Nr. 278 Drittes Blatt. 154. Jahrgang Freitag 25. November 1904 Erscheint tLgNch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener KamittenblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessische Landwirt erscheint monaUich einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Unwerfttätsdruckerei. 9L Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.?. Tel. Nr. 5L Telegr^Adr. i Anzeiger Gießen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gehen. Sitzung der Stadtoerordneten. Gießen, 25. Nov. Anwesend: Oberbgm. Mecum, Berg. Eurschmann und die Stadtverordneten Brück, Euler, Faber, Hembach, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, &eib, Löb er, Loos, Dr. Schäfer und Wallenfels. Der Oberbürgermeister eröffnet die Sitzung mit dem bemerken, daß die Mitglieder der Versammlung wohl noch alle unter dem Eindruck der frohen Botschaft der Verlobung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs mit der Prinzessin Eleonore zu Solms-Lich ständen. Damit sei wohl ein Herzenswunsch aller Bewohner des Hessenlandes in Erfüllung gegangen. Es sei gewiß die frohe Hoffnung berechtigt, daß dem jungen Paare aus dieser Verbindung das Glück erblühen würde, welches es selbst erhoffe. Der Oberbürgermeister teilt imf Anschluß daran mit, daß er namens der Stadt Gießen und deren Vertreter dem hohen Paare die herzlichsten Glückwünsche telegraphisch ausge- een habe und daß der Dank dafür auf dem gleichen ein gegangen sei. — Weiter macht Oberbgm. Mecum die" Mitteilung, daß Oberbergrat Prof. Dr. Ehelius auf Veranlassung des Bergmännischen Vereins Gießen am Samstag nachmit- tag 4 Uhr im großen Saale des Eafs Leib einen öffentlichen Vortrag über den Erzbergbau in Oberhessen in Beziehung zur Lahnkanalisatioü halten werde, wozu die Stadtverordneten besonders eingeladen seien. Er bitte die Mitglieder der Versammlung, sich möglichst zahlreich zu dem sehr interessanten Vortrag einzüfinden. — Der Oberbürgermeister konstatiert danach, daß betreffs der Abmelkverordnung, welche die Versammlung wegen ihrer Folgen mehrfach beschäftigt hat, vorläufig ein Waffenstillstand eingetreten sei. Infolge der Verhandlungen, die eine Vertretung der Viehhändler mit dem Ministerium in dieser Angelegenheit gepflogen, habe dieses das Kreisamt ermächtigt, die Polizeiorgane anzuweisen, eine rigorose Anwendung der PolizeücVerordnung unter allen Umständen zu vermeiden. Zeige sich beim Austrieb das Euter einer Kuh gespannt, so habe deren Ausmelkung zu erfolgen. Eine Entscheidung darüber, ob dies zu geschehen habe, stehe dem Tierarzt, welcher den Markt beaufsichtigt, zu. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß dieser Ausgleich von ihm schon früher in Vorschlag gebracht worden sei, daß aber damals die Interessenten ! daraus nicht hätten eingehen wollen. Die neue Ordnung der Tinge stehe demnächst zu erwarten. Es wird daraus in die Tagesordnung eingetreten. Bauunternehmer Pfaff hat auf dem Grundstück Stephan- straße 14 einen Neubau errichtet und dabei die durch die Bauordnung vorgeschriebene zwei Meter breite Einfahrt nur 1.80 Meter breit angelegt. Pfaff bittet deshalb um Dispens, der auf Antrag der Baudeputation abgelehnt wird. Die Versammlung genehmigte die Einstellung von 2000 Mark in das nächstjährige Budget zur Befestigung des nördlichen Bürgersteiges in der Stephan- straße zwischen Goethe- und Bismarckstr atze. Zur weiteren Durchlegung der Johannes- stratze von der Plockstraße bis zur Goethestraße, welche durch die Erbauung der Earle'schen Häuser und im Interesse der Regelung des Verkehrs nötig geworden ist, muß vom Kunstgürtner Fr. Georg Gelände abgetreten werden. Georg will das Grundstück, welches er dort besitzt, nur im Ganzen abgeben und verlangt für den Quadratmeter 100 Mark. Nach Ansicht der Baudeputation ist das Georgische Gelände mit 30 Mark pro Quadratmeter gut bezahlt, und es wird deren Vorschlag, zu diesem Preise das Gelände freihändig zu erwerben, eventuell aber das Enteignungsverfahren einzuleiten, von den Stadtverordneten gutgeheißen. Die Versammlung genehmigte bisher alljährlich die Uebernahme einer Haftpflicht für Beamte des städtischen Tief- oder Hochbauamtes sowie des Ver- messungsamtes, welche in Ausübung ihres Dienstes den Bahnkörper betreten und dabei eventuell verunglücken würden. Nur unter dieser Bedingung genehmigte die Eisenbahnbehörde das Betreten ihres Eigentums seitens städtischer Beamten, und zwar immer nur ftir ein Jahr. Die Versammlung genehmigte auf Antrag der Baudeputation ein für allemal die Uebernahme dieser Haftpflicht. Die Ausführung von An s ch lü s s en von Grundstücken durch das Gas- und Wasserwerk an d ie Kanalisation. wird genehmigt. Die Abschlüsse der Rechnungen für 1903/04 des Gas- und Wasserwerks und des Elektrizitätswerks können noch nicht vorgelegt werden; deren Beratung wird daher von der Tagesordnung abgesetzt. Die Rechnung der Armenkasse für 1903/04, über welche Beig. Eurschmann referiert, schließt nach dessen Erklärung recht günstig ab. Es wird dies auf die wirtschaftliche Besserung der Erwerbsverhältnisse und die günstige Arbeitsgelegenheit im abgelausenen Jahre zurückgeführt. Der erforderlich gewesene Zuschuß aus der Stadtkasse zur Deckung der Armenlast ist nach dem Voranschlag um 6769.80 Mk. gegen den Voranschlag und um ca. 4500 gegen das Vorjahr zurückgeblieben. Dieser städtische Zuschuß betrug 38380.65 Mk. Die Einnahme betrug aus Kapitalzinsen 10 590.27 Mk., aus Gebäuden und Grundstücken 4077.97 Mk. Die Gesamteinnahme betrug 77 952.03 Mark, denen die gleiche Ausgabesumme gegenübersteht. Unter den Ausgabeposten interessieren Verwaltung 7505.90 Mark, Unterstützungen in offener Armenpflege 38143.83 Mark, und zwar an Geld und sonstigen Gaben 25489.20 Mark, Arzt und Arzneien 11851.80 Mk., Begräbniskosten 802.81 Mk. In geschlossener Armenpflege wurden aufgewendet für das städtische Hospital 727.23 Mk., Berpsleg- ungsarme und Geisteskranke 284.53 Mk., Epileptische, Idioten und Sieche 6764.11 Mk. Aus Stiftungen wurden verausgabt für Pflege und Erziehung armer Kinder, für verwahrloste, blinde und taubstumme Kinder, sowie Lehrgelder 9354.61 Mk. Die Rechnung ist von der Armendeputation geprüft und nicht beanstandet worden und wird auf deren Antrag von den Stadtverordneten genehmigt. Tie Rechnung der Plock'schen Stiftung für 1903/04 weist eine Einnahme von 5576.33 Mk. gegenüber einer Ausgabe von 52 218.78 Mk. auf. Für Pfründen aus dieser Stiftung wurden aufgewendet 3995 Mark. An Kapb tal wurden 1000 Mark ausgeliehen. Tas Vermögen betrug Ende März 1904 112185.71 Mk. Auch gegen diese Rechnung hat die Versammlung Einwendungen nicht zu erheben. Tas Statut für das Kaufmanns gericht ist vom Ministerium in einzelnen Punkten beanstandet worden. Tie Versammlung entspricht nur teilweise den Wünschen des Ministeriums, indem sie entsprechende Aenderungen vornimmt, welche aber nur formaler Natur sind. Tas Polizeiamt beantragt eine Aeußerung der Stadt« verordneten wegen der für 1905 festzusetzenden sogenannten Ausnahmetage, Tage an denen die L ä d e n bis 10 Uhr offen gehalten werden könfnen. Nach dem Gesetz sind hierfür 40 Tage im Jahre zulässig, doch hängt es von G ö G ££ iS 4* Ä Ä 4» et Ä <3 rr O O* G G er 3 00 "C51 3 & s G^ CT y ro er 2 er G G £ 3 22, er er cd "HKff So-S-rt^SS; —T, <» \\ \\ T* er " S - 2 n 2 H © e O o 4- 2 a ... CD H 2 P G; er .** s’g^^'g o: o CD c$ G- G -er o 2 cd C:CD Ö 2 n « 2 G SSSSS-P; w w \\ \\ rv er £2® G s q " G j-5 o rt 'Em ° Sr ■ 'S er<^ e S2 G d 3 Dr G rv' 5 »3 er —k S -A iS-G? A G CD 5 H c ro 2 GO G G G er 3 £.2 sog' 2 Ö G H* S G 3 5 g G D ass S LV G g o- Sg g' * S o5E -i rö 8T % V es 3 e> 5^0^^ W u 5 »ÄT?» ä 5 e 5 P G OlO Sa «9 § PPG 7- G g <2 G G G g -s.es« , ,3 g G.§ W» G V gg®13 5 <$v tzr> r» G P H* G- G • G es tyS ” ö' s 3Z 3 2 t$v 3?&es 2siS' 333 . G G r> G G O s s «U er p § Uu-S **“>=cr ß^3 ►J — CP « g ö3g H g » §_■ -es ^5 3' 3 (0 3 Ö3G 2 CO 3 G & ♦j-1—1 co p G" B- °E'cr ” "^G Ö5 o e va s IÄ «t von oberen PerwaltlMgSbeyördeir ab, bic Zahl der Dcrgic -u bcftinunt'H, unb man hat bnb Bestreben, bicfe Tage immer mehr 511 verringern. Am lausenden Jahre tvaren diese verlängerten H^sähifts-eiten folgen dermaßen verteilt: 3 Tage vor Ostern, 1 Tag vor Himmelfahrt, 3 Tage vor Pfingsten, 14 Tage vor Weihnachten, 1 Tag vor Neujahr, int ganzen 24 Tage, mährend im Aayr 1903 die Zahl dieser Tage noch auf 26 festgesetzt war. Tie Sozialpolitische Kommission beantragt, für 1905 in Vorschlag zu bringen, daß nur noch 22 Ausnahmetage zugelassen werden sollen, und zwar je ein Tag weniger vor Ostern und Pfingsten. Ter Deutsch-nationale Handlungögehilsen-iVerband hat sich auf Befragen des Kreisamtes für eine noch weitergehende Einschränkung dieser Tage ausgesprochen, wogegen der Te t an list entere in wünscht, daß man es bei 24 Tagen belassen möge. Stadtv. H e i ch e l h e i m tritt dafür ein, daß man der Ansicht des Detaillisten^Bereins beitreten solle. Beig. Curschmann weist darauf hin, daß die .Versammlung nur gutachtlich zu hören sei, und daß es Sache der Polizei sei, darüber zu befinden. Bei dem Bestreben, die Tage zu verringern, könne es dann sehr leicht kommen, daß das Polizeiamt zwei Tage in Fortfall bringe die der Geschäftswelt als gute Tage gelten, uno dagegen Tage bestehen lasse, die als weniger gut anzusehen sind. Tie Stadtv. JugHardt und Kirch sind für deu Antrag Heichelheim; Stadtv. Kirch erklärt, man solle dann aua) der Polizei dieVerantwortung überlassen, wenn sie trotz des geäußerten Wunsches der iBer- jammluug statt 24 nur 22 Ausnahmetage für 1905 fest- setzen würde. Stadtv. Kruinin bemerkt, daß die Sozial politische Kommission und auch er persönlich der 2ln,icht seien, daß für das Bedürfnis eine geringere Zahl von Ausnahmetagen genüge, als 22 im Jahre." Tas Auf lassen der Läden über u Uhr hinaus habe, außer vielleicht au einigen Tagen vor Weihnachten, gar teilten Wert mehr, denn die Beobachtung zeige, daß nach 8 Uhr in den Geschäften tein Mensch mehr fei, um etwas zu taufen. Da alk* Ge schäftsleure gleichmäßig schlössen, habe auch niemand einen Schaden davon, wenn weniger Tage im Jahre freigcgeben würden. Stadtv. Brück erklärt, die drei Ausnahmetage vor dem Pfingstfest Hütten feinen Wert für die Geschäftsleute. Oberbegnh Mecum stellt den Antrag, die ,Ber- jammlung wolle beschließen, mit den Ausnahmetagen für das toniinende Jahr cv so zu lassen, wie es für das laufende Jahr bestimmt sei. eventuell aber, wenn deren Zahl vermindert werden müsse, einen Tag vor Ostern und euren Tag vor Pfingsten zu streichen. Ter 11 «trag Ki r d)- Heichelheim, es wie bisher zu lassen, findet die Zustimmung von b Stadtverordneten. Ter nm rag der Kommission, )id) mit der Streichung von 2 Tagen einverstanden zu erklären, erhält 5 Stimmen, und der Antrag des Cbcrbgm. Meeum wird darauf angenommen. Em Antrag der Militärverwaltung, der dahin geht, das die Verlegung des Stadlringgrabens entlang der Ostanlage gewonnene Gelände, in der Breite des Rinn'schen Vorgartens, entweder pacht- oder kaufweise zur Vcrgrötze- rung des L a zar eth gründ st ticke s abzntreten, wird ans Antrag der Ban - Deputation a b g e l e h n l. umfomchr als dort eine in Zeichnung vorliegende häßliche hohe Mauer gegen die Anlage hin errichtet werden soll. Oberbürgermeister Mecum erklärt, daß die Gewinnung des Geländes durch die Verlegung des Schoorgrabcnö der Stadt 20 000 Mark gekostet habe und daß die Versammlung damit einverstanden war, dort die Anlage zu verbreitern. EL sei geplant, entlang der Hinteren Seite bc5 LazarethgrundstuckeS Buschwerk anzulegen, um den unschönen 'Anblick, den dieses Grundstück von der Anlage aus biete, zu verdecken. Zwei Wirtfchaftsgesuche wurden darauf genehmigt; eL handelt sich um Ucbcrgängc der väterlichen Wirtschaften an Gebr. Kahl (Frankfurterstraße) und an Fritz Euler (Hamm- straße 15). Stadtv. Wallenfels weist darauf hin, daß er einige Male beobachtet habe, wie der Postwagen von der Iohannisstraße aus in der Richtung der Bismarckstraße die Anlage durchfahre, obgleich doch dort gar kein Weg für Fuhrwerke sei und die Promenade darunter Not leide. Oberbürgermeister Mecum erklärt, daß ihm davon nichts bekannt sei, daß er aber bei der Post anfragen und die Durchfahrt verbieten werde. Damit ist der öffentliche Teil der Sitzung geschlossen. Aec Uezirkseiscnvayurat Araukfurt a. M. hielt am 23. d. M. seine 57. Sitzung ab. Außer geschäftlichen Mitteilungen batte 1. der Antra g des Generaldirektors Kaiser auf Ermäßigung der B r e n n m a t e r i a l f r a ch t e n für das Lahn-, Dill- und Steg gebiet besonderes Interesse. Ter Antrag lautete: der^Bczirkseisenbahnrat wolle sich dahin äußern, daß die für ba$ Siegerland in Aussicht genommene Frachte r Mäßigung e n auf Brennmaterialien gegebenenfalls^ auch dem Till- und Lahngebiet zuteil wird. Speziell für das Sieyerland war infolge einer Eingabe des berg und hütteumannilchen Vereins und der Handelskammer zu Siegen vom 7. Alai d. I. octrcffcnb die Gleichstellung der ö"L*üd)tcn für Erze und Brennmaterialien der Vczirksnscndalmrat in Köln mit der weiteren Verfolgung dieser Angelegenheit betraut worden. Tiefer beantwortete Die in Frage stel-ende Wotlnge des Ersenbergbaues und der Eisenindustrie im Gebiete der Sieg im bejahenden Sinne und befürwortete die Frachtermäßigungen für Brennmaterialien. — Bei früheren Gelegenheiten, wenn es sich um obnliaje Maßnahmen, bejonoers ^raa^ermaßignngen, handelte, hat man den Sieg-, Till- und Lahndezirt als ein einheitliches wirtschaftliches I n t e r c \ f c 11 g c b 1 c t auf- gefaßt und Erleichterungen denn Transport der Rohmaterialien allen Bezirken gictdimubig zugute kommen lassen. In diesem Sinne wird man desl-alb nun vorstellig auch für Den Till- und Lahnbezirk inbezug auf obige Frachtermäßigung Tie Handelskammern Wehlar, Gießen und Dillenburg uno der berg» und hüttenmänniiche Verein und benachbarte Reviere in Wetzlar find dafür eingetreten, daß die eventuelle 8rachtermaßigung für Brennmaterial auch auf Das Till- und Lahngebiet ausgeoehnt wird. Interessant waren die Ausführungen dcS Generaldirektors Kaiser von Wetzlar. Er rechnet die Wetzlarer Werke und andere an Der Laim, Till und nicht der Verpflichtung ent* ziehen, durch Gewährung der beantragten Brcunstofftarife und Durch Ausbau der fehlenden abkürzeuden Bahnlinien bic Eisenindustrie der oberen Lenne, Sieg, Till und Lahn wieder lebensfähig zu gestalten. ■ , Generaldirektor Kaiser machte einige Mitteilungen über den Bergbau au der Lahn usw. Ter Tagebau und Stolleu- b a 11 auf Roteisenstein und mangauhaltigen Brauucifenstcin hat fast aufgehört, man hat zum Tiefbau übergehen müssen. Hierdurch und durch die fidgcnbcit Löhne sei bic Gewinnung der Erze wesentlich verteuert. Tie Frachten für Eisenerze seien schon in früheren Jahren herabgesetzt, da die Erze an Ort unb Stelle nicht verhüttet werden tonnten. Ticw verhältnismäßig niedrigen Frachten kämen jetzt den großen Hüttenwerken am Niederrhein zugute, während es doch den Hüttenwerken in der unmittelbaren Nähe der Erzlagerstätten dank ihrer durch Neueinrichtungen, die den modernen lechnifchcn Anforderungen voll entsprechen, möglich fei, jene Erzmafsen am Ort und Stelle zu verhütten, wenn die Tarife für Brennmaterialien würben angemessen herabgesetzt werden. T-urch die Herstellung von bestem Quautätsrohciscn sei das englische 00111 deutschen Markte verdrängt. Tie Werke in den genannten Bezirken müßten aber ihre Erzeugung einschränken. Da sic durch die Konkurrenz der großen Hüttenwerke am Rhein niebcrgehaltcn würden. So erzeugten z. B. die Wetzlarer Werke nur 60 Prozent von dem, was rc bei der Erleichterung des Bezuges von Brennmaterial erzeugen könnten. Ter Bergbau und Die Hüttenwerke in den genannten Bezirken beschäftigen 16 000 Arbeiter mit 40 000 Familienangehörigen. Tiefe Arbeiter sind seßhaft und beschäftigen sich auch mit Laubwirtschaft, indem es ihnen ber Verdienst beim Bergbau und in den Hüttenwerken ermögliche, ihren Familien den Grundbesitz zu erhalten. sozial- bentoTraten gebe eü unter diesen Industriearbeitern, die sich auch mit bem Betriebe der Landwirtschaft beschäftigten, uichck. Ter B e z i r k s c i s e n b a h n r a t Frankfurt a. M. ft j mmte einhellig b c it Antragstellern z u. Ein wetterer Antrag des Generaldirektors Kaiser auf Vermehrung der gedeckten Güterwagen fand ebenfalls die einstimmige Annahme des Bezirkscffcirbahnrats, obwohl der Vertreter der Eifenbalmdirektion auf die ungewöhnlichen Ursachen des mäßig ausgetretenen Wagenmangels hinwies. Tanach versagten schon im August d. I. die Flüsse den Tienft. Sie hatten nicht Wasser genug, um Lasten tragen zu können. Tie Futternot im Osten führte ungezählte gedeckte Wagen aus dem Westen in den fernen Osten, gefüllt mit Krastsuttermitteln aller Art. Tie ungewölmlich große Obsternte verlangte zum Transport derselben eine große Zahl von gedeckten Wagen gegen andere Jahre. Trotz der Neuanschaffung von ca. 3000 gedeckter Wagen mußte ein mäßig auftretender Wagenmangel konstatiert werden, der aber 4 Proz. der zn stellenden Wagen nicht überstieg. Ter Wassermangel in unseren schiffbaren Flüssen ist bis heute nicht behoben. Anträge aus Beschleunigung der SchnellzugSverbin- düngen auf der Strecke Berlin—Kassel—Gießen—Koblenz— Trier—Metz fanden befriedigende Erlcdiefung und weitere Anträge auf bessere Anschlüsse, Einlegung neuer Züge usw. füllten neben anderen Verhandlungen, die für_ unsere Gegend kein besonderes Interesse haben, den Rest der Sitzungszeit reichlich aus. Tie nächste Sitzung des BezirkSeifeubahnrates Frankfurt a. M. soll am 25. Mai 1905 ftattfinben. -x-