Nr. 148 General-Anzeiger, 2Imt$= und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen Ire heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Finanzen erteilt. Anfangs- u. Schlußkurse. Märkte. 201.75 219.30 136.75 191.10 202.75 Montag 27. Juni 1904 Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.; Anzeiger Gieße». ~ Jürgensen Ijttl.), die Petition _.„„i um gesetzliche Einsübr- Fra u" für unverheiratete ältere Cholera- Ans Söul berichtet der „Standard", daß dort mehrere vn- bachtige Cholerafälle festgeslellt worden seien. Auch.der Sohu des koreanischen Jnftizministers soll von der Krankheit befallen worden sein. __________________ mittelt wird. Kleine Mitteilungen aus 5^essen und den Nachbarstaaten. In Alsfeld wird in den Tagen vom 3. bis 5. Juli em größeres Radfahrfest stattfinden. Radlerinnen und Radler seien auf die dort am Sonntag nachmittag beginnenden Kunst-Niederrad-Reigenfahren aufmerksam gemacht. Außer den sonstigen festlichen Veranstaltungen wie Feuerwerk, Tanz ic. bewegt sich eine große Preis-Korso-Auf- fahrt sämtlicher Radfahrer-Vereine de§ Nordbezirks des ®aue§ durch die Straßen der altehrwürdigen Stadt. — In der Chemischen Fabrik in M o m b a ch brach infolge des Sturmes, der hier und in der Umgegend herrschte, Großfeuer au§. — In Pohl-Göns feierte am Sonntag den 26. d. M. der Gesangverein Liederkranz unter zahlreicher Beteiligung von nah und fern sein 25jähriges Bestehen, verbunden mit großem Sängerfest. Fuhrwerk eines hiefigen Arztes mit der B iebertal b ah n in der Rodheimerftraße. Das Fuhrwerk wurde stark beschädigt. Der Kutscher, der fich auf dem Fuhrwerk befand, kam mit dem Schrecken davon. — Gestern abend kam es in der oberen Bahnhofstraße zwischen mehreren Kroaten, die hier am Kanalbau beschäftigt werden, zu einer Schlägerei, wobei zwei verletzt wurden und in die chirurgische Klinik gebracht werden mußten. — Verunglückt. Der Musketier Eschler von der 2. Kompagnie des hiefigen Regiments fiel von einem Gerüst, brach beide Beine und verletzte sich am Kopf. Der Schwerverletzte wurde in das Lazarett ausgenommen. •* Wie sehr guter Kies und Sand bei uns geschäht wird, ergab in der vergangenen Woche die Neuverpachtung der städtischen Sandgrube am Rödgenerweg. Während diese bisher zu 225 Mk. Jahrespacht vergeben war, erhielt die Stadt Gießen für die Folge 901 Mk. dafür. - Wegen eines Maschinen defektes in der Zeit- ungsabtcllung unserer Druckerei müssen wir leider den textlichen Teil unserer heutigen Nummer einschränken und können einen großen Teil uns heute vorliegender Artikel erst morgen zum Abdruck bringen. b. Bad-Nauheim, 27. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Der hiesige „Kaiserhof" (Besitzer A. Scethalcr) wurde für 1 630 000 Mark an eine Frankfurter Gesellschaft verkauft. Aus Rheinhessen, 24. Juni. In letzter Zeit hatten wiederholt Bücherbeschlagnahmen bei Händlern mit Kellereiartikeln zu Untersuchungen wegen Weinfälschung geführt. Jetzt hat das Ministerum verfügt, daß in Fällen dieser Art Anklagen wegen Weinfälschung durch den Staatsanwalt künftig nur dann erhoben werden sollen, wenn der in Betracht kommende Wein vorher durch den staatlichen Sachverständigen untersucht und für gefälscht erkkärt worden ist. rv. Oppenheim, 26. Juni. Hier fand eine aus der ganzen Provinz Rheinhessen berufene Prote st- Versammlung gegen die von dem Wahlrechtsausschusie vorgeschlagene neue Wahlkreiseinteilung statt. Es wurde eine Resolution angenommen, welche den beiden Ständekammern über- Lrscheint tögltchrntt Ausnahme beS Sonntags. Die „Eichener ZamiNenblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Ehesfische Landwirt'' erscheint monatlich einmal. Kerrchtssaal. r Mainz, 26. Juni. .In der letzten Sitzung des hiesige« Schöffengerichts hatte man sich mit einer „Wahrsagerin" zu beschäftigen. Als solche trieb die Ehefrau des Taglöhners Ernst Faust aus Brühl bei Köln hier ihr Treiben. Ihre Kunden waren hauptsächlich Frauen und junge Mädchen, die mit Liebeskummer behaftet waren, von welchem £>ie Faust gegen Geld und verschiedene Naturalien sie zu befreien versprach. Zahlreichen Personen hatte die Faust durch Kartenlegen und sonstige Kunststückchen diesen Schwindel vorgemacht. Sie wurde von dem Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 200 Mark verurteilt. — . 201.90 . 219.40 . 136.90 . 191.00 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 27. Juni. lTelegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmartt- preije. Zum Verkaufe standen: 614 Ochsen, 276 aus Oestreich, 59 Bullen, 4 aus Oestreich, 557 Kühe, Fersen, Stiere und Pttvat-Diskont 31/« Prozent. Oest. Kredit. . . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Ausland. London, 26. Juni. .Gestern nachmittag erfolgte die feierliche ^Grundsteinlegung der von Frhrn. v. Schröder für !die deutsche evangelische Gemeinde gestifteten und vom Architekten Rees aus Ludwigsburg erbauten Chriftus- kirche in der Nähe des Hyde Parks. Kirchenrat ^-rpius hielt die Fe streike. Außer dem Stifter und feiner Familie wohnten der Generalkonsul Frhr. v. Lindenfels und die gesamte deutsche Geistlichkeit der Feier bei. .. v Äelsingfors, 26. Ium. Der Jrnl^indlssche Senat erließ heute eine Kundgebuiig, in der es heißt: Der Senat, zum ersten Male seit dem Tode des Präsidenten Bobrikow versammelt, empfindet das Bedürfnis, tiefe Entrüstung über die hassenswerte und empörende Freveltat auszudrücken, ine ohne gleichen in den Annalen des Landes dafteht und dessen Opfer der Generalgouvemeur mürbe. fc. Frankfurt a. M., 27. Juni. (Orig.-Telegr. des „Gießen. ~ — - — ■ — Fruchtmarktp Fröhlich bei Wein, die Herren Drescher-Mainz und Goertz-Weilbur in 6 Min. 6 Sek. 6. Riede rrad-Hauptiahren, offen für alle perren- sahrer, über 25 000 Meter Bahnlänge ----- 62'/, Runden. 1. Preis: Eine große silberne Jardiniöre, Herr Hartinann aus Rüsselsheim in 31 Min. 34 Sek. 2. Preis: Ein silberner Humpen, Herr Drescher aus Mainz in 34 Min. 47'/, Sek. 3. Preis: Em silberner Becher, Herr Goertz aus Weilburg in 35 Mm. lO’/s Sek. Dieses Fahren war, nächst dem Motorfahren, ,mstrertig das interessanteste des Tages. Von den Motorschrittmacher-Maschinen funktionierte zunächst nur diejenige des Herrn Hartmann in tadelloser Weise, wodurch es diesem möglich war, einen enormen Borsprung zu gewinnen. Nachdem aber später die anderen Wahrer durch neue Schrittmachermaschinen Unterstützung fanden, kamen weitere Ueberrunbungen nicht mehr vor; es war sogar Herrn Drescher möglich, von dem vorher verlorenen Terram^vieder etwas auftuholen, was natürlich an der Reihenfolge der eieger nichts mehr ändern konnte. Nach Beendigmig der Rennen fand die Preisverteilimg und von 8 Uhr an auf der Terrasse ein sehr zahlreich besuchtes Konzert statt, welches die Besucher bis zu den frühen Morgenstunden noch zusammenhrelt. Die Veranstalter tonnen mit den Ergebnissen und dem Verlaufe des gestrigen Tages in jeder Beziehung zufrieden sein. E. T. Gießen, 27. Juni. Fußball. Auf dem Trieb sand gestern nachmittag ein Wettspiel statt zwischen dem akadem. Fußballklub „International"-Friedberg und dem Gießener Fußballklub von 1900. Die Gießener waren leider genötigt, fur vier Manu, nicht die schlechtesten, .Ersatz einzustellen gegen die Friedberger, die zum großen Teil aus Ausländern bestanden. Ohne Ersatz wäre die Torzahl sicher eine höhere, geworden Der Gießener Klub siegte mit 4:0. Was die beiderseitigen Leistung^ anbetrifst, so siegte Gießen hauptsächlich durch Zusammenspiel, während man Friedberg dagegen die kurze Hebung anmerkte. Das Spiel trug im ganzen einen vornehmen Charakter, was viel dazu beitrug, daß beide Klubs bis zur Trennuugsstunde recht ftöhlick beisammen waren. — Am 10. Juli wird der Gießener Fußballklub hier gegen den Frankfurter Meister, den F.-K. Frankfurter Kickers, spielen rmd voraussichtlich am 17. Juli in Friedberg gegen den dortigen Klub. Der Gießener Verein „Lundesport' hat für kommenden Sonntag, den 3. Juli auf seinem am Mittelweg gelegenen Schliefplatz folgende öffentliche Preisschliefen für Dachshunde und Foxterriers ausgeschrieben: 1. Jugendschliefen, .2. Nenlings- schliefen, 3. Offenes Schliefen, 4. Siegerschliefen. Die VeranstM- img verspricht für den Sport einen hochinteressanten Charakter A»s Stadt und Land. Gießen, den 27. Juni 1904. •* Polizeibericht. Am Samstag morgen stürzte jon einem Neubau in der Ederstraße hier ein Maurer aus Kirch-Göns. Er erlitt einen Schenkelbruch und wurde in die chirurq. Klinik gebracht. — Ein an epileptischen Anfallen leidender Handmcrksburfche verursachte am Samstag abend utf dem Lindenplatz einen großen Menschena uflauf. Er wurde von Polizeibeantten von dec Straße entfernt. — Am ^estrigen Sonntag nachmittag kollidierte das einspännige Der Krieg zwischen Japan und Außland. Die Seeschlacht bei Port Arthur. Auf dem ostasiattscheu Kriegsschauplätze haben die Russen soeben ein neues Seegefecht bei Port Arthur verloren. Wir meldeten am Samstag bereits durch Extrablatt, daß die Japaner drei große russische Kriegsschiffe vei> nicht et haben. Das Seegefecht soll dadurch entstanden fein, daß die russische Flotte aus dem inneren Hafen herauskam unb Admrral Togo angriff. Togo berichtet selber: „Am 23. Juni vormittags 11 Uhr erhielt ich einen Funkenspruch von einem vor Pott Arthur liegenden Aufklärungsschiff, daß die russische Flotte aus dem Hafen herausfahre. Ich ging darauf mit der gesamten Flotte mit Ausnahme der mit besonderen Aufträgen bedachten Schiffe vor. Die feindliche Flotte bestand ans 6 Schlachtschifien, 5 Kreuzern und 14 Torpedobootszerstörern. Sie schien den Versuch zu machen, nach Süden oor- zurücken. Bei Einbruch der Dunkelheit machte der Feind aber außerhalb des Hafens Halt. In der Nacht machte die Mehrzahl unserer Torpedobootszerstörer und Torpedoboote einen Angriff ans die Russen vor dem Hafen. Wenigstens ein Schlachtschiff vom Peresvjet-Typ schien gesunken zu sein. Ein Schlachtschiff der Sewastobol-Klasse und ein Kreuzer vom Diana-Ttst» ttnrrben, wie wir sahen, am nächsten Morgen, anscheinend ernstlich beschädigt, in den Hafen rngeschleppt. Auf imferem Torpedobootszerstorer „Shirakumo" wurde die Offiziersmessc beschädigt und dabei drei Mann getötet, ein Arzt und zwei Mann verwundet. Das Torpedoboot „Chidori" traf ein Schuß hinter dem Maschmeu- raum, ohne Verluste zu verursachen. Die Torpedoboote Nr. 64 und 66 erlitten leichte Beschädigungen. Weiter hatten wir keinen Schaden." * Hamburg, 26. Juni. Der 27jährige Kellner Grö nin g, gegen welchen Anklage wegen Heiratsschwindels erhoben worden ist, versuchte seine Braut, die 18jährige Buchhaltettn Ida Czu- nwwska zum gemeinsamen Selbstmord zu überreden. Nach deren Weigerung schoß er hinterrücks auf das Mädchen und brachte sich dann mehrere Revolverschüsse bei. Gröning ist schwer vettetzt. Der Zustand der Czumowska ist gefahrlos. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 25. Juni 1904. / (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Deutsches Reich. B e r 1 i n, 26. Juni. Im preußischen Abgeordnetenbause wurde am Samstag die Novelle zum Staa 1 sschuldbuch un- verändett angenommen. Es folgt der Gesetzentwurf über die V erlegung der Landesgrenze gegen das Herzogtum Braunschweig längs der Provinz Hannover. Dre Vorlage wird angenommen. Ter Gesetzentwurf zur Abänderung der Vewrdnung bett, die Ausdehnung der preußischen Disziplinar- gesetze auf die Beamten in den neu erworbenen Landesteilen wird ebenfalls angenommen. — Die Petitionskom Mission des Abgeordnetenhauses beanttagt durch Abg. Jid der Schriftstellerin Ottilie in Berlin ung der Bezeichnung „F.-- weibliche Personen und Nichtzulasiung von Frauen zu politischen Vereinen der Staatsregierung als Material zu uberwesscm — Bei der Landtagsersatzwahl im Zweit en S t et- tiner Wahlkreise (Randow-Greifenhagen) wurde Rtttergu^- besitzcr von S t e i n ä ck e r - Rosenfelde (Kons.) Mit sämtlichen 361 Stimmen gewählt. , — Nachdem zwischen der deutschen und englischen Regierung hinsichtlich der deutschen Interessen in Egypten gleiche Erllärungeii ausgetanscht sind, wie diejenigen, welche m der englisch-französischen Tellaratton vom 8. April enthalten sind, hat die deutsche Regierung nunmehr ihre Zustimmung zu dem bekannten Entwurf des Khedivialdekretes, betreffend die egyptychen Sport. „Die Wanderer'', Gießener Radfahrgefell- s ch a i t, veranstalteten am gestrigen Sonntage wieder auf ihrem Sportplätze an der Hardt größere Rad-nndMotor-Rennen, die — vom Wetter sehr begünstigt — äußerst zahlreich besucht waren und bei glatter Abwickelung der Programm-Nummern einen tadellosen Verlauf nahmen. Nennenswette Verletzungen von Fahrern sind glücklicherweise nicht zu verzeichnen, sodaß die neue Gießener freiwillige Sanitäts-Abteilung, die wir hier erstmals öffentlich ihre segensreiche Tätigkeit zu entwickeln bereit sahen, nur bei einigen kleineren Anlässen einzufpringen Veranlaffung gesmiden hat. Tie erhielten Resultate sind folgende: 1. Erstfahren, offen für Herrenfahrer, die bei öffentlichen Bahnrennen noch keinen 1. Preis errungen haben, über 2000 Meter Bahnlänge — 5 Runden. Nach zwei Vottäufen, die kein besonderes Snterefie boten, erzielten in spannendem Endkampfe: 1. Preis, einen englischen Patentkoffer, Herr Schaffner aus Frankfurt in 4 Min. 37 Sek.; 2. Preis, ein silbernes Schreibzeug, Herr Kirsch- hoefer aus Schierstein in 4 Min. 37 % Sek.; 3. Preis, einen Wein- pokal, Herr Jacobi aus fDlarburg in 4 Min. 37 ’/s Sek. 2. Sportplatzfahren, offen für alle Herrenfahrer, über 2000 Meter Babnlänge = 5 Runden. 1. Preis, großer silberner Teller auf Staffelei, Herr Worms aus Köln in 4 Min. 10 ’/s Sek.; 2. Preis, ein Stahlstich, Psyche von Thumann, Hartmann aus Rüsselsheim in 4 Min. 10% Sek. - 3. Preis, eine Krystall-Bowle, Herr Drescher aus Mainz in 4 Mm. 10% Sek. 3. Motorfahren, offen für Fahrer mit einspurigen Maschinen aus Stadt und Kreis Gießen, über 6000 Meter Bähnlänge = 15 Runden: 1. Preis, ein großer silberner Weinkühler, Herr Wllhelm Hamel in Gießen, in 7 Min. 332/s Sek.; 2. Preis, ein silberner Weinkelch, Herr Schoenau in 7 Min. 58 Sek.; 3. Preis, ein Wein-Sernice, Herr Burow in 8 Min. 16 Sek. Bei diesem Fahren überraschte allgemein die große Ueberlegenheit des siegenden Motorrades, einer Opel-Darwac-Maschine, mit welcher Herr Hamel die anderen Fahrer wiederholt überrunden konnte. 4. Vorgabefahren, offen für alle Herrenfahrer, über 2000 Meter — 5 Runden: 1. Preis, eine Standuhr in echt Gold- bronce, Herr Kullmann aus Biebrich mit 60 Meter Vorgabe in 2 Min. 39’/s Sek.; 2. Preis, eine Kiste Söhnlein-Sett, Herr Worms aus Köln, ohne Vorgabe, in 2 Min. 39*/$ Sek.; 3. Preis, ein Barometer auf Kupfersockel, Herr Goertz aus Weilburg mit 140 Meter Vorgcstie in 2 Min. 40 Sek. 5. Tandemfahren über 4000 Meter Bahnlänge = 10 Runden. Hierzu stellten sich leider nur zwei von den gemeldeten Tandems dem Starte. 1. Preis, zwei Crystallvafen in Attsilber, die Herren Kullmann-Biebrich und Kirschhöfer-Schierstein in 6 Min. 54/Z Sef.; 2 Preis, zwei Gemälde: Fröhlich bei Bier — Die Rnffen wissen über ihre Niederlage bis jetzt amtlich 'Es. Statthalter Alexejew meldete dem Kaiser vom 26. d. M., daß das Pott Atthm> Geschwader, bestehend aus 6 Schlachtschiffen, 5 Kreuzeim und 10 Torpedobooten am 23. Juni morgens in See gntg unb berm Auslaufen am Horizont ein feindliches Geschwader sickstete Das russische Geschwader habe den Feind angegriffen. Nachrichten üb"r das Eraebnis seien nicht eingetroffen. Nach einer Mewung aus Petersburg sollen bei dem Untergang des rusttschen Lrmen- schiffes vor Port Atthur 7 0 0 — 8 0 0 M ann der Besatzrn^ m i t un ter gegangen fein. Man weiß noch nicht, ob sich auch Admiral Witthoost, Fürst Uchtomskt und Kommaichant R e i tz e n ft e i n auf dem Schiffe befanden und erwartet mit größter Spannung eingehende Einzelheiten. Ein japanisches Kriegsschiff untergegangen? Ans Siaujang wird berichtet: Ein Bote, der, aus Port Atthur hier eingettofsen ist, berichtet, daß am 23. ds. emgrötzeres japanisches Kriegsschiff mit drei Brucken 20 Mellen von Dalny auf eine Mine gestoßen und Art seiner ganzen Besatzung untergegangeu sei. Dte Meldung bedarf noch der Bestattgung. . „ Bedeutende japanische Streitkräfte konzentrieren sich in letzter Zeit bei Senjutschen und Siujam Auf ihrer äußersten rechten Flanke ztetzn ine Japaner Truppen Anz.") AmllicheNotierungen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen Mk. 17.25—00.00, Kurhessischer Mk. 17.25—00.00, La Plata Mk. 17.00—17.25, Kansas Mk. 17.75—18.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.00—13.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.00—15.50, Frankenfelder Mk. 15 75—00,00, Hafer Mk. 12.25—14.00, MaisMk. 11.50—12.00, Weizenmehl' 0 Mk. ' 26.00—26.50, 2. Qualität Mk. 24.00 bis Mk. 24.50, 3. Qualität Mk. 22,00—22.50, Roggenmehl 0 Mx. 22.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.50—20.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 9.25, Roggentteie Mk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.-50 bis Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—000.0. Alles per Landwirtschaft. Die drei Kornhausgenossenschaften Hofgeismar, Hoheneiche und Zierenberg haben in ihrer Generalversammlung einstimmig beschlossen, den durch ihren Vorstand mit dem Staate festgestellten Vertrag trotz der gegen früher bedeutend höheren Pacht anzunehmen, ^wiß der beste Beweis dafür, daß die Korn- haussache für gut beninden worden ist Zweites Blatt. 154. Jahrgang Gießener Anzeiger anzunehmen. , , H Hamburg, 26. Juni. Deutsches Derby. 100 000 Mark 2400 Meter. 1. Graf L Trauttmaunsdorffs Con amore (Stern), 2. Baron G. Springers Bon march« (Taras), 3. Frhm. v. Oppenheims Real Scotck (K. Cannon). Ferner: Zrgemier- baron, Rettungsmedaille, Lucca, Ttte-Haut, Ezerkilenczszl^egy, Bajo, Somali, .Was mer's denn. 19:10; 22, 23, 24:20. Leicht mit drei Längen gewonnen, einen Hals zurück der Dtttte. Was mer's denn viettes Pferd. gpielpltm der «rtttriglen Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 28. Juni'): „Tannhäuser* und „Der Sänqer- krieg auf Wartburg." Mittwoch den 29. Jmn: .Boccaccio." Donnerstag den 80. Juni: Letzte Vorstellung vor den Femen: „Hans^Hmlrng.^, bj5 && Mci$)t ba§ Opernhaus geschlossen. Schauspielhaus. Dienstag den 28. Juni*): „Im bunten Rock." Mittwoch den 29. Juni: Zum ersten Male: „Das elfte Gebot." Hierauf: Zum ersten Male: „Der Dieb." Donnerstag den 30. Juni, abends halb 8 Uhr: „Julius Cäsar." Freitag den 1. Juli: „Das elfte Gebot." Hierauf: „Der Dieb." Samstag den 2. Just: Zyklus klassischer Dramen: „Wallensteins Lager." Hierauf: „Die Piccolomini." Sonntag den 3. Juli: „Tas elfte Gebot." Hierauf: „Der Dieb." Montag den 4. IM: „Das elfte Gebot." hierauf: „Der Dieb." Dienstag den 5. Juki: Zyklus klassischer Dramen: „Wallensteins Tod." *) Anfang, wenn nicht anders bemerfi, abends um 7 Uhr. Harpen er Bergbau . . 202.90 Tendenz: Rrrhig. Rinder, 0 aus Oestreich, 207 Kälber, 186 Schafe und Hammel, 1496 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 71—73 Mk., 2. Qual. 66—68 ML, 3. Qual. 60-03Ml.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 70—72 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 60—62 Mk, 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber: l.Qual. 79—87Pfg., Lebendgewicht 50—52 Pf., 2. Qual. 77—82 Pfg^ Lebendgewicht 46—49 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 60—65 Pfg., Schafe: l.Qual. 68—70 2. Qual. 60—62 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 56—00 Pfg., Lebendgew. 43 Pfg., 2. Qual. 54—55 Pfg., Lebendgewicht 42—00 Pfg., 3. Qual. 48—50 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand bedeutend; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Heften für Dienstag, den 58. Juni 1904: Zeitweise heiter, bei kühler Nacht tagsüber wärmer, trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Cronberg (Tauwusft 27. Ium. Der Großherzog von Hessen und die Prinzessin Heinrich von Preußen trafen gestern mittag mittels Automobils von Schloss Wolfsgartcn auf Schloß Fried- richshof ein und kehrten gegen abend nach Wolssgarten zurück. D^er König von Dänemark war aus Wiesbaden gleichfalls auf Schloß Friedrichshof eingetrosfen und trat nach dem Lunch die Rückreise nach Wiesbaden an. Wiesbaden, 27. Juni. Zn dem Automobil Unfall des Erbprinzen von Schaumburg-Lippe meldet der „Rhein, Kurier": Der Unfall' ereignete sich gestern nachmittag 4 Uhr zwei Kilometer hinter Holzhausen a. d. Heide auf der Chaussee nach Ems. Ein Hund lief in das 'Automobil hinein. Dadurch wurde die Steuerung in Unordnung gebracht und das Automobil stürzte in den Chausseegraben und überschlug sich. Die vier Insassen wurden hinausgeschleudert Der Erbprinz, der Chauffeur und ein Diener des Prinzen blieben unverletzt. Der Kammcrherr v. Specht wurde gegen eine Telegraphenstange geschleudert, erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot Tie Leiche wurde nach Holzhausen überführt. London, 27. Juni. Sämtliche Blätter kommentieren den Besuch König Eduards in Kieb Tie konservativen Organe heben besonders hervor, daß der Besuch aus persönlichen und Familiengründen erfolge und daß die politische Wichttgkeit desselben eine untergeordnete ist^ „Daily Mail" schlägt einen deutschfeindlichen Ton an, welcher übrigens für die ministeriellen Blätter charakteristisch ist. „Daily Telegraph", der in der Regel gehässig gegen Deutschland schreibt, erklärt, der König werde sein möglichstes tim, um den Frieden aufrecht zu erhalten, aber er werde auch nichts tun, was zu der Meinung Anlaß geben könnte, als bestände eine englisch-deutsche Entente. „Morning Post" ist einer deutsch-englischen Verständigung, günstig gesinnt. Tie liberalen Blätter schlagen einen sympa- tischen Ton an. „Daily News" erklärt, das schwebende Mißverständnis zwischen England und Deutschland sei Dummheit, und sagt, daß, wenn König Eduard in Deutschland vollbringt, was er in Frankreich.vollbracht hat, er sich den Tank seines Volkes gesichert habe. Petersburg 27. Juni. General Misch tschen ko gelang es am Donnerstag, mit neun Sotnien Kosaken, drei Bataillone und zwei Batterien eine starke japanische Abteilung in der rechten Flanke zu umgehen und Kuroki zu schlagen. .Tie Kosaken verfolgten die Japaner 15 Werft. Durch dieses Treffen bei Sjagtau ist die Vereinigung der'Truppen Kurokis zeitweilig aufgehalten und eine größere Schlacht hinauS- geschoben. Tie Armee Kurokis konzentriert sich in Sinjan. Kleinere Gefechte finden täglich statt, wobei die Kosaken fyä) stets hervortun. Tas 17. Armeekorps ist zum größten Taile in Liaujang eingetroffen. Es ist nickt unwahrscheinlich, daß General Kuro- patkin sich den Japanern in den nächsten Wochen mit einer größeren Macht entgegenftcllt. als sie erwarten. Liaujang, 27. Juni. Tie zweite japanische Armee unter dem Befehl des Generals Oku hat sich auf der ganzen Linie zurückgezogen. Sie scheint darauf verzichtet zu haben, sich mit dem General Kuroki zu vereinigen. In Liaujang ist alles ruhig. Telephonischer Kursbericht Fr«nLtnr< a. 13., 27. Juni. 3*/2% Reichsanleihe . . 102.10 30/n do. ... 90.25 3'/,o/c Konsole .... 101.90 3n'r, do......90.30 .WA, Hessen .... 100.20 3V»% Oberhessen . . . —.— 4 % Oesterr. Go’drente . . 100.60 4's% Oestorr. Silberrente 100.00 4% Ungar. Goldrente . . 99.60 4O/o Italien. Rente , . . 103.45 4V,26 Portugieser , . . 61.10 Portugiesen.....60.10 1 % C. Türken .... —.— Tiirkenlose......127.00 4% Griech. Monopol.-Anl. 49.00 4Xl,% äussere Argentiner 44.00 3°/.> Mexikaner . , . 26.40 4,/o*!A Chinesen .... 89.00 Electric. ,Schuckert . . . 102*50 Nordd. Lloyd . . . . 100 30 Kreditaktien .... 201.60 Diakon tfr-Kommandit. . . 187.00 Darmstädter Bank . . 136.90 Dresdener Bank .... 150.70 Berliner TTandelsgee. . . 152.40 Oesterr. Staatsbahn . . , 136.20 Lombarden.....17.10 Gotthar ' bahn ..... 191.50 Laurnhütte...... 248.75 Bochum.......191.40 Harpnner . ... 202.50 Tendenz: fest. I Gießen (Wetzsteingafse 33), den 27. Juni 1904. 5552 was wir Freunden, Bekannten und Verwandten mit der Bitte um stille Teilnahme hiermit anzeigen. Die tieftrauernden Eltern: Karl Beil und Frau, geb. Rinn. Todes-Anzeige Heute Nacht verschied nach kurzem, schwerem Kranksein unser innigst geliebtes Töchterchen ^5^* I Todes-Anzeige. Ö Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, HB daß unsere liebe Tochter, Schwester und Nichte Lissäe SSemaato B nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 161/, Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: H Familie Heinrich Demuth. H Gießen (Neuenweg 8), den 25. Juni 1904. 03629 H M Die Beerdigung findet Dienstag den 28. Juni, nachmittags M 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über bas Vermögen des Maurermeisters Wilhelm Gundrum von Reiskirchen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, am 23. Juni 1904. Großh. Amtsgericht. [5540 Arbeitsvergebung Die Weiffbirrderarbeit zur laufenden Unterhaltung der Gebäude der Gewerbeschule soll Samstag den 2. Juli d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzurcichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 25. Juni 1904. Städtisches Hochbauamt. I. V.: Altvater. 5551 Versteigerung. Dienstag den 28. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 20 Mille Cigarren, 200 Flaschen Südweine, Kognak und Liköre, 1 Billard, 1 Glasschrank, 1 Tafel' klarster, 1 Fahrrad, 2 Näh- rnaschinen, 1 Schreibtisch, 1 vollständiges Bett u. sonstige Möbel 5557s Born, Gerichtsvollzieher. ^ANGELEGENHEITEN eU.bSoSl rUJq Haase. V/g-C^sei, Sommersproffen. Herr Dr. Mück, Glarns! Endlich komme ich dazu, Ihnen das Resultat Ihrer brieflichenBehand- lung mitzuteilen. Die Flecken in meinen» Gesicht, sowie die Sommcrfproffeu meiner Cousine sind vollständig verschwurrden und bringe Jhiren unfern beiderseitigen herzlichen Dank entgegen, auch werde ich Sie bei meinen Bekannten gerne empfehlen. Ber- wangen, Post Riedern (Baden), den 17. Juli 1903. Luise Fricker. Adresse: O. Mück, prakt. Arzt in Glarus 75 (Schweiz). 5151 Baten ernpfiehlt 5462 J. M. Schulhof. 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