Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 26. Juli 1904 MehenerAMi-er w General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Gchulstraße 7. Adreiie für Depeschen: Au-eiger (Vtetzeu. Fernsprechan^chluhNr 51 brr. 173 Erscheint täglich au der Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Kamillen- blätter viennal in der Woche bergelegt. RotattonSdruck u. Verlag der Brühl 'schen Umvers.-Buch-u.Stem» bruderei. R. Bongt. veLugSprei», monatlrch7b Ps^ öiertd» jäbrlrch Mk. 2.20; durch A^hole- il Zweigstellen monatlich 6a Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenvreiS: lokal 12 oußroärtfl 20 Pfg. Verantwortlich lü» den voltt. und allgem. Dell: P. Witiko: für »Stadt und 2anb* und »Gerichtes aal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. russischen wurden. träge, Lichtbilder). Pastor Dietrich vom evangelischen Verein für kirchliche Zwecke in Berlin machte sehr interessante Mitteilungen ans den Berliner Herbergen, wo politische und unpolitische Blätter ausliegen. Charakteristisch ist es aber, daß die Wanderburschen in der Regel von den unpolitischen am wenigsten wissen wollen. So wird zum Beispiel der „Berliner Lokalanzeiger" nrit am wenigsten gelesen. Weitere Besprechungen bezogen sich auf ein Zusammenwirken der Herberten mit den gesunden Kräften des Handwerks und der christlichen Arbeiterbewegung. Noch mancherlei Wünsche und Anregungen wurden gegeben und endlich mit Gesang und Gebet die Versammlung geschlossen. Die deutschen Kerbergen zur Keimat. Die deutschen Herbergen zur Heimat feiern in diesem Jahre ihr 50jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß hatte der Herbergsverein in der Heimat der Herbergen zur Heimat, in Bonn, eine Festversammlung veranstaltet, die von zahlreichen Vertretern der Behörden, des Staates und der Kirche und von Freunden der Sache aus dem ganzen Reiche besucht war. Bekanntlich verdanken die Herbergen zur Heimat einem stillen Gelehrten, dem Bonner Universitätsprofessor Dr. Clemens Perthes, ihre Entstehung. Es wurde allerseits mit großer Freude begrüßt, daß zwei Kinder des Gründeris im Kreise der Feiernden erschienen: Professor Perthes und Fräulein Agnes Perthes, die im Geiste des Vaters dem schönen Werke ihre Kraft widmen. Natürlich durfte auch Pastor Bodelschwingh nicht fehlen, der Gegenstand herzlichster Freundschaftsbezeugungen wurde. Der Kultusminister hatte Ministerial- Direktor Dr. Schwarhkopff entsandt, der Evangelische Oberkirchenrat den Oberhofprediger Dr. Dryander; für die Provinz war Oberpräsident Nasse erschienen. Ferner sah man den Oberbürgermeister von Bonn, Prof. Dr. König als Vertreter der evang.-theologischen Fakultät der Universität Bonn, den Vertreter der rheinischen Provinziassynode Dr. Hackenberg usw. Außerdem waren noch vertreten das Landeskonsistorium von Hannover, von Wiesbaden, der Provinz Sachsen, der Rheinprovinz, das Oberkonsistorium von Bayern und viele Vereine der inneren Mission. 1854 hat Perthes in Bonn die erste Herberge zur Heimat eröffnet, die er im Schwange seines Vaterlandsgefühles „Zum König von Preußen" hatte nennen wollen. In der Versammlung sollten hauptsächlich die Veteranen der aus ganz Deutschland erschienenen Hausväter zu Worte kommen, um persönliche Erinnerungen und Erfahrungen aus der Arbeit auszutauschen. In einer Einleitungsansprache wies Sup. Stursberg-Bonn darauf hin, daß es bis heute noch niemand möglich gewesen ist, an dem Werke von Perthes und über, c Beschlag- Schiffe der Grörtenmp Per Krieg zwischen Japan und Nußland. Eine neue Schlacht. den Eindruck eines großen Raketenfalls. Die Japaner dagegen schossen fast ohne Unterbrechung. Gegen 5 Uhr schien sich das Gefecht nach Norden zu ziehen. Man behauptet, die Russen hätten sich vor der japanischenUebermachtzurückziehen müssen; die Besetzung von Niutschwang stehe unmittelbar bevor. Ein neuer Sieg der Japaner ist also sicher, anzunehmen. Das Reutersche Bureau meldet, daß sie noch nicht in Niutschwang eingerückt seien. Die russische Zivilverwaltung hat die Stadt in der Nacht vom 124. auf 25. d. M. verlassen. Morgens wurde auf Verarr» lassung der Verwaltungsbehörde begoimen, die russische» Verwaltungsgebäude zu zerstören. Die Japaner beginnen mit der Sich erung ihrer Kommunikationslinie und der Anlage großer Pro- viant-und Munitionslager auf der Linie Jalu- Pöngjang, was man dahin deutet, daß sie auf eine Uebertragung des Kriegsschauplatzes nach Korea bedacht sind. Alle russischen Kerntruppen werden Hur Front vorgeschoben, sodaß die russischen Korrespondenten m vierzehn Tagen eine Aenderung der Lage erwarten, falls nicht der Regen hindernd wirken sollte. Auf der Süd front ist alles ruhig, da die Japaner ihre Offensive dort eingestellt haben; sie konzentrieren ihre Hauptkräfte gegen Port Arthur, wo die Entscheidung vielleicht nahe bevorsteht. Die Verluste der Japaner find bisher stark übertrieben worden. Die japanische Südarmee wird auf 4, die Ostarmee auf 6 Divisionen geschätzt; der Rest steht vor Port Arthur. Ein Vorstoß des Feindes nördlich von Liaojang ist nicht ausgeschlossen; er könnte sich gegen die Kohlengruben von Jentei oder gegen Mukden richten. Das Wetter gestattet eine flottere Kriegsführung. — Der chinesische General Tulifan ist mit 12 000 Mann und 72 Karren voll Silber wesüich des Liaoflusses bei Tawan eingetroffen und wirbt wettere Truppen an. Er wird von der russischen Flußsette auS scharf bewacht. Der Bericht Kuropatkins vom 22. Juli bestättgt in* direkt den Erfolg KellerS vom 19. Juli am Flusse Äan- Ho. Am 21. marschierten nach Kuropatkins Depesche die Russen östlich und südlich von Thawuan vor, was nicht möglich wäre, wenn die 2lrmee Kurokis nicht ostwärts von Lan-Ho zurückgeworfen wäre. Die russische Regierung bestellte bei der Torpedofabrik in Fiume 80 Torpedos neuester Konstruktion. Die Länge derselben soll 6 t/t Meter betragen nnd die Lieferung schnellstens nach Kronstadt erfolgen. Ein Telegramm aus Tientsin des „Standard" vom 26. ). M. meldet: Die Russen wurden am 24. Juli hei Taschitschiao gänzlich geschlagen. Die Russen waren in dieser Schlacht 30 000 Mann stark und verteidigten sich hartnäckig: die.Japaner seien aber erfolgreich i leblieben. Der Kampf habe, so berichtet „Daily Mail", 4 Stunden gedauert. Die japanische Feuerlinie war 24 Km. lang. Die Verluste a u f b e i d e n Seiten waren 'ehr groß. Die Russen wurden von den Höhen vertrieben Nach einer anderen Depesche aus Niutschwang konnte man von den die Stadt umgebenden Hügeln am 24. d. M. von 5 Uhr morgens bis (Oonnenuntergaug bei Da§ Wladiwostokgeschwader fing nun auch an, fremde Schiffe zu belästigen, und Rußland wird schließlich doch nicht umhin können, seine Zusagen wegen der Akttonen der Freiwilligen Flotte noch erheblich zu erweitern und den Mächten volle Genugtuung zu geben. DaS Wladiwostok- Geschwader bohrte am 24. ds. Mts. bei Jdzu den von Ncwyork über Manila und Schanghai nach Dokohama bestimmten britischen Dampfer „Knight Commander^ in den Grund. Der Dampfer hatte Ladung verschiedener Art an Bord. Die Mannschaft ist auf dem Dampfer »Tsinau* heute in Dokohama angekommen. Die europäischen Passagiere wurden von den Russen zurückgehalten. Auch der D a mpfe r „Ar a b ia" ist von dem Wladttvo- stok-Geschwader aufgebracht worden. Er ist. von der Hamburg-Amerika-Linie kürzlich nach dem Westen Amerikas verchartert worden. Diese teilt mit, daß der Dampfer ,,Arabia", der von den Russen auf der Fuhrt nach Ostasien beschlagnahmt worden eines derjenigen Schiffe sei, die für mehrere Jahre an die „amerikanische Union" Pacific-Eisenbahn für ihren unter dem Namen „Portland mrd Asiatio Steamship Company" unterhaltenen Dienst zwischen der Paeifischen Küste und Ost- asien verchartert worhen sind. Die „Arabia" ist somit zwar Eigentum der Hamburg-Amemka-Lim'e :md führt die deutsche Flagge, die Verantwortlichkeit für die Ladung trägt jedoch, wie aus obigem hervorgeht, die amerikanische Gesellschaft, die verpffickttet ist, weder für Japan noch für Rußland Kriegsmaterial zu befördern. Nach einer letzten Meldmrg ist die „Ardova" freigegeben. Die russischen Offiziere :md Mannschaften verließen nt Suez das Schiff. Die Angelegenheit des deutschen Postdaulpstrs „Prin z Heinrich" ist nun auch definitiv erledigt. Die nifftidk Regiermrg hat sich bereit erklärt, die beschlagnahmten beiden Po st stücke. herauszugebeu und sowohl in diesem Falle, wie in dem des beschlagnahmten Dampfers „Ska-n dia" billigen Schadenersatz zu leisten und erwartet die Kostenrechnung. en stand einer Zllünzfragen. Die Reichsregierun? hat die Talerfrage zum Gegenstände von Erhebungen gemacht. Es ist seitens des Reichskanzlers ein Rundschreiben an die Bundesregierungen folgenden Inhalts ergangen: „Dem vom Reichstage bei den Verhandlungen über den Entwurf eines Gesetzes, bett. Aend?rung des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 angenommenen auf die Ausprägung von Dreimarkstücken als Reichssilbermünzen gerichteten Anträge des Abgeordneten Dr. Erzberger ist fettens des Bundesrats keine Folge gegeben worden, weil die Angelegenheit bei ihrer großen Tragweite für das Münzwesen zum mindesten nicht als spruchreif erachtet werden konnte. Abgesehen davon, daß das Dreimarkstück in das der deutschen Münzgesetzgebung zugrunde liegende Dezimalsystem nicht passen würde, könnte die Einführung dieser Gcldsorte nur dann ins Auge gefaßt werden, wenn ein allgemeineres dringendes Verkehrsbedürfnis nach ihr als vorhanden anerkannt werden müßte. Gegen die Annahme eines solchen Bedürfnisses sprechen, wie auch seitens der Neichsverwalttmg bei den obigen Verhandlungen hervorgehoben wurde, die Erfahrungen mit den Talern, die, an sich Hauptmünze, tatsächlich 'wie Dreimarb- stücke umlaufen, jedoch trotz wiederholter Versuche der beteiligten Verwaltungen, ihnen eine möglichst weite Verwendung im Geldverkehr zu geben, immer wieder in beträchtlichen Mengen zu den Kassen der Reichsbank zurückgeflossen sind. Dagegen hat sich eine lebhaftere Nachfrage nach Reichssilbermünzen geltend gemacht, insbesondere nach Fünf- und Zweimarkstücken in Jndustriebezirken für Lohnzahlungszwecke, wie die Bewegungen in den Beständen der Reichsbank an diesen Münzgattungen anzeigen. Bei der Beurteilung der Frage des Bedüffnisses nach einem Dreimarkstück wird nicht lediglich die in einem Teile DeutscUands an dem Taler haftende Gewohnhett zur Richtschmir dienen dürfen. Da der Taler nach den Vorschriften der Münzgesetze ungeachtet seiner Ausstatttmg mit unbeschräntter Zahlungskraft vmc vornherein gleich den anderen Landessilbermünzen zur Einziehung bestimmt war, indem seine Außerkurssetzung ohne die infolge des Fallens der Silberpreise am 18. Mai 1879 verfügte Einstellung der deutsck^en Silberverkäufe längst erfolgt wäre, so muß von der Frage auSgegangen werden, ob die Verkehrsverhältnisse als solche ohne Rücksicht auf den Talerumlauf unb die mit diesem verbundenen örtlichen Gewohnheiten neben dem Fünf-, Zwei- und Einmarkstück noch ein Dreimarkstück unbedingt erheischen. An sich hat diese Mün-gattung, die nicht einem wirklichen Bedürfnis entspricht, erhebliche Nachteile für das Münzwesen zur Folge. Es kommt daher auch in Betracht, ob nicht, wenn das Dreimarkstück zur Ausprägung .gelangt, das Zwei- oder das Fünfmark- stück zu bei ei tigen wäre, weil alsdann für eine dieser Münzgattungen das Bedürfnis nicht mehr anzucrkennen sein würde. Ferner tritt das Bedenken auf, ob nicht das Dreimarkstück, namentlich wenn es in der vom Reichstage beschlossenen Form ausgeprägt wird, zu Verwechslungen mit dem Zweimarkstück Anlaß bieten würde, welche vom Standpunkte des Münz- Wesens wie des allgemeinen Verkehrs als ein großer Uebelstand empfunden werden müßten. Errdlich bedarf der Erwägung, ob nicht dem Verlangen nach einem Dreimarkstück dadurch wirksam begegnet werden tarnt, daß dem wegen Unhandlichkeit anscheinend weniger beliebten F ü n f m a r k st ü ck durch Verkleinerung des Durchmessers in Verbindung mit der Riffelung des Randes eine für den Geldverkehr brauch» barere Gestaltung gegeben wird. Nach dieser Richtung sind seitens der Reichsfinanzverwaltung die einleitenden Schritte bereits Unternommen." Es ist richtig, meint dazu die „Dtsch. Tagesztg.", der wir uns anschließen können, daß die Einführung der Taler die Fünftnarkstücke oder die Zweimarkstücke überflüssig machen würde. Unseres Erachtens müßten die Zweimarkßücke beibehalten werden!. Sie sind ein Bedürfnis. Die Fünfmark st ü ck e könnten aber gut und gern verschwinden. Vielleicht könnte man die Fünf- markscheine beibehalten, ja noch etwas vermehren, .da, wenigstens nach unseren Erfahrungen, diese kleinen Kassenscheine ehr beliebt sind und einem vielfach empftmdenen Verkehrs- bedürfnisse entsprechen. Die eventtiell ins Auge gefaßte Verkleinerlmg der Fünftnarkstücke würde den Klagen nicht abhelfen. Das große Publikum, das in seiner Mehrheit nicht aus Kassiererit besteht, würde die Vermehrung der Fünfmark- 'cheine und das Verschwinden der Fünftnarkstücke freudig begrüßen. Das Worgeyen Rußlands und das Knglischc Nnterüaus. . Im englischen Unterhaus hat sich der Ministerpräsident Balfour sehr vorsichttg über die letzten Vorgänge ausgesprochen. Laurie stellt eine Anfrage an die Regierung bezüglich deS Vorgehens des Schiffes »Petersburg" von der russischen Freiwilligenflotte. Gibson BowleS befragt die Regierung über etwas zu ändern. Direktor Dr, Engelbert-Duisburg ließ fiühere Zustände im Herbergswesen an dem geistigen Auge der Versammlung vorüberziehen. Heute nach fünfzig Jahren gibt es 4 62 christliche Herbergen, aber es müßten ihrer mindestens noch einmal so viele sein. Die Zahl der Uebernachtungen betrug 1902: 4 498 815, die Zahl der Herbergsgäste rund 2 000 000. Die Hauptversammlung in der Beethovenhalle unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats Conze-LauZenberg sah eine große Schar von Teilnehmern, darunttr die bereits erwähnten Ehrengäste, die Vertretet der Behörden, Vereine usw., die alle ihre Glückwünsche aussprachen. Als gewiß sehr bescheidenes Zeichen ihrer Anerkennung tteuer Dienstt erhielten dabei die beiden ältesten Hausväter Stumm und Webert das allgemeine Ehrenzeichen, welches Konsistorial- rat Siefert vom Konsistorium der Rheinprovirrz überreichte. Dann folgten einige Vorttäge, zuerst von Sup. Stursberg- Bonn über die Geschichte der Herbepge zur Heimat, dann von Ministerialdirektor Schwarhkopff über sozialen Wohlfahrtsdienst der Herbergen zur Heimat. Seine Ausführungen waren von großem Interesse für alle der Sache nahestehenden Kreise. "Nach einer Pause erschien Dr, von Bodelschwingh, laut begrüßt. Er drohte darob mit dem Finger: „Klatscht Ihr nur nicht zu früh!" meinte er. In seiner gewnmenden und warmherzigen Weise ttat er in fernem Vorttäge über: „Die Mitwirkung der Herbergen zur Heimat bei der Heilung der Not der Wanderarmen" für seine Brüder von der Landstraße ein und wandte sich energisch an die Behörden, an das Abgeordnetenhaus, an den Finanzminister. Beide sirrd ihm viel zu langsam, weshalb er auf beide nicht gut zu sprechen ist. Vom Abgeord- netenhause ein gutes Gesetz, vom Finanzminister natürlich Geld wünschte er. Was sollen denn unsere „armen Brüder von der Landstraße" auch anfangen? Schließlich werfen sie auf bem Rathause ein Fenster ein, bloß um durch Verhaftung ein Unterkommen zu erlangen. „Es muß geholfen werden!" schloß Bodelschwingh unter lautesttr Zustimmung. Der zweite Tag des Bonner Jubiläums war der ernsten Arbeit gewidmet. Im evangelischen Gemeindehause hatte der deutsche Herbergsverein eine Versammlung veranstaltet, an der nicht nur die in der praktischen Arbett stehenden Mitglieder teilnahmen, sondern auch viele Freunde und Förderer der Sache. Die Verhandlungen wurden über die Vorträge der .Hauptfestversammlung unter den leitenden Gesichtspunkten geführt: ,,Welche Anforderungen stellt die Gegenwart an die Herbergen zur Heimat" zur Erfiillung der von Perthes bezeichneten Aufgabe, eine geistige Macht sdes Guten zu werden. Zuerst behandelte Professor Perthes die Personalfrage im Herbergswesen, die freilich ebenso schwierig als wichtig ist Professor Lemmer'mann-Hannover- Linden besprach die wünschenswerte Bsschaffenheit urrdAus- stattung der Herbergsräume. Hier gibt es allerdings noch viele Wünsche; denn in manchen Herbergen fehlt es noch am nötigsten. Die Herbergen sollen, so führte Redner aus, ein wirklich behagliches Heim für die Wandernden werden. Dem Eintretenden soll das Gefühl erweckt werden, daß hier Friede nnd Liebe walten. WaS eine bescheidene Ausschmückung betrifft, so empfahl Rektor Barthold-Nen-Strelitz, doch einen Kreis von Frauen her an zuzieh cn, die mit Freuden an der Ausschmückung von Herbergen arbeiten würden. Diesen, GJebanfen stimmte Dr. Bodelschwingh zu. Je scl-öner und lieblicher eine Herberge sei, desto besser toerbc sie sich auch rentieren. — Stadtpfarrer Mügling-Stuttgart beleuchtete die andere Seite, die geistige Nahrung in1 den Herbergen, ohne die es keine rechte Heimat sei. Er empfahl unter anderem reichlichen Lesestoff: Tagesblätter, illustrierte Zeitschriften, Fachzeitschriften, Bücher. Wenn irgend mögl.ch, besondere Lese- und Schreibezimmer. Mchtiger seien aber noch persönliche Darbietungen (Vorlesungen, !Vor- völlig klarer Luft interessante Beobachtungen über ein (&'- sicht bei Taschitschiao mnchen, wo russischerseits eine Brigade Artillerie die Bewegung von z w a n z i g Ba- taillonen Infanterie und einer Division Kosaken unterstützte. Die russische Artillerie sandte in minutenlangen Pausen ein konzentriertes J^uer ab; man hatte die Angelegenheit des Dampfes „Malacca^ verschiedene Punkte des Völkerrechtes, die durch na()me englischer Dampfer nnd das Vorgcl)en de: Wafin nawn er Regierung Strick Durch die ZdrieyS- Agentur sofortige wackle der betriebsamen Firma einen Strich durch die ZkrieyS- schiss-Rechnung. Sie erklärte es für unzulässig, das, in der Union Kriegsschiffe, wenn auch nur vorübergebcnd, im B.sitz von Privatpersonen sich befinden. Mitbin bleibt der Newvorker Agenyrr nur übrig, den Handel rückgängig zu machen, da eine sofortige DeiterveräuGerung der Schiffe an Rußland oder Japan anscheinend nickt möglich ift. Da» Eingreifen der Washingtoner Negieruna bedeutet beiläufig auch eine Zurechtweisung der süd- amer knisä^en Freistaaten, die der Vermittlung geschüstSgervandter Pankce» beim ^rregSschissbandel in Zukunft verlustig gehen. politische Tagesschau. Tic Aufhebung der Schiffsbeschlagnahme. Unser Berliner Mitarbeiter tadelt mit Recht da» allzu gleichmütige Verhalten der Regierung in der Angelegen-1 beit der Schiffsbeschlagnahme Mit einem dreimaligen I Hurra wird von den Offiziösen die Freigabe der „Scandia" I begrüßt. Tic heutige „Nordd. Allg. Ztg" spricht ihre Befriedigung darüber aus, das; die Angelegenheit so rascb und so glatt beigelegr worden sei. Ter womöglich noch! osftziöfere „Lokalem;." stellt fest: Tas Einvernehmen der! beiden Staaten har durch diese Zwischenfälle keine Trüb-I ung erfahren. Welches Glück! Man glaubt den Seufzer der Erleichterung zu hören. Ter Notenaustausch zwischen der deutschen und der russischen Regierung — so verrät der „Lokalanz." weiter — bedurfte der besonderen Schärfe nicht. Tn diesem Punkt kollidieren nun dench die Offiziösen ein bl-chen. Tenn die „Nordd. Allg. Ztg", die den diplomatischen Hergang der Sache, anscheinend auf genauere Informationen gestützt, schildert, berichtet von einer noch am Samstag, also cm Tag der Beschlagnahme, an den deutschen Botschafter in Petersburg gesandten Anweisung, „unverzüglich Protest bei der russischen Regierung zu erheben und die Freigabe des Dampfers zu verlangen." Das klingt1 doch ganz kategorisch, erfreulicherweise. Ein Protest hat in der Sprache der Diplomatie einen viel ernsteren, wuchtigeren Charakter als die Beschwerde. Im Fall der Durchsuchung de-? „Prinzen Heinrich", der ja nun auch soweit erledigt ist, daß die beiden einbehaltenen Poststücke zurückgegeben werden, — hoffentlich ist der Inhalt in jeder Hinsicht unversehrt geblieben! — war, soviel bekannt, die Form der Beschwerde gewählt worden. Nun ist zwar die Verheißung erfolgt, daß künftig solche Akte der russischen Hilfs- kreuzer nicht mehr vorkommen sollen. Aber dies Versprechei? enthält eigentlich etwas Selbstverständliches', weil die in der Vermummung von Handelsschiffen die Darda- Sh nghai, 25. Juli. Ter belgische Konsul in Han kau L irt, daß bei römisch-katholische Bischof . , „ c g en und sein Bruder, die zu der belgischen DNEerrnMdent Balkon r erwidert: Die gestellten! 2!nna .irn beziehen sich auf Fragen verschiedenen Charakter«. v • bciic.'cn sich aus allgemeine Fragen! ' esonderr Fragen, die aul der! Tatsache entstanden sind, daß Schiffe der ruffischen Frei- ? »schiffe im Roten Meere । genommen haben. Die in Verbindung mit dieser Angelegenheit angestellten Betrachtungen haben nur mittelbare Begehungen zu der, die Wegnahme von Schiffen betreffenden allgemeinen Frage be» Völkerrechte». Die Schwierigkeiten, ich kann sagen, die großen Schwierigkeiten — ich wünsche sie durchaus nicht zu verringern —, die an» diesen Wegnahmen entstehen, behandeln ein besondere» Problem,' da» der englischen Regierung große Sorgen niachte und noch macht, hinsichtlich dcffen aber, wie ich erklären kann, Anzeichen vorhanden sind, die eine günstige Lösung. an- ■ zu sagen, halte ich für unzweckm Bezüglich der Frage über die Stellung de» Suez-Kanal», die die Frage der Frenvilligenflotte nicht besonder» berührt, glaube ich jagen zu können, daß meinem Urteile nach Gibson Bowle» den Inhalt der Snezkanal-Konoention irrig aufgesaßt hat. Soweit ich weiß, ist keine kriegerische Handlung int Suezkanal ention sieht ausdrücklich vor.I daß eine Prise wie ein Kriegsschiff behandelt werden soll und daß Kriegsschiffe freie» Recht für die Durchfahrt durch den Kanal Haden; ich glaube aber nicht, daß die Frage m dieser I Beziehung besondere Schwierigkeiten bietet oder zu McinungS- verschiedenheiten zwischeii beiden Mächten Anlaß giebt. Meiner I Ansicht nach besteht keinerlei Zweifel, daß wir verpflichtet sind, Prisen die Durchfahrt durch den Suezkanal zu gestatten. Wenn ich da» sage, so habe ich da» Hau» und da» Publi-1 fum an die Tatsache zu erinnern, daß der Suezkanal unter mtcrnatwnaler Leitung steht und e» daher nicht an un» ist. als individuelle Macht zu sagen, wie die Gesetze, welche die egyptische Regierung hinsichtlich de» Suezkanal» binden, auS- zulegen sind. Unserer Ansicht nach darf eine legitime Prise den Kanal passieren. Laune fragt hierauf, ob Balfour den Teil seiner (Laurie») Anfrage nicht gestellt zu sehen wünsche, der sich daraus bezog, daß ein Schiff zu einer Zeit die Handelsflagge führt, zur anderen Zeit die Autorität eines Kriegsschiffes au6übt. Balfour erwidert: Dies ist eine Frage de» allgemeinen Rechtes. Ich bin sicher, daß nichts durch emen Versuch meinerseits, darauf zu antworten, gewonnen wurde. Gibson Bowle» stellt hieraus folgende Frage: Sind die englischen Handelsschiffe verpflichtet, irgend etwa» mehr über sich ergeben zu lasten, al» Durchsuchung und Vernehmung! der Mannschaft, sowie Prüfung der Papiere zum Zwecke der Feststellung der Nationalität deS Schiffes, seiner Bestimmung und Ladung, und im Falle, daß sich auS dieser Prüfung ein Verdacht ergibt, Anhaltung und Beförderung deS Schiffe» durch eine Prijenmannschaft an das Prisengericht. Ferner sind englische Handelsschiffe gehalten, sich der Wegnahme und Fottschaffung eine» Teiles der Ladung nach Gutachten de» Kommandanten des durchsuchenden Kriegsschiffes ohne ander- weite Entscheidung bezw. Entscheidung deS Prisengerichtes zu unterwerfen? Balfour erwidert: Nach Ansicht der Kronjuristen ist da» Völkerrecht in der ersten Frage richtig ausgefaßt. Bezüglich der zweiten Anfrage glaube ich nicht, daß daS Völkerrecht, wie eS geübt wird, em solches Verfahren zuläßt. Atif eine weitere Anfrage Gibson BowleS betr. Durchfahrt der Schiffe der Freiwilligenflotte durch die Dardanellen erklärte Balfour: Diese Anfrage berührt da», was ich für den gegenwärtigen Augenblick als verbotenes Terrain betrachten muß. Sie wirft eine Kontroverse auf, die, wie ich glaube, bester gelöst werden wirb, wenn da» Haus für den Augenblick sich mit dem zufrieden gibt, was ich gesagt habe. Ausland. Kopenhagen, 25. JuU. Der König ist heute vormittag um 11 Uhr mit der Jacht „Dancbrog" wieder hier eingetroffen. Dublin, 25. Juli. Die Einweihung der Sankt PatrikS-Kathedrale in Armagh gestaltete sich zu einer großartigen Zeremonie. Zahlreiche Katholiken aus allen Landesteilen Irlands waren erschienen. Außer den Kardinalen Danutelli und Logue, PrimaS von Irland, wohnten zahlreiche Erzbischöfe, Bischöfe unb Abgeordnete der Feier bei. Rom, 25. Juli, ,3m Vatikan ist die Stimmung plötzlich optimistischer geworden. Die Erkommimikation des Bischofs von Laval, welche bereits als Tatsache gemeldet wurde, wird Mission! in der Provinz Hupei gehörten, in einer kl ei ne n Binnenstadt nördlich von I t fcha n g e r m o r d e t wnr- den, ob von aufständischen Ehincsen oder von Banditen, fei un- bcfnniit. Pater Roberrech 1 von derselben Mission wurde ge anaen genommen, und Dienstag .bei der Station Tscinnan c b e ns all» ermordet, Bisäws Verhaegen war erst.36 Jahre alt und von den Europäern und Chinesen gleich hoch geaclnet. Auf Grund seines kirchlicl)en ProtettorateS fällt Frankreich die Regelung des Falles zu. Deutsches Reich. Droniheim, 26. Juli. Kaiser Wilhelm hielt qeNem vormittag Gottesdienst auf der .Hokienzollern" ab. Am Morgen lief der VergnugungSdampfer der Hamburg- Amerika-Linie .Meteor* mit zahlreichen Fahrgästen ein. Der Kaiser gestattete den Paffagieren die Besichtigung der .Hohen- joflern*. Heute morgen lief die .Viktoria Luise* der Hamburg-Amerika-Linie ein, von der zahlreiche Fahrgäste von der Erlaubnis, die .Hohenzollem* zu besichtigen, Gebrauch machten. Einige Paffagiere de» .Meteor" und der .Viktoria I LuiseE erhielten Einladungen zur FrühstückStaicl, u. a. General v. Mihlaff, der Polizeipräsident von Potsdam, Graf Bernstorff, Landrat v. TreSkoiv, General v. Richthofen und die Gemahlin deS amerikanischen Botschafter» in Rom, v. Lengerke-Meyer, nebst ihren Töchtern. — Um 10 Uhr abend» lichtete die .Hohenzollern' die Anker und fuhr auS dem Fjord, begleitet von zwei Krieg»- schiffen und einer großen Anzahl von Segel- und Ruderbooten, mit vielen Menschen an Bord, die dem Kaiser Ab- schiedSgrüße zuriefen. Berlin, 25. Juli. Der Kaiser wird auf der Rückreise von der Nordlandfahrt in Swinemünde voraussichtlich iam 3. August landen. Magdeburg, 25. Juli. Nach Auskunft de» hiesigen I Magistrat» ist die auswärts verbreitete Meldung von Cholera- und TgphuSerkrankungen in Magdeburg vollständig unbegründet. — Die Verstaatlichung der Pfalzbahnen be- schäfttgte wieder die bayerische Abgeordnetenkammer. In der fortgesetzten Beratung deS Eisenbahnetats widerlegte der Staatsminister der Verkehrsangelegenheiten v. Frauen* dorffer Bemerkungen des Abg. Ehrhardt-Speyer (Soz.) in der Sitzung vom Sonnabend, als ob die Staatsgewalt vor den Aktionären der pfälzischen Eisenbahnen bezüglich der Verstaatlichung kapituliert habe. Ter Minister betont, die Negierung könne zur Wahrnng sinanzieller Staatsrechte gegenüber den pfälzischen Bahnen durch Steuer- und Finanz- I gesetze eingreifen, dürfe aber die verbrieften Rechte der Aktionäre nicht antasten. Eine Neubildung der pfälzischen Bahngesellschaften könne die Regierung nicht erschweren. Durch I die bisherige Hinausschiebung der Verstaatlichung habe die Regierung dem Staate einen Vorteil gesichert. Die Rechte I de» Staates in betreff der pfälzischen Bahnen seien nach lallen Seiten hin gewahrt worden. Der Minister bittet schließ- I lich, die Etatsberatung nicht durch eine jetzt vollkommen Izwecklose Debatte über die pfälzischen Eisenbahnen auf- I zuhalten. Josef nach Dresden in Lend erwarten und denselben nach Salzburg begleiten; her Kaiser tverde sodann nach Ischl zurückkehren. Petersbura ,25. Juli. Die Nicderkun ft der Za- rin stel' unmittelbar bevor. so DeiBt es in der neuen Petersburger Meldung, den Schisson der Freiwillmen-Flotte da» Recht, Sckriffe zu beschlagnahmen mtb zu durchsuchen. Folglich (ft| den Hilfskreuzern vorher von der russischeir Regierung mit allen Detail» die Weisung erteilt worden, sich an „verdächtig" erscheineitde neutrale Dampfer heranztunacheu. Die Kapttäne haben lediglich dieser Instruktion gemäß gehandelt. E» wäre eine lächerliche Farce, bekämen etwa die russischen .(EVipHätte einen Verweis. Nein, die russische Negierung hat sich den Verstoß zu schulden kommen lassen und die russische Regierrlug ist den Verletzten, Deutschland und England, außer der Entschädigung E^enugttlung schuldig. Nun warteu luir ab, ob in den nächsten Tagen die offiziösen Organe von einer entsprechenden Erklärung de» Grafen LamSdorff au unsere Regierung oder an unseren Botschafter in Petersburg Mitteilung machen können. Erst dann erscheint der 3*nU, nach der politischen Seite Hirt, „glatt beigelcgt". Handel mit Kriegsschiffen. Eine Begleiterscheinung deS russisä>-japanisckn'n KnegcS, die in der Oefsemlichkeit weniger beachtet wurde, war der durch e>ne bekannte Ncwyorker Agentur unternommene Versuch, Kriegs- fadrzeuge Argentiniens und Brasiliens nuf.ui* lausen, um sie an Rußland oder Japan zu veräußern. Gleich zu Beginn deS Krieges sind bekanntlich zwei argentinisä>c Kreuzer, die soeben auf einer Genueser Werft fertiggesteltt waren, an Japan verkauft worden. Die südarnerikanstbcu FrsiÜaaten icbcinen in der Tat nur auS dem Grunde Kriegsschiffe sich anzuschaffen, um einen schwungvollen Handel damit zu treiben. Zu eigenem Nutz unb Frommen bedürfen sie der Scbiffe kaum. .Bei Unruhen im Innern treten die Lanbtrnppen in Ak i"N, und Zwisttgkciten mit Nachbarstaaten pflegen durch Vereinbarung beigelegt zu werden, weil keiner dieser Staaten vor Revolutionen im eigenen Lande fieber ist, wenn die RegierimgStrnpven mit einem äußeren Feinde zu tun baden. Der Handel mit KriegSsctnsfcn bringt wo bl einen erklecklichen Gewinn, denn sonst würden die süd- amerck Nischen Freistaaten nicht von neuem Ba a.sträge erteilen, unb zwar ausschließlich an italienische unb engl.schc W rsten. xa» Einträgliche einer Vermittlung bei biejem Haiibel erkannte die besagte Newyorker Agentur, die u. a. in sübasrikanischen Minen- werten „kommissioniert". Doch die Vasbingtoner Regierung " Geh. RegiemngSrat Prof August Laube n b c i m c r , Direktor an den Farbwerken Meister, Lucius unb Brüning zu Höchst a. M., der lange Zeit an unserer Universität gewirkt hat, ist am Freitag gestorben unb Sestern nachmittag auf dem alten Friedhöfe zu Grabe getragen worben. Geh Hosrat Prof. Dr. Naumann als Direktor beS hiesigen chemischen Laboratoriums, sprach etwa folgcnbe Grabrebe: August ^nubenbcuncT ist mit dem dxmilchen Universitätslaboratorium m srüheren 3Qlrrcn lange Zeit eng nerbunben gewesen. Zunächst war er besten Schüler, bann seit 1869 Assistent über 13 Jahre lang, von 1873 an als Professor. In dieser Stellung hat er sich hervorragende Verdienste um bas chemische Laboratorium erworben nach vcrsäriebenen Ridüungen bin. In der DeNvaltung war ihm neben anderen schätzenswerten Eigenschaften eme peinliche Ordnungsliebe eigen unb ein stark ausgeprägter etnn für fdtfne Formen. Hiervon zeigen bie Sammlungen beS chemischen Laboratoriums jetzt noch wobttucnbc Spuren. Als Lehrer zeichnete er sich aus bitrch eine klare unb ansclxmliche Darlegung bei wohlburäp boebter i'elbstäubiger Gestaltung des NnterrichtSstvfscs. Tie als Frucht seiner wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiete der OTganifdnm Chemie von ihm zum ersten Male dargestcllten organischen Verbindungen werden heute noch von dem chemischen Laboratorium beivahrl. In die Zeit seiner hiesigen Lehrtätig- | feit fällt auch die Mästung eines Lehrbuchs der orgnnifdren । Chemie, daS in der Anordnung deS vorzutraaenden Stoffs von dem früheren Gebrauch ivefentlicb äbtoid) unb mit Recht vielfache Nachöhniung gefunden hat. Gleichzettig war Laubenheimer für mich der wertvollste Mitarbeiter bei her Herausgabe des umfangreichen Jahresberichts über die Fortschritte ber Chemie. August Laubenheimer gehörte zu den glücklichen Naturen, welckre auch in ber schwierigsten Lage ihren Gleidrmut nicht embüßen. 5>äusig..trug er durch eine launige Bemerkung bazu bei daß er selbst unb anbcrc leichteren Sinnes entgegenstehenbe Hinber- nisse uberwinbeu konnten. Gleid>wvhl hat er nur mit schwerem Herzen die akademische Lansbahn vor setzt 21V, Jahren ausgegeben. Es war eine eigentümlich? Verkettung von Umständen, welche damals die Regienmg in die Zwangslage brachte, den bewälrrten Lehrer unb wissenscliastlichen Forscher ber Universität nicht erhalten zu können. Der sdnveren Cutsagung folgte glücklicherweise eine immer glänzenber sich gestaltende Lausbahn in der d'emisd-en Industrie, glänzend an allseittgen Erfolgen. Noch möchte ich nicht unerwähnt lassen, baß gerade am vorigen Freitag, etwa eine Stunde vor Lflubewhvimers Tode, ich meinen Zuhörern unter Zugrundelegung einer brieflikhen Anleilung Lau- benheimer» und unter Benutzung von Fabrikationsstusen, die I er mir vor Jahren voll Höchst hatte zukommen lassen, gewisse und rote Farbstoffe bargestellt habe. Auch noch in an- I deren Dingen hat Lanbenheimer imd) seinem Weggange gelegent- l lid e Beziehungen zum chemisd^cn Laboratorium gepflegt. Hnr nunmehr als eine Maßnahme bezeichnet, welche nod) einer einige benben Prüfung bebütfe. — „Voce bella Verita" bezeichnet die anacblidxn Briese der französischen Kardinale als eine Fälsä>- img. Tat Heilige Stuhl behalte sich vor, im gegebenen Moment die Dokumente über den Konflikt zu liefern. BadGastein,25. Juli. Hier verlautet, ,K a i s e r F r a n z Joses werbe ben König von Sachsen bei besten Rückreise Gießen, den 26. Juli 1904. .. Militär.Wochenblatt. Zur Insanterie-Schicb- sckule voiu 20. Juli bi« 23. ?lua»st 1904 kommandiert: Stephan. Oberlt. im Ins.«Nat. Kaiser Wilhelm <2.Kr.Hesi.) gir nt; Befördert zu 218. der Res. die Vizeseldivebel dez'w. Vizewachtmeister Ku ch sl. Berlin) des 1. GrMerzoqOch Mi. Ins.. (Leibgarde-) Regt8. Nr. 116, Dau (II. ßnnt. bürg) des 1. Krobh. Hess. Fcldart..R-,ts. Nr. 25 (Nrohh. Art -KorpS), Mittermaier (Mannheim) de» 4. Großh. Heff. Jnf.-Rgi» (Prinz Karl) Nr. 118. - Der Abschied bewilligt: Korell, Hauptmann d. Lanbw. Inf. 2. Aufqeb. (Friedberg), mit der Erlaubnis zum Tragen der Lanbw.- Armee-Uniform, Schneider (Joseph), Oberlt. der Laitbtv.- Jnf. 2. Aufgeb. (WormS). •• Heffifch-Thüringifche StaatSlottene. Am heutigen ZichunqStage der 4. Klaffe siel die Prämie oon 75 000 Mk. auf Nr. 2516 (nach Darmstadt), ein Gewinn I von 25 000 Mk. auf Nr. 58867 (nach Meiningen), ein Ge- I nünn von 5000 Mk. auf Nr. 77579, ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 96005, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 2605.3 36248 42774 43167 60571. (Ohne Gewähr.) Das Preis schießen des Vereins e Hein aliger Jäger und Schützen nahm einen sehr schöncil Verlauf, weint auch der Besuch der Veranstaltung ein nod) besserer hätte sein können. Die Stapelte des ''..car* burgcr Jäger-BataillonS machte den Feftzug mit unb erfreute die Besucher des FestplatzeS durch Konzert. DaS Resultat deS PreiSschicßenS ist das folgende: Ehrennr eis und Ehr en scheibe: Berdur-Gießen, ^cst- scheibe: Möller-Krosdorf 1. Preis, Nauheimer^ießen 2 Preis, Praß-Fvrsthaus WildhauS 3. Preis, Schwein-Diebe* l. Preis, Klinge-Bieber 5. Preis. — Lausend Wild: Stern* (stießen 1. Preis, Asprion-Offeßeii 2. Preis, Möller-Krofdorf Ist Preis. — 100 Meterstand (freihändig) Lucas-Wißmar 1 Preis, Erb Kleinlinden 2 Preis, Menhold-Gießen 3. Preis, 100 Meterstand (auflegen): Malm-OMeßcit 1. Preis, Schwein- Bieber 2. Preis, Adam-Gießen 3 Preis. — T r o st s ch e i b e : Kling Bieber 1. Preis, Arsl-Hochwart 2 Preis, Mohringer- Haina 3. Preis, Lucas-Krvfdors 4. Preis. Der noch junge Verein kann mit seinem ersten Erfolge in der Oeffentlichkeit in anbetracht der vielen konkurrierenden andern Festlichkeiten am Sonntag recht zufrieden sein, denn wer auf dem SchützenbauS das Fest der ehemaligen Grunröcke besuchte, hat sich gut amüsiert. •* Sommerwohnungen im Vogelsberg ist der Titel eines vorn Vogelsberger Höhenklub in neuer Auflage 190t herausgegebenen Büchleins, das in gedränger Kürze die reiche Zahl der Luftkurorte und deren Dobn- ungsverhältnisse, sowie Ausflüge und Spaziergänge im Gebiete deö Vogelsbergs angibt. DaS Werkchen ist vom Zweigverein Taufstein deS Vogelsberger Höhen-ÄlubS in Gießen kostenlos zu beziehen. •• Freisinn unb hessische» Wahlrecht. Tic Vertrauensmänner brr freisinnigen Volkspartei der LandtagS- ivahlkreise Alzey, Wömtabt, Wöllstein, Bingen, Gau-Alge»- heim und Ingelheim haben in einer Versammlung folgende Resolution gefaßt: »Die Vertrauensmänner ber Land- tagSwahlkreise re. rc., grundsätzlsch auf dem Boden de» allgemeinen, gleichen, geheimen unb direkten Wahlrechts stehend, I protestieren hierdurch energisch gegen die vollständig einseitige, zu Gunsten einer einzelnen Partei, nämlich ber Zentrumspartei, willkürlich gemachte WahlkreiSeinteilung deS neuen LanbtagSwahlaesetzeS. Die versaininelten Vertrauensmänner bitten daher Großh. Regierung, dieser Einteilung ihre Zustimmung zu versagen, unb daraus bestehen zu wollen, baß I bie Wahlkreiseinteilung eine gerechte, keine Partei bevor- I xiigenbe, der geographischen Zusammengehörigkeit und der BcvülkcrungSzahl entsprechende roirb/ netten passierenden russischen -cl-ifsc nicht den Schatten eines Recht» zu solchem Volizeisptelen besitzen. Völ'er- rechtlich konnten die Schiffe oyne Umstände wie Piraten- sahrzeuge behandelt, d. h. in den Grund gebohrt werden. ES nimmt Wunder, daß über eine derartige einfache und! flir lifivnbe Sache der russische Ministerrat erst in eine lange Erörterung eingetreten ist. Was wir vor allem in den offiziösen Mitteilimgen vermissen, ist: den Ausdruck bei ^..dauerns über die Schifss-Beschlagncchmen. Solche Entschuldigung in aller Form ist notwendig: die zugesichert- R-^ckung der materiellen Entschädigungsansprüche hMttn sich eigenmächtig Uebergrifse erlaubt, läßt sich nicht I relegrapi mehr aufrechterhalten. Der russische Mirristerrcrt entzieht,IBer ha "tt h, 1 ho- '»•tat '"kkkjch Äüi 190) » ''bchich. ^e,?r,N.) ., 7rfW^ " .lU. Han,. 7° lSroßh. * 4. Txy^ *. ”^:eb be. 1' *• •lufgcb. r* ^andw.. Am ‘: *®Bie von '• ^troinn nW «n Qt, w^inn von 1(W M. auf >ne Öeoäjq treing ehe. -« raten sehr ^nmftollung w**f, des Aar. ' unb er* *WtL Tas 56rcn- dnmn^ießea :6n»in.^et - M> stein. cr-kosbors --tL'-Dßmar >cßtvL Preis, Arns, 3Lwnn. ro':scheibe: ns. Aobringer. : l-:”^ih(f)feit mbeni Muh. Hn wer auf : mnrötft be* -gcBbcrg ist /- -ji unter 8uf* X tarn Schn* -nzLLgr ün Ge* ;£ /wn . ^.Fluös in -r'retzi. Tic gg Ga-VgeS* —r'unQ folgende ^dk° deS all- .Lr^tl ftebenb, 'q emititige. t Zss jentnuns* * ,. deS neuen rvJc-rn8ntännet ib« Zu' wollen, ba& Fann® auS tyg Akdr *‘Cr^ (djh? £ab0t ,X er E1 fX MN ^Lf 6192 pr Pfd. M. 1.20 mieten Bergurage 17. In verkaufen Wietgesnche Aellkn-Gesn Verschiedene^ Offene Stfllni PnnfGöfnche Ihi vermieten ”%u -h-aßeru ärv den, 'meisten, S^sckaften Ein heller A. Reinig Opneene V/ aaren t Gieesen btlieniwM 30 Marke „Gretchen* < > Beste K°^'Chocolade ,, 5u Danucu _ roolle § CD m Z § 2D 15 Meter ^Wjlck-eslkcl nebst eisernem tSeländer zu verfaulen Schillerst^ 14. [6232 Hojgut Assenheim, Telephon Friedberg 5. 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