Erstes Blatt Dienstag 25. Oktober 1904 Z>ie öeutige Wummer umfaßt 8 Seite«. die Annahme etlicher europäischer Gebräuche» gar nichts bedeuten. Mit solchem Trugspiel einmal in Sicherheit gewiegt worden. Wenn des „Daily Telegraph* auS Shanghai soeben gefährliches Wiederaufleben der Gchulpratze T. Vdresse für Deveschm: «u-eiger Gtetze«. FernsprkchanichlußNr.bl. 154. Jahrgang Römische Tagesschau. Fremdenfeindliche Bewegung in China. -tt- Berlin, 24. Oktober. Die Nachrichten von einem Wiederaufleben der fremdenfeindlichen Bewegung in China sind vor kurzem in der „Nordd. Allg. Ztg." als der Begründung entbehrend bezeichnet worden, Es scheint aber, daß die Vorgänge mit sehr wachsamem Auge beobachtet werden müssen. Man wird sich erinnern, daß unmittelbar vor der Ermordung des deutschen Gesandten in Peking alle diplomatischen Berichte vertrauensvoll lauteten., Warnungen, die in der Presse zum Abdruck kamen, fanden kein Gehör. In der gegenwärtigen Zeit ist die Vorsicht doppelt angebracht. Der ostasiatische Krieg gibt dem Fremdenhaß neue Nahrung. Und warum lassen es sich die Japans so angelegen sein, jedem ihrer Erfolge in China weiteste Verbreitung zu geben, wenn sie nicht damit beabsichtigen, daS Gefühl der Gemeinsamkeit in der gelben Rasie zu wecken und die Erregung der Leidenschaften im geeignet erscheinenden Augenblick sich nutzbar zu machen. Die Verbindlichkeit der Pekinger Regierung, die höfliche Behandlung der diplomatischen Vertretungen, das alles will ist man schon eine Meldung „ein höchst Mißverständnisse hören. Es liegen folgende offiziösen W. T. B. -Meldungen aus London vor: „ Tos Auswärtige Amt bietet ein ganz ungewöhnliches 92'itb. Tie Korridore sind von Matrosen und anderen mit der Tchiffahrt in Verbindung stehenden Personen angefüllt. Tie Re- gn'l-rung läßt ein sehr strenges Verhör mit allen Zeugen vornehmen. Ein Vertreter des Ncuterschcn Bureaus interviewte den Kapitän des Fischerbootes „Magpie". Dieser erklärte, die russische Flotte sei mitten durch die Fischerflotte hindurchgegangen, die aus 160 Booten bestand. Er sagte, rö habe nicht der geringste Grund Vorgelegen, der die Annahme br Russen recht fertigen konnte, daß sie etwas anderes ot Fi! >r' '• vor sich hatten. Tie Scheinwerfer hätte alles auf sechs Meilen erhellt. ' h ige Amt setzte sich mit frm Vertretern der F-ische- ici nie in Hüll und (tzrimsbv in Verbindung und erlangte bohltnf) eineu w.lauen Bericht über den Hergang bei dem Än- triffi ü russischen Kriegsschiffe auf die Fischcrslotte. Aus Gießener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen monatlich 76 oiertsL» jährlich Mk. LL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für tue TageSnummer bis vormütagS 10 Uhr, ZeUenpreiS: lokal 12 auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den poltt und allgem. TeU: P. Witt ko: für .Stadt und ßonb* und .GerichtSfaal^: August Goetz: für den Anzeigenteil: HanS Beck. Nr. 251 Vrlchelv, tlflli* außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen, dlätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck n. Verlag der Brühl'fchen Untverf.-Buch-u. ©tein- druckerei. 9t öang*. diese Erkundigungen gestützte dringende Vorstellungen wurden an die russische Regierung gerichtet mit dem Bemerken, daß die Lage nach der Auffassung der britischen Regierung keine Verzögerung zulasse. Kuvz nachdem die Hüller Rechtsanwälte im Auswärtigen Amte, auf der Admiralität und im Ministerium Mitteilungen über das Beschießen gemocht hatten, erhielten sie die Aufforderung dieser Ressorts', die Hauptaugenzeugen zur persönlichen Vernehmung nach London zu senden. Tie Kapitäne zweier Fischerboote, sowie einige andere Personen, darunter ein Fischer vom „Crane" sind bereits' hier eingetroffen. Tas Reutersche Bureau erfährt, daß nach einer bei dem Auswärtigen Amte eingegangenen Meldung ein russisches Kriegsschiff zurückgelassen wurde, als die russische Flotte weiterdampste, und die Füscherflotte bis Sonntag früh 6 Uhr überwachte, aber nicht ein Boot zu Wasser brachte, um die U e b e r- lebenden des sinkenden Fischerbootes aufzunehmen oder den Verwundeten Beistand zu leisten. — Tas Handclsamt ordnete die Besichtigung der beschädigten Fischerboote zur Abschätzung des Schadens an. T>as' Fischerboot „Swift" ist von der Nordsee eingetroffen und brachte die Meldung, daß die nach dem Angriffe der russischen Kriegsschiffe als vermißt gemeldeten Fisch er boote sämtlich unversehrt sind. T'er Kapitän des' „Swist" erklärte, er habe selbst gesehen, daß vier russische Schiffe auf die englischen Boote feuerten. Lord L an ödown e kehrte von seinem Landaufenthalte nach London zurück. Ter russische Botschafter ist vom Urlaub zurückgekehrt. Am Bahnhofe hatte sich eine große Menge junger Burschen eingesimdcn, die den Botschafter mit anhaltendem Pfeifen empfingen. Ein Bursche versuchte mit einen: Stocke die Scheiben des Wagens des Botschafters einzuschlagen. Tem Mayor von Hüll ging folgendes Telegramm von Lord KnollyS, dem Sekretär des Königs zu: .Seine Majestät beauftragt mich, Ihnen zu sagen, daß Mlerhöchstderselbe mit tiefem Kummer die Nachrichten von dem unberechtigten Llkte erhalten haben, welcher gegen die Fischerflotte in der Nordsee begangen wurde, und Sie zu bitten, den Familien derer, welche von diesen: so bedauernswerten Ereignisse betroffen worden sind, die Teil- nahrne des Königs'paares auszusprechen." Außerdem liegt uns eine Fülle von Privatmeldungen vor, von denen folgende kurz erwähnt seien: Sofort nach Erhalt der Meldung von bim1 Zwischenfall hat Graf Lamsdorff dem englffchen Botschafter in Petersburg sein tiefstes Bedauern ausgedrückt und den russischen Botschafter in London telegraphisch angewiesen, der englischen Re- grerung die strengste Untersuchung des Falles, eventuell Bestrafung der Schuldigen und volle Entschädigung zuzusichern. Ueber die Beschießuna wird b-wicht"t, daß die Flottille 220 englische Merlen nordöstlich von Hunber am Samstag morgen gesichtet wurde. Auf dem Meere lagerte dichter Nebel. Trotzdem konnten die Schiffer die Umrisse der Schiffe bemerken, welche an ihre Kiellinie herankamen. Hierauf näherten sich einige Torpedoboote, verschwanden aber bald darauf wieder, und feuerten dann einige Schüsse ab. Tie ganze Beschießung dauerte zwanzig Minuten. Es gelang den Fischern, südlich zu entkommen. „Daily News" und „M orning Leaider" erklären, es sei ein Verbrechen eher als ein lächerlicher Irrtum. „Tmly Mait" und „Daily Expreß" geben ernsten Beschuldigungen gegen die russischen Offiziere Ausdruck. „Daily Telegraph" bringt ebenfalls einen ernst gehaltenen Artikel. Aus Hüll wird telegraphiert: Die Auflegung und die herzzerreißenden Szenen, als ein Fischerboot nach dem anderen zerschossen und mit Verwundeten beladen in Hüll eintraf, waren unbeschreiblich. Ungeheure Menschenmengen hatten sich auf dem Kai versammelt, darunter die Wehllagenden Angehörigen der Fischerleute. Tie schwer Verwundeten, ungefähr 18, an der Zahl, wurden in Tragbahren ans Land und in das Hospital geschafft. Vielen von ihnen wurden von russischen Granaten Gliedmaßen weggerissen, sodaß man an ihrem Aufkommen zweifelt. Ter „Moulmein" kam mit vielen Löchern im Rümpft ein. Tie Menge auf dem Kai geriet in rasende Wut und wilde Ruft nach Rache wurden laut. Tie Hauptzeugen sind in London eingetroffen. Tie Leute waren alle noch bleich vor Erregung wegen des ausgestandenen Schreckens, namentlich der junge Sohn des Kapitäns Smith, von dem Schifft „Crane", der zugegen war, als seinem Vater ein Geschoß den Kopf abriß. Tie Augenzeugen sagen, kurz n ach Mitternacht vom Freitag zum Samstag sei die Game- cock-Fischerflotte aus etwa 50 Booten bestehend, 200 englische Meilen östlich von Spurnhead mit Fischen beschäftigt gewesen, als plötzlich in ihrer Mitte die russische Osffeeflotte erschien. Sie leuchtete kurze Zett mit Scheinwerfern und feuerte dann ohne jede Warnung auf die Fischerboote. In getvissen Londoner Kreisen sind, so meldet uns das D.-B. H., die bis jetzt noch etwa vorhandenen Sympathien für Rußland nunmehr gänzlich geschwunden. In der Bevölkerung verurteilt man aufs schärfste das gemäßigte Verhalten der Presse, namentlich der Regierungsblätter. Tas Beschönigen der vollendeten Tatsache sei ein Verrat des englischen Volkes. Tas Blut Das K-kdenstück der russischen Motte öei Kull. Tas Heldenstück der russischen Ostseeflotte, die Vernichtung englischer Fischerboote, hat allenthalben maßloses Staunen hervorgerufen. Ungeschicklichkeit über Ungeschicklichkeit. Was wird noch alles kommen? So müssen wohl auch diejenigen je§t fragen, die mit historischem Mick und angesichts des Umstandes, daß jeder japanische Sieg einen Sieg Englands bedeutet, Wert legen auf eine wohlwollende Neutralität Rußland gegenüber. Zwar, was den englischen Fischerbooten begegnet ist, fordert zunächst nur die menschliche Teilnahme heraus. Sache der englischen Regierung ist es, Rechenschaft zu fordern und eine eklatante Genugtuung zu erlangen. Ab^er das System der Rücksichtslosigkeit auf russischer Seite, das zu wiederholten Malen in Dampfer-Beschlagnahmen und Durchsuchungen angewendet wurde, das jetzt gar zu direkten Angriffen auf Wehrlose übergeht, dies System bedroht jede neutrale Macht; insofern ist es nicht gleichgiltig, welchen Verlauf die Sache nimmt. An ein „Mißverständnis" oder irrtümliche Auffassung von Befehlen zu glauben, hält in dem neuesten Fall schwer. Es heißt, die Russen hätten Spione in den Insassen der Boote vermutet; der russische Botschafter in London meint, vielleicht hätten die Russen angenommen, die Bvote ständen im Dienst der Japaner und beabsichtigten Feindseligkeiten. Eine Entschuldigung, die wenig schmeichelhaft ist für das Urteilsvermögen russischer Kapitäne! Denn so viel müßten doch wohl die Befehlshaber des Geschwaders beim Licht der Scheinwerfer unterscheiden, ob sie harmlose Fischerbarken oder Torpedoboote vor sich haben. Eine andere Mutmaßung geht dahin, die Russen seien vor feindseligen Absichten der Japaner in der Nordsee gewarnt worben. Dann ist eßen, den Russen etwas aufgebunden worden von unzuverlässigen Kundschaftern, oder diese Gewährsmänner sind einer blamablen Leichtgläubigkeit zum Opfer gefallen. Und das Begründetsein eines Verdachts vorausgesetzt — was berechtigt die russischen Kriegsschiffe, in einem neutralen Gewässer ohne Warnungszeichen ein Bombardement auf Fischerboote zu eröffnen, nur weil feindselige Absichteu- vorzuliegen scheinen? Tie Handlungsweise ist ein Hin- wegsetzen über das Völkerrecht. Mag daraus entstehen, was da will, die Verfolgung der russischen Interessen im Kriege enthebt jeder Rücksichtnahme. Aber die En gl än der haben sich einen beträchtlichen Teil der Schuld an den Ereignissen zuzuschreib'en. Tie englische Regierung hat bei den bisherigen Uebergriflen russischer Kriegsschiffe nur sehr zahme Proteste nach Petersburg gerichtet, und im' Parlament führten englische Staatsmänner eine Sprache, die fast einer Entschuldigung der Vorkommnisse ähnlich sahen. England will, wird es einmal selbst in einen Krieg hineingezogem, so viel Bewegungsfreiheit wie nur möglich für seine Flotte haben, infolgedessen ist es zu einer möglichst milden Beurteilung geneigt. Alle Bemühungen, das Privateigentum' zur See wirksamer zu schützen, sind denn auch 'an dem Widerstand Englands gescheitert. Vorgegeben wurde fteilich von der englischen Regierung bei den bisherigen Ueber- grisfen als Hauptgrund der Wunsch, einen ernsten Konflikt mit Rußland zu vermeiden und dem Krieg nicht eine weitere Ausdehnung zu geben. Chamberlain an der Spitze der Regieming hätte eine andere Sprache geführt, als der sanftmütige und philosophische Lord Balfour. Jetzt ist ganzEnglandinAufregung. Die „Times" dagegen, sonst Feuer und Flamme, wenn sie auch nur die geringste Beeinträchtigung britischer Interessen durch Deutschland argwöhnt, rät zur Mäßigung. Begreiflich genug. Es spukt ja seit langem der schöne Plan, zusammen mit dem befreundeten Frankreich und mit dem als Dritten int Bunde hinzuzugewirmenden Rußland Deutschland „kleinzu krieg en°\ Daher ist es eigentlich fast zu bedauern, daß das ftanzösische Boot bei der Katastrophe dem Bereich der russischen Kriegsschiffe entkommen ist. Wir hätten wohl sehen mögen, ob die französische Regierung den Streich des .Verbündeten sich 'mit Ruhe gefallen ließ. Nach den letzten Nachrichten wrrd sich die englische Regierung auch diesmal mit einer Entschuldigung und Entschädigungs- keistung der Russen begnügen. Die diplomatischen Vertreter Rußlands haben sich beeilt, einhellig ihr „Bedauern" auszusprechen. Das Petersburger Kabinett telegraphierte, nach einer Pariser Meldung, das Bedauern des Zaren und Rußlands an das Auswärtige ^Amt in London. Es ist sogar der Besuch eines russischen Großfürsten in London angekündigt. Durch alles das werden die Toten nicht aufgeweckt, die zum Opfer fielen, aber die russische Regierung wünscht offenbar, den „peinlichen Zwi- k schon fall möglichst rasch erledigt zu sehen. Bis die baltische Flotte am Orte ihrer Bestimmung angelangt ist, wird man vielleicht noch von weiteren solcher unglückseligen englischer Unterthan en schreie nach Rache. Wenn die Regierung sich ebenso sckMach zeige, wie bei der Wegnahme englischer Kmiffthrteischiiffe durch die Wlodiwoswk-Flotte, so sei es' an der Zett, daß das Volk mitspreche. Derartige Atislassimgen konnte man selbst in der City hören. „Daily Chronicle" veröffentlicht ein Interview mit den: Recsitslehrer Pollock, welcher besonders' in internationalen Rechtsfragen kompetent sein soll. Dieser ist der Ansicht, daß die russisck>e Regierung sich innerhalb 24 Stunden entschuldigen müsse, falls die berichteten Tatsachen der Wirllichkeft entsprechen. Andernfalls würde ein 1U t i m a t n m unausbleiblich sein. Er vertrete die Aitsicht, daß die Signale der Fischerflotte von den Russen nicht verstanden worden seien. Reuter erfährt, daß die englische Regierung angeordnet habe, daß von zwei auf den Fischerbooten getöteten Leuten Photographien anfnenommeit werden sollen, um zu zeigen, daß sie zur Zeit des Todes mit den gewöhnlichen Arbeiten des Fischereinigens beschäftigt waren; sie haben noch Messer und Teile von Fischen in ben Händen. T'er russische Botschafter in Washington, Graf Eas- i n i, sprach sein lebhaftes Bedauern über das tlnglüfffelige Vorkommnis aus und schrieb es einem Miswersländnisse zu. Rußland erhielt nämlich die Naclsiricht, daß die Japaner planten, die russische Flotte, 'bev or diese weit auf >ie Reise gekommen sei, zu zerstören. Admiral Roscl)- diestwenöki erhielt deshaw Befehl, keinem fremden disse zu gestatten, seiner Flotte so nahe zu kommen, daß es einen Toetvdo abseuern könne, er solle besonders Wachts imd gegen den Angriff von Torpedobooten auf der Hut sein, die äußerlich als Kanssahrtei schiffe aufträten. frenldenfeindlichen Bewegung in China^ feststellt, wenn britische Offiziere starke Abteilungen wohlauS» gerüsteter Truppen bemerkt haben, dann erheischen solche Anzeigen eine erneute sorgfältige Erkundigung, und nicht nur bei der Diplomatie, sondern auch bei solchen Privatpe^onen, von denen ein zuverlässiges Urteil erwartet werden kann. An Ueberraschungen ist in jüngster Zett wahrlich kein Mangel gewesen, sodaß keine Vorsichtsmaßregel überflüssig oder übertrieben erscheint. * : : B- Graf Pückler als Soziallstenhäuptling. Tio ,Moss. Ztg." gibt Mitteilungen aus den Blattern des antisemitischen IGrafen Wckler. In deml; einen dieser Fkugblätter heißt es: ,^Jetzt gibt es Mmse, Keike, Schläge, Senge; jetzt werden wir die Lümtnel zusammenhauen, daß ihnen crngff und bange wird, daß sie endlich packen und von darmeü ziehen." An die Soziakdemokrateu wendet sich (Sr<4 Pückler wie folgt: ,/Jch, Euer Führer, gehe voran mit einer große«; roten Fahne in der Hand, und auf der Fahne stehens, die Worte: „Fort mit den Inden, raus mit der verfluchtem Bande, fort mit dem Levysohn und dem Mraham, rcmK mit dem kleinen Cohn, fort mit dem Aas der Sarahleb'en^ fort mit dem ganzen Mischpoke." Und Ihr roten Kerle^ Ihr folgt mir alle nach, ebenfalls mit roten Fahnem und so ziehen wir durch die Straßen von Berlin in,E brausenden Hurrarufen!... Auch der gute, liebes brave Bebek muß jetzt mitdreschen auf bie| Judenbande, da Hilst ihm alles nichts. Der Bebev hat vor einigen Wochen wieder eine große Rede gehalten in Amsterdam oder sonst irgendwo, und in dieser RedL da hat er gesagt, Deutschland sei zurzeit das any schlechtesten regierte Land vort allen Staates Europas, unbdahaterrecht, der liebe, gute Bebel; der Mann hat überhaupt imrster recht, den« er ist ein ganz famoser Kerl. Ich ünterschreib'e alles, was der Bebel in Amsterdam gesagt hat. . . . . Zurzeit hat Wilhelm der Zweite von Hobenzollern eineri gewaltigen Streit mit dem Grasen zur Lippe-Westerfeld,, mit dem Regenten von Schaumburg-Lippe. (I!) Immer- feste so weiter, bann werden wir in einigen Jähren 3—4 Millionen Sozialisten im Lande haben. Vielleicht wird der Graf zur Lippe-Biesterfeld auch noch einmal Sozialist wenn er weiter so schlecht behandelt wird, antisemitischer;' Sozialist oder sozialer Antisemit, was dasselbe ist; heuöi zutage ist jeder verständige Mensch Sozialist. .... Vor einigen Wochen hat in Sosnottnee eine ftische und fidetz Judenverfolgung stattgefunden. . . . Das müssen ber^ ständige und famose Kerle sein die russischen Polizisten- die lasien die Leute ruhig toben und demolieren, und das ist meiner Meinung nach der einzig richtige Standpunkt. Solange die Massen nur das jüdische (§igentum> demoueren und nur Judenlümmels verhauen, solange hat die Polizei niemals ^Veranlassung einzuschreiten. ich Polizeipräsident von Berlin wäre, sagt Graß Pückler, „ich würde meinen Schutzleuten den Befehl geben, zugleich mit Ihnen auf die Judenbärrbtz l o s z u d r e s ch e n. Nur wenn Sie das christliche Eigentum verletzen und wenn Sie Ihre germanischen Stammes« genoffen verhauen, erst dann, meine Herren, toürde ich Sie etwas in die Beene schießen lassen. Mf diese Weis« würde, ich handeln als Polrzeipräsident und ich glaube. Sie ivilrben mit meiner Regierung ganz zufriedezr sein^ Also los, Preußen, warum zmckert ihr noch, los Ihr Sozialisten, los Ihr roten Müder, tos Ihr Bürger von Berlin, werdet endlich einmal forsche und schneidige KerlS^ auf zum Kampf, zum (Sturm, auf zum Radau, auf $ur frischen und fröhlichen Reiberei. Goldsachen, Uhren usw. ingen wurde eingebrochen. Die im Wert von etwa Mk. 9000 sind gestohlen worden. fasiungSmäßig gewährten Rechte darstclle. Die tschechische Sprache hzt in Wien nicht als landesüblich anzu- ehen. Petersburg, 24. Oft. Der Minister des Innern hat nach Blättermeldungen mehreren politischen Verbannten die Rückkehr gestattet, u. o. dem Schriftsteller und Petersburger Stadtrat Talbort und dem Rechtsanwalt Wilhelm Stein. Leer und Atolle. Berlin, 24. Oft. Heute abend fand im Kaiserhof ein Festessen der Offiziere und Räte des Kriegsministeriums zum Gedächtnis Roons statt. Der Kriegsminister saß zwischen den Söhnen Roons, ihm gegenüber der Reichskanzler zwischen dem General Verdi und dem Staatssekretär von Tirpitz. Der Kriegsminister brachte ein Hurrah auf den Kaiser aus und toastete auf die Familie v. Roon. Generalleutnant Graf von Roon dankte und schloß mit einem Hurrah aus die Armee und deren ,jugendschöne jüngere Schwester", die Marine. Ans Stadt uni) Land. Gießen, den 25. Oktober 1904. '* Zur Stadtverordnetenwahl schreibt man uns: Seither war es Gepflogenheit in Gießen, daß in erster Linie die politischen Parteivorstände der Bürgerschaft Kandidaten- cherichtssaal. R. B. Darmstadt, 24. Okt. Wegen Vergehens gegen das Spreng st ofs-Gesetz hatten sich heute der Brunnen- machcr $qI). Petrp aus Imsbach und der Landwirt und » Händler Phil. Kuoblocb aus Albig (Kreis Alzey) zu veraut- wortcn. Ter erstere hatte von letzterem den Auftrag erhalte^ -ivcn in Knoblocl-s Keller gelegenen Brunnen zn vertteken uno unfähig. Kronstadt, 24. Oft. Der Kaiser besichtigte heute hier die Kreuzer „'Oleg" und „Ural". Madrid, 24. Okt. Tie spanische Regierung hat den deutschen Kohlenschiffen, welche sich auf der. Rhede von Vigo befinden, die Versorgung der russischen Schiffe innerhalb der spanischen Gewässer untersagt, um jeden möglichen Einspruch Jovans zu verhindern. Kleine Meldungen. M.-Gladbach, 24. Okt. Bei mehreren Feldlazaretten in Sibirien hat das russische Kriegsministerium große Bauten errichten lassen, in denen Tampfwäschercien, Tesjnfektionsaulageu und Badevorrichtungen für die Mannschaften eingerichtet worden sind. Tie maschinellen Einrichtungen dieser Anlagen sind hauptsächlich von deutschen Firmen geliefert worden. So hat eine hiesige Kesselfabrik aus Bestellung des russischen Generalstabes hin sechs große Dampfkessel und mehrere andere Apparate nach Sibirien arsch au, 24. Okt. In dem Industrierevier von Russisch- Polen wurden in den letzten Tagen 6000 Reservisten mobil gemacht. Deshalb mußten mehrere Werke und Webereien ihren Betrieb einstellen. ran, pob Vie Praxis der preußischen Könige, die Prinzesfinnen- fteuer m federn Einzelfalle zu erlassen, aber mit Vorbehalt des Rechts ftlr künftige Fälle, zuletzt bei der Vermählung der Prinzessin Alexandrine im Jahre 1865 durch König Wil- Helnr I. angewandt worden ist. Seitdem die preußischen Könige deutsche Kaiser geworden sind, haben sie davon Abstand genommen und haben die Prinzessinnenstener stillschweigend einschlafen lasten. So Kaiser Wilhelm I. bei der Doppelvermählung der Prinzessinnen Charlotte und Elisabeth am 18. Februar 1878 und bei der Vermählung der Prinzessinnen Marie (1878) und Luise Margarethe (1879), und Kaiser Wilhelm II. bei der Vermählung seiner Schwestern, der Prinzessinnen Sophie (1889), Viktoria (1890) und Margarethe (1893). Damit darf da§ „Herkommen" einer Prin- ressinnensteuer für Preußen als beseitigt gelten. — Der österreichisch - ungar. Botschafrer v. Szögyeny- Marich ist nach Wien gereist und hatte eine Besprechung mit dem Grasen GoluchowSky über seine Unterhandlungen mit dem Reichskanzler Grafen Bülow bezüglich der Wieder- ailfnahme der deutsch - osterreichischen Handelsvertrags-Verhandlungen. Wie man dem „Bert. Tagebl." auS Wien mittcilt, haben die Berliner Konferenzen insofern ein befriedigendes Ergebnis gehabt, als die Aussichten auf eine Verständigung über die schwierigsten Fragen sich wesentlich gebessert hätten. Am Sainstag fand im Wiener Handelsministerium eine neuerliche Einvernehmung der industriellen Experten statt, und die Zoll- und Handels-Konferenz setzte ihre Beratung im Auswärtigen Amte fort. Die Sitzungen der Konferenz sollen spätestens Donnerstag beendet werden und die österreichisch-ungarischen Unterhändler würden sich sodann schon am 31. Oktober nach Berlin begeben, wo voraussichtlich die Sitzung stattfinden wird. — Staatsminister Gevekot ist zur weiteren Verhandlung in der Lippeschen Angelegenheit wieder hier eingetroffen. Es ist zutreffend, daß der Bundesrat nicht selbst über die Thronfolgeftage entscheidet, sondern das Votum eines Gerichts herbeiführen wird. Unter den streitenden Parteien ist eine Verständigung über einen modus procedendi noch nicht erzielt worden. — Die Richter feiern in jedem Jahre von alterSher Kaisers Geburtstag durch ein gemeinsames Festmahl. Ehedem nahm daran teil, wer dazu Lust hatte; jetzt wird der ,Voff. Ztg." berichtet, daß bei einem Gerichtshof die Liste zur Einzeichnung der Anmeldung henimgegangen sei und daß sie an diejenigen Richter, die die Anmeldung zum Festmahl unterließen, mit der Aufforderung zur schriftlichen Angabe des Behinderungs gründ es zurückkehrte. Der eine oder andere Richter ließ sich herbei, den Grund mitzuteilen. Siner der ältesten Räte aber, der sich dazu nicht gemüßigt sah, schrieb die Gegenfrage hinein, auf welche Gesetzesstelle sich das Verlangen nach Angabe deS Grundes stütze. — Der „Rhein.-Westf. Ztg." wird von „diplomatischer Seite" geschrieben, daß der 3. Band von Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen" wahrscheinlich in Eng land unterSchtoßundRiegel liege, jedenfalls aber nicht zu Lebzeiten des jetzige-! Kaisers erscheinen werde. Wir haben allen Grund anzunehmen, daß das eine bloße Vermutung sei. Richtig ist, wie wir schon einmal sagten, daß Fürst Herbert Bismarck Bestimmungen über diesen 3. Band getroffen hat. Neber den Inhalt dieser Bestimmungen dürste aber außer den allernächsten, unmittelbar beteiligten Kreisen kaum jemand etwas wissen, und diese Kreise werden vermutlich nichts durch- sickern lassen. Mit einem baldigen Erscheinen des 3. Bandes wird allerdings nicht gerechnet werden können, da Fürst Bismarck mit seinen Bestimmungen über die Zeit des Erscheinens gewisse unerwünschte Nebenwirkungen ausschließen wollte. Eoburg, 24. Okt. Wie bestimmt verlautet, wird Großfürst Eyrill einige Zeit hier bleiben und sodann nach Italien reisen. Die Aerzte verordneten ihm wegen nervöser Beschwerden einen Aufenthalt im Süden. Nach'Weihnachten wird er sich, falls er bis dahin gänzlich hergestellt ist, nach Ostas^en einschiffen, um wieder aktiv am Krieg teilzunehmen. Alle Meldungen der internationalen Presse über eine Heirat mit seiner Gousine, der geschiedenen Großherzogin Viktoria Melitta, werden jetzt endlich autoritativ schon deshalb für falsch erklärt, weil, wie wörtlich gesagt wird, nach russischem Ritus ein Vetter zur Cousine in demselben Verhältnis wie Bruder und Schwester steht. Per Krieg zwischen Japan nnd Wußsand. Dom Kriegsschauplätze. Loudon, 24. Okt. Der Korrespondent des Reuterschen Bureaus bei der Abteilung detz Generals Ofu meldet: Die Japaner fanden neun von den Russen im Stiche gelassene Geschütze, über deren Zustand nichts gemeldet wird. Die beiden feindlichen Armeen verhalten sich jetzt ab- martenb. Kleinere Vorpostengefechte und Artilleriekämpfe 'iuden beständig statt. Eine große Schlacht wird südlich des Huu-Flusses erwartet, wo, wie ich höre, Feldbefestigungen errichtet werden. Japanische Verstärkungen treffen in großer Zahl ein. London, 24. Oft. Der Korrespondent des Renterschcn Bureaus bei der ruffischen mittleren Armee meldet von heute: Die Russen überschritten am Freitag wieder den Schaho und führen jetzt eine Bewegung in der Richtung auf die japanischen Stellungen auS. Sie errichten Ver- chanzungen in dem Maße, wie sie vordringen. Auch die Japaner sind, wie wahrzunehmen ist, lebhaft mit dem Auf- wcrsen von Verschanzungen beschäftigt. Petersburg, 24. Oft. General Ssacharo.w meldet dem Generalstab vom 23. Oftober: In der Nacht zum 23. Oktober fand vor unserer Stellung auf dem Putilow- Hügel ein Scharmützel statt. Der Feind beunruhigte die Arbeiter, welche Befestigungen anlegten. In derselben Nacht führten unsere Freiwilligen eine Rekognoszierung südwärts vom Torfe Sahepu auS und erregten unter den Japanern im Dorfe Kudiafa Aufregung. Die Freiwilligen erbeuteten japanische Gewehre undA uSrü st nngSgegen stände. Unsere Verluste sind bedeutend. Eine nächtliche Rekognoszierung, welche eine andere Freiwilligen-Abteilung längs der Eisenbahn unternahm, veranlaßte die Japaner, das Aufwerfen von Schanzen einzustellen. Heute beschoß der Gegner am Tage durch Artilleriefeuer unser Zentrmn. Petersburg, 24. Oft. General Ssacharow meldet dem Generalstab vorn 24. Oktober: Berichte über Kämpfe in der Nacht zum 24. Oktober sind nicht eingegaugen. Tie auf den Stellungen beim Putilowhügel gefallenen Japaner ind nunmehr alle unter Erweisung militärischer Ehren begraben worden. Im ganzen wurden 1500 japanische Leichen beerdigt. Eine große Zahl von gefallenen Japanern liegt noch vor den Stellungen unserer Truppen. Tokio, 24. Okt. Marschall Oyama berichtet, daß nach nunmehriger Feststellung die Zahl der in den letzten Kämpfen gefangen genommenen Russen 709 beträgt. Von 1 3 3 3 3 tot ausgesundenen Russen entfallen 5200 auf den rechten, 5603 auf den linken Flügel und 2530 auf die mittlere Abteilung. London, 24. Oft. Ter englische Kriegskorrespondent, welcher die russische westliche Armee begleitet, bericlüet aus Mulden, daß die japanischen Gefangenen mit großer Güte be Hand c 11 werden. In den Spitälern bemerkte er gewöhnliche Soldaten in Abteilungen für Offiziere. Tas Sanitätskorps und die Mitglieder des „Roten Kreuzes" pflegen die Verwundeten mit Hingabe. Sie werden ebenfo schnell und gut verpflegt wie die Russen. Tie bewegliche Küche leistet gute Dienste. Sie wurde bis an die Feuerlinie heran geschoben, um die Mannschaften mit Lebensmitteln zu versehen. Petersburg, 24. Oft. Nach einer Meldung aus Mulden ist bei einem Gefecht am 21. d. M. der Kommandeur des 8. sibirischen Kosakenregiments, Oberst Pankow gefallen. General Samsonow befahl, ben Leichnam um jeden Preis in Sicherheit zu bringen. Fürst Wittgenstein erhielt Befehl, mit secl)s Kosaken die Ordre auszuführen. Tas Unternehmen gelang; doch wurden dabei ein Kosak und drei Pferde getötet. Port Arthur. Paris, 24. Okt. Es verlautet (!), daß ein russisches Pan zerschiff und ein Kreu zer beim Verlassen des' Häsens von Port Arthur gesunken feien, die übrigen Schiffe sollen bereits außer Schußweite des sie verfolgenden japanischen Geschwaders sein. Tie Meldung ist bisher von keiner anderen Seite bestätigt. Da8 baltische Geschwader. Cherbourg, 24. Oft. lHavas.) Von den hier vor Anker liegenden russischen Schiffen ist niemand außer einer Drief- ordonnanz an Land gegangen. Tie russischen Torpedoboote sind mit Apvaroten für drahtlose Telegraphie ausgerüstet. Ter ?ld- miral befahl ihnen in vergangener Nacht an, ihre Wachsamkeit zu verdoppeln, da er die Anwesenheit japanischer Schiffe im Kanal befürchte. London, 24. Okt. (Reuter.) Ter in Southampton ange- konrmene Dampfer „Bitterne" berichtet, er habe am Sonntag vier russische Kriegsschiffe fünf Seemeilen südöstlich von Brighton liegen sehen, wo sie von zwei Kohlendampfern in ihren Booten Kohlen nehmen. Portsmouth, 24. Oft. Bon Dampfern, die hier elu- gttroffen sind, wird berichtet, man habe heute vier russischie Panzerschiffe und vier Torpcdoboote gesehen, die in der Richtung nach Cherbourg fuhren. Ein Panzerschiff fdzien manöver- listen für die Stadtverordnetenwahl präsentierten. Dazu traten dann noch die Vorschläge verschiedener Jntereffentengruppen. Es ist klar, daß unter diesen Nmstanden der Ausfall der Wahlen gar leicht aller Berechnung entzogen und reinen Zu- alligkeiten in die Hände gespielt werden kann. Bei einem recht großen Teil der Wähler ist nun die Neberzeugung vertreten, daß innerhalb der städtischen Körperschaften die politischen Gesichtspunkte gegenüber den wirtschaftlichen und ozialen in den Hintergrund treten muffen. Ohne dabei die Vorschläge jener Parteivorstände direkt von der Hand zu weisen, glaubt die Kommission, die am Freitag den 21. d. M. von der ersten Wählerversamtnlung im Gasthaus zum Löwen eingesetzt wurde, den Teil der Bürgerschaft, der in Gemeindeangelegenheiten nicht in erster Linie politisch denkt, auffordern zu sollen, gerade vom wirtschaftlichen und sozialen Standpunkte aus sehr sorgfältig an die Prüfung der Kandidatenlisten heranzutreten. Im allgemeinen Interesse liegt es, daß nicht spezifisch nationalliberale, freisinnige oder sozialdemo- l'ratische Stadtverordnete gewählt werden, sondern Leute, die mit dem nötigen sozialen Pflichtbewusstsein und sozialer Wärme die Gemeindeangelegenheiten zu erwägen versprechen. Daß diese Leute naturgemäß in allen politischen Parteien zu finden ind, liegt auf der Hand. Sache der Bürgerschaft ist es, sie, unbeeinflusst von parteipolitischen Interessen, die den inneren Angelegenheiten der Stadt vollkommen fern liegen, nach bestem Wissen und Gewissen auszusuchen. Die Kommission hat daher an die verschiedensten Vereine und Bürgergruppen die Einladlnig ergehen lassen, zu einer orientierenden Vorbe- prechung Vertreter zu senden. 9(uf Grund dieser Besprechung gedenkt sie dann der Wählerschaft geeignete Vorschläge unterbreiten zu können. ** Schu Istr a fcn. Gemäß einer Verordnung des Schulministeriums haben die Destimmungen bezüglich der Schulstrafen eine Aendernng erfahren, indem als Strafen nur noch ^Verweis und Arrest, letzterer bis zu einer Dauer von 12 Stunden, über unbotmäßige Schüler verhängt werden )ürfen. Die körperliche Züchtigung kommt in Wegfall. Ans Kur Hessen, 23. Oft. Zum ehrenden Gedächtnis des großen Hessenfürsten Landgrafen Philipp deS Großmütigen, deffen 400. Geburtstag am 13. November d. IS. gefeiert werden wird, soll eine wohltätige Stiftung mit dem Namen „Philipp-Stiftung" gegründet werden, die bestimmt sein wird zur Errichtung eines Heims für Tuberkulose und Kreb skrankc. Die Bausumme ist auf 120 000 Mk. veranschlagt. 81 500 Mk. sind bereits gesammelt, die Errichtung des Heims kann also als gesichert gelten. Zu Gunsten dieser Stiftung wird nun am Sonntag, 13. November in den Kirchen des Konsistorialbezirks Kassel eine Kirchenkollekte erhoben werden, wozu das Konsistorium m Kaffel seine Genehmigung erteilt hat. Kleine Mitteilungen aits Hessen uno den Nachbarstaaten. In Forchheim wurde nach kurzem Wortwechsel der 24jährige Fabrikarbeiter Schürr von dem Schutzmann Josef Beckert erstochen. Der Mörder wurde verhaftet. — Die Polizei verhaftete in Frankfurt ben Gastwirt Christian Nagel, aus Lilsfeld gebürtig, unter de m Verdacht des Mädchenhandels. Er suchte in auswärtigen Zeitungen Kellnerinnen und vertrieb die Mädchen bann nach Holland. — Dem Hauptlehrer Storch in Butzbach wurden am Samstag anläßlich seiner 25jährigen Wirksamkeit mannigfache (Sljrungen zu teil. Abends brachte ihm ber Männer-Gesangverein „Orpheus", dessen Präsident er ist, ein Ständchen. — Der im dritten Stock des Hauses Hammelsgasse 9 in Frankfurt wohnende Badeanstaltsbesitzer Louis Daiinhof war am Samstag mit seiner Familie als Zeuge vor das Schwurgericht geladen. Als man vom Gericht heimkam, fand man, daß sich Einbrecher die Gelegenheit zu Nutze gemacht hatten. Sämtliche Kisten und Kasten tuaren erbrochen. Etwa 600 Mk. an Geld fehlte. Der Täter ist unerkannt entkommen. — Bei dem Uhrmacher Löwenstein in Spreud- Ausland. Wien, 24. Okt. Wie von unterrichteter Seite mit* geteilt wird, sind die Zollämter beauftragt worden, daß die Ausfuhr von Futtermitteln aus der Monarchie nach Deutschland antcr der Bedingung gestattet werde, daß die Futtermittel von in Deutschland nicht über 10 Kilometer von der Grenze entfernt wohnenden Landwirten für den eignen Gebrauch und zwar aus einer gleichfalls nicht mehr als 10 Kilometer von der Grenze befindlichen Stelle bezogen werden können. — Bei der Feier des Geburtstages Luegers im Rathause wurde dem Bürgermeister die Dr. Karl Lueger- Stiftung überreicht, zu welcher bisher 341 000 Kronen eingelaufen sind. Der Bürgermeister erklärte, er werde die Zinsen den Kleingewerbetreibenden und deren Arbeitern zu- wenden. — Heute wurde das Erkenntnis des Reichsgerichts aber die Beschwerde der Wiener Tschechen wegen verweigerter Errichtung von tschechischen Volks- schulen in Wien veröffentlicht. Das Erkenntnis lautet dahm, daß die angefochtene Entscheidung^ des Unterrichts- mmifteriumS, in welcher die Errichtung tschechischer Volksschulen in Wien zurückgewiesen wurde, zu Recht besteht und teuudei Verletzung der dem tschechischen Volksstamm oer- Täter sind noch nicht bekannt. — Bei der Stadtverordneren- wahl in Alzey haben von 1200 Stimmberechtigten 758 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Gewählt wurden die Kandidaten der „bürgerlichen Parteien", darunter drei Freisinnige und je ein Mitglied der Zentrums- und national- liberalen Partei. Die sozialdemokratischen Kandidaten blieben ehr in der Minderheit. * Kleine Tageschronik. In B erl in platzte in der Färberci von Soldin u. Sommerfeld eine Zentrifuge, -ter Maschinist erlitt einen Schädelbruch und starb kmz danach, nn Monteur trug einen Rippenbruch^von. ^zn Berlin stießen an brr Kreuzung brr Brunnen-, Invaliden- und Veteranenstrahe i’bet für ben Strafzenbahnverkchr fcbnneitßlten Ctellc Merlans) zwei StraKenbahnwagen zusammen. Trei Manner wurden verletzt. - In München mürben bei der Konditorn-GeschaftSmhaberM Bertlm Beichbuclmer 29 000 Kronen gefunden, welche von den von dem Bankdioner Jenner desraudiertcn Geldern hvrrühren, Tic Beichbuchner wurde verhastcü — Ter F drster Paul Saum- ftümtcr aus Garsch sLothrs ist im Walde bet Kechlmgen von Wilddieben durch zwei kniffe verwundet worden. Er hatte sich in Bealeittma eines Arbeiters in den Wald begeben, lveil man dor? feit längerer Zeit Wilddiebe vermutete. Als der Förster Johannes den Förster Baumstümler ablösen wollte, stießen beide auf Wilddiebe. B. rief sie an nnd in demselben Augenblick krachten ^wei Schüsse, durch die B. an einem Arrn und Bein verwundet wurde. Tie Wilddiebe find geflohen. — Aus Liebeskummer ließ sich in der Nacht der Grenadier Hilgert aus M a n n h e i m aus der Bahnlinie Waldhof-Wohlgelegen von einem Zuge überfahren. T'er Kops wurde ihm vollständig vom Rumpfe getrennt. — Tie Unterschlagungen de^ Ortskrankenkasfenrendanten Vogt in Wald bei Solingen belaufen sich auf rund 66 000 Marr. Tie Invaliden versicher^ing ist um 36 000, die Ortskranken käste um 30 000 Mark geschädigt worden. Ein Teil der Unterschlagungen wird durch die Kaution des' ungetreuen Beamten sowre tmrch Bermögensobjekte desselben gedeckt. — Tas Krn d eines Ackerers in T i 11 bei Kleve hatte in einem Augenblick des Alleinseins die ffischgefüllte Kassekanne vom Tisch genommen, an ben Mund gesetzt und barrnüv getrunken. Tie Folgen waren furchtbar, unter entsetzlichen Sannerzen ist das Kind an der _ Verbrühung der inneren Organe gestorben. — In Mülhetnr (Ruhr) wurde der Bergmann Leutig von dem Bergmann Schlüter durch einen Schrotschuß getötet. Schlüters^ Braut wurd^ erstochen und der Arbeiter Wiese tödlich verle^tz ttirt dieU zu bewirken, sollten Sprengungen mit Dynamit vor- genommen werden. Pefrh suchte um die Erlaubnis' dazu beim Bürgermeister nach, dieser wies ihn aber an das Kreisamt zu Alzey. Als er dort seinen vom Bezirksamt zu Rockenhausen (Badern) ausgestellten Erlaubnisschein zum Besitz von Dynamit (und dementsprechend zur Bornabme von Sprengungen) vorzeigte, wurde ihm bedeutet, daß zur Vanrahme von Sprengungen in Hessen ein besonderer Erlaubnisschein erforderlich sei; es wurde darüber ein besonderes Protokoll ausgenommen und dem Petry vom Kreisamtmann Tr. Löslein noch persönlich bedeutet, daß auch sür die Befugnis zum Besitz. von Dynamit eine besondere Erlaubnis eingeholt werden müsse. Tie dann von Knobloch nachgesuchte Erlaubnis zur Vornahme der Sprengung war bom Kreisamt nicht genehmigt worden, weil die Kultilrinspektion Mainz verschiedene Bedenken dagegen, das nur 15 Meter entfernt liegende Pumphaus' für die Gemeindewasserleitrmg usw. geltend machte. Trotz des ablehnenden Bescheides des Kreisamts gab nun Knobloch dem Petry den Auftrag, die Sprengungen auf seine Verantwortung hin vorzunehmen und dieser brachte dann ca. 2r/s Kilo Dynamit in Metallkapseln in seiner Tasche mit und vollzog die Sprengungen im Juni 1903, wobei, um die Aufmerksamkeit in der Rahe befindlicher Personen abzulenken, häufig auf leere Fässer geschlagen wurde. Tas Landgericht in Mainz hatte am 11. Februar d. I. beide Angeklagte freigesprochen. Tas Reichsgericht hob iedoch das Urteil auf und verwies die Sache zur anderweiten Verhandlung an das hiesige Landgericht. Tas Reichsgericht pflichtete der Annahme des Mainzer Landgerichts nicht bei, daß Petry des irrigen Glaubens gewesen sei, die.„zuständige Polizeibehörde" habe ihm die Erlaubnis zum Besitz des Dynamits erteilt und dieser Irrtum sei ein unverschuldeter gewesen. Auch sei beim Angeklagten Knobloch die rechtliche Möglichkeit einer Anstiftung zum Besitz von Sprengstoffen nicht zu bezweifeln. Tie heutige Verhandlung, in welcher Staatsanwalt Schudt die Anklage, Rechtsanwalt Löwensberg-Mainz die beiden Beklagten vertrat, dehnte sich bis zur sechsten Abendstunde^ aus. Ter Staatsanwalt hielt Petry des Vergehens gegen das Spvengstosfgesetz für schuldig und beantragte das geringste zulässige Strafmaß von drei Monaten Gefängnis, sowie Bestrafung des Knobloch wegen Anstiftung. Tas Gericht entschied nach eingehender Beratung gegen Petry dem Antrag des' Staatsanwalts gemäß, sprach jedoch Kirobloch frei, da die Momente für die Anstiftung nicht ausreichend erwiesen seien. Kandel und DerKeyr. Volkswirtschaft. Die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues. Vergangene Woche fand die Hauptversammlung des Bundes der Industriellen statt. Es kam auch die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues zur Sprache. Generalsekretär Dr. Wendlandt referiert über die Frage der Verstaatlichung. Airs seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß der Staat mit der Verstaatlichung des Bergbaues nur ein altes Regal zurücknimmt. Man dürfe die Bergwerke keineswegs mit anderem Privateigentum irr Verbindung bringen. Dr. Wendlandt hält die Bergbauverstaatlichung auch für eine gute Steuerreform und schließlich wurde eine Resolution mit großer Mehrheit angenommen, in welchem gesagt wird, daß der Staat sich auf die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der privaten Kohlenunternehmungen Deutschlands durch Vermehrung seines Zechenbesitzes einen entscheidenden Einfluß sichert. w. Koblenz, 25. Okt. Gestern wurde hier ein Verband deutscher Mineralbrunnen gegründet. Der Zweck der Vereinigung ist der Schutz gemeinsamer "Interessen. Mehr als •/< aller Brunne n find bereits dem Verbände beigetreten. Märkte. Gießen, 25. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfg., 2 Stck. 15—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsenpr. Liter82 Pfg., Taubenpr.PaarO,80—0,90Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stiick 0,60—1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 58—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—6,50 Mk., Weißkraut per Stück 8—10 Pfg., per Zentner 4.00—4.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 4 bis 7 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 20—25 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis — Mk. Marktzeit 8-2 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 26. Oktober 1904: Aufheiternd, windig, kühler. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Meldunaen. Düsseldorf, 25. Okt. Eine weitere Kreise interessierende Entscheidung fällte bas hiesige Schiedsgericht für Arbeiterversicherung. Der 19jührige With. F. aus Krefeld erlitt im Dienste eines Landwirts einen Betriebsunfall, der am 3. Mai seinen Tod herbeiführte. Bon feiten der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wurde dem Vater des Verstorbenen ein Sterbegeld von 50 Mk. übermittelt, dessen Anspruch auf eine Rente dagegen abgelehnt, weil der Verstorbene den Lebmsunter- halt seines Vaters nicht überwiegend bestritten habe. Tie Berufung gegen diesen Entscheid wurde vom Schiedsgericht mit der Begründung abgelehnt, d-aß der Verstorbene zwar erheblich zum Unterhalt von Eltern und Geschwistern beigetragen, nach dem Gesetze aber die Genossenschaft zur Rentenzahlung nicht verpflichtet sei, da der Verstorbene die ganze Familie nicht überwiegend ernährt habe. Essen, 25. Okt. In dem Hilbischschen Warenhaus in Steele brach in der vergangenen Nacht Feuer aus, dus großen Umfang annahm. Zwei Verkäuferinnen sprangen aus den Fenstern herab und wurden tödlich verletzt. Essen (Ruhr), 25. Okt. Auf der Kruppschen Zeche Sälzer und N e u a ck ereignete sich gestern abend in der elften Stunde ein größeres Grubenunglück. LIBergleute wurden beim Einfahren in den Schacht durch zu festes Aussetzen des Förderkorbes verletzt, darunter 11 schwer. Barmen, 25. Okt. lieber zwei neue Attentate aufSchnellzügen berichtet die „Barm. Ztg." Ms gestern abend der 9.28 Uhr hier eintteffende Schnellzug Berlin- Aachen den Einschnitt am Nützenberg passierte, wurden mehrere Steine nach ihm geworfen. Ein faustdicker Stein flog, eine Fensterscheibe zertrümmernd, in ein Kupee zweiter Klasse. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Ein Elberfelder Herr, der gerade am Fenster saß, wurde von den Glassplittern förmlich üb'ersät. Als der 12.14 Uhr hier ankommende Schnellzug Köln-Hagen dieselbe Stelle passierte, wurde ebenfalls ein Stein nach 'ihm geworfen, der in ein Kupee dritter Klasse flog, aber auch niemand verletzte. Ausfallend ist, dgß immer nur auf Schnellzüge geworfen wird. Tie Eisenbahndirektion hat bekanntlich auf die Ermittelung des Attentäters eine Belohnung gesetzt. Paris, 25. Okt. Ein Privattelegramm aus Petersburg teilt mit, im russischen Kriegsministerium hoffe man, daß die Nachricht von der Beschießung der englischen Schisferboote falsch sei und daß es sich schlimmstenfalls um eine Kollision der Kriegsschiffe mit den Fischerbooten handle. Admiral Roschdjestwensky hätte sonst gewiß eine Nachricht gescjndt. Paris, 25. Okt. Tas Kommando des russischen 9. Korps,- dessen Mobilisierung am weitesten vorgeschritten ist, wurde wegen Erkrankung des Generals Torponin dem General Rjes ey, bisher Kommandeur der 21. Jnfanterie- Tivision, übergeben. Llm Sonntag verläßt Großfürst Boris und zahlreiche andere Offiziere, die bei der Organisation der Armee Gripenberg Mitwirken sollen, Petersburg. Gleich- zeittg gehen die ersten von den 40 Kruppschen 75 Millimeter- Gebirgs-Geschütz-Batterien ab. i Eherbourg, 25. Okt. Sämtliche hier ei tt getroffen en ruffischen Torped offo ote und die beiden TranZtzorH schisse sind wieder in See gegangen. Budapest, 25. Okt. Bet einem zwischen den DbgH. Kard Varadz und Theodor Molfner wegen eines! Zwischenfalles im Abgeordnetenhause hervorgerufeineN! Duells wurde ersterer im Gesicht erheblich verletzt. ' Die Affäre von Kult. London, 25. Okt. Nach Aussage eines beteiligten! Fischers wurden 200 bis 300 Schüsse von den Russen abgegeben. Tie Fischer versichern, daß die Russen die Scheinwerfer aus die Boote drehten, um sich des Zieles zu vergewissern, was auf eine gewisse Absichtlichkeit hindeutet. — Aus Gibraltar wird deveschiert, baff das britische Kanalgeschwader dort eingefroren ist. Aus Portsmouth wird gemeldet, die Admiralität hat noch keine Befehle mit bezug auf den Zwischenfall in der Nordsee erlassen, doch liegt ein starkes Geschwader von Aren- r.ern zur Abfahrt binnen wenigen Sttlnden bereit.' Die Blätter gratulieren Rußland höhnisch zu seinem „erfteni Siege", und verlangen, daß selbst, wenn es volle Genug-, tuung gebe, die Ostseeflotte von britischen Schiffen bewacht werden solle. — In Hüll wurde die Leichenschau eröffnet. Der Präsident des Totenschaugerichts erklärte, die russische Botschaft in London habe gebeten, die beiden) Leichen nicht zu beerdigen, bis sie der Botschastsarzt untersucht habe. Paris, 25. Okt. „Petit Journal" berichtet aus Peters* bürg: Gerüchtweise verlautet, daß die englische Note dort ein getroffen sei. Sie sei in sehr energischem! Tone abgefaß^. Die russischen Blätter berichten nur boit einem Unfall infolge eine's« Zusammenstoßes. 3V2°/o Reiohsanloihe . . 101.30 3% do. ... 89.10 3V,o/g Konflols .... 101.30 3% do......89.15 3 */o% Hessen .... 99.85 37,% Oberhessen * , . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.85 41z6% Oesterr. Silberrento 100 20 4% Un° Prim yfliiiiciiiiiorf Weinstube Seibel Ludwtgöplatz. 8077 Lollar, den 25. Oktober 1904. 8111 MW Danksagung Familie Schön. Ä Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Tochter und Schwester, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagt auf diesem Wege innigsten Dank Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei Är Beerdigung unseres unvergeßlichen Gatten und Vaters August Friedrich Zöllner Königl. Stations-Vorsteher sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden sagen wir innigsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Anna Marie Köttner. Gustav Köttner. Paul Köttner. Staufenberg, den 24. 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