Donnerstag, 25. Februar 1904 154. Jahrg. ÄgNch mit e.rfwrtnm M $onTtlienbl8t!tr* werben bew a'tergehalte, wurde ein Antrag betr. Schutz gegen die Ausschreitungen des Automobilsports angenommen. Gin Antrag betr. Neuregelung der Richtergehälter wurde einer Kommission üb erwiesen. 3>er Krieg zwischen Japan und Rußland. Am Mittwoch abend erhielten wir folgendes Telegramm, das wir in unfern Aushängekasten veröffentlichten: Petersburg, 24. Febr. Aus Port Arthur, 24. Februar, wird gemeldet: Erneuter A n g r i f f der japanischen Flotte abgeschlagen. Vier japanische Panzerschiffe, zwei japanische Transportschiffe gesunken. Panzerschiff „Retwisan" ruhmbedeckt. Vor Mitternacht traf sodann folgende Depesche auf der Redaktion ein, die diese kurze Nachricht im wesentliche ergänzt und bestätigt: Petersburg, 24. Febr. (11 Uhr abends.) Die Japaner versuchten am 28. Februar vier mit Explosivstoffen gefüllte Dampfer nach Port Arthur hinein zu bringen. Die Dampfer richteten keinen Schaden an, gingen vielmehr selbst zu Grunde. Zwei find gesunken, zwei gesche itert. Zwei eskortierende japanische Torpedoboote wurden von der Ruffcnflotte vernichtet. Nach einer Depesche des Standard aus Soeul vorn 23. ds. bestätigt es sich, daß 70 englische Meilen Eisenbahn und einige Brücken zwischen CH arbin und Wladiwostok zerstört sind. — Der Korrespondent des „Daily Telegraph" läßt sich von chinesischen Beamten in Shanghai erzählen, daß die berittenen Banden in der Mandschurei in 6 Divisionen organisiert sind, die bis zum Eintreffen der Japaner Eisenbahn und Telegraph zerstören und Nachzügler und Proviant- Kolonnen abschneiden sollen Nach Ankunft der Japaner würden diese Banditen in die japanische Armee ausgenommen werden. Laut Nachrichten au5 Korea entwickeln sich die in Tschemulpo ausgeschiifften japanischen Truppen, ungefähr 30 000 Mann, zwischen Soeul und Phsenjcmg. Den letzten Ort hat die Avantgarde bereits passiert. Infolge Tauwetters sind die Wege in Korea teilweise sehr schlecht, was den Transport von Lebensmitteln und Munition erheblich erschwert. „Daily Mail" erhält aus Niutschwang vom 23. folgende Meldung: Die Konsuln in Niutschwang hielten eine wichtige Besprechung ab. Man befürchtet nämlich einen Angriff derJapaner auf die Stadt, in welchem Falle die Russen sie verteidigen müßten, was zu einer Beschießung der Stadt und zur Zerstörung fremden Eigentums führen würde. Angesichts dieser Sachlage wurde in der Versammlung der Konsuln die Meinung zum Ausdruck gebracht, daß Niutschwang für neutral erklärt werden solle. Berichte der lokalen Danken zeigen, daß die nationale Kriegsanleihe derJapaner von 100 Millionen Pen fast viermal gezeichnet worden ist. Selbst Diener und Arbeiter haben sich an der Zeichnung beteiligt. Zum kommandierenden General des neuformierten vierten sibirischen Armeekorps der Russen wurde Generalleutnant Sarubajew ernannt. Nach Warschauer Meldungen wütet unter den r ussi- schen Truppen in Ostasien die Ruhr. Tie Al'reise Kuropatkins nach dem fernen Osten erfolgt am 9. oder 11. März. Cs werden für diese Gelegenheit besondere Ovationen geplant sowohl in Petersburg als auch in Moskau. Von dort wird eine Deputation an KUropatkin nach Petersburg gesandt. Die Bahn über das Eis des Baikalsees soll Ende des Monats fertig fein. Es heißt, das chme^s^^ Auswärtige Amt habe dem russischen .-'.anonenb-i ranoschur" gestattet, in Shanghai zu bleiben unter der Bedingung, daß die Steuerruder abgenommen und das Feuer gelöscht werde. Der vor Wu- fung liegende japanische Kreuzer ist nach Norden gegangen. Tas russische Ministerium des Auswärtigen sprach der englischen Regierung die aufrichtigste Erkenntnis aus, für die Hilfeleistung des englischen Kreuzers „Talbot", die dieser der Mannschaft des „Warjag" und „Korejetz" zuteil werden ließ. Ter japanische Tampfer „Bingomaru" kam am 24. d. Mts. in der britischen Hafenstadt Cardiff (am Bristolkanal) an, um 7500 Tonnen Dampferkohlen für Japan zu laden: „Sadomaru" ladet 5000 Tonnen, „Kawachimaru" vollendet die Ladung an Reparaturgegenständen. Ein viertes Fahrzeug ladet in Barrow (Irland). Die Gesamtladung beträgt 25000 Tonnen. Aus Acuischsüdwt'stafrika. Oberst Leutwein meldet vom 24. d. Mts.: Gestern traf der Verstärkungstransport der Schutztruppe mit Hauptmann Puder mit dem Tampfer „AdolfWörmann" inSwakop- mund ein. Aus Stadt und Saud. Gießen, den 25. Februar 1904. ** Vezirksverein gegen Mißbrauch geistiger Geträn ke Auf wi. derkwlte Anfrage teilen wir nochmals mit, daß bei der (Tonnerstag) 8Vi Uhr int Turnsaal her Sto' Knabenschule stattfindenden Mitgliederversammlung Samen nicht bloß Zutritt haben, sondern sehr erwünscht sind. Auch solche, die sich bisher noch nicht als Mitglied eingezeichnet haben, sind willkommen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um das Nrbeitsprogramm, und zwar eines, das nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch zur Ausführung kommt. Ems, 24. Febr. Tie Industriellen deS unteren Lahn- bezirks genehmigten gestern das mit dem Lahnkanal- ü crein abgeschloffene Kompromiß, wonach sie dem Verein beitreten und für ihn wirken. Sie erklären sich einverstanden, daß die Lahn nicht nur nach ihrem Vorschlag, von der Mündung bis nach Weilburg aufwärts, sondern nach den Wünschen des Lahnkanalvereins bis nach Gießen, für Schiffe bis zu 300 Tonnen Tragkraft ka nalisiert werde, vorausgesetzt, daß sich für das neue Projekt des Baurats Nöder die Nentabilität der Strecke Weilburg—Gießen nachweisen läßt. Dagegen macht der Lahnkanalverein die Konzession, daß er für das Teilprojckt einer Regulierung des Unterlaufs von Ems bis zur Mündung eintritt, deren Ausführung noch in diesem Sommer erbeten wird. Mitgeteilt wurde, daß Hessen bereit ist, außer seinem Kostenanteil auch noch einen Beitrag für das preußische Gebiet zu leisten, wenn bis nach Gießen kanalisiert wird. König i. Odenwald, 24. Febr. Ter Königin Wilhelmine der Niederlande und dem Prinzgemahl, welche hier bei dem Erbprinzenpaare von Erbach-Schönberg zum Besuch weilen, brachten gestern abend die hiesigen Vereine einen imposanten Fackelzug dar. Vermischtes. • Chemnitz, 24. Febr. Der 22jährige Johann Schubert hat ein Geständnis abgelegt, daß er seinen Vater mit einer Hacke erschlagen habe. * Tripolis, 24. Febr. Ganz Tripolitanien ist von einer gewaltigen Ueberschwemmung heimgesucht, die Umgebung der Stadt ist völlig von den Fluten bedeckt, die bereits die Tore von Tripolis erreicht haben. Wie viel Menschen umgekommen sind, ist noch nicht festgestellt. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Meratur. Die bekannte schlesische „Dichterin" FriederikeKempner ist gestern aus ihrem Gute Friederikenhos bei Reichthal einem Gehirnschlage erlegen. Alan kennt von der verstorbenen „Poetin", deren Gedichte wegen ihres wundervollen unfreiwilligen .Humors weite Verbreitung gesunden haben und die die Versasjerin selber durchaus ernst nahm, in weiteren Kreisen namentlich solgende Verse: Durch die Mitte der Natur Zieht sich eine Pappelschnur, Rechts am Ende, Links am Ende Lauter Frühlingsgegenstände, Und der Bach — ach I Eine andere Kempner'sche Poesie lautet: Und der Räuber liegt am Strande, Lauscht gefühlvollen Akkorden, Fühlt sich gänzlich außer Stande, Einen Menschen zu ermorden. Mnieste Meldungen. Originaldrahtmeldnngcn des Gießener Anzeigers. Petersburg, 25. Febr. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Zaren über den abgeschlagenen Angriff der Japaner aus Port Arthur lautet: Am 24. d. M. um 2% Uhr früh machte der Feind einen neuen Versuch, „Retvisan" mit mehreren Torpedobooten anzugreifen und in der Hafeneinfahrt große mit Explosiv st offen gefüllte Dampfer zu versenken. Retvisan bemerkt die Torpedoboote alsbald und eröffnete ein heftiges Feuer auf sie, wobei er von der Hafenbatterie unterstützt wurde. Zwei der japanischen Dampfer, die direkt auf den „Retvisan" losfuhren, wurden am Hafeneingang vernichtet. Der eine lief direkt auf die Klippen am Leuchtturm auf, der andere sank an einem Berge. Das Feuer gegen die Torpedoboote wurde fortgesetzt. Bei Tagesanbruch sah man auf der Reede vier zerstör te D ampfer und 8 Torpedoboote auf der Flucht zu den sie auf offener See erwartenden Schiffen. Tie Mannschaften der Dampfer waren dabei, sich in Boote zu retten. Gin Teil der ertrunkenen Mannschaft ist vielleicht von den feindlichen Torpedobooten aufgesammelt worden. Ich lasse die Küste absuchen. Tie Hafeneinfahrt ist frei. Ich schreibe die Vereitelung s feindlichen Planes dem brillanten Widerstande und ,'emichtenden Feuer deS „Retvisan" zu Ein japanischer Dampfer brennt noch Daß diese ein zweiter verschiedenen „Gouverneur ‘ wangtao in T morgen- zwisl Geschützt euer ■ Scheinwerfern die Japaner ei Hasen." — drahtet ans C griff auf Port Die Japaner b zier Der An (n der Nacht l geringfügiges "brillanten Wid Hommage. Der schädigte.,N"tw viel geleistet, bi Mhr etwas zu japanischen Krie hätte, indem er folgung aus diese paar Krer empfindlich zuz gänge zu über! Möglichkeit. D neues Telegran halten, dis je läßt tief blicker Alexejew sowie wünsche cnis ivurbe der Koi eine h o h e A leide immer n Vesclstidigung, des Hafens Ve müsse drei il 91t. n-eÄ» lofl Der „Ciar her zurzeit in nicht IM M Panischen zurück. Ein dem zugegangener rische Bah, finde sich an belegter hoher bewaffnete W M Russen fh hm, wie die besetzen. Ein Tele- russische be drahte zwjsc tcn. Ferner fische Min Wf