Nr. 251 •rieelet t«aU» außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamilien« dläller viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'scheu Erstes Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 25. Oktober 1904 GieKenerAmeiaer ve»ng»pr«1-r monatlich 75 Ps^ viertel» jährlich Sulf. 2J2O; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel» jährl. auLschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie TageSnummer bis vormütagS 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal IS auswärts 20 Psg. Monats-Beilage zum Gießener Anzeiger 1904 Verantwortlich für , _ den pottL und augem. «Vs*« ______zeigenteil: Hans Beck. sche Tagesschau. südliche Bewegnng in China. -tt- Berlin, 24. Oktober, von einem Wiederaufleben der fremden» in China sind vor kurzem in der „Nordd. eqründung entbehrend bezeichnet worden, die Vorgänge mit sehr wachsamem Auge issen. Man wird sich erinnern, daß un» Ermordung des deutschen Gesandten in .tischen Berichte vertrauensvoll lauteten., der Preffe zum Abdruck kamen, fanden r gegenwärtigen Zeit ist die Vorsicht Der ostasiatische Krieg gibt dem Fremden- Und warum lasten es sich die Japaner; edcm ihrer Erfolge in China weiteste ., wenn sie nicht damit beabsichtigen, daS mkeit in der gelben Raste zu wecken und eidenschaften im geeignet erscheinenden iar zu machen. Die Verbindlichkeit der )ie höfliche Behandlung der diplomatischen nnahme etlicher europäischer Gebräuche» nichts bedeuten. Mit solchem Trugspiel ' in Sicherheit gewiegt worden. Wenn Daily Telegraph * aus Shanghai soeben hrliches Wiederaufleben der en Bewegung in China* feststellt, re starke Abteilungen wohlauS» en bemerkt haben, dann erheischen solche • sorgfältige Erkundigung, und nicht nur sondern auch bei solchen Privatpersonen, Mässiges Urteil erwartet werden kann, st in jüngster Zeit wahrlich kein Mangel Vorsichtsmaßregel überflüssig oder über»> Dentfches Reich. Berlin, 24. Olt. Der Kaiser hörte heute im Neuen Palais den Vortrag ch 6Hess des ZivilkabinetS v. LukanuS» — Zur Geschichte der Prtnzessi-nn en steuer Preußen teilt AmtsgerichtSrat Jastrow in der .Voss. Ztg.*, VV Ull Vv. geheuere Wert der Pflanzen auf unserer Erde und für unser Leben! Ohne die Pflanzen wäre ein tierisches, und ohne Pflanzen und Tiere ein menschliches Leben unmöglich. Won der Arbeitsleistung der Pflanzen macht man sich einen Begriff, wenn man die lAemterstatistiken der Erde überliest und sieht, wieviel Milliarden Kilogramm Substanz die Pflanzen während eines kurzen Sommers aus Kohlew- säure, Wasser und ein paar Bodenfalzen Herstellen. Die, Erkenntnis, daß die Pflanze mit so tvenig Stoffen arbeitet, ist übrigens noch gar nicht sehr alt. Früher hat man einfach, angenommen, die Pflanze holt alles, was sie zum Asufbau ihrer Organe nötig nett fix und fertig aus der Erde. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte der Holländer Jngenhouß die Kohlensäurezersetzung der Pflanzen, und erst nach dieser Entdeckung wurden von zahlreichen Gelehrten die wahren Vorgänge der Ernährung gesundens. Von welcher Bedeutung diese rein wissenschaftlichen Entdecke u tigert sind, geht daraus hervor, daß man er st auf ihrer Basis eine rationelle Land- und Forstwirtschaft gründen konnte, Dinge, von denen das Wohl und Wehe der Nationen abhängt! Die Kohlensäure entnimmt die Pflanze durch ihre Mütter der L u s t, Wasser und Salze durch die Wurzel dem Boden» Fv.r die jährliche Ernte des Deutschen Reiches werden etwa 60 Millionen Tonnett Kohlensäure aus der Lust verbraucht, ein stattliches Quantum. Daß die Kohlensäure die einzige Quelle des Kohlenstoffs für die Pflanzen ish, wissen bie wenigsten unserer Bauern, denn sie sehen weder die Kohlen- säitre noch ihre Aufnahme durch die Blätter. Alle übrigen Nährstoffe sind ihnen viel bekamtter. Eine wichtige Nolle bei der Ernährung der Pflanzen spielt das Wasser. In saftigen Pslanzenteilen macht es oft dreiviertel des Gewichts aus. Trockene Teile enthalten selbstredend weit weniger Wasser. Jedenfalls aber ist es unentbehrlich, da es entweder zur Herstellung organischer (fester) Stoffe mitverbraucht wird oder zum Transport löslicher Substanzen dient. Wasser ist der einzige Nährstoff, der niemals fehlen darf, tvenn die Pflanze leben soll. Daher bringt die sommerliche Trocknis, wie sie leider 1904 herrschte, großen Verlust. Eine Pflanze kann wohl einige Tage ohne Kohlensäure nni> ohne Aufnahme von Salzen leben, aber niemals auch nur Stunden ohne Wasser, denn sie verdunstet unausgesetzt Wasser, welkt also schon nach einigen Minuten, wenn die Zufirhr aufhört, und geht rasch ein, selbst wenn; die übrigen Nährstoffe vorhanden sind. Die Wasser au fn ahme durch die Saugwurzeln ist eine sehr komplizierte Sache und lange nicht so einfach, wie es sich der Laie vorstellü Ein weiterer wichtiger Nährstoff ist der Stickstoff, der in Form von salpetersauren Salzen aus dem Boden ausgenommen wird und der einen Hauptbestandteil der pflanz- lichen Eiweißstosse bildet. In per Hauptsache hat der. Pflanzenphysiologe: 9 Pflanzennähr stosse sestgestellt. ES. find: Kohlensäure, Wafser, Salpetersäure^' Schwefelsäure ♦ J / Wickler als Sozialistenhauptling. " gibt Mitteilungen aus den FluA^ mitischen sGrafen Pückler. In, dems; itter heißt es : < Bimse, Keile, Schläge, Senge; feftfi mmel zusammenhauen, daß ihnen angst »aß sie endlich packen nnb von danrne^ uldemokr ateu wendet sich GrH -'ü h r e r, gehe voran mit einer großes >er Hand, und auf der Fahne stehen M den Jüden, raus mit der verfluchtech nn Levysohn und dem Abraham, rcmK chn, fort mit dem Aas der SarahleV'en, ?en Mischpoke." Und Ihr roten Kerle, 'e nach, ebenfalls mit roten FahneM ‘ durch die Straßen von Berlin initf ursen! . . . Auch der gute, liebes muß jetzt mitdreschen auf die! da Hilst ihm alles nichts. Der Bebev ochen wieder eine große Rede gehaltenj r sonst irgendwo, und in dieser RedL Deutschland sei zurzeit das atj egierte Land von allen Staatert h a t e r r e ch t, der liebe, gute Bebel; überhaupt imnter recht, denn famoser Kerl. Ich ünterschreide ebel in Amsterdam gesagt hat. .... m der Zweite von Hobenzollern einett mit dem Grafen zur Lippe-Mesterfeld- von Schaumbürg-Lippe. (I!) Immer. n werden wir in einigen Jähren 3—4 -en im Lande haben. Vielleicht wird «esterfeld auch noch 'einmal Sozialist schlecht behandelt wird, antisemitisches iler Antisemit, was dasselbe ist: heu^ cständige Mensch Sozialist. .... k in Sosnowice eine frische und fideltz «tattgefimden. ... Das müssen ber^ se Kerle sein die russischen PolizWnA te ruhig toben und demolieren, und lnung nach der einzig richtige Stand- . e Massen nur das jüdische Eigentum oemolieren und nur Judenlümnrels verhauen, solange hat die Po^zei niemals Mranlassung einzuschreiten. .Wenn ich Polizeipräsident von Berlin wäre, sagt Graß Pückler, „ich würde meinen Schutzleuten den Befehl geoen, zugleich mit Ihnen auf die Judenbändtz l o s z u d r e s ch e n. Nur wenn Sie das christliche Eigentum verletzen und wenn Sie Ihre germanischen Stammes» genoßen verhauen, erst dann, meine Herren^ würde ich Sie etwas in die Deene schießen lassen. SCuf diese Weise würde ich handeln als Polizeipräsident und ich glaube. Sie mürben mit meiner Regierung ganz zufrieden sein^ Alw los, Preußen, warum zaudert ihr noch, los Ihr Sozi allsten, los Ihr roten Brüder, los Ihr Bürger von Berlin, werdet endlich einmal forsche und schneidige KcrlÄ,', apf zum Kampf, zum Sturm, auf zum Radau, auf zur frischen und fröhlicheti Reiberei. *• ,l Av V II v V 41. uuyn.U4.V4y*. U.4.4.V» VU» IvttUCJi vit. Toten nicht aufgeweckt, die zum Opfer fielen, aber die russische Regierung wünscht offenbar, den „peinlichen Zwischenfall möglichst rasch erledigt zu sehen. Bis die baltische Flotte am Orte ihrer Bestimmung angelangt ist, wird man vielleicht noch von weiteren solcher unglückseligen Mißverständnisse hören. Es liegen folgende offiziösen W. T. B. - Meldungen aus London vor: Auswärtige Amt bietet ein ganz ungewöhnliches Bild. Tie Korridore sind von Matrosen und anderen mit der Schiffahrt in Verbindung stehenden Personen angefüllt. Tie Re- gi rung läßt ein sehr strenges Verhör mit allen Zeugen vornehmen. Ein Vertreter des Rcuterschen Bnreai^s interviewte den Kapitän des Fischerbootes „Magpie". Dieser erklärte, die russische Flotte sei mitten durch die Fischerflotte hindurchgegangen, die aus 160 Booten bestand. Er sagte, es habe nicht der g e r i n g st e Grund Vorgelegen, der die Annahme der Russen rechtfertigen konnte, daß sie etwas anderes als ftin' r' • vor sich hatten. Tie Scheinwerfer hätte alles auf sechs Meilen erhellt. T-as 9fn i ch-ligl Amt feilte sich mit den Vertretern der Fischerei '' 'h ii i in Hut und Grimsbv in Verbindung und erlangte bnbimb einen genauen Bericht über den Hergang bei dem Angriffe der russischen Kriegsschiffe auf die Fischerflotte. Aus Ziehung 26. Wider DarmstäiSter Pferde-I ose ä 3. iHark bei: 38 54 14 56 Nähere Auskunft erteilt L. 1 Stenogr c Billigste Kraft! Pftrde-Loft 7877 Julius Schulze, Kreuzplatz. EM" 12 U cbi 36 der Lieferungen auf die einzelnen dem Büreau des Unterzeichneten, $ auch die Angebotsformulare zum i halten sind, zur Einsicht offen. Für j bezirk ist ein besonderes Formu Die Angebote sind versiegelt, poj Aufschrift versehen bis längstens zum vormittags 10 Uhr, auf vorbenannte Friedberg, den 21. Oktober 1 Der Großh. KreiSbau I. V.: Cellar- Richard Bnchacker. Neuen Baue 11. Wilhelm Semmler, Seltersweg 26. H. Schäfer, Marktstrabe 24. Ang. Frees, Hof- buchhandlung, Seltersweg 53. Philipp Weiler, Atarktplatz 1. Preisliste gratis. Ad.Arras, jttaunljfiml2. | ä Alk. 1.-, 11 Stück Mk. 10.-, Ziehuug 26. Oktober, empfiehlt Richard Buchacker, Neuen Baue 11. [7718 D16/m A. Im I. Straßenmeisterbezirk Kreisstraßenmeister Ritzert B. Im II. Straßenmeisterbezirk 5kreiSstraßenmeister Ling C. Im in. Straßenmeisterbezirk Kreissrraßenmeister Zürb II. D. Im IV. Straßenmeisterbezirk Kreisstraßenmeister Metzger E. Im V. Straßenmeisterbezirk Kreisstraßenmeister Hahn Die Bedingungen, sowie die yt.na. «twulv, Wilh. HaaS, Ludw. Steinhäuser Georg Wallenfels. D”/10 Allce-Sc Der Kursus für Weihuachtsarbeiteu Alle Arten von Stickereien, Kerb Brandmalerei, Tiefbrand, Le Photographische und Zubeho zu Original-Fabrrk Duvkelkammer zur freien Benutzung Witthünhltnrg Heinr Telephon 292. M Normal-Hemden Unter-Jacken und -Hosen Handschuhe Strümpfe und Socken empfiehlt billigst Giessoer E Mittwoch den l abends 87i im Hotel Großh Heneral-A Tages-k 1. Geschäfts-- und Kassenoericyt. — 2. 'craunen- änderung. — 3. Vorstandswahl.— 4. Verschiedenes. Gießen, den 24. Oktober 1904. v2 ____________________Der Vorsitzende: Jean Kirch. Zur Unterhaltung der KreiSstraß sollen die erforderlichen Materialien a licherr Angebots wie folgt vergeben Bru (teil. ^^U^jMittwoch den 26. d. M., ab im Bereinsloka Monats-vevsai verbunden mit einem Vortrag di Keller über das Thema: Wie mache Um zahlreiches Erscheinen der Mitgl *U/10 Frisch eingetroffen sind wieder: g(norr,s Fabrikate Kjiorr’s Hafermehl beste Kindernahrung [b87ie Knorr’8 Grünkornmehl für vorzügl. Schleimsuppen Knorins echter Tapioca, sehr leicht verdaulich M. EHe L. Kalkhoi Nächtig. Vergebung von -/4 bis 17, Pfennige pro Pferdckraft und Stunde. Motorenfabrik Oberursel Frankfurt a. M. Klavier Stimmen Reparieren Polieren in tadelloser Ausführung durch U1/» Wilh. llueoiph Pianohandlg. u. Keparatur- werkstütte, Selters weg 6l. Vbvsvborläure. Kalium. CalcinnL MaaueHum imr> Eisen, die nicht in freiem Zustande, sondern cckS Salze aufaenomtnen, werden. Die BodenfalLe müssen naturgeinäk ersetzt werden, sonst wird der Boden bald arm an Nährstoffen oder wie der Landwirt, der die Mae davon siebt, sich ausdrückt: Der Boden wird ertragsarm. Der Ursprung aller Satze sind die Gesteine, die die Gebirae aufbauen. Sie entsteben bei den Verwitterungsvorgüngen der Gesteine. Wie die einzelner: Salze und Säuren entstehen, hier zu erläutern, würde au. weit führen. Der Vorgang ist jedenfalls sehr kompliziert. Während an Kohlensäure und Wasser kaum Mangel eintritt, werdet:, wie wir wissen, die Bodensalze aufgebraucht. Sie au ersetzen, ist der Zweck der D ü n an n g- Die alte Landwirtschafi hatte große Aeluilichkeit mit der alten Medizin. Man probierte und probierte, ohne den Zusammenhang von Ursache und Wirkung zu kennen, „um es am Ende gehen zu lassen, wie's Gott gefällt". Erst nach der Entdeckung der wirklichen Nährstoffe und Ernährungsvor- günge der Pflanzen konnte eine richtige Art des Düngens und des Düngers gefunden werden. Wenn Salpeter oder Bittersalz oder phosphorsaurer Kalk oder Gips im Boden fehlen, so müssen diese Stosse eben wieder zugesetzt werden, will man Erfolg haben. Ans dieser Tatsache bau)e sich eine neue Industrie, die Millionen umsetzt, auf. Die künstlichen Düngersabriken schassen Stosse, in denen die Bodensalze in möglichst hohem Prozentgehalt enthalten sind. Der Kleinbauer hat sich allerdings immer noch nicht recht an die Verwendung künstlicher Dünger gewöhnen können; er verwendet »lieber die tierischen Auswurfstoffe und den Strohmist, die |a ohne Zweifel ihren Wert haben. Vornehmlich bereichert dieser Dünger den Boden indirekt mit salpetersauren Salzen, und die Zerfallsprodukte machen den Hoden locker. Das aber ist auch alles. Von welcher Bedeutung die Zugabe künstlicher Dünger ist, sollen die letzten Ausführungen nachweifen. Obstbau- techniker Biester f e l d-Of>.ibach hat in seiner Gemarkung zahlreiche Versuche dngestellt jr.ib Resultate erzielt, die im folgenden teilweise wiedergegeben werden sollen. Es handelt sich um vierzehnjährige Ae p f e l b ä u m e. Von diesen trug die Kasseler Reinette 1903 ein Baum ungedüngt durchschnittlich 105 Früchte (7,06 Kilogramm), mit Volldüngung — 2000 Gramm Kainit, 800 Gramm Superphosphat und 900 Gramm Ehilisalpeter —• 121 Früchte (11,88 Kgr.); ofcue Mli 120 Früchte (9,19 Kgr.; ohne Stickstoff, mit 500 Gramm Ehlorkalium und 800 Gr.^ Superphosphat 141 Früchte; mit 1030 Gramm Thomasmehl, 500 Gramm Ehlorkalium und 900 Gramni Ehilisalpeter Thomasmehl, 500 Gramm Ehlorkalium und 675 Gramm 168 Früchtel Für die Goldparmäne ergaben ähnliche Versuche: ungedüngt 120, Bolldüuguug (1030 Gramm schtvefelsaures Ammoniak 208 Früchte; ohne Kali, mit 675 Gramm Ehilisalpeter und 1030 Gramm Thomasmehl und 300 Gramm Ehlorkalium 151 Früchte; ohne Phosphorsäure. mit 500 Gramm Ehlorkalium und 675 Gramm schtoefelsaurem Ammoniak Ää9 Früchte; bei 800 Gramm Superphosvhat, 200 Gramm Ehilisalpeter und 2000 Gr. Kainit 2 06 Früchte. Bei Volldüngung ist unter Verwendung von Thomasmehl in anderen Versuchen der beste Erfolg erzielt worden. Bei der Kasseler Reinette ist der Ertrag mehr als verdoppelt und bei Goldparmäne eine fast zweieinbalbfache Ernte konstattert worden. Doch ist der bessere Ertrag nicht der einzige Dank des Bapmes für die gute Ernähruiig. Er überwintert ^ch kett kesser,.wenn ^r wohlgekrästigt und gut genährt ist. Er trotzt der Sturmgefahr und bricht nicht um wi^,. schlechtgenährte Schwächlinge. Das fei zum Schlüsse bemerkt: tne Zugabe künstlichen Düngers bat sich selbstverständlich nach den natürlichen Nährstoffen des Bodens zu richten. Falscher Zusatz ist saft zwecklos, doch unter Einschrünknrry. Die Versuche |mit Kunstdünger werden von Kahr zu Jahr in größerem! Mnjange angestellt. Die Resultate sind de- beste Beweis für den ökonomischen Wert der; Verwendung des Kunstdüngers. jedenfalls sollte sich der Landwirt nicht, wie es so häufig vorkommt, abschrecken lassen, weil ihm der Erfolg« bei seinen kleinen Voucher: nicht ellatan.t gjmug; war. empfiehlt 06339 Schwerste bayr. Eter 2 Stück 15 Pfg., frische Vogelsb. Land-Eier Stück 9 Pfg. Weinlese Im AyelngtM. Von Jl Sinegur. __ Wenn im Herbst die Mütter fallen, die Natur sich cüt- chickt zur Winterruhe und des Feldes Früchte einaeheimst iud, dann beginnt für den Rheingauer noch eine Ernte ft 'ostbar, so bezaubernd und reizvoll wie reine zuvior H die Weinern te. Jst's nicht, als o«b Mutter Erde ihrs Köstlichstes, ihre edelste Gabe, bis zuletzt aufgehoben habe, um! uns Menschenkinder noch einmal recht zu beglücken? Wern! lacht nicht das Herz, wenn er die goldenen Trauben sieht^ wem lechtt nicht die Zunge, wenn er des hemlichen TrankeA gedenkt, der aus dieser ^nrcht des Weinstocks erstehen wird?! Und wenn vollends, tote dieses Jahr, wo es wahrlich am Sonne nicht gefehlt hat, ein hochfeiner Tropfen zu erwarten! teht, da ist des Jubels erst recht kein Ende. Zum Schutze der Weinberge waren diese vor. der Lese wochenlang schon geschlossen. Nur dem Eigentümer war es nach Einholen polizeilicher Erlaubnis gestattet, feinen Weinberg zu betreten. Für nächste Woche hat nun der Herbstausschutz den Beginn der Lese festgesetzt, und des ganzen! Städtchetts bemächtigt sich eine große Aufregung, überall entwickelt sich eine große emsige Tätigkeit. Vor den Häusern! stehen die mächtigen Feldbütten zum Wässern, die Herbstgeräte tverden in Stand gesetzt, Fässer geschwenkt und die Kelter hergerichtet. Nun kann's losgehen! Mit Ungeduld lvarten am bestimmten Morgen die Winzer und Winzerinnen! auf das Zeichen der Glocke, ohne das niemand das Weinbergsgelände betreten darf. Jetzt erschallt vom Kirchturme! herab mit feierlichen, mächtigen Tönen das Geläute: vnlum tionum, bonum Dinum in die frische Morgenlust. Sofort setzt sich der ganze wartende Haufe in Bewegung. Ungeduldig stürmen die Kinder, die jetzt Ferien haben, vor, die Mädchen! und Frauen, die Heinen Lesebüttchen unter dem Arme^ eilen, sich eifrig unterhaltend, nach und den Schluß machen! die „Legelttäger" und der Aufseher, gemütlich ihr Pfeifchen! rauchend. Am Weinberg angekommen, werden noch einmal die „Kriegsartikel" eingeschärft, die gewöhnlich ausklingen! in die Mahnung: „Eßt luer net su vill Trauwe, paacht lietuer eier Peifche." Die Trauben sind auch zu kostbar und wertvoll, um statt in die Kelter in den Mund der zahlreichen! Leser zu wandern und dadurch ihres eigentlichen Zweckes^ als goldener Wein die Herzen zu erfreuen, entzogen zu werden. So wird es denn nicht ungern gesehen, trenn nicht mir die Legelträger, nein auch die Jungen ihr Pfeifchen! rauchen, und daß unsere liebe Jugend in vollem Maße von diesem Privilegium der Alten Besitz ergreift, versteht sich von selbst. Dabei wird es ihnen denn bald fo jammervoll zu Akute, daß sie nach süßen Trauben tvenig GelüM mehr haben. . Doch sehen wir nun der bunten Gesellschaft bet der! Arbeit zu! Jeder Leser hat eine Zeile (Reihe) vor und beginnt nun, von Stock zu Stock fortschreitend-, die Traubest mit einer Heinen Schere abzuschneiden. Die Trauben werden sofort gründlich von allen vertrockneten und schlechten! Beeren gereinigt und dann sortiert. Das Allerfeinste aber von den Auslesen sind die sogenannten „Beere-nauslesen^ Hierzu werden nur die allerreifsten, edelsten Beeren einzeln! aus gelesen und sie geben dann einen Kabinettwein, mit dem kein anderes Weinbaugebiet sich messen kann. Nasch füllen sich' die Lesebüttchen, hin und her geht der „Legelträger" und schüttet die Trauben in das Legel, ein hohes^ unten spitz und nach oben weiter werdendes hölzernes! Traggesäß (Kiepe). Hier werden sie mit den beiden Mostkolben gemoftert, d. z. zerdrückt und kommen dann in die große Feldbütte. Der Anblick dieser zerguetschten, mit grünlich schmutziger Brühe bedeckten Trauben ist kein erquickender mehr und man sollte nicht glauben, daß daraus unseü goldener, krystallener Wein entstehen tonnte.. Munter schreitet die Arbeit voran, gewürzt mit Kosen und Scherzen, mit Necken und freudigem Ruf. Dazwischen tönt manch heiteres Lied. Herrlich ist der Tag. Siegreich, hat die Sonne sich durch die Herbstnebel durchgerungern, lachend schaut sie hernieder, als wollte sie sagen: Gelhi Menschenkinder, ein feines Tröpfchen habe ich euch gekocht^ laßt's euch schmecken! Silberfäden flattern in der Lust, die leise erzittert - Allweibersommer! Dab^ den herI lichen Mick in die Runde! Golden erstrahlen die Reben> Hügel, in bläulichem Schimmer erscheinen die seriien Rheinberge und drunten im Tale erglänzt das breite Silbers- band des mächtigen Stromes. (Einigungssystem Stol. Dienstag den 25. Oktober 1 beginnen wir in unserem VereinSlok Sonnenstraße, einen neuen Anfä«ger-K und laben zur Teilnahme ergebenft ei Verein für vereinfachte d v“/w (Einigungssystem Stolz I«PmlimiGebci Md--,« 2chauzeustr. 4 u. Linderrplatz 8 Ctt