Nr. 251 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 25. Oktober 1904 Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Kamilienblätter- werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der BrÜhlsschvr UniversitatSdruckerei. 9t Lange. Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Gchulstr.K» Tel, Nr, 6L Telegr«-Adr. ♦ Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Aad-Wanyeim und der Ainanzausschuß. Der Bericht des Ersten Ausschusses (Nef. Abg. Ulrich) Über die Regierungsvorlage, betreffend Bad- Nauheim, und zugleich auch über die gestern von unS erwähnte Vorstellung der Dampfwaschanstaltsbesitzer Menzel u. Schönwasser in Bad-Nauheim, liegt jetzt gedruckt vor. Er legt aus 19 Seiten erschöpfend und verständig auseinander, was unseren Lesern bereits aus zwei größeren Original- Artikeln im wesentlichen bekannt ist, und befürwortet warm die Annahme der Regierungsvorlage. In Bezug auf die Dampfwaschanstalt wird aus- geführt: „Tie Tampfwaschanstalt ist im Interesse der Wäsche für die Kurgäste ein dringendes Bedürfnis geworden, da die Privat- waschansialten außer stände waren, den Klagen über die Wäsche gerecht zu werden und es sich dringend empfiehlt, das Bad unabhängig zu machen von denPrivat-Wäsche- reien — genau fo wie dies seinerzeit bei der llniversitäts- wäscheret in Gießen geschehen ist. Die bisherigen Privat- wüschcr Menzel u. Schiönwasser G. m. b. H. haben gegen die Er- richtung der Waschanstalt petitioniert, um sich den Auftrag zu erhalten. Tas was in der Petition gesagt witt>, kann den Ausschuß nicht veranlassen, zu einer anderen Auffassung zu kommen, als vorstehend wiedergegeben." Dec Bericht schließt mit folgenden Ausführungen: „Tas Bad Nauheim hat den Staat bisher nod) feinen Pfennig gekostet; es hat im Gegentell der Staatskasse, ganz abgesehen davon, daß durch die gesteigerten Einkommen usw. der Einwohn er schäft Nauheims erheblich mehr an Steuern zugesührt wurden — nicht unbedeutende direkte Zuschüsse geleistet." An diesem Zustande soll und wird durch die Regierungsvorlage nichts geändert. Sowohl die Verzinsung als auch die Abtragung der 6 41)6 000 Mark erfolgt ganz allein aus der Kasse des Bades, und die bisher in die Staatsfasse abgeführten 100 000 Mark pro 3 aj i werden auch für die Folge alljährlich in die Staatskasse fließen. Tamit ist auch der Versuch, es so hinzustellen, als hätte Hessen ein den 100 000 Mark entsprechendes Kapital bei Uebernahme des Bades hingegeben widerlegt. Bad-Nauheim siel 1866 beim Friedensschluß mit Preußen an Hessen, ohne daß dafür irgendwelches Kapital aufgewendet zu werden brauchte. So Tönernen wir bei Prüfung der Vorlage zu dem Schlußrefultat, daß das Bad Nauheim ein wertvolles Kleinod hinsichtlich seiner Wirkungen für Kranke, aber auch im Hinblick auf die f i n a n z i e l l e B e d e u t u n g für das Großherzogtum Hessen ist. Der Ausschuß erkennt im allgemeinen den vorliegenden Generalplan für die Ausgestaltung der staatlichen Anlagen von Bad-Nauheim als empfehlenswert an und beantragt einstimmig: 1. zu genehmigen, daß für das Etatsjahr 1904 noch 1 688 600 Mark — und für das Etatsjach: 1905 1 239 500 Mark — im Wege des Staatskredits unter den gleichen Bedingungen, wie sie im Artikel 3 des Finanzgesetzes vom Jahr 1904 angegeben sind, flüssig gemacht werden, um mit den Bauten beginnen zu können, 2. zuzustimmen, daß die aus dem Verkauf des zu den Staatsdomänen gehörigen Salinengeländes zu erzielenden Einnahmen dem Erneuerungsfonds für Bad-Nauheim zufließen, mir der Bestimmung, daß sie zur Verminderung der Kapitalaufnahme oder zur Tilgung des Anlehens dienen sollen, 3. die Großh. Negierung zu ersuchen a) zu prüfen, ob und in welcher Weife für Minderbemittelte weitere Erleichterungen eintreten können, b) beim Abschluß von Verträgen mit Unternehmern möglichst darauf zu sehen, daß die mit den Arbeiterorganisationen vereinbarten Löhne und Arbeitsbedingungen anerkannt und Streiks oder Aussperrungen nicht Naturereignissen gleichgestellt werden, 4. die Erngabe der Dampfwaschan staltslh esitzer Menzel u. Schönwafser G. m. b. H. für erledigt zu erklären. Dolitische Tagesschau. Minister v. Budde. R. Br Hin, 24. Oktz Nach einem in großinoustriellen Kreisen umlaufenden Gerüchte soll der preußische Eisenbahnmmister demnächst zurücktreten, umdieLeitungderKruppschenWerke zu übernehmen. Wie wir auf drrekte Erkundigung erfahren, trifft dies Gerücht nicht zu. Herr v. Budde hat um so weniger Grund, sich ins Privatleben zurückzuziehen, als die Aussichten der K a n a l v o r l a g e sich entschieden g ü n - [tiger gestaltet haben. Ties gilt sowohl für den Groh- schisfahrtsweg Berlin-Stettin, wie für den Rhein-Hannover- Kanal. Für den letzteren glaubt das Zentrum das „erlistende Wort" gefunden zu haben, dem auch die Konservativen Folge leisten würden. Der Geburtenüberschuß in Deutschland. S. W. K. Trotz der schlechten Zeiten hat sich der Geburtenüberschuß im Deutschen Reiche nach den letzten statistischen Veröffentlichungen im Jahre 1902 wieder erheblich gegen das Vorjahr gemehrt. Wahrend er 1901 nur 857 824 betragen hat, bezifferte er sich 1902 auf 902 243, zeigt also eine Vermehrung von 5 Prozent. Die Zunahme von 1900/1901 bezifferte sich allerdings auf rund 13 Proz., es kommt dabei aber in Betracht, daß 1899/1900 sich eine Abnahme von 4.5 Proz. ergeben hatte. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß die Zahl der Neugeborenen überhaupt eine Abnahme von 36.9 aus 36.2 pro Mille zeigt und auch die Zahl der Lebendgeborenen von 35.7 auf.35.1 pro Mille herabgegangen ist. Ter Geburtsüberschuß ist also nicht dur ch die Vermehrung der Geburtszisfer, sondern durch Verminderung der Sterbeziffer entstanden, die von 21.8 auf 20.6 pro Mille gesunken ish während sie im Jahre 1900 noch 23.2 pro Mille betragen hat. lieber dem Reichsdurchschuitt des Geburtenüberschusses mir 15.t> aus 1000 Einwohner steht Preußen mit 16.4 pro Mille. Von den übrigen Staaten erreicht Oldenburg mit 18.5 pro Mille die höchste Ziffer; ihm folgen Sachsen-Meiningen [mit 17.5, Schwarzburg- Rudolstadt mit 17.2, Lippe mit 17. Tie süddeutschen Sta aten stehen im ganzen unter dem Reichsdurchschnitt: Hessen 14.9, Baden 14.3, Württemberg und Bayern je 14.2 pro Mille. Bei letzterem erreicht allerdings die Pfalz die Hohe von 18.6, wahrend Bayern rechts dem Rheine nur 13.5 pro Mille zeigt. Ten niedersten Satz weisen Eljaß-Lothringen mit 10.9, Mecklenburg-Strelitz mit 11.1 und Hamburg mit 11.2 pro Mille auf. Auch die Zahl der Geborenen überhaupt steht in Preußen mit 36.7 pro Mille über dem Reichsdurchschnitt, wobei 'die Provinz Posen mit 43 pro Mille den höchsten Rekord erreicht, Verhältnisse, die auch für die Lebendgeborenen ungefähr dieselben Md. Am weitesten unter dem Durchschnitt bleibt Berlin mit nur 26.4 pro Mille Geborenen überhaupt. Von den übrigen Bundesstaaten erreichtSachseii- Mtenburg den höchsten Satz mit 39.8, dem allerdings 1.6 vro Mille Totgeborenen gegenüberstehen; aber selbst unter den Lebendgeborenen ist feine Ziffer die höchste. Ihm folgt Bayern mit 38 bezp>. 36.8 Lebend geborenen, Reuß j. L. mit 37.2 und Sachsen mit 36.9 pro Mille. Tie übrigen süddeutschen Staaten sind auch hier unter dem Reichsdurchschnitt. Württemberg mit 35.7, Baden 35.2, Hessen 34, die Reichslande gar nur 31.1 pro Mille. Tie niederste Ziffer weist Haneburg mit 28.4 aus; ihm folgen Waldeck und Mecklenburg-Schwerin mit je 29.3 pro Mille. Die höchste Sterbeziffer findet sich, abgesehen von der Provinz Posen mit 24.u, bei Bayern mit 23.7, und zwar beeinflußt durch die in Bayern rechts des Rheins mit 24.3. Nahe kommen Ostpreußen mit 23.6, Westpreußen mit 23.1, Altenburg mit 23 und Hohenzollern mit 22.9 pro Mille. Tie niedersten Sätze finden sich bei Schaumburg- Lippe und Lübeck mit je 16.4 und merkwürdigerweise in Berlin mit 16.8. Württemberg und Baden sind wenig über dem Reichsdurchschnitt mit 21.5 bezw. 20.9; Hesse n weist nur 19.2 auf. Tie Eheschließungen sind auch im Jahre 1902 wieder zurückgegangen, und zwar von 8.2 auf 7.9. Eine Steigerung gegen 1901 weisen nur Meckleuburgf-Stre'litz (um 0.7) und Lippe (um 0.3) auf. lieber dem Reichsdurchschnitt stehen besonders Bremen mit 9.5; von den größeren Staaten Sachsen mit 8.1, Preußen mi,t 8 pro Mille (wesentlich beeinflußt durch Berlin mir 9.9 gegen 14.4 im Vorjahre). Auch Hessen steht mit 8.4 pro Mille besser als Württemberg und Baden mit je 7.8 und Bayern mit 7.5 pro Mille. Die wenigsten Eheschließungen zeigte Waldeck mit 6.2 und Hohenzollern mit 6.8 pro Mille. ♦ Die Schulden des Reiches und der Bundesstaaten. lieber die Schulden des Reiches und der Bundesstaaten? entnehmen wir der amtlichen FtnanzstattsM folgendes: Tie gesamten Schulden des Reiches betrugen zu Beginn des Rechnungsjahres 1903 2813.5 Millionen Mark; darunter waren 2733.5 Millionen Mark fundierte und 80 Millionen; Mark schwebende Schulden. In den Bundesstaaten betrugen! die Schulden 11 776.3 Mill. Mart, davon 11730.2 Mill. Mark fundierte und 46.1 Mill. Mark schwebende. Im Vergleich, zum Jahre 1902 haben sich die fundierten Steichsschulden nicht geändert, doch sind nn Laufe des Rechnungsjahres 1903 290 Mill. Mark begeben worden. In den Bundesstaaten haben sich die fundierten Staatsschulden von 1901 zu 1902 um 46Ü und von 1902 zu 1903 um 471 Milll Mark erhöht, sodaß in den zwei Jahren eine Zunahme- um 933 Mill. Mark oder 8.6 v. H. stattgesunden hat. An dieser Zunahme ist Preußen mit 422, Sachsen mit 150, Bayern mit 98, Baden mit 86, Hamburg mit 52, Hessen mit 48, freuten mit 32, Württemberg mit 25 und Mecklenburg-Schwerin mit 18 Mill. Mark beteiligt. Iw Sachsen-Weimar, ' Mecklenburg - Strelitz, Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Koburg-Gotha, Waldeck, Lippe und Lübeck hat sich die Staatsschuld in diesen zwei Jähren! etwas verringert, am meisten verhältnismäßig in Lippe von 1.29 aus 0.82 Mill. Mark, während Schaumburg-Lippy die verhältnismäßig größte Zunahine von 0.27 auf 0.49. Mill. Mark zeigt. Anhalt und Reuß ältere Linie haben" überhaupt keine fundierten Staatsschulden. Aus den KopL oer Bevölkerung entfallen rm Reich 48.49 Mark Reichsschulden und 208.10 Mark Staatsschulden, zusammen also 256.59 Mark. Tie Staatsschulden sind verhältnismäßig ernt größten in den Hansestädten; in Bremen kommen auf den ttopf 856.04 Mark, in Hanrburg 596.54 Marh, in Lübeck 379.20 Mark; dann folgen Hes'sen mit 297.05, Würt? temberg mit 239.77, Bayern mit 236.48, Sachsen mit 233.24^ Baden mit 225.58, Mecklenburg-SchWerin mit 208.74 unp Preußen, das unter den größten Staaten am günstigsten! dasteht, mit 203.84 Mark. GanH Ausfallend gering ist dth Staatsschuld in Sachsen-Weimar mit 4.94 und Sachsen-^ Altenburg mit 4.53 Mark auf den Kops. Tie AttsgÄeni an Verzinsung, Tilgung, .Verwaltung usw. für die sundiertens Staatsschulden betragen bet der Reichsschuld 94.4 und bet den Staatsschulden 471 Mill. Mark, zusammen also 565.4' Mill. Mark oder 10.03 Mark auf den Kopf der Bevölkerung^ Auf die Staatsschulden allein entfällt ein Betrag von &36 Mark für den Kops, in Preußen ein solcher von &27 MarL; Tie Zahlen über die Höhe der fundierten Schulden find wegen der verschiedenen .Verwendung, der die Schulden in den einzelnen Bundesstaaten dienern nur mit behalt vergleichbar und verwertbar. Wie in den Hansestädten der loeitaus größte Teil ausgenommen ist KweckZ, Baues bon Verkehrs anlagen, bie wieder Einnahmen vO- wersen, so sind auch in den Eisenbahnstaateni die Eisenbahnschulden, denen ein wertendes Vermögen gegenübersteht, in den Staatsschulden mitenthalten. Sondert MM bie 'Eisenbahnschulden aus, so verbleiben von den 11.7, Milliarden Mark der Bundesstaaten nur 4.5 Milliarden reine Staatsschuld (von der noch mindestens eine halbL Milliarde aus die gedachten hanseatischen Anlagen enb* fällt), der Turchschnittsanteil an den einzelstaatlichen Schulden sinkt dann von 208,10 auf 80.15 Mk. und die AuK-j' aaebn für die Staatsschulden fallen von 8.36 auf 3.23 Mark für den Kopf. Baden tritt nach Abzug der ,&ifen* bahn schulden unter die schuldenfreien Staaten, in Würtz, temberg beträgt der Rest der Staatsschuld 15.40 Mac- auf den Kopf, in Bayern 32.40, in Sachsen 53.56, inj Preußen, das nunmehr nächst den Hansestädten und Brauw« schweig am schlechtesten dasreht, 92.04 Mark. Das lagekapital der Eisenbahnen beträgt im Reich und in den Einzelstaaten 12.69 Milliarden Acark, übersteigt also die Eijenbahnschulden, die 7.37 Milliarden Mark betragen, uml rund 5Z/2 Milliarden. V™ Der konfessionelle Kouleurftrrdent. ■ \ 'Kürzlich erschien eine Broschüre aus der Feder! bejS' Grasen von Hoensbroech: „Der konfessionelle Eouleur- ftuDent, ein Wort an die Hochschuljugend". Der Graf weist auf eine Gefahr hin, die der freien Forschung an deutschen Menschen erziehen werde, und so Gott will, auch mein Sohn werden soll, Marie. . Ta fuhr sie empor. (Forts, folgt) Düsseldorf, 23. Okt Heute fand die Schlußfeiev der Internationalen Kunst- und Gartenbau-Ausstellung statt. Den Ehrenpreis des Kaisers erlnclten Beterandt u. Sohn in Geldern, den Krvliprmzenpreis Otto Beyrodt-Dürrienfelde bei Berlin. Nach der Rede des Oberbürgermeisters Marx fand ein Festmahl statt. An den Kaiser und den Kronprinzen wurde» Huldigungstelegramme gesandt und ein Glückwunschteleq gramm des letzteren verlesen: „Ich möck-te nicht unterlassen, am Schlußtage der Intet», nationalen Kunst- und Großen-Gattenbau-Ausstellung mein Be-, dauern auszudrücken, daß es mir nicht möglich war, die Ausstellung, welck-e mich bei ihrer Eröffnung in solchcnr Maße erfreute, noch eiiunal vor Sck-luß zu besuchen. Nach einstimmigem Urteil smd die Leistungen und Erfolge der Ausstellung ganz hervorragend. In eiirzelnerr Teilen steht dieselbe unerreicht da und ist durch die dar-gebotene Fülle von Anreg^ ungen ausgegangcn, welck>e Segen noch bringen lverden, allen deneil, die ihre Zeit und Kraft dem Gelingen dieses^ schönen Werkes gewidmet haben. Der Ausstellungslcitung und den Ausstellern des In- und Auslandes, soivie allen heiligten,' spreche ch für den so glänzenden Erfolg dieser unter mebient Protektorat stattgefundenen Ausstellung meinen rvärurstm Dank aus. Wilhelm, K r o n p r i n z." n — Lübeck, 24. Okt. Mit einer Aufführung. vor: Lessing- „Miilna von Barnhelut" wurde gestern tibend die neuerbaute. Prächtig ausgestattete Stadthalle in Gegemr»art von Buir etern der Behörden und unter zahlreicher Teilnahme der EHr- wohn ersäuft eröffnet. . — Wie aus Kopenhagen berichtet >mrd, perlangt der najtot* bische Tiäüer Au g u st Strindb erg die Schei d u n g vo» s einer dritt e n F r a u, bei gegenlvärtig in veympforS gastiv- rcnökii Schauspieleritl Harriet Bosse; er Rschuldist Uc, rUi verlassen zu bdlX'JL Ker King. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Halt, Herr Rat! Ich bin nicht unverschuldet in meine Lage geraten, ich beuge mich der Strafe, welche der Himmel mir auferlegt hat. Ich bin schuldig, melw als Sie glauben." „Nun, nun, in der Jugerld rollt das Blut heiß durch die Adern. Sie sind schuldig, weil Sie zu sehr vertrauten. . . Vicin, unterbrechen Sie mich nicht! Sie kennen meine Ansichten über Ihre sogenannte Schuld. Treulosigkett hat Sie, ein gebildetes, braves Mädchen in das Unglück getrieben, dem ich Sie entreist-en durfte. Tanken Sie 'mir nicht — ich habe nur meine Schuldigkeit als Mensch getan und habe mehr Lohn für meine sogenannte gute Tat erhalten, als ich jemals erwarten durfte. Also — wenn es sich um Wohltaten hier handelt, so habe ich mehr empfangen, als Sie — wir sind quitt, vollständig quitt, liebe Marie. Ich habe jene Ruhe und Frieden gefunden und eine Häuslichkeit, die mich beglückt. Diese Häuslichkeit möchte ich nun niemals mehr missen, ich möchte sie auch nicht im Verborgenen gleichsam genießen, sondern vor aller Welt — frei und offen — kurz und gut, Marie, ich wollte Sie bitten, meine Frau zu Werben . . „Ihre Frau! ?" „Ja, meine Frau. Ich weiß, daß ich ein alter Mann bin, und daß ich nicht das Ideal einer jungen dreißigjährigen Frau fein kann, aber wie die Verhältnisse nun einmal liegen, dürften Sie doch an meiner Seite ein ganz zirfriedenes Leben fuhren und ich könnte für Ihre uitd Ihres Sohnes Zukunft besser sorgen, als wenn ich nur Ihr väterlick-ier Freund bliebe." „Ihre Frau? — das ist unmöglich, Herr Rat. .. ." „Weshalb unmöglich'? Sie stel-en allein in der Welt da, wie Sie nur oft gesagt haben, ich ebenfalls — allerdings habe ich einige V^noandte, ivcld^ mich mit außerordentlich liebevoller Lorgsal. üb«', wachen", setzte er sMlisch brnzu. „Arn liebsten möchten sie mich alten Mann in ein Narrenhaus sperren lassen, damit ihnen ja nur kein Heller von meinem Gelde entgeht. Ja, sehen Sie mich nur so erstaunt an, liebe Marie. Hier durch diesen Brief teilt man mir mit, daß mich meine lieben Verwandten sogar hier beobachten lassen, daß sie hinter meine Schliche, wie sie es' nennen, gekommen sind. Ich solle mich in Acht nehmen, man habe die Absicht, mich unter Kuratel zu stellen. Trnken Sie nur, mich unter Kuratel!" „Es ist abscheulich!" . „Ja, das ist es. Aber die Habsucht, mein liebes Kind, treibt die sonderbarsten Blüten. Ich möchte nun den Herrschaften das Prävenire spielen... ich möchte nicht allein meine, sondern auch Jhre^und Ihres Kindes Zukunft sick-er stellen und deshalb frage ich Sie nochmals, ob Sie meine Frau werden wollen." „Sie glauben doch nicht, daß ich Ihre Verwandten berauben wollte?" .„O, was das anbetrifft, so seien Sie ganz außer Sorge. Meine Maßregeln sind getroffen. Was ihnen gebührt, erhalten sie nach meinem Tode, das Uebrige die Armen oder — Sie uird Ihr Sohn. . . ." T4e junge Frau atmete schlver. Tann schlug sie plötzlich dte Hände vdr das Gesicht und schluchzte laut auf. „Sffias ist Ihnen,, Marie?" fragte der Rat ängstlich. „Ist ^zhnen der Gedanke so Iwnerttäglich, meine Frau zu werden?" „Ich kann es nicht — ich darf es nickst . . ." jammerte Marie und sentte tief das Haupt, daß es fast auf ihren itnien ruhte. Wte eine Büßende lag sie da, getvallsames Schluänzen erschütterte ihre Gestalt. „Wollen Sie mir nicht sagen, weshalb Sie nickst dürfen, Marie?" Tiefer janl sie in sich zusammen. „Was Sie Ihre Schuld, Ihre Schmach nennen", fuhr der alte Herr milde fort, „kümmert mich nickst mehr. Sie haben Ihre Schuld abgebüßt und die Schmach haben Sie nicht auf ftch geloben, sondern die unuerftäubigeu Menschen. Vertrauen eie mir, Marie, ich werde Sie sicher durch bas Leben führen. Denken Sie auch an Ihren Sohn, den ich zu einem tüchtigen Kirchweihfest statt. 38 Jahre sind jetzt verflossen, seit die neue Kirche 1866 ihre Weihe erhielt. Damals zählte unsere, Gemeinde nur etwa 600—600, heute ist diese Zahl auf ca. 1700—1800 angewachsen. Von der früheren Kapelle ist nur noch eine kleine Orgel vorhanden, welche ein hiesiger Einwohner besitzt. § Lich, 24. Okt. I. I. K. K. H. H. der Großherzog und Prinz Heinrich von Preußen nebst Gemahlin trafen am Sonntag abend 10 Uhr mit Gefolge im fürstlichen Schlosse zum Besuche der hiesigen Herrschaften ein. Die Reise wurde am Morgen mit zwei Automobilen in Hannover angetreten und erlitt in Cassel durch Benzinsüllung einen zweistündigen Aufenthalt. Die Stadt hatte zu Ehren des hohen Besuches reichen Flaggenschmuck angelegt und das Publikum, welches die Straße vor dem Schlosse füllte, begrüßte die hohen Gäste mit brausenden Hurrarufen. Die Weiterreise nach Schloß Wolssgarten erfolgte heute mittag 2 Uhr. — Das 8-jährige bei ein anwesendes Ehrenmitglied die Geschichte des Vereins berichtete und der Gründer und verstorbenen Mitglieder ge« dachte. Am Sonntag nachmittag fand auf Lonys Bierkelle, noch ein Familienfest statt, welches ebenfalls gut besucht roa( und wobei getanzt und gesungen wurde und einige humoristische Aufführungen stattfanden. A*• Der kath ol. Gesellenverein feierte am Sonntag sein 7. Stiftungsfest. Dekan Bayer hielt eine Ansprache, woraus ein Prolog gesprochen wurde. Ein paar Theaterstücke unterhielten die zahlreichen Anwesenden aufs Beste. Ein Tanz bildete den Schluß. ** Verhaftung. Gestern nachmittag wurde der schon seit etwa 3 Wochen von der Gr. Staatsanwaltschaft Gießen wegen Betrugs verfolgte Maurer S. aus Wieseck durch einen hiesigen Gendarmen verhaftet. Auch hier wollte er wieder die Flucht ergreifen, wurde aber durch den Beamten in den Gärten der Schützenstraße eingeholt. S. ist verheiratet und ein vielfach vorbestrafter Mensch. Er hat sich, ohne nach Hause zurückzukehren, in letzter Zeit in Gießen und Umgegend obdachlos umhergetrieben. ** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Postdirektion in Darmstadt haben im Jahre 1903 18 356 aus Orten des Großherzogtums Hessen herrührende Post- sendungen (und zwar 4238 Briefe, 13468 Postkarten und 650 Drucksachen) vernichtet werden müssen, weil sie weder Aus Stadt «»d Land. Gießen, 25. Oktober 1904. Das Vorlesungsverzeichnis der Landes- fit Tilsit beschrittenen tengrit WeaeS, Mer Wnigspsatz den glorreichen Versailler Abschluß. Diese geweihte Stätte müsse eine Mahnung bleiben, die großen Geschicke deS Vaterlandes nirfxt dem Parteigeiste und dem Streite bo3 Tages unterzuordnen, sondern sich allezeit bewußt zu Weihen, daß der große Name Deutschland jedem Deutschen große Pflichten auferlegt, die nicht mit Festes- stinnmmg, mit Worten und Liedern, sondern durch ernste, männliche Arbeit erfüllt sein wollen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Nachdem der Kaiser che Erlaubnis erteilt hakte, fiel die Hülle. Der Kaiser besichtigte dann das Denkmal und unterhielt sich mit dem Künstler und zahlreichen Anwesenden, insbesondere mit den Mitgliedern der Familie Roon. Abg. Graf Noon wurde als erbliches Mitglied in das Herrenhaus berufen, der Kriegsminister von Einem erhielt den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub, der Schöpfer des Denkmals, Hans Magnnssen, den Roten Adlerorden 4. Klasse. 'An dem Denkmale wurden zahlreiche Kränze niedergelegt. manen; Dr. Helm. . . & - Volksschullehrer nicht geeignet als Re» " Tie e r ft en T o 11 o r a n b i n n e n t n ® * = B c L r d e o f f i 3 i c r c. In den «Hessischen Schulbl." lesen wir: SÄ.*'Ä1* in mit W. »i d-m R,,-».»! N, 11« m I»°- °» <•' f«. 1817 promovierte hier Marianne Theodore Eh ar- liche Einjährige ein halbes Jahr gedauert hatte, wurden Lotte Heiland, durch Adoption ihres Stiefvaters von 10 der Einjährigen auS diesem Unterricht verwiesen unb unter Siebold genannt Sie tour geboren am 10. Dezember diesen befanden sich die fünf Volksschullehrer. Der Unterricht 1791 zu Heiligenstadt im Eichsfelde als Tochter des Re- cgc «€ aussichtslos, so wurde gesagt. DaS Blatt bemerkt gierungsrates Heiland. Beseelt von dem Wunsche, na.d) ,. . sollte eS mit der „Reserve-Leutnants-Herrlichkeit" dem Beispiele ihrer Eltern der Menschheit nützlich zu wer- o aeqanqen sein?" den, erhielt sic Unterricht in her Geburtshilfe teils durch der LCel^chuUeyrer ° chneu u ^n°e g-g ng । ihren Stiefvater, den nachmaligen Mediziiialdixektor Da- \ ‘ (. her ^nfnnfpne^eaimentcr Darmstadt, teils durch ihre Mutter, richt an den Kapitulantenschulen der Jnfanterie-Regmienter ' ' I 01 -.-in / zri : . r. -.. \ .... v nach den Flüchtlingen waren bis jetzt erfolglos. nni v erfität für daSWinterhalbjahr 1904/05 enthält folgende Vorlesungen von allgemeinem Interesse: Entstehung des Christentums; Dr. Holtzmann. Philipp der Großmütige von Hoffen und feine Zeit; Lic. Köhler. Dreieinigkeit und Gott-i Adresfate'n noch dem Absender hotten ^gestellt werden Menschheit, Geschichte und Kritik der alt.irchlichon Le.,re; fönncn> Untcr bcn Sendungen befanden sich allein 6656 Dr. Krüger. Anatomie der äußeren Körperformen; Dr. penne- dcrcn Rückgabe an den Absender lediglich deshalb nicht berg. Schulgesundheitspflege ( für Richt - Mediziner ), war, weil er sich weder auf noch in den Sendungen Prof. Dr. Kossel. Schiller als Philosoph; 'Lr*ap^ln c ‘ genannt hatte. Wie viel Unannehmlichkeiten mögen den Äd- Dcseendenztheorie und Darwinismus; Dr. von Wagner. - unfr den Absendern durch die Unanbringlichkeit der Geschichte der französischen Revolution; r,r. Oncken. Sbndungen erwachsen sein, und wie viel ungerechte Vorwürfe Deutsche Geschichte m der Zettder Fremdherrschaft, . der Be- ü6er u„z„verlässigkeit sind gegen die Postverwaltung und fremngsknege und deS deutschen Bundes ^05 bis 1850, Beamte erhoben worden. Es kann daher den Schreibern Dr. Oncken. Erklärung anSgewahlter linttker ildwer e, Postkarten nur innner wieder empfohlen werden, Dr. Sauer, lieber Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit; ^n Postkarten stets den vollen Namen und die Wohnung Dr. Behaghel. Die Wortbildung de6 deutschen; Dr. ehaghel, L g sibfcnbcr?, sei es handschriftlich, sei es durch Abdruck Geschichte des deutschen Dramas im Jahrhundert, l. -^eil; Stempels anzugebcn, damit ihnen, falls der Empfänger Dr. Collin. Geschichte der deutschen Literatur un 18. Jahr- ermittelt wird, die Sendungen zurückgegeben werden hundert; Dr. A. Strack. Religion und Mythologie der Ger- ^^n. Nach unseren gestrigen Depeschen ist u .a. auch der Hauptmann v. Burgsdorfs als „sicher tot" gemeldet worden. Hauptmann v. Burgsdorfs, der Bezirks- ches von Keetmanshoop, war, wie wir in unserer gestrigen Wochenschau erwähnten, allein und unbewaffnet zu Hendrik Ditdot geritten, um ihn von )einem kriegerischen Vorhaben abzubringen. Dort wurde er seskgehalten; man glaubte aber annehmen zu dürfen, daß ihm kein Leids geschehen würde, da er seit zehn Jahren nahezu fteundschaftlichen Verkehr mit Hendrik unterhielt und dresem und seinen Leuten nur Gutes erwiesen hatte. Um so schmerzlicher überrascht die Nachricht vom Tode dieses verdienten Offiziers und Beamten. Wie es dazu kommen konnte, daß Burgsdorff un- bewaffnet war und den Wrtbois eine gesittete Art der Kriegführung zugetraut wird, ist vorläufig noch ein Rätsel. Vielleicht hat die Besatzung von Keetmanshoop den Versuch gemacht, ihren Führer mit Waffengewalt aus der Hand w SS3&*«w M, I*-. ew»«. I z- ,7. asnSSTm ÄSTSTTOS KXlÄ'ta taÄÄ «Sl?m> to mebijini- M1^ ^ bM -imgm«-- in^iSmor y 3 ' schon Fakultät in Gießen 1815 die Würde eines „Doktors System Stolze-Schrey eingeführt. dwaiopmund in gegangen "eutwoin der Geburtshilfe" erhielt. Marianne eil and, ihre Kl ein-Lin den, 24. Okt. Gestern fand unser „««« ck ”P f""««« fhni3> rr p 1 rt 1*1 pn • Unteroffizier Otto!Osiander und Langend.ck und erhielt lol* nach vesonoerer ^oericyeurer. ^nuftabt ihrem Berufe und wurde von hochgestellten m f Frauen zu Rate gezogen, wie sie unter anderen bei der Kirche uuo AchUie. Geburt der nachmaligen Königin Viktoria von England Limburg, 23. Okt. In einer hier heute nachmittag statt- hilfreiche Hand leistete. Marianne Heiland vermählte sich gehabten allgemeinen Landes v ersa m m l u n g bjr Katho- 1829 mit dem Oberstabsarzt Heidenreich zu Darmstadt und liken Nassaus, wurde nach Referaten des Stadtpfarrers staxh daselbst am 8. Juli 1859. und Schulirrspektors, Geistl. Rats Tripp-Limburg. Lebrers Muller- „ • e Arbeitszeit der Gehilfinnen in der MS MNAtzr«- tttirrn an das Staatsministerium unb das Preußische Abgeord- sowie die Putzmacherinnen, die fremdes Personal beschäftigen, netenhaus zu richten, die grundsätzlich den konfessionellen st^d, so unterrichtet man uns, vielfach noch der Meiniing, Charakter der Schule eingeführt und die nock) bestehenden k § ncue Gesetz vom 1. Juli 1904 habe für sie keine ES!■!»«-»-- ............ -.............- . >ient unb eine sittlick-religiöie Erziehuna der sckmle geroäbrleiitet. gehen. In jedem Betrieb mit fremdem Personal müssen die «^^tes Luh stürzte am SamStag nachnnttag ---'---- neuen Vorschriften anSgehängt werden und daraus kann^,eder.I Lnft ^en au§ dem 3. Stockwerk auf den Hof. Z>ie Knthüllung des Aoon-Denkmals. mann, der des Lesens Halbwegs kundig ift, klipp unb Hat g( konstatierte so schwere Verletzungen des Kopfes, dasi Berlin, 24. L-ktober. ersehen, wie viel Stunden die Gehilfen am Tag arbeiten!^ roo()[ jungeS Qe[,en csnbühen muß. In Gegenwart des Kaisers und der Miserin wurde dürfen SamStagS muh aber d^^beck^um /,6^lhr g Dillenburg, 23. Okt. Im hiesig-« Kurhause sand heute das Denkmal bes Kriegsministers Grasen Roon ent- aushören und Sonntags s ‘ftnHhnH dieser Tage in Gegenwart de8 Regierungs-Prasidentrn von hüllt. Am Denkmale hatten sich eingefunden der Reichs- oder nur ganz ausnah m s m ei se m Notfällen ita 11 () a f . s- b gSic§5aben beg Eisenbahndirektions-Präsidenten kanzler, die Minister, die Staatssekretäre, zahlreiche Mtb- Wenn nun dieser oder jener Pst^kus glaubt, er könne nach H g3 Vvrbesprechiing mit den hierzii einge- gtteder des Reichstages und beider Häuser des preußischen Schluß der Werkstattsarbeit die Gehilsinnen noch Thome-Frar‘f1’« unb ©interlanb-StreifcS über Landtages, der Oberbürgermeister und der Stabtverord- .'tundenlang zur Ladenarbeit, zum V e r k a ii s e n la den en 3^rfe^cn ^l- ’ftatL netenvorsteher von Berlin, die früheren Krregsmrmster ^ Herumtragen von Hüten, Kleidern, Schachteln daS Bahnbau-Proiekt ch Bronsart von Schellendors und v. 'Goßler 2c. Empfangen er i«mV«u^^utzen, so ist er auf B.-B. Darmstadt, 24. Oft. Em allerliebstes Woü wurde der Kaiser von dem Protektor des Denkmalkomitees ' ‘ , b w ftrengen Strafen au8. 2ln aus Kindermund wird uns als verbürgt mitgetei t. Der seit Prinzen Albrecht und dem Krtegsminrster v. Einem, oern vo z g ? ' / <■ Gilt» hnt di? Ge- ^reitaa abend rum ersten Male in Darnistadt weilende Bischof Ter Kaiser schritt die Front der'von dem Füsilierregiment 60 Tagen könnenhat b« ®e- Jrettafl abenb 8um er in ben städtischen „Gras Roon" gestellten Ehrenkompagnie ab und betrat hilsinnen, soweit sie 16 Jahre alt Und, vis 10 uyr avenvs, von i ainj i katholischen Reliaionsunterrichts ab. bann das Zelt. Nachdem Schulkinder Beethovens „Tie aber im Ganzen an einem Tag nicht langer aL 13 stunden I ^chiilen t I ..»s n« Himmel rühmen des Ewigen Ehre" gesungen hatten, hielt zur Arbeit herangezogen werden, bevor jedoch die Ueberarbeu der Kriegsminister die Festrede, in der er ausführte, anfängt, also gleich und unmittelbar nach Beendigung der das Denkmal gelte den Manen dessen, der als Soldat, als aewöhnlichen täglichen Arbeitszeit muß der vorgeschriebene Staats- und als Kriegsminister allen stets ein Borbild ^intraa auf die Tafel gemacht sein. WennS not tut und ton ed,tcm Schrot unb Körnst" Bedürfnis vvrliegt, mache man lieber ehrliche Lieber.I war u.nv vteiven n)CrD€-, nrbeit und traac dieselbe ehrlich ein, als daß man, wie dies Ter Name Roon, io füllte er u. a. aus, sei bereits an deriarven uno nagt ui , j j Weftgren^e durch ein Fort bei Straßburg i. E., im Osten durch auch schon vorgekonimen ist, m der Werkstatt das Licht a das Füsilier-Regiment, in Gumbinnen verewigt und werde im I pläst unb auf einem anderen Zimmer das Personal ziMi I nächsten Jahre durch einen Panzerkreuzer verewigt werden. Dazu pannernrhpiten iroinat. geselle sich dies Tenfmat in nächster Nähe bes grosim Kanzlers ö„ e, eben'uvil sie Tatsache ist, muß hervorgehoben werdendes gibt nut katholische Couleurstudenten; nur katholische farbentragende Studentenverbindungen stellen in ibreii Satzungen die kathoiya>e Konfession als unerlaßlick>e Aufnahmebedingung hin ... Dazu kommt noch ein anderes bedeutsames Moment: der enge Zusammentemg der katholischen färbenttagcnden^ Studenten Verbindungen mit der politischen Pattei des Zentrums . £u1cr Zusammenhang gibt sich in einem regen Verkehr.Zwpchen.katholischen Studentenverbirtdungen und den Zenttumsfülirern sowohl hei allen studentischen Festlichkeiten wie auf den Parteitagen bc5 Zentrums kund. „Unsere Hochschulen sind aber Nicht und dürfen nicht sein Pflanzstätten für politische Parteien . Die Broschüre schließt mit einer Mahnung an tue Studentenschaft: _ . „Kmnmilitonen! Erwägen Sie diese Worte! Wenn sie von Zfrnen als richtig, als begründet anerkannt ioerden, so rieten Sie gegen die konfessionell gefärbten Studentenverbindungen nur. Nicht mit Gewalt, im sogenannten „Holttomment — wahren Sie Ihre Würde als Hochschüler! — aber in ruI)UTcr, entschlossener, einmüttger Festigkeit, indem ^ie nneder und wieder von den maßgebenden Stellen verlaiigen, daß die sarbenriagen- den konfessionellen Studentenverbindungen ails.wlöst werden, und in brat Sie selbst f. unb ben konfessionellen Soukurftubenten von stubcntischen Cbrenamtern avunbsätzlich ausschliesten. Fort mit biefent Lchoblmg beS Loch- schullebens! „ .. . m . Zum Heile der Wissenschaft, zum Heile der Religion, zum Heile des Vaterlandes!" Dn Aufstand in Aeulsch-Südwestafrista. Von einem 16jährigen Fabrikarbeiter Nachbarstaaten. KmsÄ GRATIS vermischtes. Sport ,/a ,» 100 to OD ÖÖ 5* § (5) Z ITö Q 5 Ö c® «o S< ®?co s ?g rs sr 3 r to ö => G e 2,'S @8 o 048 c w ™ ö co ™ S M Ö Sü 6)^ 3 o als Re» 1 lesen wir: n 1903 am en, darunter cht für famfr itte, warb fen undmr 'er Uckncht dlatt iemertt i'Mchleif 3 g£? 3 5" Z ro* OH ro F Lv '- iren be§ das PubA rußte dieM •ne nach TaS 8-M taq tifli1* \fcpKi, dast MCP CO ft • 2 3 .Ä 13CO beide höchst lobende Erwähnung. Offenes Schliefen M Foxterrier auf Tvchs: Fox 2. v. d. Mäusburg, Des. Louis Katz-Gießen, 1. und Ehrenpr.; Kurt Wildeck, Best Most-Rothertzi bürg, 3. und Ehrenpreis. Proeßler-Frankfurt und RoggendorA Oberbiel hatten das Richteramt. I fo. Frankfurt a. M., 23. Okt. Gestern fand eine Vor- bis 40 Personen aus allen Tellen des deutschen Reiches geimpft, standssitzung der deutschen Standesherrn im Englischen Ta H°s st°tt, anbertnilnatjmen: Fürst zu Stolberg-Wernigerode w°?n dL S 'ÄWb“ IteeS Ä« Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich, Fürst zu Leuntngen, Fürst Kaninchen darauf reagieren. Einer der Herren hatte angeblich zu Isenburg - Birstein, Erbprinz zu Erbach-Schönberg, Prinz seinen Hund erschossen, in WiEMeit aber in einer Kiste mit Friedrich Solms-Braunfels, Graf Kuno zu Stolberg. Roßla, Berlin gerwmm-n, wo er oLer E b-handttt wurde. Gestern Gras Erbach-Fürstenau und Graf Psenburg-Budmgen-Mee - genommen und die anderen gebissenen Hunde erschossen holz. ES wurden einige interne Fragen besprochen und der Bis zum 17. Januar 1905 ist über den ganzen Kreis die Hunde- Tag der nächsten Konferenz bestimmt. — Die hiesige Polizei- sperre verhängt. behörde beabsichtigt, nach dem Beispiel anderer Städte ’ Ermunterung zur Mutterschaft. Aus New- Polizeihunde einzuführen, die die Schutzleute auf ihren York kommt nachstehende Meldung: Präsident Roosevelts nächtlichen Gängen begleiten. Es wurden bereits zwei solche beunruhigende Reden über Abnahme der Geburten und Hunde aus der Rasse der Dobermanpinscher eingestellt. Rassenselbstmord haben die Frauen von Boston zur Gründung Kleine Mitteilungen aus Hessen und den einer Versicherung veranlaßt, die zur Mutterschaft ermutigen Nachbarstaaten. Von einem 16jährigen Fabrikarbeiter soll. Durch diese Versicherung sollen Mütter für jedes Kind D Kerichtsjaal. Koblenz, 24. Okt. Ein Winzer unÄ Wirt zu 9leeft welcher Wein gefälscht hatte, indem er Bukettstoff $ um setzte und in dieser Verfassung verkaufte, wurde in der hiesigen Straflammersitzung zu 100 M a r k Geldstrafe verurteilt. Acht beschlagnahmte Fuder dieses gesälschten Weines wurden einge- zogen. Braut °Seide ?. 95 Pf. Dto/io — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich, Hunde short. Bei dem schönen Wetter am Sonntag auf dem Schliesplatz am Mittelweg nahmen die Schliefen folgenden Verlauf: Neulingsschliefen: (Dachshunde auf Fuchs) Maldo-Harras, Bes. Most-Rothenburg, 1. und Ehrenpreis; Waldmann v. Wetzstein, Bes. Peter Meißner-Gießen, 3. und Ehrenpreis. Höchst lobende Erwähnung erhielten: Waldine Harras, Bes. Most-Rothenburg und Wiedes v. Neumarkt, Bes. I. Raab- Ofsenbäch a. M. Offenes Schliefen für Dachshunde: Moritz, Bes. W. Nagel-Gießen, 1. und Ehrenpr.; Japp, Bes. L. Benner-Gießen, 1. und Ehrenpr.; Waldo Harras, Bes. Most- Rothenburg, 1. und Ehrenpr.; Liesel-Horrrdoh, Bes^ W. Orth- Herr wurde nicht geimpft, weil der Biß des Hundes in den Oberschwinstiege, 2. und Ehrenpr.; Waldmann v. Spiegelslust, Finger nicht durchgedrungen war. Tie Impfung hat die Dame Bes. Peter Meißner-Gießen, 2. Pr. und Waldmann v. Wetzstein, und den Herrn angegriffen. Dieselbe erfolgte unentgeltlich, Bes. Peter Meißner-Gießen, höchst lobende Erwähnung. Ju- wovauf man wieder in die L>tadt gehen konnte. Von einer Isolier- gendschliefen für Foxterier; Lady, Bes. W. Hilgardt-Gießen, ung ist keine Rede, denn in dem großen, Gebäude werden keine 3. Preis. Neulings schliefen für Foxterrier: Lady, Bes. Impflinge ausgenommen. .An einem Vormittag werden oft 30 W. Hilgardt-Gießen und Elsa Wildeck, Bes. Most-Rothenburg, 51: ’9' w ■Kntidj durch einen "t wieder * in den und ^gegend der Ober. 903 18356 ’"de Post. !fl’rfen unb weder E werben 6656 c^Qlb nicht ^cnbun^en ien den K, 'glichkeit bet Vorwürfe Jaltung unb 'n -chreibem 'bien werben, 5ie Wohnung llch Abbruck ^Empfänger ?ben werben wurde am 23. d. Mts. abends vor dem Postgebäude in Neckarau ein lediger Fabrikarbeiter durch einen Messerstich an der linken Halsseite schwer verletzt. — In Mainz wurde am Abend des 23. Okt. der Schutzmann Weisel in eine Wirtschaft in der Augustinerstraße geholt, in der eine Anzahl junger Leute eine Schlägerei unter sich hatten. Als der Landwirtschaft. Schutzmann kam, wendeten die feindlichen Brüder sich ver- Das Landwirtschaftliche Institut an der Lan- eint gegen den Schutzmann und prügelten ihn furchtbar. Die des-Universität. Nachdem die Prüfungsordnung für stu- Uniform des Beamten wurde total zerrissen. Die Leute dirende Landwirte für das Gießener landw. Universitätsinstitut 1 , 0 , 11 , , ry.. letzt erlassen ist, er cheint es, so lesen wir m der Hess Landw. werden eine gehörige Strafe zu erwarten haben. Jli ^gjtschr., notwendig, von jetzt ab alle Vorlesungen und Hebungen Ntder-Olm erstickte der Taglöhner Baumgärtner in einem in Gießen einzurichten, deren ein stndirender Landwirt zu seiner Weinkeller. Er hinterläßt eine Frau rind 5 Kinder. — vollen Ausbildung bedarf. Es ist indessen für einen Dozenten un- M - —. . . - möglich, eine so große Zahl von Vorlesungen und Uebungen ab- zuhalteii. Darum ist es für die Entwickelung des Gießener Instituts erfreulich, daß es gelungen ist, in Tr. Kleberger —Södel eine tüchtige, zweite Lehrkraft schon für das Wintersemester 1904/05 zu gewinnen. Herr Dr. Kleberger übernimmt in diesem Winter mprr;tt 94 olim QnftmnrSp in Nonen- Vorlesungen über Speziellen Pflanzenbau und Allgemeine Tier- .. Berlin, 24. OU oum ftm oro e in der Boy en- ^cht, sowie die Leitung der Praktischen Uebungen im Jnstituts- ftraße wird berichtet: Gestern abend kam aus Stettin die (Moratorium. Dr. Kleberger ist geborener Hesse, hat eine sehr Nachricht, daß ein Bäckergeselle verhaftet worden sei, gründliche und nmfassende theoretische Vorbildung absolviert, meh- auf den die Beschreibnna von dem Unbekannten passe, der p-re akademische Examina bestanden, sowie eine gUindliche mehr- dem Schiffszimmermann" Mittag in Züllchow schon an. Vor- g&Ä bk mittag, als der Mord in Berlin noch gar nicht bekannt war, rechtigt. von der Bluttat erzählt hatte. ...... ........... Quaket» Oats wird am besten und vorteilhaftesten in einem Quaker Oats Kocher zubereitet. Wir senden Gratis einen Quaker Oats Kocher an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl [r~ Schutzmarken, die aus der Vorderseite K der Packete zu schneiden sind und so aussehen, franco in einer Send- ung und vor dem 31. Dezember 1905 [ zugehen. 60 Schutzmarken von 1 Pfd. Paoketen oder tobaufe H ifib nirti von z-Ptäßdenten 5c§ übet llau statt- Ä*? W \ richt-« " fift ptomP* « t . bravst V 0GaentftnCs " . anf»0* ' ft J on'te des 'N l“ ‘ . Cpf