154* Jahrgang Ä G\end)tß|aal*: 9Iu Goetz. für den Abonnenten AHM Wh «der 115®® Krpl Are ßeufige Yummer umfaßt 10 Seite«. persifliert: schule in Gießen D-anktelegramm ein: „Ten L-'brerirmm Dank für Glückwunsch! Erfted Matt 0 Tie Studentenschaft von Gießen hatte sich, wie wir hören, bereits nrit dem Wunsch und der Absicht getragen, dem hohen Paar einen Fackenzug darzubringen. Ein fester Beschluß darüber war aber noch nicht zu stände „Der hier ist ein rechter Baron, Eines Kammerherrn eblicber Sohn, In allen kultivierten Zungen Ist fein Werk in die Welt gedrungen, Hat sogar 'mal ein Schlagwort erdacht, Tas Scharen zu Narr'n oder Lumpen gemacht, 9hich einen Hauken Volks bereichert Hat aber selber nichts ausgespcichert; Ist schier funszig alt geworden Ilnd hat noch keinen einz'gen Orden! Fand keinen Müeeuas und keinen ^cherl — — Jedenfalls ein verdächtiger Kerl! Scheint nicht in die glorreiche Zeit zu passen, — Täte aut, sich begraben zu lasscii. teil U Wittko für .Stadl und Contr und imr ein glänzendes Zeugnis von der Rührigkeit und Nnternebmungs- tust des innaen Verlags, bei dem außer dem „Simplicissimus* in zehn Jahren R89 Werke von 117 Autoren erschienen sind, sondern hat auch Hobes künstlerisches und litterariscbes Interesse durch die 37 zum größten Teil lunnoristischen Selbstbiographien der bedeutendsten Verlagsautoren und die 56 amüsanten Karrikaturen der- selben Autoren und der Künstler des Verlags, die zwei Meister der Karrikatur Th. Th. Heine und O. Gulbransion beigeslenert haben. Wir haben schon aus der Selbstbiograplne HartlebenS einiges mit- geleilt und geben beute die drolligen Verse wieder, in denen der Gründer des Ueberbrettls, Ernst v. Wolzogen, seinen Lebenslaus Freitag den 25. November 1904 bleibt das Orts- gericht wegen der Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Groß Herzogs geschlossen. Gießen, den 24. November 1904. GroßherzoglicheS Ortsgericht Gießen. Gros. und Schülerinnen unseren herzlichsten Eleonore. Ern ft Ludwig. gekommen. Ein Glückwunschtelegramm haben, wie uns ferner berichtet wird, aus Anlaß der Verlobung des Groß- herzogs auch die Lehrerinnen und Schülerinnen der Aliee- abgesandt. Darauf lief nachstehendes Zur Aerlobung bts Kroßiserzogs. Gießen, 24. Nov. S. K. H. der Gr o ß he rzo g und seine Braut, Prinzessin Eleonore sind schon gestern in Darmstadt einge- trofsen. Die hohen Herrschaften trafen mittels Extrazugs gestern nachmittag um 3.18 Uhr hier in Gießen ein und fuhren, ohne auszusteigen, eine Minute später nach Darmstadt weiter. In ihrer Begleitung befanden sich Prinz und Prinzessin Heinrich sowie das Fürstenpaar Karl von Solms- Hohensolms-Lich und Prinzessin Dorothea, die jüngste Schwester der Braut. Schon um halb 3 Uhr hatte sich, wie man uns aus Lich schreibt, dort am Bahnhof eine große Menschenmenge angesammclt. Kurz vor 3 Uhr kamen die hohen Herrschaften vom Schlosse aus an, im ersten Wagen saßen Prinzessin Irene von Preußen und die Fürstin von Lich mit ihren beiden Kindern, im zweiten der Großherzog und seine Braut, ihnen gegenüber Prinz Heinrich von Preußen und Fürst Karl von Solms-Hohensolms-Lich. Das Publikum brach in begeisterte Hochrufe aus. Der Großherzog dankte lächelnd nach allen Seiten. Aus dem Perron verabschiedete sich der Großherzog in herzlicher Weise von den zurückbleibenden fürstlichen Kindern. Bei der Abfahrt des Zuges erklangen wieder die Hochrufe. Eine Anzahl Licher Jungens hatten die Bäume am Perron erklettert und schwangen von dieser luftigen Höhe die Mützen. Dies schien dem Großherzog besondere Freude zu machen, er winkte jhnen lachend zu. So sind nun die schönen Tage für die begeisterten Einwohner von Lich vorüber. Aber man tröstet sich, wird doch der Großherzog schon am Sonntag wieder von Darmstadt zurückkehren, um am 2 8. und 2 9. November an den Hojjagden des Fürsten terl- zunehmen. Und dann fall ja — wie bestimmt verlautet noch vor Weihnachten, in ca. 21/2 bis 3 Wochen schon, die Hochzeit stattsinden und zwar hier in Lich. Alt und jung freut sich schon aus diesen Tag. Im Schloß werden bereits Vorbereitungen begonnen. Am Dienstag konnte man das hohe Brautpaar in den Straßen von Lich sehen: es besorgte mehrere Einkäufe: der Groß- herzog grüßte äußerst freundlich und redete mehrere Leute an. Für nächsten Freitag ist in Lich eine große allgemeine Feier des Geburtstags des Großherzvgs geplant, woran sämtliche Vereintet und die Einwohnerschaft teilnehmen. Ein Festessen findet im Holländischen Hole statt, der Kommers im Heilandschen Saale. Wie stolz Die Licher darauf sind, daß eine Licher Prinzessin Großherzogin wird, geht la.us einem Ausspruch eines biederen Lichers hervor. ?lls er von einem Neider aus einer Nachbarstaot wegen der Unscheinüarkeit Lichs gegenüber anderen Starten gehänselt wurde, sprach er stolz: „Wir müssen Euch aber die Großh^rztogiu liefern" _ Meines K-uiss ton. — Der verbotene Schnitzler. Von einem Fall, in bem der Wiener Dichter Dr. Arthur Schnitzler, her Verfall er ber „Liebelei". bei der Zensur in Berlin Anstoß errent wird in B'rftn Ht viel gesprochen. ,.H aus Deforme , , ein Einakter, ist das Stück, um das es sich handelt: es ist ein Sittenbild von jener 9frt, die von Schnitzler schon bezeichnend aewvro.u ist, seitdem er mit „Reigen", einer ursprünglich sogar un .«TW- handel verbotenen und später freigegebenen Serie von Dialogen, sich von dieser Seite eingesührt hat. An „Reigen" knüpft Jw Deforme" an. Aus jenem tollen Durcheinander von Vernevren, das im Tanz um den priafüschen Gott die verscknedenften ^tanoe bunt vermis bte, sind gleichsam noch zwei vereinzelte Paare zuruc.- geblieben, die uup das freie, allzu freie Haus Deforme ve- b,3tfern: eine Schauspielerin mit ihrem Freund und inr ^ruoer mit einer reichen Braut, die er geangeft Hut. Hoher Beiden schwebt beschützend der Geist der gutmütig-kupplerischen Mama Deforme Dies ist das Stück, von dem man sich nach der uv lichen Praxis gar nicht wundern darf, daß die Zensur es nvch nickt freigegeben hat. Ein ausgesprochenes Verbot ist l'bngens ni l't ergangen: es kam bloß am Freitag abend, nachdem bermts die s chüe Probe stattgcsunden hatte und auf d.n darauffolgenden Tag die Generalprobe angesetzt war die Meldung aus dem Po'iz-iPräsidium, die Freigabe könne bis zu der angeklindigten mTl,mprc vinv 7qCn<3tnn nicht erfolgen. Daraufhin wurde das |.,Ü Wirk-r abgelebt. Eriüäl-nt (ei auch, dab über dies- Abstduna eine Nachriebt verbreitet wurde, nach der sick schon bei den Proben die Schausvieler newtiqert hatten, daS SckmitzlersLe Suttenidickckxn. He ^chwtrcter ihres e neuen Standes verächtlich mache, en- SÄ aber stellt Me Wahrheit dieser, Na^ entsckneden in Mrede und hat,darüber zusamimm mit der Direktion des Kleinen Tl^MerS, eine richtigstzellmide Notn versackt, die in den Berliner Blättern erscheinen soll. /Frks Ztgü Krefeld 23 Nov. .Hier hat sich eine Kunftler- ? n t n n i e gebildet die bezweckt, in enger Fühlung mit dm' T echnik und geleitet von den ungeschriebenen ^setzen guten Geschmacks mitzuarbeiten an her .Hebung der Kdmstarbmt. Dm erste Tat der 7euen Ber iniauna die sich der „Krefelder Künstler" benennt "das ta S einer Künstlerausftellung im Kaiser Wck^m- Mu'senm Diese Ausspülung, die heute mittag femrlich eioffnet worden ist, umfaßt Zimmereinrichtungen Damenkleider, Stickereien. Möbel- und Seidenstoffe, Buchbinder- und Lederarbeiten, ^""-Äümbonift L-oncavallo ist in Berlin «naetro^ nnt einer Einladung des Kaisers folgend, die droben des am 11 Dezember zur Aufführung kommenden „Roland b°n- ^Vmr^Ärtinibcr höheren Lehranstalt bat brn Schülern bis Cberiehmba verboten, bic „Trau- m u l u Vvrstellm^ * besten. ^,,,st„i°.rabie. Der nnn dein Verlag Albert Langen in München zu der i\eier feine- zehnjährigen Bestehens herausgegebene Verlagskatalog liefert nicht Donnerstag Z4. Movember 1904 OeiöQ»|>reiii monatlich?^ viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch öle Poft 'fit. 3.— eitel» fährt auSscht Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die TageSnummer bi- oormttlagS 10 Uhr. ZetlenprerS. lokal 12PI außroärtfl 20 Pfg. verantwortlich tüt den poltt und allgern. Jlr. 277 außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger Dverden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- Hätte! viermal in der Woche dcigetegt. NotattonSdruck u. Verlag bei Brüh l'scheu Unwers.-Buch-u. Stein» btudtrei. 8t. Bongti Medaktton, Örpebtttim und Trudrteb Hchulftraß« t glbrefle tut Deueschent Gazeiger Wtcße«. Fernlvr^chanichlußAr 61 Wie wir übrigens hören, sind am 21. d. M. allein 340 Telegramme eingelaufen. Gestern nachmittag 5 Ubr erfolgte, wie uns aus Darmstadt berichtet wird, der Einzug der zukünftigen Großherzogin in die Residenzstadt unter allgemeinem Jubel der Bevölkerung. Man hatte die Ankunft der fürstlichen Herrschaften erst am Donnerstag erwartet: 'tatt dessen kam gestern aus Schloß Lich die Meldung,^ daß amtliche dort weilenden Fürstlichkeiten am Mittag mittels Extrazuges abreisen und um 5 Uhr hier eintreffen würden. In Begleitung des Großherzogs Nnd seiner Braut erschienen noch Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, das Für st en paar Für,st Karl von Solms- Hohensolms-Li ch und die" jüngste Schwester der Braut, Prinzessin Dorothea. Auf dem eiligst noch mit Festschmuck versehenen Bahnhof der Main-Neckar- Bahn hatten sich die Herren Staatsminister Dr. Rothe, Oberststallmeister und Obersikammerberr Frhr. v. Ried- esel und Generaladjutant Generalmajor v. Wachteir, sowie die Schlüsseldame Freiin v. Grancy und zwei .Hofdamen zum Empfang eingefunden, und vor dem Bahnhof und in den Straßen harrten viele Hunderte der Ankunft. Der Großherzog und Prinzessin Eleonore erschienen im dunklen Reisekostüm und begrüßten den Staatsminister und die Hofchargen in herzlichster Weise. Die Umstehenden waren allgemein entzückt von dem liebenswürdigen, herzlichen Wesen der Braut. Als ne»h» kurzem Aufenthalt im Fürstenzimmer die Fürstlichkeiten die Wagen bestiegen — im ersten fuhren der OZroßherzog, Prinzessin Eleonore, Prinz Heinrich und Fürst Karl — brach das Publikum in stürmische Hurrarufe aus, die sich auch bei der Fahrt durch die Straßen zum Neuen Palais sortsctzten. Tort war abends Tafel im en asten Familien kreise. die Inkraftsetzung einer anderweitigen Klasseneinteilung für die Gewährung von Wohnungsgeldzuschuß an die unmittelbaren Staatsbeamten. Der Entwurf wurde unverändert angenommen. — Die national-soziale, von Herrn v. Gerlach geleitete „BerlinerZt g.", eines der ältesten hiesigen Blätter, wird zum 1. Januar 1905 ihr E r s ch e i n e n e i n st e l l e n. Sämtlichen Redakteuren ist bereits gekündigt worden. Sch werin, 23. Nov. Bei der heutigen Reichstaasersatzwahl im Wahlkreise Schwerin-Wismar erhielten bisher: Sekretär Dr. Da de (ko ns.) 5876, Geh. Finanzrat Büsing lnntl.) 6016 sowie der Zigarrenhändler Antrick (S o z.) 9937 Stimmen. Vermutlich ist Stichwahl zwischen Dade und Antrick. Bei der Hauptwahl im Jnhre 1903 ent» ielen auf den Sozialdemokraten Groth 10380, Dr. Dröfcher (kons.l 6732, Büsing (natl.) 6704 und v. Oertzen (meckl. Rechtsp.l 54 Stimmen. In der engeren Wahl siegte Dr. Dröscher mit 11 730 Stimmen gegen Groth, auf den 11607 Stimmen entfielen. Dresden, 23. Nov. In seiner letzten Sitzung hat der Landeskulturrat sür das Königreich Sachsen folgende vom Landesvorsitzenden des Bundes der Landwirte, Abg. Oekonomierat Andrä eingebrachte Resolution einstimmig angenommen: „Sollte der Abschluß neuer Handelsverträge mit Kon» Zessionen aus dem Gebiete des veterinären Grenzschutzes verknüpft werden, so würde hierin eine so schwere Ge- sährdung der heimischen Viehzucht erblickt werd 'n müssen, daß der hierdurch, d. h. durch eine Beeinträchtigung des bisherigen veterinären Grenzschutzes der Landwirtschaft drohende Schaden auch durch eine dem neuen Zolltarif entsprechende Erhöhung des Zollschutzes keine genügende Kompensation finden könnte." München, 23. Nov. Das Staatsministerium h veräußern und der Politik der Ausbreitung durch militärische Expeditionen ein Ende zu machen. Redner erklärte, er befürchte nicht, daß durch eine solche Veräußerung eS zu interne 'ionolcn Komplikationen kommen könne. Er suchte nachzuweisen, daß die K o l o n i e n u n t e r f r a n; ü s i s ch e i oder englischer Herrschaft besser geleitet und zu größerer Blüte gelangen ivürden. Eine Verminderung de? niederländischen Kolonialbesitzes sei dringend notwendig, eb sich die Großmächte dieses Besitzes bemächtigten. Van Bp< landt (Partei der Antirevolutionären) trat unter Hinweis auf den Krieg in Ostasien für die Verstärkung der Flotte ein. Der Redner, sowie nach ihm TestuerS (Katholik) bekämpften scharf die Kolonialpolitik der Regierung als eine Politik des Imperialismus und der blutigen Expeditionen gegen unschuldige Eingeborene Nord» und Mittelsuinatras. Mit einiger Geduld wäre die Herrschaft Hollands in diesem Gebiete fester sicherzusiellen. Tie Holländer seien jetzt gleich den Hunnen und Tataren gegen die Gajus und Alas vorgegangen uiid hätten Frauen und Kinder zu deni Krärnerzwccke hingemordet, Erzlager und Petroleumguellen auszubeuten. Paris, 23. Nov. Der Abg. Syoeton wird vor die Geschworenen gestellt; um das zu erreichen hat er den Vorbedacht eingestanden. Bei der nationalistischen Gesinnuna der Pariser Geschworenen rechnet er auf sichere Freisprechung nach reichlichen Schimpfreden auf die Regierung. Wien, 23. Nov. (Abgeordnetenhaus.) Kaiser (Deutsche Volkspartei) bespricht die tiefgehende Beunruhigung der Deutschen aller Länder OesierreichS, besonders Schlesiens, rmd wendet sich eingehend gegen die Errichtung slawischer Parallelklassen in Schlesien; er erklärt, die ganze Politik in Oe st er reich sei darauf gerichtet, die Bevölkerung zu Demonstrationen zii treiben. Danach ergingen sich polnische und dalmatinische Abgeordnete in heftigen Schmachreden gegen die Deutschen. Warschau, 23. Nov. Zu den Krawallen wird gemeldet, daß unter den Opfern auch der hochbetagte Arzt Dr. Frankenstein sich befand, der von einer Kugel ge- troffen wurde, al§ er sein Haus betreten wollte, ferner der Chirurg Dr. Fränkel, desien Schädeldecke zertrümmert wurde, sowie die Baronin Hirsch, die in einem Wagen vorüberfuhr. Für kommenden Sonntag wird ein neuer Krawall angekündigt. Die Arbeiter sollen sich im Besitz von 6000 Re- volvern befinden Die Polizei nimmt fortwährend Verhaftungen vor, muß aber, da alle Gefängnisse überfüllt find, viele Häftlinge wieder freilassen. — Nachdem der Polizei zur Kenntnis gelangt mar, daß mehrere Tausend Revolver unter die Arbeiter der Kohlengruben verteilt worden sind und die Arbeiter in Dorn- browo und Sosnowice sich mit den Warschauer Arbeitern solidarisch erklärt haben, wurden die Aufsichtsbestimmungen über Arbeitervereine bedeutend verschärft. Rio de Janeiro, 23. Nov. (Agence Havas.) General Travassos, einer der Führer der letzten Militäraufstände, der bei den Unruhen in der Nacht zum 15. Nov. verwundet wurde, ist gestern infolge Amputation eines Beines gestorben. Der Krieg. Port Arthur Tokio, 23. Nov. (Amtlich.) Tie Armee vor Port Arthur berichtet, daß gestern mittag die Gebäude beim Arsenal infolge der Beschießung durch die japanischen Schisfsgeschütze in Brand gerieten und abends um 9 Uhr 30 Mm. noch brannten. Tokio, 23. Nov. Tas Kommando der Armee vor Port Arthur meldet von heute nacht: Der Feind machte in der Nachts zum Montag einen Gegenangriff auf die von der nördlichen Front von Ost-Keckvxmschan liegenden japanischen Truppen, wurde aber zu r ückg e dr ä n a t. —Beim Hauptquartier ging gestern folgende Meldung ein: Montag früf) halb 7 Uhr ging eine iapanische Abteilung gegen Weit- suku, nördlich von Husientichang, vor, griff einen russischen Lagerplatz an und besetzte ihn. Dmiach bedrängte eine feindliche Abteilung unsere link? Flanke und unsere hintersten Stellungen. Wir erhielten Verstärkungen und trieben den Feind um halb 10 Uhr früh gegen Tschrenholin zurück Ter Feind war etwa 600 Mann Infanterie, 300 Mann Kavallerie und 4 Geschütze stark, unv ließ 29 Tote zurück, auch machten wir sechs Gefangene. Wir hatten 29 Tote und Verwundete und erbeuteten 3 8 Gewehre, sowie Schanzzeug, Munition und anderes Material. London, 23. Nov Nach rinem Telecn^mm aus Wei-Has wei entkam ein russisches Rettungsboot am 16. Nov n^hr-nd eines h-ftigm Sturmes cmS Nori Arthur und sedte stch- Meilen von Wei-Hai'^vei einen ^llizrer an Land, der Dokumente und Depeschen von G e n e r a l S t ö s s e l mit sich führte. Das Boot und ein tuh'ifdjer Matrose wurden in Wei- hai-tvei fest gehalten. Aus der Mandschurei Petersburg, 23 Nov. General Lsacharow meldet -em Generalstab vom 22. d M.: Am 20. Nov. besetzten unsere Freiwilligen u;m 4 Uhr früh den Bergkeael auf beiden Seiten M SchinhailinpasseS, vier Werst südlich vom Dorfe Tuengau. Neun Freiwillige hatten später ein l»lefecht mit den Japanern, die sich unter Verlust en zurückzogen. -Jlnt 21. Nov. wurden Teile unserer Mteilnngen, die am 20. Nov. ein Ge - Tcbt beim Torfe Uitfutfi hatten, vom Feinde angegriffen: wr Angriff wurde z u r ü ck g e s cb l a g e n , die Japaner hatten bedeutende Verluste. Unsererseits 1 Offizier, 30 Mann ^rwuudcl. 10 Mann getötet. — Heute beschoß der Feind das Dorf Ssah'po mit Belagerungsgeschützen. um * 11 'n......... i ........ । iimiw .iw—■■■»■■ Ser «Ausstand in DnilsH-Hüdrvcstasrika. Ein Interregnum. Nach einer telegraphischen Meldung deS „W. T. B." wird Gouverneur Leutwein am 26. November die Leitung der GouvernementSgescbaste an General Trotha übergeben und am 30. November die Heimreise in Smakop- innnb antreten. Er wird voraussichtlich Ende Dezember in Hamburg eintreffen. Die „Köln. Zig." schreibt: In der eigentlichen Verwaltung des Schutzgebietes wird bis zum Eintreffen des neuen Gouverneurs v. LmdequM eine Art von Interregnum eintreten. General v. Trotha wird bis auf weiteres auch verantwortlicher Inhaber der Zivilgewalt sein, wenn auch die Führung der Geschäfte tatsächlich dem früheren Vertreter des Gouverneurs, Landgerichtsrat Tecklenburg, obliegen wird. England und der Aufwand in unserem Schutzgebiet. In einem Telegramm der Kapregierung an die „Times" wird auf die Schwierigkeiten infolge gewisser Zwischenfälle bei dem Herero-Auffiande hingewiesen. Tarin wird gesagt, in Kapstadt müße auf die ungeheure Emgeborenen-Bevöl- kerung in Britisch-Südafrika Rücksicht genommen werden, da diese durch offene und direkte Hilfe, die Deutschland gewährt würde, aufständisch gemacht werden könnte. Diese Haltung entspricht der Eingeborenenpolitik, die England schon von jeher in Südafrika l folgt hat. Der Hauptvorwurf, den die Buren feit Jahrzehnten gegen die britische Verwaltung erhoben, war der, daß die Engländer die Farbigen den Buren gegenüber bevorzugten und bevorrechteten. Den Grundsatz, daß alle Weißen den Eingeborenen gegenüber soüdaruch zu- sammengehen müßten, hat England nie befolgt. Demgemäß verfährt man auch jetzt. Bemerkenswert ist dabei, daß man sich zu entschuldigen versucht. Dabei wird aber eine Methode anaewaudt, die schon vom Fürsten Bismarck entschiedene Zurückweisung erfahren hat. Man möchte sich auf die Kap- rcgieruug stützen, nut dieser haben wir aber gar nichts zu tun. Entscheidungen über internationale Fragen können nur von London auS getroffen werden. Wenn jetzt wieder, wie vor zwanzig Jahren die Kapregierung vorgeschoben wird, so ^eigt dies wohl am besten, daß die Londoner Regierung in einiger Verlegenheit ift, wie sie jetzt verfahren soll; denn Deutschland will sie, wie sie sagt, keine offene und direkte Hilfe gewähren, aus der anderen Seire möchte sie doch auch nicht als die Beschützerin der aufständischen Eingeborenen auftreten. Daher die gewundene Erklärung, aus der man alles Mögliche herauslesen kann. Die n.uc/le SH ^k»"g für öle Ftn.vrrst äts- Gießen, den 24. Nov. Anläßlich der Uebersiedelung der Universitäts-Bibliothek in das neue Gebäude ist von Herrn Kommerzienrat Heichelheim eine hochherzige Stiftung im Betrag van 10000 Mk. zur Ergänzung der Handbibliothek des Lesesaales gemacht roorbciu Sie sollte zur Ausfüllung von Lücken dienen, die seither schwer empfunden wegen der beschränkten Geldmittel nicht beseitigt werden konnten. In erster Linie erfuhren die bibliographischen Hilfsmittel eine höchst notwendige Bereicherung, namentlich die seither mir schwach vertretenen Bibliographieen Spaniens, Portugals, Belgiens, Englands und der nordischen Völker. Daneben lücrben angeschasst ber Bernfteinsche Cataloque des liv- res par6miologiques und die groß angelegte Bibliographie der Schweizerischen Landestunbe. Hieran schließen sich an bic Gelehrten-Lcxica beutscher Lanbschaften unb bie Nachschlagewerke für anonyme unb pseubonyme Litteratur, sobaß für bic litterärgeschichtliche Forschung nunmehr gilt gesorgt ist. Alich ein zweites Exemplar ber „Geschichte ber Wissenschaften in Tcutschlanb" (28 Bänbe) konnte beschafft nnb im Lesesgal aufgestellt werben. Enblich gehören hierher die großen biographischeii Sainmelwerkc, wie bas englische „Dictionary of national biography“ von Stephen unb Lee (66 Bänbe) unb bas bänisch- norwegische „Dansk biografisk lexikon“ von Bricka, von bem bis jetzt 141 Hefte erschienen finb. Es versteht sich von selbst, baß auch bie Geschichte ber Buchbruckerkunst nicht vergessen worben ift, ans ber u. a. bas gelegentlich ber Pariser Weltausstellung heraiisgekomniene Monumentalwerk Clanbin's „histoire de l’imprimerie en France“ erworben würbe. Auf bem Gebiete ber Sprachwissenschaft würbe besonbers bie Gruppe ber romanischen Philologie burch bie Beschaffung italienischer, spanischer unb norbischcr Wörterbücher wie Tommaseo e Bellini, dizionario della lingua iraliana; Labernia y Esteller, diccion. de la lengna cata- lana; Ecbegaray, diccion. gen. etimologico de la lengua espanola; Falk ag Torps, etymologisk ordbag over det norske ag det danske spiog, usw. ergänzt. An Werken ber Knnstgeschichie finden sich u. a. vor: Nagler, die Monogrammisten, das M ü l l e r - S i n g er sch e Künstler-Lexikon und das noch im Erscheinen begriffene Niederländische Künstler-Lexikon von Werzbach. Tie Geograpl, e, die Kulti,rgeschichte, die Geschichte und ihre HilsSwissenschafi-n, wie Heraldik und Palacographie konnten durch die Zuführung kostbarer unb wichtiger Werke ganz belonbcrs bebacht werben. So findet ber Geograph ben rh'ctionnaire de g^ograpbie universelle von Vivien de St. Martin et Ronsselet (9 Bänbe) und Sievers' allgemeine Länderkunde, der Killturhistoriker die deutsche Ausgabe von Ra ein cts Geschichte des KosiümS, der Heraldiker öen dictionnaire des flgrres h6r&ldiqn*a von Renesse (7 Bände) und ber NuuuSmatiker bie beiden Haliptwerke vsn Fngel et Serrure, vor allein aber den Catalogue ot greek coins beS Britischen Museums. ben Gebieten der Naturivissenschaften wurden i>ie neueften Lehr- und Handbücher beschafft, darunter BrehmS Tierleben. Ebenso fand in der Medizin jeder Zweig dieser Wissenschaft angemeffene Vertretung, namentlich wurde durch die Anschaffung von Nothnagels „spezieller Pathologie unb Therapie^ (bi9 jetzt ca. 40 Bänbe) eins klaffenbe Lücke geschlossen. Erheblich ist auch der Zuwachs in Philosophie unb Pädagogik, wie in der Theologie. Er weist in den beiden ersten Fächern an hervorragenden Werken auf: Ein zweites Exemplar von Zeller: Philosophie ber 6)ricchen, Schmib'S Eneyklopäbie beS gesanitcn Erziehimgs- unb NnterrichtSwesens, 2. Auflage (10 Bänbe), bann bas für bic Weltausstellung in St. Louis mit Unterstützung der preußischen Unterrichts- Verwaltung von W. Lexis hciaiisgegcbcnc Sanimelwcr! „Daß Unterrichtswesen im Dciitschen Reiche", an dem die hervorragendsten Fachmänner mitgearbeitet haben. Die Theologie weift neben dein Bibelwörterbuch von Gathc und dem ber ncuteftamcnt(icl)cn Gräcität von Cremer u. a. auf ben Grundriß ber theologischen Wissenschaften (bis jetzt 15 Bänbe), sobann Doping er, the Bible and it transmission, ein nur in nuttimerirtcn Exemplaren aus- gcaebencS Buch, unb Ecillicr, histoire g&nßrale des anteurs saci6s (17 Bänbe). Die rabbiuische Theologie ift vertreten burch Steinschneider, bic arabische Litteratur ber Juden; Michael, Wörterbuch bes rabbinischen Schrifttums (Or ha chajim), baS nur in Autotypie erschienene Buch von Moise Schwab, räpertoire des articles r^latifs ä l’histoire et la litt^rature juives von 1783—1898 unb bic vortrefflich gearbeitete in Newyork unb Lonbon er* icheinenbe Je wisch Ency clo pedia, von ber bis jetzt 7 Bänbe vorliegen Nicht leicht war bic Auswahl ber für einen Lesesaal geeigneten Werke aus bem Gebiete ber Rechts- unb Staatswissenschaften. Es mußten bic NechtSgeschickitc unb bas Völkerrecht ebenso berücksichtigt werben wie bas Privat- nnb Strafrecht unb bic Gerichtsverfassung. Doch ift es auch hier ge- liingcn, bic besten unb neuesten Hanbbücher unb Sammlungen zu vereinigen. Neben Scusferts Archiv für Ent- fdicibuuqen in ber gekürzten Ausgabe (6 Bänbe) finbet sich bic baS augenblickliche NachscblagebcbürfniS befriebigenbe Guttentag'schc, Sammliing beutscher unb preußischer Gesetze mit über 100 Bänbchen, wozii bann noch Kommentare bet verschiebenen Gesetzbücher treten. In ben politischen Wisscn- sehasten würbe vornehmlich für Vcrvollstänbigmig ber Bibliographie gesorgt. So rourben ausgestellt bie brei Werke Stam m h a m m c r S-Bibliographie bet Finanzwissenschaft, ber Sozial-Polilik, unb bcS Sozialismus unb Kommunismus, bazu 9.7111 n ft er berg, Bibliographie bcS Armenwesens. Daran schließen sich an ber Kommentar von Geb Harb unb Tittinnnn zum Jnvalibcnversichcrungsgcsetz, bie 3. Auslage von Herkncr, bie Arbeiterfrage unb enblich Dammers Handbuch der Arbeiterwohlfahrt. Mit dieser Aufzählung ist die Liste der auS ber (Stiftung des Herrn Komiiierzicnrats Heichelheim angekauften Werke natürlich keineswegs erschöpft; es konnten im Nahmen dieser Mitteilung doch nur die allerwichtigsten Erwerbungen genannt werben. Aber sie zeigen schon, in welcher Richtung ber Bestaub ber Lesesaal-Bibliotbek ergänzt würbe, unb wie reich ber Nutzen sein wirb, ben ber akabemische Unterricht, bie wissenschaftliche Forschung an unserer Universität und nicht zuletzt alle Angehörigen anderer Kreise in Stadt und Land, welche Belehrung suchen, auS der hochherzigen Stiftung ziehen werden __________________ Aus Stadl und Sand. Gießen, 24. November 1904. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben bem Pfarrer Valentin B r ü ck zii Groß-Eichen bic evangelische Pfarrstellc zu Offenheim, Dekanat Alzey, übertragen. •• The ater-Verein. Für bas Gastspiel von Gisela Schnciber, baS am Donnerstag, bem 1. Dezember bie brittc Vorstellung bildet, ist nun folgendes Programm festgesetzt: 1) Die Schulrcitcrin, Lustspiel von Pohl. 2) Chansonß (biintcr Teil). 3) Das Abschicdssoiipcr, Quftipict von Schnitzler. Die beiden Lustspiele werden vielen Thcatcrbeslichern nicht unbekannt sein unb in ber Darstellung burch bic Wienerin Gisela Schnciber ganz besonbers gefallen. Ein großer Teil bcS Jntcrcffes bürste sich aber auf bie Chansons konzentrieren, bic uns ben Gast von seiner allerbesten Seite zeigen werben. Aus biesem Gebiete hat Gisela Schnciber, scitbcm sic vor zwei Jahren aus bem Verbanbe des Deutschen Theaters in Berlin austrat und der Stern des unter der Leitung des Dichters Detlev von Lilieneron stehenden UeberbrcttelS würbe, ihre neuesten Lorbeeren gepflückt. Sie wirb singen: a) „Sie saßen unb tranken am Thcetisch", von Heinrich Heine, Musik von Rothstein, b) „Herr Meyer nnb ber Attache von Ernst Eckstein, Musik von Zepler. r) „So einer war auch er", Stimmungsbilb von Arno Holz, Musik von Lazarus, d) „Die Heinzelmännchen", von Pser- hofer, Musik von Wanba. e) „Die freche Ratte", von Erik Meyer-Hellmnnb. t) Altöstcrrcichische Bauernlieder", von Peter Rosegger. Ueberall, wo Gisela Schneider gastierte, ift sic von der" Kritik nicht nur als vorzügliche Soubrette, mit einer Stimme von bestrickendem Wohllaut, sondern nud) als die beste Vertreterin deutschen Sprechgesanges, ber sich seit bem Auftreten ber Pariser Discilsc Pvette Guilbert auch bei un§ entwickelt hat, gerühmt worben. Bei bem ihr voraus- gehenben großen R»'sc ist zu erwarten, baß ihr Gastspiel einen besonbers starken Zusprllch haben wirb, unb beßhalb bürste es sich empfehlen, recht balb bei Herrn Ehallicr Plätze zu. bestellen. •• Eine neue Erinnerung an „unser Prinzeß chen". Die schönste von allen Erinnerungen an unser nor einem Jahr gestorbenes Prinzeßchen ist soeben in Gestalt eines Märchenbuches im Verlag von H. Hohmann in Darm stabt erschienen unb für 1 Mark in allen Bnchhanb- lungen zu haben. ,,Es war einmal", so heißt bas Märchen. Sechs farbenfrohe Bilber Prof. Olbrichs von feinstem Geschmack, in ihrer Art etwas japanisicrenb, jebenfalls von höchster Künstlerschaft unb bewunbernSwerter Eigenart, bic dem ganzen Bikberbuchwescn neue, hoffentlich recht häufig benutzte Bahnen eröffnet; bazu liebevoll crläutcmbe Worte einer mütterlichen Freundin deS PrinzeßchenS erzählen unS von dem Leben deS FürftenkinbeS in seinem Häuschen bei Jagbschloß Wolssgarten. Wie eine xnrte ferne Melobie klingt cS burch baS Büchlein von einem Leben voller Gluck unb Güte, baS 31t schön war, um lange zu bauern. „Es war -'«mal, so fängt das Märchen an, es war einmal, so härt das Märchen aus". ** Z u m Heldenberger Raubmord. Der wegen Verdachtes in der Heldenberger Mordaffäre in Eronberg verhaftete Tagelöhner Müller ist in das Amts- gerichtsgesängniS in Königstein übergeführt worden. Zwei Kriminalbeamte, die am Nachmittage hier eintrafen, nahmen das erste Verhör vor und hielten Haussuchung in seiner Schlafstelle ab. Sie beschlagnahmten seine Sonntagskleider und fanden Blutspuren an einem Hemdsärmel und einem Kragenschoner, ferner einen in einem Röhren- stiefel versteckten Dolch, der oberflächlich abgewischt war, aber Blutspuren aufwies. Auch zwei blutige Taschentücher wurden vorgefunden. Müller erklärt, er sei von einer Kellnerin in Frankfurt, gegen die er zudringlich geworden sei, auf die Nase geschlagen worden, so daß diese geblutet hätte. Aus derselben Wirtschaft kommt die Denunziatlon, weil er dort außergewöhnlich splendid gewesen sei. Geld wurde keins bei ihm vorgefunden, doch ist nachgewiesen, daß er in jüngster Zeit große Ausgaben für Ueberzieher, Hose und Stiefel gemacht habe, die zu seinem Verdienst in keinem Verhältnis stehen. Er will in einer Wirtschaft, in welcher sich junge Leute gestritten hätten, ein Porte monnaie mit 160 Mark gefunden haben und das Geld für sich verbraucht haben. Sein Brotherr bekundet, daß er am Morgen nach dem Heldenberger Morde rechtzeitig an der Arbeitsstelle gewesen sei. Die Logiswirtin behauptet, er sei abends 9 Uhr noch zu Hause und morgens rechtzeitig beim Kaffeetrinken gewesen. — In der Untersuchung, betreffend den Mord des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen, wurde neuerdings, wie aus Klein-Steinheim gemeldet wird, auch ein Schachtmeister Bezold verwickelt. Dieser arbeitete früher in den Roussel'schen Steinbrüchen, verließ aber vor einiger Zeit seine Stelle, um am Vilbeler Bahnbau Arbeit zu suchen. Er soll sich damals in Begleitung einer Frauensperson nach der dortigen Gegend begeben haben, ist aber seitdem verschwunden. Auf ihn soll die Beschreibung des Mannes passen, der sich bei Heldenbergen am Morgen nach dem Mord zwischen 6 und 7 Uhr am sogen. Hinter- Müllerschen-Graben die Stiefel wusch. Es könnte also der Mann sein, der die zwei Röcke übereinander trug. "Briefe, die ihn nicht erreichten. Wie wir erfahren, lagern bei der Oberpost-Direktion in Darmstadt folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisung von 90 Pfg. vom 19. 11. 03. aus Büdingen nach Frankfurt-Bockenheim; Empfänger unbekannt, Anweisung in Verlust geraten. Einschreibebrief mit 2 Fünfmarkscheinen aus Bad-Nauheim an Rudolf Heine in Triest. Die zur Empfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigenfalls die Beträge der Postunterstützungskasse überwiesen werden. ** Ein Zapfenstreich wird heute vor Großherzogs Geburtstag abends um 8 Uhr von der neuen Kaserne aus stattfinden. Butzbach, 23. Nov. Die Bohrung nach Wasser am „kaiserlichen Kirchhof" hat vollständig das erwartete Resultat ergeben, indem bereits jetzt, nachdem das Bohrloch 85 Meter tief getrieben ist, ein ausgiebiges Wafferquantum zufließt. Seit dem 16. November wird mit einer leistungsfähigen Maschine Tag und Nacht gepumpt, ohne daß da§ zuströmende Waffer eine Verminderung erfahren hätte. Es bleibt auf 50 Meter stehen. DaS Pumpen soll nun noch einige Tage fortgesetzt werden und wenn der Wasserstand ein so konstanter bleibt, dann wäre ein weiteres Bohren überflüssig, da dann eine reichliche Versorgung der Stadt mit einem absolut einwandfreien Trinkwaffer gewährleistet wird. Die reichlichen Erfahrungen, die der Stadtvorstand in den ;a. 12 Jahren, in denen die Leitung funktioniert, sammeln konnte, haben dazu geführt, daß die Stadt ähnlich wie Gießen, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Friedberg, Nauheim ?c. gepumptes Quellwasser benutzt, wenn eben die frei fließenden Wasserläufe nicht ausreichen. (B. Z.) § Friedberg, 23. Nov. Die gestrige Stadt- oerordnetenwahl verlief überaus erregt. Die Agitation war früher nie so groß gewesen; die Sozialdemokraten wollten ihren Kandidaten Bussold durchbringen, während die bürgerlichen Parteien seinen Sturz beschlossen hatten. Gewählt wurden: Maurermeister Bopp mit 699, Loth mit 691 (beide aus Fauerbach), Müller P. Dietz 553, Scriba 543, neu Ferdinand Damm 442 und Ed. Oppenheimer mit 402 Stimmen. Die Gewählten gehören den Freisinnigen und Nationalliberalen an, Dietz ist Zentrumsmann. Somit haben die bürgerlichen Parteien glänzend gesiegt. Der feit- herige Stadtv. Bussold erhielt nur 324, der nationalsoziale Dr. Best nur 308 Stimmen. — Die Beerdigung des früheren Direktors vom Predigerseminar, Geh. Kirchenrat D. Gustav Diegel sand heute im Beisein der Vertreter des Oberkonsistoriums, der Stadt, des Predigerseminars, der Pfarramtskandidaten und vieler Geistlichen statt. Diegel ist 77 Jahre alt geworden; 1858 wurde er Professor am Pre- digerseminur und 1883 Leiter desselben, bis er 1896 in den Ruhestand trat. Die Stadt Friedberg hatte ihn zum Ehrenbürger ernannt. Der Verstorbene hatte sich um die Armenpflege sehr verdient gemacht. Wegen seines überaus freundlichen Wesens erfreute er sich allgemeiner Beliebtheit. PB. Darmstadt, 23. Nov. Die hiesigen Stadtoerordnetenwahlen haben ein überaus erfreuliches Ergebnis gezeitigt. Während bei der vorjährigen Reichstagswahl der Kandidat der Sozialdemokraten mit Leichtigkeit und großer Mehrheit den Sieg über die bürgerlichen Parteien davontrug und auch bei der letzten indirekten Landtagswahl ihr Kandidat mit Hilfe der Freisinnigen nur um wenige Stimmen hinter den Nationalliberalen zurückblieb, sind die Sozialdemokraten diesmal mit teilweise sehr großen Minderheiten unterlegen. Die bürgerlichen Parteien haben sich mit Ausnahme der Bodenresormer zu einer gemeinsamen Liste verständigt und die Folge war, daß die bürgerlichen Kandidat.m mit Mehrheiten von 3200—5700 Stimmen über die Sozialdemokraten siegten, deren Höchstzahl sich auf 2110 Stimmen belief. Da die Bodenreformer und eine sog. unabhängis.he Gruppe viele der sozialdemokratischen Namen auch aus ihren Listen hatten, so kam es, daß die Namen Pros. Dr. Staudinger. Rechtsanwalt Dr. Fulda und andere eine wesentlich höhere Stimmenzahl erreichten, die aber immer noch um mehrere Hundert hinter den niedrigsten Zahlen der bürgerlichen Kandidaten zurückblieb. Das Endresultat ist, daß die sämtlichen zehn ausscheidenden Stadtverordneten wieder- und sechs neugewählt worden sind. Unter den letzteren besindet sich der alte Führer der Nationalliberalen, Justizrat Schmeel und der vorjährige Reichstagskandidat der Freisinnigen Prof. Dr. Harnack. sd. Darmstadt, 23. Nov. Der Hessische Landesverein für Todeseinäscherung hielt heute im Kaisersaale eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, in welcher nach Erledigung der satzungsmäßigen Geschäfte neue Pläne und ein Voranschlag für das schon seit Jahren geplante Darmstädter Krematorium vorgelegt wurden. — Das neue Projekt soll ea. 6 0 000 Mark kosten, wozu der Verein ea. 40000 Mark beisteuern will; den Rest von 20 000 Mark soll die Stadtverwaltung aufbringen, welche das Projekt ausführen und in Verwaltung nehmen solle, und in deren Besitz die Anstalt auch übergehen soll. fc. Lorsch, 23. Nov. Der Stiefvater des kürzlich erschossenen Polizeidieners Schneller hier, Kaspar Grieß er, begeht am 2. Dezember seinen 111. Geburtstag. Der Greis ist noch wohl aus, sieht gut aus, geht noch ohne Stock spazieren, hört und sieht gut, außerdem raucht er noch täglich sein Pfeifchen und trinkt seinen „Kurzen". Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbarstaaten. In Butzbach feiern am 24. d. Mts. Herr Jakob Bellof und seine Ehefrau geb. Marx das Fest der diamantenen Hochzeit. Das Alter der diamantenen Brautleute ist 85 und 83 Jahre. — In Petterweil wurde bei dem Gemeindeeinnehmer ein Einbruchsdiebstahl verübt. Ea. 2500—3000 Mk. fielen den Dieben in die Hände. Sie hatten den eisernen Kaffenschrank erbrochen, ohne bemerkt zu werden.________________________________________ * Kleine Tages chronik. Kürzlich ertappte der Förster Kunze in Höxter l Wests, auf einem Tienftgange zwei Wilderer aus frischer Tat. Während einer die Flucht ergriff, legte der andere beim Anruf des Försters auf diesen an. Ter Förster kam ihm jedoch zuvor und streckte ihn durch einen Schuß nieder. Schon nach wenigen Stunden war der Mann tot. Es ergab sich, daß es der weithin berüchtigte Wilddieb Bädecker war, der den Gerichten schon viel zu schaffen gemacht hat. — In Tour- coing drangen zwei maskierte Personen in das Lokal der Vanque gönerale und versuchten den anwesenden Direktor zu knebeln. Auf dessen Hilferufe eilten vorübergehende Passanten zu Hilfe, wodurch es gelang, die beiden Verbrecher festzunehmen. — In Nikopol (Rußland) wurde der Kaufmann Sackstern, dessen Familie ein Dienstmädchen und ein Gehilfe, im ganzen sieben Personen, ermordet und beraubt. — In Hamburg wurde der Pferdemakler Niemeyer aus Altona in der Nacht überfallen, mit einem Totschläger erschlagen und beraubt. Die Töter entkamen. Kerichtslaak. Dessau, 23. Nov. Am 28. August gerieten der Gefreite Günther und der Musketier Voigt auf dem Tanzboden mit dem Unteroffizier Heine in Streit. Ter Unteroffizier hatte sich in seiner Volltrunkenheit un- anständig aufgeführt und war dafilr von ihnen zur Rede gestellt worden. Der Sinnlose antwortete darauf, indem er sein Seitengewehr zog und mit blanker Klinge um sich schlug. Tie beiden Soldaten entrissen dem Tobenden die Waffe und warfen ihn hinaus. Daß, wie die Anklage behauptet, die beiden draußen noch auf Heine los geschlagen hätten, konnte nicht bewiesen werden. Tie Folge war eine Anklage gegen Heine wegen Körperverletzung unter rechtswidrigem Gebrauch' der Waffe und Mißhandlung Untergebener; gegen die beiden Soldaten wurde das Verfahren wegen Zusammenrottung, Aufruhrs und gewaltsam en Angriffs auf einen Vorgesetzten eingeleitel. Bei der strnfgerichtlicknn Verhandlung bedauerte der Ankläger es, daß zwei sich des besten Leumunds erfreuende Soldaten so hart zur Rechenschaft gezogen werden müßten, und beantragte als das gesetzliche Mindestmaß gegen Günther eine Gesamtstrafe von 5 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus, gegen Voigt eine solche von 5 Jahren Zuchthaus. Gegen den Unteroffizier Heine beantragte er 6 Monate Gefängnis und die Degradation, da er „der Hauptschuldige sei, durch dessen unwürdiges Betragen zwei Menschen mit hohen Strafen belegt werden müßten". Ter Verteidiger des Heine, ein Hariptnrann. beantragte dessen Freisprechung, weil er sich „infolge seiner totalen Betrunkenheit seiner Handlungsweise nicht bewußt gewesen sei". Tie Richter verurteilten Heine wegen Körperverletzung zu 3 Monaten Gefängnis ohne Degradation, dagegen Günther und Voigt wegen Auftuhrs zu je 5 Jahren und einem Tag Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Heere. Die Mutterliebe hat die Arbeiterfrau Ida Kmnmisch zu einer verhängnisvollen Vernachlässigung ihrer Pflichten geführt, die sie vor der Strafkammer des Landgerichts 1 in Berlin zu verantworten hatte. Tie Angeklagte versieht bei Eichwalde an einer Kreuzung der Landstraße mit der Eisenbahn den Sperrdienst. Beim HerannalM eines Zuges hat sie die Sperrstangen, die den Bahnkörper gegen die Landstraße abschließen, herunterzulassen. Ihr wird auch bon allen Seiten das beste Zeugnis gegeben. Eines Tages hatte sie ihr kränklickws Kind mit in die Bude genommen. An jenem Tage passierten kurz hintereinander zwei Züge jene Strecke. Beim Herannahen des zweiten Zuges hatte die Angeklagte vergessen, die Wehr rechtzeitig herabzulaffen. Ihr Kind hatte gefthrieen, sie hatte in der Bude danach gesehen und darüber die Signalz-eichen des Zuges überhört. Ein unglücklicher Zufall hroUte es, daß gerade in dem kritischen Moment ein Gefährt aus dem benachbarten Gute über den Bahnkörper hinwegfahren wollte; es wurde von,der Lokomotive erfaßt und umgeworfen, und nicht nur das Pserd und d?r Wagenführer erhielten Verletzrmgen, sondern auch ein aus dem Wagen geschleudertes Mädchen wurde recht schwer am Kops verletzt. Tie Angcllagte mußte zugeben, daß sie in der Sorge -um ihr schreiendes Kind die gebotene Aufmerksamkeit nickt habe walten lMn-, Sie wurve rn secks Won^ Gffänam s verurteilt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. B e r l i n , 23. Nov. In der heutigen Sitzung des H i t> e r n i a Konsortiums wurde beschloßen, dem Besitz und den Anrechten des Konsortiums auf die Hiberuia-Aklien eine juristische Form zu geben, welche eine dauerndeKonservierungderAkliell- majorität (also über 30 Millionen Mk.) sichern soll. Märkte. th. Gießen, 24. Nov. Am gestrigen O ck s e n m a r k t fehlte es an passender Ware für norddeutsche Käufer, die am Markt waren, um schweres Gangvieh zu kaufen, welches nicht aufgefahren war. Tie wenigen Paare leichte Fahrochsen, welche den Vornat bildeten, blieben in der Provinz. — Ter Schweine- markt fatte einen Auftrieb von 600 Stück. Ter Handel war rfor ruhig und Ware nur zu geringeren Preisen als die bc5 letzten Marktes anzubringen. Trotz des für unseren Markt gelingen Auftriebes konnten die Käufer den Vorrat nicht aufnehmen, sodaß etwa 100—150 Stück überständig blieben. Bezahlt wurden für Ferkel, bis 10 Wochen alt, 24—30 Mk., bis 16 Wochen alt, 35—42 Mk, leichte Läufer 46—75 Mk., schwerere Läufer 85 bis 100 Mk,' pro Paar Einlegschweiue je nach Güte 65—80 Mk. pro Stück. Nächste Markttage: 13. und 14. Trzember, am letzten Jane Weihnachts-Krämermarkt. Limburg a. b. L., 28. Nov. Frachtmarkt. Durchschnittspreise nro Malter. Roter Weizen M 80 Mk., weiße- Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 10.50, Gerste 10.20 Mk., Haier 7.18 TtfJ Erbsen 0.00 Mk., Karoffeln 0.00 Mk. te. Frankfurt a. M., 24. Nov. (Teleqr. Orig.-Bericht be3 „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 25 Ochsen, 12 aus Oesterreich, 0 Bullen, 00 aus Oesterreich, 52 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 805 Kälber, 207 Schale und Hammel. Bezahlt wurde für 100 Pfund Scblacbtaewicht: Ochsen 1. Qualität 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 88—70 Mk., 8. Qual. 59—63 Mk.; Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00-00; Kühe 1. Qualität 67-69 Mt» 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 54—56 Mk., 4. Qual. 45—47 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 45—48 Pfg., 2. Qualität 59—62 Pfg., Lebendgewicht 43 — 45 Pfg., Schlachtgew. 57—61 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 68—70 Pfg., 2. Qual. 62—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend ; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Henrik iilriöniuirn. R. 13. Darmstadt, 24. Nov. (Eigener Draht« bericht.) In der zweiten Kammer wurde heute zunächst das Schlachtviehversicherungsgesetz zu Ende beraten. Darauf legte der Finanzminister den neuen Haushaltsetat für 19 0 5 vor und bemerkte dazu, es sei ein Fehlbetrag nicht zu vermeiden gewesen, er sei aber von 1 700000 Mk. im laufenden Jahr auf 758 000 Mk. im neuen Etat zurückgegangen, während gleichzeitig die Abführung an dem Ausgleichsfond von 150 000 Mark auf 680000 Mark erhöht werden konnte. Auch der Abschluß der Rechnung für 1903/04 zeige eine wesentliche Besserung. Einem Rückgang des zu 2 360 000 Mk. veranschlagten Fehlbetrags auf tatsächlich nur 1189 000 Mark stehe eine erstmalige Abführung an den Ausgleichsfond von 1140 000 Mark gegenüber. Die Vermögensrechnungen der früheren Jahre betragen alle l/2 Million, während gleichzeitig der Ausgleichsfond um zwei Millionen angewachsen sein wird. Der Minister schloß: „Alles in allem kann ich hiernach bei der liebergabe des neuen Voranschlags wohl sagen, sie ist noch nicht gut, aber sie ist doch wesentlich besser geworden. (Lebhafter Beifall auf allen Seiten des Hauses Bei der Beratung des Antrags Erck betreffend die Sonntagsruhe für Mühleingewerbe entspann sich eine außerordentlich . l e b h a f t e Debatte. Abg. Brauer warf der Regierung „Aufhetzung der Arbeite r? massen" vor. Sie begünstige Die großen Betriebe und ruiniere die kleinen. Dagegen protestierte kurz bet) Staatsmini st er und dann in längeren Ausführungen! und schärfster Weise Ministerialrat Braun. Brauer erklärte später, der Ausdruck Arbeiteraufhetzung sei von ihm' aus einem Zuruf des Abg. Ulrich nur aufgegriffen worden; er habe weder Ministerialrat Braun noch der Regierung; einen derartigen Vorwurf machen wollen. Ministerialrat! Braun erklärte darauf gleichfalls, daß dann seine Bemerkungen auch nicht persönliche Angriffe enthalten sollten^ Die Sitzung wurde um s/42 Uhr beendet und wird Heutenachmittag um Vb4 Uhr wieder ausgenommen. Berlin, 24. Nov. Die Berliner Aerzte nahmen in einer Sitzung der medizinischen Gesellschaft energisch Stellung gegen das neue Fleischbeschaugesetz. Berlin, 24. Nov. Durch die Zahlungseinstellung des Bankgeschäftes Paul Schmoock, ist eine Reihe von kleinen Leuten in Mitleidenschaft gezogen worden. Wien, 24. Nov. Wegen eines Wortwechsels am Krankenlager eines Patienten fand zwischen den Budapester Aerzten Dr. Wilhelm Friedrich und Dr. Ugar ein Säbelduell statt. Beide wurden schwer vrletzt. Bom Kriege. London, 24. Nov. Einer Lloyd-Meldung Zufolge wirb befürchtet, daß der englisch e Dampfer ,Lnvernes^- welcher am 16. Oktober mit Lebensmitteln und Schießvor- raten nach Korea abging, in die Hände der Russen gefallen oder infolge seiner gefährlichen Labung zu Grunbe gegangen ist. — „Daily Mail" berichtet aus Weiheiwei. von gestenr: Die in einem Rettungsboote aus Port- Arthur ein getroffenen Russen erklären, baß sie das Boot gestohlen hätten, um darin zu fliehen. Sie teilen ferner mit, baß Wasser und Munition in Port Arthur sehr knapp seien, die Lebensmittel aber noch für mehrere Monate reichten. In der Stabt seien 2 0 000 Verwunbete; und kranke Soldaten. — Der „Standarb" melbet aus Tokio von gestern: Nach zuverlässigen Mitteilungen von ber Belagerungsarmee feuerten bie russischen Seefortsi in ber letzten Zeit bei ber Annäherung von japanischen! Kriegsschiffen nicht mehr. Eines ber russischen Schiffe machte den Versuch cherauszukonrmen, ba alle schwer be- schäbigt sind. Die Zahl der bei ben Japanern eintreffenden russischem Deserteure wächst täglich. Nach! ihren Aussagen nimmt bie Demoralisierung ber Garnison! von Port Arthur zu. — „Daily Chronicle" berichtet aus Schanghai von gestern: Der englische Dampfer Tung- schow, mit 30 000 Büchsen Büchsenfleisch von Schanghai nach Port Arthur unterwegs, ist am 23. Nov. von ben Japanern abgefpngen worben. Das Unternehmen! ging von der russisch-chinesischen Bank aus, ber es 260 000 Taels kostet. Paris, 24. Nov. Das nationalistische Gemeinberats- mitglieb Aubignö, ein ehemaliger Offizier, macht im „Echo be Paris" den Vorschlag, dem General Stössel einen EhrensäÜiel, seiner Gattin ein Andenken und allen Offizieren .und Soldaten in Port Arthur Medaillen zu überreichen und zu diesem Behufe in Frankreich eine Geldsammlung zu veranstalten. Telephonischer Kursbericht« 3‘^°/o Heioh*anteihe . . 101 40 Mexikaner . . 33.40 87 do. . > . 89.40 lt/,0/,1 Konflols . . . 101.40 3% do .... 89.45 Hessen .... 100.20 % Ob erb essen . . . —.— 4 9q Oosterr. Go’drenic , 102.10 4‘ 6 % Oesterr. Silborrente 100 10 4% Untrar. Poldrento . . 100.00 40/ haben Rente . . . 104 00 4’ ,% Portugiese . . . 68.40 °/ Portugiesen, .... 68.70 1 % 0. Türken .... —.— l'ürkonloso ..... 131 80 4% Grieeh Monopol-Anl. 48.00 4‘/,$o äussere Argentiner 00.00 Tenden .ii ■ *'■■■■ 4*V/. Chinesen , . . 90.60 Eioctr’o. so> uckert . . , 121.50 Nordd Lloyd . . . . 108.40 Kreditnktien . . , < 211 50 Diakonto-Kommand$t. . 192 90 Darmstädter Bank . , 141.90 Dresdener Bank ...» 156.30 Beriner Handelsges. . . 162.60 Oosterr. Staatr»bahn , . . 138 75 Lombardei*. , . • , . 17.50 GoHhar-ibahu .... 391.50 Laurahüite ...... 267.50 Boobam ...... 228.60 Hnrponer ...... 218.00 Schatzscheine ..... — : fest. LI .J____LJH—LUI .!■'■—gBgWBBS RiQttiO’A TIonf behandelt man erfolgreich nur mit dem 11?|<1L nicht fettenden, feinst parfümierten, in Myrrholniglycerin. Viu m-*1 in wir Otüßr 9egcn Villen itQ,M ang I nicyt, die xa werde bedbc; sicheret httöa« uno n- iW'i eireii ungeu ungen Dom Wxi Die ni Untci v btruh labu. bt'UjiJ Öfffuu etL ■ 1 als - dann Znt rr Scann Sitild ollen 3i' bom '• tn angei [onöcn den p dievu denn i lieber nehn-.c d-i ttn Moi c Verschiedene Sängerkranz Giessen L:>v Konzert ( Programm. Julius Btfntgen. Bahnhofstraße 61. 7247 und CabcljuU Stottern! e: In Eispackung, treffen ChristianWallenlels Näheres bei 17685 6 Zimmer an 'Kanalifatieit S536 07085 W. Höss, Lscnsetzer, Blcißüraije 31,1. Ttlilk ♦ Ihowöth. Duisburg am Rhein. Passandes Weihnachts- Geschenk! Peter Cornelius. Peter Cornelius. Carl Börich. Carl Börich. Charles Guunod. Frans Bauer. Richard Stranes. August Bungert Eugen Hildach. F. Meudelssohn- Bartholdy. Sur echt eit ollge> Schutzmarke Ein Schmuck fOr jedes Zimmer! 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