Wr» Ä50 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Montag 24. Oktober 1904 KgNch ^uS"lchm« des Sonntags. AA A, XX RotattonSdruck und Verlag der Brühlfchm Die „Gießener LamMenblStter« werden dem fi WH M O* ßD W H O* P&1 M X HZ E O fl/Tf Unwersttätsdruckeret. R. Lange, Gießen. ÄÄSÄÄ5 WvfjvHvl General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VolMfche Wochenschau. urehr als zweijähriger Regierungszeit ist Cnober König Georg von Sachsen seinem berühmten Bruder, dem 1902 verstorbenen König Albers N, Tod gefolgt, und der bisherige Kronprinz hat als Könrg Friedrich August die Herrschaft angetreten. Eine trefgehendere politische Bedeutung kommt diesem Thronwechsel nicht zu, da an dem innerhalb der weiß-grünen Grenzpfahle herrschenden konservativenSystcm auch fernerhin fest gehalten werden dürfte. Eine erfreuliche Maßnahme des neuen Königs ist ein soeben veröffentlichter Amnestie- 2 c *a ® ™ „den folgende Strafen erlassen werden: ^bgen M a j e st ä ts beleidigung, Hausfriedensbruchs, wörtlicher Beleidigung eines Beamten oder ejner Behörde, Preßvergehens, solvie Uebertretung gegen das Feld- und Forststrafgesetz. Diiie Vollstreckung soll am 25. d. M abgebrochen werden. Me Amnestie gilt auch für die Fälle, wo die Rechtskraft am 1. November eintritt Aus ge - fajloffen bleiben alle Strafen wegen Tierquälerei. Bezüglich der unter per Militärgerichtsbarkeit verhängten Strafen ist ein ähnlicher Gnadenerlaß ergangen. Hendrik Witboi und die ihm anhängenden Stämüre der Hottentotten sind treubrüchig geworden und haben ebenfalls Die Fahne des Aufruhrs gegen die deutsche Oberherrschaft erhoben. Der Distriktshauptmann von Ket- mannshop, v. Burgsdorff, an den Witboi seine Kriegserklärung richtete, war nach deren Empfang allein und unbewaff net zu dem Häuptling geritten, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Seitdem ist keine Nachricht von ihm eingetroffen, sodaß man leider «annehmen muß, daß er als Geisel im feindlichen Lager zurüekbehalten wird. Das ist eine neue Unverschämtheit dieses treulosen schwarzen Mannes, und es unterliegt keinem Zweifel, daß jetzt die Kriegsfackel noch einmal von neuem entfacht wird. Ueber die jetzt zu treffenden weiteren Maßregeln zur Nieder- ringung des.Aufstandes kursieren gegenwärtig nur vage Gerüchte. Spricht man do chdavou, noch weitere 6000 Mann mittels Kriegsschiffen in die aufständische Kolonie zu schicken, da sich der Krieg unter Umständen no>ch auf zwei Jahre erstrecken könnte. Dabei sollen die Kriegskoshen schon die für diesen Zweck gewaltige sSumme von 100 Millionen Mark betragen und in gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß sich zur gänzlichen Niederwerfung des Ausstandes diese Summe norch verdoppeln wird. Unsere Kolo- nialpolittk steht hier vor einem Fiasko, wie es schlimmer nicht gedacht werden kann, und das nur geeignet erscheint, uns in den Augen der übrigen Nattonen zu diskreditieren. Ter Reichstag, der voraussichtlich erst Ende November wieder zusammentreten wird, wird in seiner bevorstehenden Tagung einen umfangreichen Stofs zu bewältigen haben, wovon wiederum die zu erwartende Heeresvorlage das meiste Interesse erregen und zu den lebhaftesten Kontroversen Anlaß geben wird. Die Vorlage fordert nichts Geringeres als eine Erhöhung der Fried ensPräsenzstärke, die denn auch, schon mit Rücksicht aus die Erhöhung des Heeresetats in Frankreich, bewilligt werden wird. Im Gegensatz zu ihren Kollegen vom Reichstag werden sich die Abgeordneten für den hessischen Landtag wohl schon in den nächsten Wochen wieder versammeln, obwohl über die Einberufung noch immer nichts Sicheres verlautet. Zur Verhandlung stehen ein paar überaus wichtige Regierungsvorlagen, so namentlich die Bad-Naü- heim betreffende, die die Befürwortung des Finanzausschusses gefunden hat und hoffentlich auch im Plenum volle Billigung finden wird, trotz der reaktionären, allem vernünftigen Fortschritt feindlichen, ewig nörgelnden und und obendrein anmaßend großsprecherischen Wormser Opposition, die sich in der Wahlrechtsangelegenheit auf$ aller- ttäglichste und volksfeindlichste gezeigt Hut. Vor der hessischen Kammer wird das preußische Abgeordn etenhaus seine Sitzungen beginnen.' Dort stehen sehr wichttge Angelegenheiten zur Verhandlung, zunächst die freisinnige Interpellation wegen der ominösen Sammlungen des Oberhofmeisters v. Mirbach. In den Kommissionen ruhen Vorlagen bezw. Mträge von noch größerer Bedeutung, wie die drei wasserwirtschaftlichen Vorlagen, und der Anttag Hackenberg, den Erlaß eines Schulunterhaltungsgesetzes bettessend. Ihre Arbeit wirklich begonnen hat vorläufig erst die K a n a l k o m m i s s i o n. In Zusammenbüng mit deren Arbeiten steht eine vom Ministerium für Landwirtschaft zum letzten Samstag einberufene Konferenz, zu der Vertrauensmänner aus verschiedenen Landesteilen erschienen waren. Es handelte sich bei den Besprechungen um Maßregeln zum Stutze des Hochwassers und zwar sollen die Ausführungsbesttmmungen zu den bereits in Kraft getretenen wasserwirtschaftlichen Vorlagen begutachtet bezw. festgestellt worden sein. Im Auslande haben letzthin in Frankreich die Sitzungen der Kammer gleich wieder mit Angriffen gegen das Ministerium E o m b e s begonnen, diesem inoes am letzten Samstag ein Vertrauensvotum gebracht. In Italien veröffentlichte die Regierung ein langatmiges Dekret, in dem die Auslösung des Parlaments angeordnet wurde. Die Tatsache, daß die Russen von jeher die blutigsten und verlustreichsten Kriege geführt haben — man braucht nur an den siebenjährigen Krieg, die napoleonischen Kriege, den Krimkrieg und den letzten russisch-türkischen zu denken — ist auch jetzt wieder vollauf bestätigt worden. Tie tagelang währenden Kümpfe, die in letzter Zeit am Schahoflusse in der Nähe von Mukden ausgesochten wurden, arteten zuletzt in eine Metzelei aus, wie sie in europäischen Kriegen der neueren Zeit in dieser Art niemals vorge- tommen ist. Auch in diesen hat man Schlachten gekannt, die mehrere Tage dauerten, um aber für den Riesen- kampf, der dort zehn Tage ununterbrochen wütete, passende Analogien zu finden, muß man schon weit in der Geschichte zurückgehen, etwa zu der Mongolenschlacht bei Liegnitz oder dem gewaltigen Kampf, der auf Öen katalaunischen Feldern der Herrschaft der Hunnen in Europa ein Ende machte. Bemerkenswert an diesen Beispielen ist es, daß es beide Male Völkerschlachten mongolischen Ursprunges waren, die hier in fatalistischem Todesnmt gegen die höher stehende europäische Kultur anstürmten. Rassenkämpfe also, die eine gewrsse Aehnlichkeit mit dem zeigen, der jetzt wieder im Norden der Mandschurei abspielt. Die Schlacht am Schaho ist, wenn sich auch die Japaner den Sieg zuschreiben, im wesentlichen unentschieden geblieben. Ter russische General S s a cha r o w meldet, daß von den Russen im ganzen nach dem Kampfe vom 16. Oktober 14 japanisch e Geschütze erobert seien, und zwar neun Feld- fU'nö fünf Berggeschütze. General Putilow hat am 13. Oktober 12 japanische Geschütze genommen. Er hat dafür den Georgsorden 4. Klasse vom Zaren ei> hatten, der ein sehr gnädiges Schreiben au feine „heiß geliebten Truppen" gerichtet hat. Die Rufs. Tel.-Ag. meldet ferner vom 21. d. M. aus Pudsiatsi: Vom 11. bis zum 18. Oktober kämpfte das erste Armeekorps unter Baron Meyendorffs Befehl bei den Höhen von Jansintun. Es ging mit Ehren, ttotz großer Verluste, aus diesem schwierigen Kampfe in dem bergigen Terrain hervor Ein besonders blutiges Gefecht fand bei der Besetzung eines Bergkegels am Schahouser in der Nähe des Dorfes Sahojau 'tatt. Die Russen erbeuteten hierbei 14 Geschütze, 40 Munitionswagen und eine große Anzahl Gewehre. — Der japanische Marschall Oyama berichtet seinersetts: „Die Anzahl er von uns erber linken Armee ero b erten ruf sich en Geschütze beträgt im ganzen 43. Davon wurden 27 von der Linken und 16 von der rechten Kolonne genommen." Nach dem furchtbaren Ringen am Schaho trat auf dem Kriegsschauplätze eine Pause ein, vermutlich wegen der Er- chöpfung beider Gegner. Tie Japaner haben die russi- chen Lazarettgehilfen und die verstümmelten Soldaten aus der Gefangenschaft entlassen und ie zu dem russischen Konsul in Schanghai gebracht. Es oll die Absicht bestehen, alle dauernd kampfunfähig gewordenen Gefangenen nach der Heilung zu entlassen. In der Umgebung von Mukden wütet ein furchtbarer Sturm Nachts fällt die Temperatur auf 5 Grad unter Null. Das chlechte Wetter ist für die Japaner äußerst ungünstig, ie erfrieren, während die Russen dieses ihnen adäquate Klima ganz gut ertragen. Sie scheinen sich jetzt längs des NorduferS am Schaho versammelt zu haben und besetzen vorbereitete Stellungen, die hinreichend stark sind, die Ver- vlgrmg der Japaner, die längs des Südufers des Muffes Mteilt sind, zu. hemmen. Die linke japanische Flanke er den Fluß geworfen und droht die russische Flanke zu umfassen. Es ist fraglich, ob Kuropatkin lediglich be- Ramsche Linke ganz aufzuhalten, um starke Nachhutstellungen vorbererten zu können, oder ob er ein neues allgemeines Treffen plant. Die letztere Hypothese scheint am meisten Glauben zu verdienen. VoMische Tagesschau. Daß der Rücktritt des Freiyerrn von Mirbach von der Stellung als Oberhofmeister der Kaiserin eine beschlossene Sache ist, läßt sich wohl mit Sicherhett auS der vor wenigen Tagen bekannt gegebenen Ernennung deS Zerenwnienmeisters Eugen von Roeder zum ^Ersten Diensttuenden Zeremonienmeister" mit dem Rang einer „Vizeoberhofcharge" schließen. Denn Herr von Roeder, der vor seiner Ernennung vom Kaiser empfangen und zur Tafel gezogen wurde, ist, wie wir im „Hann, fccnir.* lesen, als Nachfolger des Herrn von der Knesebeck in den Funktionen eines Einführers des diplomatischen Korps in Aussicht ge- noinmen, wenn Herr von der Knesebeck die Nachfolger des Freiherrn von Mirbach im Archivmeisteramt der Kaiserin angetreten haben und, für das er als bestimmt gilt. Herr von Roeder würde dann übrigens m ein Amt gelangen, das am Hofe Kaiser Wilhelms I. gleichnenniger Oheim, der Major und Landrat a. D. Eugen von Roeder, als „Introducteur des Ambassadeurs“ viele Jahre innehatte, der als Oberküchenmeister 1887 starb. Er selbst ist ein Sohn des 1884 verstorbenen Generals d. Inf. und Gesandten in Bern, Heinrich von Roeder, und der Bruder der Gräfin Alvensleben, der Gemahlin des deutschen Botschafters in St. Petersburg. Ehe er in den Hofdienst trat, gehötte er kürzere Zeit, als Leutnant im 2. Gardedragonerregiment, der Armee an. Dann lebte er mit feiner Familie — seine Gemahlin ist eine Engländerin — meist in der Schweiz, in Interlaken und erschien in Berlin nur, um während der Winterfestlichkeüen seines Dienstes zu walten. ♦ Politische Militärattaches. DaA Militärwochenblatt hat mitgeteilt, daß der kaiserliche Flügeladjutant Major Frhr. v. der Wenge, Graf v. Lambsdorff, Militärattachee der deutschen Botschaft in Petersburg, dem Kaiser Nikolaus attachiert und dessen Hauptquartier zugeteilt worden ist. Tie politische Bedeutung dieser Ernennung wird in der „Boss. Ztg." also erläutert: Mit dieser Ernennung wird ein Verhältnis wieder ausgenommen, >das in den Tagen der Zaren Alexander L und Nikolaus L geschaffen, erst unter Alexander III., dem großen Hasser Teutsch- lands, beseitigt worden ist. Ter russische Militärattachee in Berlin war dem unmittelbaren Dienst beim König von Preußen zu- geteilt, befand sich dauernd in dessen nächster Umgebung und ipurbe beinahe wie ein preußischer Offizier betrachtet und behandelt. Ganz in demselben bevorzugten BertrauensverhältniA stand der preußische Militärattachee in Petersburg zu dem Kaiser von Rußland. Wenn jetzt nach langjähriger Unterbrechung wieder zu dieser Einrichtung znrückgegrisfen wird — die russische Parallelernennung dürfte gleichzeitig erfolgt sein und demnächst verlautbart werden — so darf das als ein Symptom der Wieder- erwärmung der seit den Tagen Alexanders III. stark erkälteten Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland bettachtet werden. Nach einer Wolfi'schen Meldung wurde der Militärattaches der russischen Botschaft in Berlin, Oberst v. Schebekow, bent1 deutschen Kaiser attachiert. ♦ Unfallstatistik für Land- und Forstwirtschaft. Tie vor ellva dreieinhalb Jahren angeordnete und seitdeni, eifrig betriebene besondere Unfallstatistik für Land- und Forsb-, Mrtschaft auf das Jahr 1901 ist im Reichs-Versicherungsamt fertig gestellt worden. Ihre Veröffentlichung erfolgt in, zwei Teilen. Ter erste hat Aufschtüsfe über die versicherten Betriebe,' Personen und Verletzten, die Unfallereignisse, die Zahl der HinteMiebenen der Verletzten. Alter und Geschlecht der Verletzten, Att und Folgen der Verletzungen, die Zeit der entschädigungspfiichtigen Unfälle, die Unfall Häufigkeit nach der Art der Bodenbewirtschaftung und die durch die Viehhaltung und durch Tiere herbeigeführten Unfälle gegeben. Ihm sftid sechs kartographische Tarstellungen der Unfatthäufigkeil im allgemeinen und bei der Bewittsämstung der Kewer, der Gätten, der Forsten, der Wiesen und Weiden und beS Reblandes bei- II■Illi.......IIII........................................... Ker Iiug. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nach>ruck verboten.) (Fortsetzung.) „Haben Sie vielleicht hier eine Heilanstalt für Nervöse eingeriästct, Herr Neugebaur?" , „Nein, das nicht", la-aste dieser. „Mer rch habe an mir selbst die wohltätige Wirkung des^ hiesigen Aufenthalts gespürt." „Ja, die Langeweile soll ja manchmal eine wohltätige Wirkung auf überreizte Nerven ausÄben." „Was die Langsweile anbettifft, so werde ich versuchen, Ihnen dieselbe zu vertreiben. Machen Sie es wie ich und beschäftigen Sie sich mit den Keinen Angelegenheiten der Leute hier." „Ich bin kein Tetektiv, Herr Neugebaur. Und dann, was könnten diese Angelegenheiten Interessantes bieten?" „Oh — greift nur hinein ins volle Menschenleben, sagt der Ticyter mit Rechet. Sehen Sie, da kommen die Frauen und Mädchen auS der Fabrik zum Mittagessen heim." „Ja, ich sehe es." . . . „Ich versichere Sie, daß jede von ihnen einen kleinen Roman hat. Ta sehen Sie sich einmal die große schlank Person an, die da im dunklen Kleide, welche ganz allein geht. . . fetyen Sie die Frau?" „Ja... ich sehe sie. . . was ist das?!" NLit diesem Ausruf sprang Ferdinand empor, lehnte sich aus dem Fenster und sah mit gespannter Aufmerksamkeit der Frau nach. „Was haben Sie? — Kemten Sie die Person?" fragte New- gebaur mißtrauisch. Ferdinand wandte sich langsam wieder Neugebaur zu und sah ihn groß an. Sein Gesicht ivar nod) blasser geworden, feine Hände zitterten. „Kennen Sie die Fvau?" fragte er und seine Stimme bebte. „Gewiß kenne ich sie. Es ist eine Frau Marie Brandt, deren Leben ein wahrer Roman ist. Aber was erregt Sie so?" „O nkW .—3 nickxts. Eine flüchtige Aehnlichkeit täuschte mich. . ,,Marie Brandt heißt die Frau, sagten Sie? Und sie ist verheiratet?" „Wie man's nimrnt", sachte Neugebaur. „Wenigstens hat sie einen Sohn." „Ah... wie alt ist der Knabe?" „Er wird im Tezernber drei Jahre alt." „TM ist merkwürdig." . . . „Was haben Sie, Herr (toller?" „Nichts. Was sollte idt haben? — Ihre Erzählung interessiert mich. — Sie scheinen recht zu haben, daß man überall im Leben auch Interessantes trifft, wenn man nur die Auaen aufhält. — In der Tat, eS ist sehr hübsch hier ... ich will Ihren Rat befolgen, und einige Tage hier bleiben. . . Herr Wirt, kann ich ein Zimmer aus einige Tage haben?" wandte er sich an den eintretenden Wirt. Tiefer versichette, daß noch ein schönes Zimmer mit der Aussicht nach der Schneekoppe frei ist. „Gut, ich nehme das Zimmer auf acht Tage, lassen Sie mein Gepäck hinaufbringen", befahl Groller. Mit Erstaunen hatte Neugebaur diese plötzliche Sinnesärrder- ung bemerkt. Mit der Schlauheit eines gewiegten Tetektivs butterte er ein Geheimnis. . . und dieses Geheimnis mußte mit Marie Brandt zusammenhängen, denn ihr Anblick hatte Groller zum Bleiben veranlaßt. Sollte Groller ftüher zu der Brandt in Beziehungen gestanden haben? das mußte noch ausgekrmd- sck>aftet lverden; aber zuerst wollte er dem alten AmtsgerickKsrat durch einen anonymen Brief einen gelinden Sclirecken einjagen, um ihn zu feiner Anzapfuivg gefügiaer zu machen. Mit diesem löblichen Vorsatz begab er Jid)i auf fein Zimmer, da er vorläufig mit Ferdinand Groller ein intimered Gespräch nicht mehr führen konnte, well sich mehrere Gäste emgefunden batten Auch Ferdinand zog ficb auf fein Zimmer zurück und ließ sich den ganzen Tag über nicht mehr sehen. Am Abend desselben Tages saß der AmtsgerichtZttü Wernes vor der Tür des kleinen Hauses und blickte traurig in trie1 Tmnmerung hinaus. In der Hand hielt er einen Brief, der ihm diesen Nachmittag durch einen Jungen aus bem Torfe überbracht worden war. Er lächelte bitter, wenn sein Blick mif den Brief fiel. Plötzlich erhob er sich, wie in einem festen Entschluß und rief in das Haus: „Frau Marie, haben Sie einen Augenblick Seit?" „Gewiß, Herr Rat", klang die ernste Stimme der Frau zurück, und gleich darauf trat Marie Brandt ans dem Hause.' Tie Aermel ihres einfachen Kleides waren zurückgeschlagen,- ihre Wangen waren gerötet, und man sah e£ ihr an, daß sie angestrengt gearbeitet hatte. Durch die blühende Farbe, welche ihre sonst so blassew Wangen bedeckte, und die saubere weiße Schürze sah die Frau ordentlich jung aus, und der AmtSgerichtsrat betrachtete fie mit lächelndem Wohlgefallen. „Wie hübsch Sie mlsschen, Marie", sagte der alte Herr freundlich. Ihr Gesicht verdüsterte sich „Nun, nun", fuhr er begütigend fort, „Sie brauchen einem alten Mann ine~ tleine Schmeichelei nicht übel zu nehmen. Ich freue mich, daß Sie so zufrieden und munter arlsschauen." „Ich habe Ihre Oberhemden geplättet", entgegnete sie. . . „Tabei ist mir etwas heig geworden." „Ja, ja, Sie sind immer fleißig und tätig. VEber nun lassen Sie die J-rau >knoche die Olx-r»n'mden nur fertig plätten und setzen Sie fiel) zu mir, ich habe ernsthaft mit Ihnen zu sprechen." „ t . Tie junge Frau naljm neben dem alten Herrn Platz und sah ihn gespannt an „W • ' „Ja, mein liebes mir zu sägen, Herr 3tat?" Kind", entgegnete der alte Herr in gegeben. Der 15. Oktober bei Osowandimee gefallen: Reiter Würg. Kc 1-Ltrahlen wohl noch weniger (tfnabe finbeiu ersten Regierungstaten Kaiser Friedrichs war bann, daß er dem Reichsgerichtspcäsidenten Simon und dem Iustizminister Friedberg den Schwarzen Adlerorden verlieh, mit dem außerdem statutenmäßig erblicher Adel verbunden ilt. ° sind die Vorgänger, auf die James Simon blicken darf. vergessenen Vater zu « wissen nicht, ob Herr Simon, dessen in großem Stile geübte philantropische Tätigkeit bislang nur dem kleinen Kreise^Eingeweihter bekannt war, je Gelegenheit gehabt hat, von Friedrich in., als Kronprinzen oder Kaiser, bemerkt zu werben Aber es darf gesagt werben, daß die Verleihung dieser hohen, ein Symbol drr sozialpolitischen Anschauungsweise unseres Monarchen darstellenden Auszeichnung an einen Berliner Kaufmann nichtchristlicher Religion ganz im Geiste des auf- geklärten kaiserlichen Dulders geschah, der allen Berufen, allen Konfessionen mit gleicher Vorurteilslosigkeit gegenüberstanb. So hat Kaiser Wilhelm U. als der rechte Erbe seines Vaters sich erwiesen. Es ist noch nicht so lange her, wenigstens von einer historischen höheren Warte aus betrachtet, daß in Preußen israelitische Staatsbürger der Gnaden- rechte für würdig angesehen wurden, deren Erteilung zu den Privilegien der Krone gehört. Erst in jüngster Zeit gab der m Biantz erfolgte Tod der Gräfin Emilie de la Rochefoucauld, | die sich laut preußischer Kabinetsordre vom 26. Juni 1869 .Freifrau von Delmar* nennen durste, dazu Anlaß, ihres Großvaters, des Bankiers Moritz Levy Delniar, zu gedenken, der in der Zeit deL tiefsten Niederganges Preußens, am 13. April 1810, preußischer Freiherr wurde. Trotz seiner großen Verdienste um den Staat mußte Baron Delniar wegen seiner Standeserhöhung mit so starken Gegenströmungen kämpfen, daß er es vorzog, seinen Wohnsitz aus Preußen fort- zulegen. Wie fein ferneres Leben sich gestaltete, ersehen wir aus einer kurzen Tagebuchnotiz in dem 2. Bande der Erinnerungen des österreichischen Botschafters am Tuilerienhofe Grafen Hübner. Der schreibt am 28. November 1859: .Der alte und blinde Baron Delmar, ein Berliner, desien pracht- Zu der Verleihung des Wilhelm«.Ordeu8 an Herrn James Simon volles Hotel in der Avenue Marigny unter dem Julikönigtum einer der exklusivsten Mittelpunkte des Faubourg St. Germain war, ist vergangene Nacht, fast ruiniert und von aller Welt verlassen, gestorben. Ich bin naiv genug, mich über diese Undankbarkeit zu entrüsten; aber Wett ist Weit'. Die nächste Etappe nach Herrn v. Delmar in diesem Kapitel der Geschichte des preußischen Adels und Ordenswesens bietet der Geh. Rat Bleichroeder, der 1871 das Eiserne Kreuz, 1873 die drei bedeutsamen Buchstaben .von" erhielt. Eine der Jua öte m werben bi Der Aufstand in Deulfch-Südwestafrista. Berlin, 22. Okt. Ein heute von dem Generalkonsul in Kapstadt eingegangenes Telegramm meldet: Die Kompanie Wehle wurde am 5. Oktober im Lager Sturacsiverst beim Waffersall (Hurub) bei Tagesanbruch diirch Morenga mit 150 Gewehren angegriffen. Der Feind wurde m die Karrasberge zurückgeworfen. Eine Verfolgung ist ohne Verstärkung unmöglich. Der Feind hatte elf Tote zurückgelassen, sein Verlust ist aber zweifellos erheblich stärker. Major Lengerke beabsichtigt vorläufig in Warmbad und Verlegenheit, „ich weiß wirklich nicht, wie ich anfangen soll, um Sie nicht zu verletzen''. „Sie tonnen mich überhaupt nicht verletzen, wenn Sie mir auch die sä-wersten Tinge sagen wollten, Herr Rat", antwortete die Frau ernst und ruhig. „Nun denn, Marie — ick» will es kurz machen. Wir kennen /ms nun fast drei Jahre, ich weiß, daß Sie ein gutes, braves, tüchtiges Mädchen sind, welches unverschuldet in das Unglück geraten ist." . . . (Fortsetzung folgt) — In Wiesbaden ist Oskar Blumenthals „Toter Löwe" durch die Polizei in den Buchhandlungen der Konfiskation verfallen. ledigt zu erklären. Ter für 1903/04 vorgesehene Betrag von 5000 Mk., der für den für die Osterferien 1904 geplanten n a tur wissenschaftlichen Fortbildungskurs bestimmt war, findet um deswillen leine Verwerfung, weil der Fortbildungskurs auf die Osterferien 1905 verschoben wurde. Tie Negierung schlägt nun vor, diesen Betrag insofern int Interesse des höheren Schulwesens $u verwenden, als er zur Bewilligung von Reisesttpenoien an zwei bis drei Lehrer der neueren Sprachen an Oder- re als chu len verausgabt werden soll. Der 1. Ausschuß beantragt Zustimmung zur Negierungpvorlagie. Ten Staatsvertrag zwischen Hessen uud Preußen über die Aenderung und Feststellung der zwischen den Gemarluugen All t i e d c r m u s wtd Hstttengefäß- Neuwiedermus verlaufenden Landesgrenze beantragt der 1. Ausschuß Ku genehmigen. In eine Borstellung der Gemeinde Buß dach wird die zivette Kamnter um Bietvilligmtg eines Beitrags zu den nun un. hmhw _________ Wiederher stellungsko st en der S t. ftartuö* ^^elehrten4, schön' "an' die Ära hl en" mchi' glauben, Ikirch e gebeten. Die Größe der Baukosten, im Betrage r: -K—, 1 von 7000t) Mk. und der Umstand, daß die GenioiiiOe Brutz- kvird unß noch geschrieben: . Der Kaiser hat bekanntlich am Dienstag, bei Gelegenheit der Enthüllung des Kaiser-Friedrich-Denkmals und der Em- weihnng de§ Kaiser-Friedrich-Mnseums, einen reichen Ordenv- und Titelsegen auf diejenigen noch lebenden Personen niedergehen laßen, die, vom Generaladjutanten und Oberhofmeister bis herab zum Kammerdiener und Lakaien, heldenhaften un- permischte-. . Paris 22. Okt. In der verflossenen Nacht unter* nahm der Ballon Lebaudy eine vollkommen ge- alückte arößere Fahrt. 9 » Wien, 23. Okt. Beim Oberhofmarschallamt fand eine Zusammenkunft statt, bei der Dr. Feistmaickel und Dr. Bachrach, die Vertreter des Prinzen von Ko bürg, er- Härten daß sie gegen die vorgeschlagenen Psychiater nichts einznwenden hätten. Das Gesuch der Prinzessin Luise von Koburg wird also genehmigt. Die Psychiater werden durch das Pariser Tribunal beeidigt werden. (Frkf. Z.) * Wien, 22. Okt. Sämtliche an der Defraudation JennerS beteiligten Personen sind in Haft. Die Polizei brachte den größten Teil deS gestohlenen Geldes, 2 4 5 000 Kronen, herbei. Die vom geistigen Urheber dec Defraudation, bem heute in Re ich en berg verhafteten Bank- diener Gottstein teiliveise in Wien bei Bekannten deponierten, teilweise im Stalle seines Bruders in Oberaltstadt bei Trautenau vergrabenen 200 000 Kronen wurden sichergestellt. In Grasen- sutz bei Mistelbach wurden bet bem weiter verhafteten Komplizen Gastwirt Schoedl gleichfalls im Stalle vergrabe 27 000 Kr. ausgesunben. Die Hausburchfnchungen bet in München wohnhaften Schwester bes Unterstanbge " Beuchbuechner, wo 30 000 Kr. deponiert sein sollten, bisher erfolglos. Die Anzeige erstattete in Fiume ^r Btaschinenarbeiter Stockert, den der Komplize jlid Beschaffung bosnischer Nationalkostüme, in denen Zenn Sandsontein zu bleiben. Berlin, 22. Okt. (Amtlich.) Jin Gefecht am nrtter,1 voll Lebensmut und GvUvmr-lucn, zäh und unbeugsam, mit praltischem SAiarsblick, so steht sein Sebenelnfo DOT uni. Mit milttärischem Genie vereinigte sich bei Roon eine bewundernngsioürdige organisatorische Befähigung, paUamrnta- rische Gewandtheit und eine stammende Vegeisterung fürs Mter- land. Ein Mann, aus solchem Holz geschnitzt, der sein Alles für die Durchführung einer großen Lösche ern^uletzen verstand, mußte schließlich, allen Gegnern zum Trotz siegreich aus dm Kämpfen hervorgehen und eine Armee schaffen, die befähigt war, die großen Siege in den letzten drei vaterländischen Kriegen Als Gencralstabsoffizier lernte Roon 1835 während der schlesischen Königsmanöver in Groß-Tinz bei Liegmtz Anna Rogge, die Tochter des dortigen Pfarrers, kennen, mit der er sich ein Jahr spater vermählte. Bon der Tvtation, die er für 1866 in Höhe von 300 000 Talern erhalten hatte, kaufte Roon 1868 Gütergotz int Kreise Teltow. Am 16. Juni 1871, dem Tage des Einzuges der Truppen in Berlin, nnrrbe Roon Gras, erblich im Mminesstamme seine GesMechis nach dem Für das Grafenwappen bestimmte der Monarch, d-tzder Wappen ipcuch „@cht und Recht in Rat und Tat" lauten lallte. Mr den ecldzua 1870/71 erhielt Roon ebenfalls eint Totation von 300 UoS Talern, 1873 zum (MmlfelimtarfcfaU befördert, vei- laufte Roon Giitergod an den Mrsten 6. Blücher und kaufte Re Rittergüter Brobnisz und TMchrntz rm Kreise Gorlid nick Mmhos mn Rune ber Koburaer Feste. 1879 wurde auS diesem Bentz ein Fideilommib gebildet. Am 23. Febr 1879 Marschall zu Berlin an einer Lungenentzündung. ®rtne n wlgte ihm 1885 im Tode nach. Aus der Ehe des NeUnnmschmir ind 6 Kinder, 4 Söhne und 2 Töchter älteste Sohn ist Generalleutnant z. D. und warzuletzt Mipeiieur der 2. Landwehr-Jnspektion. Ter zweite Sohn. wurde m der Sckftacht bei Sedan als Ches der 5. Gachebattme durch ernt Wiesel d°n Unterinb tSM'Äta <^ohii, General der Infanterie z. . Pferdes gegen den Unterschenkel des linken Deines, sodaß er dauernd erwerbsbeeinträchtigt wurde. Er versäumte die Geltendmachung feiner Pensionsrechte und bekam schließlich (1862; eine Unterstützung von 3 Gulden pro Monat. Der Mann petioniert nun, die Kammer möge die Negierung veranlassen, ihm alö Jriedensinvaliden die Wohltaten der von den Ständen im Jahre 1900 bewilligten Pensionszulagen, eventuell eine Erhöhung seiner seitherigen Unterstützung zu bewilligen. Die Regierung hat dem Petenten aus Dtlligkeitsgrünoen, mit Wirkung vom 1. April 1902 an, eine jährliche Zulage von 120 Mk. zu, der seitherigen Unterstützung bewilligt. Ter 1. Ausschuß sieht damit das Gesuch des Heinrich Schäfer berücksichtigt und beantragt, es für er* parlamentarisches aus Kesten. ___ —"Tie Dampfwasch-Anstaltsbesitzer Menzel & Schön- Kolonialpost. wasser in Bad-Nauheim haben eine Vorstellung an Berlin, 22. Okt. Nach einem am 22. Oktober über Sydney die 2. Kanimer gerichtet, in der sie bitten, dem großen eingcgangencn amtlichen Telegramm des .Gouverneurs von Dad-Nanheimer Projekte, insoweit cS die Errichtung einer Deutsch-Neu gu in ea ist bie Verfolgung der ber dem Ueber- T a mv f w a s ch an st a11 betrifft, die Genehmigung satt for Vtissionsftatton in den Bamuigbeigen (^upommern) nicht zu ertktlen. Sic führen im wesentlichen aus: J«n r>7t-iligt°n ^ng°bo»n-» b°°^°t Tt° SLuldtgen wurden ixunt- Oicnct unu ‘ verlangte die vrvsih. Dadeverwaltung, baß die llch bcitrast, und die .vwtdcr h l u g c a>t t. dcstcn ßebenBjcit nahestanbcn. W. ^re ^9^vrri°ng^^ be genannten - - ---------- Firma außerhalb Bad-DtauheimS errichtet wurde, dam,t das ^oon- . ünrvublikum nicht durch den betrieb drr Anstalt gejtdrt 5eute, am 24. Oltobcr trügt das deutsche Volk dem .großen werde Jnwlge dieser Forderung wurde ein bereits käuflich Wasstnschnncde". dem vcrewlgten Knegsnnmsttt Grafen von n Bad.Nauhcim erworbener Platz mit Verlust von 10 000 Roo., durch die EutlMu.rg eines Teuüuals rn Berlm ttw erbaut. Ter Borgaiiger der Hirma hat diesen ' Sofien Spitze bei uns der Provinzialdirektor stand, getragen und sein persönliches ^uteresie d«n ^lfle dev ucs2l,lbrcd)t Roon imirbe 1803 zu Pleußhagen bei Kolberg Ganzen untergeordnet. „Es darf deshalb nicht unbillig a£r)or€ll Seine Familie stammte aus den ehemals spanychen erscheinen, daß bei der Prüfung des von Der iKegierung sj^e5erlanj)CU/ roanderte infolge Religionsverlolgung nach Teutsch- vorgelegten Projektes nunmehr auch das Wohl des Einzel-aus, ging nach F^aickfurt a. M. und kam un 18. Jahr- nen berücksichtigt wird." Tie Urma ist der Meinung, daß Ändert nach Pommern. w 1Q91 die Erbauung und der Betrieb einer slaatseignen ^amps- Im KadetttnkorpS erzogen, trat von Roon 1821 a^ waschanslalt Osyeder nottvendig noch zweckmäßig fei. -^er Leutnant in das Füsilier-Bataillon Gedanke, eine eigne. Äüs-lMei -u «bau-n, der Grohh cm, Badeverwaltung, weil der Borganger nicht gut und pünktlich h ietzimn Äiegsakobemie, loar Roon lange Jahre Erzieher und genug geliefert Haben soll. Jedenfalls sei, seitdem tzie Berliner Kadettenhause. Später in den General- I Anstalt in andere Hände über gegangen i st, e ine gründliche - oevsetzt, gehörte er diesem zuletzt als Chef des Qteneral* Aenderung eingetreten. „Wir behandeln die Wascherei mit des 8. Armeekorps an und toar während der Bonner ber größten Gewissenhaftigkeit, fodaß in den letzten beiden Studienzeit des Prinzen Friedrich Karl dmen müitäriscker Be- <3al-rcn nur eine einzige berechtigte Reklamation eingelaufen g[citcr. Als Truppendefchlshaber kommandierte er baäM Fü- ur/bie sich auf unpiinktliche Lieferung bezog." Und auch illier-Regiment in Köln, die 20. ^^teri>Brmade m Posm mch M WLWWLSWL der vorjährigen ^aqon habe Herr Wenzel den Vorstand y näuCTe Bnbindung getreten war, eine Tenkschrist über bie der Großh. Ladedirektion, Herrn ^aurat ^r. ^[er, barauf bei militärischen Einrichtungen Preußens ein. Tie aufmerksam gemacht, daß feine Anstalt vielleicht einem Erreichung dieser Denkschrift war der Anfang von RoonS ge- roeientlidi vergrößerten Konsum Nicht gewachsen s^Echer Mission; denn bald darauf erfolgte die Ber.usung sei und sich erboten, sofort eine Vergrößerung vorzunehmen, al^ Kriegsminister. Eine imponierende hünenhafte Persönlich- wem, man mit dem llntetyidjnctcn -m-n mehrjährige» ein taej,ÄÄÄ. Vertrag abschlösfe, der die Kerzmsung der Ausgaben einer Vergrößerung gewährleisten möchte. Tiefes Anerbieten wurde abgelehnt und der Vertrag läuft von Jahr zu ^zahr. Nichtsdestoweniger seien im vergangenen Winter bedeutende Vergrößerungen und Verbesserungen vorgenommen, die neuesten und modernsten Maschinen wurden angeschafft, wdaß die Firma heute jeder Eventualität gewachsen fei. Tas Etablissement sei heute eines der schönsten und größten in Teutschland. Die Errichtung einer staatlichen Dampf- lvaschanstalt sei auch nicht zweamäßig. Ter Betrieb werde bedeutend teurer sein, als in der Privatindustrie, rote ja ein staatlicher Betrieb in der Regel teurer arbeüe als ein Privatbetrieb, bei dem naturgemäß auf möglichste Ersparung gesehen werden muß. Ter Verschieiß der Badewäsche werde doppelt jo groß fein, wie seither. Tie Eingabe schließt mit folgenden Ausführungen: ..Ta die Großh. Badeverwaltung große Ansprüche an die >£x.t upriie Teil, ber uoch tm Trust bogrist-n ist,I Verwund et: llnteroffizier Schmarsüw, Sch,ch in '"ju duftet ft^lic^n? ein« -mge- an Umfang ülxr den ersten etwas tstnauSgehen und Ichultcr i>nd Streifschuß ,n» Knie; Reiter ' ,„esscnc Uuderstützung gerechtfertigt erschcrnen Dte Regier- die van ted'nih'U'ii ÄesicklSpunstten a»Sgel>ent>e ttttlidx ®e- i*uß in den rechten Oberarm; Reiter Hausier, ^lcstchichusil ^0 6ejjirloort|,tc einen Staatszuschuß von 8000 Mk. und ardeituna kr öergiingc Unfälle nebst den taltUarnMi jn bcn ^cn Oberschenkel. J>» Lazarett Otstrnbinde cuu ^»bsichtigt, in den Hauptvoranschlag für 1905 cm« erste Raetm-eruntzen >ibcr v.e BctnebSeinrMuirgm uud Bvrgäna-- " gestorben: die Gefreiten Franke und Kunze, mit 4000 Mk. cinzuitcll«n. Ter 1. Ausschuß erklärt KZLLE»Lddtch und Reitet Friedrich Robert «sser. mit den. Borfchlage i-r Reg.-rung emberstanden. Luuv ui.b forchpirtfchafttilln: Unfallstatistik^ ist du ~ 1 ' 1oon »weite ihrer Slrt. Tie erste wurde für das Jahr 1891 ott- anftülrtt Man tvird namentlich aus einer Vergleichung bei Ergebnisse beider Statistiken ebenso wie auS derjenigen der ge- nvrblidKn Unfallstatistiken für 188.7 und 1897 mancherlei -ehren «eben können. Im übrigen n*irb man, nach den „Bert. Hou " nvbl in der Annahme nicht fehl gehen, daß die nachlde derartige llniallstatistik vom Reich^Ber-sicherunaSamte für die ge- Nxwblichen B^russgeno.sfensckUiften int Jahre 1907 verunstaltet nx-rden wirb, wie sich ül>erh'““ 8 °....I-..,» • - «M»s «f1- »äsä*Bttfi helmshaven eingetroffen und wurde am Bahnhof vom Offizier- , ;,ag vierzigjähriger aktiver Tienstzeit ist ihm die erbetene korps deS 2. SeebataillonS empfangen. Pensionierung bewilligt worden. Ter Kaiser verlieh l^m alten ■ - " I WarfUntpifirr den Charakter als Leutnant mit der ^oereastig nng die Uniform seines' bisherigen Truppenteils zu tragen. Gottstein nächster Tage nach dem Orient fliehen wollten, ins Vertrauen zog. • Ein Kranz mit einer ungezogenen Inschrift ist am Kaiser-Friedrich-Denkmal vor dem Brandenburger Tor niedergelegt worden und lag am Donnerstag noch dort. Der aus Lorbeer, Palmen und Chrysantemen gewundene Kranz hat eine weiße Schleife mit goldenen Franzen. Auf der einen Seite der Schleife liest man wörtlich: „Die dankbare Tochter den geliebten Vater den Kaiser Friedrich." Auf der andern Seite stehen die Worte: „Ruhe sanft." Wer den Kranz niedergelegt hat, wußten auch die aufgestellten Schutzmannsposten nicht zu sagen. * Ein mißlungenes Geschäft. Von einem originellen Briefwechsel zwischen dem als Sonderling bekannten Prof. L a n d o i s in Münster und einem Manne aus Bielefeld, der seinen Leib schon zu Lebzeiten an die Anatomie verkaufen wollte, macht LandoiZ Mitteilung. Er erzählt: Mit einem Manne aus Bielefeld entspann sich folgende Korrespondenz: „Bielefeld, den 4. 5. 1901. Ich ersuche sie hiermit da ich willens bin mich zu verkaufen Mir über die Sache nähere Auskunft zu erteilen meine Adresse H. Meier da von men Frend erfahren habe das man sich an das Ackedemi- panoptum verkaufen kan. Achtungsvll H. Meier, Bielefeld, Finkenstraße 32." — Ich antwortete daraus: „Münster i. W., den 6. Juni 1901: Geehrter Herr! Vor dem Ankauf bitte mir mitzuteilen, wie alt, wie groß, wie schwer Sie sind? und ob verheiratet? Prof. Dr. H. Landois. — Die Antwort blieb nicht lange aus; sie lautete: „An das Ackedcmi Panoptikum zu Münster i. Westfalen. Geehrter Herr! Ihr schreiben habe ich erhalten, Sie haben mich geschrieben von den Ankauf zu schreiben wie alt ich wär. Ich bin 34 Jahre alt 120 Pfund schwer 1,57 Groß bin unverheiratet ohne Angehörige bitte mir mitzutheilen wie die Sache sich verhält. Adresse Finkenstraße 32. Achtungsvoll H. Meier. — Moralisch gezwungen mußte ich nun die Bedingungen des Ankaufs formulieren: ,1. Geldvergütung 20 Mark. 2. Sie haben die Erlaubnis zur Abschlachtung von der hiesigen Polizeibehörde einzuholen und 3. mit dieser versehen, sich am städtischen Schlachthause in der Abteilung für Rindvieh zur Abschlachtung zu stellen. Münster, den 22. Juni 1901." — Auf die Bedingungen hin habe ich von der Sache weiter nichts gehört. * Bestellter Gattenmord. In der belgischen Stadt Charleroi sind zwei Individuen, Martin und Dewael, verhaftet worden, die im Ardennenwald einen Mord begangen haben, dem ein französischer Staatsbürger namens Gründler zum Opfer fiel. Die Mörder waren von der Frau Gründlers gedungen worden, ihren Mann zu ermorden. Sie hatten Gründler, der sie durch seine Frau kennen gelernt hatte, zu einer Jagdpartie aufgefordert und ihn durch Revolverschüsse meuchlings ermordet. Die Tat war ihnen von der Frau mit 15 Franks bezahlt worden. * Auf Kommando. Der Zar (dem die neuesten Kriegsdepeschen vorgelegt werden): „Dummer Kerl, der Kuropatkin! Ich befehle ihm, in der Offensive zu bleiben —- das tut er; befehle ihm Offensive — macht er auch; dabei vergaß ich, ihm das Siegen noch extra mitzubesehlen — vergißt der Mensch richtig das Siegen!" (Lustige Bl.) „Erstklassige Menschen." Berlin, 22. Ottober. Ter Prozeß wegen Beleidigung verdeutschen Offd- ziere, der durch den bekannten Roman „Erstklassige Menschen" hervorgerufen worden ist, begann heute vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I. Tie Anklage richtet sich gegen den Schriftsteller Grafen Baudissin (dem Gießener Theater-Publikum seit kurzem bekannt durch bte Ausführung seines unter dem Pseudonym „Frhr. v. Schlicht," erschienenen schwankes „Liebesmanöv er") sowie gegen die Inhaber derOtto Janteschen Verlagsbuchhandlung Tr. phil. Erich Janke und verwitwete Frau Tr. Janke. Der int Jankeschen Verlage erscmenene vioman „Erstklassige Menschen" ist im März beschlagnahmt worden. Der Angeklagte bestreitet, daß sein Roman den Charakter einer Schmähschrift habe. Als solche sei er keineswegs gedacht, vielmehr habe er eine sehr ernste Tendenz und wende sich gegen den im Offizierkorps herrschenden Kastengeist und gegen verschiedene Mißstände, die sich aus der falschen Haltung der Gesellschaft gegenüber Offizieren ergeben. Von Bedeutung für das Entstehen des Buches sei auch der S e l b st m o r d eines ihm bekannten jungen Offiziers gewesen, der sich wegen übergroßer Schulden das Leben genommen. Ta habe er sich mit der Frage beschäftigt, wie es möglich sei, daß einem jo blutjungen Menschen ein Kredit von 65 000 Marr eingeräumt werden konnte. Sein Buch richte siel) nicht gegen die Offiziere, sondern gegen die Gesellschaft, die aus ihnen „Erstklassige Menschen" geradezu großzüchte. Er habe in seinem Buck auch deutlich Mittel zur Abhilfe angegeben. Als der Roman erschienen war, habe zunächst auch kein Mensch Beleidigungen darin erblickt, am wenigsten der Kriegsminister, der den Roman sehr bald gelesen Halle. Erst sechs Wochen später sei die Beschlagnahme verfügt worden, nachdem Skhel im Reichstag den: Kriegsminister gegenüber auf das Buch hingewiesen hatte. Tr. Janke weist darauf hin, daß die Werke des Grafen Baudissin schon seit zehn Jahren in seinem Verlage ersännen. Schon im Frühjahr 1903, noch ehe Bilses Roman herausge- kommen war, habe er mit dem Angeklagten mündlich über die Herausgabe dieses Buches, das ein ernstes Werk sein sollte, verhandelt. Er habe also keinestoegs die „Konjunttur" wahrnehmen ivoUen urrd im Vertrauen auf die Autorität des Verfassers sein Werk in Verlag genommen. Jedwede beleidigende Absicht habe ihm völlig ferngelegen. Fast ein Drittel der ersten Auflage sei nach Oesterreich gegangen. Frau Tr. Janke bestättgt die Angaben ihres Sohnes. Ter Verlag Halle die Ueberzeugung, daß der Ronran nach kurzer Zett wieder freigegeben werden würde. Tie Gattin des Grafen Baudissin bekundete über Entstehungsart und Tendenz des Romans auf Grund der Unterhaltungen, die sie darüber mit chretn Gatten gehabt, dasselbe wie dieser. Es folgt die Verlesung des ganzen Romans, die viele Stunden in Anspruch nimmt. Graf Baudissin wurde zu 300 Mark und der angeklagte Verlagsbuchhandler Tr. Janke zu 200 Mark verurteilt. Ter Gerichtshof erkannte ferner auf Unbrauchbarmachung aller Exemplare des Buches, der Platten und Formen und sprach dem Kriegsminister die Publikattonsbefugnis zu. Frau Tr. Janke wurde von der Anklage der Beleidigung freigesprochen. Wegen Vergehens gegen § 2d des PreßgeseßeS wurden xiu oemu und Frau Janke zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. F^lrnkfurt, 21. Okt. (Schöffengericht.) Tie „Frank- fu 5 * £5 0 ker hessische Landtagsabg. Hirschet redigiert, beschuldigte tm Januar den Leiter der hiesigen Filiale der Auskunftei Lesser und Liman, Ludwig Katz, daß er die Angestellten schlecht behandle. Katz erhob Beleidigungsklage, die mtt der Verurteilung Hirschels zu 30 Mk. Geldstrafe endete. Spielplan der «reinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 25. Oktober *): „Ter Trompeter von Säkkingen." Mittwoch den 26. Oktober abends 6 Uhr: Abonnements-Vorstellun: „Götterdämmerung." Donnerstag den 27. Ottober: „Mignon." Freitag den 28. Oktober geschlossen. Samstag den 29. Oktober: „Don Juan." Sonntag den 30. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Die Geisha." Abends 7 Uhr: „Der Prophet." Montag den 31. Oktober: „Der Trompeter von Säkkingen." Schauspielhaus. Dienstag den 25. Oktober*): „Traumulus." Mittwoch den 26. Oktober: „Romeo und Julia." Donnerstag den 27. Oktober: „Nathan der Weise." Freitag den 28. Oktober: Zum ersten Male: „Im grünenBaum zurNachtigall." Samstag den 29. Oktober: „Die Karlsschüler." Sonntag den 30. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Zapfenstreich." Abends 7 Uhr: „Im grünen Baum zur Nachtigall." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Telegramm! St. LOUiS, 14. Oktober 1904. SÖhnüsinj Schierstein. Die Jury der Weltausstellung in St. Itouis hat Ihrer Sektmarke „Rheingold“ den „Grand Prix“, die höchste, bisher deutschen Schaumweinen zu teil gewordene Auszeichnung, verliehen. S8m/16 Columbia, G. m. b. H. Co o ■CT» % p 67 p P S ä8 u CP . to =2 to er co 3 o s s Z'H. 3 CD 3 to P ZT er P to Zl' 3 TO O* CT <*' 55 . to to C/-T5 rr er to — to Q P "HZ s TO to" to -j Em -C o er P CP TO - 3 * P irv § sr.s P to er 6)2. P £7- & H c CD 2. er o to er O « TO p- 2' 2 cp r-> 2 p o ± ä , CP iso o H Z p EX P s.-» a « ä S S 2 P 3 » C S cd to shr to P to 3 <2 b to to er n 2 c 2. P ö ° £ » ss 3 ks to CP C© 'S;srS ^^2 'S? § s 3 c o JS.'c q er p er to -ppc&to w —• - o TO «TOZC'r- C: «-Je--*—.to P *~ TO er "T' TO —n to _ q, (P. TO ~ P ffi3 § g.-3 = =•£»- ^.^CP TO § '§^TO-ro’^‘CrTO^ O> CP 2 5 " q SZ p er P s ° o- Z "ATOAS = 3. TO TO TO JV) TO CP ^2 p 3 P cStL^^TO. _ TO . 2* P p CP TO^ 53 M 2. cS' et Q S3 GL s Q 5) er to to ■P' er E ” M p to e* TO 5-TO^ J3 a •• «©1^ * cc?P 2 go' TO TO TO g <3 . p. TO — TO TO <1 « crC’T ex । 5 s — cp cd 5: OO- 2 "* TO -caer Ho» B B ^8« 2 to - kc? « sag sä 8 £ c to“ 43 er to ir tot» v» P fca"- 3 p ^©2 S to" 6r Z p 2. 06 TO S- vp g TO " PT _P^ S-Ä - -pl P ^5 TO © h- cr w ♦ 5 | p TO' Ul) TO TO P Ö" <9 S H - O «s rt to LsZ e 6) to"cp t5 «ö " «o J Z TO UV 4^ - x ZMrnug 26. SW« Darmstädter Pferde-I ose H Jy WWWWMWWWMW LwiZ ä jL GVlarlk bei: Dl7„ Für nachstehende Snezial-Artikel sind wir unbestritten die billigste Bezugsquelle bestehend aus: Bettstelle von Holz, Matratze und Keil, Mk. Decke und 2 Kissen . Mk. 11 Pfund Federn gefüllt Ein vollständiges Bett 97 füllt mit 11 Pfund la. Federn Mk. Ein vollständiges Bett 130 Da‘/10 Gebr. Weil Inhaber: Louis Weil. Nähere Auskunft erteilt L. Möser, Oberlehrerin. 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