Nr. 121 Erstes Matt. 154» Jahrgang Donnerstag 26 Mai 1904 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Gieß en er Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Siebener Familien- HIStttr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrühlNchen Univers.-Buch-u.Stem- druckerrt. R. Lang«. Redaktion, Srpedttio« und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanfchluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger 99 'at* Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngSpreiSr monatltch75Pf„ viertel- jübrlich Mk. 3.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Beftellg. Annahme von Anzeigen für bie TageSnumrner bis vormÜtagS 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal 12 auswärts 20 Psg. Verantwortlich füt den poitL und allgern. Teil: P. Wittko- für .Stadt und Land* und „Gerichtssaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung, Die Wagengasse wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten vop heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 36. Mai 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Westanlage zwischen Bahnhofstraße und der Bahnunterführung nach der Hammstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, am 26. Mai 1904. Großherzoglicbes Volizeiamt Gießen. Herberg. Aer Krieg zwischen Japan und Rußland. Von der Liautung-Halbinsel. Dschifu, 25. Mai. (Reuter.) Aus Takushrrn hier eiitgetroffcne Dschunken berichten, daß die Japaner dort am 21. Mai 6000 Mann gelandet Hütten. Auch in Pitzewo würden täglich kleinere Truppenabteilungen ausgeschifft. Auf den Elliotinseln sei der Sammelpunkt der japanischen Transport- und Kriegsschiffe. Es würden provisorische Kasernements gebaut. Bis zum 22 .Mai werden nur kleine Zusammenstöße an der Westküste von Liau- tung entlang gemeldet. Mukden, 25. Mai. (Reuter.) Hier laufen ständig Gerüchte um, daß bei Kintschau eine blutige Schlacht zwischen den russischen Truppen und den von Port Adams an der Eisenbahn entlang vorrückenden Japanern geschlagen worden sei. — Im Nord osten von Mukden zeigen sich kleine japanische Aufklärungs-Abteilungen, hielten sich aber in beträchtlichen Entfernungen von der Stadt. Größere feindliche Truppenmengen sind nicht bemerkt worden. Petersburg, 25. Mai. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 24. Mai lautet: In der Gesamtlage sind um Föngwangtschöng und an der .Küste des Golfes von Liaotung keineVerän der ungen ein getreten. Ueber die Stellung des Feindes wurde folgendes festgestellt: Bei Föngwangtschöng sind gegen 40 000 Mann japanischer Truppen zusammengezogen, bei Piamyn vier Linienregimenter mit 50 Geschützen. Meine Abteilungen japanischer Truppen rücken von Föngwangtschöng nach Ssiu- jan vor. Der Vormarsch vollzieht sich äußerst langsam und unter großen Vorsichtsmaßregeln. Auf dem linken Ufer des Tajangho nahm ein Teil dieser Truppen, nämlich 3000 Mann Linien-Gardeinfanterie und drei Eskadrons Gardekavallerie am 22. Mai staffelförmige Aufstellung zwischen Ssediachoge und Salidsaipndsa auf dem Wege nach Siujan. Gleichzeitig wurde festgestellt, daß der Gegner auch von Föügwangtschöng und Piamyn nach dem Unterlaufe des Tajangho in der Richtung auf Luanmiau vovrückt. Abteilungen seiner Vorhut sind auf das rechte Ufer bes Tajangho übergesetzt. Am 22. Mai besetzte eine dieser Abteilungen, die etwa drei Kompagnien und eine Eskadron stark war, den Liaolinpaß, 14 Werst südlich von Ssiujan, auf dem nach Ta ku sch an führenden Wege, sowie die benachbarten Dörfer Ualyssy und Küane- hapfu. Außerdem besetzte eine aus einem Bataillon Infanterie und einer Eskadron Kavallerie bestehende dlbteil- ung am 22. Mai Pehemiao auf dem rechten Ufer des Ta- janaho auf dem Wege nach Takuschan, zehn Werst von Laidsapudsa. Mukden, 25. Mai. Verkehrsminister Fürst Chilkow ist heute früh hier eingetrofsen und nach einer Begegnung mit Statthalter Alexejew nach dem Süden weitergereist. Petersburg, 25. Mai. Nach Depeschen aus Mukden überfiel eine russische Abteilung von Osten her die Stadt Andschu, nahm sie ein und ve rsprengte die japanische Besatzung. Nachdem die Stadt in Brand gesteckt war, zogen die Russen in guter Ordnung wieder ab. London, 25. Mai. Nachrichten aus Mukden besagen, General Rennenkamps Kosaken hätten zwei japanische Transport-Kolonnen weggenommen. Die 1. japanische Armee sei daher ohne Proviantzufuhr. Port Arthur und Dalny. Dschifu, 25. Mai. (Reuter.) Eine aus acht Schiffen bestehende japanische Flotte beschoß gestern Port Arthur. Der Angriff dauerte eine Stunde. T s ch i fu, 25. Mai. Ein heute hier eingetroffener Franzose, der am 22. Mai abgefahren ist und die gestrige Beschießung von Port Arthur mit ansah, berichtet, daß acht große japanische Schiffe eine Stunde lang um den Hafen eingang kreuzten und in Zwischenräumen von zehn Minuten Breitseiten aVfeuerten. In Dalny, als es der französische Reisende verließ, war alles ruhig. Doch sagte er, man erwarte stündlich den Angriff. Die japanischen Militär- und Zivilbeamten seien gerüstet, Dalny zu verlassen. Von Zivilpersonen seien nur noch einige in nicht amtlicher Stellung befindliche zurückgeblieben. Der von den Russen vor einiger Zeit gemachte Versuch, die Docks und Anliege st ellen in Dalny zu zerstören, sei mißlungen. General Stössel hab? auf die Nachricht von dem Untergänge des Panzerschiffes „Hatsufe" angeordnet, den Versuch nicht zu erneuern. Die Japaner stehen, wie es heißt, mit einer Truppenmacht bei Pitsewo und Kin- tschou, auf beiden Seiten der Halbinsel gegen Port Arthur marschierend. Chicago, 25. Mai. „Daily News" berichten: Zahlreiche chinesische Dschunken, die auf schwimmende Minen aeraten sind, flogen in die Luft. Korea. Söul, 24. Mai. (Reuter.) Die Japaner sperrten Jonampho für den Handelsverkehr und gestatteten nur Regierungsschiffen, den Jalu hinaufzufahren, der seit Besetzung des mandschurischen Users für die Schiffahrt geöffnet war. Eine ähnliche Maßregel wurde in Tscbin- nampho ergriffen, bevor die zweite Armee auf der Halbinsel Stau hing gelandet war. Von Jonampho zurückgekehrte Japaner berichten, dort ständen nur wenig Truppen. Die Bevölkerung sei ruhig, doch begrüße sie die Besetzung durch die Japaner wegen des strengen Verhaltens der Behörde nicht. Die Russen ließen große Mengen brauchbaren Nußholzes zurück; die Garnison in Söul sei nicht stärker als 800 Mann. Ein Telegramm aus Gensan berichtet, daß die R u s s e n, das vom Gründer der gegenwärtigen koreanischen Dynastie in Hamhenng vor 540 Jahren errichtete Mausoleum zerstörten und die Religuienschränke verbrannten, obgleich diese Denkmäler den Koreanern für heilig gelten. Die Nachricht, daß in Pjöngsöng Russen mit 20 Geschützen stehen, bestätigt sich; es sind dies wahrscheinlich transbaikalische reitende Batterien, wovon mehrere vor dem Ausbruche des .Krieges dem ersten Armeekorps von Wladiwostok bei gegeben wurden. Berlin, 25. Mai. Der koreanische Gesandte in Petersburg ist in Berlin eingetroffen und in der japanischen Gesandtschaft abgestiegen. Auf der japanischen Gesandtschaft wird erklärt, man wundere sich, daß der Gesandte so lange mit der Llbbeise von Petersburg gezögert habe, da doch die Koreaner Japans Verbündete seien. Aus China. In China scheint das aus der Zeit der Wirren bekannte Spiel mit „Dekreten" wieder zu beginnen. Der Kaiser in Peking fordert in einem soeben erlassenen Pronunciamento dieser Art zur strikten Neutralität auf. Die Kaiserin-Witwe aber, deren überragender Einfluß schwerlich eine Einbuße erlitten hat, schweigt. Die revolutionären Elemente werden also wissen, was sie von dem Dekret zu halten haben. Im Golf vonPetschili feuerte am 25. ds. ein japano^ scher Panzer auf einen deutschen Kreuzer, dessen Signale er mißverstand. In der letzten Nacht wurde auf der Höhe des Vorgebirges von Liautischan auf den schwedischen Dampfer „Karin" gefeuert, doch unbekannt, von wem. Ein AtteMat auf bett Zaren? Während des Besuches des Zaren in Mementschug, auf seiner Reise durch Südrußland, wurde auf der Eisenbahn kurz vor der Stadt Krementschug entdeckt, daß mehrere Eisenbahnschienen ausgehoben worden waren. Die Entdeckung wurde noch vor Abfahrt des kaiserlichen Zuges dadurch gemacht, daß ein anderer Zug an der Stelle verunglückte. Aer Aufstand in Aeutsch-SüdwestafrrLa. Windhuk, 25. Mai. Die Typhuserkrankungen bei der bisherigen Ostabteilung in Otjihänena scheinen jetzt zum Stillstände gekommen zu sein. Major v. Glasenapp ist am 25. Mai von hier nach Okahandja abgereift, wo er vorläufig das Kommando über sämtliche Ettapenlinien übernimmt. Oberst Leutwein verlegt sein Hauptquartier am Samstag nach Okakandja. Volitische Tagesschau. Die jungliberale Bewegung ist auch die Quelle einer Reihe von beachtenswerten literarischen Erzeugnissen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete. „Schwarz-Weiß-Rot", das soeben erschienene, von den DDr. Goldschmit und Siebert in T. F. Lehmanns Verlag in München herausgegebene jungliberale Jahrbuch, ist die hervorragendste Kundgebung dieser Art. Eine Reihe namhafter Politiker und Gelehrter aus jung- und altliberalen Kreisen haben Arbeiten beigesteuert. Wir führen nur an: Reichstagsa.bg. Böttger, Prof. Max Haushofer, Landgerichtsrat Kulemaun, Prof. Paul Oertmann, Prof. W. Tröltsch. Das ganze Gebiet des politischen Liberalismus ist in den Einzekbeiträgen von einem einheitlichen, freiheitlichen, sozialpolitisch fortschrittlichen und vertieften nationalen Gesichtspunkte aus behandelt. Die Probleme, die heute im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion stehen, erfahren eine durchwegs anregende Erörterung. Aus dem reichen Inhalt seien angeführt: die moderne Arbeiterbewegung (Kulemann-Braunschweig), das allgemeine und gleiche Wahlrecht (Martin-Leipzig), das Frauenstimmrecht (Jka Freudenberg-München), Zeugniszwang und Presse (Böttger- Berlin), Reichsfinanzreform und Reichserbschaftssteuer (Tröltsch-Marbnrg), Politische Programme und ihre Wandlungen (Haushofer-München), Deutsche Bildungsideale (Weber-München), Liberalismus und Jugend (Hübsch-Nürnberg), Bausteine zur nationalen Frage (Siebert-München), die liberalen Prinzipien und das Jesuitengesetz (Mix-Stargardt), die deutsche Seemacht,und ihre Gegner (Helbeck-Elberfeld) u. a. m Das Jahrbuch „Schwarz-Weiß-Aö)t" ist ein praktisches politisches Vademeeum für vaterländische Politiker. Aer Weröand der Kunstfreunde in den Ländern um Rhein. (Unter dem Protektorat Sr. Königs. Hoh. des Großherzö^s von Hessen.) Von einer Neuorganisation einer Vereinigung zur Förderung wirklicher Heimatkunst in den Rheinländern und den nächsten Nachbargebieten ist jetzt die Rede. Es handelt sich um eine Äußerung des sehr erfreulichen Bestrebens, der Zentralisierung des künstlerischen Lebens der Gebiete der Malerei und Plastik in zwei oder drei Großstädten noch mehr entgegenzuarbeiten, als das in den letzten Jahren ohnehin schon geschehen ist. Die Künstler, die in ihrer Heimat die besten Wurzeln ihrer Kraft haben, die zunächst berufen sind, die Schönheiten dieser Heimat zu ergründen und in ihrem Werk zu rühmen, sollen Gelegenheit erhalten, in materiell sicher fundierten Ausstellungen ihre Arbeiten zur Schau zu stellen und zu verkaufen. Sie sollen dadurch mehr wie früher an die heimische Scholle gefesselt und von der Uebersiedelung in die Großstädte mit ihrem unwürdigen geschäftlichen Konkurrenzkämpfe auf künstlerischem Gebiete abgehalten werden. Tie bisher in Darmstadt, Düsseldorf, Karlsruhe, Stuttgart errungenen Erfolge im Kleinen haben das Gesunde und Aussichtsreiche dieser Bestrebungen dargetan, aber es fehlte noch an einer ausreichenden materiellen Basis, um wirklich, große Unternehmimgen zu sichern. Dem abzuhelfen, ist in Düsseldorf der Verband gegründet worden, und dabei ist netzen den künstlerischen Plänen auch an die außerordentlichen wirtschaftlichen Vorteile gedacht, die die einzelnen Verbandsgebiete durch die beabsichtigten Unternehmungen haben werden. Ein wesentlicher Faktor ist von vornherein, daß die Vereinigung über beträchtliche Mittel verfügt, und daß diese Mittel ausschließlich zur wirksamen Unterstützung künstlerischer Pläne in den inbetracht kommenden Staaten verwendet werden sollen. Uns Hessen interessiert der Verband darum besonders, weil unser kunstsinniger Landesfürst als Protektor an die Spitze getreten ist, und am 30. Mai wird in Darmstadt eine Sitzung des Gesamtvorstandes und der Kunstkommissionen stattfinden. Bei der Bedeutung, die die Sache für unser Land gewinnen kann, und da an dem genannten Tage eine stattliche Anzahl der hervorragendsten Kiinstler der Rheinlande in der hessischen Residenz zusammenkommen werden, seien einige nähere Angaben gemacht. Es ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1) Ziele und Wege des Verbandes (Referent W. Schäfer-Düsseldorf, Korreferent Prof. W. Steinhausen-Frankfurt a. M.); 2) die Atbeit in den Kunstkommissionen (Referent Prof. W. T r ü b n e r\ Karlsruhe, Korreferent Prof, von Bochmann-Düsseldorf); 3) die Verbandszeitschrift „Tie Rheinlande" (Referent Prof. Dr. Clemen-Bonn, Korreferent W. Schäfer-Düsseldorf); 4) Erwerbungen und Zuwendungen an den Verband (Referenten: die Vorsitzenden der einzelnen Kunstkommissionen). Für den Abend sollen die Herren einer Einladung des Großherzogs Folge leisten. Damit die auswärtigen Teilnehmer auch einen richtigen Eindruck von der rasch emporgehlühten Bedeutung unserer Stadt und ihrer Kunstschätze erhalten, sollen am 31. Mai ein Rundgang und eine Besichtigung der Kunstsammlungen vorgenommen werden. Dem geschäftsführenden Vorstand gehören u. a. an: Regierungspräsident a. D. Tr. zur Nedden-Koblenz, Prof. Dr. Clemen, Provinzialkonservator der Rheinprovinz Bonn, Museumsdirektor Dr. Kögel-Düsseldorf, Prof. Tr. Liesegang-Wiesbaden, Geheimrat Römheld-Darmstadt. Mitglieder der Kunstkommissionen sind u. a.: für Karlsruhe: Ministerialrat Dr. Böhm, Prof. Hans Thoma, Prof. Gustav Schönleber Prof. Ludwig Dill, Prof. Franz Hein; für Stuttgart: Pros. Graf Leopold von Kalckreuth, Prof. Robert Haug, Prof. Carlos Grethe, Prof. Bernhard P a n k o k; für Darmstadt: Prof. Habich, Prof. Olbrich, Maler Adolf Beyer, Maler I. V. Cissarz; füt Frankfurt: Dr. Paul Rüdiger, Prof. Ferd. Brütt, Prof. W. T r ü b n e r, Prof. W. Steinhaufen, Prof. W. K o - warzik; für Düsseldorf: Prof. Peter Behrens, Prof, von B o ch m a n n, Prof. Claus Meyer. * — Der Kaiser und die Kunst. Dem Bernsteinschen Montagsblatt wird unter der Ueberschrist „Der Kaiser und die Kunst" aus Berliner Künstlerkreisen geschrieben: Vor einigen Tagen besuchte das Kaiserpaar die große Berliner Kunstausstellung. Es ist interessant, zu beobachten, wie eine Besichtigung der dort so spärlich vertretenen wirklichen Kunstwerke vor sich geht. Der Kaiser sieht nämlich nur das, was ihm die Herren vom Ausstellungskomitee zu zeigen für notwendig halten. Von diesen in antiken Kunstanschauungen festwurzelnden Akademie-Professoren empfängt der Monarch seine künstlerischen Anregungen. Es folgt nun eine Auszählung dessen, was der Kaiser gesehen hat und was er nach Ansicht des Verfassers hätte sehen sollen. Dann heißt es weiter: Das Interesse des Kaisers erstreckt sich zunächst auf das rein Stoffliche. Wenn das Bild dann noch möglichst konventionell und akademisch korrekt gemalt ist, dann findet es sicher seinen Beifall. Ein Stimmungsreiz ist bei diesör Art von Besichtigung natürlich ausgeschlossen. (Wir möchten gegenüber dieser Meldung nicht unerwähnt lassen, daß sie aus s o z i a l- demokratischeu Kreisen stammt. Sollte sie zutreffend sein, dann könnte man sein Bedauern nicht unterdrücken darüber, daß durch Männer, die es offenbar selber nicht besser verstehen, unferm Kaiser die Gelegenheit genommen wird, zur Entwickelung lichten und intimen Kunstgefühls. D. Red. des „Gieß. Anz.") • — Lenbach und der Kaiser. In dem Lenbach-Artikel, den Franz Wolter in der „Kunst" (Verlag von Bruckmann in München) dem verstorbenen Meister widmet, weiß er manche Einzelheit mitzuteilen, die bisher weiteren Kreisen nicht bekannt geworden ist. So zitiert er folgende Aeußerungen Lenbachs: „Denken Sie sich, ich sollte den Fürsten 3c. malen: der kommt ins Atelier in einem weißgrauen Reisekostüm, einfach scheußlich. Nein, das konnte ich nicht." . . . „Auch den Kaiser hätte ich malen sollen, mit der Krone auf dem Haupte und im Hermelin; dreimal habe ick die Anfrage deswegen bekommen, ich habe aber abgelehnt — ich weiß, das war grob." — Das Lübecker St a d 11 h e a t e r, dessen bauliche Verhältnisse in der Bürgerschaft der alten Hansastadt schon häufig Gegenstand eingehender Erörterungen bildeten, soll a.m.Ende der nächsten Spielzeit, April 1905, seiner Feuergefährlichkeit wegen abgerissen und durch einen an der gleichen Stelle zu errichtenden Neubau erseht werden. Die Musik und Theaterverhältnisse Lübecks sind augenblicklich im Aufschwung begriffen; zu ihrer weiteren Förderung errichtet man zurzeit eine „Stadthalle", die — 2000 bis 2500 Personen fassend — für Konzert- und Theater- Aufführungen dienen soll und zu diesem Zweck mit einer allen modernen Anforderungen entsprechenden Bühne versehen wird. Es ist insbesondere geeignet, die Stellungnachme der Fung- liberalen zu den großen bewegenden Fragen kennen zu lernen, frei von jedem Fraktionsstandpunkt. Da die verschiedenen Abhandlungen auch eine willkommene Grundlage für Vorträge in politischen Bersanrmlungen bilden werden, ist zu erwarten, daß das Wtzrk einen großen Ab- nehnrerkreis finden wird. Deutsches Reich. Berlin, 25. Mai. Ter Kaiser läßt nicht nur für seine Gäste einen größeren, sondern auch für die nach Kiel kommenden in- und ausländischen Vertreter der Presse einen kleineren, beguemen Salondampfer während der Woche chartern. Ter Besuch des Königs Eduard von England wird voraussichtlich zahlreiche Korrespondenten nach Kiel bringen. Die Charterung übernimmt das Rcichs- marineamt. — Der Vorstand des Deutschen Kolonial-Bundes hat an den Reichskanzler eine Eingabe betreffend staatliche Beaufsichtigung und Regelung der Missionstätigkeit in den deutschen Kolonien gerichtet. — In' ibete'. heutigen zweiten Arbeitssitzung des internationalen Kongresses für gewerblichen Rechtsschutz wurde die Angelegenheit des Madrider Abkommens vom 14. April 1891 ebtr. internationale Eintragung von Fabrik- und Handelsmarken, beraten. Ter Kongreß nahm nach umfangreicher Erörterung einen von Maillard-Paris modifizierten Antrag Peinsard-Bern an. in dem der Wunsch ausgesprochen wird? die Regierungen der Verbandsstaaten und die Landesausschüsse möchten sich bemühen, unter den Verbandsstaaten der Pariser Konvention neue Beitritte zum Madrider Abkommen zu erwirken, speziell in den Ländern mit Vorprüfung die Mittel zu untersuchen, um die Anschlüsse der Länder herbeizuführen. Ferner erneuert der Kongreß den bereits 1902 in Turin ausgesprochenen Wunsch nach offizieller Propaganda der Behörden für Bekanntwerden der internationalen Markeneintragung mit Rücksicht auf die günstigen Ergebnisse, die diese Propaganda gezeitigt hat. Seel o w, 25. Mai. (Am tli ch e s Wa hle r g e b n i s.) Bei der am 20. Mai im Wahlkreise Frankfurt (Oders- Lebus stattgehabten Reich sta g s sti ch w a b l wurden 27 267 giltige Stimmen abgegeben. Rechtsanwalt Basser- mann-Mannheim (natl.) erhielt 14385, Schriftsteller B raun (Soz.) 11882 Stimmen. Leipzig, 25. Mai. Heute wurden fünf große Versammlungen der Kassenmitglieder der Ortskrankenkasse cckgehalten. Es wurde beschlossen, die Familien- behandlung nicht wieder einzufi'lhren, sondern die Gründung eines Sanitätsvereins vorzubereiten Ausland. Paris, 25. Mai. In einer Unterredung mit einem Figaro-Vertreter widerlegte der frühere spanische Ministerpräsident Silbe la die Behauptung einiger deuisch- feindlichen spanischen Blätter, wonach De u t i ch l a n d einem französisch-spanischen Einvernehmen wegen Marokkos entgegengearbeitet hätte. Silvela versichert, Deutschland habe im Gegenteil in Madrid immer zu einer Verständigung mit Frankreich geraten. — IN der gestrigen Kammersitzung ries, als der Nationalist Millevoye Deutschland Veschuldigte, durch seine Rüstungen Europa zermalmende Militärlasten aufge- bürdet zu haben, ein Zuhörer auf der Tribüne in oen Saal hinab: „Darum muß feder Franzose zu den Waffen greifen", wodurch augenblickliche- Verwirrung entstand: der Störer wurde hinausgeschaffi und die Ruhe war wieder hergestellt. Budapest, 25. Mai. Im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten der österreichischen Delegation trat Finanzminister Boehm-Bawerk für die durch eine Anleihe auf- zunehmenden Militärkredite von 400 Millionen Kronen, von «bereit Notwendigkeit und Dringlichkeit die Finanzverwaltung überzeugt sei, ein. Es handle sich in der Hauptsache um die Anticipierung sonst im Extraordi- narium geforderter Posten, ein wirklich neuer Posten sei nur die Marineforderung im Betrage von 44 Millionen. Der Minister wies nach, daß der von der Heeresverwaltung vorgeschlagene W>eg im Interesse nicht nur der Verwaltung, sondern auch der Steuerzahler liege. Das .Heeresbudget werde dadurch nicht eingemauert, wie behauptet sei, vielmehr werde voraussichtlich für amortifable Zwecke, denen die durch die Kreditoperationen zu realisierenden Anschaffungen dienen, für 25 Jahre vorgesorgt sein. Eine etwaige Einführung einer zweijährigen Präsenzzeit, die noch nicht spruchreif sei, werde voraussichtlich eine einmalige Ausgabe von 50 Millionen erfordern. Der Minister erklärte, er beabsichtige nicht, kurzfristige Titres zu kreieren, sondern fasse die Emission eines marktgängigen Ratentvpus ins Auge. Für den Vollzug der Tilgung werde durch planmäßig bestehende Beträge im Budget gesorgt. Selbstverständlich werde die geplante Anleihe von 400 Millionen nicht plötzlich auf den Markt geworfen, sondern die verschiedenen Emissionen werden in sorgsamer Eschellonierung auf den Markt gebracht werden. Petersburg, 25. Mai. Der Minister des Innern hat neuerdings ein geheimes Zirkular an alle Gouverneure erlassen, in welchem der Polizei vorgeschrieben wird, daß sie keine Juden mehr aus weisen darf, selbst wenn deren Anwesenheit in Städten und Dörfern entdeckt wird, in denen ihnen sollst der Aufenthalt untersagt ist. Sofia, 25. Mai. Die bulgarische H^fenpolizei in Varna verhaftete 2 aus Sofia kommende Mazedonier und Griechen, welche auf einem Schiffe in einem Butterfasse eine große Höllenmaschine über Griechenland nach Mazedonien schmuggeln wollten. Die Verhafteten gestanden, daß die Maschine für einen Mordanschlag bestimmt war. Konstantinopel, 25. Mai. Durch ein Jrade be§ Sultans ist eine abermaligeReduktion der Beamten-Gehälter um 15 Proz. mit Rückwirkung vom 1. März d. I. an verfiigt worden. N e w y o r k, 25. Mai. Die Regierung verfügte, daß die Einwanderer mindestens 10 Dollars haben müssen, auch wenn sie ein Bahnbillet'haben und Verwandte sie erwarten. ALS Ataöt und Land. Gießen, den 2b. Mai 1904. *• Empfänge. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 25. Mai u. a. den Professor Dr. Todt, den Lehrer Co nie von Lauterbach, den Pfarrer Weißgerber, den Oberlehrer Hohenstein, den Oberlehrer Buxmann von Butzbach und den Prof. Kölsch von Büdingen. ** Personalien. Se. K. H. der Groß Herzog haben den von dem Stadtvorstand zu Alsfeld auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Alsfeld, Dekanat Alsfeld, präsentierten Pfarrverwalter Dr. Eduard Becker für diese Stelle bestätigt und den Oberlehrer Georg Baldauf in Friedberg zum Lehrer an dem dortigen Schullehrerseminar ernannt. •* Hohe militärische Gäste werden Ende dieser Woche in unserer Garnison erwartet. Zu der am Samstag vormittag stattfindenden Bataillons-Besichtigung werden eintreffen: Der kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Eichhorn, der Divifionskommandeur Generalleutnant Freiherr v. G a l l und der Brigadekommandeur General-Major Graf v. Kanitz. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 116 enthält : 1. Gesetz, die Gehalte der Volksschullehrer betreffend; 2. Bekanntmachung, die Amtstitel der Gerichtsschreiber und Hilfsgerichtsschreiber bei den Amtsgerichten, des Gehilfen des Generalstaatsanwalts und der ersten und zweiten Staatsanwaltsgehilfen bei den Landgerichten betreffend. „Boettge-Konzert. Sicherem Vernehmen nach wird die rühmlichst bekannte, 50 Musiker starke Kapelle der Badischen Leib-Grenadiere aus Karlsruhe, unter Leitung des Königl. Musikdirektors Adolf Boettge, Begründer der historischen Nationalkonzerte, Freitag den 10. Juni im Neuen Saalbau eine große Aufführung veranstalten. Wie man es von Boettge nicht anders gewohnt ist, bringt er wieder viel neues mit, und die hohen künstlerischen Leistungen seiner Kapelle sind so sehr bekannt, daß es des Rühmens nicht mehr bedarf. Lauterbach, 25. Mai. Schon seit einigen Wochen wird von der hiesigen Flcischerinnung eine rührige Tätigkeit entwickelt und große Vorbereitungen getroffen, um den zum Bezirkstag am 29. Mai zu erwartenden Gästen einen der Stadt Lauterbach würdigen Empfang zu bereiten. Der deutsche Fleischerverband setzt sich aus 22 Bezirksvereinen zusammen, die mit den dem Verbände angehörigen Einzelmeistern zusammen die stattliche Mitgliederzahl von rund 35 300 Fleischermeistern aufweisen. Kein zweites Handwerk ist derartig organisiert. Im Verbandsstatut ist für jedes Jahr ein Verbandstag, der in diesem Jahre vom 10.—15. Juli in Nordhausen stattfindet, festgesetzt. Diesem Verbandstage gehen die Bezirkstage voraus; auf dem Bezirkstage werden die aus den jeweiligen Tagesordnungen für am wichtigsten befundenen Punkte so formuliert, daß sie dem Verbandstag als Antrag zugestellt werden können. Werden sie auch dort für wichtig genug befunden, so gehen sie in Form von Eingaben und Petitionen an die zuständige Stelle der Reichsregierung. Da nun der XII. Bezirksverein die Provinz Hcssen-Naffau und die Regierungsbezirke Coblenz und Trier, sowie das Großherzogtum Hessen umfaßt, der eine der ersten Stellen im Verbände einnimmt, so ist wohl zu hoffen, daß der Bezirkstag in Lauterbach für jeden deutschen Fleischermeister von großer Wichtigkeit sein wird. Der Obermeister der Frankfurter Innung, Karl Marx, der auch den Bezirkstag in Lauterbach besuchen wird, ist zur Zeit erster Verbandsvorsitzender. Obermeister Falk von Mainz ist erster Vorsitzender der hessischen Handwerkskammer, auch Obermeister Lautz von Darmstadt gehört der Handwerkskammer als Mitglied an. Außerdem gehören Obermeister Schwarz von Fulda und Obermeister Schnell von Caffel als Mitglieder den zuständigen Handwerkskammern an. Sämtliche genannten Fleischermeister sind wohl mit Recht nicht nur als Leiter und Führer des Bezirksvereins sondern auch als mit zu den ersten und leitenden Männern des ganzen großen deutschen Fleischerverbandes zu rechnen. Gerade die Meister aus der Nähe, die weder einer Innung noch auch dem Verbände angehören, dürften es als ihre unabweisbare Pflicht betrachten, den Bezirkstag in Lauterbach zu besuchen. sd. Darmsta dt, 26. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Se. Kgl. Hoh. der Großherzog machte gestern abend im Ausstellungsrestaurant der Künstlerkolonie seinen ersten offiziellen Besuch und nahm dort mit dem nach langer Krankheit wieder hergestellten Prinzen Franz Josef von Battenberg, dem Geheimen Kabinetsrat Römheld, Kammerherrn Frhrn. von Leonhardi, zusammen acht Personen, das Souper. — Der vierte Ausschuß der Zweiten Kammer wird heute nachmittag unter dem Vorsitz des Abg. Weidner zusammentreten. e. Darmstadt, 25. Mai. Die Vorbereitungen für das am 3. und 4. Juni im Garten des Alten Palais zum Besten des Russischen Roten Kreuzes stattfindende Gartenfest sind in vollem Gange und versprechen einen glänzenden Verlauf dieser Wohltätigkeitsveranstaltung. Außer den bereits genannten Buden und Büffetts, der Tombola, den Blumen- unb Champagnerständen, für welche die Gaben bereits reichlich fließen, werden noch besondere Anziehungskraft ausüben: ein Ueberbpettl, für das hervorragende Mitglieder unserer Hofbühne und bekannte Dilettanten ihre Mitwickung fest zugesagt haben, ein Hof- und Gartenphotograph, ein Silhouetten- schneider re. re. Außer Konzerten sämtlicher hiesiger Militärkapellen werden eine echte italienische Sängerfamilie und ein beliebtes Tiroler Quartett für musikalische Unterhaltung sorgen. Besonders reich ausgestattet wird auch der Postkartenstand erscheinen, über den nähere DMitteilungen noch erfolgen sollen; die Oberpostdirektion hat für den zu erwartenden großen Kartenverkehr einen Dienst-Postbrieflasten in liebenswürdigster Weise zur Verfügung gestellt. Um möglichst weiten Kreisen die Teilnahme an dem intereffanten Feste zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise sehr billig normiert worden; einmaliger Eintritt wird 1 Mk., eine Karte für 4 Personen oder eine Person zu viermaligem Eintritt berechtigend 2,50, Studentenkarten 50 Pfg. kosten. r Mainz, 25. Mai. Zu Anfang des nächsten Monats findet hier eine Zusammenkunft von Vertretern zahlreicher deutscher Städte statt, welche sich wiederum mit der Frage befaffen wird, wie den Schwierigkeiten zu begegnen ist, die durch die neue Zollgesetzgebung, welche eine Aufhebung des städtischen Oktrois bedingt, hervorgerufen worden sind. Es werden bei dieser Zusammenkunft Vertreter von drei Städten als Referenten auftreten. — Das Zigeuner Unwesen macht sich gegenwärtig in der hiesigen Gegend wieder sehr unangenehm fühlbar. Kaum ist eine Bande abgeschoben, so zeigt sich schon wieder ein neuer Zug. Am zweiten Pfingsttag belagerte eine Bande von über hundert Köpfen das nahe Dorf Finthen und nahmen, als sie fortgewiesen wurden, gegen die Gendarmerie und Polizei eine sehr drohende Stellung ein, so daß von außerhalb noch Gendarmerie requiriert werden mußte. Die Bande zog schließlich hierher ab, wurde ober auf telegraphische Nachricht hin alsbald weitertransportiert. -b. Hirschhorn, 25. Mai. Hier fand heute die Weihe des seitherigen Schulsaales zum Gemeinde s aal statt, eingeleitet durch eine markige Ansprache und Weihrede des Ortsgeistlichen. Bei dem darauf folgenden Festgottesdienst brachte der Superintendent, Oberkonsistorialrat D. Flöring die Wünsche der Kirchenbehörde dar. Danach sand eine kurze interne Feier zu Ehren des das 50jähr. Jubiläum der Gemeinde als eigenes Jubiläum mitfeiernden Kirchenrates Kalbhenn von Burg-Gräsenrvde im G'meindesaale statt. Als Vertreter S. Kgl. Hoheit des Großherzogs und des Oberkonsistoriums brachte Präsident T Buchner dem Jubilar die Ernennung zum „Geheimen Kirchenrat" und die herzlichsten Wünsche. Diesen schloß sich an der Vertreter der Gießener theologischen Fakultät Pros. D. Drews und eröffnete dem Jubilar, daß ihn die theologische Fakultät zum Doktor honoris causa ernannt habe. Pros. Trüm - pert von Darmstadt überbrachte eine Adresse des Gustav- Adolf-Vereins und Pfarrer Lic. Tr. Diehl, der Ortsgeistliche, als Geschenk der Gemeinde Hirschhorn ein herrliches Lutherbild. Nach ihm übermittelte namens des Kirchenvorstandes der Gemeinde Burg-Gräsenrode Lehrer -Vetter die herzlichsten Wünsche und Bürgermeister Mosckierosch von dort eröffnete dem Jubilar, daß er zum E h r e n b ü r g e r der Gemeinde ernannt worden sei. Ferner brachte als Vertreter des Gießener Wingolf, dessen Ehrenphilister der Jubilar ist, Stnd. jur. Steiner die besten Wünsche der Verbindung dar und im Namen der weiteren Familie des Jubilars Sanitätsrat Dr. Harbordt aus Frankfurt a. M., ein Schwager des Jubilars. Men dankte der Gefeierte in bewegten und herzlichen Worten. Nm 1 Uhr sand ein Festessen statt. Nach kurzer Pause schloß sich die Nachmittagsversammlung an, wobei der Ortsgeistliche zunächst die zahlreichen telegraphisch und schriftlich übermittelten Grüße von auswärts verlas. Hierauf folgte eine ganze Reihe von Ansprachen, die zum teil einen sehr metallenen Klang hatten, indem namhafte Geldgeschenke überbracht wurden für den Fonds, der die Anstellung einer Ge m e i n d e s ch w e st e r ermöglichen soll. Als Vertreter des badischen Gustav-Adols-Vereins sprach Dekan Fischer von Neckar-Elz. Dazwischen tönten die vollendet vorgetragenen Lieder des Kirchengesangvereins und die mächtigen Weisen des Ober-Mockstädter Posaunen- Ehores. Allen, die das Fest so verherrlicht hatten, dankte Pfarrer Lic. Dr. Diehl in warmen Worten. Um 6 Uhr schloß die schöne Versammlung, und mit einem packenden Marsche des Posaunenchores wanderte man zum Bahnhofe, um einem großen Teile der Festgäste das Geleite zu geben. Frankfurt, 25. Mai. Gestern wurde hier nach altem Brauch der „Wäldchestag" begangen. Kind und Kegel zog hinaus in den Stadtwald, wo es bei dem prachtvollen Wetter recht lärmend und fröhlich, allerdings auch recht staubig und — durstig bis zum späten Abend herging. Von den üblichen Exzessen und Keilereien hörte man diesmal weniger als sonst. Fast scheint es, als wollten sich die Volkssitten wieder mildern. — In der Gordon Bennett- Woche wird unser Opern-Ensemble in Homburg im dortigen Kurhaussaale zweimal gastieren. Man nimmt an, daß der Kaiser den Aufführungen beiwohnen werde. Vorgesehen sind „Carmen" und „Fledermaus", auch sollen die Verhandlungen wegen des Aufführungsrechts, das sich die Frankfurter Oper für Homburg erst erbitten muß, noch nicht ganz beendet sein. Das hübsche Homburger Theater ist seinerzeit von Blanc erbaut und recht geschmackvoll ausgestattet worden. Kassel, 25. Mai. In dem ehemaligen RegierungS- gebäude, in welchem sich jetzt zahlreiche städtische Bureaus befanden, brach Großfeuer aus. Das Gebäude brannte bis zum ersten Stock vollständig aus. Viele Akten wurden vernichtet. Großer Schaden entstand in einem Warenlager. Ein Feuerwchrrnarm wurde verletzt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben Nachbarstaaten. Ein Pionier des Bataillons in Kastel, der abends mit einem in der Richtung aus Frankfurt kommenden Zuge vom Pfingsturlaub zurückkehrte, überfuhr die Station. Als er, beim Wiesbadener Tor angekommen, dies bemerkte, sprang er aus dem fahrenden Zuge heraus, wobei er sich schwere Verletzungen zuzog. — Wie der „Wetzl. Anz." hört, ist Güterexpeditionsvorsteber Adolph von Guben nach Friedberg versetzt. — In Oher-Hillersheim wurde von der Wörrsiädter Gendarmerie ein noch nicht 14jähriger Junge verhaftet, weil er auf dem Wege von Ober-Hillers- heim nach St. Johann ein 20jähriges Dienstmädchen angepackt und zu vergewaltigen gesucht hat. — In Frankfurt wurde in der Nacht zum Dienstag ein Mann in da? städtische Krankenhaus gebracht, der auf bestialische Weise verstümmelt war. Das Verbrechen wurde an dem Unglücklichen begangen, als der sinnlos Betrunkene sich nicht wehren konnte. — Auf der Bahn zwischen Eichenberg und Bebra i:t der Schaffner Brunotte aus Göttingen von dem in voller Fahrt befindlichen Personenzuge abgestürzt. Der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt. vermischtes. • Berlin, 25. Mai. Hier wurde der reisende Kaufmann Bürger wegen Unterschlagungen von 12000 Mk. verhaftet. • Ludwigslust, 25. Mai. In der Nahe des hiesigen Bahnhofs platzte an der Lokomotive des Schnellzuges Hamburg—Berlin, in welchem sich auch Prinz Heinrich von Preußen befand, das Ventil, wodurch der Lokomotivführer und der Heizer sehr schwer verbrüht wurden. Prinz Heinrich ließ die Verletzten sofort in seinen Salonwagen schaffen, wo die Aerzte einen Verband anlegten. * Aachen, 25. Mai. Der „Aach. Post" zufolge wurde gegen zwei Dienstmädchen von hier seitens der Staatsanwaltschaft Untersuchung wegen eines Vergiftungsversuches an der Herrschaft einqeleitet. * Teplitz, 25. Mai. Die hiesige gewerbliche Sparkasse entdeckte nach dem Ableben des Direktors einen Fehlbetrag von 3 00 000 Kronen. Der Stadtrat unterhandelt wegen der Sanierung. • Kapstadt, 25. Mai. Finanzminister Walton kündigte an, daß zwischen Griguatown und Postmasburg eine Diamantgrube entdeckt wurde, deren Ausbeutung so lange lohnend sein werde, als sie als offene Grube betrieben werde. Newyork, 25. Mai. Nach einem Telegramm aus Harrisburg (Pennsyloanien) wurden in einer Grube bei Williamstown 50 Bergarbeiter durch schlagende Wetter verschüttet. Sieben Leichen wurden bisher geborgen. • Memphis (Tennessee), 25. Mai. Tine große Feuersbrunst zerstörte den ganzen, südlich des Pazoo- flusseS gelegenen Teil von Pojoocity im Staat Mississippi in einer Länge von zwölf und einer Breite von drei Häusergevierten. Unter den zerstörten Gebäuden sind das Rathaus, das Gerichtsgebäude, das Postgebäude, alle Banken, ©^<$5^5=’ Häuser und Zeitungsdruckereien. Kerichtssaal. Frankfurt, 19. Mai. Am Abend des 20. März brachen aus einer im Erdgeschoß gelegenen Zelle des Untersuchungsgefängnisses neun Häftlinge aus, indem sie durch ein kunstvoll verfertigtes Loch in der Mauer dm Hof der Klingerschule erreichten und dann das Freie gewannen. Einer von ihnen kroch bald durch dasselbe Loch wieder ins Gefängnis, die übrigen Ausbrecher wurden im Laufe weniger Tage bis auf einen, namens Nicth, ermittelt und aufs neue hinter Schloß und Riegel gesetzt. Die Seele des ganzen Unternehmens war neben Rieth der „Silberdieb" Peter, der seitdem wieder einen, aber vergeblichen Ausbruch versucht hat. Tie Oefsnung in der Wand der Zelle wurde in folgender Weise hergestellt. Man besvritzte den Mörtel mit Wasser und entfernte ihn dann mit einem Schüreisen. Mit einem von Peter abgebrochenen Pritschenfuß wurden die einzelnen Steine herausgehoben, die man in den Strohsäcken versteckte. Rach dreitägiger Arbeit war ein Loch geschaffen, groß genug, daß man hindurchschlüpfen konnte. Peter batte seine Mitgefangenen gezwungen, mit hei der Arbeit zu helfen oder Wache zu halten unter der Drohung, er werde jedem den Schädel einschlagen, der etwas sagen werde. Die Strafkammer verurteilte heute die acht Ausbrecher wegen Meuterei zu der geringsten zulässigen Gefängnisstrafe von je sechs Monaten, die bei einem Teil der sonst bestraften Angeklagten in Zusatzstrafen von drei bis fünf Monaten umgewandclt wurden. Rur Peter erhielt neun Monate. Zwei weitere Gefangene, die in derselben Zelle gelegen hatten, wurden freigesprochen, desgleichen vier andere, die sich der Begünstigung insofern schuldig gemacht haben sollen, als sie einem der Entwichenen Kleidungsstücke gaben. Bei der Strafabmessimg der verurteilten Angeklagten kam in Betracht, daß ihre Verwahrung eine ungenügende war. Wenn das Gefängnis fester gebaut wäre, hätten die Angellagten nicht an die Flucht gedacht. Sie brauchten nnr das Loch zu passieren und sie waren in Freiheit, ohne daß sie erst irgendwelche Gefängnismauer übersteigen mußten. Metz, 25. Mai. Der 21 jährige Schlosser Camille Blaise aus Montignv, welcher am 30. Januar d. I. seine Großtante, die 80jährige Witwe Blaise, in Montignv ermordet und beraubt hatte, ist heute von dem Schwurgericht Metz wegen Mordes in Verbindung mit schwerem Raube zum Tode ver- urteilt worden. Gleichzeitig beschlossen die Geschworenen ein Gnadengesuch an den Kaiser einzureichen, das sich auf die Jugend und die bisherige Straflosigkeit des Verbrechers c^ründe^^ Ilniversttäts-Wachrichten. Darmstadts 25. Mai. Mit einer Schrift „Ueber Luftspiegelungen im Simplontunnel" und einer Probevorlesung „Die astronomisch-geodätischen Vorarbeiten für die transsibirische (Äscn- bahn" hat sich der Assisteirt am geodätischen Institut, Landmesser Dr. Paul Gast an der Technischen Hochschule zu Darmstadt als Privatdozcnt für Geodäsie und astronomische Ortsbestimmung habilitiert. Marburg, 25. Mai. Der Privatdozent für Chirurgie, Assistent an der chirurgischen Klinik, Dr. med. Rudolf ©egget (früher Privatdozent in München) ist zum leitenden Oberarzt des neuen städtischen Krankenhauses in Geestemünde (Hannover) ernannt worden. Oxford, 25. Mai. Tie Universität beschloß, dem Professor an der medizinischen Fakultät in Leipzig, Dr. Flechsig, und dem Professor an der philosophischen Fakultät in Göttingen, Dr. Ehlers, die Würde eines ooetor of science zu verleihen. Sport. Einkostspieliges Vergnügen sind die Automobil- Wettfahrten, wie sie jetzt wieder um den G o r d o n - Pokal veranstaltet werden. Der Direktor einer der ersten fran- wsischen Motorwagenfabriken hat kürzlich erklärt, er hoffe, daß die jetzige Wettfahrt die letzte sein wird. Abgesehen von den Ausgaben müßten sie fünfzig oder sechzig ihrer besten Leute fortschicken, die für die Wagen unterwegs zu sorgen hätten. Die Unglücksfälle während der^ Fahrt Paris-Madrid hätten außerdem bewirkt, daß die Wettfahrt der Industrie mehr Schaden als Nutzen brachte, da Leute, die taufen wollten, durch die anscheinende Gefährlichkeit des Sports abgeschreckt wurden. Die Industrie brauchte solche Schaustellungen nicht mehr. Die Kosten der Probefahrten, die zur Auswahl der französischen Wettbewerber um den Gordon-Bennett-Cup in dem Ardennenbezirk stattfinden, stellen sich nach der Schätzung eines Sachverständigen wie folgt: Dreißig Rennwagen, die besonders siir die Wettfahrt gebaut, für andere Zwecke ganz unbrauchbar und deshalb nachher ganz unverkäuflich sind, je 40 000 Mark, zusammen 1200 000 Mark; Aufwendungen für Bewachung der Wege 120 000 Mark, Ausgaben und Versicherung gegen Unfälle, 8000 Mark für jede der zehn Firmen, 80 000 Mark Allein die ftanzösischen Firmen hätten danach für ihre Probefahrten nicht weniger als 1 400 000 Mark aufzubringen. Arbeiterbewegung. Genua, 25. Mai. Die Hafenarbeiter demonstrierten gegen die Getreidesilos. Sie begingen arge Ausschreitungen. Ein allgemeiner Ausstand wird befürchtet. Meteorologische Beobachtungen ___der Station Gießen. Mai 1904. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung 1 szavffqmW Wetter 25. 2 55 747,3 21,5 9,3 10,3 49 S. 1 Sonnenschein 25. 92S 746,3 16,6 73 SE. 1 Heller Himmel 26. 725 747,1 15,5 11,1 85 E. 1 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 24. bis 25. Mai — -4- 22,30 C. Niedrigste „ „ 24. „ 25. „ = + 8,3 °C. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 27. Mai 1904: Meist schwachwindig, meist heiter, wärmer und schwul. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Hottesdienll. Sabbathfeier am 2 8. Mai 1904. S^reitag abend: 8.00 Uhr. amstag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9.15 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Uhr. FamilienUüchrichttn. Geboren. Dem Pfarrer Schmidt in Grünberg am 24. Mai ein Sohn. Krieskalten der Redaktion. (Anouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. St. Der Mietzins ist nach § 551 des B. G.-B. am Ende der Mietzeit zu entrichten, also in Ihrem Falle am Abend des 31. Mai. Haben Sie nicht eine Wohnung, sondern ein Grundstück gemietet, so können Sie am 1. Juni zahlen. Am Abend des 31. Mai müssen Sie die Wohnung geräumt haben. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Markte. Limburg a. d. 2., 25. Mai. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.32 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 6.26 Mk, Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 00.0 Mk. Ncneltk Meldungen. Origiualdrahtwcldultgen des Gießener Anzeigers. London, 26. Mai. Aus Tschifu wird gemeldet: Nach dort eingetroffenen Berichten haben die Russen ihre Geschütze und Truppen wieder aus den Forts von Niutschwang fortgenommen. — Aus Charbin wird telegraphiert, daß nach Berichten von Missionaren im Norden von Schantung eine Bewegung ausgebrochen sei, die an jene vor dem Boxer- Auf stand erinnere. L. London, 25. Mar. Gefährliche Dinge hat der hiesige Bakteriologe Dr. Hurlbut ans der Fahrt von St. Panl nach Chicago verloren, nämlich mehrere Flaschen mit indischen Pestbazillen. Ein Teil der Bazillen war zwar schon präserviert, andere dagegen befanden sich noch in lebendem Zustande. Dr. Hurlbut hat die Bazillen auf einer dreijährigen Forschungsreise in den indischen Küstenbezirken gesammelt. Paris, 26. Mai. Die hier verbreiteten sich hartnäckig erhaltenden Gerüchte über eine blutige Schlacht beziehen sich auf einen erfolglosen Angriff der Japaner auf die russische Position in Kin tschau. Die Japaner wurden mit großen Verlusten zurückgeworfen. (Eine offizielle Bestätigung dieses' Gerüchtes steht aus.) — Nach Berichten aus Port Arthur werden die Panzerschiffe „Retwisan" und „Zesarewitsch" in wenigen Tagen in See zu gehen bereit sein. — Einer „Herald"-Meldung aus Peking zufolge spendete die Kaiserin-Witwe 100 000 Taels für das Rote Kreuz. — Aus Söul wird gemeldet: Der König beglückwünschte die koreanische Garnison von Gensan, welcher nach hartnäckigem Gefecht bei Hamhung die Vertreibung der Kosaken gelang. Die erste Waffentat des koreanischen Militärs erregt großen Jubel in der Hauptstadt und im ganzen Lande. Paris, 26. Mai. Der „Matin" meldet aus Petersburg: Ein Telegramm aus Liaujang berichtet aus chinesischer Quelle, daß am Montag die Japaner in der Nähe von Dalny wiederum ein Kriegsschiff verloren hätten. Dasselbe sank in kürzester Frist. Bern, 26. Mai. Die Unterbrechung derHandels- Vertrags-Verhandlungcn mit Italien gilt hier als eigentlicher Abbruch. Da der Bundesrat entschlossen ist, keine weitere Frist für die Erneuerung des Handelsvertrages zu gewähren, wird am 17. Dezember der Zollkrieg eintreten. Die schweizerischen Delegierten verlassen heute Rom. Wien, 26. Mai. Rach Meldungen aus politischen Kreisen soll der Mschluß eines Uebereinkommells zwischen der Türkei, Bulgarien, Serbien und Montenegro bezüglich des Belianund ein Kompromiß dieser Staaten mit Italien bevorstehen. Das Ueberein- kommen werde sich gegen Oesterreich sowie gegen Deutschland richten, dessen Drang nach Osten Einhalt geboten werden soll. Die Türkei verpflichtet sich zur Einführung von Reformen in Makedonien und einem militärischen Aufgebot gegen einen eventuellen Vorstoß Oesterreichs oder Deutschlands. Mit Italien sollen besondere Abmachungen bezüglich dllbaniens getroffen werden. Wien, 26. Mai. Der Raimund-Preis, der drei Jahre lang nicht verteilt wirrdc und sich mit Zinsen auf 2 0 0 0 Kronen beläuft, ist dem Dichter Hawel für sein Schauspiel „Politiker" zuerkannt worden. Budapest, 26. Mai. Beim Bahnbau in Pozsena fand infolge Unvorsichtigkeit eine Dynamit-Explosion statt, wobei das Magazin in die Lust flog. 5 Kinder wurden getötet und 9 Personen schwer verletzt. — Die Regierung beabsichtigt, sämtliche Fach-Arbeiter-Ko rp oratio wen aufzulösen und die Führer zu verhaften. Petersburg, 26. Mai. Der Russkj Nowo meldet aus Liaujang unter dem 24. ds.: Gerüchtweise verlautet, daß ein sehr ernstes Gefecht bei den Stellungen des 0)enerals Fock stattgefunden habe. Einzelheiten fehlen noch. Telephonischer Kursbericht Reichsanleihe 3% do. . . 3*/,% Konsole . . . 3% do..... 31/e% Hessen . . . 3*/,% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . -Anl 41/6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/o Italien. Rente . . 4V2% Portugieser , . 3°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4°/o Grieoh. Monopol, 4V,% äussere Argentiner fr'ranktnrt a. 53., 26 101.90 89.70 101.80 89.75 99.50 100*80 100.20 99.20 102.85 59.80 58.20 128*20 47.50 3O/o Mexikaner 4Vg9/n Chinesen Electric. Scbuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte ... Bochum .... Harpener . . . 43.00 Tendenz: ruhig. Mai. . 26.30 . 87.10 . 105.00 . 103.00 . 201.75 . 185.70 . 136.90 . 250.90 . 152.40 . 136.70 . 13.30 . 191.00 . 241.00 . 190.50 . 198.20 Die Kindergedeihen vorzüglich dabei^jj & leiden an st ort’ n g. Hervorragend bewährf bei Diarrhoe ‘htraTSR etc. e 245 Griinbttgtt UerdkmMerillW-vmni. Sonntag den 29. Mai, nachmittags 4 Nhr, findet im „Englischen Hof" dahier eine aufoerorbeitflicbe General - Versanrnilnirg statt. Tages-Ordnung: Vorlage und Genehmigung des Statuts, welches auf Antrag Kaiserlichen Auffichtsamts für Privatversicherung ausgearbeitet und nach Vorlage von demselben gutgeheißen wurde. Grünberg, den 17. Mai 1904. 4634 ______________________________Der Direktor: G e 0 r g K e i l. Rübsamen’sche Mk-MHuim-Anstalt ift eröffnet. Es ladet ergebcnst ein A|bert R5bsamen. Wasser der Lahn 16 Grad. 4528 irrawMiaii1 n11111 niin 1 Lehrmädchen gegen monatliche Vergütung gesucht. 4630 A- Goldschmidt, MßrÄ 8. ■ Mehrere Stallungen getrennt oder zusammen ■;W zu vermieten “W. nebst Burschenkammern, Futterräumen, Remise usw. Riegelpsad Nr. 30 — Gießen. 4435 UBB Nähere Auskunft bei Herrn I. Wagner, Schiffenbergerweg 60. Kinematograph. Juxplatz, Freitag, Samstag und Sonntag, von nachmittags 3 Uhr ab: Stündlich Vorsteünng. Neues Programm. Abends präzis 9 Uhr: 02972 Extra-Hera«en-Vorste9Bung. Juxplatz an der Lahn Gießen. 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Chöre a capella von Zengen, Brahms, 0. di Lasso. 4. Lieder am Klavier von Ernst Ludwig, Grossherzog von Hessen. 5. „Durch Kampf zum Fried“ (Chor und Orchester) von E. Seyffardt. 6. Lieder am Klavier von Schäffer, Obsner. 7. Volkslieder a capella von Koschat, Silcher. 8. Lieder am Klavier von Hugo Wolf. 9. „Waldmeisters Brautfahrt“ (Chor und Orchester) von J. Brambach. EC elftem bei Herrn Emst Challier (Musikalienhandlung) und an der Kasse: Sperrsitz 3.50 Mk. (für ■ Mitglieder des Konzertvereins 2.50 Mk.), unnummerierter Platz 2 Mk., Studentenkarte 1 Mk. NB. Nur diejenigen Mitglieder dos Konzertvoreins, welche sich bis zum 5. Juni, 1 Uhr» in die bei Herrn Ernst ChalHer aufliegende Liste eingetragen haben, haben Anspruch auf den ermässigten Preis (2.50 Mk). 4652 02974] Ein kleines u. größeres nröbl. Zünmer z. v. Marktplatz 2. 02969] Ein Schlafzimmer mit 2 Betten zu Perm. Schloßgasse 5. 02967] Möbl. Zimmer billig zu vermieten Seltersweg 10. 3657] Schön möbl. 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