9it. VÄ'A •rfftdnt tSgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Familien- Hölter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untvers^Buch-u. Steindruckerei. R. Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuistraße 7. Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. Fkrnsprechanichluß Nr. 61. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Freitag 27. Mai 1904 YezngSprelAr monatlich 76 Ps^ oiettel- jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertsl- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür tue Tagesnummer bis vormUtags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pß, auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich Khr den oolit. und nugem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen MUZ W zeigenteil: Hans Beck. GietzenerAnzeiger " General-Anzeiger ** Zer Krieg zwischen Zapan unb Wußtand. Drei japanische Schiffe bei Port Arthur nntergegangen! Petersburg, 26. Mai. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser vom 25. Mai lautet: Ich erhielt heute einen Bericht des Admirals Mtthöfft. Der Feind beschoß die In t s ch e n d sib u ch t mit Kanoneubooten. Am 19. Mai versuchtendieJavaner nachts, die Reede von Port Arthur durch Minen zu sperren. Hierbei gingen, wie man auf Grund von Beobachtungen an der Küste glaubt, ein Dampfer und zwei Torpedoboote unter. Vom 18. bis 21. Mai wurden auf der Reede von Port Arthur elf feindliche Sperrminen aufgefischt. Aus Dalnh wurden der Handels- dampfer „Amur", ein Baggerschiff und eine Dampfbarkasse nach Port Arthur gebracht' Weiteres vom Kriegsschauplätze. London, 27. Mai. Die „Morniug Post" meldet aus Tokio vom 26. ds., daß Kinchau nachmittags von den Japanern beseht wurde. Die Japaner rücken zum Angriffe gegen die Russen vor, welche die Höhen im Süden der Stadt besetzen. London, 26. Mai. Eine Blättermeldung aus Tokio von heute besagt: Die Japaner vertrieben gestern die Russen aus Rankialing, erstürmten und nahmen heute nach heftigem Kampfe Kintschou. Tsch i fu, 26. Mai. (Reuter.) Dem Briefe eines japanischen Korrespondenten zufolge landeten die Japaner am 19. Mai ein Regiment in der Kerrbucht. — Eine Dschunke, die Dalny am 23. Mai verließ, berichtet, die "apanische Armee hätte Sanschilipu, die zweite Eisenbahnstation von Port Arthur, erreicht, wobei die Russen hartnäckig ihrem Vorrücken Widerstand leisteten. Söul, 22. Mai. Bei Sans ch ilipu soll eine Schlacht stattgefunden haben, deren Resultat noch nicht bekannt ist. Tie Russen bei Talienwan seien bereit, die Stadt beim Anrücken der Japaner zu zerstören. Tokio, 26. Mai. (Reuter.) General Kuroki berichtet vom 25. Mai: Rach einem Gefecht bei Togu nahm die russische Kavallerie Stellung bei Patao shi. Die Japaner griffen an und schlugen sie. Eingeborene erzählen, drei Russen seien gefallen, 18 verwundet. Am Nachmittag wurden ein russischer Offizier und ein Gemeiner gefangen genommen. Petersburg, 26. Mai. Ein Telegramm des Generals Sacharow an den Generalstab vom 25. meldet: Um Föngwangtschöng ist in der Gesamtlage keine Veränderung eingetreten. Wie die russische Kavallerie berichtet, errichteten die I a p a n e r rings um FöngwangtschöngBe- festiguugen. Daselbst seien gegen 30000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie mit 36 Feldgeschüyen zusammengezogen. Die Vorhutabteilungen des Feindes seien bis auf 30 Werst nördlich vom Fluß Aiho vorgeschoben. Sie stehen auf dem Gebiet zwischen Föngwangtschöng und der Aihomündung init der Front nach Saimadsa und Kuandianiiam Vom Aiho rücken die Japaner nicht weiter nordwärts vor. Wie gemeldet wird, sind die Pferde der japanischen Reiterei entkräftet und wundgerieben. In der Umgebung von Pitsewo und auf der Kwantunghalbinsel stellten russische Streifwachen am 23. Mai fest, daß Abteilungen der japanischen Vorhut die Höhen im Süden der Station Wafandian besetzt halten. Einige Werst weiter stehen zwei Eskadrons, sowie 21/2 Kompagnien des 12. Infanterie-Regiments. Diese werden auf t)en Flügeln von Jnfanteriefeldwachen gedeckt. Jede Feldwache zählt gegen 40 Mann. Weiter nach Süden befinden sich in den Dörfern bei der Eisenbahnlinie Infanterie und Kavallerie. Bei Pulandian ist eine aus drei Waffengattungen bestehende Abteilung zusammengezogen, etwa 3000 Mann mit fünf Geschützen. In der Umgebung von Pitsewo und weiter südwärts fahren die Japaner fort, Truppen zu landen und von dort rücken die Truppen nach Süden auf Kintschou vor, indem sie nach Westen Sicherungsdetachements entsenden. Wie Chinesen berichten, fand am 18. Mai bei Kintschou eine Schlacht statt, in der^ die Japaner 700 Mann verloren haben sollen. Die russischen Verluste sind weniger bedeutend, (Hier findet also die japanische Meldung von der Einnahme Kintschous noch keine Bestätigung. D. Red.) Bei Takuschan begannen die Japaner vor 5 Tagen Truppen zu landen, nach einer Meldung 50 000 Mann Infanterie. Die Richtigkeit dieser Angaben ist jedoch nicht genügend geprüft. Die gelandeten Truppen marschieren aus Takuschan nach Ssiujan, sowie auch in der Richtung auf' Port Arthur nach Tschintaitsy. Ein in der Nacht vom 20. auf den 21. Mai bei Sithutschindsa erfolgter Zusammenstoß einer Sotnie mit einer japanischen Abteilung richtete unter den Japanern große Verwirrung an. Sie eröffneten ein völlig ungeordnetes Feuer auf die Kosaken, sowie wegen der Dunkelheit auch auf die eigenen Mannschaften. Die russische Streifwache gelangte am 21. Mai in den Rücken der japanischen Armee ber Tasantschingsa auf dem großen Wege Sachodsa-Liaujang und bemerkte nur eine 300 Mann starke Mteilung. Die Streifwache beobachtete ferner, wie große Fuhren die Straße passierten. Im Verlaufe von 16 Stunden zogen nicht weniger als 18 000 Kulis, Chinesen und Koreaner, und 200 Wagen an der Streifwache vorüber, deren Pferde von den Japanern getötet wurden, sodaß sie zu Fuß zurückkehren mußten. Petersburg, 26. Mai. Ein Augenzeuge berichtet über den Kampf nördlich von Takuschan am 20. Mai: Eine Kosaken-Sotnie marschierte von Takuschan nördlich, als plötzlich abends in der Nähe des Dorfes Sithutschindse drei Schwadronen Japaner anrückten. Der Kommandeur der Sotnie Beksmi- schew kommandierte: Vorwärts!, worauf sich die japanische Kavallerie zurückzog. Im Vorgehen erst bemerkten die Russen zahlreiche japanische Infanterie, die in einem Hinterhalt gelegen hatte. Tie Japaner eröffneten ein lebhaftes Feuer. Beks- mischew wurde schwer verwundet, ebenso 2 andere Offiziere und 80 Kosaken. London, 26. Mai. Nach hier eingelaufenen Meldungen hat sich das Wetter in der Mandschurei gebessert. Die Regengüsse haben aufgehört. Nach weiteren Meldungen sollen in Niutschwang wieder 9000 Russen einmarschiert sein. Der Gesundheitszustand der russischen Truppen. Petersburg, 26. Mai. Der Inspekteur des Medizinalwesens der mandschurischen Feldarmee berichtet, daß der Gesundheitszustand der Truppen ausgezeichnet sei und kein Fall von Pest sich ereignete. Am 25. Mai herrschten in der ganzen Armee, abgesehen von Port Arthur, die folgenden Krankheiten: 6 Fälle von Tyssenterie, 8 Fälle von Abdominaltyphus, 3 Fälle von Flecktyphus, 6 Fälle von Typhus anderer Art, 1 Fall Pocken, 1 Fall von Karfunkel, 1 Fall Skorbut, 1 Fall Masern; im ganzen 27 Fälle. Im April kamen frei einem Regiment 5 Fälle von Rückfalltyphus vor. Jetzt ist die Krankheit erloschen. Die Gesamtzahl der Erkrankungen weist keine Ueberschreitung der Zahl der Erkrankungen zu gewöhnlicher Zeit auf. Die schwimmenden Minen. Petersburg, 26. Mai. Bezüglich der Washingtoner Meldung, daß die Marine-Attaches der Vereinigten Staaten Weisung erhalten hätten, über die Gefahren zu berichten, welche der Neutralität der Schiffahrt durch die schwimmenden Minen an der mandschurischen Küste drohen, erfahren die „Nowosti" und die „Nowoje Wremja" von offizieller Seite, daß gegen die Einholung der Berichte in keiner Weise seitens Rußlands eine Einwendung erhoben werde. Außerdem würde sich nach Beendigung des Krieges Rußland einem von den Vereinigten Staaten oder England .ausgehenden Vorschläge, der Frage der schwimmenden Minen näher zu treten, anschließen. Mobilmachnng. P a r i s, 26. Mat. Der Petersburger Korrespondent des „Echo de Paris" berichtet aus Rußland: Zur Beendigung des russisch-japanischen Krieges sei die Mobilmachung von 2 Millionen Soldaten beabsichtigt. Diese Mobilmachung werde progressiv vor sich gehen und in den östlichen ^Provinzen beginnen. Ein Staatsmann soll dem Korrespondenten des genannten Blattes erklärt haben, Rußland werde eher der ganzen Welt den Krieg erklären, als eine Demütigung über sich er - aehen lassen. — Dasselbe Blatt berichtet, daß der deutsche Kaiser außer dem Telegramm: Rußlands Trauer sei auch deutsche Trauer, noch mehrere andere sehr sympathisch gehaltene Telegramme tfn" den Zaren gerichtet hat. Der Korrespondent glaubt, daß der Kaiser damit den Zweck verfolge, Deutschland aus seiner Isolierung herauszubringen. (Leeres Geschwätz! D. Red.) Der koreanische Gesandte. Berlin, 26. Mai. Der in Petersburg beglaubigte koreanische Gesandte gedenkt sich heute auf seinen Posten nach Petersburg zurückzubegeben. Auf der koreanischen Le- gation, wo der Gesandte Wohnung genommen halte, wurden die Meldungen bestätigt, wonach der Gesandte lediglich in privaten Angelegenheiten nach Berlin gekommen sei. Krtrakonzert des Konzertvereins zum Westen eines Tyeater- und Saalbaues. Gießen, 27. Mai. Wie schon in einer früheren Notiz hervorgehoben wurde und aus dem Inseratenteil des gestrigen Blattes ersichtlich, veranstaltet der Konzertverein am Sonntag den 5. Juni in der Turnhalle ein großes Extrakonzert zum Besten eines Theater- und Saalbauprojektes. Das Konzert hat nicht nur wegen dieses Zweckes, zu welchem sich der ausführende „Schuler'sche Männe r ch 0 r" mit seinem Dirigenten, Herrn Universitäts-Musikdirektor Trautmann, bereitwilligst und uneigennützig zur Verfügung gestellt hat, ein besonderes Interesse, sondern auch deshalb, weil der Konzertverein hiermit zum erstenmale im Wesentlichen Werke aus der M ä n n e r g e s a n g - vereinslitteratur im' Programm bietet. Er liefert damit den Beweis, daß er, wie sein hochverdienter Dirigent, Herr G. Trautmann (welcher bisher traft seines Amtes in Gießen lediglich Orchester-, Oratorien- und Kammermusikaufführungen leitetet auch diesem Zweige der Musikliteratur sich nicht verschließt, und dies muß für em größeres Konzertinstitut, wie es in Gießen von dem Konzertverein repräsentiert wird, lobend anerkannt werden! — Haben wir doch vor wenigen Tagen erst Gelegenheit gehabt, bei dem Gesangswettstreite in den Einzelklassen zum Teil vortreffliche Darbietungen aus dieser Literatur zu hören, ich brauche ja nur an die Gesangsleistungen des Frankfurter Vereins Thalia, des Bierstädter, Cassel-Welhcidener Vereins zu erinnern. Man konnte gerade gelegentlich dieser Gesangsvorträge sich überzeugen, was hier in musikalischer Hinsicht tatsächlich geleistet wird und- geleistet werden kann! Unstreitig ist das Interesse für die Männergesangliteratur augenblicklich auch bei denjenigen wach gerufen worden, welche sich bisher dieser Art von Gesangsleistungen gegenüber etwas ablehnend verhielten. Aus diesem Grunde dürfte aber auch das jetzt bevorstehende Konzert einen Anziehungspunkt für das musikalische Publikum Gießens und der Umgegend bilden; die Aufführung bietet eine wertvolle Ergänzung und Vervollständigung der uns in letzter Woche gebotenen Männergesangsliteratur, insofern sie, wie das Proaramm zeigt, neben einer Auswahl der schönsten Volkslieder und a capella Kunstgesänge drei größere Chorwerke mit Orchesterbegleitung bringen wird. Bekanntlich ist Schubert einer der ersten gewesen, welcher die dynamische Wirkung des Männerchores durch Orchesterbegleitung zu erhöhen strebte, und seinem Beispiel sind Richard Wagner, I0h. Brahms, Max Bruch, Brambach, Scholz u. a. gefolgt. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die Orchester- begleituug für die neueren Bestrebungen, den Männergesang in seiner Kraft und Tonentfaltting zu unterstützen, den richtigsten Weg darstellt, und daß auf diese Weise musikalisch bedeutendere und größere Kompositionen geschaffen wurden. (Man vergleiche R. Wagner, „Liebesmahl der Apostel", Bruch, „Frithjof", „Da- majanti", das neueste Werk von Max Bruch, u. a.) Unverkennbar sind allerdings auch die äußeren Schwierigkeiten, welche diese Art größerer Chorwerke mit Orchesterbegleitung, wenigstens für kleinere Vereine mit sich bringen, vor allem die vollere Besetzung des Chors und das Erfordernis eines Orchesters. Der Schule r'sche Chor, welcher sich dem Konzertverein zur Verfügung gestellt hat, kann diese Schwierigkeiten deshalb überwinden, da er über ausreichendes Stimmmaterial (über 100 aktive Sänger!) verfügt. Er hat sich mit der Sinfonie- Kapelle des Zoologischen Gartens nur aus dem Grunde vereinigt, weil er in allen größeren Aufführungen in Franffurt am Main, wie auch auswärts, von diesem Orchester bisher begleitet wurde, also „mit ihm gut eingesungen ist." — Der Verein genießt in Frankfurt einen ausgezeichneten musikalischen Ruf; die von ihm alljährlich im großen Saale des Saalbaues veranstalteten Konzerte sind sozusagen immer ausverkauft. Im März dieses Jahres konnte der Verein sein 40jährigesStift- ungsfest feiern. Dezember 1903 hatte er als Vorfeier dazu ein vortrefflich gelungenes Konzert int Saalbau unter Leitung des Herrn Universitätsmusikdirektor G. Trautmann veranstaltet, über welches sich die Kritik bezüglich der Gesangsleistungen übereinstimmend günstig äußerte. Der Verein hat sich aus einem im März 1864 gegründeten Männerquartett (Schulersches Männerguartett) von 16 Mitgliedern des Sachsenhäuser Turnvereins, zunächst unter der Leitung seines hochverdienten Mitbegründers und langjährigen Dirigenten Schuler, allmählich zu einem größeren Männerchor entwickelt. 1884 hat der Verein mit 54 Mitgliedern als „Schuler'scher Männerchor bei dem Gesangswettstreit in Bonn einen hervorragenden Preis errungen. 1891 beteiligte er sich mit gleichem Erfolg an dem großen internationalen Wettstreit in Wiesbaden, 1892 trat er noch einmal in Karlsruhe erfolgreich in Konkurrenz mit der „Harmonie-Zürich" und einigen Mannheimer Vereinen. Nachdem Schuler krankheitshalber das Dirigentenamt niederlegen mußte, übernahm zunächst Heinrich Kl ah re (ehemaliger dritter Kapellmeister der Franffurter Oper), nach dessen Tode Georg Krug die Leitung des Vereins; feit zehn Jahren ist Gustav Trautmann der musikalische Leiter des Vereins. Inzwischen ist der Verein an Mitgliederzahl sehr gewachsen, sodaß er jetzt 110 aktive Sänger zählt. Der Schuler'sche Chor hat, getreu seinem Wahlspruch: „Vorwärts streben, nimmer müde, wie im Leben, so im Lied e", unter den genannten Dirigenten, wie besonders unter der energischen gewissenhaften Führung Trautmanns fleißig weiter gearbeitet und genießt auf dem Gebiete des deutschen Männergesanges einen musikalffch guten Ruf! Er hat in fleißiger Arbeit diesen Ruf nicht in Frankfurt allein, sondern auch auswärts, so z. B. durch ein im Sommer 1902 in Nürnberg stattgehabtes Konzert, noch vermehrt. Sein jetziger Dirigent, Herr Gustav Trautmann, hat, unbeeinflußt von allen modernen Üebertreibnngen auf dem Gebiete des a capella Gesanges, seinen Verein, welchem er auch nach seiner Berufung nach Gießen treu geblieben ist, auf eine respektable Höhe der musikalischen Leistungsfähigkeit gebracht. Wir sehen ohne Zweifel einem großen Kunstgenuß entgegen. Ueber das Programm werden wir demnächst etwas genauer berichten. . . . r. Frankfurt, 26. Mai. Die musikalische Welt Frankfurts ist eben mit den letzten Vorbereitungen für die 4 0. Tagung des Allgemeinen deutschen Mnsikvereins beschäm tigt. Im „Salbau" finden lang ausgedehnte Proben für die einzelnen symphonischen und Kammermusik-Aufführungen statt, teilweise im Beisein der Komponisten, die bereits größtenteils in Frankfurt ein getroffen sind. Der Schöpfer der Festoper Herr Waldemar von Bausnern weift schon längere Zeit hier. Unter seinen Angen vollzog sich die Einstudiernng der technisch ungemein schwierigen dreiaktigen Oper „Der Bundschuh", die morgen (Freitags abend vor einem Parkett von Musikern und Komponisten in Szene geht. Kapellmeister Dr. Kunwald wird das Werk aus der Taufe heben. Das Suiet behandelt ein ttagisches Ereignis aus dem armen Konrad, den Bauernkriegen — die Erstürmung der Helfensteiner Burg durch die Bauern und der Untergang des Grasen von Helfenstein. Das Textbuch rührt von Otto Erler her und zeichnet sich durch geschickte Entwicklung, sicheren Szenenaufban und eine gewisse Realistik aus, nur gegen Ende des Dramas stockt der Fluß der Handlung. Die Musik besitzt Kraft, dramatischen Schwung und zweifellos interessante instrumentattve Züge, denen die melodiösen nicht nachstehen sollen. Die einzelnen Partien sowohl, wie der ganze szenische Apparat und nicht zum mindesten die Partitur selbst stellen die größten Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Oper. Außer Bausnern studiert Richard Strauß, eben erst aus Amerika zurück- gekehrt, wo er übrigens, was ihm vielfach übel genommen worden ist, u. a. auch in einem großen Warenhause konzertiert hat, seine „Sinfonia domestica" ein, welche die Widmung trägt: Meiner lieben Frau und unserem Jungen. Das Werk beansprucht ein Orchester von 108 Instrumenten und wird durch seine stilistischen Konttaste überraschen. Von starker Wirkung dürsten, nach den Proben zu schließen, der erste Satz (der Mann) und der zweite (die Fran) sein, der sehr kapriziös gehalten ist. — Jean Louis Nicod6 ist aus Dresden hierhergekommen, um der Vorbereitung seiner Symphonie in einem Satz, „Gloria", ein Sturnr- und Sonnenlied, beizuwohnen. Die umfangreiche Arbeit verwertet in den beiden Schlußteilen als Zitate das „Dona nobis pacem" auch das „Missa solemnis" und den Anfang des Wach-aus-Chors aus den „Meistersingern"; das ganze ist ein Tongemälde von vielfältigsten Reizen. Siegmrmd von Hausegger, der Dirigent der Museumskonzerte und Festdirigent, bringt eine programmatische Dichtung: „Wieland der Schmied" zur Aufführung. Bruno Walter ist aus Wien gekommen, um seine „symphonische Phantasie" einzustudieren. — Im Publikum bringt man der Parade des modernen musikalischen Schaffens das größte Interesse entgegen, die einzelnen Festkonzerte-werden vor ausverkaustem Saal vor sich gehen. Mannheim, 26. Mai. Bei der heutigen Fesffitzung dct Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker wurde die alljährlich vom Verein zu vergebende aoldene Liebig- Medaille an Tirektor Dr. Kai sch in Ludwigshafen für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der angewandten Chemie verliehen. Teilen utocrieugung i|i, uug eine sotuiicyiuny un uiuyiivn- . , rAL„t;x.„ Versorgung für die Erhaltung der Baumwollindustrie, von der herein zeichnete einen ansehnlichen Oeldl etrag. Die Prä> miierung findet nm 4. Juni vormittags statt. Mit der Aus- a L 2. c 3. Um Ehrenvorsitzenden der Ausstellung, Geh. Reg.-Rat Schönfeld- Schotten, einen vom Grafen zu Solms-Laubach, der Stadt Ulrichstein, sowie von privater Seite. Der landwirtschaftliche u s Gießen läßt sich in Bad-Nauheim als Anwalt Der evangelisch-soziale Kongreß. Breslau, 25. Mai. In der heutigen Sitzung des 15. evangelisch-sozialen Kongresses erstattete zunächst der Generalsekretär Pastor lic. Schneemelcher- Rummelsburg den Jahresbericht, nach dem der Kongreß tätige Unterstützung für alle mit Aussicht auf Erfolg und wo auch immer unternommenen Bestrebungen zur Ausdehnung des Baumwollbaues wachzurufen versuchen, da der Kongreß der festen Ueberzeugung ist, daß eine Vermehrung _bcr Rohstoffnieder. — Aus Anlaß der bei dem Gesanaswettstreit in Gießen errungenen Preise brachte der Gesangverein „Thalia" in Frankfurt seinem Dirigenten, Lehrer Wilhelm Kropp in Sachsenhausen ein Ständchen. — In Höchst entgleiste am 27. d. Mts. nachmittags gegen 3 Uhr die Königsteiner Zugmaschine. Das Geleise nach und von Soden war längere Zeit hindurch gesperrt, so daß die Passagiere daher und dahin umsteigen mußten. — In Darmstadt hält der Allgemeine deutsche Realschulmännerverein seine Delegiertenversammlung ab. Die erste Sitzung ist am Samstag, den 28. d. Mts. Eine Vertreterversammlung der Ortsgruppen des „Vereins für die Gleichstellung der höheren Schulen in Hessen" wird anläßlich der Tagung am Sonntag, 28. Mai, abends 6l/2 Uhr, nn grünen Zimmer des „Kaisersaales" abgehalten. Vermischtes. * Bad Käsen, 26. Mai. Die geplante Erbauung ines Korpshauses ist bei den Verhandlungen des ______, Von Bahia diese Meinungen im einzelnen. Allerdings sei nicht zu leugnen, I eingelaufene Nachrichten sagen, der Handel in der Stadt liege daß das soziale Jnt-resf- der Pastorenkreise in den letzten seit zwei Tagen ° ° llst ° ndig d ° rni - der, als Protest gegen r a t V ' \ Mnh nitA bic lästigen Maßregeln wegen der Steuern auf Alkohol. Die zehn Jahren zuruckgegangen fit. (Widerspruch.) , ^"0 auch sanken und Hotels hätten gestern geschlossen. in anderen Kreisen fit eS so. Es fit viel leichter, em brüber- _■ - - <■ ■ ■ "_ l— liches Interesse und Verständnis für die Hottentotten und TLiic Jtfaht Ullh finiÜL Kaffern zu erwecken, als das Verständnis für die moderne dr - 1Qn, Arbeiterschaft im eigenen Lande. (Zustimmung und Wider- „ V”/ 2£’ n spruch.) Nur ein Punkt bleibt wunderbarerweise, der dem sVs'9 modernen Arbeiter im Christentum imponiert, das ist die haben dem Pfarrer Wilhelm Wahl zu Nieder-Florstadt bic Person Christi selbst. Der Arbeiter sagt auch heute noch, es evangelische Pfarrstelle zu Beienheim, Dekanat Friedberg, wäre besser, wenn alle Menschen so leben würden, wie Christus ertragen. gelebt hat. Darum heißt es: Kirche, kehr- um zu deinem "Die 40. Jahresversammlung der Sudwest- Meister überall und ganz! Es gelte: st °»tsch - n K ° nf - r e n, s u r I n n e re M: s,, ° n wird nom tapfere männliche Lebens- und Kulturkreudigkeit zu be-11. 3. Juni dieses Jahres in Straßburg tagen. Dl« kommen (ernster, aber nicht pietistischer Standpunkt); Konferenz beginnt mit einer Sitzung der vereinigten Aus- das wahre Christentum ohne Klassengeist als Macht der schüsse, woran sich der Festqottesdienst in der Jung-St. ehrlichen Brüderlichkeit und der gründlichen ^eterÄir^e «nschließen wird (Festprediger: D. Stöcker). Die Forlst^ttft^ mt a 5U C,ü 1 ’ ° Hauptversammlung am Dienstag vormittag wird einen Vor- Jesus als Meister und Retter von Sünde und Tod zu kennen trag von Pfarrer Dr. Klaiber-Grafenhausen über die Betracht den orthodoxen Standpunkt vertreten). kämpfung der volksverderblichen Literatur bringen. Das die modernen Arbeiter dem Christentum wieder zu-1 dessen Thesen bereits vorliegen, wird eine umfassende zuführen, muß mit dem Kirchenstuhlvermieten, mit den un- Darstellung der schlechten Literatur geben und auf Grund sozialen Gebührentaxen aufgeräumt werden. Die Pastoren I desselben auffordern zu einer gemeinsamen Aktion aller derer, sollten sich auch den gesalbten süßen Ton abgewöhnen. (Bei-1 bis jetzt einzeln gegen diesen Schaden gekämpft haben, fall.) Der Geistliche soll nicht Politik treiben, aber er soll Der Abend soll mit einer geselligen Vereinigung ausfüllt ein starker Anwalt sein gegen den Klassengeist und für eine I ^.xx^en, bei welcher Erfahrungen aus der Inneren Missions- krästige Sozialreform. (Lebhafter Beifall.) arbeit mitgeteilt werden. Am Nachmittag ist Gelegenheit zur " .ii—ii Teilnahme am Jahresfest der Rettungsanstalt Neuhof gegeben, ühlilfdlES Ufidl bei welchem Pfarrer v. Schlosser-Gießen die Festpredigt halten " , * 7 , , , wird. Nach einer Morgenandacht von Militäroberpfarrer a. D. r • derlin, 26. Mai. Kars^ unte^ahm bald nach Steinwender wird am Vormittag des dritten Tages Direktor ferner Ankunft inProke 1 wrtz in Gesellschaft bes Fürsten TOurfter über Neue Bahnen in der Fürsorae für die Dohna einige Jaadausftüge, bet denen der Monarch am I * 7 , r . c Vormittage drei Böcke, am Nachmittage zwei Böcke zur konfirmierte männliche j^ngeni) referieren. Auch feine ^hesen Strecke brachte. Das anfänglich kalte Wtter hat jetzt einer hegen vor und versprechen durch die Herauvhebung des Guten, milden, prächtigen Witterung Platz gemacht. was die neuesten Bestrebungen auf diesem Gebiete haben, eine — Der 7. internationale Kongreß für gewerb- wesentliche Bereicherung der Technik der von der Inneren lichen Rechtsschutz nahm heute den Antrag an, daß Mission aus ins Leben gerufenen Jünglingsvereine. — Eine innerhalb des Unionsgebietes der Markenschutz nicht I soeben erschienene Festnummer des Organs der Südwest- vom Schutze im Ursprungslande abhängig gemacht wird: deutschen Konferenz (Monatsblätter für Innere Mission) ent- serner einen Antrag Vigouroux, nach welchem dte aus eine durch zahlreiche Bilder belebte Darstellung der Jndividualmarken bezüglichen Vorschriften der Pariser Kon- Liebestätiakeit Straßburgs üention aus Kollektivmarken anwendbar sind, die von Be- christlichen ebestätigte.t ^vburgs Hörden, Verbänden, Vereinen ustv. angenommen sind, unter $ A § ” der Bedingung, daß diese Bereinigungen den Nachweis ihrer Studenten auf deufichen Universitäten liefert un Verhältnis Rechtsfähigkeit im Heimatlande erbringen. Schließlich zur Einwohnerzahl feit Jahren das Großherzogtum Hessen, wurde ein Antrag Selegsohn angenommen, der die Be- Im Durchschnitt kommen auf 100 000 Bewohner des Deutschen schlagnahme der als retchswidrig bezeichneten Waren in Reiches 62,2 Studenten. Hessen aber überragt auch diesmal Absatz 1 und 3 des Artikels 9 der Pariser Konvention obliga- nieder alle anderen Staaten weit mit über 103 Studenten Kösener 8. C., die vorige Woche hier stattfanden, seitens der aktiven Korps beschlossen worden. Zu diesem Zwecke soll ein jährlicher Beitrag von je 10 Mk. auf die Zeit von vorläufig 5 Jahren von den Mitgliedern der Korps erhoben werden. Nach dem Projekt soll das Korpshaus große Verhandlungsund Festsäle, sowie geräumige Restaurationslokalitäten enthalten ; die Bausumme ist auf 250000 Mk. veranschlagt. Mit den Vorbereitungen zur Verwirklichung des Projekts ist das Korps der alten Herren in Dresden beauftragt worden; auf dem nächstjährigen Kongreß des Kösener 8. C. soll dann endgültig hierüber Beschluß gefaßt werden. * Dresden, 26. Mai. Der Großindustrielle Dr. ing. Friedrich Siemens, Begründer bedeutender Glasfabriken, ist in Dresden gestorben. • Görlitz, 26. Mai. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde der Rangierer Schneider von einem Rangierzuge überfahren und getötet. * Weinheim, 26. Mai. Der hier auf so tragische Weise durch Gift als Selbstmörder aus dem Leben ge- chiedene Student war der 22 jährige Hans Sonntag aus Braunschweig. Er gehörte dem Korps Rhenania-Braun- chweig an. Ein Sittlichkeitsverbrechen scheint doch verübt worden zu sein. Es steht ober Aussage gegen Aussage. Das 9 jährige Töchterchen des hiesigen Gastwirts „zum grünen Laub" gibt an, daß an ihm ein Attentat abends in der bekannten Fuchsschen Mühle verübt worden sei und bezeichnete nächsten Morgen Sonntag als den Uebeltäter, während andere gleichalterige Mädchen, die gesehen haben wollen, daß die Vergewaltigte in die Scheune gelockt worden fei, behaupteten, Sonntag sei der Betreffende nicht gewesen. Da die Staatsanwaltschaft den Studenten nicht in Freiheit fetzte, obgleich hohe Kaution geboten war, scheinen doch wichtige Verdachtsmomente vorzuliegen. Sonntag hat den Wunsch schriftlich ausgesprochen, so lange hier beerdigt zu bleiben, bis seine Unschuld festgestellt worden sei. Gewiß aber sonderbar ist, daß der junge Mann so starkes Gift bei sich trug, das trotz genauer Durchsuchung bei Einlieferung ins Haftlokal nicht entdeckt wurde. * Lauenburg, 26. Mai. Durch Funken aus einer Lokomotive brach in Scharnebeck Feuer aus und äscherte sieben Gebäude ein. * Wien, 26. Mai. Der Göttinger Philologie- Professor Meißner, der am Dienstag wenige Stunden vor seiner Hochzeit aus Wien verschwunden ist, gab bis heute kein Lebenszeichen von sich, auch konnte seine Spur noch nicht entdeckt werden. Besorgniserregend ist es, daß er sein ganzes Gepäck und auch fein Geld in Wien zurück- gelassen hat. Universitätsprofessor Dr. Rudolf Meißner steht im 46. Lebensjahre und verlobte sich in Göttingen mit der Tochter des Arztes Dr. F. Die Großmutter der Braut, eine Baudirektorswitwe wohnt in Wien. Die junge Dame steht im 23. Lebensjahre. Dr. Meißner war ihr sehr zugetan. Zum Grübeln veranlagt, äußerte er während des Brautstandes wiederholt Bedenken, ob es ihm auch vergönnt sein werde, die Auserkorene glücklich zu machen. Er fand, daß die Altersdifferenz zu groß fei und wollte zurücktreten. Die Vermählung sollte in Wien, im Hause der Großmutter, vorgestern nachmittag gefeiert werden. Fräulein F. war mir ihren Eltern nach Wien gekommen und auch Professor Dr. Meißner war vor acht Tagen hier eingetroffen und be der Großmutter der Braut abgestiegen. Die Vorbereitungen waren in bestem Gange, die junge Hauswirtschaft in Göttingen eingerichtet, Gäste waren angekommen. Trotz alledem aber äußerte Professor Meißner wiederholt zu vertrauten Freunden, es wäre vielleicht doch besser, wenn er zurückträte, da dic Altersdifferenz zwischen ihm und seiner Braut zu groß sei torisch macht. auf 100 000 seiner Bewohner. Danzig, 26. Mai Heute nachmittag traftn hier der - Großen-Linden, 26. Mai. Anläßlich der Besei- fanÄ mtt s°°L H-ung b" Meten Verputzes d-s Wohnhauses Haupstr. 88, Gemahlin, welche morgen das Linienschiff „M" Besitzer Ludwig Menges I., zeigte sich aus dem Erb auungs- t auf en wird, der Adjutant des Statthalters v. Hornstein '.ahre 1617 folgende Inschrift: „Al Ding auf Erd aus Bayern und Geheimer Regierungsrat Sieveking ein. vergänglich ist, Dem Wort, Herr Jesu Christ, bleibt wahr, Mit dem gleichen Zuge kam Admiral v. Tirpitz an. I beständig und gerecht, obschon die Welt dasselb verschmäht. ,jj_ .. -----je---'l- ■— Wer Christ glaubt und Ihm vertraut, der hat weislich und ÄUöllUlÄ. wol gebaut." Außerdem tragt ein über der Haustür an- , .. ", gebracht gewesener Riegel die Inschrift: „In diesem 1617. Jar ffietWÄÄ bief« Bou erhoben und -warum 17. Martz. Di- Hani Rousset (liberal) fülltet, daß man dahin komme, in Frank- Got bewars vor Feuer und Brand. reich eine Miliz zu bilden. Im weiteren Verlaufe der De- e. Lich, 26. Mai. Heute wurde im fürstlichen Schlosse batte führte Rousset aus, die Mobilisation werde, wenn die Chlodwig von Hessen—Philippsthal—Barchfeld keusch Ä“ mit Prin 8 «ff in K aroli n -zu Sol m S-H o he nsolms halb der Krieg erklärt ist, sogar noch vor der Kriegserklärung. I—Lich durch Stiftsdechant Klmgelhoffer getraut. Wegen Redner kommt schließlich trotz seiner prinzipiellen Zustimmung der Trauer um das Ableben der Mutter der Braut fand die zu dem Gesetze zu dem Schlüsse, daß die Vorlage abzulehnen sei. ~eiec im engsten Familienkreise statt. Das hohe Paar wird b®=Ä: ÄÄTe» beendigter Hochzeitsreise seinen dauernden Wohnsitz im Dienstzeit die Heeresorganisation noch stärker zu gestalten, als I Schlosse zu Rothenburg an der Fulda nehmen. Die hier heute Redner tritt für den vom Senat angenommenen Wortlaut in Pflege befindlichen Frankfurter Waisenkinder feierten der Vorlage ein. Messimy (sozialistischer Radikaler) spricht sich ^ute ihr alljährliches Reisbreifest in Münzenberg. Unter L'ÄtsT Führung des Turnlehrers Langsdorf und Begle.tung anderer lands richten, sondern nach den Hilfsquellen Frankreichs sowohl Lehrer begab sich heute morgen per Bahn die muntere Schar an Menschenmaterial wie nn Geld. Es sei besser, mehr auf dorthin und kehrte abends wieder zurück. Tüchtigkeit als auf die Anzahl der Soldaten zu sehen. Die I w Ulrichstein, 26. Mai. Die Vorarbeiten für die Montag °Latwnale Baumwoll- °m 4., 5. und 6. Juni hier stattfindende Ausstellung des Tongref; faßte heute einstimmig folgende Beschlüsse: Der Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtvereins Kongreß gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß eine große (Sitz Grünberg) sind jetzt in vollem Gange, täglich laufen Preissteigerung der Baumwolle eine ungeheuere Belastung Anmeldungen für sie ein. Die Ausstellung umfaßt Wasser- ÄÄX' b^geftt?Ä «cflM Nutz, und Zierhühner, Tauben Smg- und Mr. Wollindustrie gewählten Ausschuß auf, er möge alle hier ver- vögel, Gerate u. s. w. Lehrer K n a u b-Klein-Karben, welcher tretenen Vereinigungen und verwandten Industrien, die Bevölker-I schon auf größeren deutschen Ausstellungen als Preisrichter ung im allgemeinen sowie die Regierungen aller europäischen I -, - WQL. ^t das 9lmt eines solchen übernommen. Eine Industriestaaten über die unbedingte Notwendigkeit einer größeren mn2nhr ffbrennreite sind aeftiftet u a zwei vorn Baumwollversorguug belehren und ihre Sympathie und werk- l stattliche Anzahl ^yrenprelse pnö ge|tqiei, u. a. zwei vom das wirtschaftliche Gedeihen der Staaten Europas in so hohem -------- v - - . - , ~ । Grade abhängt, unerläßlich ist. Nach einer eingehenden Be- 850 Mitglieder zählt. Sodann referierten Privatdozent Dr. ratung der durch die Ter minsp e kul a t i0 n in Baumwolle L. Bernhard-Berlin und Fabrikbesitzer Freese-Berlin geschaffenen Lage beschloß der Kongreß, der von ihm gewählte übpr hns moderne Lobnsnstem und die Sorialreform. Ausschuß möge die Aufmerksamkeit der Vorstände der Baum- UDer oas mooeme^ot)n]i)iieip uns öie ^ozlairesorm. ^llbörsen von Newyork, New-Orleans, Liverpool und Alexaii- Bernhard trat für Tarifverträge em, Freese für ®e* bria auf bic großen Uebelstünde lenken, die durch die enorme roinnbeteiligung der Arbeiter. Nach der Frühstücks- Baumwollspekulation hervorgerufen wurden und diese weiter auf- paufe sprachen Fräulein G e rtru d-Dy renfurth-Berlin fordern, dahin zu wirken, daß Personen, die weder als Pflanzer "Nb Dr Wilbraudt-Berlin über die wei bli ch e Seim. KSändler, ^Spinn» arbeit. Darauf sprach Professor Dr. Harnack das Schluß- Industrien ihre Manipulationen auf dem Vaumwollmarkt aus- roort, das in einem Hoch auf den Kaiser ausklang. I zuführen. Ter Ausschuß möge auch die Hilfe der Regierungen Am Mittwoch hatte eine Spezialkonferenz stattgefimden, aller Staaten in dieser Frage anrufen und überhaupt alle Schritte in der Pastor Brücker (Halle, über di- rel.giüse u— Krise in der Arbeiterschaft sprach. Die moderne m- Budapest, 26. Mai. Der Budgetausschuß der östre industrielle und städtische Arbeiterschaft, so führte Redner aus, scheu Delegation nahm die außerordentlichen F0rder- befindet sich heute, abgesehen von einzelnen und kleineren ung en von 88 Millionen Kronen für das Seer Krise», in ein« Klaflen-und Massenentfremdung uamChristen- des Ä tum. Der Grund hierfür liegt nicht in schlechterer Gesinnung ordinariums. im Verhältnis zu anderen Ständen oder größerem praktischen Budapest, 26. Mai. Der Marineausschuß der ungari- Materialismus. Es wäre Heuchelei, wenn man so tun würde, scheu Delegation erledigte das Marineordinarium in der sisMmnn hpfnnXors Allp Generaldebatte. Marinekommandeur Admiral Freiherr von Lpauu dre Arbeiterschaft die Religion besonders nötig Alle die wohlwollendste Förderung der ungarischen Industrie bei Stande haben es gewaltig nötig, m das Wesen EhrMi em* hxx Beteiligung an den Marinelieferungen zu. Handelsminißer zudringen. Welches sind die Gründe für die religiöse Krise Hieronymi betonte, daß die Marineverwaltung der ungarischen in der Arbeiterschaft? Es ist 1. die Meinung, das Christen- Industrie möglichste Heranziehung .zur Beschaffung der Marine- , r . aK-UsI-omS ,,, iönfeifa ,,, mpnin ersordemfise zusichere, namentlich auch bet dem geplanten Bau tum fei vom sichtbaren Leben abzielend, 8" lense ts, z g von Terpedobooten und der Anfertigung von Geschossen. Minister- männlich, lebens- und kulturfreundlich (Muckerei); 2. daS Präsident Graf Tisza bemerkte: Die extensive Entwickelung unserer Christentum sei dem Aufstreben der Arbeiterschaft feindlich, Marine ist mit dem Ausbau des Schlachtschiffparkes beendet, doch die Kirche sei insbesondere Klaffenkirche (Reaktion); 3. das müsse auch auf demGebiete der intensiven Entwickelung unbedingt Christentum sei bildungsseindlich und halte dem Denken und das Notwend.ge gescheh-», um bte Gl-tchw-rUgk-U der M-rme der Wissenschaft nicht Stand (Dummheit.) Redner widerlegt Rio de'Janeiro, 26. Mai. (Havas.) m w ‘ tellung ist eine Verlosung verbunden. Frankfurt, 26. Mai. Die „F. Ztg." hört, daß die Meldung von der großen Lieb ig 'scheu Erbschaft, die der Stadt Frankfurt angeblich zufallen sollte, sich leider nicht bewahrheitet. Zuerst hatten Zeitungen in Reichenberg, dem früheren Wohnort des Freiherrn von Liebig, berichtet, daß Reichenberg, das aus dem Liebig'schcn Nachlaß mehrere Millionen erhielt, sich mit Frankfurt in die Villa am Schaumainkai teilen solle. Dann wurden sogar die genaueren Einzelnheiten angegeben. Die Stadt Frankfurt erhält indessen aus dem Liebig'schen Nachlaß nur zwei Bilder, die ins Städelsche Kunstinstitut kommen. Das angebliche Frankfurter Erbteil, die Hälfte des Hauses, wird Frau Weinrich, einer Schwester des Verstorbenen, zufallen. Von dem Reichtum des Freiherrn von Liebig erhält man übrigens einen kleinen Begriff, wenn man vernimmt, daß der Wert des hiesigen Hauses samt seinem kostbaren Inhalt an Gemälden, Kunst- gegenständen, Antiquitäten usw. auf acht Millionen Mark geschätzt wird. Kleine Mitteilungen aus Hessen u n b b en Nachbarstaaten. Der Männergesangverein „Frohsinn" in Afsenheim, einer der ältesten Gesangvereine der Wetterau, eiert in diesem Sommer sein 60jähriges Bestehen, verbunden mit einem Gesangwettstreit. — Rechtsanwalt Dr. Brücher Stuttgart öeutschen Landes) listischen Ver sitz des Professo wütttembergischei das Kriegsmini v. Cronmüller, v Reichsmattneamt lisch, das badisch des Unterrichts Stuttgart durch die juristische vertreten. Tas schuldigt, ebenso üblichen Begrüßu Tübingen und P rate über ba§ 3 ijt Don etlva 60 l s et felne "-b n öe d°ch SS -s ALS °, Attentat $r Emik stieg Ser ” «d g"b ««4 “ Erklärungen (r -ich komme als den Erzbischo! Schutzleute, flW» Revolvers m Kugel weder bei Kollegialmitgßedci in Philippsburg ' einer kirchlichen $■ und seine Wiederr macht. Dagegen bischofS die Mögt Studien zu abso konnte und das pH an periodischen An die sich auch schon Geistliche zu erkerr Zeit dadurch gerei der Vergangenhei Religionsunterricht Berlin, fiel eilen beW orten sm beende Genua, 26 Meldung über s ch gern im hiesigen vier „Maria" mit Tie Korn träger tre Achtung der Silos; geringfügige "üttags wieder qm ^e Arbeit wieder 'io) ein weiterer Z Ml lint Brr« lMitgeteilt von l Privat-Tiskc §est- Kredit Deutsche B- -tannftäbte: Lochumer ( Harpener $ hi«»®“®/.10»1 Sw döffe'und Dam insbes Hon der 1K- st"ed reugt unb Je^6m und eAPJy - * «st» ^tte^’^en Dtrat Mitchs. hat !k'neu Gängel KrD SÄ? 4 der ® bec / -laden < W Keuchten ^it ^are duz 'Ntragc 'riSelte W 2ft Nein?’ wo#, f ■* ‘IM te Erbauunq andlungen de? )cn, seitens der Zwecke soll ein t von vorläufig Hoben werden. Verhandlung?« Lokalitäten ent- k. veranschlagt, des Projekts ist •tragt roorben; '. C. soll bann Bahnhöfe wurde czuge überfahren Mr Dr. mg. er Wabnfen, $ w - ®*"* - y* »-6«; lQ Schau. 'e genaueren ‘ «Wt in. bie ins ’eNtjurter M, «ntt btm Munt «"'» «einen » ^r'9,n "S ffunft. ">»»-« r, während an» ; ben wollen, b°B worden sei, beit aemesen. Ta in »d°ch Ä tat d-n SBujN ibiflt i» M* ober fithiM» ftrung W tlen euer «« * , Philolvgle' ■M in ®iin bolf 6« SB M .,. „ui* •sä S M bie 0 N, die 1 ^er nichj ^e>chenbe?a iiN'^cin ;to§ cmi# Kraut zu und den "Mohstnn' in der Wetterau, ,en- verbunden ^r. Brücher n als Anwalt ^Wettstreit in erein „Thalia- "ilhelm Kropp chü entgleiste ie Königsteiner !n war längere ^aher und dahält der All. ^Delegierten- Samstag, den ' Ortsgruppen ■en Schulen in »tag, 28. Mai, usersaales' ab- ttnb er seine Gemahlin nicht glücklich machen werde. Vorgestern früh verließ er das Haus in gewöhnlicher Kleidung und kehrte nicht mehr wieder. Der Mittag verging, die zur Trauung festgesetzte Stunde kam. Man hoffte, daß der Bräutigam doch zurückkehren werde. Die Braut machte HochzeitStoillette, Trauzeugen und Verwandte versammelten sich, aber von Prof. Meißner war keine Spur. 'Lemberg, 26. Mai. In der Beffarabischen Grenzstadt Chocin fanden arge Exzesse gegen Juden statt. 3000 Arbeiter überfielen und mißhandelten sie und zerstörten die Läden. Gendarmerie stellte die Ordnung wieder her. • Bukarest, 26. Mai. Der Dolmetscher der hiesigen serbischen Gesandtschaft, Kanovic, vergiftete sich wegen angeblicher Ungerechtigkeiten seiner Vorgesetzten. ' Attentat auf einen Erzbischof. Die „Frkf. Ztg." meldet aus Freiburg i. B. vom 26. Mai. Während der heutigen Ordinariatssitzung erschien der 42 Jahre alte Priester Dr. Emil Rieger aus Pforzheim, zuletzt als Studierender der Philologie im Collegium sapientiae, im Sitzungssaal und gab nach einigen, in höchster Erregung ausgestoßenen Erklärungen („Ich will wissen, was über mich beschlossen iftl* „Ich komme als Feind!") einen Revolverschuß gegen den Erzbischof Dr. Rörber ab. Durch herbeigerufene Schutzleute wurde er nach Abnahme des scharfgeladenen Revolvers in Gewahrsam gebracht. Glücklicherweise traf die Kugel weder den Erzbischof noch eins der anwesenden Kollegialmitglieder. Dr. Rieger hat vor Jahren als Benefiziat in Philippsburg seinen Posten und die Erzdiözese anläßlich einer kirchlichen DiSziplinaruntersuchung eigenmächtig verlassen und seine Wiederverwendung im Kirchendienst unmöglich gemacht. Dagegen war ihm durch das Wohlwollen des Erzbischofs die Möglichkeit gewährt worden, die philologischen Studien zu absolvieren, so daß er kürzlich promovieren konnte und das philologische Staatsexamen bestand. Er scheint an periodischen Anfällen von PerfolgungSw ahn zu leiden, die sich auch schon in grundlosen Schmähbriefen an andere Geistliche zu erkennen gaben. Vermutlich wurde er in letzterer Zeit dadurch gereizt, daß ihm wegen der Vorkommnisse in der Vergangenheit die Berechtigung zur Erteilung des Religionsunterrichte? an Mittelschulen nicht erteilt worden war. Kunst und Wissenschaft. Stuttgart, 26. Mai. Die Jahresversammlung der deutschen Landesgruppe der internationalen kriminalistischen Vereinigung wurde heute unter dem Vorsitz des Professors Dr. v. Meyer-München eröffnet. Die württembergischen Ministerien der Justiz, des Innern und das Kriegsministerium waren durch die Ministerialräte v. Cronnrüller, v. Schwab, Dr. Köhler und Herrlinger, das Reichsmarineamt durch den Geheimen Admiralitätsrat Feh- lisch, das badische Ministerium des Kultus, der Justiz und des Unterrichts durch Ministerialrat Reichardt, die Stadt Stuttgart durch den Schultheißenarntssekretär Dr. Maltes, die juristische Fakultät Tübingen durch Professor Dr. Heck vertreten. Das Reichsjustizamt hatte sein Fernbleiben entschuldigt, ebenso das hessische Justizministerium. Nach den üblichen Begrüßungsansprachen hielten Professor Dr. Frank- Tübingen und Privatdozerrt Dr. Goldschmidt-Berlin Referate über das Berwaltungsstrafrecht. Die .Versammlung ist von etwa 60 bis 80 auswärtigen Teilnehmern besucht. Arbeiterbewegung. Berlin, 26. Mai. Eine Versammlung von 3000 Bäcker- g e s eilen beschloß, den AuSstand in Berlin und den Vororten für beendet ru erklären. Genua, 26. Mai. Gegenüber der auswärts verbreiteten M elbnng über schwere Ausschreitungen von K o r n t r ä- g e r n im biesigen Hasen wird berichtet, daß" der griechische Darn- vier „Maria" mit einer Ladung Korn an den Silospeichern anlegte. Die Kornträger traten daraufhin in den Ausstanb, weil sie der Einrichtung der Silospeicher feindlich gegenüberstehen. Es sanden nur ganz geringfügige Ruhestörungen statt. Die Ruhe wurde nachmittags wieder ganz hergestellt imb die Ausständigen beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen; das ist heute geschehen, ohne das; sich ein weiterer Zwischenfall ereignete. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 26. Mai 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit .... 201.60 202.00 Deutsche Bank . . . 219.00 219.00 Darmstädter Bank . . 136.40 136.70 Bochumer Guß . . . 190.60 190.90 Harpener Bergbau . . 197.50 197.75 Tendenz: Befestigt. D i e Newhorker Börse und die Präsidentenwahl. Die immer wieder hervortretende außergewöhnliche Mattigkeit der Newvorker Börse wird mit auf die bevorstehende Präsidentenwahl zurückgeführt. Roosevelts Wiederwahl ist beinahe über jeden Zweifel erhaben und das gerade ist es, was der Börse und insbesondere den Finanzkönigen nicht in den Kram paßt, da von dem Präsidenten weitere trustfeindliche Eingriffe befürchtet werden. Roosevelt wird um so gefährlicher gehalten, weil er ein ehrlicher Mann ist, der sich einzig von seinen Ueber- zeugringen leiten läßt. Auch das ist — von der anderen Seite betrachtet — wiederum ein Fehler: Roosevelt ist nämlich auch von der Unfehlbarkeit des strengen Schutzzollsystems fest überzeugt und ganz allein dadurch wird das Trustsystem gefördert und es bereichern sich die Einzelnen auf Kosten der Allgemeinheit. Roosevelt attakiert nicht das Uebel, sondern seine Folgen. Märkte. (th.) Gießen, 26. Mai. Der heutige Zuchtviehmarkt hatte einen Vorrat von ca. 1000 Stück Großvieh und etwa 250 Stück Kälbern. Trodtzem es nicht an Käufern fehlte, war bessere Milchware weniger begehrt, sodaß hierin der Markt flau war. Es hat die mangelnde Nachfrage nach schweren Milchkühen Wohl seinen Grund in der noch ausstehenden Frequenz der Badeorte. Das Geschäft in Mittelkühen war dagegen recht gut und die erzielten Preise waren gegen den letzten Markt erheblich besser. Geringere Ware war ebenfalls schwer an den Mann zu bringen. Abmelkkühe, welche nicht einmal stark aufgetrieben waren, konnten von den Verkäufern nur mit Verlust untergebracht werden. — Fettvieh war stark begehrt und wurde zu hohen Preisen gekauft. Auch der Kälbermarkt ließ sich sehr gut an. Frankfurt und Wiesbaden machten diesmal den Markt und zahlten besonders Tür gute Ware wieder die alten hohen Preise der letzten Märkte. Die Nachfrage nach Ware 1. Sorte war so stark, daß beauem das doppelte Quantum davon verkauft worden wäre. Kühe frischmelkend und tragend wurden pro Stück verkauft: 1. Qual. 420—470 Mk„ 2. Qual. 360—400, 3. Qual. 260—300 Mk. Abmelkkühe: 160—200 Mk. Es wurde bezahlt für den Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual, l'8 70 Mk. (besonders gute Stücke bis 72 Mk), 2. Qual. 66—67 Mk.. fette Kühe 1. Qual. 53—55 Mk., 2. Qual. 49—51 Mk. Kälber 1. Sorte (über 50 Pfund Schlachtgewicht schwer) 74—78 Mk. (einzelne Stücke bis über 80 Mk.), 2. Sorte (zwischen 40 und 50 Pfund Schlachtgewicht) 68—71 Mk, 3. Sorte (leichtere Ware) 60—64 Mark Fettvieh und Kälber wurden ganz geräumt, besseres Milchvieh blieben einige Stücke, ältere Abmelkkühe erheblich überständig. "Kitteratur. — Soeben erschien von Ludwig Thoma „ Agrieola ", Bauernqeschichten. Mit vielen Zeichnungen von Adolf Holzel und Bruno Paul. 5. und 6. Tausend. (Verlag von AlbertLangen in München.) „Agrieola" ist das Werk, das Ludwig Thomas jungen Ruhm zuerst begründet hat. Sein erstes Buch war sein erster großer Erfolg. Schier überschwänglich hat die Kritik den damals sonst noch ganz unbekannten Verfasser gefeiert, man sah eben auf den ersten Blick, daß hier ein neuer Mann erschienen war, ein Heimatkünstler durch und durch, fein Züchtling eines neuen Schlagworts, sondern ein Heimatkünster aus innerer Notwendigkeit. Und wenn Thoma diesem Buche inzwischen auch so manches neue erfolgreiche Werk hat folgen lassen, der „Agrieola" gehört noch heute zu seinen berühmtesten Büchern. Auch die prächtigen Jllnstra- tionen von Bruna Paul und Adolf Hölzel wirken recht frisch. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schutz den jungen Vögeln! Zu dieser Jahreszeit streifen, so schreibt man uns, Tag und Nacht eine Unmenge Katzen in den Gärten und Anlagen umher, um den jungen Vögeln, die sich jetzt in großer Zahl dort urnher- tummeln und aufhalten, aufzulauern. Wie manches dieser Tierchen ist wohl schon ein Opfer solcher „Haus"-Tiere geworden! Ist es da nicht Recht und Pflicht eines jeden Natur- und Vogel-Freundes, solche „Katzen auf Streifzügen" als „Raubtiere" zu betrachten und zu behandeln? Kann hier nicht der Tierschutzverein einschreiten und gibt es keine Bestimmung über das Umherlaufen-Lassen von Katzen? Oder haben diese etwa mehr Recht als Hunde? Wenn ein Hund frei in Gärten oder Anlagen umherläuft, so wird der Besitzer angezeigt und bestraft; um wieviel mehr ist der Besitzer von frei in den Gärten und Anlagen herumstreifenden Katzen strafbar, da diese doch dabei die Absicht haben, „lebende Wesen" zu vernichten 1 Es wäre wirklich wünschenswert, wenn von maßgebender und interessierter Seite darauf hingewiesen würde, daß diesem Treiben abgeholfen wird; sonst wäre es das beste, wenn die Natur- und Tierfreunde „Selbsthülfe" übten und den Schutz der jungen Vögel energisch und „tätlich" durchführten I H. R. Vom Ladenschluß. Mit einer bewundernswerten und ordnungsliebenden Pünktlichkeit sehen wir in der mittleren "Stadt, Seltersweg re., des Abends um 9 Uhr die Geschäftsleute ihre Geschäfte schließen. Anders ist es aber in der oberen Bahnhofstraße; hier sieht man einzelne Geschäfte um V« oder V, 10 Uhr, ja sogar mitunter um 8/< 10 Uhr erst schließen. Dasselbe Verhältnis ist dort auch Sonntags zu finden. Hier wäre es wohl sehr angebracht, wenn die Polizei ihre Aufmerksamkeit auch diesen Geschäften widmen wollte, um dem unlauteren Wettbewerb dadurch ein Ende zu machen. Was dem einen Recht ist, ist dem anderen billig. X. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Trinitatis, den 2 9. Mai. Hottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marknsgemeinde. Pfarrer S ch w a b e. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9'/, Uhr: Psarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinbe. _ , Pfarrassistent Schulz. Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaale der Johanneskirche.' Text Ephes. 1, 3—10. Katholische Gemeinde. Samstag, ben 2 8. M a i 190 4. Nachmittags um 5 Uhr unb abenbs um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, ben 29. M a i 1904. Dreifaltigkeitssonntag. Vormittags von 6 ’/« Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung ber heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Christenlehre; barauf Anbacht mit Segen. Dienstag adenb um 67, Uhr ist Mai-Anbacht. Israelitische Neligionsgemeinde. Hottesdienst in der Synagoge (Südantagc). Samstag, ben 28. Mai 1904. Vorabenb 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang 9.15 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. ■C-l — £ •PLä°-n, sÄ — Zuschlagsfrist 3 Wochen, ^nge, für Mk. 70 zu verk. [02999 Gießen, den 26. Mai 1904. | Carl Graf, Kirchenplatz 15. 4657] Em bei). Arbeiter kann Kost u. Logis erhalt. Neustadt 30. 1 Schlaf» nebst Wohnz. an anst. Herrn p. fof. z. v. Bletchstr. 11, p. Lilsämßcder toatigVmiti. Nächste Proben: Montag den 30. Mai, Gesamtprobe 81/, Uhr. Montag den 6. Juni, 71/, Uhr: Frauenstimmen. 81/, „ Gesamtchor. Um vollzähliges Erscheinen wird dringend gebeten.4688 Bier im Glas 10 Pfg. | Verschiedene | la. Aepfelwein Kleines Wohnhaus empfiehlt 4526 zum Alleinbewohnen, auch ge- eignet für 2 Familien, die zus. - -aCIlT, möchten, zu verm. [3820 Näh. Walltorstraße 75, park. Kaufen Sie nur mit der geschützten Marke ,,Wendclstciuer Kircherl" den allein echten und seit Jahren bewährten Hausners Brennessel-Spiritus i&tK Blasen- und Nierenkranken ~ 1 Ißt dringendet zu empfehlen der Besuch des Kgl. Mineralbades Brückenau, sowie zur Trinkkur das 1028 H Verdingung. Die zur Unterhaltung der in den verschiedenen Straßenzügen vorhandenen Ventil- Bekanntmachung. ! streicherarbeiten sollen | Wir bringen hierdurch zur Kenntnis, daß das Register Samstag den 4. Juni d.J., lur Erbebuna der in unserer Gemeinde ausgeschlagenen vvrm. ±y /2 Kommunalbedürfnisse für das Jahr 1904/05 zur^Einsicht Be. P;n(,e jeden Interessenten acht Tage lang in der Wohnung , arDeusoejcyiciuuny des Unterzeichneten, Nordanlage Nr. 13, offen hegt, mit dem Ämtsiimmer°mr Einsicht°auf Bemerken daß Beschwerden gegen die in dem Register ent- Amtszimmer zur ^ns ch। b haltenen Ansätze binnen der ersten vier Wochen nach miauf M. der Offenlegungsftist entweder schrMch oder mündl.ch b-. d° -bst ^riMrch, stn>. Großb Kreisamt Gießen vorgebracht werden müssen und Astens m z g daß später -«-gebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung C3äffi0|cn; mehr finden können. Gießen, den 28, Mai 1904, Gießen, den 27. Mai 1904. 4686 Städtisches Tiefbauamt. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. | Braubach. [4663 I. V.: R. Stamm. im Betrage von rd. Mk. 436.— Samstag den 4. Juni d. I 1 vorm. 10 Uhr, WPvrteiliümiaiciii.Ziiha!! und 2 Bildchen auf dem Wege vom Kreuzplatz nach dem Bahn- Hof oerloren. Abzugeben gegen Belohnung Mäusdurg 13. [03002 Ein PapageiZ ist weggeflogen; wer seiner hab- hast wird, tvird freundlichst ge- gebeten, ihn Südanlage 8 ab^l»ü. Ein schwarzer, jung. Pinscher entlausen. Steuermarke Nr. 1161. Vor Ankauf wird gewarnt Wb- zugeben gegen Belohnung [02997 0 Seltersweg 46. Samötag den 28. d. MtS., 2342] Künfztnlm.-^ohnung vormittags '/,12 Uhr, foll ein zu vermieten. herrenlos eingefangener ,,Spitz- (tzebr. Z«tt, Stetnltr. 84/86 Hund" aufderPolizeiwachemeist- - bietend versteigert werden. [4682 | Der Polizeiwachtmeister: KaSper. L z>ie heutige , di- WnhA« Mit En,st-H»ng von W M- 79 ber^'» Da"» aus jauflta* °.d Umgebung "io Zuwidechnc 90 Molk bestra Gießen, den 2 Großherz- Tüchtige Erdarbeiter niiii Maurer gegen hohen Lohn gesucht. [4632 Bahnbau in Winterberg in Westfalen.________ 02965] Tüchk. Schul)machergeftlle sof. ges. L. Lütcr, Wolkengasfe26. 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April 1904 bis Ende März 1905 für die Pflichtfenerwehr heranzuziehenden Per- Sonntag den 29. Mat. sonen liegen vom Erfcheinen dieser Bekanntmachung ab wahrend w® iwb ™ acht Tagen auf unserem Bureau — Znnmer Nr. 16 — zu Jeder- Z, U Z Ml TI S1 K manns Emsicht offen. Es wird dies unter dem Anfugen zur offenl- «• V O „ lichen Kermlms gebracht, daß während dieser Offenlegungsirrst Em° ausgeführt von der Gießener Feuerwehrrapelle.__ Wendungen gegen die Rrchtigkeit und Vollständigkeit der Listen ^^Erttt frei. 02990 le** 1 sowie Befreiungsansprüche auf Grund der Ortsfeuerloschordnung vom 12. Juli 1892, auch Wünsche hinsichtlich der Emterluna tn eine bestimmte Abteilung der Pflichtseuerwehr mündlich oder schriftlich bei uns vorgebracht werden können. Gissßen, den 26. Mai 1904. , 4681 Großherzvgltche Bürgermeisterei Gießen. 4026] Die seither von Herrn Rektor Professor Dr. Brauns be- in nur prima Qualität aus der uützte Wohnrmg Wilhelmstr. 12, Export-Brauerei S. D. 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