Erstes Blatt 154. Jahrgang Mittwoch S7.April 1904 örbert. 111%. •tit ; der Acbeiler ffiojnid loro^ nach Preutz» ld)on mmitten des ®teni< lon einem russische« getötet. Aus Stadt und Kallö. Gießen, 27. April 1904. *• Eine Kolossalbüste deS Großherzogs von Hessen ist im Auftrage deS preuß. Ministers der öffentlichen Arbeiten in Berlin von den Hofbildgießern Martin u. Piltzing in Kupfer getrieben und gestern abend nach Mainz gesandt worden. Das Werk hat die Größe von 2,50 Meter und ist auSgeführt nach einem kleinen Modell von Prof. Schott, das nach der Natur geschaffen ist. Der Großherzog erscheint in lebenswahrer Auffassung. Dargestellt ist er in der Uniform deS 1. Garderegiments. Die Ausführung fand die Anerkennung der maßgebenden Kreise. Das Werk ist für die neue Rh ein brücke bei Mainz bestimmt. al. ückler begab sich Jeuteig Bericht, wo er sich i des Lla'.wnsoorilehrrs r Gra'MIer fjottt u c. .<• an über Die WW; nunber(tau|tnb inu ichanem LchweNE Pücttec wurde iu00'1' »ajt. ii betrag, den die morsiosienmZM-Z L M. SM. ift nach nicht rtW* eguchl 'verden, en» Tschechisch-Radikale versöhnen WraVetz. Ellenbogen fordert den Präsidenten auf, durch den Ministerpräsidenten b:m Kaiser von Oesterreich nahezulegen, mit Tisza, der über und über blutbefleckt sei, nicht an einem Tische zu sitzen. Der Präsident weist die Fordenmg zurück und schließt die Sitzung. " Polizeibericht. Wegen mit einem 8 Jahre alten Mädchen begangener unzüchtiger Handlungen wurde gestern ein 66jähriger Mann von hier verhaftet. — Gestern wurde eine durchgreifende polizeiliche Revision bezüglich der Anmeldung in der Stadt und Gemarkung beschäftigter ausländischer Arbeiter vorgenommen, wobei festgestcllt wurde, daß eine Anzahl dieser Leute nicht gemeldet waren, ja überhaupt ein ordentliches Unterkommen nicht hatten, indem sie teilweise in sogen. Feldscheuern, ohne vorschriftsmäßiges Lagermaterial, kampieren. Es werden diejenigen Gewerbetreibenden (Arbeitgeber), welche Gewerbsgehilfen, Gesellen, Lehrlinge u. s. f. in ihre Dienste aufnehmen, darauf aufmerksam aemacht, daß sie nach § 8 der Meldeordnung für die Stadt Gießen zur Anmeldung verpflichtet sind. Ebenso sind diejenigen, welche andere bei sich in Schlafstellen aufnehmen, verpflichtet, von jeder Aufnahme binnen 24 Stunden Meldung zu machen. d. A l s f e l d, 25. April. Hier gastiert seit dem 3. April das unter der Direktion I. v. Bastineller stehende Ensemble des Stadttheaters inHagen i. W mit großartigem Erfolge. Noch nie hat in den letzten 10 Jahren eine Theate^- gesellsckaft mit ihren Aufführungen beim hiesigen Publikum so allgemeinen Anklang gefunden, wie die genannte. Bei den meisten Vorstellungen ist der große Saal des Hotels „Deutscher Kaiser" mit der Gallerte bis auf den letzten Platz besetzt. Man siehtchesbalh das Ensemble nur ungern bier scheiden. Am nächsten Freitag soll nämlich die Mschiedsvorstellung in Szene gehen. Unter allen Theaterbesuchern besteht einmütig! der lebhafte Wunsch, Herrn v Bastin-ller mit seiner Truppe im nächsten Jahre wieder in Alsfelds Mauern begrüßen zu können. — Heute ""cht starb hier Nach kurzem Kranksein der in weiten Kreisen bekannte Rentner und ehemalige Färbereibesitzer Emil Lang im 72. Lebensjahre. R.-B. Darmstadt, 27. April. (Drahtbericht.) Gestern abend hat sich ein 24jähriger Handarbeiter in der Schloßgaffe erhängt. — Ein 49jähriger Dienstknecht aus Egelsbach wurde wegen eines Sittlichkeitsdelikts an einem fünfjährigen Mädchen in Untersuchungshaft gezogen. Darmstadt, 26. April. Am Montag mittag, so schreiben die „N Hess. V.". schloß der Tod unserer hochbetagten, vielgeliebten und hochverehrten Mitbürgerin Frau Elise von Hoym-Hehl die müden Augen. Gn Kind unserer Stadt, stog Elise Hehl schon jung in^die Ferne. In Amerika ging sie, einem inneren Drange folgeletstend, zvr Bühne und wurde dort, wo sie erfolgreich in Newyork als erste Liebhaberin am Deutschen Theater tätig war, die Gattin des Theaterdirektors von Hoym. Herr von Hoym war früher königlich sächsischer Offizier, und beide Gatten im Verein toaren von Newyork aus tapfere Pioniere deutscher Kunst in ihrer neuen Heimat. Ms sie aber an das ** Die Gießener Freiw. Feuerwehr hielt am Montag im Restaurant Wiegandt ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Der erfre Hauptmann Wiegandt begrüßte die anwesenden Kameraden und sprach den Wunsch aus, daß die heutigen Beratungen zum Wohle des Korps dienen möchten, sodann erstattete er den Jahresbericht über die Tätigkeit des Korps im verflossenen Jahre und hob hervor, daß das Korps den Verlust von Zwei Kameraden, A Deutscher und C. Meyer, erlitten hat und forderte die Kameraden auf, ihr Andenken durch Erheben von ihren Sitzen zu ehren. In der Rechnungsablage wurde dem Rechner Entlastung erteilt, ebenso der aufgestellte Voranschlag 1904/05 gutgeheißen. Bei der Ersatzwahl des Vorstandes machte der Hauptmann bekannt, daß der seitherige Rechner, Dr. Heuser, leider das Amt durch andere Verpflichtungen nicht mehr weiterführen könne und sprach ihm im Namen des Vorstandes für seine langjährige gewissenhafte Rechnungsführung die vollste Anerkennung aus. Auch von anderen Kameraden des Korps erfolgten anerkennende Worte. An seine Stelle wurde Zeugwart Riebel einstimmig gewählt. — Dienstauszeichnungen vom Korps erhielten für 40jährige Dienstzeit Kamerad Karl Moll, für 10jährige die Kameraden B. Amend, F. Auerswald, Obmann E. Noll, Th. Rauten str auch, W. Bals er und Ph. Klotz. Am Schluß der Versammlung machte der Hauptmann noch bekannt, daß im Laufe des Jahres eine Neuanschaffung von einigen Geräten bevorstände, wodurch dann die von Branddirektor Traber geplante Bildung von Löschzügen in Aussicht stehe. Ferner wurden die Kameraden aufgefordert, zu den bevor- stebenden Uebungen vollzählich und pünktlich zu erscheinen, und ^unt Schluß wurde auf den hohen Protektor, Se. Kal. Hoheit unseren Großherzog ein „Gut Wehr" ausgebracht. ** Nationaler Gesangswettstreit. Nachdem vom Ministerium dem „Nationalen Gesangswettstreit" gestattet worden ist, bereits am ersten Pfingstfeiertag Gesa m t chöre mit Orchesterbegleitung aufzuführen, ist ein bolles Einsetzen des Festes schon für diesen Tag gewährleistet. Unsere Stadt wird sich infolgedessen zur Aufnahme noch zahlreicherer Gäste zu rüften haben, als man früher annehmen konnte. So ist z. B. von Kassel statt 100 Sänger säst die doppelte Zahl gemeldet. Der Wohnungsausschuß, dem die Pflicht obliegt, diesen Menschenzufluß in unserer Stadt unterzubringen, ist damit vor eine schwere Aufgabe gestellt. Er hat seine Tätigkeit bereits ausgenommen, wird jedoch mehr wie je mit der Gastfreundschaft der einzelnen Einwohner Gießens zu rechnen haben. Wir machen auf den Aufruf in dieser Nummer aufmerksam. Unsere Stadt genießt den Ruf großer Gastlichkeit und wird ihn hoffentlich auch für diese städtischen Festtage zu wahren wissen. "Jugendkapelle. Wie wir im Inseratenteil lesen, will Herr Kru se in H e n ch e lh e i m nochmals eine Jugendkapelle gründen. Aus seiner ehemaligen Tätigkeit geht ein guter Ruf von Frankfurt, Kassel, Friedberg, Gießen ihm voraus, und es dürfte wohl aus dieser Gründung etwas gutes werden. .** Wegzug des Großh. Regierungsrats Dr. Heinrichs. Airs Anlaß der Versetzung des Regierungsrats Dr. Heinrichs nach Mainz fand gestern nachmittag ein Abschiedskommers im Neuen Saalbau statt, der Zeugnis davon ablegte, welch großer Beliebtheit der scheidende Beamte sowohl in dienstlicher Eigenschaft wie auch bei allen, die ihm persönlich näher getreten sind, sich hier erfreut. Besonders auch aus Landkreisen, mit denen er dienstlich in Berührung kam, von Bürgermeistern und Landwirten, war der Kommers zahlreich besucht. Die Beamten des Kreisamtes erschienen vollzählig, und als Vertreter der Stadt die Stadtverordneten Helftich und Kirch. Provinzialdirektor Dr. Bre^dert eröffnete den Kommers um Vs5 Uhr mit einer Begrüßung der Erschienenen und des von hier Scheidenden, dem er warme Worte widmete, indem er feinen Weggang bedauerte, ihn aber zu seinem Avancement nach dem goldenen Mainz beglückwünschte. Er schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Darauf erhob sich Geh. Hofrat Prof. Dr. Dürfen, um in längerer Rede und teilweise humoristischer W ise der Verdienste dos Regierungsrats Dr. Heinrichs zu gedenken, die dieser sich als Sänger und Mitglied des akademischen Gesangvereins und des Konzertvereins erworben hat. Bürgermeister Leun aus Großen-Linden sprach für die Bürgermeister dos Kreises, und Regierungsrat Dr. Wagner widmete Regierungsrat Dr. Heinrichs namens der Kollegen und Mitarbeiter herzliche Worte des Abschieds, auch der Gemahlin des Gefeierten in schönen Worten gedenkend. Kreisschulinspektor Kleinschmidt gedachte noch der Kinder und der Familie Dr. Heinrichs! Der Scheidende antwortete auf all diese ehrenden Ansprachen mit warmen Dankesworten, versichernd, daß er Kreis und Stadt stets die beste Erinnerung bewahren werde. — Der Kommers verlief im ganzen sehr hübsch und erwies auch, welche Sympathien der Gefeierte in allen Kreisen der Bevölkerung unserer Stadt genießt. Nr. 98 • rifteint ««glich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Lietzener Familien. Glätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der B r ü h l'ichen Unwers.-Buch-u. Stein- bruderet. R. Lang«. Redaktion, EroedUloa und Druckerei: Schulpratze 7. Adresse für Depeschen: «uzetger Gieße». HernsprcchantchlußNr 51. SÄeäfSÜ Tcualii^ -L. 680 ftuM? unö C<- L-rW ** Ans dem Militärwochenblatt. Weimer, Oberstlt. und Inspizient der Waffen bei den Truppen, zum Obersten befördert. — v. Win terber ger, Oberstlt. und Bat.-Kommandeur im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Stabe des Jnf.-Regts. Fürst Leopold von Anhalt-Dessau (1. Magdeburg.) Nr. 26 versetzt. — v. Randow, Major und Bat.-Kommandeur tm 1. Großh. Hess. Jnf.(Leibgarde-^Regt. Nr. 115, unter Versetzung zum Stabe des 7. Thüring. Jnf.-RegtS. Nr. 96, zum Oberstlt. be fördert. — Frhr. v. Langer- rnann und Erlencamp, Major, aggreg. dem 1. Großh. Hess- Jnf.-(Leibgarde-Megt. Nr. 115, in diesem Regiment, v. Wunsch, aggreg. dem Gren.-Regt. König, Friedrich Wilhelm IV. (1. Pomm.) Nr. 2, unter Versetzung in das Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, z u B a t-- Kommandeuren ernannt. — Kundt, Hauptm., aggreg. dem 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt- (Prinz Karl) Nr. 118, zum Komp.-Chef in diesem Regiment ernannt. — Schwendy, Lt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, kommandiert zur Dienstleistung beim großen Generalstabe, Wickert (Wilhelm), Lt. im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zu Dberlts. befördert. — Frhr. v. Buddenbrock, Major beim Stabe des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Leib-Drag.) Nr. 24, unter Versetzung zum Ulanen-Regt. Kaiser Alexan- der HI. von Rußland (Mestpreuß.) Nr. 1 mit der Führung dieses Regt, beauftragt. — v. Geldern-Crispendorf, Major, aggreg. dem 2. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Leib- Dragoner) Nr. 24, zum Stabe des Regts. übergetreten. — v. Negenborn, Rittm. in demselben Regt., zum Eskadronchef ernannt. — Deinhard, Oberstlt. und Kommandeur des 2. Großh. He!s. Feldart.-Regts. Nr. 61, zum Obersten befördert. — Gutberlet, .Hauptm. im 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, Schmidt, Hauptm im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, zur Dienstleistung beim Dekleidungsamt des 11. bezw. 16. Armeekorps kommandiert. — Die Fähnriche: Habicht, Fell, Sch ars- scheer, Lüters im 4. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 118, Baur im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, zu Lts. befi — Wiese, Lt. tm 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde- Dragoner) Nr. 23, zum Oberlt. befördert. — Geisel, Oberstlt. beim Stabe des Metzer Jnf.-Regts. Nr. 98, mit der Erlaubnis zum Tragen her Uniform des Jnf.-Leib-Regts. Großherzogin (3 Großh. Hess.) Nr. 117, Bölsing, Oberstlt z. D., Kommandeur d. Landw.-Bez. Siegburg, mit Erlaubnis zum Tragen der Uniform desselben Regts, der Abschied bewilligt. — Dr. Strack (Friedberg), Äss.-Arzt der Res., zum Oberarzt befördert. .chen 8nr? ln ben 'Nie bieie La§e.4 W des die atZ7' die bafo Äor^e d mit ih kA, öSß elhaft kanM," kWi n.S Hal Die N ^kennL "h t, Millionen ^55 bewahrtll 1 Eer Orten selbst diese Bench begleitet hat für die Nierolversammlung «tt°8-mgebracht" Lahnkanaltßerung E eine sofortiges etenhaus ersuchen. ^ou behördlicher^ an die zuständige Clü nacht, daß im Rheine b lefunöen worden sei,® gegangenen Bankiei? die Reiche trug, und k ieje Vermutung. Da 'n hat und starke Spum sicher, daß Sch. al§ba!: iruar dss. Zs. das sm Vorhaben, den Tod im geführt hat. Die Leich, ich bis St. Goarshoch en und jetzt durch einm geslicht getrieben rootkn. :ch.'s ist heute nachmillo^ nach dem Fundoür üb« Ausland. London, 26. April. (Unterhaus.) Rasch fragt an, ab dem deutschen Kaiser gestattet wurde, die Galerien und Forts der Verteidrgungswerke von Gibraltar zu besichtigen, die gewöhnlichen englischen Besuchern zu sehen nicht erlaubt sei. Ferner, welche Galerien der Kaiser gesehen habe. Staatssekretär Arnold Forster erwidert, den königlichen Armeeverordnungen gemäß sei dem kommandierenden General die Verantwortlichkeit für die Wahrung des Geheimnisses der Verteidigungswerke anher traut. Es seien keine Mitteilungen über die in der Anfrage erwähnten Punkte dem Kriegsministerium zugegangen. Man habe nicht beabsichtigt, die Diskretion des ß>enerals White in Frage zu stellen. — Im Laufe der Sitzung erklärt der Staatssekretär für die Kolonien, Littleton, auf eine Anfrage, derGoldertragTransvaa l s betrage im März 308 242 Unzen im Wert von 1309 329 Lst. gegen einen Ertrag im Februar von 289 502 Unzen im Stert von 1229 726 Lst. Die Zahl der eingeborenen Arbeiter betrage im März 72 340 gegen 69 666 im Februar. Rotterdam, 26. April. Ein Telegramm aus Batavia berichtet, daß am 4. d. M die Kolonne Daalen die befestigte Stellung der Eingeborenen in Badak im Sturme genommen hat. Bei dem Gefecht hatten die E i n - geborenen 122Tote,60 wurden gefangen genommen. Tie Verluste auf. feiten der H olländer beziffern sich auf 5 Tote und 22 Verwundete. Paris, 26. 2lpril. Aus Mentone wird berichtet, daß der Gesundheitszustand des Expräsidenten Krüger sich plötzlich sehr verschlimmert habe. Havre, 26. April. Die Offiziere der Handelsmarine entschlossen sich, in den Ausstand zu treten. Lsfiziere der Kriegsmarine versehen den Dienst an Bord der Postdampfer. Wien, 26. April. (Abgeordnetenhaus.) Nach 6cn namentlichen Abstimmungen kommt es zu stürrni- ichenAusbrüchen gegen den Grafen Tisza. Aba. Ellenbogen bringt auf Beantwortung seiner Interpellation Über den ungarischen Streik und wendet sich heftig gegen den Ministerpräsidenten Tisza, den er „eine geborene ^erbrechernatur" nennt, einen Mann, „der vor kurzem als Bankdirektor das Zuchthaus mit dem Aermel siicifte". Als der Präsident Ellenbogen zur Ordnung vist, schreit der Sozialdemokrat Eldersch mit Stentorstimme: „Tisza ist ein Schurke! Herr Präsident, wollen Sie den schurkischen Betvaren in Schutz nehmend Ellenbogen vird schließlich das Wort entzogen. Der Lärm gegen Tisza frfifjrt mehrere Minuten. Wrabeh fordert bann, daß bci§ Protokoll ber letzten außerordentlichen Sitzung, die Namen dee zehn Tschechisch-Mdikolen enihalte, damit ihre Schmach : sur ewige Zeiten feftgefteftt werde. Chor beginnt daraus hiw mit ber Sirenenpfeife Lärm zu machen, anbere o MU ve»«a»pre»», ▼ V** Mz vr monaluch7bPt^viertel- Gietzencr Anzeigtr w General-Anzeiger » 'S Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZ BHCTMnmmnhuiMl ui nefaenteil: Hans Beck. FIX* Hl Deutsches Deich. Berlin, 26. April. Man meTbet unter bem 26. b. M. au3 Venedig: Die ,^>ohenzollerw' mit dem Kaiser ping heicke früh 9 Uhr vvn Mamamoceo nach Venedig hinein. Ein reich geschnrürfter Dampfer mit Musik und mit den Mitgliedern der deutschen Kolonie war heraus- gefommen und begleitete die „Hohenzollern" hinein, ebenso italienische Torpedoboote. Ihnen schlossen sich auf dem Wege zahllose Dampfer und Boote, die Ruderklubs in alt- venezianischen Prunkbooten, und Hunderte von Gondeln mit kostümierten GondelierS an. Die Brücken, die Fenster ber Paläste unb die User waren dicht von einer jubelnden Menschenmenge besetzt. Als die „Hohenzollern" um ldA Uhr an der Boje gegenüber dem Dogenpalaste unter bem Salut ber Geschütze festmachte, wollten die Hurras, Evvi- vas und das Händeklatschen fein Ende nehmen. Der Kaiser stand auf dem Oberdeck unb dankte erfreut und anbauernb. Kostbare Blumenarrangements würben an Bord abgegeben. Der Kaiser hörte heute den Vortrag des Chefs des Mrlitär- kabinettes Grafen Hülsen-Häseler. Um liy2 Uhr begab sich der Kaiser in der Rudergig der „Hohenzollern" zum Besuch der Gräfin Morosini. Das Wetter ist schön, die Stadt ist reich beflaggt. Von drei Masten vor bem Dome wehen riesige italienische Fahnen. Das Publikum in ben Gondeln nnb an den Ufern begrüßte den Kaiser stürmisch. Der Empfang in Venedig bildete einen glänzenden Abschluß ber schönen Reise. Das italienische Volk brachte hier unb da auf ber ganzen Fahrt, in Neapel, in Unteritalien unb auf Sizilien, bem Kaiser seine lebhaften Sympathien in ber liebenswürdigsten Weise bar. Der Kaiser ist von dem Verlaufe seiner Reise Überaus befriedigt. Sein Befinden und sein Aussehen sind vorzüglich. Gestern besichttgte ber Kaiser bie Sammlung von Bildern und Skizzen, die ber Marinemaler Stöwer währenb der Fahrt gemalt hat. Der Künstler erhielt ben roten Abler- orben vierter Klasse. Zur Abenbtafel auf ber „Hohenzollern" waren heute geloben: die Gräfin Morosini, bie Komtesse Morosini, die Admirale Cannebaro, Frigerio und Diottt, Sindaeo und Graf Grimani re. Die „Hohenzollern", „Friedrich Karl" und „Sleipner" hatten reich illuminiert. Eine Musikkapelle auf einem großen, mit tausenden buntfarbigen Lampen illuminierten Fahrzeug brachte eine Serenade dar, während hunderte von Gondeln die „Hohenzollern" umfuhren. — Der Reichskanzler Graf Bülow wird sich am 28. dieses Monats zum Vortrag beim Kaiser nach Karlsruhe begeben. — Der „Königsberger Volksttg." zufolge wurde ber Haftbefehl gegen bie Sozialdemokraten ©rarfl, Nowagratzki unb Treptau gegen Stellung einer Kaution aufgehoben. Wusruhen denken konnten, zog es sie nach Deutschland zurück, und hier in Darmstadt haben beide noch eine kurze Zeit zusannnengelebt. Nach dem Tode ihres ersten Gatten heiratete Frau v. ihren Vetter, Herrn Hehl, der heute trauernd an der Bahre der treuen Gefährtin seines Mters steht. Ihrer großen Liebe für die Kunst und allen ihrer Jüngern und Jüngerinnen blieb Frau Hehl treu alle Zeit. Von den reichen Mitteln, die sie früher durch ihre Kunst sich erworben, teilte sie am Abend ihres Lebens mit vollen Händen aus, und itro es galt, eine Freude zu bereiten und Schmerzen zu lindern, war sie stets freudig dazu bereit. Für den Witwen- und Waisenfonds der Mitglieder unseres Hoftheaters, für die Kassen der Hofmusik und des Chores spendete sie große Summen und auch der Pensionsanstalt Deutscher Journalisten und Schriftsteller und der Genossenschaft Deutscher Bühnen- Angehöriger machte sie vor einiger Zeit ein namhaftes Geldgeschenk. Am meisten aber übte sie im Verein mit ihrem ebenfalls überaus berzenswarmen und gütigen zweiten Gatten, Herrn Hehl, Wohltätigkeit im großen Stile an dessen Heimatsort Wallerstädten, wo ein Kinderheim und sonstige gemeinnützige Anstalten, wo sogar die Kirche und das Geläute den Namen .Hehl erhalten werden für ferne Zeiten. _ Aerztliche Sachverständige bekundeten, daß bei Cnderwiß ein gewisser Grad von Schwachsinn vorliege. Der Angeklagte wurde unter Annahme mildernder Umstände m einem Jahre und drei Monaten Gefängnis verurteilt. München, 26. April. Der Steindrucker Danhauser, der vom Schwurgericht wegen Ermordung seiner Geliebten zum Tode verurteilt worden war, wurde vom Prinz- regenlen zu lebenslänglichem Zuchtbaus begnadigt. (Landwirtschaft. — Der Saaten st and des Deutschen Reiches um die Mitte April betrug: (die eingeklammerten Zahlen bedertten den Stand vom April 1903) Winterweizen 2,4 (3,2), Winterspelz 2,2 (2,5), Winterroggen 2,4 (2,9), Klee 2,6 (2,5), Luzerne 2,4 (2,6), Wiesen 2,4 (2,5); die wegen Auswinterung re. ungepflügte Fläche war in Prozent der Anbaufläche 0,3 0,2), Winterivelz 0.2 (2,6), Winterroggen 0,3 (2,2), Klee 1,6 (2,2), Luzerne 0,5 (2,7). Die Bemerkungen besagen: Die Witterung des Winters war allgemein für die Saaten günstig. Trotz der fehlenden oder dünnen Schneedecke erlitten die Saaten keinen erheblichen Frostschaden. Die Mäuseplage nahm bedeutend ab. Die Bestellung der Frühjahrs- saaten ist vielfach wegen naßkalter Witterung noch weit im Rückstände, in anderen Gegenden ist fie bedeutend fortgeschritten. Vereinzelt iß die Sommersaat mtcf) schon aukgegangen. ~ Meteorolofjtfrtje Beobnrfjtunßcii der Station Gießen. Vermiete»* • Köln, 26. April. Als gestern abend gegen 11 Uhr der Vorarbeiter Georg Schreiner nach Hause ging, wurde er von mehreren streikenden Grundarbeitern, die ihm aufgelauert hatten, überfallen. Schreiner zog seinen Revolver und feuerte ihn etwa sechsmal hintereinander ab. Der 40jährige Grundarbeiter Alb. Diepold rourbe von drei Schüssen getroffen und . sofort getötet. Der Grundarbeiter Grein erhielt einen Schuß in den Unterleib, daß er zusammenbrach. Von der herbeigerufenen Feuerwehr wurde er in das Bürgerhospital geschafft. Schreiner, der die Schüffe abgegeben, hatte bei dem Ueberfall einen Schulterbruch und Verletzungen am Kopfe erlitten; auch er wurde dem Bürgerhospital übergeben. Die Leiche des Diebold wurde zum Südfriedhof gebracht. * Dresden, 26. April. Ein Mordanschlag wurde in vergangener Nacht von einem verschmähten Liebhaber auf die 17jährige HandlungsgehilfinSchulze in der Vorstadt Micken verübt. Als das Mädchen mit einem anderen Liebhaber im Treppenflur stand, erhielt es einen Schuß in die Brust unterhalb des Herzens. Das junge Mädchen brach bewußtlos zusammen. Mehrere der Tat verdächtige Personen wurden verhaftet. • Johannesburg, 26. April. Gestern abend stürzte in dem Bergwerk Robinson Deep ein Fördert orb, der fast an der Oberfläche angelangt war, infolge Seilbruches 2000 Fuß hinab in die Tiefe. Die Insassen wurden getütet. 43 Eingeb orene werden vermißt. • Wald brand. Die „Köln. Volksztg.^ meldet aus Hannover, daß große Brände in der Nähe von Nienburg und von Neustadt a. R. bedeutende Waldkomplexe ein- geäschert haben. Arbeiterbewegung. O ff e n b a ch a. M., 25. April. Von den hiesigen Holz- arbettern, Bautischlern usiv., sind etwa 150 in den Ausstand getreten. Betroffen sind etwa 50 Werkstätten. Zelmprozeulige Lohnerhöhung und Verringerung der Arbeitzeit von 10 auf 9' , Stunden bilden die Hauptforderungen. Auch die Maurer beabsichtigen, in eine Lohnerhöhung emzntreten. Berlin, 26. April. Eine öffeullsche Versammümg der Bäckergesellen tagte heute nachmittag. In dieser wurde eine große Anzahl Zuschriften von Bäckermeistern vorgelegt, worin die letzteren die Forderungen der Gesellen bewilligen. Jnfolgedeffen haben die Vertrauensmänner beschlossen, den Streik noch nicht zu erklären, und denjenigen Bäckermeistern, die bisher die Forderungen noch nicht bewilligt haben, Gelegenheit zu geben, dies nachträglich zu Mn. Herichtslaat. L i e g n i tz, 26. April. Wegen zweier Brand st ist rin gen hatte sich ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu Kotzenau, Otto Enderwitz, vor dem Schwurgericht zu verantworten. Enderwitz hatte beide Brandstiftungen, durch die großer Schaden angerichtet wurde, verlibt, weil es ihm große Freude machte, wenn die Feuerwehr alarmiert wurde. April 1904. ^0.2 o's ~ e c 'S D * Q — c* .. 26. 2" 26. 9“ 27. 7*5 749,6 11,9 749,1 8,9 748,7 6,5 Höchste Temperatur Niedrigste M g 2 39 NNE. 59 NNE. 7ö NNE. am 25.—26. April — .. 25.-26. „ = Wetter ' Sonnenschein i Bed. Himmel ’ Bed. Himmel 4- 11,9 "C. + 3,3 0 0. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Donnerstag, den 28. April 1904: Meist ruhig und heiter, wärmer, trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Nleüunumi. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 27. April. Heute nacht feuerte in der Friedrichstraße der Postkartenhändler Greubel auf eine Geliebte, eine 23 Jahre alte frühere Kellnerin, zwei Schüffe ab, von denen einer der Getroffenen in die Schläfe drang. Greubel schoß sich dann selbst eine Kugel in den Kopf und verletzte sich tötlich, während die Verletzung des Mädchens nicht lebensgefährlich ist. — Gestern abend verletzte in der Togostraße der Malergehilfe Otto Steinik seine frühere Braut, die Plätterin Ida Buchwald, durch vier Revolverschüsse lebensgefährlich und jagte sich dann selbst eine Kugel in den Kopf. Das 'Diorio der Tat ist verschmähte Liebe. Berlin, 27. April. Auf Anordnung des Ministers für Handel und Industrie sowie des Ministers des Innern be- giebt sich heute eine besondere Kommission in das Ruhr- Revier, um die Verhältnisse wegen der Stilllegung der Zechen an Ort und Stelle zu studieren. Am Donnerstag iiiid den folgenden Tagen finden Verhandlungen statt (in Dortmund), an ivelchen außer der Kominission auch Vertreter der in Betracht koiiimenden Zechen teilnehmen werden. Hamburg, 27. April. Tie Polizei verhaftete den Volksschullehrer Schmal aus der Hamburg s'ben Ortschaft Moorwerder, der sich an mehr als 20 Schulmädchen sittlich vergangen hat. Braunschweig, 27. April. Die Polizeidirektion verbot den geplanten Malfestzug der Sozia ldein okraten. Leipzig, 27. April. Tie Kreishauptmannschaft hat das Gesuch der Ortskrankenkasse um Fristverlängerung zur Anstellung auswärtiger Aerzte abge lehnt. Heidelberg, 27. April Zahlreiche hier zum Beftlcki der Universität eingetroffme Russinnen wurden infolge verschärfter Aufnahmebedingungen zurückgewiesen. Tie bisher zugelassenen Studentinnen dürfen weiter hören. London, 27. April. „Daily Chroniele" berichtet au- Shangwaikwan: Hier ein getroffen en Meldungen zufolge bestätigt es sich, daß die Eisenbahn zwischen Port Arthur und Niutschwang zerstört sei. Man er. warte ernste Ereignisse. Die Nachricht scheine zu bestäti- gen, daß die Japaner gelandet seien. — Dasselbe Blatt berichtet aus Söul: In Gensan ist keinerlei Schaden angerichtet worden. Das Schiff, welches von dem Wladiwostok-Geschwader in den Gru n d gebohrt wurde, war ein koreanischer Dampfer, den die Japaner erbeutet hatten. (Dem englischen Blatte ist nicht sehr zu trauen.) — „Daily Mail" meldet au? Tokio: Die erste Gruppe der fremden Militärattachees ist nach dem Kriegsschauplätze gegangen. Paris, 27. April. Der Petersburger Korrespondent des ,.Matin" berichtet: Man konnte feststellen, daß der Zar, welcher eine Ausfahrt machte, sehr zufrieden scheint. Weiter will der Korrespondent erfahren haben, daß das russische Geschwader vor Wladiwostok vier japanische Transportschiffe mit 4000 Mann an Bord in den Grund gebohrt habe. P a r i s, 27. April. Aus Shanghai sind im Ministerium )es Auswärtigen Amtes bedenkliche Meldungen eingegangen. Nicht nur soll die P e k i n g e r R e g i e r u n g einen neuen Boxer-Auf st and veranlassen wollen, indem sie angebliche japanische Siege verbreitet oder errungene Vorteile aufbauscht, sondern sie soll auch den J a- pa ne r n die Landung an der chinesischen Küste zwischen Formosa und den Pescadores-Jnseln gestatten wollen. Auf diese Weise würden die Japaner dem baltischen Geschwader Rußlands den Zugang zu den dortigen Gewässern bequem verwehren können, w:nn sie sich auf beiden Selten der Zufahrtstraße festgesetzt hätten. Tas würde natürlich einen Neutralitätsbruch Chinas bedeuten. Petersburg, 27. April. Admiral Skrydlow ährt heute mittelst SonderzugeS nach Moskau, wo er im Klofter des Heiligen Serbius den Segen des Himmels erbitten wird. — Einem Gerüchte zufolge sollen die Japaner eine ernfte Niederlage am Jalu erlitten haben. Ihr Brückenmaterial sei zerstört worden. — Gerüchtweise oerlautet, daß ein Kredit von 105 Millionen Rubel eröffnet worden sei zwecks Ankaufs von vier Kreuzern und mehrerer Torpedoboote in Frankreich. Auch sind in dieser Stimme die Beträge für die beiden amerikanischen Kreuzer .unb die deutschen Transportschiffe einbegriffen. Washington, 27. April. Präsident Roosevelt und Gemahlin empfingen gestern den deutschen Komponisten Richard Strauß und Gattin. Später wohnte Frau Roosevelt dem Straußkonzert im Nationaltheater bei. Telephonischer Kursbericht Frankfurt a. 8l/en/u Reicbsanleihe . . 102.15 3'/. do. ... 90.15 3Vt0/c Konsole .... 101.90 3*Vn do.....90.25 31/g°/n Hessen ... 100.05 31/, % Oberhess-n . . . —.— 4 % Oesterr. Goldrente . . 101.80 41 Oesterr. Biiberrente 100 60 4 '6 Un 42 70 | 27. April. 3% Mexikaner . . 26.25 4,/$1/n Chinesen . . . 87.00 Electric. 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Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. 3855 Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 26. April 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. USSBODEN-OELLACKFARBE FRflUEbtoB garantirt blei- u. giftfrei. Bester Fussboden anstrich haltbar, hochglänzend, elegant, über Nacht trocknend. (Niederlage bei August | Nell, Drogerie. Bahnhofstr. 51. | zur Einsicht offen liegen, porto- rei einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: zu Mk. Erd- und Maurerarbeiten 10723.05 Steinmetzarbeiten 417.20 Zimmerarbeiten 2524.65 Dachdeckerarbeiten 947.79 Spenglerarbeiten 389.10 Schlosserarbeiten 201.50 Schreinerarbeiten 282.80 Weißbinderarbeiten 19.20 Ebaussierarbeiten 32.30 Eisen- und Röhrenlieferung 1161.03 Basaltsteinlieferung 97.20 Gießen, den 23. April 1904. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Die hm, Baurat. Versteigerung. Dienstag den 3. Mai l. I., nachmittags 2 Uhr, sollen im städl. 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