kn ’LI 4698 thallr. nach hirme ^"xtrasolitz. -Ailine Preislage Konkurrenz, iseler infabrik ^EllerSweg 9. nhofeu. on Sielen täglich. 10 Uhr. Nach- 0, 3.00, 120, 5.40, । Bedarf 8.20. lle an der alten hinter dem neuen i. 4451 ' eu Poften ikartoßeln M. empfiehlt [4501 . Weisel, eonnenftrane b. fei iui änem Los zu ge- 4es Los mindestens Der kleinste Treffer hr wie der Einsatz, jj Auslosung kein »ineKlassenlottene, n. oder Bat*. erlaubt! Bem 1 Jeder überzeuge [lange erst Prospekt tek sup 34, Königsberg Vertreter 'M •korall angestellt. I-OELLACKFARBE ÜENLOB blei- u. giftfrei, ssbodenanstn'ch hglänzend, elegant, jj ht trocknend. if bei August ft »vier Men parieren lloser durch Str. 1*40 Erstes Matt. Iö4. Jahrgang Mittwoch Mai ir-O4 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden fm Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener ZamUten. blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stem- druclerei. R. Sange. Redaktion, GpebUh» und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: «uzetger Gieße». Fernsprechanschluß Nr. 51. Gießener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 32 Bezugspreis» m onatlich 75Pf^ viertel- jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bie TageLnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12PL, auSwärlS 20 Pfg. Verantwortlich für den polft. und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und ßorür und .GerichtSsaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Aer Krieg zwischen Japan und Außlaud. Gefechte. Petersvurg, 24. Mai. Ein Telegramm be§' Generals Kur 0patkin an den Kaiser von gestern besagt: Am 22. und 23. Mai stellte die Kavallerie der russischen Vorhut fest, daß japanische Streitkräfte in der Richtung nasch Westen auf dem Wege nach Hcritscheng vorgingen. Am 21. Mai griff eine japanische etwa 6 Kompagnien und 3 Eskadrons starke Abteilung mehrere Ko- sakensotnien an, die zu Fuß das rechte Ufer des Sedznho- flusses besetzt hielten. Bei Beginn des Gefechts zog sich die japanische Kolonne hinter japanische Infanterie zurück, die nicht wagte, das Tal zu durchschreiten und sich auf fast ununterbrochenes Fernfeuer beschränkte. Nur eine unbedeutende Abteilung versuchte den Fluß zu überschreiten, um den russischen linken Flegel zu umgehen, wurde aber in die Flucht geschlagen. Gegen Abend zogen die Japaner ihre Postenketten ein und zogen sich zurück. In diesem Gefecht wurden zehn Kosaken verwundet. Tokio, 24. Mai. General Kuroki berichtet, daß eine Abteilung Infanterie am 21. Mai mit einem aus 200 Mann feindlicher Kavallerie bestehenden Detachement 8 Meilen nordöstlich von Knautien handgemein wurde. Der Feind floh in nordwestlicher Richtung und ließ 20 Tote zurück. Die Japaner hatten keine Verluste. Die Abstammung des Generals Kuroki. Aus Paris wird geschrieben: In einem Briefe an die „Patrie" teilt ein gewisser Blanchard die wundersame Tatsache mit, daß der japanische General Kuroki zur Hälfte Franzose sei. Von 1850 bis 1860 lebte in China ein französischer Offizier Josef Curicgue, der in Sierck im heutigen Deutsch-Lothringen geboren war. Während eines langen Aufenthaltes in Shanghai hatte er dauernde Beziehungen zu einer hübschen jungen Japanerin, die ihm einen Sohn schenkte. Da er das Kind nicht anerkennen konMe, ließ er es wenigstens europäisch erziehen und feinen Namen für dasselbe in Kuroki verwandeln. Die Mutter soll noch heute in Kioto leben, während Curicgue vor einem Jahr in Toulouse als pensionierter Hauptmann gestorben ist. Bis zu seinem Tode soll er mit General Kuroki in lebhaftem brieflichen Verkehr gestanden haben. (Bei der bekannten Unzuverlässigkeit der „Patrie" wird man die Nachricht immerhin mit Vorsicht aufnehmen müssen.) Port Arthur. P e t e r s b u r g , 24. Mai. Ein Lieferant der russischen Marine bestätigt, daß sich in Port Arthur mindestens für 2 Jahre Kohlen befinden. Ebenso mangele es nicht an Nahrungsmitteln. Die Minengefahr. Washington, 24. Mai. Die Marineattachees der Vereinigten Staaten im Auslande erhielten Instruktionen, zu berichten über die Gefahr, für die neutrale Schiffahrt durch schwimmende Minen an der mandschurischen Küste. Der Bericht wird dem Generalseeamt übergeben werden, welches seine Ansichten dem Präsidenten unterbreiten wird. Eventuell sollen den Kriegführenden Vorstellungen gemacht werden. Brüssel, 24. Mai. Zwei Handelsschiffe, die von Colombo (Ceylon) nach dem äußersten Osten ausliefen, sind verschollen, man befürchtet, daß sie auf treibende Minen gestoßen und gesunken sind. Französische Meldungen. Paris, 24. Mai. Der „Matin" meldet aus Shanghai: Gerüchtweise verlautet, daß bei einem Ausfall von 14 russischen Torpedobooten die Russen den Japanern drei Kriegsschiffe in den Grund gebohrt und zwei andere schwer beschädigt haben. Auf russischer Seite sollen nur zwei Torpedoboote verloren sein. — Weiter wird berichtet: Bei dem Angriff der japanischen Torpedoboote und Kanonenboot-Flottille sollen die Russen ein Kanonenboot und zwei Torpedoboote der Japaner in den Grund gebohrt haben. (Da beide Meldungen aus Shanghai kommen, ist ihnen wenig Glauben beizumessen.) Kosaken in Korea. Söul, 23. Mai. (Reuter.) Man nimmt an, daß die Kosaken, die mit den Koreanern bei Hancheung kämpften, sich nach Changjin zurückgezogen haben. Major Takagi, oer Gouverneur von Gensan, ist im Begriff, Truppen nach Norden zu schicken, wahrscheinlich als Besatzung für Hancheung. Nach Privatmeldungen wurde der Gouverneur des Distrittes Jongehoen von den Japanern verhaftet, weil er den Russen wichtige Informationen gegeben hatte. Krankheiten. Petersburg, 24. Mai. Der Korrespondent des „Rußk" berichtet aus Liamang: Chinesen, welche Föngwangffchöng verlassen haben, versichern, daß eine pestartige Krankheit unter den japanischen Truppen ausgebrochen ist. Die Zahl der Todesfälle beläuft sich täglich auf über hundert. Die Krankheit nimmt einen sehr raschen Verlauf. Die meisten der von ihr Befallenen sterben innerhalb 24 Stunden. Man glaubt, daß der Ausbruch der Krankheit ein Grund dafür ist, weshalb die Japaner ihren Vormarsch eingestellt haben. Eine Rede Itos. Tokio, 24. Mai. In einer Konferenz der japanischen Minister, leitenden Bankiers und ältesten Staatsmänner richtete Marquis Ito eine zweistündige Ansprache an die Versammelten. Er führte aus, daß die Regierung bis zum letzten Augenblick den ehrlichen Wunsch gehabt habe, den Frieden zu erhalten. Zu ihrem Bedauern sei dies nicht möglich gewesen. Japan sei dazu gezwungen worden, die Waffen zu ergreifen, und sei nicht imstande, über die möglichen Folgen ein zuverlässiges Urteil abzugeben. Es herrsche das herzlichste und harmonischste Einvernehmen im Zusammenwirken der militärischen Organe und den Verwaltungsbehörden. Die wohlhabenderen Klassen haben die sichere Zuversicht, die Kriegskoften aufzubringen. Japan sei im Besitz der herzlichsten Sympathien der zivilffierten Welt. Eifersüchteleien. Paris, 24. Mai. Das Journal de Paris berichtet aus Petersburg, der Statthalter Alexejew habe sich geweigert, den Admiral Skrydlow bei seiner Durchfahrt zu empfangen. Infolgedessen sei Skrydlow sofort ,nach Wladiwostok gefahren. Es heißt, Skrydlow habe bei Alexejew die Erlaubnis nachgesucht, selbst an Bord einer Dschunke von Chinesen in der Nähe von Port Arthur ost Land gesetzt zu werden. Alexejew habe dies jedoch abgelehnt. Vom Kronstädter Attentat. Petersburg, 24. Mai. Die Polin, welche unter dem Verdacht verhaftet wurde, ein Attentat gegen das Pyroxilin-Lager in Kronstadt versucht zu haben, ist freigelassen worden. „Gut Wetter" für Rußland. Man sch-veibt uns aus Berlin, 24. Mai: Von oer heutigen Berliner Börse wird berichtet, daß wiederum die Besserung der russischen Werte sich, geltend machte. In weiteren Börsenkreisen herrschen, so heißt es, sehr optimistische Anschauungen über einen schnellen, für Rußland günstigen Ausgang des Krieges: einige Spekulanten, die im Rufe einer besonders glücklichen Hand stehen, sollen bedeutende Rückkäufe in „Russen" vorgenommen haben. Allerdings ist unverkennbar, daß ein Stillstand in dem japanischen Sieges zu g eingetreten ist. Endlich beginnt die russische Heeresleitung ihre bisherige nicht eben von Erfolg gekrönte Passivität fallen zu lassen Aber die kleine Besserung zu Gunsten der Russen würde die in der Tat optimistische Anschauung gewiegter Spekulanten noch nicht rechtfertigen. Es scheint, daß für „gut Witter" an der Börse gesorgt wird im Hinblick darauf, daß Rußlands Kriegs anleihebed arf, der durch die Pariser Emission keineswegs gedeckt ist, demnächst auch in Deu t s ch- land untergebracht werden soll. Daß mit einem Male die Aussichten des neuen deutsch-russischen Handelsvertrags sich aufklären, darf ebenfalls als ein Zeichen dafür gelten, daß Rußland Deutschland braucht. Man wird bald bemerken, daß die russische Presse den berühmten Wink von der Zensur erhält, sich jeden Angriffs auf die „befreundete Nation" zu enthalten. Da muß manches Blatt eine ziemlich jähe Wendung vollziehen, z. B. die Petersburger Zeitung „Rnst'", die erst vor kurzem mit aller Offenheit geschrieben hat, nach Erledigung Japans komme Deutschland an die Reihe. Daß Deutschland der nächste Gegner sei, behauptete bekanntlich auch die gelbe Presse der Vereinigten Staaten im Tatendrang des Krieges mit Spanien. Die Prophezeiung ist an ihrer gro- tesken Lächerlichkeit zu ^Grunde gegangen. Mlitische Tagesschau. Ein Steuer-Bouquet. R Berlin, 24. Mai. Mit ungeheurem Eifer bemüht sich der reichsparteilich«: Abg. v. K a r 0 0 r f f als Steuerfinder; er überreicht jetzt, zur Ergänzung seiner Anregungen im Reichstag, den verbündeten Regierungen ein ganzes Bukett von Reichssteuervorschlägen. Fahrkarten-, Mauerziegel-, Kohlensteuer, Abgaben auf Spirituosen und Tabak, das alles wand Herr b. Kardorff zum duftigen Strauß, um sage und schreibe ungefähr vierzig Millionen Mehreinnahmen, hauptsächlich zum beschleunigten Ausbau der Flotte, erzielen zu helfen. Die Oeffentlichkeit braucht sich aber nicht über diesen Fleiß zu beunruhigen Es ist nicht daran zu denken, daß eines der Projekte in Erwägung kommt, am wenigsten die Fahrkartensteuer, die bereits zu Miquels Zeiten auftauchte und kurzer Hand abgetan wurde. Deutsches Reich. Berlin, 24. Mai. Man meldet aus Prökelwitz: Der Kaiser ist heute früh hier eingetroffen. — König Alfons XIII. von Spanien wird von Berlin aus dem 3. Magdeb. Infanterie-Regiment Nr. 66 in Magdeburg, dessen Chef er ist, einen Besuch abstatten. Ferner beabsichtigt der König, die deutschen Höfe in München, Stuttgart und Wien zu besuchen und möglicherweise auch noch den Höfen in Kopenhagen und Stockholm seinen Besuch zu machen. — Heute vormittag wurde im Sitzungssaal« des Reichstages der 7. internationale Kongreß für gewerblichen Rechtss chutz unter dem Ehrenvorsitz des Staatssekretärs Grafen Posadowsky feierlich eröffnet. Erschienen waren Vertreter der fremden Staaten und Fachleute aller Länder. Nach der Begrüßungsansprache des Grafen Posadows-ty dankte diesem der Präsident v. Schütz und legte dann die Aufgaben des Kongresses dar. Nach verschiedenen Begrüßungen sprachen der Präsident des französischen Patentamtes Breton, Harmand namens des französischen Unterrichtsministers, Chaumat namens des französischen Justizministeriums, Sektionsrat Beck von Magna- getta namens des österreichischen Patentamtes, der Präsident des ungarischen Patentamtes Ballai sowie die offiziellen Vertreter der Vereinigten Staaten, Portugals, Belgiens, Schwedens, Norwegens, Dänemarks, Rumäniens und andere. Nach einer Frühstückspause begann die erste Arbeitssitzung mit Vorträgen von Maillard-Paris und Dr. Richard Alexander-Katz. Der Kongreß nahm einen Antrag Tailleser-Paris an, welcher es für wünschenswert erklärt, daß Arttkel 2 der Pariser Konvention dahin abgeändert werde, daß die Angehörigen der Vereinigung Recht auf die Wohltat der Gesetzgebung jedes andern Univnsstaates haben, ohne gezwungen zu sein, in diesem Lande eine Niederlassung zu besitzen. Ferner wurde eine Reihe von Grundsätzen angenommen, roonatf) dringend erwünscht ist, daß im Unionsvertrage selbst die Grundsätze, nach denen der Ausstellungsschutz zu regeln ist, festgesetzt werden. — Die Berliner Handelskammer hatte heute abend die Teilnehmer am Kongreß eingeladen. Nachdem der Präsident der Berliner Handelskammer die Versammelten begrüßt hatte, dankte der Präsident des Kongresses, Direktor v. Schütz für den herrlichen Empfang und brachte ein Hoch auf die Berliner Handelskammer und ihren Präsidenten aus. Leoncavallo Beim Kaiser. Ruggiero Leoncavallo ist, wie wir bereits kurz meldeten, am zweiten Pfingsttage vom Kaiser in Potsdam im Neuen Palais empfangen worden, um dem Monarchen die Oper „Der Roland von Berlin" zu überreichen. Wie wir auch schon mitteitten, hatte der Kaiser ihn zu dem Stiftungsfest des Lehr-Jnfanterie- Bcftaillons, dem sogenannten „Schrippenfest", eingeladen, darüber berichten heute die Berliner Blätter folgendes: Nach dem Gottesdienst und der Parade der Truppen vor dem Kaiser, benachrichtigte ein Zeremonienmeister die Milftär-Attachees, zu denen sich Leoncavallo gesellt hatte, sie möchten sich dem Monarchen nähern. Plötzlich erblickte der Kaiser Leoncavallo. Mtt Lebhaftigkeit ging er auf den Maestro zu, drückte ihm herzlich die Hand, und nun entwickelte sich folgende Unterhalttmg in ftanzösischer Sprache: „Bonjour! Ich freue mich, daß ich Sie hier bei uns sehe! Ich weiß. Sie bringen mir den Roland!" „Ja, Majestät, das Buch ist zur Stelle, und wenn Ew. Majestät zu befehlen geruhen werden, werde ich die Ehre haben, es 5U ^Sehr^gift— also später! Sind Sie mit Ihrem Werke zu- ftieden Ew. Majestät überbringe ich die Frucht einer sechsjährigen <örBeit — es ist das Beste, was ich zu geben vermochte!" „Dann wird es vollendet sein! Denn Sie sind gegenwärtig 6er erfte dramatische Komponist der italienischen „Ew. Majestät sind zu gütig! . „Sie haben schon Herrn von Hülsen besucht! Das ist em Mann von großem Talent!" „Eine wahrhafte Künstlernatur von großem Sttl. Ich konnte mich davon beim Besuch der königlichen Theater überzeugen! Hie-auf drückte der Kaper noch ernmal Leoncavallo herzlich die Hand und verabschiedete sich einstweilen von ihm mit den Worten: , . . . . . -Vous restez dSjeaner avec nous! Au revoir a tantot. ■ • Nach dieser Unterhaltung wurde Leoncavallo von vielen Personen umringt. .Der katholische Feldprobst Vollmar fing ein Gespräch mit Leoncavallo an; da der Geistliche aber weder der ftanzösischen noch der ftalienischen Sprache mächtig war, und Leoncavallos deutscher „Sprachschatz" sich auf die Worte: „(Sutten Tag!" und „ieck bin ein lieber K6rl!" beschränkt, so stockte die Konversatton bald. Die Ueberreichung des „Roland" fand unmittelbar nach dem Frühstück statt. In einer Ecke des Salons stand ein Hofdiener, den „Roland" auf dem Arm. Plötzlich tritt der Kaiser ein, geht auf Leoncavallo zu, reicht ihm die Hand und sagt: „Et le Roland ?“ Der General-Intendant erwiderte: „Das Buch ist hier. Wenn Ew. Majestät befehlen, wird es sofort geholt werden." Der Intendant winkte dem Diener, nahm das schwere Buch entgegen, entfernte das Lederetui, das in Silber die Kaiserkrone und den Namen des Monarchen trägt, und zog den Band hervor. Auf dem prachtvoll geschmückten Deckel erblickte man nun en relief aus Elfenbein den „Roland von Berlin", das Denkmal bei der Sieges-Allee in getreuer Nachahmung. Der Kaiser sagte, sichtlich erfreut: „Ach, das' ist aber schön! Das ist prachtvoll!" Nachdem sich der Monarch erttrndigt hatte, wo das Werk her- gestellt sei, blätterte er in dem Buch und las die Widmung, die in deutscher Sprache abgefaßt lautet: „Seiner Majestät Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen in Ehrfurcht und tiefster Tankbarkeft R. Leoncavallo." Uebevrascht sagte der Kaiser; „Mais c’est trop d'honneur pour moi!“ und fuhr fort: „Ich freue mich, daß mein Name mit einem solchen Werk verknüpft ist!" Dann wies der Monarch wieder auf den Deckel des Buches und bcmertte zu dem Komponisten: „C’est le Roland de Berlin et vous serez le lion de Berlin!“ Zum Intendanten sich wendend, fügte der Monarch hinzu: „Jetzt beginnt Ihre Arbeit! Suchen Sie den Maestro zufriedenzustellen!" Dann zu Leoncavallo: „Seien Sie sehr difsi- cil, damit das Werk die Ausführung erhält, die es verdient!" Der Komponist sagte zum Schluß: „Darf ich an Ew. Majestät die Bitte richten, den letzten Proben des „Roland" beiwohnen und uns durch einige Ratschläge unterstützen zu wollen?" Der Kaiser verabschiedete sich von dem Maestro mit den Worten: rJe viendrai — pour vous admirer! Au revoir!“ . . . Später wurde Leoncavallo zur Kaiserin befohlen. Sie unterhielt sich längere Zeit mit ihm und sagte: „Ich freue mich, daß Sie das Werk vollendet haben! Der Kaiser hat mir oft davon erzählt!" . . . * Stuttgart, 24. Mai. Tie bei den Ständen eingebrachte H 0 f t h e a t e r v 0 r l a g e fordert 350000 Mk. als einmaligen Baukostenbeitrag für das bereits gebaute Jnterimstbeater und 300 000 Mk. als erste Rate für das neue Hoftheater, für welches der König den Platz zur Verfügung gestellt hat. Von dieser ersten Rate entfallen 100 000 Mk. auf Gewinnung eines Planes und 200 000 Mk. auf die Wiederherstellung und Erneuerung des Inventars. Kopenhagen, 24. Mai. Der Kapitän des heute aus Grönland eingetroffenen Schiffes „Godtharb" teilt mit, daß diedanische Polarexpedition unter Leitung des Schriftstellers Dvlius° Erichsen am 20. Januar 1904 mit Hundeschlitten die Saun- d e r n i n s e l, wo sie lange Zeit unter Eskimos gelebt habe, verließ und glücklich Npernivik in Westgrönland erreichte, von wo sie später nach Udanak ging. Dylius-Erichsen besuchte Anfang Mai Holsteinborg, wo das Schiff am 7. Mai ankam und beabsichtigte, von dort nach Udanak zurückzukehren. London, 24. Mai. Im Hotel Metropole fand heute abend eine internationale Versammlung von MänniM der Wissenschaft statt. Bei dem Bankette, das von der Royal Society of London zu Ehren der internationalen Vereinigung der Akademien veranstaltet wurde, führte Sir William Huggius den Vorsitz. Abordnungen aus jeder Hauptstadt Europas und aus Washington waren anwesend. Tie Verhandlungen wurden mit einer Ansprache Professors Treis-Berlin geschlossen, der einen Toast auf die Royal Society ausbrachte. — Don gut unterrichteter Seite erfährt man, daß nach den letzten Beratungen der Kommission zur Reform des Strafprozesses die Einführung der Berufung im Prinzip gesichert sei. Ludwigslust, 24. Mai. Heute erfolgte die Ueber- führung der Leiche des He rzogs Paul Friedrich- Sohn von dem Bahnhofe nach der kathol. Kirche, wo eine Trauerfeier stattfand. Dresden, 25. Mai. Frau Prinzessin Johann Georg ist gestern abend gestorben. Kolonialpost. London, 24. Mai. Eine Kapstadter Drahtung besagt, in der Sitzung des Parlaments am 23. Mai teilte der Kolonialsekretär Drews mit, die Regierung habe die Meldung empfangen, daß die Bo nd elzw arts-H o tten- tölten wieder unzufrieden sind und einen neuen Aufstand gegendie Deutschen oder einen Ein fall in dasbritischeGebiet planen. Unter diesen Umständen sei die Regierung genötigt, eine kostspielige Streitkraft zur Ueberwachung der Grenze aufrecht zu erhalten. Ausland. Paris, 24. Mai. Deputirtenkamrner. Der Rationalist Millevoye bringt eine Interpellation über den Zu st and der Armee ein. Er legt Verwahrung ein gegen jeglichen Gedanken an eine teilweise Abrüstung und erwähnt die Rüstungen in England und vor allem in Deutschland. Millevoye fragt an, ob das Gesetz über die zweijährige Dienstzeit die Verteidigung der Nordostgrenze sicherstellen werde. Der radikale Sozialist Maujan erklärt, die zweijährige Dienstzeit werde den Effektivbestand des Heeres auf 575 000 Mann bringen. Man dürfe nicht darnach streben, die Heeresstärke Deutschlands zu erreichen, jedoch müsse man seine ganze Sorgfalt auf die vorgeschobenen Heercskörper verwenden. Darauf zeigt er, wie man bei der zweijährigen Dienstzeit das Heer zu organisieren haben werde. Der Kriegsminister Andrö erklärt, er werde keiner Vorlage zugänglich sein, die der Stärke des Heeres Abbruch zu tun geeignet wäre. Er legt dar, daß nach Einführung der zweijährigen Dienstzeit keinerlei Dienstbefreiung mehr geben werde. Der Effektivbestand werde gleich bleiben. Arras, 24. Mai. Auf dem Banket, welches der Gemeinderat gestern abend zu Ehren des Präsidenten Loub et gab, sagte dieser: Ich kann nicht genug wiederholen, daß ich ein überzeugter Anhänger und beharrlicher Werkmeister der Friedensidee bin. Nach einer Bemerkung über die Armee fügte der Präsident hinzu: Ich will nicht sagen, daß wir den Krieg vorbereiten müssen, aber das ist ein altes, wahres Wort: Seien wir stark nicht um den Krieg vorzubereiten, sondern um ihn zu vermeiden. Belgrad, 24. Mai. Eine neue Anleihe von 15 Millionen Goldfranken beabsichtigt die serbische Regierung. Konstantinopel, 24. Mai. Es verlautete, Cemal- Pascha, der Sohn des verstorbenen Gasi-Osman-Pascha, ein Schwiegersohn des Sultans, sei am Samstag mit mehreren Würdenträgern im Pildiz verhaftet, und einige der Verhafteten seien nach summarischer Untersuchung sofort verbannt worden._______________________________ Aus Stadt und Kaud. Gießen, 25. Mai 1904. — Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Werkmeister Peter Mink III. zu Marienberg bei Lautern i. O., dem Fabrikarbeiter Philipp Essinger zu Reichenbach i. O., dem Vorarbeiter Peter Krichbaum zu Reichenbach i. O., und dem Vorarbeiter Georg Kippel zu Gadern das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit", und zwar dem Werkmeister Mink am Bande des Verdienstordens Phllipps des Großmütigen verliehen. — Ernannt wurde am 18. Mai d. I. der Gefangenaufseher am Provinzialarresthaus in Gießen, Karl Stork, zum Gefangenwärter am Haftlokal in Hungen unter Belastung des Amtstitels „Gefangenaufseher". — Am 18. Mai d. Js. wurde der Brückenwärter-Aspirant Nikolaus Kissel aus Gernsheim zum Brückenwärter an der fliegenden Brücke bei Oppenheim ernannt. ** Die theologische Fakultät hat den evangelischen Pfarrer Friedrich Kalbhenn in Burg-Gräfenrode anläßlich seines heute stattfindenden 50 jährigen Dienstjubiläums zum Doktor der Theologie honoris causa, und aus Anlaß der Jubelfeier des Seminars der Brüdergemeinde zu Gnadenfeld den Dozent der Philosophie daselbst, Theophil Steinmann, zum Licentiaten der Theologie honoris causa ernannt. -k Die 2. ordentliche Generalversammlung oer landwirtschaftlichen Haupt-Genossenschaft für die Provinz Oberhessen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, fand am 21. Mai in Friedberg statt. Leider hatte der Psingst-Samstag gewählt werden müssen, ein Tag, welcher durch die Festvorbereitungen eine Anzahl von Vertretern der Genossenschaften verhinderte, die Generalversammlung zu besuchen. Immerhin waren 43 Vertreter anwesend, die unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrat Haas von Darmstadt die Tagesordnung erledigten. Der Geschäftsbericht wurde durch )en Direktor, Oekonomierat Schlenke, erstattet, während die Vorlage der Rechnung und der Bilanz durch den Direktor hirschel geschah. Die Hauptgenostenschaft eröffnete ihren Geschäftsbetrieb am 1. September 1903 mit den wenigen damals angeschlossenen Genossenschaften. Die Bilanz ergab am 1. Januar daher nur einen verhältnismäßig kleinen Gewinn. Mit der Zunahme der landwirtschaftlichen Genossenschaften im Laufe des Winters stieg der Umfang des Geschäfts, so daß bis zum 1. Mai d. I. der Betrag für an die Genossenschaften gelieferten Waren die Höhe von rund 170 000 Mk. erreichte. Bisher sind 44 Genossenschaften der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft in Friedberg ange- schlosten. Es bestehe die begründete Aussicht, daß sich ihre Zahl und damit der Warenabsatz erheblich vermehren wird, trotz des lebhaften Wettbewerbes der Händlerkreise, die sich sifrig bemühten, der Hauptgenossenschaft die Wirksamkeit zu erschweren. Im Verein mit den angeschlossenen Genossenschaften wird es der Hauptgenossenschaft gelingen, sich Raum zu schaffen und ihre für die landwirtschaftlichen Kreise segensreiche Wirksamkeit immer weiter zu entfalten. Dem Vorstände der Hauptgenostenschaft wurde bei der Genostenschaftsbank in Darmstadt ein Kredit von 100 000 Mk. eröffnet. Weiter wurden die nach § 16 und 21 der Statuten notwendigen Ergänzungswahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat vorgenommen. Die Besprechungen über die inneren Aygelegen- heiten nahmen einen lebhaften und sehr befriedigenden Verlauf, so daß man der weiteren günstigen Entwickelung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens in der Provinz Oberhessen ruhig entgegensehen kann. Frankfurt, 24. Mai. Dr. Stulz hat für den zum Tod verurteilten Bruno Groß Revision beim Reichsgericht eingelegt. Dr. Heß wird, wie wir hören, das Gleiche für Staf forst morgen tun. Die Staatsanwaltschaft hat die Beamten in Preungesheim streng angewiesen, niemandem Nachrichten über das Befinden von Groß und Stafforst zu geben. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Ranstadt feierte am 23. Mai der Landwirt Konrad Müller und seine Ehefrau im Kreise von 30 Kindern und Enkeln in voller Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit._________________________________________ Vermischtes. * Köln, 24. Mai. Ein schweres Verbrechen wurde gestern in einem neu erbauten Hause ausgeführt. Das 19jährige Dienstmädchen einer dort wohnenden Herrschaft, Margarete Kurst, wurde auf scheußliche Weise ermordet. Es wurde mit einer Wunde am Kopf an Händen und Füßen gefesselt, mit einer zusammengeballten Schürze im Mund an den Bettpfosten gebunden tot aufgefunden. Die Täter raubten dann die Wohnung aus. Der Regierungspräsident hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung- von 500 Mk. ausgesetzt. — Die Dienstherrin des ermordeten Dienstmädchens, deren Mann verreist war und die den Mittag bei ihren Eltern verbrachte, hatte das Mädchen beauftragt, mit dem etwa ein Jahr alten Kinde in den Anlagen des ihrer Wohnung gegenüber gelegenen Römcrparks auf sie zu warten. Als die Dame um 6 Uhr am Abend nach Hause kam und in der: Anlagen ihr Kind mit dem Dienstmädchen nicht fand, erkundigte sie sich bei der Familie des Hausbesitzers, ob man dort nicht das Mädchen mit dem Kinde gesehen habe. Ihre Wohnung fand die Dame verschlossen und sie nahm an, daß das Mädchen sich auf einem Spaziergang verspätet habe und wartete daher bei der Frau des Hausbesitzers bis gegen 7 Uhr. Auf Veranlassung der Dame, die aus ihrer Wohnung Kindergeschrei zu vernehmen glaubte und sehr beunruhigt war, erbrach man die zur Wohnung führende Tür: die Zimmer waren in größter Unordnung und auf den ersten Blick sah man an den aus Schubladen und Schränken herausgerissencn Sachen, daß Spitzbuben die Wohnung heimgesucht hatten. In einem Zimmer fand man auch das kleine, halbangezogene Kind mit den umherliegenden, Sachen spielend vor. Da man von dem Dienstmädchen nichts sah, schloß man dessen Mansardenzimmer auf und fand hier die Aermste geknebelt und erdrosselt oder erstickt vor dem Bette liegend vor. Allem Anschein nach hat ein Mansardendieb das Verbrechen ausgeführt. Die Anlage für die elektrische Klingel und den Türöffner des neuerbauten Hauses war noch nicht ganz fertig und man hatte, um die Haustür tagsüber offen zu halten, zwischen Tür und Rahmen einen Pflasterstein gelegt. Diesen Umstand scheint der Täter benutzt zu haben, um sich durch die offene Tür über die Treppe in die Mansarde einzuschleichen und dort zu stehlen. Das ermordete Mädchen, das gegen 1 Uhr noch das kleine Kind in einem Wagen auf dem Trottoir auf- und abgefahren hatte, scheint der Weisung seiner Herrin gemäß dabei gewesen zu sein, das Kindchen zum Äusgehen anzukleiden. Es wird die Tritte des über dem Zimmer in seiner Mansardenstube sich aufhaltenden Spitzbuben gehört und haben nachsehen wollen, wer dort sei. Der Dieb scheint das Mädchen, dessen Leiche eine schwere Schädelverletzung aufweist, mit einem harten Gegenstand zu Boden geschlagen und dann geknebelt zu haben. Der Unglücklichen waren die Hände rücklings hinter dem Kopf zusammengebunden und diese Kordel war mit einem solchen, die um die Beine gebunden war, verbunden; in diesem Zustande hatte, der Mörder das arme Geschöpf, dem er auch den Mund noch mit einer Schürze zustopfte, am Kopf und an den Beinen an die Bettpfosten angebunden. So scheint das unglückliche Mädchen erstickt zu sein. Blutflecke und Speichelreste in dem Zimmer sowie der auf der Rückseite beschmutzte Rock des Mörders deuten darauf lsin, daß die Bedauernswerte sich ihrer Fesselung widersetzt hat. Nach Tötung des Mädchens war es dem Verbrecher ein leichtes, die unter dem Mansardengeschoß gelegene Wohnung ungestört zu durchsuchen, dort zu stehlen, sich umzukleiden und dann mit den dem Mädchen abgenommenen Etagen- und Mansardenschlüsseln die Türen bei seinem Fortgang wieder zu verschließen. Die Kriminalpolizei stellte sofort weitgehende Nachforschungen an. — Nach einer anderen Mitteilung soll die Ermordete mit ihrem Liebhaber ein Zerwürfnis gehabt haben, im Besitz von Briefen eines andern Mannes gewesen sein und soll auch den Täter gekannt haben. Der Liebhaber des Mädchens, ein 22 jähriger Schlosser- geselle ist von der Kriminalpolizei vorläufig sestgenommen worden. Der Mann bestreitet entschieden die Tat und will Pfingsten nicht in Köln gewesen sein. * Essen a. Ruhr, 24. Mai. Der zwischen Borbeck und Bergeborbeck verkehrende Postwagen wurde von Wegelagerern überfallen. Der Postillon wurde schwer verletzt. Die Täter sind geflüchtet. Berlin, 24. Mai. Arn 2. Pfingstfeiertage kam es nachmittags in einem Stadtbahnzuge auf dem Bahnhof Alexanderplatz zu einer Prügelei, die einem alten Bahnbeamten das Leben ko st et e. Es wird darüber in Ergänzung unserer gestrigen kurzen Notiz gemeldet: In einem Stadtbahnzuge wurde eine Dame, die sich in Begleitung ihres Bruders in dem Zuge befand, von drei Maurern tätlich belästigt. Als sich ihr Begleiter dieses energisch verbat, geriet er in Tätlichkeiten mit den Maurern; es entspann sich eine Schlägerei, die Waggonsch eiben gingen in Trümmer und der Herr erhielt mannigfache Wunden im Gesicht und an den Händen. Auf dem Bahnhof Alexanderplatz wandte er sich mit blutüberströmtem Gesicht an den Eisenbahnassistenten Kühne. Dieser forderte die Maurer auf, den Zug zu verlassen; als sie dieser Aufforderung nicht Folge leisteten, bestieg ein Schaffner das Coupe, um die Maurer zum Verlassen des Abteils zu veranlassen. Es entspann sich abermals eine Rauferei, wobei dem SchaffnerdasGesichtargzer- schlagen und ihm ein Ohrläppchen abgebissen wurde. Als Kühne dann selbst eingriff, wurde er von dem einen der Maurer bei der Gurgel gepackt, gewürgt und gegen eine Eisenbahnbarriere gedrängt und fortwährend, vermutlich mit einem Schlagring, gegen die Brust geschlagen. Inzwischen war ein Schutzmann herbeigeeilt, der die Maurer feststellte. Der Assistent fühlte sich hierauf unwohl, er sank in einen Stuhl und verschied ein paar Minuten vor Eintreffen des Arztes kurz nach der Schlägerei. * Der Könitzer Mord wird jetzt wieder aufgerübrt. Die „Danz. Ztg." erhält folgendes Telegramm: Gegen den aus dem früheren Meineidsprozeß im Anschluß an die Ermordung Winters bekannten Arbeiter M a ß l o f f und die Frauen Roß und Berg ist von der Konitzer Staatsanwaltschaft ein Str afverfahren eingeleitet worden, man sagt aber, dasselbe werde nur dazu dienen, diese Leute vom Verdacht zu reinigen. — Sehr zuversichtlich über die jetzige Phase der Untersuchung äußert sich das Ponitz. Tagebl." Nach demselben sei man jetzt endlich in der Lage, die Frage nach der Lösung des Rätsels zu beantworten. „In nicht allzu ferner Zeit wird", so schreibt das Konitzer Blatt dann wörtlich, „wie wir von bestirnter-- richteter Seite bestimmt erfahren, der hiesigen Bevölkerung volle Aufklärung über die Schreckenstat zuteil werden. Es können noch Tage, Wochen, auch Monate bis dahin vergehen, doch ist der Tag nahe, an dem auch dieses Rätsel seine Lösung finden wird. Leider können wir vorläufig nichts mitteilen." Wie von anderer Seite berichtet wird, haben — Katzenhaare auf die Spur des Mörders bezw Totschlägers geführt. * Kosten in Posen, 24. Mai. Auf dem dem Großherzog von Sachsen gehörigen Gute Racot wurden drei Hengste beim Ausführen aus dem Gutshofe wild und gingen durch. Ein Reiter stürzte und b r a ch 'd a s Genick, einem anderen wurde durch einen Hufschlag die Sch ädeldecke vollständig zertrümmert. * Innsbruck, 24. Mai. Ter Papst verlieh den Mitgliedern der hiesigen katholischen Verbindung Austria Arthur Weber bas Ehr en kreuz pro ecclesia und Doktor Schumacher das Ritterkreuz des Gregorius-Ordens, weil beide ein Duell ablehnten und dafür aus dem Reserveoffizierkorps entfernt wurden. Madrid, 24. Mai. Durch heftigen Hagelschlag wurden in Orense 5 0 Personen verwundet und be- deutender Materialschaden angerichtet.___________________ Sport. (E. T.) Kassel, 24. Mai. Der zweite Tag der Sitzung des deutschen Fußballbundes brachte folgende wichtigen Entscheidungen: Ter Protest des Süddeutschen Verbandes gegen das Meisterschaftsspiel Karlsruhe contra Berliner Britannia wird angenommen, da der süddeutsche Klub durch die 14 stündige Reise nach Berlin ungerecht benachteiligt war. Die Meisterschaft wird infolge vorgeschrittener Saison dies Jahr nicht mehr ausgetragen. Der Vorstand besteht nunmehr aus den Herren: Vorsitzender F. W. Nohs-Wiesbaden (vorher Universitätsprofessor Dr. Hueppe- Prag); 2. Vorsitzender Behr-Altona: 1. Schriftführer Dr. Kar- ding - Kiel-Mülhausen, 2. Schriftführer Thomas-Magdeburg: Kassierer I. K. Roth-Frankfurt a. M. Der Spielausschuß besteht aus vier Hamburger Herren, Vranken-Köln. Brcining-Karlsruhe, Dr. Rahdt-Leiv.ua also keinem einriaen Berliner foerrn. Zandwirtschaft. w. Wetzlar, 22. Mai. Die in diesen Tagen hier abgehaltene Generalversammlung des landwirtschaft- scha ftlichen Vereins war über alles Erwarten stark besucht. Nach den Mitteilungen des Vorsitzenden, Landrat Dr. Sartorius, beträgt die Mitgliederzahl des Vereins zurzeit 549. Außer zwei Vorstandssitzungen wurden fünf Wanderversammlungen im abgelaufenen Jahre abgehalten. Die Jahresrechnung ergab einen Kassenbestand von 2546,85 Mk. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand der Vortrag des Spezialkommissars Röper, welcher sich in klaren und von warmer Teilnahme für den Bauernstand zeugenden Ausfführungen über die bestehende Erbteilung im ländlichen Grundbesitz unh die im bürgert. Gesetzbuch gegebenen bessernden Maßnahmen aussprach. Ter Landrat machte bekannt, daß es den Lehrern auf dem Lande gestattet sei, falls sie für die Folge die Generalversammlung oer Lokalabteilung besuchen wollten, an diesem Tage die Schule zu schließen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 26. Mai 1904: Meist schwachwindig, meist heiter, bei milder Nacht tagsüber wärmer, trocken. Näheres durch die Giekener Wetterkarte. Neueste Meldungen. Frankfurt a. M., 25. Mai. Hermann Mumm von Schwarzenstein, der frühere Inhaber der weltbekannten Champagnerfabrik in Reims, ist gestern abend gestorben. Straßburg, 25. Mai. Der Taglöhner Walter, der den 24jährigen Taglöhner Jäger als Liebhaber seiner Frau überraschte, tötete diesen durch Messerstiche. Paris, 25. Mai. Nach einer vom Vatikan inspirierten Note wäre der von Frankreich als beleidigend erachtete Satz des päpstlichen Schreibens nur in dem für Portugal bestimmten Dokument enthalten gewesen. Der Papst beabsichtigte nämlich, dem König von Portugal, welcher durch seine Mutter mit Viktor Emanuel verwandt ist, eindringlich zu wiederholen, daß die zu Leos Zeiten geltend gewesenen Bestimmungen über den Besuch katholischer Souveräne in Nom unverändert fortbestehen. Diesen Sachverhalt wollte Merry del Val dem Botschafter Nisard schriftlich mitteilen, aber dessen Weigerung, sich auf einen Schriftwechsel einzulassen, verhinderte die päpstliche Erklärung, daß eine beleidigende Absicht unter diesen Umständen vollständig fehle. Rom, 25. Mai. Wie ein Prälat aus der venezianischer Umgebung des Papstes versichert, wäre die Abberufung des Pariser Nuntius, Lorenzelli, beschlossen worden. Wien, 25. Mai. An der 58jährigen Witwe Anno Faron in Floridsdorf bei Wien wurde gestern nachmittag ein Raubmord begangen. Täter bisher noch nicht ermittelt. Petersburg, 25. Mai. Wie verlautet, hat sich herausgestellt, daß nicht das Panzerschiff „Bogatyr", sondern ein Transportschiff vor Wladiwostock auf Grund gelaufen und in die Luft gesprengt worden ist. Tokio, 25. Mai. Wie aus Telegrammen vom Kriegsschauplätze hervorgeht, wurden die russischen Kosaken- Abteilungen in dem Treffen von Takuschan völlig aufgerieben. Sämtliche Offiziere wurden getötet verwundet oder gefangen genommen. Einige Kosaken entkamen, nachdem sie ihre Pferde und Waffen im Stich gelaßen hatten., Telephonischer Kursbericht» . 26.45 -Anl. 41j1% äussere Argentiner 128.80 47.10 43.60 102.90 59.65 58.35 4°/(i Italien. Rente 4‘/2% Portugieser 30/ Portugiesen. . 1% C. Türken Türkenlose . . 4% Grieoh. Monopol . 87.00 . 105.60 . 103 10 . 202.25 . 186.3U . 136.50 . 151.00 . 153.00 . 137.00 . 13.30 . 191.0" . 241.75 . 191.25 . 198.9c . . 101.80 . . 89.70 . . 101.80 . . 89.50 . . 99.75 3% Mexikaner . . 4V2o/o Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gottbardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . Harpener . Tendenz: ruhig. 3'/-°/o 3% 3V,% 3% 3‘/e0/n 3 V, % Reichsanleihe do. Konsole do. . . Hessen Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente . . 100.80 4xI6% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 99.35 Zwangsversteigerung. Die nachstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Wilhelm Wolf, sowie der Wilhelm Wolf Eheleute zu Ettingshausen im Grundbuch eingetragen waren, sollen Mittwoch den 9. November 1904, vormittags 10 Uhr durch daS unterzeichnete Gericht im Gerichtsgebäude zu Laubach versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 22. April 1904 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Vcr- steigcrungSvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigcrungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumeldcn und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. 46ii Laubach, den 17. Mai 1904. Großherzogliches Amtsgc.icht. Grundbuch für Ettingshausen, Band V, Blatt 316 und 317. Bezeichnung der Grundstücke. Jo K Flur Nr. Z Kulturart Gewann CO-SO vo u NM 1 I 72 212 Wiese hinter dem Weidgarten 2 I 73 136 Wiese daselbst ■ 600 3 I 78 106 Wiese daselbst 4 I 79 525 Wiese daselbst 5 I 117 322 Wiese daselbst 6 I 118 103 Wiese daselbst 7 I 324 129 Grasgarten die Reingärten 8 I 326 176 Grasgarten daselbst . 900 9 I 327 194 Grasgarten daselbst 10 I 328 306 Grasgarten daselbst 11 I 352 319 Hofraite Unterdorf 3800 12 I 1339 431 Wiese oben auf der Au 13 I 1340 356 Wiese daselbst 550 14 I 1341 113 Wiese daselbst 15 I 1697 203 Wiese auf der Au die Höllenwiese 100 16 II 462 212 Wiese am herrschaftlichen Weiher 100 17 III 431 488 Acker am Rothenberg 20 18 III 569 8000 Nadelholz in der Höll 500 19 IV 66 575 Acker linker Hand des Queck- börnerwegs | 400 20 IV 67 644 Acker daselbst 21 IV 68 631 Acker daselbst I 22 V 325 556 Acker am Auweg 200 23 VI 420 544 Acker zu Oberndorf 5 24 XII 478 306 Acker vor dem Weidgarten 25 XII 479 344 Acker daselbst 600 26 XII 480 481 Acker daselbst 27 I 351 119 Grasgarten Unterdorf 20 28 I 325 133 Grasgarten die Reingärten 50 29 III 570 581 Acker auf dem Weinberg | 40 30 III 571 531 Acker auf dem Weinberg 31 III 551 969 Acker auf dem Weinberg 1 Summa Mk. 8156 s U £ Statt jeder befot Bertha Ka rderen Anzeige. itsenstein. ■i| Sally Loeb Verlobte. 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Herr Philipp Jünger* M Rendant der Spar- und Darlehnskasse Reiskirchen, den 24. Mai 1904. 4604 Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 2 Uhr dahier statt. Johannes Mahr und Kinder, Gießen, den 26. Mai 1904. 02944 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Katharine Jünger, geb. Peter. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der schweren Krankheit und bei dem Hinschciden unserer inniggeliebten Gattin und Mutter sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir tiefgefühltesten Dank. Todes-Anzerge Heute morgen um 4 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 72 Jahren Schreibgehilfe ie tieftrauernden Angehörigen. 02958 Die Beerdigung findet Donnerstag den statt. i, nachmittags 4 Uhr, t den 25. Mai 1904. Am 24. Mai, abends 8 Uhr, verschied in Oranienstein nach langem, schwerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden unser innigstgeliebter Sohn, Brüder, Schwager und Onkel, Alter von 22 Jahren. rare Gießen, den 25. Akai 1904. 02954 Danksagung. Für die bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres innigstgcliebten, unvergeßlichen Töchterchens Lieschen bewiesene Anteilnahme, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann am Grabe, sowie für die vielen Kranzspenden sagen innigsten Taiik Heinrich Herr und Frau. Zu vermieten | 7 Zimmer \ 3427] Die von Herrn Pfarrer Euler bewohnte Bel-Etage Alice- straße 13, 7 Zimmer mit Zubehör, ist neu hergerichtet per 1. Oktober anderweit zu verm. Näh. Aticestraße 13, parl. 02880] Ludwigstratzc 6 eine Wohnung von 7 Zimmern mit Küche, Mansarde und Bleichplatz per 1. Juli evtl, friiher zu verm. 6 Zimmer Infolge Wegzuges der Frau Amtsgerichtsral Zimmermann ist die mit allem Komfort ausgestattete mittlere Etage meines Hailses, bestehend aus 6 Zimmern, Badezimmer und allein Zubehör nebst großem Bleichplatz per 1. Juli oder später anderweit zu vermieten. I. Rothschild, 3955]Nordanlage 21, part. 4201] Eine sch. Wohnung im 1. Stock, 6 Zimmer m. Zubehör u. Gartenant. p. 1. 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Gegen diese Juristen ihre Stirn Zeitungskrieg gegen Den Schlichst zunächst einzument welche der Sprai gangsformel der 9 verknüpfen, nicht Wort Bund bedei das Verbinden! Staaten als Gesamt den Zustand bei anfänglich Werbinbei offne Weiteres, baß ober gar das fßerbm Verbundene ein Or; wächst. Neben dem Dr. Gerard in der , Entwicklung ein m faktisches und rechtln daß das deutsche R gnfsener Orgamsmu leitung seines Buche Sodann ist e- Enmdsatz des Pri ltche Recht zu ü itow zusammen, sff Pnvatrecht gilt z. vemo cogitur - r juübcn. offen Wngesetzte Satz, öffentlichen Recht ■ »l beim i ^dwiduen in uu ^°usdieAusÄ ^on.nen/ auch bered ^Itimmenben Mu WA ÄS >8 Sei« Me, Ä tot derartige üer Ausföe, M 'einer Kng de -ffden. M üh i) % 3 doch SsS&oSi die jz^Und! d dertL^tschen!