Nr. 227 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener ZamMenblätter" werden dem ySIn^eiget viermal wöchentlich beigelegt. Der »hejstsch« Laudwtrt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersttätsdruckerei. R. Lange. Gießen. Redaktton.Expedition ».Druckerei: Schulftr.7. Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr. i Anzeiger Gteßen, Zweites 154. Jahrgang Dienstag 27. September 1904 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. löte er fielt nach um das Zeugnis zu nach wie ein Schrei» sodaß er o. b. Eine kurze Haudbew-eaung, dann wandte er sich nach dem Schreibtisch und suchte Papier heraus, schreiben. — Schönheit, die Nase schars geschnitten, um die vollen Lippen em schwermütiges Lächeln; die grauen Augen von fast schwarzen Brauen überwölbt, die an der Nasenwurzel zusammenstießen, die blasse Stirn umgeben von einer üppigen rütlichblonden Haar- hie nur widerwillig durch die einfache Frisur gebändigt , stand nicht mehr in der ersten Jugend und mochte wohl dreißig ^zahre zahlen. Ohne gerade eine Schönheit zu sein, mußte sie doch auffallen. Gelvöhiitich ruhig und gelassen,, brach doch zuweilen die verhaltene -Glut einer wildeil Leidenschaft hervor, vor der die Magde und selbst die Knechte des Gutes sich scheu duckten. Als Groller aufstaud, senkte das Ntädchen die Augen und stand stunun und still da. Keer und Klotte. — Ein preußischer General lobt die Miliz. Auf dem Gastmahle, das der schweizerische Bundesrat in Winterthur zu Ehren der fremden Offiziere, die an den Herbslmanövern teilnahmen, gab, hielt der deutsche Vertreter, Generalmajor v. Scheffer, eine Rede. Er sagte u. cu in Beantwortung der Begrüßungsrede des Bundesrats Müller: „Wir fremden Offiziere sind einer Meinung, daß in der Anlage und Leitung der Uebungen, in der höheren und niederen Führung, sowie bei den Leistungen der Truppen und des einzelnen Mannes in Anbetracht der besonderen Schwierigkeiten der Ausbildung und des Geländes, mit denen hier gerechnet werden muß. Hervorragendes erreicht wird, Erfolge, die nur möglich sind kraft der besonderen militärischen Tüchtigkeit des Schweizeroolkes, seines patriotischen Verständnisses und seiner selbstlosen Hingabe an die Anforderungen des Heeres und des Vaterlandes." Politische Tagesschau. Herr von Grumme. Heute kommt aus Rominten die Meldung, d-aß der Kaiser das Abschiedsgesuch des Kapitäns ß. S. von Grumme unter Stellung desselben zur Disposition genehmigte. Kriminal-Roman von O. E l st e x- Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Wie im Traum kehrte er nach seinem geliebten Wendessen heim. -.MC Ernte war gerade im Gange; er wollte sich mit Eifer tu uie Arbeit Stürzen, aber als er den finsteren Blick seines Verwalters bemerkte, die verlegenen Mienen seiner Arbeiter, die ihn nicht mehr wie früher, fröhlich bewillkommneten, sondern Ichweigend^ ihre Arbeit verrichteten unb aufzuatmen schienen, wenn er i>en Rucken gewandt, da zuckte ihn die Verzweiflung und er vergrub sich in sein einsames Zimmer, um nur keines Menschen Angesicht mehr zu sehen. Aber, hier in dem einsamen Zimmer stürmten die furchtbaren Gedanken mit um so stärkerer Wucht auf ihn ein, und in quälender ^elbstpein hätte er am liebsten zur Waffe gegriffen, um 1-emern elenden Leben ein Ende zu machen. Aus seinem Brüten ivurde er durch ein Klopfen an der ^ur aujgeschreckt. Mit heiserer Stimme rief er Herein! Tie ^me uiwtc sich langsam und weit und eine schlanke Frauen- tii einem dunklen einfachen Kleide trat in das Zimmer. „Ah, Fräulein Wüllbrandt?! — Was wollen Sie?" fragte er, den erstaunten Blick auf das ernste blasse Gesicht des Mädchens haftend. „Verzechen Sie, Herr Groller... ich möchte mit Ihnen spreihen. . . Tas Fräulein erhob wie abwehrend die Hand und ihr Gesicht ward noch bleicher. -eai Auge blieb wie festgebannt an ihrer erhobenen Hand hasten, an der dec rote ^tein eines Ringes glühte, wie ein Blutstropfen. Raja-, wie erschreckt, ließ das Mädchen die Hand sinken und legte sie aus den Rücken. „Luis haben Sie mir zu sagen?" fuhr er rauh heraus. ,,^o , tagte er, „da ist Ihr Zeugnis. Ich denke. Sie werden zufrieden sein. Auch ich war die drei Jahre, seitdem Sie bet mir Wirtschafterin mären, durchaus mit Ihnen Fraulein Wullbrandt setzte sich jedoch nicht. Hoch blieb sie stehen, jeder Bewegung Grollers mit dem Blick ihrer scharfen Augen folgend. Sie war eine eigenartige Erscheinung. Schlank und doch kräftig gebaut; chr Gesicht war von einer herben, düsteren „Herr Groller!" . . . Es klang wie ein Aufschluchzen — erstaunt, erschreckt fast sie anblickte. Fortsetzung jolgt.) Llbschied geben?" „Wozu? Meine Hand ist ja doch nicht mehr rein Ihrer Meinung..." „Rem, Herr Groller ... ich weiß noch nicht. . . ." _ „Na, mir kann es ja aum einerlei sein. Ich nx'rbe schon ohne e>ic auslommen. Weil- aurli nicht, ob ich hier blcide. Adieu . . hier ^Jyr Zeugnis für Fräulein Bertha Wullbrandt. . . Sie nahm das Papier. „Ich danke Ihnen, Herr Groller. . ,^Bitte. Adieu." ^,Herr Groller. . . wollen Sic mir nickt die Hand zum bestehende Mißstände zu beseitigen. Maßregeln zu treffen, die dem ferneren Einreißen von Mißständen vorbeugen, bezw. die geeignet sind, normale Zustande zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Mittel und Wege ausfindig zu machen bezw. zu versuchen^ die es allmählich auch denjenigen Bevölkerungsllassen ermöglichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohnung zu benutzen, die angesicbts ihrer Verdienstverhaltnisse oder ihres Kinderreicktums nicht in der Lage find, sich jetzt eine solche zu beschaffen. _ Tie erste Aufgabe des Berichterstatters mußte sein, die Kenntnisse der Beltimmungen der in Betracht kommenden beiden Geietze (Wohuungsfürsorgegesetz vom 7. August 1902 und Wohn- ungsauffichtsgesetz vom 1. Juli 1893) in möglichst weiten Kreisen zu verbreiten und gleichzeitig zur Mitarbeit bei der Ausführung des Gesetzes anzuregen. Auw traf es sich glücklich, daß in Hessen chon eine Anzahl gemeinnütziger Bauvereine bestand, von denen meh^re geradezu vorbildlicv wirken und daß insbesondere auch >er Vorstand der Jnvalidenversicknerungsanstalt Gr. Hessen bereits eit mehreren Jahren sich die wirksame Förderung des Äein- wohnungswesens hat angelegen sein lassen. Zur Verbreitung der Kenntnis der Gesetze wandte sich der Landeswohnungsinspektor an die Presse und er fand hier das denkbar größte Entgegenkommen. Tie von ihm der Presse aller politischen Richtungen übersandten Artikel und Notizen haben stets Aufnahme gefunden. Zur Mitarbeit wurden ferner herangezogen' der hessische Pfarreroerein, die Arbeitervereine, die Gewerbe^ Aufsichtsbeamten, die Zentralstelle für die Gewerbe, die lokalen Verwaltungsbehörden, insbesondere die Bürgermeistereien. Mit den Kreisämtern Mainz, Gießen, Heppenheim fanden eingehende VerlMndlungeu wegen Aufnahme der Wohnungsfürsorge in ver- fchaedenen Gemeinden und wegen Unterstützung bestehender oder in der Gründung begriffener Bauvereine statt. Soweit sich hierzu bisher Gelegenheit bot, wurde aucb mit den Kreisärzten und mit Z>er Iayresöericht Ves Großyerzoglich Kessijchm aLund-swohnungslnjpeklors für das Jahr 1903 ist uns nachträglich zugegangen. Er umfaßt 8 Abschnitte. Im 1. Abschnitt „Allgemeines" wird folgendes mitgeteilt: Ter Landeswohnungs inspe ktor hat dieses Amt am 1. Februar 1903 übernommen. Tie Grundsätze, welche für seine Tätigkeit maßgebend gewesen sind, sind folgende: Tas Wohnnngsfürsorgegesetz vom 7. August 1902 soll nach dem Willen des Gesetzgebers bestimmte Hatidhaben zur Tnrch- führung einer Wohnungsreform bieten. Es sind dies die Wohn- ungsinspettion und die Wohnungsfürsorge. Beide Handhaben bilden ein organisches Gefüge, sie gehören zusammen und jedenfalls ist eine befriedigende Wohnungsinspettion undenkbar, wenn auf der anderen Seite nicht auch die Herstellung guter und billiger Kleinwohnungen in genügender Anzahl betrieben werden kann Bei der Tätigkeit des Berichterstatters waren diese beiden Handhaben in den Vordergrund zu stellen. Es mußte aber auch darauf Bedacht genommen werden, daß es noch eine ganze Reihe anderer Fragen gibt, die bei der Erstrebung guter Wohnungsverhältnisse eine große Rolle spielen, z. B. die Bodenfrage in allen ihren Einzelerscheinungen, die Frage guter Bauordnungen und zweckmäßiger Bebauungspläne, die Geldbeschaffung, die Förderung einer den Interessen der minderbemittellen Votksklassen entsprechenden soliden Privatbautätigkeit. Tiefe Fragen dursten — wenn nicht Einseitigkeit und damit hier und da ein zweckwidriges Vorgehen Watz greisen sollten — in der Tätigkeit des Landes- wohnungsinspektors nicht unberücksichtigt bleiben, sie sind vielmehr stets in den Kreis der Betrachtungen gezogen worden, natürlich ohne daß dabei in die Zuständigkeitssphäre anderer Behörden eingegriffen worden wäre. Tie auf Erlangung guter Wohnungsverhältnffse gerichteten Maßnahmen haben sich auf Erreichung namentlich dreier Ziele, zu'richten, nämlich: Die Tatsache, daß der langjährige Flügeladjutant des Kaisers in die Direktion der H amburg-Mnerika-Paketfahr t- M.-G. eingetreten ist, hat in der Presse bereits eine lebhafte Erörterung gefunden. Es fehll nickst an Stimmen, die mit guten Gründen dem Vorgänge eine symptomatische Bedeutung beimessen; daneben melden sich aber auch Blätter zum Mort, die den Berufswechsel v. Grummes mit Gründen rein persönlicher Natzur verständlich machen möchten; und schließlich finden sich auch, 'einige Organe der öffentlichen Meinung, die aus dem benrertenStoerten Falle die Hoffnung auf Erfüllung laug gehegter Wünsche ableiten. Auf der einen Seide wird behauptet, Herr v. Grumme sei beinahe ein Jahrzehnt Flügeladjutant gewesen. Kein Offizier bleibe dauernd int sMcher Stellung, er sehne sich Zum Front- oder Borddienst zurück. Dieses Argument wird man gewiß für berechtigt eröären können. Das auffallende ist aber doch gerade^, daß Herrn v. Grumme schließlich^ die RülUehr zum Borddreust nicht glückte oder überhaupt' nich^ für erstrebenswert galt," sondern daß er den Waffenrock mit bem bürgerlichen Kleid vertauschte und in Herrn Ballins Regiment eintrat. Diesen Widerspruch will man mit dem Hinweis darauf aus der ’SSielt schaffen, daß Herr v. Grumme in der Umgebung des Kaisers die Bekauntsch.ast mit de-n Großschisfahrtsgesellschjaften gewonnen und bei der Hilfsaktion für Aalesund habe mittvirken können; das habe chm den UebergMrg in eine leitende Stellung der Hamburg- Amerika-Linie erleichtert. Andere lassen diese persönlichen Verhältnisse unbeachtet und begrüßen den Eintritt v.' Grummes in die Ham- burgMmerika-Linie, weil damit ein Vertreter des ihnen so sympahijchen Geldadels in eine wichtige und einflußreiche Stellung eingerückt ist Sie meinen, wenn jetzt ein ehemaliger Flügeladjutant in die Direktion der größten deutschen Rhederei ein trete, dann werde hoffentlich auch die Zett nicht fern sein, da aus der neuen Aristokratie der Handels- und Judusttiebarone die neuen preußischjen Kammerherren, Zeremonien meister und Oberhostneister entnommen werden. In der Tat ist v. Grurnme< der typische >Ber- treter des neuen Geldadels. Ms er, der unbemittelte Geracr Gymnasialdire ttorssohn, dessen Mutter freilich eine Generals tockster war, vor etwa vier -Jahren in der Gräfin Dong las einen Sproß des mit Mttlionen reich gesegneten Geschlechts per bekannten Kalisal^ergwerk-Magnaten zur Frau erkor, erhiell er den Adel. Daß dieser Geldadel unter dem Zepter Ballms eine angemessene Betätigung finden kann, wird nicht beftritten werden. Die aufmerksamste Beachtung aber verdienen diejenigen, die dem Berufswechsel v. Grammes eine symptomatische Bedeutung meinen beimessen zu müssen. Es Hingt leider Nicht unwahrscheinlich, daß in dem Uebertritt des ehemaligen Flügeladjutanten die in den maßgebenden Kreisen gehegte und betätigte Gorllebe für den Exporthandel und die Groß- schiffahrt ihren Widerschein findet. Leider mehren sich die Anzeichen, daß der Reiz des Geldes die altpreu- stische Liebe zur Einfachheit untergräbt und daß die Betätigung im Großhandel, in der Großindusttie und der Großsckstfsahrt umnchssm für ehrenvoller gilt als das Schaffen in Berufen, die geringere Geldsumtnen sehen und mtt beschjeideneren Einkünften zufrieden sein muffen. Natürlich tun die großkapitalistischen Gesellschaften auch ihrersetts alles, um die Träger hochtönender Tttel in ihre Dienste zu ziehen und sich damtt ein glänzendes und zugkrästtges ^Aushangeschfid zu erwerben. Nietncmo wird diese Entwickelung mit Freuden begrüßen. Einmal werden die so Gewonnenen beruflich nicht eben immer die tüchtigsten sein und wenn anderersetts die betreffenden Betriebe später von Staat oder Reich lohnende Aufttäge erhalten, dann wird nur zu leicht der Verdacht aufkommen können, nickst die Güte chrer Leistirngen, sondern der Einfluß ihres neu eingefteHten hohen Beamten habe die Aufträge verursacht. Es wird daher allgemein gewünschst wettreu, daß ehemalige hohe Offizsüre und Beamte möglichst wenig mtt großen Privatunternehmungen üi enge Berührung kommen. XKi sah fie ihn mit einem hnfteren, fast feindseligen Blick an und sagte mit rauher Stimme: ,^Jch bitte um meine Entlassung. . . . Er lachte schrill auf. „Tas war's?" sagte er dann mit schneidendem Hohn: „Ah, ganz recht. Sie wollen nicht mehr m dem Tienst des Mannes bleiben, der noch immer in Verdacht lteht, seinen Bruder ermordet zu haben!" „Herr Groller. . ." Eine dunlle Blutwelle schoß über ihr Gesicht und ihr graues Auge blitzte auf. „Sagen Sie es doch nur!" rief er höhnisch „Ich sage das nickst, Herr Groller", entgegnete das Mädchen und schlug die Augen nieder, so daß ihr Gesickst den gelvöhnlichen ruhigen, falt versteckten Ausdruck annahm. „Ich sage es nickst und ich glaube, ich habe einen solchen Vorwurf nicht verdient." „Ah, Sie meinen, weil Sie zu meinen Gunsten ausgesagt W>en, daß ich an jenem Unglückstage und in jener Mondnacht den Hof und dies Haus nicht verlassen hätte?" „Ja, Herr Groller — das meine ich" „9ta, Sie Haden ja nur die Wahrheit gesagt", stieß er mür- nsch hervor. „Wer ich kann Sie nickst halten — wann wollen eie gehen?" „Am nächsten Ersten..." „Mir wär's lieber, Sie gingen schon morgen. Wer nickst der uns bleiben will, mag sofort gehen." „Mir ist es auch reckst." ,,So will ich Ihnen Ihr Zeugnis schreiben. — Setzen Sie sich frieden, ^zch kann es nicht anders sagen — und — und wahrend — meiner Abwesenheit haben Sie den Haushalt gut besorgt. Was beabsichtigen Sie jetzt zu beginnen? Haben Sie eine andere Stelle?" Bürger Sudekum und Konsorten. Nicht nur Herr Franz Mehring (vgk. unsere gestrige Wochenschau), sondern auch die „Leipz. Volksztg." hat ihren hübschen Ausfall gegen den „Bürger Südeknm" widerrufen. Sie tut es in folgender Erklärung: „Tie Notiz über Südekurn ist von einem einzelnen Redakteur m den Truck gegeben worden, der die unmotivierte und versteckte Anspielung Südekums auf die Tresdener Vorgänge im Interesse der Zeitung zurückweisen zu sollen glaubte, aber dabei, wie er nach reiflicher Ueberlegung anerkennt, zu weit gegangen ist und die Notiz unter dem Eindruck seines Bedauerns nach Ton und Jnhall zurücknimmt. Tie Gesamttedaktion, die den Truck der Notiz verhindert haben würde, wenn ihr das Manuskript Vorgelegen hätte, schließt sich, insowefl sie der Partei für den Gesamtinhalt der Zeitung verantwortlich i|t, dem Bedauern ihres Kollegen an. Gleichzeitig finden wir in dem Leipziger Blatt der Sozialdemo Lartie folgende Auslassung: „Tie (sozialdemokratische) „Sächs. Arbeiterztg." kommt uns alä Anstandsdame. Wir wollen ihr sehr einfach dienen, iirdem wir ihrer Zimperlichkeit das duftige Blatt unter die Nase halten, ^das sie selbst im Jahre 1897 unserm verstorbenen Genossen S cho e n l a n k auf den Schreibtisch gelegt hat. Ta ist es: „Ein Redakteur fin de fidele. An dm Füßen nagel- beschlagen^ Bauernschuhe, bunt tarierte Hosen, weiße Weste, Frack, die eine Seite blutigrot, die andere eigelb, auf dem Kopse eine phrygische Mütze, die nach hinten in einen Schlafmützenzipfel endet, trägt er über die Schulter an schwarz-weiß-rotem Bande die Trommel, aus die er mit dem Chefredaktionsstabe losschlägt, währenddem er zugleich auf der Nase ein großes Schwert aus Pappe balanziert und mit der freien Hand ans dem Mund buntfarbige Bänder und Strohfeuer zieht — so eilt er aus Leibeskräften und kommt nicht vom Flecke, weil er die Spuren des linken Fußes sofort mit dem rechten, die Spuren des rechten Fußes mit dem linken verwischt. Durchtrieben und gerieben, hat er es bis zur Virtuosität gebracht in der Kunst, Schläge zu empfangen; und vetträgt lsie stärksten Pufft, ohne mit einer Wimper zu zucken." So die „Sachs. Att.-Ztg." 1897, und in einem großen Teile der Partelpresse war der Ton, wie wir durch weitere Zftate, die wir gesammelt haben und den einzelnen Patteiblättem zu kosten ju geben bereit sind, nierrn Dr. Südeknm Maximilian Harden in der „Zukunft" charakterisiert, als er sagte, Südeknm wolle mit u n zu läng- lichenMitteln einen neuen Lassalle agieren. Wir wüßten kaum eine Persönlichkeit in der Sozialdemokratie, die weniger sympathisch wäre, als die des Schutzpatrons der Prinzessin Luise von Koburg. Er ist eine typische Per- sonrfikation der Mischung von Petroleum und Pv- made. Aeußerlich ein feiner Mann, geschniegelt und geckenhaft, in der Rede manieriert und gemacht, spielt er die Rolle des Salorrproletariers geradezu ausgezeichnet. Was er im Reichstage und anderwärts gesagt hat, erhob rch fast niemals über das mittlere Maß; aber es follte durch einen gequälten Sarkasmus und durch mühsam zu- ammengesuchte Schslager imponieren. Er ist ein Meister der Pose, wie es kaum einen zweiten gibt; selbst wenn er hrer und da Leidenschaft zur Sch,au trägt, ist diese nur Theaterdonner. Mit Recht ift weidlich darüber ge pottet worden, daß dieser Proletarierführer sich zum Anwälte und Rett er ehebrecherischer Prinzessinnen aufgeworfen hat. Ob die geschiedene Kronprinzessin von Sachsen ihm für seine Mühewaltung in ihrem Interesse brieflich gedankt hat oder nicfjit, ist noch unklar. Er elbst stellt es in Abrede; Maxinulicul Harden schreibt, daß er früher vor Zeugen sich gerühmt habe, einen Tankesbrief der geschiedenen Prinzessin zu besitzen. Das ist verhältttis- mäßig gleichgilttg. Daß er es aber mtt der Aufgabe eines Proletariersührers für verettrbar gehalten hat, einer Prinzessin zur Flucht zu verhelfen, die, wenn sie nicht irrsinnig ist, der öffentlichen Verachtung anheimfallen muß, ist denn doch ein psychpkogisches Rätsel, das noch weit seltsamer ist, als die rätselhafte Individualität Schippels. Einigermaßen erllärlich wird es nur durch die oben nritgeteilte Kennzeichnung Maximilian Hardens. BevLLrimg eine auvervrbentlich verstm ebene. Was tue loiaien VerrouttuLM>c Vörden betrifft, so fmm uidst geleugnet werden, daß ta*efa*tax dicjcnigcn in Heineren Gemeinden int allgemeinen Äntidt sind, bce WohnnngsverhAtnisse in rosigem Lichte zu bc» Der Grund für diese allzu oRimiftische Llussassung rst nidnid) sehr leicht erklärt: Tie Organe der kleineren Gemeinden -* ' *- *-*- --------’-rben häufig gar feinen lechälmifte. Es wurde srSd^imdcre die Bürgermeister — bab flirr Seinen richtigen Einblick in die Ber^— a. S. in mehreren FÄleu, wo sich die Bürgermeister selbst an der WahnnngSbLsichtigung beteiligten, von den Herren erklärt, dau sie sich die LerchÄtnisse doch nicht so ungünstig vorgestellt hatten, tr*ir ftr auaelroifen wurden. In den 11 Monaten seiner Dienstzeit im Jahre 1903 hat der Gcrtthtcrftottcr in zahlreichen hessischen Ortschaften eine Ttäfiniß der WohnungsverhÄtnisse vorgenommen. In einigen FLleu nahmen an den Besichtigungen teil Beamte des Kreisamtes oder ein staatlicher Geiunühettsbeautter, zumeist wurden iedoch ixe Ortsbürgermeister jur Teilnahme an den Besichtigungen ver- anlafet Es ist innncr envünsckst, wenn die Bürgermeister oder Gemeinderat ^Mitglieder sich an den Ruud gang en des ^andes- wohrumgsinspektors beteiligen. Sie gewinnen dadurch selbft ein Utisfl über die Wohuungsverhältnisse ihrer Gemeinde, sie werden tmfgcßärt über die Gesichtspunkte, nach welchen die Untersuch- iiiig der etnzclnen Wochinngen vorzunehmen und deren Qualität ö beurteilen ist. . , r„^ . _ rr Hiosichtlich der Wohndichtigkeit gehört das Gro^Herzogtum zu deuienigau deutschen Lundesstaareu, die eine den Reichs- rmrchschnill wefenttich übersteigende Tichtigkeit der Bevölkerung aufweisen. Was die Behausmigsziffer (Turchschnit^kopszahl ui einem Wohngebäude» anbelangt, die in Lefsen betragt, )o seist füU daß letzteres damit unter dem Leichödurchschnirt bleibt Es ist dies an ffch ein gutes Zeichen insofern, als daraus zur Evidenz hervovgeht, baß in Lessen das kle ine Laus ganz wesentlich überwiegt Tas Mietsfasernenwesen ist, ab- aLrchen von wenigen Fällen in den größten Städten des Landes, üferfrwfr nicht vertreten. Es ist ein hervorstechender Zug un hMschoi VolLcharafter: Tie Liebe zmu Eigenheim, zur heimatlichen Scholle. Äus der Behausungsziffer auf die Qualität der Wohnungs- Derhältniffe einen Schluß zu ziehen, ist indessen unzuläffig, ebensowenig bietet sie eine Grundlage für die Beurteilung, ob im aU* ymPTr- n eine Ueberfullung der Wohnungen vorliegt oder nicht Sun eS handelt sich bei dieser Behausungsziffer nur um eine TuMchnitts^chl die > B. unter Berücksic^igung der in Lessen ungemein zahlreichen Einfamilienhäuser und Villen gefunden wird, sodaß eben trotz der oerhÄtnismäßig niedrigen Ziffer die Emzeluntersuchllug der Wohnungen Uebersüllung oder sonstige Mißstände ergeben kann. . , lieber die Lohe der Mietpreise gibt bezüglich einiger Städte zunächst folgende Tabelle Auskunft: Wohnungen von 1 bis 3 Räumen einschl. Küche pro Jahr. hm Kreis-Baubeamten Fühlimg genommen. Mit einigen der erjtaxn wurden gemeinschaftlich Wohnungsbestästigungen auSac* führt, falbrcnb mit den Baubeamten mehrfach wegen praklychcr Grulldrißeinteilung und netter äußerer Ausgestaltung der Hauser mit Weümvhnungcn verhandelt lunrbc. T« Abschsttt 2 hui MI von den WvbnungSverhält- LLssen der unbemittelten Volksklasscu und dem SchLnfstellenwesen im G-rvßh.erzvgtu m. Tie Bcur- der Wohnnngsverhältiiisse in Stadt und Land ist IN der - 1 Raum 2 Raume 3 Räume Gemeinde in altewin neuen in alten in neuen in alten in neuen Stadt- Stadt- Stadt- Stadt- Stadt- Stadt- teilen teilen teilen teilen teilen teilen Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. Darmstadt 60 96 132 168 180 240 Maürz 120 130 180 200 250-300 320-360 Offenbach 70 90 140 180 240 320 Worms 100-120, 140-160 160-180 190-200 250-300 320-380 Ließen 62 94 104 153 156 242 Dingen 120 120 180 180 - 240 240 78 120 132 144 160 220 Alzey 30—40 — 60—80 90—120, 90—120 120-200 In anderen Gemeinden wurden u. a. noch folgende Mittsfäße für gute Wohnungen ermittelt (Tachwohnnngen sind unberücksichtigt geblielüm): Ennoohner: Stube u. Küche: Stube, Kammer u. Küche Wiefeck 2632 110 M. — Lollar 1578 U0 M. 160 M. Gr. Bufeck 1704 — 100—120 M. Tie Mieren müssen hiernach im allgemeinen als ziemlich hoch bezeichnet ©erben. Nacy einer bekannten und übrigens wohl auch zutreffenden Regel soll ein Familienvater nicht mehr als den 5. Teil seines Einkommens für Miete ausgeben. In kleinen Städten oder auf dem Lande liegen die Verhältnisse zum Teil etwas günstiger, well dort die Wohnungen billiger find, als in den großen und größeren Städten. Immerhin bleibt zu beachten, daß in jenen Gemeinden das Ein kommen der Leute in der Regel niedriger ist als in den Städten. Aus Stadt und Kund. Gießen, 27. September. Ein neuer Vorschlag zur Tarifierung der Automobile ist von Großh. Ministerium den unterstellten Behörden unterbreitet worden. Der Stempeltarif sieht für Besteuerung der Automobile einen Betrag von 5—50 Mk. vor. Nach dem Vorschlag soll die Abgabe betragen: für Motor-Zweiräder 5 Mk., , , Dreiräder 10 w t Motorwagen mit 1 Zylinder 15 Mk., ■ w r 2 w 25 , , , . 3 , 35 , ■ r , 4 , 50 , , Motor-Lastwagen 15 , w Motorwagen zu dauerndem gewerblichen Betriebe und zur entgeltlichen Beförderung von Personen 25 Mk. M Theologische Ferienkurse. Wie in anderen Teilen der evangelischen Kirche Deutschlands, sollen künftig auch für die Landeskirche des Grobherzogtums Heften und die Konststorialbezirke Staffel, Frankfurt a. M., Wiesbaden gemeinsame theologischeFerienkurse veranstaltet werden. Nach längeren Vorbereitungen sind iu einer Versammlung in Frankfurt die Satzungen dafür festgestellt und ein Verwaltungsausschuß gebildet worden. Den Vorsitz führt Oberkonsistorial- rat Dr. Ehlers, die Geschäfte Pfarrer Förster, beide in ^Frankfurt. Aus Hessen gehören dem Verwaltungsausschuß an: Oberlehrer Lic. Herrmann -Darmstadt, Pfarrer Veite- Darmstadt, Dekan Sturmfels-Seligenstadt, I). Schlosser- Gießen , Pfarrer Schrimpf-Butzbach. Die akademischen Dozenten der Universitäten Gießen und Marburg, der Predigerseminare zu Friedberg, Herborn rmd Hos-Geismar haben sich bereit erklärt, die Vorträge zu halten. Sie bilden dazu einen akademischen Ausschuß, der nach den Vorschlägen des Verwaltungsausschusses die Themata und die Vortragenden bestimmt. Der erste Kursus findet vom 24. bis 26. Oktober zu Frankfurt a. M. statt. Dabei wird Prof. D. Drews- Gießen die .Geschichte des evang. Pfarcstandcs", Prof. D. Holtzmann-Gießen „Gott und die Welt un Urchristentum", Pro«. D. ÄcheliS-Marburg .Der Tekalog als katecheüsches Lehrstück- behandeln. Sämtliche Vorträge finden im reformierten Gemeindehaus, Bleichstr. 40, statt. Für Diskussion wird hinreichende Zeit sein. Der Preis der Teilnehmerkarte beträgt 3 Mk. Auskunft, auch über Quartier, erteilt Pfarrer Förster, Trutz 27. Möchte diese Veranstaltung, wie sie den Wünschen weiter Kreise unserer evang. Theologenschaft entspricht, auch in ihrer Ausführung von lebhafter Teilnahme getragen werden. S. "Nach dem Manöver. Die durch das Manöver entstandenen Flurschäden sind dieses Jahr bedeutend geringer alö in ftüheren Jahren, was seinen Grund in dem trockenen Wetter hat. Die Abschätzungskommissionen sind bereits überall in Tätigkeit. § Stockheim, 24. Sept. Heute beendigte Pros. Dr. Weinel, welcher einen Ruf als außerordentlicher Pro- feftor an die Universität Jena erhalten hat, seine Vorträge über die .Hauptschwierigketten beim Unterricht der Geschichten des alten Testaments". Der Besuch war stets außerordentlich Zahlreich und auch Geistliche u. a. nahmen daran teil. Im nächsten Jahre will Herr Weinet seine Vortrüge fortsetzen. . Homburg v. d. H., 26. Sept. Der badische Minister- Präsident v. Brauer ist heute hier eingetroffen. Er stattete alsbald dem Grafen Bülow einen längeren Besuchs ab. Abends folgte Brauer einer Einladung des Grasen Bülow zu Tisch. Kleine Mitteilunaen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am Montag wurde in Kesselstadt die nach dem Entwürfe des Oberbaurats Jaftoy-Stuttgart neuerbaute evangelische Friedenskirche eingeweiht. Zu den Baukosten hatte z. Zt. Landgraf Alexander Friedrich von Heften ein Gnadengeschenk von 25 000 Mk. bewilligt. 3>ie Keneralversammlung des Lavdesgerverbepereins. n. W. Nidda, 26. Sept. Der gestrige Tag begann mit einem trüben Gesicht — es rieselte leidster Regen nieder, und manchem ward es bang tun die schönen Dekorationen der Stadt; aber rasch hellt eS sich auf, und so ward uns das schönste Festwetter beschert. So brachten denn schon früh die Züge von allen Richtungen zahlreiche Gäste; ebenso tarnen ächlrciche zu Wagen, Rad nnd auf Schusters Rappen, zumeist dem Handwerkerstand Angehörige und solche, treld» sich ihm widmen wollen.^ Und es ging dann im Ausstellungsgebäude wie in einem Bienenhauje den ganzen Tag ein und aus. Um 9 Uhr fand eine Sitzung des Ausschusses des Landosgewerbevereins im kleinen Saale des Ganrbrinns statt, zu der nur die betreffenden AuöschuHmitglleder Zutritt hatten. Gegen 11 Uhr begann die Hauptversammlung im großen Saale des Gambrinus, welcher vollständig besetzt war. Außer den bevetts gestern Genannten waren erschienen u a.: Ministerialrat Braun von Darmstadt, Kreisrat Böckmaitn aus Büdingen, Kreisamtmann Kranzbühler ans Gießen, Mitglied der Gewerbekcunmer Mainz Falk, Handelskanrmersekrctär Eugelbach und Rechsner der Kasse der Gvoßh. Zentralstelle Stadtverordneter Götz, beide von Darmstadt. Regierungsrat Roack eröffnet den Reigen, der Ansprachen, indem er die Vertreter der Regierung und Gäste willkommen hieß. Ministerialrat Braun brachte von der Regierung, Landtagsabgeordneter Erk namens des Gewerbe Vereins, Bürgermeister Roth-Nidda namens der Stadt und Herr Fall als Mitglied der Handelskammer Main- Wünsche für gedeihliche Arbeit am heutigen Tage zum Ausdruck. Nach geschäftlichen MittLilungen des Vorsitzenden über die Tätigkeit deS Gewerbevereins für Hessen wurde der Ort für die nächste Hauptversammlung bestimmt; es hatten sich gemeldet Darmstadt und Großgerau. Der zuletzt genannte £rt wurde auf Vorschlag des Ausschtuffes einstimmig gewähll, und ein Vertreter des Ortes sagte herzlichen Tank dafür. Ebenso traf ein danksagendes Telegranttn aus Großgerau noch am Nachmittag ein. Nachdem noch Herr Rockel-Darmswdt die Genossenschaftslassen zur Beschaffung von Maschinen u. a. empfohlen hatte, erhielt Hauptlehrer Höhn von Nidda das Wort zu seinem Vortrage: „2)ie Stadt Nidda und die gewerblichen Verhältnisse daselbst Nach einer geschichtlichen Einleitung über das erste Vorkommen des Namens Nidda und seiner Entwicklung in früheren Jahrhunderten beleuchtete der Vortragende Handwerk und Getverbe der Stadt. Früher gab es hauptsächlich Strumpfweber, Weber, Gerber; Ackerbau wurde mit betrieben; später erhöhten Hilfs- maschinen die Leistungsfähigkett der Gewerbetreibenden. Seit 1896 hat Nidda die Wasserleitung, die Frage elektrischer Beleuchtungs- und Kraftanlagen steht in Beratung. Ganz verschwunden sind die Häfner, deren vor 50 Jahren noch existierten; StrumpfwÄiereien (mit Maschinen) gibt es noch 2; die Gerber sind von 30 auf 4 zurückgegangen; die übrigen Gewettbe haben sich vermehrt, je nad)! dem Bedürfnis der Bevölkerung; es'bestehen 3 Brauereien und eine Möbelfabrik; neu in letzter Zett sind eingerichtet worden eine Maschinenschlosserei und eine Fettsi^erei. Zur Erleichterung aller gewerblichen Bestrebungen dienen eine Sparkasse und ein Vorschuß- und Kreditverein. Bei der Förderung der Handlvcrker- und Gewerbeschulen ist zu er» warten, daß die Zukunft des Handwerkerstandes unserer Stadt eine gutesvächeißende sein wird. Hierauf erhielt Realgymnasiallehrer Kahl-Darmstadt das Wort zu feinem Vortrag: ^Die Frage des Be^ fähigungsnachweises im Handwerk." Er hat mehrere Leitsätze ausgesteltt, aus denen, wett zu umfangreich folgendes herausgehoben wird. Der iVortragende, Gegner des Nachweises, läßt die historische Einleitung wegen der Kür^e der Zett weg. Der Nach^veis ist stets verschieden beurtettt lvorden; wegen der großen Mißstände und Mißerfolge, die seine Durchführung brachte, ließen die Negierungen scinerzett wieder davon absehen. Unsere Reichsregieruug ist entgegen den Beschlüssen des Reichstags ebenfalls eine Gegnerin des Nachweises; jede Agttaiion zu Gunsten desselben erschwert daher den Zusammenschluß alter' Handwerker zur Erreichkung wichtiger Ziele. Den Nachweis aber zu fordern, ist unzettgemüß, da erst die W,ttlüug des aus gleiche Ziele gerichteten Handwerkergesetzes abgewartet werden muß und die freiwilligen Gesellen- und Meisherprüsangen ben obligatorischen Nachf- weis k.nnötig uiach,en. Oesterreich hat seit 1883 schlimme Erfahrungen in der Sache gemacht. Pfuscherei wird deshalb nicht durchs den Nachweis verhütet, wett die Verschiedenheit der Bedürfnisse der l>ionfumenk-en, die Verschiedenheit der' Bedürfnisse in Stadt uno Land verschiedene Qualität erfordern; wett Pfuscherei aus schlechter Geschästsnwral beruht; weil techiNisäi? Kenntnisse, selbst gute Prüfungen noch keine Gewähr für praktische Leistungen bieten, wett in Oesterreich trotz dies Nachs.veises nach wie vor gepfuscht wirdl. Eine Beschränkung der Konkurrenz ist mcht zu erhoffen, wett die Hauptkonkurrentin, die Industrie, nicht mit betroffen wttd. Hebung der Standesehre und Festigung desj Standesbewußtseins kann auch nicht als Erfolg erttmrtet werden, wett auch geprüfte Stände genötigt sind, Ehrengerichte einzusetzen. Die Abgrenzung der handwerksmäßig gen Betriebe von den fabrikmäßigen und hausindusiriellen^ zumal auf dem Lande, wo manche Handwerke gar nicht vertreten smd, ist ganz unmöglich durchzuführeu Für das Baugewerbe aus Gründen der persönlichen Sichjerheit den Nachiweis zu verlangen, geht nicht an, lvett die Abgrenzung der Gewerbekompetenzen zwischen Baumeishem und Handwerkern sehr schwierig ist, der 9iachweis sich aber auf eine ganze Reihe von anderen beim Bau oesch,äftigtcn Handwerken erstrecken müßte. Der folgerichtig zu fordemrde Nachf- weis für das Handelsgewerbe werde eine ganze Reihe von Existenzen bedrohen. Referent verlangt: „Die in § 129 der Gewerbeordnung aufgeführten Rechte sollen nur denen Vorbehalten bleiben, die den Nieistertitel in einer freiwilligen Prüfung erworben haben; bei Vergebung von Staatsarbeiten sollen bei Gleich>wertigvett der Leistungen die geprüften Meister für ihre Arbeiten den Vorzug vor den ungeprüften ei'halten." Der Handwerkerstand muß auf eure höhere Stufe sachjlichier und allgemeiner Bttdung gehoben/ der Genossenschastsgedanke weiter verdrettet, Kleinkraftmaschinen müssen den Gewerbetreibenden zur Verfügung gestellt werden; der Handwerkerstand muß den Weg der Selbsthttfe und des Zusammenschlusses betreten. Der Redner schließt seinen allseillg mit Zustimmung ausgenommenen klaren Vortrag mit dem Wort: ,^Gluck und Erfolg auf die Dauer hat nur der Tüchtige/' Hierauf referierte Rechner Götz-Dannstadt über den Gesetzentwurf, die Gemeindeumlagen betreffend. Aus seinen Leitsätzen heben wir hervor: Die steuerliche Entlastung des Gewerbebetriebs ist gerechtsettigt, weil sonst eine Doppelbesteuerung eintreten werde; doch ist nach dem Grurrdsatz von ,Leistung und Gegenleistung^ baS Betriebskapital nicht der zuverlässigste Maßstab, was an dem Beispiel eine» mit hohem Betriebskapital ausgestatteten Bankinstituts nachgewiesen wurde. Diese nur in Heften vorhandene Grundlage der Steuerveranlagung muß umgearbeitet werden, indem mau Betrag und eigenes Betriebskapital in Verbindung bringt mit dem Steueransatz, wie in Preußen Warenhäuser, Kommissionäre, Agenturen von Gesellschaften, Jmmobllienagenten, welche mit geringem Betriebskapital großen Geioinn erzielen, muffen erheblicher beigezogen werden. Zur Lösung eines Gewerbepatents ä. 50 Psg. soll noch eine Abgabe zu Gunsten der Gemeinde gefordert werden. Die Erhöhung der Besteuerung des Kapttalvermögens ist nicht zu empfehlen, weil dadurch reiche Leute wegziehen, die billige Herabsetzung der Kapttalsteuern im Wege des OrtSstatutS würde die Konkurrenz der Gemeinden um Gewinnung von Kapitalrentnern Hervorrufen. Im Allgemeinen soll der Steuergrundjatz dec persönlichen Leistungsfähigkeit mehr berücksichtigt werden. Schuldenabzug vom Bcuttovermögen sollte gestattet werden, ivenn Schuldner und Gläubiger in ein und derselben Gemeinde besteuert sind; falls die Grundsteuer in eine Gebäudesteuer und eine solche von Liegenschaften zerlegt wird, wie tellweiser Schuldenabzug am Gebäudewett; bei bestimmten Arten von Betriebsschulden ün Gewerbebetrieb. Endlich werden folgende VerbefterungSvorschläge deS Ent- rvurfS gemacht: 1. Die Gemeinden sollen Grundstücke, welche eine besondere Wettsteigerung erfahren durch BahnhosS- anlagen u. a. zu einem Teile dieser Kosten heranziehen dürfen; 2. von solchen Gründstücksverkänfen eine Steuer erheben dürfen; 3. einen Antett an der Besitzrvechselabgabe erhalten ; 4. die Steuerautonomie der Stadtgemeinden soll eine Erwetterung erfahren. Die Mitteilungen über den Stand deS gewerblichen llnterttchtswesens in Heften, welche den weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildeten, sind in Nr. 37 des Gewerbeblattes ausführlich enthalten; eS ist hier nur zu erwähnen, daß der Referent über die mangelhafte Tätigkeit einiger Schulen Klage führen mußte, die Such an der Ausstellung von Schülerarbeiten sich nicht beteiligten. Es besuchen gegenwärtig 10 363 Schüler die Handwerkerschulen. 500 mehr als früher. Dem Bericht des Herrn Engelbach-Darmstadt: lieber die Sterbekasse für Mitglieder des Landesgewerbevereins ist zu entnehmen, daß der Grundsatz ferner gelten soll, daß eintretende ältere Leute einen höheren Satz zahlen sollen als jüngere. Da e§ mitterweile spät geworden war, eilt man zum Essen in Krafts Saalbau, der in seiner wetten Ausdehnung den 150 Gästen reichlich Platz bot. Die Tafelmusik stellt die Kapelle der 6 er Ulanen von Hanau, welche auch das nachfolgende Konzert auSsührten. Bei Tisch brachte Ministerialrat Braun ein Hoch dem Kaiser und Großherzog, welch letzterer durch Förderung der Künstlerbestrebungen auch dem Gewerbe seine Sympathie bezeuge und seine Hilfe angedeihen lafte; Regierungsrat Noack toastete aus Nidda, das einen über alles Erwarten herrlichen Empfang geboten habe, Abgeordneter Erk auf die Regierung und die Zentralstelle für die Gewerbe, er führte zugleich an, daß der Gewerbeverein jetzt 30 Jahre zähle, Lehrer Alt-Lich auf Schulrat Meyer und Hauptlehrer Höhn. Schließlich wurde noch ein Hoch gebracht dem Ver- faffer aller poetischen Leistungen beim Empfang und der Dekoration, Oberamtsrichter Römheld-Nidda. Zu schnell schlug die Abschiedsstimde, aber alle hatten den Eindruck, daß die Veranstaltung in jeder Beziehung eine gelungene gewesen. Wie war das aber möglich? Durch das einmütige Zusammengehen aller Stände und durch die Bereitwilligkeit eines Jeden, seine Gaben und Kräfte dem Ganzen zu widmen. ♦ Das Hauptinteresse der zahlreich erschienenen Gäste nmynt die Ausstellung der Z eichen ar beiten in Anspruch Es smd ausgestellt Zeichnungen, welche den Lehrgang von Freihcuid-, geo'rnettischem Fachzeichueii dar-. stellen; ferner darstellende Geometrie, Koustruktionslehre, Statik, Daufvrmenlehre, Weißbinder- und Malerarbeiten. An dieser Ausstellung haben teil die 5 Tagesschulen, Gießen, Friedberg, Tübingen, Nidda, Ms selb. Die übrigen Schulen (nur SonntagszeickMschplen) berühren bloß bie erstgenannten Fächr. Selbstverständlichi ist nur ein geringer Bruchteil aller gelieferten Arbeiten geboten; in 8 Schulsälen sind sie geurbnet an Wänden und an beiden Setten von quer durch Vie Säle laufenden Bretterausbanten. Außer den 5 Orten mit Gewerbeschulen find vertreten bp.rch Soun- tagszeicheufchsulen Homberg a. o. O-, M)Zchl, Qttenbe^ Menstavt, Londorf, Lollar, Llch, SchM, Nab-Ncmhetnc, Reichelsheim v W., Gedern, Schotten, Butzbach, Gambach, Vilbel, GrünberZ, Herbstein, Grebe^nstarn, Hungen, Lauterbach (von letzterem ist; auch die Mrbsch^be vertreten). Leer sind die für Laubach und Groß-Felda geblieben. Manche Sonntagsschulen haben Zeichnungen aus^gestellt, deren An- 'ertigung bis 1901 Kurüäreicht. Die ^Arbeiten der Gewerbe- chuleu sind (OjUe neueren und neuesten Datums. Es ist chwer, hier ein Urteil zu geben, wer in den Leistungen obenan steht; es ist auch nicht notig; denn überall tritt uns Fleiß und Talent entgegen. Dex Gesamteindruck, den die Ausstellung macht, läßt sich in folgendem zusammen- faffeu: Man freut sich über die Fähigkeiten, die hier zu tage treten in unserem Gewerbestand, über den Fleiß und Eifer, der Lernenden, über das Wissen und Körrneü der Lehrenden. Man meE aber auch den Segen einer für des Volkes, besonders für des Hc^werkerstzandes Wohl besorgten Regierung und darf stolz sein, daß in einem verhältnismäßig kleinen Staate wie unser Hessen so großartiges geleistzet wird. Man kann aber auch trotz aller traurigen Zeiten für das Handwerk,' trotz alter Konkurrenz den Gedanken, nicht fahren lassen: das Handwerk, das so gepflegt wird, nmß goldenen Boden haben, kann nicht untergehen, so wenig das Gute in der Welt überhaupt auf oie Dauer unterliegen kann. Die grüßte Mannigfaltigkeit in der Ausstellung Zeigt Nidda, welches auch schöne Modellier- und Schnitzarbeiten ausgestellt hat Großartige Leistungen zeigt Gießen, be- soirders in Malerarbeiten und Fachzeichnen. Friedberg, Alsfeld und Büdingen stehen in Feinheit der Ausführung ihrer mannigfachen Arbeiten den Vorgängern nicht nach. Besonderes Interesse erregen die Erzeugnisse der Lauterbacher Weberschule. Nicht bloß die schönen Decken und Teppiche mrt kunstvollen Mustern, auch die Musterbücher mit den Entwürfen zu den ^Arbeiten sind musterhaft angelegt. Auch bei den übrigen Schulen sind Hefte beigefügt, in denen die Schüler ihre Berechnungen niedergelegt haben. Möchte die bis zum 2. Oktober tägliche geöffneteAusstellung rechjt fleißig besucht werden; es verlohnt sich wahrlich der Mühe, erfreut das Herz und regt an zu gleichem Streben. Noch, sei ein an einem Hause befind lichter Spruch erwähnt, der vielfach zur Heiterkeit Veranlassung gegeben hat. An der Giebelseite seiner Häuser hat ein Maurermeister den Spruch: „Fideles Volk, die Herrn vom Bau, das ißt und trinkt und :nacht Radau." An der Breitseite des Hauses über seiner Haustüre unter dem Mittelseuster seines Mietsmanues, eines Rechtsanwalts, dessen Namensschild an dem eisernen Treppengeländer vor der Haustür angebracht ist, befindet sich die Inschrift: „Gott segne das ehrbare Handwerk!" Selbst beim Festessen wurde das ehrbare Handwerk der „Rechtsanwaltschaft' jmit Scherzen beleuchtet. 'Auch ein Spruch an einem Wirtshaus ist bemerkenswert: „Man spricht von vielem Trinken, doch nicht vom großen Durst." Nun am Durst hat es in diesen Tagen nicht gefehlt, aber auch nicht fin Stoff, ihn zu löschen Unsere Wirte haben für ihre guten Leistungen auch gute Einnahmen zu verzeichnen gehabt. Der schönste Lohn aller gehabten Mühe und Arbeit ist der, do/z unsere Gaste befriedigt gegangen sind und daß mancher, nachdem er zum ersten Male üi Nidda gewesen, seinen Besuch wiederholen wird. vermischtes. " Prinz Philipp von Koburg veröffentlicht durch seinen Rechtsanwalt Dr. Bachrach eine Erklärung, daß er bis zu den letzten Tagen zu seiner Schwägerin Gräfin üonyay in den besten Beziehungen gestanden habe und der Gräfin auch stets unbenommen geblieben sei, mit chrer Schwester und deren Aerzten zu verkehren. Im Gegensätze zu anderen Angehörigen machte sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch. Als daher Prinz Philipp das Telegramm der Gräfin in Ungarn erhielt, konnte er dessen Echtheit nicht glauben, hielt es vielmehr für eine Mystifikation und depeschierte sofort in diesem Sinue an die Gräfin. Nunmehr von der Echtheit überzeugt, behält sich der Prinz seine Stellungnahme vor. Bachrach erklärt, daß durch das Telegramm der Gräfin Lonyay die Verhandlungen mit der Prinzessin Luise erschwert worden seien. Wie der Pariser ,Temps" aus der Umgebung der Prinzessin Luise mitteilt, geht deren Roman dem Abschluß entgegen. Prinz Philipp habe sich auf Ermahnung des Kaisers Franz Joseph im Prinzip zur Gewährung einer Lebens re nte an die Prinzessin bereit erklärt. Diese bearbeite gegenwärtig mit dem Wiener Schriftsteller Oskar Friemann ihre Memoiren. Prinzessin Luise empfing gestern in Paris den Advokaten Stimmer, welcher ihr Mitteilung über die Verhandlungen mit dem Vertreter des Prinzen Philipp machte. Man nimmt an, daß die Angelegenheit in einigen Tagen ihrer Lösung entgegengehen wird. Stimmer will heute abend mit der Antwort der Prinzessin nach Wien zurückkehren. * Unfälle, Selbstmorde rc. Ein schwerer Unfall ereignete sich in Lankwitz bei Berlin auf dem Neubau der dortigen Kirche. Kurz nach 2 Uhr brach im Innern der Kirche ein Gerüst zusammen, wobei drei Arbeiter schwer und einer leicht verletzt wurden. — Auf dem Stahlwerk Hösch bei Dortmund wurden am Hochofen vier Arbeiter schwer verbrannt. Ihr Zustand ist hoffnungslos. — Auf dem englischen Dampfer „Windsor" welcher im Hasen von Lissabon vor Anker liegt, fand im Kohlenraum eine Explosion statt. Fünf Personen wurden schwer verletzt. — Ein Infanterie-Korporal in Vienne (Frankreich) gab auf seinen Hauptmann, welcher ihn bestraft hatte, einen Gewehrschuß ab; der Schuß fehlte den Hauptmann, tötete aber drei Soldaten und verwundete einen vierten schwer. Ter Korporal beging darauf Selbstmord. — Ter Schlossergeselle Krüg er in Berlin, der am Samstag seinen als Meister mit ihm in einer Feilenhauerei arbeitenden Bruder aus Mißgunst erschossen hat, erschoß sich in Französisch-Buchholz. — In Mont Lucon fand ein Stiergefecht statt, welchem 10 000 Personen beiwohnten. Beim vierten dotier verletzte sich ein Stier- seäster mit dem Tegen am Halse, als er über die Brüstung springen wollte, schwer. — Tie Tätigkeit des Vesuv nimmt noch immer zu. Tie obere Station der Zahnradbahn ist zerstört. Ein Felsblock von 18 Tonnen Gewicht wurde in die Lust gesprengt. In 13 Stunden wurden 1844 Explosionen verzeichnet. * Brände. In Soissons (Frankreich) zerstörte eine Feuersbrunst die elektrische K^raftstation. Ter Schaden beträgt 600 000 Francs. — Am 25. d. M. zerstörte eine Feuersbrunst das Militär-Fourage-Tepot in Lissabon. Acht Gäräude sowie große Reisvorräte wurden ein Raub der Flammen. — In der 'f- wndranntweinbrennerei Köncke zu Nienburg entstand durch ExplpstoN- eines Dampfkessels Großfeuer, wodurch das gaare Fabrikgebäude nrederbrannte. Der 18jährige Sohn des Besitz« S10 JJ1 rxTZ?1™?6™. um. Seine Leiche wurde bereits gefundmH Ern Angestellter^rst schwer verletzt Landwirtschaft. Berlin, 26. Sept. Der „Reichsanz." bringt folgerte Saatenstandsnachrrchten im Deutschen Reiche: Kartoffeln 3,4, gegen September 1903 2,6, Klee 3,7 (1903 2,4), Luzerne 3,4 (1903 2,6j, Wiesen 3,5 (1903 2,6). Die in den Vormonaten beklagte Dürre hielt in vielen Gegenden noch bis zur ^eptembermrtte an. Durch Regenfälle in anderen Gegenden erfuhren dre Feldfrüchte wohl eine augenblickliche Belebung, aber keine liefere Anfeuchtungen. Durch die verhältnismäßig trockene Witterung wurde das Einbringen der Getreideernte sehr gefördert. Wenig Fortschritte machte bisher die Herbstbestellung. lieber den Stand dec Kartoffeln sprechen sich die Berichte allgemein wenig günstig aus. Tie Futterkräuter ergaben meist geringen, vielfach überhaupt keinen zweiten Schnitt mehr. Herrchtsjaal. Dresden, 26. Sept. Wegen Säbelduells hatten fick heute die hiesigen Aerzte Julius Paul Wolf und Hermann Meyer vor dem Landgericpt zu verantworten. Wolf wurde zu 4 Monaten Festung, Meyer zu 3 Tagen verurteilt. Tas Duell fand unter den schwersten Bedingungen statt. Kandel und WerKeyr. KolLswirtschast. Märkte. Gießen, 27. Sept. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkl kosteten: Sutter pr. Pfd. 1.15—1.20 All., Hühnereier 1 St. 7—8 Pfg^ 2 Stck. 15—00 Sfg., Gänfeeier 00-00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg^ Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,60—1,20 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochfenfleifch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,50 Mk., Weißkraut per Stück 10—20 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 8,00—10,00 Aik., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 5 bis 8 Alk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 30—00 Pfg. Zwischen per Zentner 2.80—3.50 Alk. Marktzest 8—2 Uhr. ^e&aeste • üodestof f e Verlangen Sie Muster in schwarz, weiss und farbig. C31/, Seiden-Grieder-Zürich Wozu bient vorzugsweise Toering's Eulen-Seife? 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CT ÖScp- M 5 2 ct CT^g g- CT P 0< CT <> N er cÜ & •3 s CT 2 Of 2 rr CT K <■* s cz CT § 3 c q 2.ro CD Od al = o 3- CT " % SCTQ 3 33 o 'S* ~ ä rr-E 2.^ Z. jj-ct 0 as IT®.» ~ 2.° ra Cju ft 5 •4 2. o -ül 3 ÄB'S L ° 2 CT^J o >*=» J£l- S* W S ** 2- B, p, C- ©! 27 <%. *CT o <$o <1 2 2.» « S © c oa « ** 5 ^ -4 CT Co CT ä- CT 5 CT 2 CT g o 3 Z c s* rr s- o CT2B, 5 ro UZ - 2 S.CT1 s D CP Sö o o ct 3 ub- rs er 5 % S' o P -e o 7567 über Lit. ML. der Lit. 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Anzusehen von 9 bis 4 Uhr Astcrweg 2t) [1000] 44 89 96 171 76 98 201 315 64 90 463 [400] 87 [ 400] 554 43 707 970 3010 [1000] 30 230 51 [1000] 67 306 99 438 70 634 75 745 836 48 61 904 4034 75 181 [5000] 95 324 73 519 [1000] 755 96 ____________________ derselben bei der Stadtkasse Gießen, bei dem Bankhause A. Heichelheim in Gießen und bei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M. erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung mit Ende Dezember Land bestens Kunststickerei 7467 Vorzügliche-, neue- Sauerkraut frisch cingcmchtc Kurien Preiselbeeren Submission. Für die Gr. neuen Kliniken in Gießen soll die Lieferung nachbenannter VerzehrungL- gegenstände auf dem öffentlichen SubmissionSwege vergeben werden: L M N 0 P a) vom 1893er Auleheu 21, 50, 187, 150, 198 und 288 über 47, 72, 106, 129, 807, 840, 879, 304 i 24, 89, 98, 158, 207, 284, 888, 843, 879, 888, 443, 488, 492, 515, 727 1 41, 114, 182, 212, 263, 266 über 10, 129, 141, 172, 189, 192, 270, 811 b) vom 1894er Aulehen Die Lieferungsbedingungen können auf dem VerwaltungS- bureau der neuen Kliniken an den Wochentagen nachmittags von 3 bi§ 6 Uhr eingesehen werden. Offerten unter Beischluß von Musterprobcn sind verjchloffen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum GröffnungS- termin Donnerstag, 20. Ott. 1904, mittags 12 Uhr, auf dem obenerwähnten Bureau einzureichcn. Zuschlagsfrist biß zum 24. Oktober 1904. B,T/t Gießen, den 25. Sept. 1904* Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. W* Alleinverkauf erstklassiger Waschmaschine zu vergeben. 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August Wallenfels Marktplatz 15. Telephon 890. i 90012 81 34 72 116 78 222 96 340 [1000] 64 [1000] 422 87 [4001 535 74 643 788 804 77 91082 119 48 90 212 37 316 24 93 98 422 [400] 61 64 89 558 70 717 56 96 849 992 99 9 2002 4 22 70 215 1400J 28 55 [1000] 56 825 409 15 641 45 46 51 62 77 [400] 621 743 47 826 908 98017 [1000] 83 85 198 225 66 74 805 46 76 [400] 79 (400] 92 408 68 521 621 61 66 77 700 21 25 54 800 65 94058 159 76 99 269 93 96 426 43 47 55 511 [400] 612 62 703 886 906 95082 96 101 55(400 ] 291 811 21 53 [1000] 91 501 48 55 95 [400] 608 62 [400] 74 96 714 (10Ö0] 38 48 [1000] 69 70 [1000] 83 97 807 69 87 905 28 06052 123 37 38 60 75 216 82 [ 400] 79 90 98 440 41 46 [2000] 70 504 605 [1000] 69 75 76 82 [1000] 717 37 38 872 936 07040 297 [1000] 311 45 491 508 14 61 666 [1000 ] 701 86 878 945 90 08"2S [1000] 100 62 301 16 81 90 406 35 [400( 527 69 (1000] 86 621 [1000] 62 709 858 65 [400] 90000 35 148 49 61 238 [400] 48 338 50 60 431 524 [400] 40 616 55 793 935 [ 400] Nächste Ziehung: 27. 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Rädere Auskunft durch die Oberlehrerin Fräulein Moeser, Gießen, Gartenstraße 30. v”/e 108 [1000] 14 68 70 80 83 217 40 98 [10001 808 25 47 96 461 90 91 584 614 98 721 822 [400] 27 904 (10001 58 • 45067 180 248 338 416 [5000] W (400] 91 [1000] 68 99 604 88 718 19 22 95 837 [400] 56 [400] 054 59 €» _ ----- 49 67 249 61 98 325 (400] 538 696 716 45 81 93 899 983 93 47042 (4001 80 151 62 209 56 802 32 52 406 15 25 631 53 57 85 89 94 97 780 92 880 Akademischer Gesangverein Die Proben zu PanlnS beginnen v Montag -en 3. Wer, abends 8 Uhr Anmeldrmgen neuer Mitglieder nimmt Herr Musikdirektor Traut mann an den Probeabenden, sowie in seiner Wohnung, Moltteslraße 6, außer Mittwoch und Samötag entgegen. Der Vorstand. 87 405 81 95 555 59 693 757 813 94 920 50 91 95 49108 60 [400] 227 321 44 48 439 46 58 502 9 608 (1000] 13 700 [5000] 27 88 86 976 50010 67 70 104 [400] 8 19 263 364 1400) 82 441 [400] 55 512 21 [400] 31 [400 ) 623 63 91 97 (400) 703 36 [400] 800 3 84 86 912 [4001 13 87 88 5 1025 38 56 83 98 164 96 226 60 350 427 [400] 29 82 83 513 19 696 705 14 [400] 83 87 [20001 826 978 52011 40 82 [400] 109 24 46 252 394 487 [400] 516 [400] 43 72 82 600 706 [1000] 60 804 5 11 911 86 46 65 53049 76 (400) 102 43 47 287 852 87 95 [400] 580 614 55 716 42 57 67 904 54002 [1000] 22 64 121 86 248 (400) 387 [400] 440 [400] 96 530 645 85 747 66 88 836 916 55001 42 ( 20 000 ) 263 72 [400] 78 89 301 [20001 20 472 580 93 649 64 ( 2000 ) 701 55 67 808 15 49 [1000] 73 940 5 6005 [400] 29 [1000] 247 93 317 41 92 460 (400) 814 [2000] 96 913 [400] 72 5 7011 86 150 [400] 203 45 99 307 66 71 92 472 537 38 72 600 3 81 95 733 48 [400] 852 [400] 88 910 [400] 98 5 8038 [400] 71 102 61 287 93 [4001 300 (400 8 401 17 [1000 ] 41 45 [400] 60 [400] 529 62 80 96 618 [400] 46 [400 78 748 77 1400] 948 70 99 5 9059 121 275 95 341 426 32 41 [1000] 52 Vorstehende Schrift ist sowohl vor wie nach dem Kursus auf dem Pollzeiamte zu Altendorf geschrieben und dort beglaubigt worden. Am 1. und 3. Oktober eröffne ich Tag- und Abendkurse für Damen und Herren m Lchön schnell schreiben, Buchführung, Eorrcspoudeuz, Stenographie, Nechueu, Wcchsellehre, Maschinenschreiben re. 05571 Die Kurse verfolgen den Zweck, Damen sowie Herren jeden Standes in ihren freien Stunden bet Tag oder Abend zu tüchtigen Bürcaubcamtcu, Buchhalt., Nechnungssuhr., Kassier., Maschinen- schreib. re. billigst heranzubilden. Aus Wunsch Stellenvermittelung. Tausende der von mir Ausgebildeten befinden sich heute in besser. Stellungen, worüber zahlreiche Referenzen vorliegen. Anmeldungen ivolle man schoii jetzt beschleunigen, da nach biefen Schlußkurseu für das Wintersemester keine Wurfe mehr stattsindeg. Direktor Schreiber, Rcstaur. Schipkapaß, L Etage, Gießen. 1904 aushört. Bon den in vorhergehenden Jahren auSgelosten Schuldner. Schreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt werden: Lit. N 1045 über 500 Mk. 42 202 [400] 49 [400] 56 336 434 69 99 509 628 95 [400 ) 725 [1000] 26 62 804 7 75 955 8194 348 404 504 24 (400) 59(5000 ) 685(400] 711 839 52 9048 54 66 74 [4001 164 ( 4001 86 ( 400] 289 40 41 52 353 1 400] 401 6 97 505 23 30 61 87 727 83 91 [400 ] 814 (400] 18 53 [1000 ] 912 29 51 10010 56 58 | 2000] 176 (400) 203 [ 400] 66 (400) 825 36 420 543 46 918 20 11133 214 69 83 (400) 318 (400) 52 81 424 52 578 81 95 625 86 90 703 [400] 17 853 958 83 1 2101 [1000 241 62 333 96 406 (1000) 56 90 578 86 614 15 707 33 [400] 854 921 13043 155 68 262 81 356 86 95 614 701 [400] 12 30 41 63 807 50 927 [400] 44 51 66 68 14082 [400] 254 835 46 74 441 507 60 [400] 618 76 [1000] 80 [1000] 740 64 856 931 47 68 [1000] 69 15008 86 228 40 329 [400] 85 53 402 44 [2000 ] 47 (400) 610 37 62 608 80 78 702 16 830 95 [400] 911 96 1 6007 86 99 106 18 225 34 (400] 35 60 [1000] 414 70 587 50 [400] 59 668 82 83 707 87 [400 ] 924 70(400] 17045 [400] 222 66 83 336 413 40 591 659 92 98 (1000) 713 805 87 917 [400] 49 55 68 1 8043 283 314 52 55 [1000] 85 418 26 61 620 [2000] 77 653 752 815 48 87 932 91 [2000] 19060 (4001 101 [2000] 30 57 [400 71 Nähmaschinen von Mk. 50.— an franko Haus. Corona mit Nadelfchutz und weltberühmte, unübertreffliche Dürkopp- yobrifote, aller Systeme, besonders empfohlen als in Stadt und emgeführt und auch vorzüglichst zur geeignet. Bekanntmachung. Del der in der Sitzung der Stadtverordneteli 'Versammlung Som 15. d. Mts. vorgenommenen planmäßigen Verlosung der Gude Dezember 1904 zur Rückzahlung kommenden 31/» pro^entigen Schuld- vei1d)rcibungen der Anlehen der Stadt Gießen von bat Jahren 1893, 1894 und 1896 sind gezogen worden: Mwch, 28. Le-t. l. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich tm Bieter'schen Saale: Möbel aller Arten, 18 Paar Herrenschnürstiefel, 1 Schnetder- nähmajchine, 2 Fahrräder, 2 geschn. Gichenstämme, 1 Ladenthcke mit Marmorplatte u. a. m. 7583 «cißler, Gerichtsvollzieher. o) vom 1895 er «nlehcn 415 über 2000 510 über 1000 1118 über WO 482 über 200 ; P 602, 608, 632 über 100 , Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der Besitzer oorbemevften Schuldverschreibungen gebracht, daß die Eittlösiing Eröffnung von laufenden Rechnungen. Vorschüsse auf Wertpapiere und Waren unter günstigen Bedingungen. Einlösung von Zins- und Dividendenscheinen und verlosten Stücken. Annahme von Geldeinlagen ohne Provlsionabe rechn an g. Verwaltung von offenen und geschlossenen Depots. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen. Ausstellung von Kreditbriefen auf alle grösseren Plätze des In- und Auslandes. Eröffnung von provisionsfreien Scheck-Rechnungen. Stahlkammern mit Schrankfächern unter Selbstverschluss der Mieter. 78 (1000) 577 627 709 [2000] 15 74 801 7 33 908 30 85 90 60106 28 [400] 49 81 [400] 291 [1000] 442 565 [1000] 647 00 758 »883 919 [1000] 22 40 41 83 61031 66 172 219 328 447 566 [2000] |400 ] 91 818 53 98 6 2005 9 12 42 [400] 154 [1000] 96 287 307 (1000) 55 406 63 91 609 [400 [ 15 67 84 604 724 41 [4001 858 84 934 81 90 68003 (1000] 146 66 212 64 66 71 72 [400] 403 [400] 73 86 505 6 15 678 729 [400] 99 909 [1000 ] 21 32 64029 162 247 50 74 81 (400) 300 15 61 [1000 ] 429 41 67 74 [ 400 ] 95 601 6 40 95 807 55 94 927 43 61 65062 144 [400] 54 209 [1000] 45 66 439 51 62 867 904 27 91 06027 98 291 425 30 536 40 [400] 92 632 45 852 58 [400] 986 [400] 67004 29 [ 4001 99 171 206 28 91 302 21 413 29(1000) 556 631 83 710 [4O0| 862 76 99^9083857 68008(1000]55 86 93100 8792 219 30 93 300 82 [1000] 525 [40 of 607 36 54 68 701 26 [400] 74 888 980 6 9217 348 447 81 700 17 20 o3 821 34 971 70044 120 56 69 [400] 70 99 210 65 78 323 87 515 [400] 22! 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