225 Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 24» September 1904 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. O * " "* -- A. jA aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl »sch« Die „Sietzener Famillendlatter^ werden dem ß D Ä D g fei jf pF1V Unwersitatsdruckerei. R. Lange, Gieß«. »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ÄS F E WL WMW^ W K U" A X jl B F3 VUX M B p V& U _ ------ «hessische Landwirt" erscheint monaillch einmal. V V W B V V Q V S V W W' ©jpeöttton ^Druckerei: Echulstr.r. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. VaiMsche Tagesschau. Genoffe Dr. Südekum hat es durch die llnterftüijung, die er der Prinzessin Luise von Koburgauf ihrer Flucht gönnte, mit dem radikalen Flügel der sozialdemokratischen Partei völlig ver- d o r b e n, wie sich aus den saftigen Sarkasmen ergibt, die ihm Die „Lechz. Volksztg." widmet: Bürger Mert Südekum, Volksvertreter und Ritter hoher Prinzessinnen, scheint sich auf Grund seiner neuesten Heldentaten bereits als angchender Oberhofmar- schall des Zukunftsstaates zu stählen. Auf dem Parteitag geberdete er srch als kundiger Zeremonienmeister der Parteisitten und des „guten Tones" und machte eine kleine Anleihe an die bon mots von Tresden. Er meckerte etwas über — äh, äh — „psychologische Rätsel", deren mir — äh, äh — „noch mehr in der Partei haben" Pikant, was? Fabelhaft patent! Beinahe Serenissimus' „Psychologische Rätsel" sind ja nur in plebejischen Regionen zu finden, wo die Wonnen des Lackstiefels und Kravattensports aufhören und man sich nicht immer strebend bemüht, sich von einer Märchenfee erlösen zu lassen, und nachher selbst als moderner Dornröschen Prinz politisch zu debütieren; wo man auch mit kargem Pfunde nicht zu wuchern versteht und wo den Weltmann alles rätselhaft, unheimlich, unpsychologisch berührt. Erst in den höheren und höchsten Sphären der Menschheit fängt das psychologische Verständnis des Bürgers Südekum zu funktionieren an. Ta droben auf den verklärten Höhen der Gesellschaft ist alles durchsichtig helle, „und um sein ganzes Wesen wird's unaussprechllich Hüt". Kein Wunder, daß ihm auch Scbippel immer unheimlicher wird. Ter Mann ist offenbar „gebildet", ein moderner Mensch und kein „Prolet". Aber äußerlich sieht man ihm das gar nicht an. Er sieht aus, wie ein Ausschnitt aus einem Modejournal von vor 40 Jahren, kleidet sich wie ein Landpfarrer in fchwarzem Gehrock und Papierkragen. Ein psychologisches Rätsel! Es wird Zeit, daß die internationale Revolution der Stehkragen, Gigerlwesten und Schnabelschuhe blutigrot am Horizont aufsteigt und Bürger Südekum GeneralgarderobierdesZukunfts- st a a t s wird. Sonst gibt ihm die Partei noch weitere „psychologische Rätsel" auf. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. September 1904. ** Prämiierung. Bei der vom 17. bis 19. d. Mts. in Bechtheim stattgehabten Verbands-Junggeflügelausstellung für Rheinhessen in Vereinigung mit der IV. Iunggeflügel- schau des landwirtschaftlichen Provinzialvereins erhielt Herr Friedrich Becker zu Gießen für GoldwyandotteS einen ersten und rebhuhnfarbigen Italienern einen ersten Preis. . g. Burgbracht, 22. Sept. Im unteren Dörfchen würde heute die Feuerwehr zur Abwehr einer starken Zigeunerbande alarmiert. Die Bande war vor dem Dorfe vom Bürgermeister und vom Polizeidiener aufgefordert worden, sofort abzuziehen. Die Zigeuner ließen dies aber unbeachtet und versuchten, mit Gewalt in das Dorf zu dringen. Bei dem Herannahen der Feuerwehr nahmen sie jedoch schleunigst Reißaus. Offenbach, 23. Sept. Ein dreister Einbruch ist gestern nachmittag in einem Hause an der oberen Luisen- straße verübt worden. Die betreffende Familie war den Tag über verreist und hatte an der Tür einen Zettel zurückgelassen mit dem Vermerk für den Milchmann, daß keine Milch gebraucht werde. Ein Gauner, der das gelesen, hat sich die Abwesenheit der Anwohner zunutze gemacht und ist mittelst Nachschlüssels in die Wohnung gedrungen. Er hat außer barem Geld auch Wertpapiere im Betrage von etwa 3 00 Mark erbeutet. (O. Z.) Sc. Kassel, 23. Sept. Die Königs. Ansiedelungskommiss io für Posen und Westpreußen wird am 1. Oktober hier eine Geschäftsstelle errichten. Der Zweck der Königl. Ansiedelungskommission besteht bekanntlich darin, den Osten unseres Vaterlandes mit deutschen Bauern zu besiedeln und damit einen festen Wall gegen die drohende Uebermacht des Polentums zu schaffen. Bedeutende Mittel hat der Staat für diesen Zweck aufgewandt, der jedoch nur ganz und voll erfüllt werden kann, wenn die geeignetsten Leute als Ansiedler verwandt werden. Unser ehemaliger Oberpräsident Graf von Zedlitz-Trützschler, der, bevor er Minister wurde, Präsident der Königl. Ansiedelungskommission war, bezeichnete einst die mitteldeutschen (d. h. hessischen Bauern) als diejenigen, welche sich am geeignetsten zur Ansiedelung in dec Oftm a r k eignen würden. Die Leitung der Geschäftsstelle für Heffen und Nassau ist Herrn Wilhelm Schaumburg in Wilhelmshöhe übertragen worden. Dieser wird demnächst eine Vortragsreise durch Niederheffen unternehmen und Vorträge über die Tätigkeit der Königl. Ansiedelungskommission halten. Die Geschäftsstelle erteilt jede Auskunft in Ansiedelungs-Angelegenheiten, Erwerb des Landes, Boden- und Witterungsverhältniffe usw. Ansiedelungslustige mögen sich daher an die hiesige Geschäftsstelle wenden. Bemerken wollen wir noch, daß bis jetzt etwa 15 hessische Familien in derOstmark angesiedelt wurden. Dieselben bilden die hart an der russischen Grenze gelegene Gemeinde Ost wehr im Kreise Jnowrazlaw und ühlen sich in ihrer neuen Heimat recht wohl. 76. Versammlung der deutschen Matursorscher und A^rzte. Breslau, 21. Sept. In der Abteilung für Agrikulturchemie mtb landwirtschaftliches Versuchswesen berichteten Professor v. Fcllitzcn-Jönköping, Tr. Otto Proskau und Dr. Bartsch-Breslau Über vergleichende Düngungsversuchc mitSal- peter stick st off, Ammoniakstickstoff und K'alkstick- stoff (Calcium cnannmib1- Die iibcr kurz oder lang bevorstehende Erschöpfung der Lager von Chilisalpeter in der Wüste Atacama hat zu zahlreichen Versuchen geführt, neue Stickstoffquelleu für die Zwecke der Tüugnng zu erschließen. Tas interessanteste Ergebnis dieser Bestrebungen ist die Herstellung von Calcium cyanamid, welcher Stoff im Boden seinen Stickstoffgehalt in Form von Ammoniak fteigibt. Es handelt sich also um die Frage, ob das Calcium cyanamid für Tüngungszwecke verwendbar ist, und bamit tritt die schon seit Jahren erörterte Frage, ob Am- momakdüngung der Salpeterdüngung gleichwertig ist, wieder in den Vordergrund. In der Form des „Kalkstickstoffes", einer vor- aussichtlich für landwirtschaftliche Zwecke genügenden rohen, un- reinen Qualität des Calcium cyanamids läßt sich das Ammoniak billig genug darstellen, um nach Lösung der grundsätzlichen Frage eine wirtschaftliche Verwendung als Tünger zu gestatten. Nach dem Ergebnisse . der drei vorgenannten Berichte und der sich anschließenden Besprechung kann es nun keinem Zweifel unterliegen, daß dieser neue Stickstoffdünger auf den meisten Bodenarten dem schwefelsauren Ammoniak (das aus dem Gaswasser der Gasanstalten gewonnen wird) nicht und dem Chilisalpeter nur wenig nachsteht. Nur sind bei seiner Ansicht mehrere Vorsichtsmaßregeln innezuhalten. Ter Kalkstickstoff muß mindestens vierzehn Tage vor der Aussaat gestreut werden, weil er sonst die Keimfähigkeit und Keimkraft der Saat ungünstig beeinflußt. Er darf nicht in zu großer Menge (nicht über drei Zentner für den Morgen) angewandt werden und als Kopfdünger überhaupt nicht, weil er die zarten jungen Pflanz cu »eicht schädigt, wenn nicht gar tötet. In Moorböden und namentlich Hochmoorboden eignet sich Kalkstickstoff nicht, und überhaupt wird es bei der Neuheit der ganzen Sache gut sein, sich bei Tüngung mit Kalkstickstoff möglichster Vorsicht zu befleißigen. Tr Klü ger-Halle a. S. wandte sich gegen die Ansicht, als könne der Stickstoff von den Pflanzen nur in Form von Salpetersäure ausgenommen werden. Auf Grund eigener mehrjähriger Versuche behauptet er, daß das schwefelsaure Ammoniak, ohne vorher einen Nitriftkationsprozeß durchgemacht zu haben, von manchen Kulturpflanzen unmittelbar ausgenommen wird. Und zwar nehmen Hafer, Gerste und Senf den Ammoniakstickstoff ebenso direkt auf, wie den Salpeterstickstoff. Rüben dagegen brauchen Salpeterstickstoff; die Rübe ist eine spezifische Salpeterpflanze. Kartoffeln wiederum vertragen Älmmoniakstickstoff nicht nur, sondern verwerten ihn mindestens so gut wie den Salpeter- stickstoff. Aber an den Kulturpflanzen liegen Versuche noch nicht vor. Vortragender berichtete ferner über seine Untersuchungen betr. die Schädlichkeit der Nebensalze in den Kalidüngemitteln und im Chilisalpeter und stellte u. a. die Tatsache fast, daß das salpetersaure Natron, ohne zuvor in seine Bestandteile zersetzt zu sein, die physikalische Beschaffenheit des Bodens nicht schädigt,, nach seiner Zersetzung aber und nach der Aufnahme des Stickstoffs durch die Pflanze nunmehr als kohlensaures Natron die, krümlige Bodenbeschaffenheit in eine krustige umwandelt. In der Slbteilung für gerichtliche Medizin sprach Tr. Placzek -Berlin über Erkennungsmerkmale der Musiker. Er hat eine große Zahl Berufsmusiker und Dilettanten auf die Spuren untersucht, welche die jeweilige musikalische Betätigung an der Hand, den Knochen, Gelenken, Fingernägeln usw. hinterläßt, nm so die Frage zu beantworten, ob solche Spuren für den forensischen Identitätsnachweis ausschlaggebenden Wert haben können. Er kommt zu dem Ergebnis, daß sie zwar entstehen können, nicht aber entstehen müssen. Ob das geschieht, und wie es geschieht, hängt von der Quantität der musikalischen Betätigung ebenso, wie von der Individualität des Spielers ab. An daktyloskopischen Bildern erläuterte Vortragender den etwaigen Sitz der Tingarschwielen, ihre Ausdehnung, die Veränderung der Finger- und Nagelform, die Deviation (Auswucherung) der Fingerglieder, sowie etwaige^Knochenverdickungen, wie sie bei Musikern entstehen können, die-Streichinstrumente und Klavier spielen. Forensisch ist ihr Wert gering. Ihr Nichtvorbandensern spricht nicht gegen den Mnsikerbernf, ihre Art und Lokalltät ist nickst eindeutig genug, um Rückschlüsse auf das Instrument zu gestatten, und über ihr postmortales Bestehen wissen wir nichts. In derselben Abteilung sprach Tr. L. Bri eg er-Berlin über hydrotherapeutische Erfahrungen bei einigen Nervenkrankheiten mittels des exakten Wasserheil- versahrens. Er wendet sich gegen von Strümpells Ansicht, daß ber Nervenschwäche (Neurasthenie^ der psychische Faktor das bei weitem wichtigste und einflußreichste Moment der ganzen Behandlung sei. An der Hand von hydrotherapeutischen Erfahrungen ber der Behandlung der so quälenden neurasthenischen Einzelsymptome (Kopfdruck, Schlaflosigkeit usw.) sucht Vortragender zu bewerfen, daß. eben nur dre hydriatifche Behandlung, unter jtrenger Berücksichtigung der physiologischen Gesetze und der Reak- ttonssahrgkeit des Organismus, heilsam wirken kann. Tie Er- ftlge der Hydrotherapie bei 'Nervenschwäche und anderen sog. Neurosen ^Hysterie, Migräne, nervösen Störungen des Herzens und der L>exualfphäre usw.) ließen auch eine Einstige Einwirkung der Hydrotherapie bei den eigentlichen psychischen Erkrank- ungen erwarten, die sich auch bei schweren Melacholikern, Mania- kalischen und beginnender progressiver Paralyse vielfach erfüllten, jörieger sucht in einem kurzen Rückblick auf die hydriatisck>e Behandlung organischer Erkrankungen des Zentralnervensystems, sowie bet peripheren Nervenerkrankungen (Ischias mrd andere Neuralgien) nachtzuweisen, daß die Hydrotherapie mehr als bisher von den Aerzten praktisch verwertet werden sollte, ohne daß man deshalb in dem Wasserheilverfahren so eine Art llniversalmittel erblicken dürfte, wogegen der Vortragende misdrücklich Verwahrung einlegt . In dem geustssermaßen ebenfalls' als Mteilung der Versammlung tagenden Teutscken Verein ftir Bolkshygiene sprach Tr. Rudolf L ennho ft -Berlin über Staat, Gemeinden u n d soziale Körperscha ft en als Förderer der individuellen Gesundheitspflege. Wie sehr auch Anfall-, Kranken- und Invalidenversicherung, Gewerbeaufficht usw. dem Individuum die persönliche Fürsorge für sein körperliches Wohl abnehmen, wie weit auch der soziale Gedanke sich ver- wirflichen mag, es gibt eine Grenze, bis zu welck>er die Fürsorge für das Individuum reichen kann. Innerhalb dieser spielt sich gerade die individuelle Gesundheitspflege ab. Tie Tatsache aber, daß man innerhalb dieser Grenze dem Individuum seine Freiheit läßt entbindet es nicht von der Verantwortung gegenüber sich sell»st, seiner Familie und der Oeffentlichkeit. Vielmehr muß mit der Ausbreitung des Derantworttmgsgefühles der Gesamtheit gegenüber dem einzelnen, auch das Gefühl der Veranttuort- ung .deS einzelnen gegenüber der Gesamtheit Schritt halten. Dem kann der einzelne aber nur nachkommen, wenn die von ihm unabhängigen allgemeinen Zustände ihm die Möglichkeit gewähren. Mso hat die Oeffentlichkeit, vertreten durch Staat, Gemeinden und soziale Körperschaften, die Pflicht, entsprechende Einrftlst- ungen und Zustände zu schaffen. Es ist daher zu ermitteln, wo die Oeffentlichkeit fördeimd eintritt und wo noch eine Förderung notwerrdig und ausführbar ist. Redner geht nunmehr die einzelnen Zweme der individuellen Gesnudheitspflege eingehend durch im Sinne der vorstehenden Neberlegungeu. Um sich und die Familie gesund zu erhalten, bedarf der Mensch eines Minimums von Nahrung, Wohnung und Kleidung; um diese zu ermöglichen, bedarf es gesetzlicher Bestnunmngeu, daß kein Arbeitgeber niedrigere Löhne zahlen darf, als entsprechend i den örtlichen Verhältnissen zu einem Existenzminimum notwendig sind. Um dieses auch bei Arbeitslosigkeit sicher zu stellen, bedarf es der Arbeitslosen-Versichernng: die schon jetzt durch Die staatlichen Dersichernngszw'eige gewährleisteten Unterstützungen bei Krankheit und Invalidität fiub unzureichend. Damit Zubereit' UN«. Ou-rlttät brr sesundheitsschädlich smd. be. stehm zum Teil od.r smd auAudehueu SEHaltuugsschuIerr und Nahrungsmettel-Koutrollc. Behr zu verurteilen ist datz durch die neuesten Seftimmuitgen deK Fleischbeschau-Gesetzes die Gesundheit der NahrungLnnttet Mieder in Frage gestellt wird Bezüglich gemndh-itsgcmatzer Meldung ist von der Einwirkung der «chulärzte, besonders auf die Mädchen (Korsetts usw) man. ch-s ru «"warten, erweiterter Bestimmung^ über einen Wechsel Don Arbetts- und Ausgehlleidung in gewerblichen Betrieben. Auch müssen, wie z. B. in manchen Bergwerken, Vorrichtungen getroffen werden zum Trocknen durchnäßter Kleidung überall, namentlich da, wo gezwungenermaßen auf längere Zeit viele Menschen sich aufhalten müssen, wie z. B. in den Schulen. Eingehend bespricht Redner die für gesundheitsgemäßes Wohnen notwendigen Bestimmungen, sowie die durch die Kommunen zum Teil geschaffenen, teils neueinzurichtenden Gelegenheiten zur speziellen Körperpflege und Erholung, wie Volksbäder, ParV und bergt Ferner die Schaffung von Gelegenheiten, außerhalb der Wohnungen Nahrrmg und Erfrischungen zu erhalten, ohne zum Alkoholgenuß gezwungen zu sein. Nur wenn die öffentlichen Instanzen alle diejenigen Einrichtungen getroffen haben, die erst eine individuelle Körperpflege ermöglichen, kann die Belehrung wirksamen Nutzen stiften, die setzt von Staats wegen (z. B. Merl> blätter des Reichsgesundhritsamts) oder durch volkstümliche Bw- schüren und Vorträge von selten der Krankenkassen, insbesondere aber von feiten des Vereins für Volkshygiene vermittelt wird. Breslau, 23. Sept. In der heutigen letzten Sitzung des Naturforscher- und Aerzte-Kongresses verlas der den Vorsitz führende Profeffor Tr. Ladenburg das Danktelegramm des Kaisers. Nach Erledigung der auf der Tagesordnung stehenden Vorträge dankte Prof. Chiari-Prag allen an dem Kongreffe beteiligten, der Regierung, der Universität und der Stadt. Tann schloß Professor Ladenburg den Kongreß. Kaudcl und Mcrkeyr. Molkswrrlschäft. Verstaatlichung des Bergwerks Hibernia. Der Aufsichtsrat der Hiberniagesellfchaft wird nun dem Antrag der Tresdener Bank resp. des Geheimrats Müller und Konsorten, eine neue Generalversammlung einzuberufen, statt geben, aber mit einer anderen Tagesordnung, als sie von den genannten Herren vorgeschlagen wurde. Sie will nochmals über das Verstaatlichung^-' angebot der Regierung abstimmen laffen, ganz einfach weil sie weiß, daß die. Verstaattichungsgruppe die hierfür erforderliche Trer- Viertelmehrheit nicht airfbringen kann, also die Ablehnung des Aittrages auch nicht dem geringsten Zweifel unterliegt Sodann hat sie auch nicht gegen die beantragte Erhöhung der Höchstzahl. der Auffichtstatsmitglieder, die demgemäß nach dem Willen btt Dresdener Bankgruppe mit einfacher Majorität beschloffen werden wird. Schon die praktische Benutzung dieses Antrages, der die Wahl von Regierungsvertretem in den Aufsichtsrat bezweckt, soll verhindert werden dadurch, da^ die weiter beantragte, daran anschließende Wahl von Auffichtsratsmitgliedem abgelehnt wird, bis eine durch die Eintragung in das Handelsregister rechtswirksam gewordene Abänderung des Statuts vorliegt. Vor allen Tingen handelt es sich für die Hiberniaverwaltung darum, Zeit zu gewinnen, wie die „Fr. Ztg." bemerkt, vielleicht bis die schwierigste und unbestrfttenste Frage, die der Kapitalserhöhung, um die beEnnnten 6Vs Mill. Mk. gelöst ist. Würde über diesen Antrag wie von den VerstaatlichungsfteuTiden beantragt, in der neuen Versammlung nochmals beraten werden, so würde sie mit einfacher, Majorität natürlich die Aufhebung des letzten Generalversamm- lungsbeMufses und die Wlehnung der Erhöhimg durchsetzen. Tie Verwaltung begründet ihre Weigerung, diesen Antrag ans die Tagesordnung zu setzen, mit dem Hinweis darauf, daß die Tresdmer Bankgruppe ja bereits den Rechtsweg zur Anfechtung beschritten habe, der Erfolg nunmehr abzuwarten sei. — Bei der ganzen Angelegenheit scheint es überhaupt nur noch auf den „Erfolg" anzukommen, und auf wessen Seite dieser schlleßlich liegt, wird man vielleicht erst in Wochen, wenn nickt erst in Monaten erfahren. Herne, 23. Sept. (W. B.) T er Vruttoüberschüß der Berg- Öibernia betrug im August 1904 816 540 Mk., gegen 815188 im Vormonat 900 476 Mk. im August 1903. Kenchtssaal. Eine für Radfahrer interessante Entscheidung hat kürzlich das Oberlandesgericht gefällt. Eine Frau I. war mit ihrem Fahrrad auf einer öffentlichen Straße gefahren, ohne daß das Rad vorschriftsmäßig angemeldet und mit einer Nummerplatte versehen war. Tie Angellagte wurde durch Strafbefehl des Amtsgerichts W. wegen des Fahrens ohne Nummerplatte zu einer Geldstrafe von 2 Mk. verurteilt. Tiefe Strafe wurde auch angenommen. Dagegen hatte die Angeklagte gegen einen von der ^^ltungsbehörde erlaffenen Strafbescheid wegen Nichtanmeldung Rades und Nichtenrrichtung der Stempelabgabe rickterlick)e Entscyeidung angeruicn. Tav Schöffengeiücht erklärte bann auch bie letztere Strafverfolgung für unzulässig. Tie Venrfung des Staatsanwalts hiergegen wurde vom Landgerickst als unbegründet verworfen. Tie beiden Gerichte nahmen an, daß eS sich bei beiden Magen um eine einzige strafbare .Handlung, nämlich dc^ Fahren auf einer öffentlichen Straße ohne Wahrung ber gesetzlichen Erfordernche handle. Tas Oberlandesgerickt hob wdock das Urteil auf und verurteilte die Angellagte in eine Ordnungsstrafe von 1 Mk. Tas Oberlandesgericht nahm eine selbständige Handlung gegen dein § 8 der Verordnung, die Fahrräder und Automobile betr., die durch den obenerwähnten Sttasbefehl cwgeurterlt ist und eine selbständige Zuwiderhandlung gegen daö Ur kündengefetz an. Warnning vor Fälsch uns; WAllor *n noch Pulverform noch mit Kakno VVUUU1 gemischt, sondern nurin Flaschen mit ein geprägtem Namen ist —oj.tTnp.ul Haemafoiren echt. D6/* I I Hausfrauen gebrauchet ' KonttashH® Alpenmilch Nestle _Vo!!er RahmgehaIt. Uberall kaufHch.J Verlobte verlangt von der Darmstädter ITlöbelfabrik (6rof$h. Hess. HoHleferantenl, Darmstadt Oftcrte und Preisliste. Bedeutendstes einrlchifungshaus IHitfek deutsdilands. SchenswOrdlgkelt 1 Ranges. Ca. 200 JmmerdnrMitung«i clnsdil. Küche stets teohnunasferi" aulgestellt und lieter erhg. Speuühtdt. compl Einrichtungen p Hl 1000 50000 Preise lest u ollen ausgezeichnet. 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W . 66 950 (4001 45027 61 82 [ 400] 101 16 [400, 226 54 [1000] 61 87 373 407 11 89 544 602 [409] 60 (4001 748 99 [400| 859 67 09 970 93 99 46107 [1000| 15 (10001 39 41 [400 i 207 | 400] 19 78 [400] 366 543 [400] 608 55 94 9d 707 8 91 862 [1000] 975 47048 53 172 88 94 95 273 435 46 502 7 [400] -2 90 93 639 702 7 64 65 70 73 823 52 963 [1000 ] 99 48007 [1000 | 25 $ 142 66 207 73 362 426 33 92 [1000] 502 [400] 79 [400] 694 717 61 84 834 912 [400] 13 28 29 [400] 81 96 85006 20 21 22 [400] 120 209 36 39 57 [400] 89 332 46 628 68 [400] 75 708 [10001 81 90 807 950 77 86007 76 148 257 61 70 95 317 51 54 [400] 63 95 410 13 38 586 [2000] 642 51 767 [400] 965 87019 89 [1000] 97 141 [400] 45 242 91 314 40 451 528 [400] 621 23 95 710 [400] 33 83 89 [400] 861 94 917 [400] 51 83 88 95 88002 18 22 39 61 125 218 85 523 679 [1000] 86 710 12000] 27 31 82 831 79 915 89068 227 [400] 305 52 416 38 52 [2000] 520 605 722 36 38 830 [400] 37 48 1400] 78 90026 65 89 98 221 (1000 ] 78 81 302 30 431 34 [400] 504 ( 4001 7 noooi 18 27 [400] 29 91 639 95 [2000] 741 42 90 803 16 931 91014 7 [1OOO| 18 27 [400] 29 91 639 95 [2000] 741 42 90 803 16 931 279 91 [400] 308 1400] 69 [490] 406 [400] 57 511 (40 000) 40 648 49 ]400] 64 70 720 57 65 [2000] 68 82 [400] 86 [1000] 91 917 92060 [2000] 349 74 89 487 90 [400] 532 619 77 710 12 74 823 39 54 97 918 60 93021 35 81 101 2 42 80 239 [20001 53 99 348 78 423 85 522 617 [1000] 20 ( 400] 66 94 731 70 81 855 73 |409] 941 42 94149 |400] 62 63 212 [400] 83 318 414 J400] 71 [400] 80 528 683 711 28 63 86 91 838 70 74 993 95079 99 [400] 146 [10001 59 271 98 [400] 340(4001 43 74 76 418 46 64 503 [1000 ] 49 78 92 658 95 733 812 36 38 [400] 64 11000] 90 120001 977 96048 61 83 119 313 48 97 426 726 35 79 838 [4001 79 ,1000] 998 a Die fett langen Jahren bewährten MMnlWükll empfiehlt in bekannter Güte H. 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Preis gekrönten kMslWl'MÜW 40015 [1000 ] 54 58 116 (400] 38 93 238 77 (4001 417 [1000] 513 65 66 (4001 652 726 53 70 81 822 [400] 27 65 81 908 ^ 41018 60 69 75 [1000] 252 55 306 65 570 617 [1000] 54 62 93 745 46 8o8 901 ^36 13 42024 35 93 [1000] 181 218 65 327 31 [2000] 66 407 70 554(90 [400] 609 15 19 792 98 904 72 43018 09 113 19 (400] 34 248 50 97 318 20 60 420 68 [400] 538 (4001 71 798 831 956 74 [1000] 78 (10001 84 £*042 [1000] 259 [400] 462 78 565 [400] 66 [400] 620 75 702 24 40 48 65014 33 [1000i 87 177 90 236 73 89 445 [400] 529 36 74 95 623 [400] 758 77 80 801 999 [400] 66069 102 284 313 33 55 421 85 517 64 67 615 (10001 50 81 89 743 [400] 878 909 [400] 67015 [1000] 71 161 [400] 267 11000] 375 407 40 55 62 [400] 77 94 518 66 (400] 652 9o 98 [400] 717 [400] 47 [430] 70" 836 (1000] 75 944 46 [400] 69'98099 166 232 82 364 67 70 72 [2000] 87 93 428 508 67 81 646 977 09011 119 200 49 326 611 57 90 764 1400] 94 823 29 956 7 0093 169 [1006 ] 272 93 337 59 [400] 539 [400] 646 62 826 904 71033 69 74 273 80 381 501 [1000] 99 617 67 728 77 [400] 83 [400] 87 (400| 819 46 70 84 [400] 96 |1000] 956 [400] 61 72079 [1000] 181 365. 416 52 54 90 550 60 68 11000] 652 81 92 97 (20001 705 32 [1000] 813 66 94 [1000] 937 73055 80 86 249 309 [400] 93 470 73 512 36 [400] 46. (20001 621 [10001 78 728 39 833 37 97 937(1000] 51(400] 8o 94 74434 36 65 68 203 6 31 [400] 311 39 514 [2060*] 22 27 63 73i 110001 95 809 IV. Kessisch-Thüringische Slaatslotterre • Ziehung VL riasse. (4. Tag.) 23. September 1904. UNe Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, stab mit 200 Mark gezogen. (Ohne Gewähr.) 10 [10000] 49 71 96 118 34 62 223 306 14 31 419 500(400] 43 630 66 71 728 65 94 876 1003 5 131 63 65 202 7 11000 ] 40 74 92 321 1400] 31 454 662 1400 ] 800 60 911 2006 86 104 [40 0 1 5 14 57 67 287 421 49 542 44 77 626 77 98 [400] 700 64 [400] 858 68 903 47 8020 [400] 21 84 159 [400] 320 431 582 671 734 56 925 48 4070 [400] 100 [1000] 6 (10001 7 25 [400] 42 99 201 93 317 71 468 75 [400] 503 38 70 630 42 [1000] 79 91 709 29 824 25 44 74 76 95 956 5014 [400] 35 76 119 222 72 91 [1000] 302 7 62 83 463 594 737 811 96 903 62 6058 85 169 72 [1000] 205 47 66 334 [400] 492 99 501 2 73 639 45 61 730 901 24 40 7135 70 90 94(400 ' 279 98 321 [400 ] 30 35 43 79 87 88(400] 92 449 75 557 77 667 701 90(1000] 803(400] 18 49 94 944 8101 [10001 2 [400] 38 65 70 75 235 73 302 13 15 17 54 72 95 96 [2000] 490 569 620 21 36 98 741 90 820 57 901 38 41 78 9050 78 89 137 39 59 [400] 226 74 316 420 88 501 58 98 620 771 77 80 [2000] 847 73 901 mit offener Nickel-Klaviatur, 3 teilig (U^alt.) Doppel balg mit vernickelten Stahl blechscbutzecken, ff. poliertem Gehäuse und kräftigen Doppelhäusern lOTast, 2chör^2 Re gißt.,50Stimm. M. 5.— 900 11 [1000 ] 99 50099 (4001 100 [400] 28 [1000] 220 307 86 401 58 597 [400] 607 36 79 742 [400] 5 1011 155 200 [400] 78 339 47 86 480 502 4 42 55 96 627 84 90 95 729 63 (400] 99 815 77 86 5 2035 136 225 [1000] 53 [1000] 327 496 [400] 544 91 [400] 623 749 841 941 56 85 53136 [400] 207 83 .3 413 43 46 504 638 703 [10001 51 74 890 956 92 5 4020 44 326 [2000] 5l ,x~ w ™ ,------- 61 85 [400] 96 187 269 308 [400] 30 413 93 [1000 ] 552 675 90 [400] 700 24 28 35 908 9 [400] 55012 [400] 84 217 31 [1000] 68 396 517 51 66 [10001 83 [400] 607 77 89 710 26 32 46 74 (4001 934 56030 75 158 90 95 [400] 275 360 62 (10001 86 91 410 14 29 91 629 31 80 [400] 91 ‘ 400] 706 818 36 914 79 [2000] 57088 104 16 33 63 65 201 34 318 26 31 32 96 463 (1000] 511 68 [400] 662 84 795 876 947 [400] 49 51 58003 101 41 249 52 325 [4001 80 456 [1000] 83 554 65 72 86 657 1400] 710 47 [4001 82 [400] 85 830 91 903 83 (400 ) 89 59003 9 32 36 [10001 146 [400] 383 [1000] 418 [1000] 94 98 566 634 [400] 716 89 [400] 810 Ü6 915 86 [400] 60019 [ 2000] 107 40 225 45 394 438 66 84 549 643 [400] 777 [1000] 826 41 53 71 75 84 921 [400] 89 61076 120 231 94 [20001 321 23 72 81 530 86 615 712 56 92 831 (4001 73 62011 33 118 28 [400] 69 256 411 526 38 40 622 719 811 79 96 918 63015 [ 4001 51 89 220 [1000] 48 56 73 327 43 87 411 24 33 50 77 [400] 503 30 650 73 742 76 [400] 841 (4001 945 74 64021 [1000] 42 70 76 [400] 86 [400] 154 99 242 307 97 (4001 456 | 400 ] 64 66 70 [400] 532 46 64 [400] 659 843 [400] 47 910 17 20 Braunkohlen-preWeine, sog. preWtze von der Großh. 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