R. B. Darmstadt, 2b. Arlg. ttTtfcr H oftheater wird trie4mat die neue Spielsaison voitanssichtlich am 11. September eröffnen. Sie wird besonders d tshalb mit ganz austergewöhnlichen Schwierigkeiten verknüpft se/rn, weil die Vorstellungen wäh- rend der etwa ein Jahr beanspruchenden Umbau arbeiten am Hos- theater, für welche bekanntlich 7(18 000 Mark bewillig! wurden, sämtlich in dem provisorisch hergerichteten alten Jnterimstheatcr stattsinden nrüffen, das vor ca. ^25 Jahren nach Fertigstellung des festigen Hoftheaters in Ruhestand versetzt worden war. In diesem Jnttrimstheater ist nicht nur der Zuschauerraum, sondern vor allem mich der Bühnenraum und der ganze szenische Apparat wesentlich beschränkter, und die Folge davon war, dast auch der Spielplan für die kommende Scfison eine anderweitige (Gestaltung erfahren mustte. An die Avfführung der grvsten strichlosen Wagneropern und die Wiederhcstnng des Wagnerzyklus kann in diesem Provisorien Hause natürlich, nickt gedacht werden, dafür aber werden wir erfreulicherweise eine Anzahl Spielopcrn und namentlich die Werke solcher deutscher, französischer und italienischer Meister zu hören b.'konimett, für welche bei den letztiährigen zahlreichen Muster au fsührrmgen der Wagneropern keine Zeit und Knlft mehr übrig blieb. ,(S5 fdjrt recht viele 91bonnenten geben, die mit dieser notgedrungenen Äbweckselung im Spielplan unserS .Hoftheaters für die kommende- Saison sehr einverstanden sind. Bei der heute abend stattgehaMm erster! Beleucbtungsprobe und technischen Prüfung der Anlagen durch Geh. Rat Prof. Dr. Kittler präsentierte sich die alte Hosbi'Hme reckst bequem und anheimelnd. * Hamburg, 23. Aug. He« begann die H a nptv e r sa m m- lung des deutschen Apoathekerve re ins ihre Verhandlungen Es wurde ein Antrag amtenommcn, der svlgenden Inhalt hat: Die 33. Hanpfversammlümg erkennt in der Bekanntmach' nng des Reichskanzlers vom 18. Mai 1904 mit Dank das Bestreben der Regierung an. die Leistun^Mi gleit der Apotheker auf wissen- schaftlieln'm Oiebiete zu erhöhen:. Sic erblickt aber in der Forder ung der Primareife nur ein '.Uel>ergangsstadium, Weldin die Forderung des Reisezeiignffses eines Gymnasinnrs oder Rcalgvm- nasiums alsbald folgen müsse. ♦ Stuttgart, 23. Aug Di? internationale Amerika niste n Ü o n g r e f; wurde heute geschlossen. Die würit ernster gisch' Regierung WO zur Birüfsvartlickung der Sitzungsberichte 2000 Mark zur Verfügung gestellt. Als Ort der nächsten Tagung wurde Quebec ausersehen. An den. König von Württemberg, der die Mitglieder bei ihrer morgigen Fahrt nach Schaffhan,en zu einem Imbiß in dem Schloßgarten von Friedrichshafen eingeladen hat, richtete der Kongreß zum Schluß ein warmempfundenes Hullügnngstelegrmnm. * —: Wie uns aus Leipzig geschrieben wird, veranstaltet die Rene Backgesellsckaft vom 1.—3. Oktober d. I. in Leipzig im Gewandhause und der ThomaÄkrrche das zweite seiner Bachseste. — Lamond und Trief ck. Der ,,Beri. Börsen kn vier" schreibt „Frederie Lamond, der berühmte Pianist, ist nunmehr Berliner geworden. Naclst>em er sich vor kurzem mit Irene Tri esÄ vom „Deutschen", nunmehr vom „Less ing-Th-ea- t er" vermählte, .hat der Künstler seinen stündigen Wohnsitz vvu Frankfurt a. M., .wo eine große Kunstgemeinde und eine ÄnzaP. strebender Schiller ihn! anhing, nach Berlin verlegt. So bat beim eine nttcrefhrnte Darstellerin uns einen interessanten Mu» siker zugeführt, den die hiesige Kunst vrit mit besonderer Genugtuung begrüßen wird." ♦ — Eine Friederike Kempnersiche Di ck t e r i n ne n- schule scknint sich aufgetau zu haben. In einem dünnleistigen Hefte Ixtt Elisabeth L i ck a t s ch e f f „Bunte Phantasüm" mit tels Druclersckivärze dem Papier und der West anvertrauen lassen. Sie behauptet, daß ihre Verse sich . •tric Mecreslterlen reibet an eine Sckmur". Leider ist di-se Schnur reckt ungleichmäßig ansmüallen, die Mehrzahl der „Perlen" eütbcbrt des Glanzes und ist höllisch eckig. Recht unhold klingt z. B. das folgende Produkt der Lichatschefstschen Muse: Ich habe in Sehnsucht gewartet. Du hast mir nickt geschrieben, ^a^', bist Du so cntnrh't. Daß Du so ftumm giMieben. Na uxirte, Du wirst es büsnm, ^aß Du sistmnv' geschwiegen. x(1) will Dir die Stunden vcrsützen, Roß auf, Dn wirft erliegen. i> kann vor Besannt platzen, >aS sollst Tu nnJ) heute febat 1> werd' Dis» beißen und kratzen. tun iviril n nli' ' völlig verstehn 'Urg Schaft Weiht ’ “«'fle ia3e I ÜSL* t, ^en. Oft «W M 6641 I K Cttobei cr. öoUatgaiie i( miehung', an ^rÄnslemr Eer Kriedel M s 2. Mts. «riLderats- ihg gebrach: fcjfc IU L •4 X •4 litljta. M-rl 6b.Lleibtt.ff. i1 -m.it SbOÜÜO^f wmr-Lganz perl), Luinchl. „:ic! ! ' an» L«» Uht »bei- 'und LG,ig und „ eine W «ühh-lllzc eüi^en- ? .fort u-1- ” z«s "ÄS i »Ä Rotationsdruck und Verlag der Brüh lösche« UntversitätsdruÄerei. R. Lange, Gieß«. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.T, TeU Nr. 5L Tel eg r.-Adr. r Anzeiger Gieß«, Nr« 198 Zweites Blatt. 154. Jahr gang Mittwoch 24. August 1994 Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags. T A.A Die „Siebener Zamilienblatter" werden dem WB i i ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der H M M, W 'iSk, Ä M, ^heifijcht Landwirt" erscheint monatlich einmal. BI W V M General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen. Volttische Tagesschau. Zur Taufe des russischen Thronfolgers, die heute (Mittwoch) stattfindet, schreibt offiziös die „Nordd. Wg. Ztg.": ,Lahlreiche Knudgebrmgen aus Anlaß der Geburt des Groß- fürsten-Thronfolaers haben erneut bewiesen, daß das Bewußtsein mit dem Herrscherhause" gemeinsam durchlebter Tage des Glücks und der Prüsiing im Russenvolke in voller Kraft lebendig ist, und daß das Volk des großen Nachbarreiches den jüngsten Sproß des Kaiserhauses als ein neues Pfand glück- IMeer Weiterentwicklung erblickt. Auch in Deutschland, dessen Fürstengescklechter mit der russischen Dynastie durch enge Blutsbande verbunden sind, nehmen weite Kreise an der Feier warmen Anteil und wüvsck^en dem Hause und dem Reiche des russischen Herrschers Segen und Gedeihen." Prinz Heinrichvon Preußen und Prinz Ludwig von Battenberg sind mit Gefolge in Peterhof eingetroffen. Auf dem Bahnhof von Peterhof wurden sie vom Zaren, der zur deutschen Marineuniform das Band des Schwarzen Adlerordens trug und sämtl'chen Großfürsten empfangen. Als der Zug hielt, spielte die Musik des Regiments Belomorsk die deutsche Hymne. Nach sehr herzlicher Begrüßung begaben sich der Zar mit dem Prinzen Heinrich und Großfürst Michael Alexandrowitsch mit dem Prinzen von Battenberg nach Alexandria, wo sie der Kaiserin- Witwe Maria Feodorowna einen Besuch abstatteten. Sodann begleitete der Zar den Prirrzen Heirrrich in seine Gemächer im Großen Palaste und machte darauf dem Prinzen von Battenberg seinen Besuch. Die Taufe findet unter nicht gerade günstigen Auspizien statt. Die Nackrichten aus Ostasien sind für die Russen wenig cnissicktsvoll. Der Kampfesmut und die Siegeszuversicht des russischen Heeres haben infolge der vielen verlustreichen Gefechte stark gelitten, und mit banger Sorge mag man im russischen Hauptguartier der für die allernächste Zeit zu erwartenden Entscheidungsschlacht entgegensehen, in, die die sieggewohnten Japaner mit erdrückender Nebermacht eintreten. Das heute durch das heilige Rußland klingende Festgeläut kann gar bald zum Traue^-geläut sich wandeln. Es liegt eine gedämpfte Wärme in der ob.n wiedergcgebenen Kundgebung des deutschen Regierungsorgans, und das ist 'der Situation angemessen. Der Aus gang des Kampfe! am Waterberg gleicht, wie der „Schief. Ztg." von kolonialer Seite geschrieben wird sehr dxm Angriffe der .Schutztruppe im Juli 1893 auf die Feste .Hoornkrans, wobei es dem Kapitän Hendrik Witboi gelang, her Einschließung zu entsiiehen. Danach sei ein Kleinkrieg entstanden, der ein volles Jahr über dauerte. Die Lage der Herero sei aber ungünstiger, weil sie eine viel größere Masse bildeten, als die Witbois. Ihre Verpflegung werde deshalb äußerst schwierig fein. Dor allem aber sei die Schutz- truppe so stark, daß man dem Gegner Überall mit Kraft entgegentreten könne. Das konservative schlesische Blatt gibt errreit Hirtenbrief wieder, d-m die Misiionare an die Herero gerichtet haben. Darin werden ihnen bittere Vorwürfe gemacht, weil sie sich gegen die ihnen von Gott gefetzte Obrigkeit empört haben, und eS wird ihnen der Rat erteilt, möglichst bald die Waffen niederzulegen. Es heißt in dem Schreiben: , „Was soll aus euch, was aus urrseren Gemeinden werden? Seit 60 Ialyren haben wir euch Lehrer gesandt, die euch unterwiesen haben in den Wegen des Herrn, und 'wir haben die ganze Zeit hindurch für euer zeitliches und ewiges Heil Sorge getragen. Auch heute treibt uns nur die Liebe dazu, euch diesen Brief zu schreiben und euch dringend zu bitten, die Waffen niedwzulegen und Frieden zu machen. Was dann werden wird, wffsen wir nickt. Jedenfalls wird die Regierung die Schuldigen streng strafen und ihr werdet alle an den Folgen dieses traurigen Aufstandes euer Leben lang zu tragen haben. Aber es ist doch unsere Pflicht, euch ernst zu mahnen und dringend zu bitten, *ben Weg des Unrechtes zu verlassen und das begangene Unrecht so viel als möglich wieder gutzumachen." Mit einer Warnung . vor Verstockung schließt das Schreiben. Das schlesische Blatt sagt, der Hirtenbrief sei zweifellos gut gemeint, aber etwas mehr „heiliger Zorn" hätte nichts geschadet. ,,Wie anders erscholl das Donnerwort Martin Luthers wider die räuberischen imd mörderischen Bauern!" Die National-Ztg. glaübt nickt, daß die Herero auf Grund des salbrmgsvollen Hirtenbriefes Wrückkehren werden. .Wir auch nicht! Daß sie sterben müssen, wissen die Leute. Also wt-wden sie ihr Leben so teuer wie möglich zu verkaufen suchen. DiZ ß dabei noch mancher deutschen Mutter Sohn dahinsinken wird, ist traurig. Südwestafrika und der Reiihsflckel. Man schreibt uns: Die Gesamtkosten> des Feldzuges in Südwestafrika wurden gestern von Ihnen c/nf wenigstens 50 Millionen Mark veranschlagt. Zu hoch ist d«?.ese Ziffer sicherlich nicht gegriffen. Rechnet man die jahraus, jahrein gezahlten Reichszuschüsse für Südwestafrika hinzu, so erstibt sich datz letzteres die teuerste unserer afrikanischen Besitzungen ist. Leider besteht keine Aussicht, Hatz die Kolonie in absehbarer Zeit einen entsprechenden, Ertral <7 liefern rverde. Man wird im Gegenteil nach Wiederher»stellung geordne- terZustände auf neueZuwendu^ngen seitens des Reichs zum Zweck des wirtschastlicken Aufbaues., der Einrichtung weiterer Militarstationen, Bahnverbindungen ühv. sick gefaßt machen müffen. Diese Gestaltung der Dinge wirit nattirlich auf die allgemeine ReichSrecknung ein. Es wird ritt kräftigeS Streichen bei den Ausgaben anheben^ zumal auch Heer und Flotte mit erhöhten Forder/ungen binnen kurzem hervortreten. Das' erste „Opferi^ dieser Verhällnffse dürfte das neue MiNtärpensionsgesetz we-rben, insofern, als die rückwirkende Kraft 'be£ Gesetzes Vvraussitckülich auf das Aeußerste eingeschränkt werden wird. Kirche und Schule. Budapest, 23. Aug. Wie die Blätter melden, erfolgte die Verhängung des Seanesters Lcker das Rosenauer Bistum wegen sehr bedeuten/s)er Schulden, welche sich auf V/2 Millionen Kronen belaufc/n. Der Religionsfonds hat Schulden von mehreren 100 000 Krona« für den Bischof bezahlt. Nachdem diese Sanierung jedock eine; materielle Ordnung nicht herzustellen vermocht hatte, wurde Bischof Jvankovics aufgefordert, feine Entlassung zu rühmen. Jvankovics reichte seine Abdankung darauf bei dem Könige ein, zog diese jedoch nach wenigen Tagen zurück, angeblich weil eine Einigung bezüglich des GnadengehaltS nicht zustande gekommen sei. Auf zuständiger Seite war man mithin genötigt, das Seguester zu verhängen. Jvankovics dürfte sich tn ein Kloster zurückziehen. _________'LLJU_______-1!------ .... ■■ 1 ■■■ '-ty_____» Kus Stadt und Land. Gießen, den 24. August 1904. Sprechstunden der Red aktion: mittags von 12—1 Uhr, abendjZ von i/,7—*/28 Uhr. ” Professor Hansen, Direktor de§ Botanischen GartenS, verläßt heute Eherbottrg, um eine längere Forschungsreise nach Nordamerika auSzufuhren. DaS Ziel der Reise ist Califorttien, die Sierra Nevada, hauptfächlich aber Mexiko. Mitte November wird Profesior Hansen seine Vorlesungen wieder aufnehmen. ♦* DaS neue Bahnhofsgebäude, das int März begonnen wurde, ist jetzt bis auf Sine Höhe von etwa 7 Meter gediehen. Die mächtigen Fundarwmte zu dem Turm, der das Emvfcmgsgebäude frönen soll, ffab fertiggestellt. Der Turnt wirv 30 Meter hoch und dient zur Aufnahme eines Waffer- reservoirs und einer Uhr. Der' gegentoartig im Batt befindliche südliche Flügel enthält Ne Restauration, den Warte- saal 3. und 4. Masse, Damenwlartevaum, Stationsbureau und Diensträume. Dieser Flügkll soll bis Weihnachten zum Beziehen fertiggestellt sein. Jntl Winter wird der mittlere Hauptbau des feiterigen Balmhofs bis auf den Grund abgerissen. Hier wird eine ca. 15 Meder breite und 36 Meter lange Halle erbaut Im nächsten Jahre wird der nordöstliche Flügel umgebaut und fftt Post, Stattonsfasse und Fürflenzimmer eingerichtet Dar Haupteingang, die Gepack- räume, Fahrkartenausgabe ic. werden ebenfalls nächstes Jahr erbaut. Das Bahnhofsgebäude soll bis Herbst 1905 vollendet sein. ** Kohlen für den hinter. Von der König!. Eisendahn-Direftion in FratikfWtt a. M. wird daraus hingewiesen, daß im Herbst voraussichtlich wieder sehr hohL Anforderungen an den Staatsbahnwagenpark gestellt werden und es sich, im Interesse eines raschen Verkehrs emPfiehÜ> den Hausbedarf an Kohlen usw. für den Winter schpn fcfcfc zu beziehen und nicht bis Anfang Oktober oder November damit zu warten. Auch ist tunlichst auf die volle ^LnS* nutzutig des Ladegewichts, sowie auf die schleunige Be- und Entladung der Wagen Beoacht zu nehmen. ** Entschadigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft. Das hessische Justizministerium hat folgende AuSführungsbesinnmungen für daS Gesetz wegen Entschädigung unschuldig erlittener Untersuchungshaft erlasien: „Anträge auf Grund dieses Gesetzes find von dem zuständigen Oberstaatsanwalt dem Ministerium 'mittelst eines Berichtes vorzulegen, der sich insbesondere darüber auszusprechen hat: a) ob der Anspruch rechtzeitig angebracht ist; b) ob und in welcher Höhe ehr nach dem Gesetz zu ersetzender V e r'm ögensschaden entstanden ist; c) welche Unterhaltungsberechtigte ermittelt und welchen von ihnen der die Entschadigungsverpflichtung der Staatskasse auS- sprechende Beschluß mitgeteilt worden ist; ä) ob durch Leistung der Entschädigtmg der Staatskaffe Rechte gegen Dritte erwachsen, und ob und in welchem Betrage deren Verfolgung voraussichtlich zu einem Ersätze führen wird, lieber die tatsächlichen Behauptungen de§ Antragstellers sind, soweit erforderlich, von der Berichterstattung Erhebungen anzustellen. Ter Anttagsteller ist^über das Ergebnis dieser Erhebungen, wenn es von seinen Artträgen in erheblicher Weise abweicht, in der Regel zu hören. Tas Verfahren ist nach, Möglichkeit zu beschleunigen. Ist jemanden zu rmrecht eine Entschädigung geleistet worden, so ist dem Ministerium darüber z» berichten, ob und aus welchem Wege die Rückgewahr deS bereits Bezahlten herbeigefuhrt werden kann. Personen, die in einem Verfahren Urrtersuchungshaft erlitten haben, das durch Verfügung der Staatsanwaltschaft eingestellt worden ist, kann von dem Ministerium aus ihren Antrag Entschädigung gewährt werden, sofern im übrigen die Voraussetzungen des Gesetzes gegeben find und keine Tatsachen vorliegen, die die Entschädigung auszuschließen geeignet sind." R. B. Ein grelles Pendant zn. dem SorfaEl in Eberstadt, bei welchem nach bekannten, falschen Behauptungen ein angeblich unschuldiges Mädchen des MordeS ihres eigenen Kindes bezichtigt worden sein sollte, wird demnächst vor dem Schwurgericht hier zur Verhandlung gelangen. Der Sachverhalt ist folgender: Ein 16—17jLH- riges Mädchen aus Angenrod bei"Msfeld, dessen Vater als ein braver, solider Arbeiter in einer Seifenfabrik bekannt ist, diente seit längerer Z-eit bei dem Bauernguts- besitzer P. in Leusel, einem Witwer und für feine Verhältnisse wohlhabenden Manne. Eines Tages kommt das Mädchen zu seinem Vater und erfrört, bei P. nicht langer dienen zu wollen, da dieser sie schlecht beharttielt und ihL unanständige Zumutttngen gestellt habe. Der Vater wandte sich an P., wurde aber kurz ab gewiesen, auch die Lohnzahlung verweigert Nun fragte der Vater vor dem Amtsgericht Alsfeld auf Lohnzahlung. Bei der Verhandlung brachte der Verteidiger des P. auch den angebllch lliderllchen Lebenswandel des Mädcherts zur Sprache; es flehe mit den Zlnechten in nähere Beziehungen rc. Das Mädchen rief entrüstet: ^,Das ist gelogen" und versicherte, daß sie noch nie mit einem Manne in näheren Verkehr getreten fei Diese Aussage beschwor das Mädchen auch. Kaum aber war daS geschehen, da ließ der Befragte btet Zeugen auftreten, einen seiner bisherigen Knechte und zwei frühere, die sämtlich unter ihrem Eid bekundeten, daß sie mit dem Mädchssn intimere Beziehungen unterhalten hätten. Die Folge war, daß das Mädchen unter dem Verdacht des MeineideA vei> haftet wurde. Nun nahm aber auch der hart bedrängte Vater des Mädchens einen Rechtsbeistand an und veranlaßte hier in Gießen eine körperliche Untersuchung. Ein Univerffitätsprofessor und der Kreisarzt stellten genaue Untersuchungen bei dem Mädchen an und daS Refultctt daß die so sschmahllch Beschuldigte sofort aus der Hast^ entlassen und die Weisung nach Alsfeld gegeben wurde, sowohl die drei Knechte, wie den Gutsbesitzer P. aufs schleunigste nach Nummer0 Sicher zu bringen. Die drei Knechte r«st Krause. Heute, am 24. August jährt sich der Todestag Ernst Krauses >— bekannt unter dem Pseudonym Carus Sterne — zum ersten Mal. Als populär-naturwiffenswastlicker Schriftsteller hat Krause zu seinen Lebzeiten bebeirtenben Einfluß ansgeübt, und sein Hauptwerk „W erden und Vergehen" wird ihn sicher noch viele Jahre überdauern. .Gerade dieser O^edenktag bietet wohl Anlaß, auf das merkwürdige Gescksick des Buches Innzuweifen. Im Jahre 1876 zum ersten Mal veröffentlichit und jetzt wieder in einer neuen von Wilhelm Bölsche bearbeiteten Auslage bei Bornträger in Berlin erscheinend, ist das Buch insofern intereffant, als es im Jahre 1879 Gegenstand einer dreitägigen Verhandlung im Preußischen Mgeordnetenhaus war. Mft Hilfe des Buches sollte der damalige Kultusminister Falk gestürzt werden. Der nachmals so „berühmt" gewordene Freiherr von Hammerstein von der Kreuzztg. brachte nämlich am 15. Januar 1879 als einen Beweis, wie tief unter Falls Leitung die religiöse imd sittliche Haltung der Schulen gesunken sei, im Abgeortmetenhaus die graue Mär vor, daß der Oberlehrer Hermann Müller von Lippstadt — der Erforscher der Wechselbeziehungen zwischen Blumen und Insekten — das Buch lobend in einer Unterrichtsstunde^ im Realgymnasium in Lippstadt erwähnt habe und daraus „Lästerungen der Treiehiiflfeit,. Bezeichnung des Christentums als Fetischismus^, ja sogar die Parodie eines Bibeftvortes hätte vor^- lesen lassen. Die Unwahrheit der Hammerstein'schen Anllage wäre leickt zu erweisen gewesen, da das Buch sich von allen solchen Angriffen sernhält. Gleichwohl wurde in der zweiten Sil'.ung rnn 17. Januar mit der größten Erbitterung weiter gegen diese Windmühlen gekämpft, bis endlich am dritten Tage das Buck zur Stelle geschafft wurde und die inkriminierte, damals zur Vorlesung gelangte Stelle mitaeteilt werden konnte. <£'(c ergab sich hierbei als eine jeder Verletnrng des religiös fen Gefühls fernliegende, pornehm wffsenscki«ftlicke Beleuchtung be« bekannten Passus im Eingang von Goethe's Faust; und fin berühmter Parlamentarier wies daraus hin, hast dem Buche c'nc ganz ähnliche Haltung nackzirrühmen sei. wie sie der Ober« ions'ltorialrat Herder schon in seinen „Ideen zur Geschichte ler Menschheit" gegeben halu So endigte der dreitägige Kancps rmrn b'n damaligen Kulturminister mit einer großen Niederlage -für Wchckhorst und frine Genossen. — DaS Buck selbst aber steht (. l .ile noch in den neuen Auflagen auf gleicher Basis und -r irr» hf-it Rul-m feine# Urhebers fodjrr n-ock viele Jahre aufrecht . Dr. T h 0 st. wütigen verliehen. Wetter g F höchste Temperatur am 22.-28. August = + 22.-28. Niedrigste cm nachmit oerben konnte. 16,4 °C. 11,8° C. 744,2 746,7 746,1 2 1 2 9" 7»6 15,6 12,7 10,5 August 1904. vast er g enllat) n 9,3 | 70 0,6 i 89 8,5 I 91 Kg Darmstadt im 'rnst-Ludwi^ etwann aus R knapp ist. , I Queckborn, 22. Aug. Heute abend tobte in hiesiger Gegend ein schweres Wetter. Während desselben schlug der Blitz dreimal in unserem Orte ein. Ein Strahl fuhr in daS Telephonzimmer des (Gießener) Wasserwerkes und setzte die Holzteile deS Telephonapparates m Brand. Durch das rasche Eingreifen deS diensttuenden Heizers, der die brennenden Teile sofort abkühlte, wurde weiterer Gefahr — auch die Decke hatte bereits Feuer gefangen — vorgebeugt. Ein anderer Blitzstrahl traf eine Wand der Friedrich Honnann'schen Hofraite, glücklicherweise ohne zu zünden, während durch einen dritten, der in daS Wohnhaus deS Karl Horst einschluq, Feuer auSbrach, daS aber dank raschen Eingreifens der Feuerwehr und einiger Nachbarn rechtzeitig gelöscht werden kennte. DaS für die auSgedörrten Fluren so lange ersehnte Naß rauschte während deS lange andauernden Unwetters in so mächttgen Strömen hernieder, daß daS in den Wiesen auf Kegeln sitzende Grummet sortgeschwemmt! wurde. (Gründ. Anz.> § Grünberg, 23. Aug. Dom Ministerium ist ein Schreiben cm den Stadtvorstand eingetroffen, in dem um Mitteilung über den Lageplan des Baugeländes für die hier geplante Jdiotenanstalt und über den Preis des Ge- ländes gewünscht wird. Tenrnächst wird eine Kommission von Sarntftabt zur Besichtigung eintreffen. Laubach, 23. Aug. Einen hohen, aber noch ziemlich glücklich verlaufenen Absturz erlitt der bei dem Umbau des Dachgeschosses am Gymnasialgebäude beschäftigte Schreiner- meister Sack. Al§ er mit AuSmesien auf dem Dache beschäf- Ded. Himmel Bew. Himmel Juwelen, Gold, Silber sowie versilberte Waren, silberne und goldene Taschenuhren empfiehlt in reichster und modernster Auswahl vom feinsten bis zum einfachsten Genre Juwelier Brück Kreuzplatz 8. Juwelen, altes Gold und Silber, äusser Cours gesetzte Münzen werden in Zahlung genommen sowie auch zu den höchsten Preisen angekauft. tigt war, trat er in eine Oeffnung; er fiel etwa 9 Meter! längs der Wand enttang auf den unteren HauSsiur. Zum Glück lag bort ein kleiner Schutthaufen, auf den er mtt den Beinen auffiel. Der vor schwereren Verletzungen Bewahrte war imstande, nach Hause zu gehen, muß aber infolge ver-1 schiedener Verstauchungen einige Tage das Bett hüten. — Am I letzten Samstag wurde hier eine Sektion deS Vogelsbergeri Geflügel- und Vogelzuchtvereins (Grünberg) gebildet. Derselben traten sofort nahezu 50 Mitglieder bei. Zum Vorsitzenden wurde gewählt Hofjäger Becker, zum Stell-1 vettreter Gefangenwätter Dehus, zum Rechner Bäcker Pitz und I zum Schriftführer Gastwirt Böhm. (Gründ. Anz.) r. Eberstadt, 23. Aug. Die am SamStag von der! örtlichen Wahlkommisfion für ungilttg erklärte Gemeinde- r a t S w a h l wurde vom Kreisamt glücklicherweise für g i l t i g erklärt. (!) Allendorfa. d. Lahn, 23 Aug. Ein schändlicher Bubenstreich wurde beim Kirchweihfeste in der Nacht vom! Samstag auf Sonntag verübt. Halbwüchsige Burschen haben die Kaiser linde, die bei der Een tennar feier 1897 gesetzt rmirbt, abgebrochen und vollständig verstümmelt. Tie Gendarmerie weilte am Sonntag hier. In der Nacht auf Montag entstand eine blutige Schlägerei, sodaß ein Einwohner in Gießen polizeiliche Hilfe holte. Darmstadt, 23. Aug. S. K. H. der Gr o ßh er z o g ist mittet' Automobils von Mainz nach Schloß Wolfsgarten 23. | 23. 24.! mCn2C'®crfan Mädchens mit seiner Klage auf Zahlung des rückständigen Lohnes von ca. 90 ML abgewiesen wurde. Nach der Verhandlung hatte P. mit den drei Knechten im Wirtshaus große Zechgelage abgehalten. Am Sonntag nach bem rage seiner Berchafttlng gedachte P. auch eine zweite Ehe cmyi* gehen und mit großem Pomp Hochzeit zu feiern: icht wird er vorläufig Gelegenheit haben, über die Schändlichnnt feines Verhaltens dem jungen Mädckien gegenüber nach- Unsere Ortsbürger werben in den nächsten Wochen über die Geschicke der Gemeinde zu entscheiden haben, denn es ttnden bie Gemeinderatswahlen und bie Wahl eines Bürgermeisters und Beigeordneten statt, ^bwohlies |ich also t die wichtigsten Dinge in unserer aufbluhendenGememde ■ 't, ist merkwüroigerweise alle- höchst ruhig, die Burger scheinen sich um daö Äohl der Gesamtheit wenig zu kümmern. Dies ist sehr zu bedauern. . #•*:?*,* Unsere Gemeinde liegt seit Jahren in einem politischen Schlaf, und viele bemühten sich garnic^ an die,Wahlurm. Gerade die klar denkenden Bürgrr nmren es oft, die sich auS NüS- firfjt aus diese ober jene Lersöulichkert, bie «t4t auf dem Wahl- Programm stand, au der Wahl überhaupt, mcht bcteiligteu. Em Srartiorr Gruud für die D^bleuthalumg ist mcht ,u eutschuchi- gen, denn das allgemeine Beste muß leder über das ^Üsue Jn tmesie stellen. Die Mahlzeit war seither auch em S nixmueS für die Wahlbeteiligung der 0rtSburger, lag N- doch 1stets zu einer Stunde, in ber die Sandwerler. ?-bmk- und Bahnarbmter nock> ihrer Beschäftigung uael>ginaen, bic|cn.'g™' Sw* uir Wahlurne eilten, eine öklbtmßc erlnden mutten. Mein- Linden sollte wegen seiner starke Arbeiterbevölkerung btc a b l a c i t aus eine spätere stunde verlegen, wie dies m anbrrrn Crim. B. Leuchelheiw.Wieseck, Grvßen-Lmdenusw. idx>n seit Fahren der llall i)t - Benetzen uns zurück m irillu-re Wabl'eiien! 'Lieschen von der Internselosigkett herrschte eine llnsicherbeit in der Ausstellung der ^ichchaten urch msolge. dessen eine si^-rivlitt nmg der SttNvuem sodaß manck>e Wahl mehr Zuialt als Dille der Mehrzahl der Dahier war Es.ettdes- ivriT, unbedingt im Int'.uns e unseres Dorfes, daß die Bürger iitfi uack geeigneten Männern umsehen >md ihre Kandidaten auf- gellen Angn'icht? der großen Ausgaben, die unserer aufblühc"' den ttzemeinde bevorstehen. rufen rmr deshalb den Bürgern, Handwerkern und Arbeitern Mein-Lindeus zu: ..... 1 Aafft kuck schon ,etzt auf aus Eurem Wlitifmen EM „nd kämM'e jeder sckwn vor der Wahl für das Wohl der Ge° r ”’ Sorrent, 23. Aug. Jnfislgc eines Zyklons stürzte heute em 5m,,S ein und begrub .unter den Trümmern neun Personen. Sechs derselben konntett gerettet werden, btc andern bre, wurden getötet. Dreißig weitere Häuser drohen em- zustürzen. Die armen Bewohner derselben sind m Militär- /AA kostet sie nickt, lonbeni umsonst bekommt jebei 4ÖU 1UH1K eine gutgebende Heriru- ober DamemNemcm- loii-Uhr, ioeld)cv 400 Gutscheine von öhotb« gemahlener 5lrrnseise an ben Fabrikanten I. Gioth, Hmuiu, Iranko ernsenbet. *T *• Sturz scheint also iHnc bcbenMchon Folgen gehabt zu haben. I £>artnuin,i soll im derbst seiner Militärpflicht genügen. ).( Rodhei im a. Bieber, 22. Aug. Die für Rodheim und Umgegend nr u begründete gewerbliche Sonntags-! sieichei, schule besuchte dieser Tage Pros. Lantz aus | Wiesbaden aus de ni Zentralvorstande des ^'ewerbeveretnS, für Nassau. Mit einer gewerblichen sstichenschule muß auch eine Fortbildungssahnle nrrbunbrn tverden. in welcher die angehenden Handwerker Unterricht im Deutschen, Rechnen usw. erhalten. Pros. Lantz hatte dieserhalb eine Besprech- ung mit dem Bürgermeister, ben Lehrern und bem Vor staube der Zeichenschule. lieber die ihm vorgelegten Zeichnungen sprach "er fcnne volle Anerkennung an5. 's. AuS dem Miebertal, 23. Ang. Enblich, ist über unsere auSgebelmteit Fluren gestern abend ber längst er- sehnte Rege n heriri.vbergegangen. Zwar wirb derselbe bem (5k'müfe unb ben rtoffetn wohl kaum zu statten kommen, auch auf bas sonst: so begehrte H e rb st-Gr ü n f u t ter müssen unjerc Landl «tute vollends verzichten, allein für die bevorstehende Herbstbestellung kommt der Regen no chgerade zur rechten Zeit, zumal an ein Pflügen unb Säen bisher nichtt zu benfen war. In unseren Oknncin- I ben machte sich ein em p f i n b ti di e r Wassermangel bemerkbar unb fast überall wollten bie Brunnen versagen. In ben hochgelegenein Ortschaften, wie Vetzberg oder KS- .. nigsberg, mirb alltägl lcki das Wasser für die Biehlvirtschasten gegenüber entbindet. Daß neuvermählte Paar wird feine aus dem Bieberbach angefahren, imb mich^ bei der Aus- Flitterwochen in Paris verbringen. Die junge Frau Ricardo teilung des TrinlwasiserS muß höchst sparsam verfahren ^ft Geldmitteln versehen, so daß ihr neuer (Satte werden. L • 9rrbcit ^i der Eisenbahn nicht wieder aufzunehmen Saalburg bei Homburg, 23. Aug. Der Kaiser traf in Begleitung de^ Kronprinzen von ^ riechen- Skandalchronik der spanischen Geist- W SÄ ffi. fier im Automobil trwgctommctt. Der Kaiser wurde au, I daß die Zeitungen beinahe schon eine eigene cktuvnk oasur Taalburgrestaiirant von dem Clcli. Bauoat Prof. Sttcobt cimj^trn müffcn. AuS Caslellan wird telegraphiert, daß m und dem Oberhürgerimtister Dr. Ritter v. Marx empfangen. v„„na zwei Kapläne wegen des Besitzes eines Frauen- Die ottne beiichtziaten zunächst die NenanSgrabungen unter- miteinander in Streit gerieten, wobei halb des MithrüumS, betraten dam, das -aalburgkastellst , drei Revolverschüffe und einen und nahmen dort daS Skelett des nc„z,.erbauenden Hör- em« von 'tznen °ur°» gn Oviedo reums sowie die Modelle der römischen Wurfgeschosse unp Do lchst'ch leb , sgemhri,q ° netzt tgannja [t die Aeufunde vom Rönt.crkasteN Zugmantel in AugenMin streckte der Geiftltchc i i Garbonon* -pack dreivicrtelstündiqem Aufenthalt verließen der Steifer „nb Che,redoftcur des KatholckcnblotteS Ll Cart . und die übrigen Fürstdichkeiten die Saalburg und traten dem er vor der Eisenbahnstafton au,gelauert hatte, durch einen bie Fahrt nach Bahnbof Hornburg an, von wo ber Kaiser um wohlgezielten Revolverschuß nieder. DteSmal handelte es 4 Uhr 20 Min. nach ^il^elmshohe abrtif«. Die griechischen uin cjne clenbc Geldfrage. unb hessischen Herrschaften kehrtet, im Automobil natt) 1 Schloß Fncbrichshof zurück. (FinflClflUilt Kassel, 23. Aug. Die Kaiserin besuchte heute btc öl Lungenheilstätte Cbcrfanfungen unb wurde dort geführt s^ür Form unb aller u^er h^->r Rubrck^be^^^ von den Vorstandsmitgliedern Geh. Sanitätsrat c-ndetnann, ubcrn.mmt d,e sr-datt,on^dem^Publckum gegenüber Icmerler General v. RoqueS und (Veh. Kommerzienrat.Henschel. Tic ein *Q inben 24 Aug. 1904. Kaiserin besichtigte bie «Wnftalt in allen Teilen und brutftel Sflein-.inötn, ug ihre Befriedigung über die Einrichtung derselben auS. Kleine M i1 \\ n a c n a n s .Hessen u n b ben Nachbarstaaten. Badegästen auS Frankfurt, die m Nauheim zur Kur rodilen, wurde von ihrem 28jährigen »m Diener Gustav StieS aut Liegnitz eine Brieftasche mit bandelt, 3400 Mark gestohlen. Der Dieb ist fluchttg. — In"^'"^ Frankfurt a. M. machte der 27 Jahre alte Schlosser Broch wegen unglücklicher Famili^verhältniste einen Selbstm ord- versuch, indem er einePlatzpatrone in den Schraubstock schraubte, sich davor setzte und dann die Pattone durch Hammerschläge zur Entzündung brachte. Der Holzpfropfen ging ihm in den Kops. Schwer verletzt wurde iber Mann inS Heiligegeisthospital gebracht. — In Büdesheim wurde der lOjähri.ye Sohn des ArbefterS Heinrich Hornung vom Blitz erschlagen. Frau Frig, m deren Wohnung sich der kleine Hornung geflüchtet hatte, wurde betäubt. Wie man hört, war der Knabe nicht sofort tot. Leider dauerte eS ll/a Ständen, bis der Arzt kam. In-1 zwischen war der Junge gestorben. — In Bensheim! brachte der Taglöhner A.'itz Heeb dem Gastwwt Ludwig I Sattler in besten eigenem DTirtSlokal durch Mesterftiche fünf lebensgefährliche Verlehunge-.v bei. Heeb wurde verhaftet. — Ein E lt v i ller Verein besvichte am Sonntag Schloß R h ein - stein. Aus der Heimfahrt fiel in der Nähe von Geisen- heim der Schlosser Rudohs Ossenstein über Bord und ertrank. — Ein Gesuch d-/S HandelSvereinS in Lauterbach um Errichtung eine« IkichamteS in Lauterbach ift vom Ministerium deS Innern a'i^schläglich beschieden worden. — I Dem Oberbrandmeister Johomn Thorn in WormS wurde das Silberne Kreuz deS VerknenstordenS Philipps des Groß- unTÜckgekehrt. _ _ „ . , Darmstadt, 21. Aug S. K. H der Gr o ß h er z o g erteilte heute im 6 tofjj. Residenzschtoß Audienzen und nahm Meldunaen und Vorträge entgegen. 21 Aug. Ter bet dem am Sonn- Temperatur , ber Luft Absolute Feuchtigkeit Relative 1 Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke o O r- SÄ «o c g £ o cd — o«£ <^£ _ 5 ä CD ^b c s&: 2? cto: sO x_x. O }-> .yJ S-— <2 p L V o t?sE © 5 ._ w ÖD «:O 4?C 5^1 tS^sQ P H -O C CDx>-g ppjSBi1!!? äBSBfs«. sSS’S , . , _ CD SÄ' V P yp ci d n« w .,r~> ™k5S -^8-MbL-^Z^Z-Z^b ff^^WK^Z^rR^ ^Lt§o -c -A E o ^VD og^H o 5; W sä'5$ h X •- _ vQ'^c H P - — p e Ä § : P ’♦"'**— P ^iE T^ 3*-"sE ^SÄ <3D 5-* X XD yS tig^g^eo-Es-cSv^K^g^^ä S L^8§^»LZZL.L^--" L - »LT.^ L 5 P---- ÖH p P P «P- XD X> a?^J o — P fi>u_ O * hä cd «$t *5 P " o 'E O ?§?säOS-S§5;E qäPä QiH- p p CD W ° :C j; **.ti cn'-H «s< yp^.5 p sp p — ö ö^rtr.£L^p 05- jQ J_> sP **-- SÄ <4 P _P _ «St **"^ :d w m w >" Ä sy qj P P yC XD o »y p qj u—“p _ P *— o C o CD*j o P 6^ «Ü-.E’’ xü _ 4_, cQ U44Ä d P ö ti - 4) 2d -P CC' *"• P «p^ o — x> ft,*- *• °° Ä>? «> c. *- — cö p P- -«_» 22 -rt «ft p ,- sx Ü !d w ° sä o P p o- p 2d CD o E P o ^Zd-’V <Ä>S XD XD X - . „Ä ö pp^ pp . üt^pw p^tfl'J* p g W Z>L o 5 gfe P^S P CD-I-£ SQ'S-VD ’S £ CD s 2ÄÄSpoäW®ä-Q<52® p p.2 GN §S15 p ip Q s Kd •*- p art “ C4 C o 5®§ ’p" CD "yP P CD ?Ö2^^’ :£ p *2 c X 2 K,-_ Ä e««Q >* -' . s 5&:fst ä P e Cl» Cu ost cd c 2sSx 2 P CD-P . OG" P P P o C P P P X) P P P 2.. CD P P XD g P «o SÄ^b isn*rr o d Z)§> SÄ P ■Ä-XD -P o üg sS'*d ZZ . c p p. p P 04 ■ a~E Z *£& e p, p CD P f» O- g 2 g o «a «Ä ."P c p,« p ° O~' ‘ Ä cj CJ s p o CO CD e 8 P P> "E-p. §_g -° ö tu e Z.p§2Z §VZZ 5 2 =« S’^S'S' ZLZL p tu X>yE- G -i_» Gx •P CD —* 1> J-> >5-.. K^ZT XD -8 p^ P5 V 7* X> o-2 - otvp g er«? sx p — x> 2 oj> *d sä x> Ä' ~ P gO L«Z§-L-Z Z 5ħ^Sp p ä w P Ou -P C* -E2 ast Ä •3 P X2 p c SÄ E '■ü o XD C fcQ CD g '•S'S ©ÖS^' .‘X o P UP. E -2? S-S u s.Pt^iE. S? P W o Ed o -d.rz p > OD £ p C MZLU L o - Plzro - V Pä^p'-C g Ä ■£ p g puti^g § s?p - ODXD jOOr-^jSyoO-« P TT p <5 '- rp Ei «ft Je - o L E2 ° p p 5 g s=g §Z^K«r ±d ;*x_.. -9- o *P75d p -— 5 v p ’E " p ** -2 NN.^dd p «ft x. Id-^4 P- _ o io d dr — (9 >4 o g I <^ 5 sO 1—1 P Jergebung von Mauaröeilen. Für die Neubauten der chirurgischen und Augenklinik zu Gießen sollen auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 die Grobschlosserarbeiten und Lieferung und Aufstellen von I-Eisen zu Fachwerkswänden öffentlich vergeben werden und zwar: Chirurgische Klinik: Los I 4000 kg Anker, Klammern usw. Los II 5500 kg Eisen zu Fachweckswänden. Los III 3400 kg Türeisen. Augenklinik: Los IV 3000 kg Anker, Klammern usw. Los V 2350 kg J=®ifen zu Fachwerkswänden. Los VI 2900 kg Türeisen. Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Alnte, Wilhelmstraße 21, zur Einsicht offen und können von dort, soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genau bezeichnender Aufschrift sind bis Montag den 5. September, vormittags 11 Nhr, dem Eröffnungstermin, bei uns einzureichen. Zuschlagssrist 4 Wochen. Gießen, den 23. August 1904. bm/8 Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. Becker. *gJMum ist der erste -lufruf von uns ausgegangen, so 4^!^, sind wir durch das gestrige Brandunglück in noch größere Not verseht. Bei starkem Sturm sind gestern in kaum etnec Stunde weitere 28 LcheMkv und 12 Mohnhanftr in Trümmer gesunken. Es sind nun 30 Familien obdachlos. Bereits gesteuertes Futter ist m den jetzt nieder- gebrannten Scheuneir verloren gegangen. Die Not ist nun viel größer geivordcn, sodaß wir imngfni) um Men m Abhilfe bitten müssen. Gaben bitten ron an Herrn Bürgermeister Birkendahl, Herrn Pfarrer Proseffor Hanßen zu Herborn oder an die Geschästsfteüe des Gießener Anzeigers zu fenben. Ueber die eingehenden Beträge wird in den Zeitungen quittiert. Herborn, den 18. August 1904. 6978 Der Hilso--lusschuß: Landrat v. Wussow. Bürgermeister Birkendahl. Pfarrer Professor ^H a u ß e n. Arbeits-Vergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer höheren und erweiterten Mädchenschule bis Unterkante Kellersohle sollen Samstag den 10. September d. I., vorm. 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. L Erd- und Maurerarbeit, darunter: ca. 2733 cbm Erdbewegung, , 1350 w Cementbeton, v 461 , Bogenmauerwerk. II. MateriaMeferuug: a) 118 cbm Hardtbruchsteine, b) 201000 Stück Klinker, c) 20000 , Feldbrandsteine, d) 30500 kg gebrannter ungelöschter Schwarzkalk, e) 220 cbm Grubensand, f) 4000 kg ^-Träger. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 23. August 1904. B9*/» Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Vergebung von Bnnnrbeiten. Samstag den 27. l. M., vormittags 9 Uhr, sollen in dem Gemeurdchause zu Lollar nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: Maurerarbeiten veranschlagt zu 252.32 Mk. Chaussier- u. Pflasterarbeiten , w 683.75 , Zementrohrlieferung * ■ 469.— , Eisenlieferung * v 64.— w Gießen, den 20. August 1904. 6971 Senßfelder, Kreisstmßemneistcr. Haus-Verkauf. In Bad-Nauheim, Parkstraßc, die allerbeste Geschäftslage, ist ein großes, schönes Eckhaus zu verkaufen; es enthält 4 Stock- werfe, ist massiv gebaut und im besten Zustand. Jin Parterre können 8-4 große Verkaufsläden eingerichtet werben, welche in der Parkstraße stets gesllcht sind, oder auch eine ferne Konditorei mit Eafä-3iestaurant; beides würde sich brillant rentieren. Selbsl- reflektanten belieben Öffcvien um. G A 6955 an bic Exp.d.Bl.zu rechten. Aebeitsvergebnng. Zu der Korrektur eines Feldweges für die Gemeinde Eberstadt (Kreis Gießen) sollen nachverzeichnete Arbeiten auf dem Submisstonswege vergeben werden: 1) Erdarbeiten veranschlagt zu 7574.85 Mk. 2) Chaussierungsarbeiten „ „ 1608.— r Die Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Eberstadt offen und sind Angebote bis zum 31. August d. Fs., nachmittags 2 Uhr, daselbst einzureichen. Die Oeffnung der Offerten erfolgt an vorgenanntem Termin in Gegenwart etwa erschienener Bewerber. Gießen, den 20. August 1904. 6970 Herrman n, Kreisstraßenmeister. Stenographie GabeSsberger. Wir eröffnen am 26. d. MtS., abends 8 Uhr, im kaufmännischen Bereinshause, Nordanlage 15, einen neuen Anfängerknrsus zu dessen Besuch wir ergebenst einladen. Unterrichtsdauer 20—24 Stunden. Honorar 6 Mark. Anmeldungen nehmen entgegen der erste Vorsitzende, 5krei§- amtsbüreauvorstehcr Schisfnic, Grünbergerstraße 3, und der Leiter des Unterrichts Dienstag und Freitag abend mm 9 bis 10 Uhr und bei Beginn des Unterrichts im kaufmännischen Vcreinshauje. Fortbildungskurse: Dienstag und Freitag, abends von 9—10 Uhr. Redeschriftkursus: Mittwoch abend von 9—10 Uhr. Der Borstaud des Gabelöbcrger Stenographcu Vereins Gießen. 6900 (Gegründet 1861.) Rasiermesser SchnltifÄhlgkelt, empfiehlt Fritx Hammesfahr, Fabrik n. Versandhaus, FOChe b. Solingen. D» K. 6. M> Nnr bei mir eu heben. Kronea-Diamsnt-Siehl M. 8.25 Krone • Silber-Suhl M. 2.25. Fertig zum Gebrauch nl. FOr jod. StQck wird 9e- raRtJert. 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Auch kann b. mir gekeltert werden Fflr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste meine- teuren Gatren, unseres lieben Vaters unb Schwiegervater- Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst geliebten Gatten, \ ater, Bruder, Schwager und Onkel Hfl. Simon. I