Nr. 199 Erscheint tÜglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Giehener KamMenblätter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der -hejstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitätsdruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.L. Tel. Nr. 6L Telegr^-Adr. r Anzeiger Gießen. Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 25. August 1904 Giehener Anzeiger General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Pie Haufe des rufstfchen Thronfolgers. Petersburg, 24. Aug. Heute vormittag wurde in der Peterbofer PalaiSkirche die Taufe des Thronfolgers vollzogen. Der kaiserliche Konvoi wurde mit einer achtspännigen Staatskarosse unter Vorritt von Husaren und Kosaken auS Alexandria nach dem Großen Palais gebracht. An dem Zuge in die Palaiskirche nahmen teil: der Kaiser, die Kaiserin-Mutter, die Königin der Hellenen, die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, Prinz Heinrich von Preußen, der Prinz von Battenberg und die Mitglieder des kaiserlichen Hauses. Nachdem der Metropolit dem Täufling das Abendmahl gereicht hatte, legte der Zar ihm den AndreaSorden an. Glockengeläute und ein Salut von 301 Schüssen kündigten in Peterhof wie in beiden Residenzen die vollzogene Taufe an. Während der Thronfolger in feierlichem Zuge nach Alexandria zurückgebracht wurde, nahmen die Majestäten die Glückwünsche des vollzählig erschienenen diplomatischen KorpS, des Hofes und der Würdenträger entgegen. Den Anwesenden wurde ein Frühstück serviert. Peterhof und die Residenz hatten Festschmuck angelegt. Heute abend sand Illumination statt. Daß vom Prinzen Heinrich überreichte Geschenk des deutschen Kaisers besteht in einem Pokal, der aus massivem Golde getrieben und in romanischem Stile gehalten ist. DaS kostbare Geschenk wurde in einer Hofkarosse an seinen Bestimmungsort gebracht. Durch kaiserliches Handschreiben wurde u. a. verliehen: der Alexander Newski-Orden dem Justizminister Muraw jcw und dem Ackerbauminister Je rmolow; die Brillanten dieses Ordens dem Minister des Aeußern Grafen Lamsdorss, dem Generaladjutanten Richter, dem Grafen Woronzow- Daschkow. Ferner wurde der weiße Adlerorden dem Präsidenten des Ministerkomitees v. Witte verliehen. Em Tagesbefehl des Zaren ordnet an, auf gesetzgeberischem Wege den finländischen Militärbezirk auf- zuh eben und dem Petersburger einzuverleiben. Für die Armee und die Flotte sind auf der Grundlage des heutigen Manifestes besondere Gnadenerlasse erfolgt, ♦ DaS gestern bereits in unserem Depeschenteil mitgeteilte Gnadenmanifest deS Zaren wird von den meisten Blättern in anerkennender Weise besprochen. Die „Voss. Ztg." meint, die Kundgebung werde manche Träne trocknen und manches Gute stiften, wenngleich die politischen Amnestierungen kaum als ein Schritt zur Versöhnung betrachtet werden könnten, da bedingungslose Begnadigungen politischer Verbrecher nicht erfolgt seien. Andrerseits liege in der Aufhebung der Prügelstrafe ein entschiedener sittlicher Fortschritt. Die „Nationalztg.^ findet in dem Manifest eine wahrhaft fürstliche Liberalität, vermißt aber einen Hinweis, und habe er nur die Bedeutung eines Hoffnungsschimmers, in der Richtung der Einführung des parlamentarischen RegierungSsystemS in Rußland. In der Tat hegten nicht wenige gebildete Russen entsprechende Erwartungen, da gerade jetzt das Volk in und für Ostasien die schwersten Opfer bringt. Doch die Hoffnung hat fich nicht erfüllt und dürfte deshalb auf absehbare Zeit hin unerfüllt bleiben. Das Gnadenmanifest des Zaren ist danach nur eine Abschlagszahlung aus tiefergreifende Reformen. * AuS Anlaß der Taufe deS Großfürsten Thronfolgers son Rußland fand gestern in Berlin in der Kapelle der russischen Botschaft, aus welcher die weiß-blau-rote Nationalflagge wehte, feierlicher Gottesdienst statt. Dom Kererokrieg. Zu den letzten Kämpfen in Südwestafrika gibt die „Nordd. Mg. Ztg." eine längere Erläuterung. Leider beschränkt sich das offiziöse Blatt auf eine Reihe von topographischen Angaben, während es sich über das, was zurzeit von allerwesentlichstem Interesse ist, ausschweigt; über die Aussichten für den weiteren Verlaus der Aktion gegen die Herero sagt die „Norddeutsche" kein Sterbenswörtchen. Sie schreibt: „In der letzten Meldung des Generalleutnants v. Trotha erscheint für das Verständnis der gegenwärtigen Lage auf dem Kriegsschauplätze die Angabe von besonderer Bedeutung, daß die Herero sich mit starken Teilen auf der Linie Omeihei-Okahitua- Okosongo (? Okosongoho?) nach Südosten auf Otjekongo und Otiimajo in Rückzug befinden. Es ergibt sich daraus, daß die geschlagenen Aufständischen, die nach der Meldung vom 15. d. M. panikartig „hauptsäMich in östlicher Richtung" flüchteten, es aufgegeben haben, ihre Rettung in dieser Richtung zu suchen, die sie, wie die .Kriegskarte lehrt, in das Sandfeld (Omaheke) geführt hätte, sondern sich in der Richtung zurückziehen, aus der sie vor ihrer Konzentrierung bei Waterberg gekommen sind, in dre an Buschwald reichen, toupierten Landstriche nordöstlich von Owikokorero. Die genannten drei Orte Omeihei-Okahitua- Okvsongoho liegen südöstlich von Waterberg, auf eine Strecke von 30 Kilometern verteilt, am Flußbett deS Omuramba-u-Oma- tako. Otjomaso, das als eines der Ziele der flüchtenden Banden bezeickmet wird, siegt fiwöftlich über Okofondusu hinaus halbwegS zwischen, dem Omuramba und dem Eiseb, Otjekango aber mehr südlich in der Richtung Okosondusu-OtjAsondu-Owikokorero. Bei Otfekango hat bereits vor einigen Tagen Oberleutnant v. Winkler feindlichen Banden eine verlustreiche Schlappe bereitet. Er war bekanntlich bei seinem Zug durch das Epukiro- und Eisebgebstt ^nbe Juni unerwartet bei Otjvsvndu mit der gegen Okuscmdusu vormarschierend.il ylbteilung v. d. Hevde zusammengetroffen und batte, wie es scheint, jetzt den Auftrag, Pie dort befindlichen Etappen- und Krankenstationen zu decken. Sanins Maharero soll fick» unter dm gegen Otjekango zurückgel-enden Banden befinden, währens die aus der Gegend von (WofaibtS stammenden Tetjo- Leute bofa'n ihren Riickzim nehmen. Diesen den Weg abzuschneiden, scheint nur? die Ausgabe der 5. Kompagm'e des 2. Regiments unter Hauptmann v. Heydedreck zu sein, nun dem die gestrige Meldung sagt, er habe die Aufgabe, ein Ausweichen des Gegner- aus Epukiro im Osten zu verhindern. UebrigenS sei daran erinnert, daß eine Meldung vom 27. Juni besagte, Epukiro, Gobabis und Rietfontein seien diesseits noch besetzt. Bekanntlich haben Hererobanden auch versucht, nordöstlich, den Omuramba-u-Omatako abwärts, zu entkommen, sind aber am 15. d. M. von Major v. Estorfs, der von Norden her vorging, mit großen Verlusten geschlagen worden. Ob Major v. Estorfs von Ombujo-Natanga aus, das nur etwa 10 Kilometer nordöstlich von dem oben genannten Omeihei liegt, im Flußtal aufwärts marschiert oder sich an der Verfolgung des Feindes nach Südosten beteiligt, ist aus der Meldung nicht ersichtlich. Generalleutnant v. Trotha, der mit den Abteilungen Mühlenfels und Deimling die Herero von Hamakari ostwärts bis Omut- jatjewa (westlich bom Omuramba) verfolgt hatte, dann aber durch Mangel an Weide und Wasser verhindert war, weiter vorwärts zu gehen, hat inzwischen diese Teile seines Korps südwärts dirigiert, um ein Eindringen der Herero in den Westen zu verhindern. Major v. Mühlenfels, der am 19. d. M. den Herero bei dem Dley (Wasserbecken) Erindi-Endeka, nördlich von Okosongoho am Omuramba, eine Schlappe beigebracht hat, ist südwärts narfp Orutjiwa marschiert. Weiter westwärts, auf dem Wege, den General v. Trotha seinerzeit nordwärts zog, geht die eine Kolonne des Obersten Deimling südwärts. Ihr gehört ersichtlich die Kompagnie Franke an, denn aus Privatmeldungen ist zu entnehmen, daß Hauptmann Franke sich am 20. d. M. bei Okawitumbika, etwas südlich vom Omuramba, befand. Er bat auf dem Marsche einige Herero gefangen, welche aussagten, daß die Banden, mit denen der Kampf am 11. d. M. bei Hamakari stattfand. die Leute des Mambo getvesen feien, eines Häuptlings, desfen Sitz am weißen Nofob, also östlich von Windhuk, lag. Auf diesem Wege ist wohl auch General v. Trotha marschiert, dessen Hauptquartier am 21. d. M. in Otjire war. Die andere Kolonne Deimling ist noch eine Strecke am Omuramba aufwärts vorgerückt, um über Otjikurume den Marsch nach Owikokorero zu machen." Wenn wirklich die Flrlcht panikartig gewesen ist, wie kommt es dann, daß „starke Teile" der Herero zusammenbleiben konnten? Wie kommt es, daß die „starken Teile" des Feindes ihre Viehherden mitnehmen konnten? Im Gefecht am Omuramba am 15. d. M. sind, wie das „Mil.-Wochenbl." meldet, der Oberleutnant Bischoff, früher im Jnf.-Regt. 132, uni) der Leutnant Hans d. M e 1 e n, früher im Jnf.-Regt. 15, beide jetzt im 1. Fetdregiment der Schütztruppe, verwundet worden. In demselben Gefecht sind fünfMann gek- fallen und fünf Mann verwundet worden, deren Namen noch nicht mitgemeldet sind. Es fielen ferner im Gefecht bei O m a t u p a am 15. August: Unteroffizier Oskar Schöder aus Lähn (Kreis Lieg- nitz), früher beim 2. Garde-Dragoner-Megt.: Reiter Otto Handrock aus Naumburg a. d. S., früher Regt. Nr. 71; Reiter Hermann Kämmler, früher Drag.-Regt. Nr. 4; Gefreiter Wilhelm Mayer aus Jesse bei Spremberg, früher Regt. Nr. 12. Schwerverwundet: Oberleutnant Bischoff, früher Regt. Nr. 132, Schuß in den rechten Fuß; Unteroffizier Paul Kanitz, früher Dragoner-Regt. Nr. 2, Gesichtsschuß; Reiter Emil Worbs, früher Pionier- Bat. Nr. 5, Aüm- und Hüftschuß. Leichtverwund et: Leutnant Maien, früher Regt. Nr. 115, Streifschuß in der linken Hand; Unteroffizier Oswald Standow, früher Regt. Nr. 96, Streifschuß am Hals. Im Gefecht bei Ornat- jatjewa am 13. August: Schwerverwundet: Gefreiter Millers, früher Regt. Nr. 75, Schuß in den Kopf; Reiter Steindorf, früher Regt. Nr. 26, Schuß in die Schulter. Leichtverwundet: Reiter Christoph, früher Gren.- Regt. Nr. 1, Streifschuß: Reiter Kruber, früher Eisenbahn- Regt. Nr. 3, erschloß sich am 19. Juli in Epukiro infolge eines Anfalls augenblicklichier Gerstesstörung. Am 30. d. M. wird ein neuer Truppen trans- Port von 800 Mann nach Südwestafrika abgehen. Militävischerseits wird mit der Notwendigkeit gerechnet, die dienstfähigen Mannschaften etwa 2 Jahre in den Schutzgebieten zu belassen. ♦ W. T. B. verbreitet folgendes: Die Presse bemängelte, daß die Verlusttelegramme au§ dem Schutzgebiet nach dem Gefecht vom 11. August so lange auf sich warten ließen. Die Sache findet nun ihre Aufklanmg durch ein Telegramm des Generals v. Trotha, welcher meldet: Da der Feldtelegraph zerstört gewesen und der Heliograph durch Telegramme für Operationen überlastet war, ist die namentliche Verlustliste durch eine Offiziers- Patrouille nach Okahandja auf den Draht gebracht worden. Daher die Verzögerung. Politische Tagesschau. Minister Moller. "R. Berlin, 24. August. Der preußische Handelsminister Möller hatte ursprünglich die Absicht, gegen Ende August die Weltausstellung in St. Louis zu besuchen und eine Studienreise durch die Vereinigten Staaten anzuschließen. Ob diese Absicht noch besteht, ist fraglich. Zur Zeit weilt der Minister in Schlesien, vermutlich um sich über die der Oderschiffahrt entstandenen Schäden ein Urteil zu bilden. Im übrigen sind Herrn Müllerin der Angelegenheit der Hibernia-Verstaatlichung Schwierigkeiten erwachsen, die er in solchem Umfange offenbar nicht erwartet hatte, und die ihm kaum geraten erscheinen lassen dürsten, auf längere Zeit in8 Ausland zu gehen. Das Glück ist Herrn Möller als Minister nicht gerade hold. Der einzige unter seiner Aegide ausgearbeitete und nach Nöten groß und schwer endlich vorgelegte Gesetzentwurf, die Börsennovelle, ist der Vertagung anheim gefallen und wird, obwohl sehr bescheidene Aenderungen des Bestehenden darin vorgesehen sind, wahrscheinlich nur in abgeschmackter Form Gesetz werden. Den Börsen- und Handelskreisen kann Möller äugen- scheinlich nicht das Maß von AktionSfreiheit schaffen, das sie von seiner Berufung inS preußische Ministerium erhofft hatten. Die Börse kann warten und Möller auch. * Gelbe und schwarze Gefahr. Es ist wenig bekannt, mein das Schlagwort von der „gelben Gefahr"' seine Entstehung verdankt. $cr wirkliche Erfinder ist niemand anders, als Pobjedonoszew, der Prokurator des heiligen Svnods. Pobjedonoszew hat kürzlich in einem Geheimerlaß angewiesen, wie die Bedeutung des russisch.j apanischen Krieges den Schülern dargestellt werden wll. Aus diesem Schriftstück geht deutlich hervor, welche Dienste die „gelbe Gefahr" der militärisch-religiösen Fanatisierung des russischen Bürger- und Bauerntums leistet. Weit mehr aber als Rußland wird Großbritannien von der gelben Gefahr bedroht. Es hat bei seinem ungeheuren Handels- interesse in Ostasien mehr auf dem Spiele stehen, als irgend eine aridere zivilisierte Macht. China ist sein bedrohlichster Nachbar für Indien. Die Ausbreftung des Cbinesentums in Englands Kolonien macht auf alle Fälle die Cfnnesenfrage zu einer der ernstesten Fragen der Eingeborenenpolitik, mit denen es seit der Nebernahme Ostindiens von der Indischen Kompagnie und feit dem Zulukriege zu tun gehabt hat. England hat aber die Chinesen- frage immer viel kühler und mehr vom Standpunkte des praktischen Menschenverstandes behandelt, als es sonstwo geschehen ist. Es vlacht sich den gefährlichen Chinesen in umfassendster Weise für die Entwicklung seiner jüngeren Kolonien dienstbar. Alle Grubenleiter, alle Fabrikdirektoren, alle sonstigen Industriellen, die den Chinesen aus der Praxis der Arbeit kennen, sehen in ihm das beste Material für den Unterbau des weißen Arbeitsmarktes in allen den Kolonien, wo der Schwarze, oder der Misch- ling trotz Jahrhunderte dauernder Schulung, nicht zur gesitteten Dienstleistung im wirtschaftlichen Haushalt hat erzogen werden körmen. Den Chinesen als Handelsmann^ ungefährlich zu mach«, die Aufgabe, welche in den Vereinigten Staaten, als es Zeit war, versäumt worden ist, nehmen die Engländer in ihren Kolonien verhältuisniäßig frühzeitig in die Hand. Was daher in Rhodesien^ und dem Transvaal vorgeht, ist ein Paradeexperiment, das den' Kolonialpolitikern beweisen soll, „wozu der Chinese zu brauchen ist". Es ist zugleich ein Ultimatum an den Schwarzen. Dxshalb hatte der Präsident der britischen Antisklaverei-Gesellschaft recht, wenn er kürzlich behauptete, die Einführung von Kulis nach Durban bedeute den Anfang einer schwarzen, nicht einer gelben Gefahr. In englisckien Kolonialkreisen rechnet man durchaus mit der Möglichkeit, .daß in zwei bis drei Jahren die Schwarzenftage mit der Waffe in der Hand endgiltig geregelt werden müsse. Es fvill doch gewiß für ein englisches Empfinden viel sagen, wenn auf dem diesjährigen Antffllaverei-Kongreß der Aufruf zu gemeinsamer Wacht der Afrikamächte gegen die schwarze Gefahr erscholl. Vor beiläufig 50 Jahren ließ die Verfasserin von Onkel Toms Hütte einen gutmütigen Louisiana-Pflanzer sagen: „Wenn wir die Schwarzen um urrs haben wollen, so müssen wir uns eben mit ihren Lastern, ihrer Dieberei und ihrer Wildheit abfindem" Von der angli- kanisck>en Rasse ist diese Ansicht heute aufgegeben. In Amerika steht man noch ratlos vor der Frage, was tun? Die englische Politik spielt zunächst den chinesischen Kulturmenschen gegen den wild gebliebenen Schwarzen aus: in der Tasche aber ladet sie die Pistole, mit der sie ihn zwingen will, entweder zu feinem eigenen Heile zu arbeiten, .oder aber Raum für nützliche Arbeiter zu geben. Kirche und Schule. — Der 22. Dleutsche Proteftantentag vom 4. 5iS 7. Oktober in Berlin wirb eröffnet durch einen Fesk« gottesdienst in der Jerusale-ms^irche am 4. Oktober, Sei dem Pastor Dr. Mehlhorn-Leipzig die Festpredigt hält. Die Tagesordnung bietet drei öffentliche Hauptversammlungen: 5. Oktober, Gegenstand: „Die chflckstliche Lehre nach 'dem gegenwärtigen Stande der theologischen Wiffenschaft und ihre Vermittlung an die Genreinde". Berichterstatter: ,1. Prof. Dr. Dörner aus Königsberg ü Pr.; 2. Pfarrer Dr. Max Fischer-Berlin (St. Marcus) und 6. OLober, Gegenstand : „Nur durch die Ueberwindung deS Katholizismus beider Kirchen ist die wachsende Macht deS Atheismus zu brechen." Berichterstatter: 1. Pastor Dr. Sulze-Dresden; 2. Pfarrer Mayer-Kaiserslautern. Jv einer dritten Hauptversammlung am 7. Oktober wird über die Arbeit der Sektionen Bericht Erstattet. In Sektionssitzungen, die nicht öffentlich, aber jedem zugänglich sind, Warden folgende Gegenftärrde behandelt: 4. Oktober: 1. „Entspricht die Zusammensetzung der Synoden dem Ideal der Volkskirche^ Referent: Direktor Schrader, M. d. R. 2. „Das Stimmrecht der Frauen in der Kirche". Referentin: Frl. Martha Zietz-Eutin. 5. Oktober: 1. „DiS- kussionsabcnde". Referent: Hauptpastor D. Grimm-Hamburg. 2. „Protestantische Wege zur Jugendpflege". Referent: Pastor Classen-Hamburq. 5. Oktober: „Kirche und Sozialdemokratie". Referent noch ^mbestimmt. Am 5. Oktober werden vier Volksabende veranstaltet. Mit- glieder des Deutschen Protestantenvereins erhalten Fvei- quartiere. Ans Stadt and Land. Gießen, den 25. August 1904. ** Vom Manöver. Daß Infanterieregiment 168 ist am Montag per Baku in Großen-Btlseck eingetroffen, um bei Beuern und Reiskirchen scharf zu schießen. Montag und Dienstag war zugweise und kompagnieweise Schießen, gestern hatte das 1. Bataillon (Butzbach), heute das in Offenbach liegende 2. Bataillon Prüfungsschießen im Beisein deS Brigade- kommandeurS Generalmajors Grafen von Kanitz. Nächste Woche trifft daß Regiment Nr. 115 zum Scharfschießen in Großen-Buseck ein, alSdmm beginnt auch daS Brigadeexerzieren der 49. Jnsanteriebrigade bei Steinbach, Schiffcn- berg und Garbenteich. Die 168er bleiben hier im Caiaritcr, die 116er in ihren Kasernen, und die 115er beziehen in der Gegend von Steinbach, Watzenborn, Garbenteich und Hausen Quartier. Die Besichtigting der Brigade ist am 9. September. ' Iss land in Gießen. Der Verein für Tbcater- gesck)ichte in Berlin hat kürzlich des einst berühmten Schauspielers und Dramatikers Jffland Briefe, an seine Schwester Luise und andere Verwandte gerichtet, beran-gegeben. Stuf einer Gastspielreise im August 1783 hat Jffland auch Gießen passiert. Damals war noch kein Theater, geschtveige ein Theaterverein hier, den großen Mimen festluy zu «mpjangen, nnb Jffland hat nur über eine schlechte Nacht zu benchten, die er im Gießener Po st hau S verbracht hat. .Zu Gießen", heißt c8, „bin ich im Posthause, eS ift greulich lärmend, und ganz großstädtisch, was baS ^auS anbetrift*. Und ferner: „Dre Nacht auf den 29 len war tch m Gießen. Zwischen 8—9 war ich wohl auch unnihig, denn ba ijt vermischte». it im Sommer im ging dann in 10 uhr wieder Aer 16. KyilatclistkN-Tag. (Originalbericht des „Gieß. An-.") »o* Leipzig, 24. August. Zum 16. Philatclistentage waren die Briefmarkensammler und fcdnolcr aus Nord- und Süddeutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien, Rußland, .T-änemarf nsw. sehr zahlreich heroelgeem. selbst Argentinien, Transvaal und andere außereuropäische Staaten waren vertreten. Die Festbörsc am 19. und 20. August tnt Hotel Sac'-senhos war überaus stark besuckst, und große Summen Geldes sind in seltenen und schönen Briefmarken des Zn- und Auslandes angelegt und umgeietzt worden. Der allste Bundestag des Bundes deutscher und östrelchisa>er Philatilisten^Vci ine wurde am 20. August im Krystallpalaste vom ersten Vorsid-nden des Bunt.es, Herrn I. Unipseiwach- Frankfurt a. M eröffnet und geleitet. Ter Bericht oer Bundaö- (eitung, jber SiaHenb'-nci t, loie auch di- Berichte der verschieoenen Bundesüellen, Prun-.'gs,teile, Auskunftstelle, RectstSsüm pst eile I usw. ufw. lüucbcn von den Anwesenden mit grobem Beifall bc* | lohnt und dem Vorstände des Bundes Techache erteilt. Bet den Ernte. Darmstadt, 24. Aug. Se. Kgl. H. der Groß- h erzog empfing heute zum Vortrag den Finanzmimster Gnauth, den Geh. Staatsrat Krug v. Ntdda, den Präsidenten des Oberkonsistoriums D. Buchner, den OcdenSkanzler Oberst z. D. Frhrn. Röder v. DierSburg, den Geh. Kabi- netsrat Römheld, den Archivdirektor Dr. Frhrn. Schenk zu Schweinsberg, den Kabmetsbibliothekar Hauptmann a. D. Zobel, den Architekten Koch, Mitarbeiter der Vereinten Kunstgewerbler Darmstadt; ferner in besonderer Audienz den Kaiserlich russischen Ministerresidenten Fürsten Koudacheff. ' sd. Darmstadt, 24. Aug. Zu dem (gestern schon in Marburg. kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim wollte der 24 Jahre alte Schlosser Rosenbecker aus dem Stadthaus eine Fahnenstange anbringen. Dabei brach die Leiter, Rosenbecker stürzte, den oberen Teil der Leiter in den Händen, zwei Stockwerk tief in den Hof und erlitt einen doppelten Schädelbruch. Er erlag im Krankenhause seinen Verletzungen. — Kreisamtmann Werner ist von Lauterbach nach Friedberg versetzt. Zu seinem Weggänge wird in ß. am Samstag im „Saalbau zum Johannesberg" eine Abschiedsjeier stattsinden. — Vor drei Wochen sprang in Frankfurt der Chemiker Dr. Wolfram an der Hauptwache von der Trambahn ab. Jetzt ist er in der Irrenanstalt, wohin er verbracht werden mußte, einer Hirnlähmung erlegen. Der Verstorbene war Inhaber der chemischen Fabrik Emil Breseiuß m Rödelheim. Er stand erst im 54. Lebensjahre und war verheiratet. — In Lauterbach starb NegierungS-1 rat i. P. Wilhelm Traudt im Alter von 82 Jahren. — In Stangenrod stürzte Landwirt Georg Reichmann vom Ge« ! rüstr in die Tenne und starb nach wenigen Stunden. — In ! Heuchel heim wird ein neues Pfarrhaus erbaut, das alte ist abgerissen; der Neubau soll im Juli 1905 vollendet sein. __ In der Gemarkung Laubenheim verursachte die Hühnerjagd einen Unglücksfall, indem cm Schütze einem 19jährigen Mädchen aus Langenlonsheim, das in einem Weinberge beschäftigt war, mehrere Schrotkörner in die Nase schoß. ist ziemlich eingebracht. Die Erträge sind in jeder Hinsicht Sehr geringen GraLansatz haben zufriedenstellend. die Grummetwiesen und nur die Talwiesen liefern eine zweite Mainz, 24. Sing. Der Kaiser hat über die Leist- iingcn der Truppen au s dem „großen Sande" äußerst lobend geurteilt. U. a. kritisierte der Karser die Vorführung eines hiesigen Regiments mit den Worten: „Es konnte gar nid>t besser gemacht werden." In der all- gemeinen Kritik erging er jiu) in milttärijch saglichen Be- urerkungen, ohne Anspielungen auf Ost-asien oder öiibiucft- afrika. . -k- Mainz, 24. Aug. Seit heute i|l der Rhein hier einige Zentimeter gediegen. Trotz der nützlichen Wasser- Verhältnisse erfreuen sich die Rheindampser noch einer sehr lebhaften Frequenz. *f. Fl 0 nhei nt, 24. Aug. Die Landesversamm«- Ilung des Hess. Hauptoereins des evangeli- > che n Bundes i|i ijtntc erofsiiet toordeti. x>m Anschluß an einen Vorzug ves Oberlehrers Lampao aus oTieoberg stellt fern. mg. Großen-Linden, 24. Aug. Heute abend zwischen 6 und 7 Uhr ereignete sich hier eine schwere Gas- explosion. Arbeiter waren damit beschäftigt, Reparaturen an der Leitung vorzunehmen. Inzwischen hatte sieb der nahe an die Repararurarbeit grenzende Brunnen mir Gas gefüllt. Als nun die Arbeit fertig war, sollte mit einem Licht nachgesehen werden, ob alles in Ordnung fei Ta entstand die fürchterliche Katastrophe. Tas Gas in dem Brunnen explodierte, mit sich Brunnenbedeckung, Pumpendeckel, 'Ausflußrohr :c. haushoch in die Luft sprengend. DaS die Explosion für eine Gewalt hatte, läßt sich kaum vorstellen. Man denke, im nahe daran stehenden Dirtshause zum Schipkapaß schaukelte es wie in einer Wiege, Glaser fielen von den Tischen, Gaste und Hausergentümer wurden zu Boden geschleudert und eine altere Person und ein Lind von den herunrerscürzenden Ziegelsteinen jo verletzt, daß sie sofort ärztliche Hllfe in Anspruch nehmen mußten. DaS gußeiserne Ausflußrohr ist mehrere hundert Meter weit fortgeschleudert, der Deckel von dem Pumpen-' stock in einer weit davon liegenden Hofraite aufgesunden worden. DaS Unglück mahnt wieder zur größten Vorsicht. + Lollar, 25. Aug. (Drahtbericht.) Bei der gestrigen SemeinderatSwahl wurden gewählt: Generaldirektor Stein ecke mit 121, Karl Erdmann mit 109, Karl Schwalm mit 103 und Heinrich Schadeck VII. mit 75 Stimmen. Die Beteiligung war außerordentlich groß, etwa 80 Prozent der Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. g. Lrtenberg, 23. Aug. Bei dem gestern abend über unser Städtchen niedergehenden Gewitter traf ein Blitzstrahl unsere Kirche, glücklicherweise ohne zu zünden. Nur am Turm wurden einige Heine Beschädigungen wahrgenommen. ? Dom oberen Vogelsberg, 23. Aug. Die Ernte wurde folgende Resolution angenommen: 1 zie dsisiährige in o ton he im tiigcnoe neunte Landcsversamm-1 lung des ^Ltandpuuit ^erharren wird. Folgendes Telcgrnnun wurde an S. 3t H. den Großherzog gesandt: Gw. Konigl. Hoheit bringt die in Flonheim tagende neunte LandcSversammlung deS hZsisä-cn HauptvereinS des cv. Bundes ihren cbrcrbienoncn Giug dar. Im Hinblick auf die demnächst staUsindende 40^»jährige Geburtstagsfeier Philipps des Großmütigen eriimcrt sie sich dankbar alles besten, rvaS daS ev. Hcsfenvolk seinem Fürst verdankt. InSbe,on^re freut sie sich der Gabe, die längst unter der Fürsorge En>. Zfgl. Hoheit der cv. Landeskirche in dem evana. G e in e i n d e g e be t- buch dargcrciäit wurde, und wciß, datz erürit und Boll alle Zett in der Liebe ;um Evangelium verbunden sein werde^ den, 24. Aua. Lier ist, wie die „Frrf. gtg. 1 I den wegen eines sch-veren Lebcrleidens zur xur weilte. Sasanoto soll der Vater des Mörders d e s M i n i st c r s v. P l e h w e sein. Die Beerdigung »ourde aus Veranlassung des russischen Generalronsnlö verschoben. I Safonow war in seiner Jugend aus polnischen Gründen I verschickt worben und hatte dann die Erlaubnis erhalten, sich in Saratow niederzulassen. sj Marburg, 24. Aug. Unsere Universität ist wieder einmal von einem schweren Verlust betroffen worden. Gestern nachmittag würbe der auswärts weilende ordentliche Professor der Phllologie, Geh. Reg.-Rat Julius Bergmann totkpank rrach hier in Jcine Wohnung gebracht. Ein Schlaganfall hat ihn betroffen und plötzlich aufs Krankenlager geworfen. Heute nachmittag wurde der Gelehrte bereits durch den T o d erlöst. Ter Verblichene, einer der ältesten Professoren unserer Universität, wurde 1840 in Opherdecke in Westfalen geboren, studierte bann in Göt- tingen und Berlin, um 1872 in Königsberg Professor zu werden Von 1875 an wirkte er dann ununterbrochen hier reine Chaussee, böser, böser Weg, dicker Wald, es war Gewitter, 1 Meile von Gießen ist weder Dors nod) HmiS, die« alles mit der Gewißheit in unsichrer Gegend zu seyn ist hinlänglich den Reisenden zii ängsten . . ? Das PosthaiiS, m dem Iffland genächtigt hat, ist daS Gebäude Wa111hoi - st raße Nr. 24,' gegenwärtig im Besitze der Architekten Stein il Meyer. •* Die Prüfungsordnung für btc Abha11- ung von Prüfungen in der Landwirtschaft an der Großh. Landesuniversität wird in xJuT. 77 des Großh. Regierungsblattes veröffentlicht. X WirtschastSkonzession. In einem AuSichreiben an die untersteUten Behörden weist das Großh. 2)iimiteiunn auf die große Anzahl von Rekursen hin, die in Wlittchafts- konzesilonsgesuchen eingereicht werden und in welchen von den Gesuchstellern angegeben wird, sie hätten in Erwartung der Konzesiton ihr HauS zu WirtschaftSzwecken gebaut und feien durch die Abweisung nun schiver geschädigt. Es wird den Behörden empfohlen, vor endgültiger Entscheidung über cm derartiges Baugesuch, die ®c)ud)iteUcr vorerst zur Einleitung des Wirtschastskonzessionöversahrenü zu veranlagen ober in dem genehmigten Baugejuch ausdrücklich darauf hm-1 zuweisen, daß mit dieser Genehmigung eine Anwartschaft aus demnächsrige KonzeflionSetteilung nicht erlangt werde. •• Frühobst. Tie Krcisstraßenverwaltung ist zurz.it mü dem Pflücken des Frühobstes bischüfligt. Tie Aep,cl werden im Kreisamtsgebäube zu 1 2 M k. für d e n J e n t - n e r verlauft. Das Obst an den KreiSsttaßen hat ein imones Aussehen. Die Aepselernte wird besser als die gute Ernte vor zwei Jahren, von der der Kreis nahezu 10 000 loste. Der Sturm hat wenig Schaden attgerichtet, vielmehr wurde den Bäumen ihre Ucbcdaft etwas erleichtert. •• Fahrbeamten - Verein Gießen. Tie am 14. August neu geweihte Fahne wird auf Wunsch am Donnerstag, Freitag und Samstag im Schaufenster der Dlöbelfabrrk deS Herrn Reiber am Seltersweg auSge- • Berlin, 24. Aug. Der Rechtsanwalt und Notar am Landgericht 1, Berlin, Hermann von Holtzendorfs, Sohn des berühmten verstorbenen Juristen, hat gestern abend in einem Restaurant in Tegel sid) durch Gift daS Leben genommen. Der Grund für die Tat soll in einem langjährigen unheilbaren Leiden bestehen. Holtzendorfs, der seit 1887 in kinderloser Ehe verheiratet war, stand im Alter von Eraäiizungsnmhlen für bie ftatutenmäntg aussweidenden «or- üdiiMmitnticber wurden sämtliche Herren iviedergewahlt. Bei der Delegietten-Vorbefprecknurg waren ö.i ^reine mit en. 6000 Mitglieder vertreten. Abends war d Der 16. Plnlatelistentag nnirbc am 21. August im-»udx Ikinbleubditfc voni Vorsitzenden des OrlSansschnssis, H. ^chtvanen fefl eröffnet. Mehr als 200 Sammler und Händler waren an- ivdciib. Herr E. Willadt-Pforzheim spiacl> über Island ,,J,^tldi, Aufdrucke: Herr T-h. Haas-LeiP-igLber „die oronen Raritäten , Herr H. cschwamb.rger über „das rammeln ganzer Bogen und Vh’rr Ricb Seni-X:eipsig über „die Drudverfahren dei Herstellung bie Abhaltung des 17. Philateliilen- 47 Jahren. , , * Hannover, 24. Ang. Aus dem Kaliwerk Enne bet Gronau sand gestern abend gegen 6 Uhr, verursacht durch einen Sprengschuß, eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei 4 Bergleute getötet und 11 mehr oder minder schwer verletzt mürben. Zur Zeit des Unfalles befanden sich gemeldeten, Mordversuch und Selbstmord des 4.5 Jahre allen Fuhrmanns Michael Schmitt konnten wie folgendes feststellen: Seine Frau und Kinder sowie seine Pferde, mit denen er für Metzger das geschlachtete Vieh aus dem Schlachthaus in die Läden fuhr, behandelte er sehr rücksichtslos. Sch. ist von seiner erften Frau geschieden. Die jetzige Frau, die ihm beinahe zum Opfer gefallen wäre, stammt aus anständiger Familie in Babenhausen und ist einige Zähre jünger als er. Sie brachte ein Kind in die Ehe mtt. Sie wurde in der letzten Zeit von ihrem Manne immer schlechter behandelt, obschon sie durch ihr Derdingbureau hübschen Verdienst hatte und auch von jedermann das Zeugnis einer soliden, achtbaren Frau ausge- srellt erhält. Dor ca. 4 Wochen wurde sie von ihrem Mann! wieder geschlagen, sodaß sie die gemeinsame Wohnung verließ und Geschäft und Wohnung verlegte. Tie Kinder, deren aus der Zwecken Ehe noch fünf vorhanden sind, zogen mit, nur ein konfirmierter Sohn hals dem Vater in seinem Fuhrwerksbetrieb. Schon öfter hatte Sch. feine Frau in ihrer neuen Wohnung ausgesucht, um sie zur Rückkehr zu veranlassen, jedoch vergeblich, so auch gestern nachmittag **' . Er gin kam um V und heute ftckh unaesahr um 8 llhr. eine benachbarte Destillation und kam ______ in bie Wohnung seiner Frau. Jedenfalls hat er sie sofort mit dem Messer bedroht und ihr bann auf ihr Weigern, mriHugehen, einen Schnitt vom linken Ohr bis zur W : 11c tte 5 ftinn5 bis auf die Dackenknocherr, sowie cin :n Schnitt rund um die Daumenwurzel bei* v ■ caeft, so das, die Tjiadyc fr i(ag. Sic hat noch mehrere feinere Wunden an den H.ndcn urtb am Halse. tedentallS 20 Mann im Schacht. • Triest, 24. Äug. Das italienische Handelsschiff Gtu- seppe, das auf der F-ahrt von Montevideo nach Venedig begriffe» war, ist in Oer Nähe von Isola Grossa in einen Siroceo-Sturm geraten. Tas L-chifs wurde aus die Seite geworfen, das Steuer und der große Tia|t gebrochen, sodaß oaö Schiss sührungSlos unthertrreb. Es wurde jchließ-' lich von einem Dampfer in# Schlepptau genommen unb die Mannschaft gerettet • Bkuthen, 24. Aug. Gestern abend wurde der schwere Einbrecher Cherny, der auS dem Land- gerichtSgejängniS auSgebrochen war, von einem Wachtposten durch zwei Schüsse schwer verletzt. * München, 24. Aug. Zwei Münchener H och tau» Iriften, Bautcchntker Wolfs unb Chemiker Heyden, bie feit mehreren Tagen vermißt wurden, sind bei einer Tour auf den Schinder in der Nahe des Wckdbades Kreuth abgestürzt und im Schindertal als Leichen aufgesunden worden. o ♦ Augsburg, 24. Aug. Der heute morgen 8 Uhr von München nach hier abgegangene Schnellzug mußte infolge EntgleisenZ des Speisewa^rs auf offenen 3tvcde zwischen hier und der Station Dinkelscherben halten. Cb Personen verunglückt sind oder sonst Schulden angerichtet wurde, ist noch nicht bekanrck. • PariS, 24. Aug. lieber ganz Frankreich sind gestern heftige Hagel sturme niedergegangen, welche hauptsächlich m den Weinbergen der Departements Ardsche und Armagnac arge Venvüstungen angerichtet haben. Die Schloßen hatten stellenweise die Größe von Hühnereiern. • Easerta, 24. Aug. Em heftiger Orkan richtete m der Nacht vom 23. August im Gebiete der Gemeinde (Bioja Sanmtiea sehr schwere Verheerungen an. DaS Wasser riß eine Kohlenarbetterhütte fort, wobei drei junge "Mädchen ertranken. Man fürchtet, daß noch mehr Personen zu Schaden gekommen sind. * Das Kind i rn K äfig. Eine besondere Angelegenheit, bie geeignet m, alle Pädagogen der Welt in Harnisch zu brüten, I bcid)ättitit letzt, wie dem „B. T." aus Budapest geschrieben ivnb, I >ie uiigarischen Behörden. Ein ungariscl)er Beamter namens ^.erg, m der s)täbe der ungarischen Hauptstadt, erzrehZ feinen Sohn in einem K ä f i g. Dieser Käsig steht un Sommer tm Hose, im Winter im Zimmer; sein Boden ist mck Sand voll- aesireut, außerdem ist in dem Verließ auch euie Kinder bank an- ' gebracht, auf der der kleine Franz sich ausruhen kann, oo v envaS kann selbstverständlich kein Geheimnis bleiben; eS mürbe Jin der engeren und weiteren Naäjbarschast viel darüber gesprochen, bis ein Piann der Behörde Anzeige über den Vorfall erstattete. Sie Polizeibehörde erschien infolgedessen auch bei V.erni -orrg, bei bie Beamten zum Käfig führte, und folgendes erklärte ■ will meinen Sohn, der letzt drei Jahre alt ist, w dem Käsig er ziehen. Ich habe keine Leute, bie aus ben lebhafte n Jungen L g-bcn, mrd so ist er in dem Käfig »ot jeher 0 t geschützt. .Es kann ihm niemanb ci^n ^eid an tun, und bas Müib selbst kann auch nirgend ^ab cn t e n. Es kann nicht in bas Wasser sallem nicht unter bie Räder kommen, es kann die Blumen meines Gattens nicht abrerßen, sich nicht mit anderen Kindern herumichlagen, mit einem ^Lotte hier kann eS gesund und nwhlbehalttn grotz werden. Im Winter halte ich den Jungen auch im Käsig, weck er un Bimnier ohne ^lufsicht nicht bleiben darf. So lange mein ^oohiiim Käsig ist, kam er bie Möbel nicht ruinieren, bie Wände nicht besäMußcn, nidrt bie Tischtücher l-erunter-reitzen unb alles Mögliche zerbrechen., ZiWr& WJ ganz gut, .bekommt sein Essen regelmäßig wird täglich gebadet, und abends lvird er zu Bett getragen. Schließlich^vettvcchcte sich. der Vater .energisch dagegen, daß man sich in leine AngelegenlM Mische; seber^ solle vor feiner eigenen Tür fAbreu Er habe von Gottes unb Staats wegen das Recht, seinen Sohn so zu erziehen, Ivie er wolle. Der Oberstuhlrichter, der Ebes der Polizeibehörde hat denn auch nicht veranlassen können baß der Vater von seiner Käfigerzielmng Abstand nehme, zumal' bas Kind anscheinend gesund aussah. Außerdem konnte der Ridster keinen Paragraphen finden, der den Eltern verbietet, iljre Kinder eventuell in Käsigen zu halten. Die Protokolle sind indessen zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft gebracht worden. Auf Veranlassung .der obersten Behörde hat nun in diesen Tagen der Untersuchungsrichter mit den Gerichtsärzten Herrn Berg ver- I nominell und den kleinen Franz gründlich untersuchen lassen. Man l-at babei aber anscheinend garnichts Bedenlliches gefunden, denn der Richter ließ, den Jungen bei feinem Vater — in dem I Käfig. Jetzt gehen die Akten wieder an die Staatsanwaltscl^ast zurück, die nun ihrerseits die Aufgabe haben wird, nach dem Paragraphen zu suchen, der Herrn Berg die Benutzung eines Käfigs bei der Erziehung feiner Kinder untersagt. Berg, der seitens der Einwohner wegen seiner sonderbaren Erziehungs- metbode sehr viel verspottet wird, hofft dennoch, daß er Schule I machen und viele Nachahmer Hüben wird. In Ungarn dagegen I hofft man, bau die Behörde Herrn Berg aus feinen Geisteszustand untersuchen läßt. » *DieNiesenkorrespondeiiz eineSLehrerS. Em I Lehrer an einer Bürgerschule des Landkreises Göttingen, cm Junggeselle, hatte feinen Schulern die Aufgabe gestellt, Gc- I schästSliriefe aller Art, VerlobnngSanzeigen, Besckstoerden, aber I auch Todesanzeigen und dergleichen abzusassen, zu (ouöcrlicicn und an Verwandle und Nekannte zu adressieren. DaS geseha^ wollte er der Frau den Hal» abschneiden Die ctnmd ßrößerc unb stärkere Frau iuehrtc sich aber kräftig. Als Leute herb ei ciUeu, ging er in ein Mben-immer und die Frau eilte in das Nachbarhaus, wo ihr burd) den Frrfeur ^ajuc« bete der erste Verband angelegt wurde. Inzwischen hatte sich Schmitt den Hals mit einem großen fDtepgennej(cr biiraj- Idmitten. Als Leute in das Zimmer kamen, lag er röchelnd blutüberströmt im Sterben und war nach einigen Minuten tot. Die Leiche kam ins Leichenhaus. Tie Frau wurde nach dem Krank.nhause verbracht. Ihr Zufttuid ift unbe-..^...... . f denklich uiii) sie Dürfte in einigen Tagen ueniehumng-iahigbeichlossen. . . „ _ _ DaS Festiessen am Sonntag vereinigte eine stattliche Zahl Damen und Herren. Mit großer Freude wurde die Rede des Oberbürgermeisters von Leipzig ausgenommen. Am Montag folgten die Delegierten und die Leipziger Damen und Herren einer Einladung nach Halle. .Der Dienstag wurde zur Berichtigung der Sehenswürdigkeiten Leipzigs und der Lager- und GeichaftSraume der Firma Gebr. Senf benutzt. , Die Sektion Gießen des internationalen Phllatelisten» Vereins zu Dresden war durch die Herren M o e h l und «ölig. G e o v g o w vertreten. — Die fertigen Briefe nahm der Lehrer zum Zwecke der Korrektur mit in seine Wohnung. .Er legte sie auf den Schreibtisch imd ging abends aus, um sein Tagewerk mit einigen Schoppen zu beschließen Jedoch das Unglück schreitet schnell! Die Zimmerwirtin betrat die Arbeitsstube, um nach dem Rechten zu sehen, da erblickt sie auf dem Tische die Ricsenkorrespondenz. Da ihr die Besorgung von Briefen, wie imnrer, als eine Hauptpflicht ersähen, so trug sie alle miteiuauder schleunigst zur Post, sn der Meinung. der Lehrer Hütte ganz vergessen, .sie abzuschicken. Hier madrtc der Beamte sie darauf aufmerksam, daß die Briefschaften meist mit „frei" bezeichnet waren. Ohne weitere Bedenken legt die diensteifrige Hauswirtin das Porto aus. .Am andern Morgen klärte sich der Irrtum auf, . aber zu spät. Die Stilproben waren zugeklcbt, frankiert und hatten schon ihre Reise nach allen Himmelsrichtungen angetrcten. Und sämtliche Briefe zu wider- rllfen, war unmöglich, .da nicht mehr jedes Kind über deren Inhalt orientiert war. Man darf gespannt sein, wie die Empfänger der Mahnbriefe, Verlobungs- und Todesanzeigen usw. diese beantworten werden. Klseovayn-ZUtung. Friedberg, 23. .Aug. In der heutigen Sitzung des Komitees für die Erbauung .der Wettertalbahn, die ordnungs- nräßig berufen wurde, .ist folgender einstimmige Beschluß gefaßt worden: „Das Komitee besteht in seiner seitherigen Weise weiter und beschließt, wie früher geplant, für die Einmündung der Wettcrtalbabn in Friedberg mit aller Energie ernzutreten. Insbesondere erklären die Vertreter Friedbergs, daß die <Äaot Friedberg xinzig und allein ein Interesse für dieses Projekt frat und in keiner Weise auf dessen Ausführung verzichtet." — Zur Verhütung von Brandschäden. Die umfangreichen, durch Flugfeuer aus den Lokomotiven hervorgerufenen Braudsckfäden der letzten Zeit haben dem Eisenbahnminister von Budde Veranlassung gegeben, .die peinlichste Ueberwachung der zur Verhütung .von Feuersgefahr getroffenen Maßnahmen den Eisenbahlidirektionen in Erinnerung zu bringen. Wenn auch die Schwierigkeiten nicht zu verkennen sind, die der gänzlichen Beseitigung des FunkenomSwurfs aus den Lokomotiven — besonders bei der Beförderung .schwerer Züge — entgegenstehen, .so laßt es sich bei sorgsamer Beachtung der bestehenden Vorschriften doch ermöglichen, Zündungen an besonders gefährdeten Stellen, sei es auf der freien Strecke, in ausgedehnten Wäldern oder in der Nähe von Ortschaften usw, zu vermeiden. Der Erlaß des Ministers schärft, den Eisenbahndirektionen daher ein, durch entsprechende Maßregeln Brandschäden durch FunkenauÄvurs der Lokomotiven nach Didglichkeit vorzubeugen. Zu diesem Zwecke sind insbesondere während Dürre alle Lokomotiven, bevor sie in Dienst gestellt werden, .unter persönlicher Verantwortung des mit der Uebernahme der Lokomotiven betrauten Beamten darau; zu untersuck-en, ob die zur Verhütung des FunkenauSwurfs getroffenen Einrichtungen (Funkenfänger, Aschkastenverschlüsse) vor- handen sind und sich in gutem Zustande befinden. Auch ist jedem Lokomotivführer und Heizer durch Befehlsbuch und persönliche Unterweisung die peinlichste Befolgung her im § 27 der Dienstanweisung für Lokomotivführer usw. gegebenen Vorschriften ein* zuschärftn. .Verstöße hiergegen sind auf das strengste zu ahnden. Sobald bei Lokomotiven außergewöhnlich starker Funken- auswurf beobachtet wird, haben dies die Eisenbahnbeamten, besonders der Lokomotivführer, .ungesäumt zu melden, damit die Lokomotiven einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden. Von den beteiligten Jnspektionsvorständen und von den Sach- dezernenten wird erwartet, daß sie jede Gelegenheit wahrnehmen werden, um sich von der sorgsamsten Durchführung der bestehenden Vorschriften Ueberzeugung zu verschaffen. Landwirtschaft. — Die Zentral ft eile der preußische« Landwirtschaftskammern veröffentlicht auf Grund der amtlich bekannt gegebenen Anbauflächen eine vorläufige Schätzung der diesjährigen Ernte Preußens und bemerkt daA, daß die positiven Erdruschresultate in der Schätzung sehr wenig beeinträchtigt werden konnten. (Die Anbauflächen verstehen sich in Hektar, Ertrag und Ernte in T. Die in Klammern stehenden Zahlen sind die vorjährigen.) Winterweizen: Anbaufläche 1039 879 (870 317); Ertrag pro Hektar 1,93 (2,02); Ernte 2 200 965 (1759 952). Somnrenveizen: dlnbaufläche 95 671 (172 225); Ertrag 1,85 (2,30); Ernte 176 991 (396 751). Winterroggen: Anbaufläche 4 589 642 (4 501837); Ertrag 1,55 (1,61); Ernte 7 113 945 (7236328). Sommerroggen: Anbauftäche 60618 (75581); Ertrag 0,91 (1,02); Ernte 55 042 (77 337). Sommergerste: Anbaufläche 870 259 (917104); Ertrag 1,66 (2,00); Ernte 1444 630 (1833 557). , Hafer: Anbaufläche 2 733 990 (2 815 351); Ertrag 1,61 (1,84); Ernte 4 401724 (5172140). München, 24. Aug. Der amtliche Saaten st ands- bericht für Mitte August hebt hervor, daß die lange anhaftende Dürre das Wack)stum der Pflanzen empfindlich geschädigt habe, namentlich in Mittelftanken, Oberfranken und ganz besonders in der Oberpfalz, Mselbft nach einzelnen Berichten ein Notstand sehr chu befürchten ist. Die Getreide-Ernte ist größtenteils beendet. Das Ernteergebnis für Wintergetreide ist gut, für Sowmergetteide weniger günstig, immerhin im allgemeinen nickst gering. Futterpflanzen stellen schlecht, Klee spärlich Die Grummeternte verspricht nur teilweise geringen Ertrag. In einigen Gegenden herrscht Mangel an Grünfutter. Die trocknen Miesen sind völlig ausgebrannt. In mehreren Gegenden, namentlich in der Oberpfalz ist Futternot eingetreten. Durchschnittszahlen für: Winterweizen 2,00, Sommerweizen 2,60, Winterspelz 1,74, Winterroggen 1,87, Sommerroggen 2,19, Sommergerste 2,11, Hafer 2,53, .Raps 1,95, Kartoffeln 2,87, Klee 3,42, Luzerne 2,93, Wiesen 3,49, Tabak 2,32, Hopfen 2,69 und Wein 1,49. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Amerikanische Getreidepreise. Am amerikanischen Getreidemarkt, und zwar sowohl in Newyork wie in Chicago, ist eine Realtton in den Preisen eingetreten; es waren Rückgänge von l3/g bis 2Vs c. .zu verzeichnen. Ursache dieser Rückgänge war, daß sich die Frostprognosen wie die Rostbeschädigungen nicht bestätigt haben. . Die Haussespekulanten waren in Sorge und suchten sich glatt zu stellen, unter ihnen Armour. Zn Chicago ist die Haussebewegung am Montag zum Stillstand gekommen. Das besonders Charatteriftische bei der diesmaligen Hausse war, daß nickst tvie sonst der Kampf zwischen Hausse und Baisse im wesentlichen nur von einigen Großspekulanten inszeniert und ausgefochten wurde, sondern überall und in allen Schichten des Publikums das Spekulationsfteber eingerissen zu sein schien. Dadurch ist die Situation nur noch gefährlicher und die Unzuverlässigkeit der Newyorker und Chicagoer Warenbörse für die Beurteilung der dortigen tatsächlichen Markttage größer geworden. BergwerkSgesellschaft Hibernia. Der Juli-Aus- weis dieser Gesellschaft, die in den letzten Wochen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt ist, zeigt einen Bruttoüberschuß von 815 188 Mark und geht üben den des Juni um 21077 Mk. hinaus, wobei noch zu beachten ist, haß der Juli 26 Arbefts- tage umfaßte, wahrend der Juni nur 24 hatte. Verglichen mit dem Juli vorigen Jahres ergibt sich ein Mindererlös von 63 100 Mark, doch war das Resultat des vergangenen Jahres das von 27 Arbeitstagen. Zur Beurteilung der angeführten Ziffern muß noch berücksickstigt werden, Paß der diesjährige Ueberschuß auch die Gewinne der Zechen „General Blumenthal" und ,Mtftaden" < Seit Jahresbeginn beträgt der Ueberschuß 5 517 086 Mark, p. L ,95 488 Marr weniger, .als in der gleichen Voriahrszeft. Oelfunde. Die Erbölfunde in Deutschland nehmen zu. So meldet der Vorstand der Handörser Erdölwerke in Hamburg, ^ie 2 in Sternförde bei einer Tiefe von 171^2, Meter erdolfündig geworden ist. Der ölführende Sandstein ^„bine Mächtigkeit von 5,2 Meter, was zu der Annahme be- rechttgt, daß wieder ein recht guter Fund gemacht ist. Sobald die notigen Schlemmarbetten beendigt sind, wird mit Bohrung 3 begonnen. Märkte. § Gedern, 23. Aug. .Heute fand unser sog. „So m m er- markt" statt. Der Schweinemarkt war gut befahren und der Handel sehr flott. ,Händler kauften Einlegschweine in großen Massen auf und nur wenige Leute nahmen ihre Ware wieder mit Vier Wochen alle Ferkel kosteten pro Paar im Durchschnitte 28 bis 30 Mark, 6—7 Wochen alte 40—44 Mk., Einlegschweine 92 bis 100 Mk., jette Schweine 40—42 Pfg. pro Pfund (Lebendgewicht). Der Rindviehmarkt war unbedeutend. In vier Wochen findet der nächste Martt statt. Arverterberveguug. -k- MaiNz, 24. Aug. Nachdem der M a u r e r st r e i k jetz^ glücklich beendigt ist, sind die Küfer in eine Lohnbewegung eingetreten. Eine Lohnkommission hat einen Lohntarif ausgearbeitet, der in einer am Montag stattgehabten Versammlung der Küfer- gesellen einstimmige Aufnahme gefunden hat. In einer Resolution brachte die Versammlung zum Ausdruck, daß sie vollständig auf dem Boden der Beschlüsse der Lokaltommlssion stehe und auf Einzelunterhandlungen mit den Geschäften nicht eingeben werde. Paris, 24. Aug. Infolge des neuerdings ausgebrochenen Streiks der eingeschriebenen Seeleute, der Schiffs- Offiziere und W e r k m e i ft e r der Werften und Docks ist der Schiffverkehr im Hafen von Marseille vollständig eingestellt. Zahlreiche Passagiere, die nach Algier, Tunis unb Corsika reifen wollen, sitzen fest. Der Post- und Packet-Verkehr wird nach Möglichkeit durch Avisos und Torpedoboote der Kriegsmarine und Schiffe der auswärtigen Gesellschaften besorgt. Oh na Kanlrnrran1/ ist die von tausenden von vnue H-UnKUn enr Aerzten u. a. bei der zartesten Haut der Frauen und Kinder seit Jahren wärmstens empfohlenen,, an Milde und Feücheit unvergleichlichen, bei Hautunremigkeiten und zur Erzielung und Erhaltung Mvrrhnlin.Saifa eines schönen Teints stets wirksamen *• HVllll kjullU» Myrrholin-Glycerin Tube 50 Pfg., bester Hautcreme, nicht fettend. Myrryolin-Puder Mk. 1 verhütet und beseitigt Wundsein. b1/. Manöver- Konserven empfiehlt Hofdelikatessenhandlung Car! 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