei Monate zur Neorganisierung seiner Armee. Die Japaner bereiten sich deshalb vor, die Winterquartiere zu beziehen. Ein Zwischenfall in der Nordsee. London, 27. Okt. Die Mätter aller Richtungen fordern heute einstimmig, England dürfe nicht länger zögern, im Interesse der zivilisierten Welt Schritte zu tun, umi eine die gesamte Schiffahrt bedrohiendje Gefahr zu beseitigen. Vigo, 26. Okt. (Havas.) Wmiral Roschdjest- wens ki äußerte sich über den Zwischenfall in der Nordsee dahin, daß derselbe unvermeidlich 'gewesen sei. Er habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, Iktmmungsmensur auSfvÄ-ten, jedoch abgefaßt wurden, zu der gesetzlichen Mindesiftrafe von je 3 Monaten Feftungs- haft verurteilt. “ft-J 'er "nb fdjloG Jn!*ieaen ’ MstOM. =" $«ntb,r L,tni S»iStat a,,i Seine« " "nd ben in = 9in< " ut möbl. '160^11- u. <^€1)101- zimm. zu verm. Liidivigstr. 31, p. 055781 Schön möbl. ZiM. mit od. ohne Petis. zu v. Bismarckslr. 17. Laden iniT Wöhliuug Neuenweg 30 zu vermieten. Näheres bei 7685 Heinrich Carls, Bleichstr. 11. Kcll r-Vcrmrctunq. Der Keller unter dem Gemeindehaus an der Kirchstraße — 13,34 m lang, 7,34 m breit, mit besonderem Eingang von der Kirchstraße ans — soll vom 1. April 1905 an andenveilig vermietet werden. Angebote wolle man an den Unterzeichneten richten. \B Jo Gießen/ den 29. Septbr. 1904. Der evang. Gesamt - Kirchenvorstand. 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