Mgt, -?0p, uptgew. sener •bstein , . Rost noch 0** VT# > *pSS*jß Spanner i dst, leee 3Rt, DO Mk. tgewinne । oder Zohleu, ■emiiat, befielen Schoten unb &• wna-gegenslända. 5. September. „/ m allen M III Matt fenni- n )u Haben. [676ti Buchactet ^crtrub 9Uutubönt u. «ö|e RCflO Ä* rte Fasan“ gleiehnW» L Fabrikat- .^L ’S 1 12 . ’ , 500 Stäek tat E 154. Jahrgang Erstes Blatt. Mittwoch 24. August 1904 unb L” Adresse für Depeschen: «nzetger Gieße«. Fernsprcchau!chlußNr.b1. Nr. 198 vrsch»int tägltih auber Somitags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bei Brü h l'scheu Nnivers.-Buch-u. Stein» btudereL R. Bange MMf m Al Togf Ve-ng-vretsr jUF W W monalltch7bPl^viertel- Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger " den volit unb allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen MW W _ leiqenteil: HanS Beck. Ale heutige Kummer umfaßt 10 Seiten- Aie tiöerale Strömung i« Rußland. Der russische Liberalismus ist ziemlich alten Ursprungs. Seine Spuren kann man bis in die kritische Zeit nach dem Tode Peters des Großen (erstes Mertel des 18. Jahrhunderts), ja noch weiter zurück, bis in die Zeit Iwans des Schrecklichen (16.) verfolgen. Doch als eine Massen- bewegrmg, als ein ernster Faktor im russischen politischen Leben ist der Liberalismus erst nach der großen französischen Revolution in die politische Arena Rußlands getreten. Die Wellen der gewaltigen französischen Bewegung schlugen bis in die weiten russischen Steppen und haben dort viele Anhänger der französischen Freiheitskämpfer geschaffen. — Nach dem Tode Alexanders I. haben diese Anhänger einen Aufstand gewagt, welchjex, wie bekannt, ein sehr trauriges Ende genommen hat. Fünf Führer dieses Ausstandes ließ Nikolaus L hängen, die 'übrigen Angeklagten (115 an der Zahl) wurden nach Sibirien in die Bergwerke verschickt oder zwangsweise ins Militär als Gemeine eingereiht. Doch ergriff der liberale Gedanke immer breitere Schichten des großen ruffischen Volkes. Die Teilnehmer des obenerwähnten Ausstandes — in Rußland „Deka- ßnfterr" genannt, da der Aufstand im Dezember (Dekabr) — statt gesund en hat, waren Angehörige der oberen Klaffen des russischen Volkes. Unter ihnen war eine Menge Fürsten, Grafen, hohe Beamte, Offiziere, welche kein Zutrauen zu der Maffe hegten. Von ihnen ist die liberale Idee in den sechziger Jahren des verffossenen Jahrhunderts KU der deklassierten Intelligenz übergegangen, dann in den neunziger Jahren zu den Arbeitern, und jetzt nmcht sie auch unter den breiten Kreisen der ruffischen Bauern ziemlich große Eroberungen. Selbstverständlich waren die „Formen", in welchen diese Idee in verschiedenen Zeiten austrat, und die „Namen", unter welchen sie sich verirribete, ziemlich 'verschieden; doch das Wesen dieser Idee, ihr Kern blieb immer derselbe. Im Grunde genommen ist, so schreibt A. Donskoj in Herrn v. Gerlachs „Beri. Ztg.", der jetzige Sozialismus in Rußland nichts anderes als eine schärfere Tonart des russischen Liberalismus, oder wenn man will, umgekehrt, der Liberalismus ist eine etwas mäßigere Form des Sozialismus. Aeußerkich aber treten diese beiden politischen Richtungen in verschiedenen Losungen auf, ost auch bekämpfen sie sich gegenseitig auf das äußerste. Gewöhnlich bezeichnet man in Rußland als liberale Strömung diejenige, welche sich in der monatlich erscheinenden legalen Zeitschrift „Wjestnik Ewropy" (Der Bote Europas) oder auch in der Tageszeitung „Rußkija Wjedomosti" (Russische Zeitung) und in der illegalen, im Auslande gedruckten ,/)swoboschtdenje" (Befreiung) ausdrückt. Mas will der ruffische Liberalismus? Was sind seine Forderungen, sein Programm, welche Ideale beseelen ihn, und was hofft und wünscht er für die nächste Zukunft? Sein Ideal ist: das Ideal der ganzen zivilisierten Welt; der Grundgedanke der französischen Revolution — die Freiheit, die möglichst große Freiheit der Persönlichkeit! Er will „Menschen- und Bürgerrechts". Er will, daß alle russischen Untertanen das Recht bekommen sollen, ihre Meinung, ihre Wünsche, ihre Leiden und ihren Willen frei und offen auszudrucken, und er will auch, daß das Gesetz jedem Untertan die möglichst größte Freiheit läßt, sich zu bewegen und zu handeln. In der Denffchrift „Von den russischen Konstitutionalisten"", welche die „Oswoboschb- denje"" veröffentlicht hatte, heißt es, daß die Konstitutionalisten fordern-: 1. Persönliche, durch ein unabhängiges Gericht garantierte Freiheit; 2. Gleichheit vor dem Gesetze und als ihre Konsequenz die Aufhebung aller nationalen Standes- und religiösen Ausnahmegesetze; 3. Preßfreiheit; 4. Versammlungs- und Koalitionsfreiheit; 5. Petitionsrecht; 6. Eine Volksvertretung mit Kontrolle-, Gesetzgebungs- nnd Budgetrecht. Um diese Forderungen dnrchzusetzen, wollen die Liberalen „die öffentliche Meinung organisieren", wozu auch die von dem tiefsinnigen russischen Publizisten v. Struve gegründete und talentvoll geleitete Halbmonatsschrift „Os- woboschtdenje" sehr wirksam dient. Nach der berühmten „Glocke"", welche Herzen in den sechziger Jahren in London herausgab, ist es nur der ,-Oswoboschbdenje"" gelungen, einen mächtigen Eknftuß sowohl avf die „öffentliche Meinung", wie auch auf die Kreise der Regierenden auszuüben. In mehreren Tausenden von Exemplaren wird sie alte zwei Wochen in ganz Rußland verbreitet, und ihr Erscheinen wird mit Begier sowohl von ihren Freunden wie von ihren Feinden erwartet. Arr Kriefl zwischen Japan und Wußland. Tschifu, 23. Aug. (Reuter.) Nach chinesischen Berichten bedrängten die Japaner am 21. August das Zentrum d e r R u s se n entlang der Eisenbahn, sowie den rechten Flügel derselben in der Nähe des Goldenen Hügels sehr heiß. Die hier lebenden Japaner, an der Spitze der Konsul, sammeln Geld, um den Fall der Festung Port Arthur zu feiern. Paris, 23. Aug. Wie aus Petersburg gemeldet wird, versuchten in der Nacht zum Sonntag japanische Torpedoboote in den Jnnenhafen von Port Arthur einzudriugeu, doch wurden sie durch heftiges Feuer der russischen Strand Batterien daran verhindert. General Stössel befahl indes den noch anwesenden russischen Kriegsschiffen in Anbetracht der großen Gefahr, bett Hafen zu verlassen. Man erwartet daher in Petersburg baldigst die Nachricht von einem, neuen großen SsLkampf vor Port Arthur. London, 23. Ang. „Daily Mail"" meldet aus Tschifu, japanische Torpedoboote hätten den Da'mpfer „Petschili" benachrichtigt, daß acht russische Torpedoboote am 18. d. M. abends aus Port Arthur entwichen sind. Tschifu, 23. Aug. 4000 Japaner sind gestern in Dalny gelandet und wahrscheinlich für Port Arthur bestimmt. Paris, 23. Affg. „Echo de Paris" meldet aus Petersburg: Admiral Alexejew hat an den Zaren berichtet, daß sich die Verluste in. dem Seegefecht vom 10. b. M. auf 5 Offiziere und 350 Mann tot und 20 Offiziere und 300 Mattn verwundet belaufen. — Dasselbe Blatt berichtet weiter, der Kreuzer „Diana" welcher in Saigon vor Anker gegangen', sei stark beschädigt. Shanghai, 23. Aug. (Reuter.) Dv:s Urteil des Marinegericht'sHofes in der Angelegenheit des Dampfers ,Lipsmng"" wurde heute morgen gefüllt. Es lautet: Der russische Torpedob o o tszerstörer, von dem man jetzt! weiß, daß es der „Rastoropny"" gewesen ist, näherte sich beim englischen Dampfer,LiHrisang", dessen Lichter hell brannten und der am Tage die englische Flagge zeigte. Der Torpedobootszerstörer feuerte Granaten, die einige Passagiere töteten, andere verwundeten, worauf der „Hipfcrng"" sofort hielt. Aber das ruffische Schiff schoß noch einen Torpedo ab und brachte so den Dampfer zum Sinken, ^ver „Hipfang" hatte weder Kontre- bande noch Japaner an Bord. Der Gerichtshof macht den Board of Tipde und das Auswärtige Amt darauf aufmerksam, daß der Dampfer, obgleich er mit der nötigen Vorsicht und mit einwandfreiem Kurse gefahren ist, beschossen und zum Sinken gebracht wurde, ohne rechtlichen Grund oder Veranlassung. Paris, 23, Aug. Nach Meldungen aus Petersburg wird der Zar Attfang November die konischen Kosaken und in Warschau die Artillerieabteilungen besichtigen, die nach Ostasien abgehen, Petersburg, 23. Aug. Die Folgen des Krieges beginnen sich bereits in den verschiedenen Zentren der Industrie und des Handels bemerkbar zu machen. In Charkow mußten 20 Fabriken, meist der Kochmittelbranche, den Betrieb einstellen. — Die kaiserliche Münze hat einstweilen die Prägung von Gold eingestellt. Dagegen werden für 14 Millionen Silbermünzen ausgeprägt. Ebenso wird eine große Menge von Kriegsmedalllen in der Münze hergestellt. London, 23. Aug. In Schiffahrtskreisen von Kapstadt erregt die Durchsuchung eines englischen Dampfers durch ein russisch es Schiff, wie man dort fest glaubt, von der Freiwilligenftotte, Erstaunen und Befürchtung. Mehrere Dampfer haben in den letzten Tagen auf dem M^ge nach Japan Kapstadt angelaufen. Man befürchtet, daß diese ben russischen Schissen in die Hände fallen werden, und ertoartet, daß die britische Regierung energischen Prvtest einlegt. Berlin, 23. Aug. Das Russische Handels-Telegraphen- bureau meldet aus Petersburg, 23. August: Ein Hamburger Blatt behauptet fortgesetzt, daß eine russische Anleihe in Deutschland perfekt geworden sei. Das genannte Blatt stellt zu diesem Zweck allerhand Detalls zusammen, indem es versichert, es handle sich nicht um eine Rente, sondern um fünfjährige 5prozentige Schatzscheine, die den Nominalbetrag von voraussichtlich 400 Millionen M k. nicht übersteigen dürsten. Der Zeitpunkt der Emission sei nicht spätsr als für den Monat September in Aussicht genommen und der Nebernahmekurs etwas niedriger, als bei der französischen Anleihe. Demgegenüber kann das russische Finauzministeriilm nur feststellen, daß überhaupt keine Unterhandlungen über eine Anleihe geführt wurden und daß alles, was darüber bas Hamburger Blatt meldet, auf Purser Erfindung beruht. Die Schilderung einer ruffischen Panik. Der russische Kriegskorrespondent Nemirowitsch Dant- schenko schildert in lebhaftester Weise in einem Berichte über die Schlacht bei Wafankau eine russische Panik, dieses unerllärliche G'fühl plötzlichen Entsetzens, das sewst Truppen der tapfersten Armeen hier und da ergreift, ist auch dem russischen Heere, trotz der eisernen Disziplln der Leute und der so bewährten russischen Tapferkeit nicht unbekannt geblieben. /^aiht Ihr jemals gesehen, wie Leute das Schlachtfeld beriaffein, sich zurücktziehen, weglaufen — nennt es, wie Ihr wollt?! Großer Gottz möge Euch der Anblick einer so vollständig verlorenen Armee erspart bleiben. Ich sehe die Soldaten an und kann es nicht verstehen. In dichtge- drängtett Massen drängen sich die Leute in das Tal, das sich in den Bergen nach Norden windetz in vollster Unord- nung, schweigend, eilig. Keinen Blick wenden sie zur Seite. Es ist wie ein Strom, wie ritt Strom, der feite Uferi überschritten hat und der einzigen, möglichen Oeffnimg zu- siießt. Diese ganze große Masse ist sinnlos; blind und dm m m strebt sie den Bergen im Norden zu. Die Leute hinten treiben die Leute vor sich Vorivärts. Selbst^ wenn riner stehen bleiben wollte- er kann es nicht. Unabänderlich! wird vorpväris gedrückt. Ich kam selbst vom linken Flügel und war davon überzeugt, daß unseren Truppen der Sieg geh örte. Die Soldaten sahen mich nicht einmal an. ^Wo geht Ihr hin?"" rufe ich. Sie schweigen. Haben sie die Flanke des Frindes umgangen? Warwln geben sie nach Norden? „Dort ist Sieg, Soldaten, auf dem linken Flügel Die Japaner sind geschlagen!" Keiner hört aus mich Keiner sü>rint bad Wort Sieg zu verstehen. Laß sich die anderen doch freuen, laß sie lachm aber hier bersten die Schrapnells über den Köpfen dieser Leute, und jeder hat nur den einen Gedanken — weglaufem Endllch traf ich einen Offizier. ,Mrs soll das feigen?" Er antwortete: „Ich. habe den Befehl, zurückzugehen." „Wo sind Sie gewesen?"" „Im Zentrum." „Aber so halten Sie doch? General Gern'groß hat die Japaner geschlagen, und Sie laufen weg." „So versuchen Sie doch, die Leute zu halten, ich kann es nicht." „Haltk" rufe ich. Der Offizier tut das Gleiche. „Zweite Kom>' pagnie halt!"" schreit er laut, und ich schreie mit. Die^ zweite Kompagnie nimmt absolut keine Notiz von dem Be fehl. Schweigend schiebt sie sich vorwärts. Ich frage den Offizier, der die Kompagnie fuhrt: „Wollen Sie so bis Fentschoulrn laufen?"' „Meinetwegen zum Teufel, mir rsfs gleich"", antwortet der Offizier. „Aber hier sind Sie vielleicht nötig"", sagte ich. ,Mer will mir befehlen, hier zu bleiben?"" „Schicken Sie zum Korpskommandanten!" — Der Korpskommandant konnte nicht gefunden werden." Mittische Tagesschau. Die Dresdener Resolution. Die „Dresdener Resolution"", die auf dem Amsterdamer Sozia- listentage eine so große Rolle gespielt ,hatz .hat dort folgenden Wortlaut erhallen: „Der Kongreß weist zurück (in Dresden hieß es ,pernrteilri) auf das 'entschiedenste die revisionistischen Bestrebungen, unsere bisherige, bewährte und fieggekrönte, auf dem Klassenkampfe ruhende Taktik in dem Sinne zu ändern, daß anstelle der Eroberung .der politischen Macht durch Uoberwindung unserer Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die bestehende Ordnung der Dinge tritt Die Folge einer derartigen revisionistsschen Taktik wäre, daß aus einer Partei, .die auf die möglichst rasche Umwandlung der beste^nden bürgerlichen in die sozialistische GesellschaftS- ordmmg hinarbeitet, also im besten Sinne des Wortes revolutionär ist, eine Partei tritt, 4>ie sich mit der Reformierung der bürgerlichen Gesellschaft begnügt .Daher ist der Kongreß int Gegensatz zu den vorhandenen revisionistischen Bestrebungen der Ueber- zeugung, daß die Klassengegensätze sich nicht abschwächen, sondern stetig verschaffen, und erklärt: 1) daß die Partei die Verantwortlichkeit ablehnt für die auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden politische» und wrrtschastlicheu Zustärche und daß sie deshalb jede Bewilligung von Mitteln verweigert, welche geeignet find, die herffchende Klasse an der Regierung zu erhallen, 2) daß die Sozialdemokratie gemäß der Resolution Kautsky des internationalen Sozialistenkongrffses zu Paris im Jahre 1900 einen Anteil an der Regierungsgewall innerhalb der bürgerlichen Gffellschaft nicht erstreben kann. Der Parteitag verurtellt ferner das Bestreben, die vorhandenen, stets wachsenden Klassengegensätze zu vertuscheu, um eine Anlehnung an bürgerllche Parteien zu erleichtern. Der Parteitag erwartet, .daß die Fraktion die größere Macht, die sie durch die vermehrte Zahl ihrer Mitglieder, wie durch die gewaltige Zunahme der hinter ihr stehenden Wählermassen erlangt, nach wie vor zur Aufklärung über das Ziel der Sozialdemokratie verwendet und entsprechend den Grundsätzen unseres Programms dazu benutzt, die Interessen der Drbellerklasse, die Erweiterung und Sicherung der politischen Freiheit und der gleichen Rechte für alle aufs kraftvollste und nacHwÜcklichste wahrzunehmen und den Kampf wider Mssiwrismus und Marinismus, wider Kolonial- und Wellmachtspolitik, wider thrred^t, Unterdrückung .und Ausbeutung in jeglicher Gestall noch energischer zu führen, als es bisher ihr möglich gewffen ist und für den Ausbau der Sozialgffetzgebung und die Erfüllung der politischen und kulturellen Aufgaben der Arbeiterklasse energisch zu wirken." Aer Katholikentag. Regensburg, 23. Angnst. Nach dem Requiem im Dom fanden heute vormittag die Versammlung des Volksvereins für das kathollsche Deutschland und die Veffammlung katholischer Lehrer statt, darauf die zweite geschlossene Versammlung. Graf Drvste-Vischering berichtete über die Tätigkeit deS Zeutral-Kvmi-- tees. Die Vorbereitungen für den nächsten Katholikentag in Straßburg find bereits im Gange. Sodann wurde die Beratung der Anträge fortgffetzt und eine Rffolution angenommen zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit. Pfarrer Frank wies besonders auf die Kirchcnnot Berlins hin. Andere Anträge, darunter die Empfehlung des St. JosefS-Missions-Der- eins, des Donifatius-Vereins und der Windthorft-Bünde wurden nach kurzer Motivierung angenommen. Prof. Schmirer-Freiburg (Schweiz) hielt einen Vortrag Wer Katholizismus und Wissenschaft. Redner legte dar, daß die Kirche die Kultur und Wissenschaft von scher verteidigte und verbreitete, und dies auch noch harte tun würde. Dr. Huppe ck-' Köln sprach über moderne Belletristik, gab ein Bild der modernen Literatur und erklärtz daß die katholische Belletristik in neuerer Zeit fich auch moderner Sujets bemächtige. Redner mahnte namentlich vor allzu schroffer Kritik, trenn irgend eiw mal etwas nicht mit dem Althergebrachten zu stimmen scheine mid schloß mit den Worten: Weg mit dem Schmutz, her mit der künstlerisck)en Lektüre. Gvmnasialprofessor Bartlt-Stratzburg sprach über die katholische Presse. Der letzte Redner war Reich« tagsabg. Dr. Schädler, .der die Schul frage behandelte, ftd> für die Konfessionsschule aussprach und die Simultanschule leb haft bekämpfte. Die Antwort des Kaisers auf das Huldigungsteke-- gramm des Katholikentages lautet folgendermaßen: „An den Präsidenten der Gen^alversammlung der Katholiken .Dentschlmrds, Herrn?1offck Regensburg. Den R^i' lliedei - der in Regensburg tagenden Generalversammlung der ^atlw liken Deutschlands spreckn ich meinen kaiserlichen D^ink für bi - übermittelte Huldigung aus. Ich boffe zu Gott, daß die Vcr bandlungru, vvm Geiste des Frieden s .gleitet, guten Fint gaug nehmen und der Ehre und dem Wohle des deillss^en Vaterlandes dienen werden. Will*elm."" Die Antwort des Papstes aus das an ibn grrichtrte Huldigungs'ele.-,ramm lautet: 9(n dm Prä'ch nt.m d- deutschen Kaiholikentages hi Re geusourg Herrn Pe.lch e l^nlidru citri je des Glaubens inrb der Liebe wetz - die Gm^ralvrffammlimg der Katholik» Dcuttrs)!lands dem briliarn Vater anszufpveche» sich deetltr rrfüTlMi Seine fretlntfrit mir großer Freude, Subern der heuige Barer Ne be ten Wünst" für günstigen F-ortgang der Tagung verleiht er Tir und der ganzen Versammlung von ganzem 5>erzen 'einen aix>jlolifvt n Segen. Kardinal Merrn bei Val." Die $?'i:Teilung b>5 Antworttrlearamms deS K is rs wurde tum Vr Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. ebenso im späteren Verlaufe der Sitzung eingetroffenc Telegramm bc\< Papstes. Deutsches Reich. Berlin. 23. Aug. Der Kaiser traf heute abend nur bem Babnhose WilhelmShöhe ein und begab sich zum Schloß. — Der Kaiser hat den Eltern deS in Südwest- afrika gefallenen Leutnants Grafen Wolf Werner von 9lrn i m-MuSkau folgendes Beileid Stelegram in zugehen lasten: Ich ede, Ihnen au- fehmerzbewegtem Herzen meine innigste Teilnahme auszrldrücken. Ihr Sohn ist ui den siearcieden ^Mochten nm Warerdera den Heldentod gestorben. Von glühender Begeisterung. für die Interesien fernes Vaterlandes zu kämpfen, ent leuchtendes Beispiel aller soldatischen Tugenden, zu den besten fernes Landes gehörig, bat er für Kaiser und Weich sein Leben gelassen. Ich beklage feinen Berittst unaussprechlich. Ich schätzte ihn persönlich doch und werde ihm immer ein treues Andenken bewahren. Der dillmächtige tröste fie und Ihren Gemahl. Wilhelm. — Der Kaiser bat den Gouverneur von Berlin. Gene- ralobersten v. Hahnke, beauftragt, ihn bei derMitte nächsten Monats' in Bochum stattfindendeu Enthüllung des Kaiser.Wilhelm.Denkmals zu vertreten. — Der Legationssekretär im Haag. Graf Wilhelm von Mirbach.Harfs, Fibeikommißbefitzer aus Harff im Kreise Bergheim, ist durch Erlaß vom 13. August d. I. auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen worden. — Der 11. Verbandstag der FeuerbestattungS- vereine deutscher Sprache wird vom 9. bis 11. September in Wiesbaden stattfinden. Die Beteiligung verspricht sehr stark zu werden; auS Berlin. Braunschweig, Bremen, Danzig, Hamburg, Magdeburg, Stettin u. s. w. werden Delegierte eintreffen. — Der soeben veröffentlichte Jahresabschluß der Stadt- ff auptk ässe ergießt einen Ueberschuß von 41/« Mill. Mark. Der Etat für 1903 04 schloß mit einem Fehlbetrag von rund einer Million, weshalb bekanntlich besondere Einnahmequellen (Umsatzsteuer) erschlosten werden mußten. — Entgegen der Meldung der »Deutschen TageSztg.' betreffend die frühere Einberufung deS Reichstags zum Zweck der Beratung der wichtigsten Handelsverträge stellt die ,Nat.-Ztg." fest, daß vorläufig alles von dem Verlauf und Abschluß der deutsch-österreichischen DertragSver- bandlungen abhängen wird, welche sich möglicherweise biS Ende Oktober hinziehen können. — Von den obersten LandeSfinanzbehorden der deutschen Bundesstaaten find die Zolldirektivbehörden ermächtigt worden, daß bei der Ausfuhr von 2abafWunb Tabakfabrikaten, welche für die in Südwestasrika befindlichen deutschen Truppen bestimmt sind, die Ausfuhrvergütung auS Billigkeitsrücksichten bewilligt werde, sofern über die tat» sächlich erfolgte Ausfuhr und über die Bestimmung der auS- geführten Gegenstände als Liebesgabe für unsere Truppen fein Zweifel bestehe. Essen, 23. Aug. Geh. Kommerzienrat Kirdorf ver. öffentlicht in der ,RH.*Westfäl. 3tg." eine Erklärung, in der es unter Bezugnahme auf den geitrigen Artikel der »Rordd. Allg. Ztg." heißt: Ich kann gegenüber dieser angeblichen Richtigstellung nur meine Mitteilungen vom 20. August in allen Teilen aufrecht halten. Zutreffend ist, daß der S a n d e l s m i n i st e r bei Beginn der Unterredung von vornherein feinen ablehnenden Standpunkt erklärte. Trotzdem glaubte ich, die Gründe für den Beitritt deS Fiskus, ohne welche die Syndikatserneuerung ausstchtslos erschien, fo eingehend darzulegen, wie mir die Wortgelegenheit und Zeit es gestattete. Bestimmt muß ich aufrecht halten, daß ich den Vor- fchläg machte, der Fiskus möge ein Vetorecht bezüglich der Vreisbesnmmimg fordern und bestimmt erinnere ich mich, daß der Cberbergbcuptmann, v. Belsen, daraufhin auf eine bestimmte Berfon verwies, deren 3ufrimmung niemals zu erlangen fein werde. T araufhin sprach ich eben meine Zuversicht aus, trotz aller Schwierigkeiten ein folches Vetorecht burtf^ukRen. Daß es sich hierbei nur um eine persönliche Anregung handelte, nicht um ein formelles, vom Vorstand des Kohlensynditats angebotenes Vetorecht, ist zutreffend. Sommer« ist nun wohl endgiltig gebrochen, wenn wir auch hoffen, daß die Menschheit nicht gezwungen wird, für den Rest beß Jahres die ergreifende Trauerobe anzustimmen: Was machst, allmächtiger Iupitor, Du immer solchen TobnS? Was hüllst in trüben Wolkenflor Du chronisch dich, o Phobuü? •• Die Pension«Verhältnisse der vormaligen Ludwigs bahn-Beamten im Dienste der Königl. Preuß. und Großh. Hess Sto.atSbahnvcrwalrimg bespricht ein von G. Ferkingffoff, Assistenten bei der Dtationbkassc Darmstadt- Hauptbahnhos, verfaßtes Schristchen. Ferkinghoff hat sich unter Beifügung dieser Schrift mit einer Eingabe an die Zweite Kammer gewandt. Er behauptet in seiner Broschüre folgendes: 11 Das Deitragssststern ist veraltet mib hem den Staaten Preußen und Hessen Lämjfl fallen gelassen^ nwrden. 2) Die Uehern omirtcit?n sind seit l-q97 Staatsbeamten und erleiden durch die Beides,Ituna des ihnen tum dem vormaligen Privat- unternehmen (tufcrlccrfm Beitragssatzes fo empfindliclie Nachteile gegenüber ihren Mitbeamten. 3^ Ab de-s 21. Dicnstjahres und nach) Erlangung deS fcödyft* gebalts übersteigt die Beitragsleistung die Penfionsverbesseruug führlich um 6 Prozent. 4) Die lmheu ^iträge muffen auch Nrun noch entrichtet werden, wenn der im Dienste verbleibende Beamte den Hochstansprnch mit 75 Prozent an Benffou erlangt hat und eine PenfiouSsteiger- ung nickt mehr möglich ist. 5) Der als einmaliger Beitrag b^rirfmete ein Sechstel Abzug vom Dienstabkommen wird b-i Gewährung von Gebastsznlagen bei der nächsten Zahlung einbehalten, während die Zulagen erst dann p.nsionSfühig werden, wenn die vollen Beiträge für die- selben ein Jahr hing entrichtet worden find. Bei den übrigen Staatsbeamten sind diese Zulagen (ohne DeitragSleistung) sofort pensionssahig. •• Der Verband deutscher Gewerbevereine wird vom 11.—14. September in Straßburg i. Elsaß seine Hauptversammlung abhalten. Die Jyragie des BesähigungS- Nachweises im Handwerk wird u. a. Realgnmnafiallehrer Kahl zu Dannftabt, die der VerbandS-Sterbekassc Handwerks, kammersekretär Engelbach zu Darmstadt behandeln. Nau heim, 23. 9lug. Am Sonntag gelang eS der Polizei, einen Hochstapler in der Person eines hier mehrfach beschäftigt gewesenen Hausburschen B. aus Steinfurth fefhun!?fimcn. Er mietete im Louise des Sommers .unter falschen Angaben verschiedentlich Zimmer r-nb ver» schwand nach einigen Tagen, offne feine ‘'Rechnung beglichen zu haben. Seiten Sonntag kam er sogar per Automobil hier an und stieg in einem Hotel ab, nm dort Wohnung zu nehmen. Die Polizei erhielt jedoch Kenntnis von dessen Ankunft und stellte ihm für seinen jetzigen Aufenthalt ein Freiguartier zur Verfügung. bf. Rriebberg, 23. Aug. Heute nachmittag um 5 Uhr fuhr der kaiserliche Zug von Homburg hier d»irch, um sich nach WilhelmShöhe zu begeben. ES war das erste Mal seit Bestehen der Friedberg-Homburger Baßm, daß der Kaiser diesen Weg wählte und nicht über Frankfurt fuhr. A* Lauterbach, 23. Aug. Der Gaßiwirteverein Vogelsberg, Sitz in Lauterbach, machte cun Montag einen Ausflug nach dem HoherodSkopf, an dem viele Mitglieder aus fast allen Orten des Kreises teilnahmen. Man speiste und trank dort oben gut und unterhielt sich aufs beste. Verwunderlicherweise feimen selbst viele Oberhessen den 5?oherodskopf noch nicht. Sie sollten es nicht verabsäumen, den Berg zu besuchen, sie werden für ihre Wanderung belohnt werden. g. Aus b em Kre i S Bübingen , 23. Aug. Die gesamten Bürgermeister unseres K'mfes beab- sichtigen, in Kürze mit den Beamten Gr. Kreisamts eine Fahrt nach dem Nationaldenkmal auf^bem Niederwald zu unternehmen — In den nächsten Tagen wird durch Truppen, die sich auf dem Marisch nach dem Manövergelände befinden, eine größere Anzahl Gemeinden unseres Kreises Einquartierung erbaten. 0. Stockheim, 22. Aug. Gestern wurde hier der KreiSfeuerwehrtag für den Bezirk Büdingen unter dem Vorsitz deS KreiSratS Boeckmann adgehalten. KrriSfeuerwehr- Jnspektor Fendt auS Büdingen hielt einen Vvrtrag über .DaS Löschen von Schadenfeuer^. Anschließend cm die Ver- Handlungen fand eine Besichtigung der Wehren von Stock- Heim, Bleichenbach und SelterS statt, die sehr gut verlief. E. B. Darmstadt, 24. Aug. (Drahtl oricht.) Heute vormittag zwischen 10 und 11 Uhr ist hier eine Mordtat verübt worden. Der dem Trünke ergebene Metzger wechsel und daS Gequietsch hatte bald eine Schar Neugieriger Herbeigeloekt, welche erwartungsvoll die ominöse Kiste und die beiden Streitenden umstanden. Nach langem Hin- und Her- reden entschloß sich der Herr endlich die Kiste zu öffnen. Jetzt merkte der Beamte erst, daß er eS mit einem gut geübten Bauchredner zu tun hatte, der das Gegrunz eines Ferkels täuschend nachahmte. Pa. Mainz, 22. Aug. Nach den bis jetzt eingegangenen Anmeldungen verspricht die mit dem 16. Deutschen Feuerwehrtag, der hier vom 3.—6. September stattfinden soll, verbundene AllSstellling von Feuerlösch- und Nettungögcräten daS moderne Feuerwchrwesen in einer Voll- tändigkeit wiederzugeben, wie sie bei den bisherigen Fener- wehrtagcn famn noch erreicht wurde. 9hn 15. August, dem offiziellen Schlußtermin für die Anmeldungen, waren einige 60 Firmen gemeldet, und anch jetzt noch laufen täglich An- ixigcn und 'Anmeldungen ein. Während die sich mit der Herstellung von Spezialartikeln beschäftigenden Firmen mit reichhaltigen Musterkollektionen ihrer Erzeugniffe vertreten sind, werden die großen Fabriken, von denen einzelne 500 unb mehr Quadratmeter Raum benötigen und zur Versendung ihrer Objekte an die 20 Eisenbahnwaggons bedürfen, in sich geschloffene SonderanSstellungen aller daS Feuerlöschwesen berührender Gegenstände nach Mainz entsenden. Der Ver- sichenmgSweri der bis jetzt gemeldeten Fabrikate beläuft sich auf annähernd 400 000 Mk. Die Eisenbahnverwaltungen haben den frachtfreien NücktranSpori nicht verkaufter Ausstellungsgegenstände zugtstanden; ebenso die Steuerbehörde die zotlsreie Einfllhr solcher Gegenstände aus dem Auslande. Außerdem sei darauf hingcwiesen, daß Besucher deS Feuer- wehrtageS und der AnSstellling, die in der Stärke von mindestens 30 Personen gemeinsani reisen oder mindestens 30 Fahrkarten ab der gleichen Abgangsstation lösen, eine Ermäßigung von 50 Proz. auf den Fahrpreis der einfachen Fahri in Anspruch nehmen können. Weilburg, 23. Aug. Eine Meldung, die noch stark bezweifelt werden darf, bringt das „Wrilb. Krersbl.", indem es schreibt: „Wie wir hören, hat der französische Automobil- Klub, dem die Vorbereitungen zum Gordon-Bennett- Rennen 1905 obliegen, an die deutschen Behörden die Anfrage gerichtet, ob die wegen ihrer guten Terrainverhältnisse vorzüglich geeignete Rennstrecke im Taunus zum Austrag des nächstjährigen Rennens toieberum zur Verfügung gestellt werden könne. Wie die Antwort lauten wird, muß man erst abtoarten; jedenfalls toure die Veranstaltung des Rennens für den Taunus und die hiesige (ifegcnb von großem Werte. Dem Vernehmen nach hat bic französische Regierung bic Genehmigung zum Austrag bes Rennens auf französischem Boben aus stichhaltigen Gründen versagt." Limburg, 23. 2lug. In der letzten Sitzung ber Handelskammer wurde beschlossen, bei der Eisenbaffnvertoal- tung dahin vorstellig zu werden, daß ein faffrplanmäßrg früh um 6.50 von Wetzlar in Weilburg ein rief fenber; Per sonenzug, bet um 7 Uhr mit bem Personal leer, ohne Personen mitzunehmen, wieder zurückfahrt, auch für die Rückfahrt als fahrplanmäßiger Personenzug bis Gießen burrfjgeführt werde, womit dann auch passende Sclmellzugsanschlüsse in Wetzlar und Gießen erreicht werden könnnten. , „ W. Bad Kreuznach, 23. Aug. Dr. Karl Ascffofs hier ist es gelungen, aus dem Sinter der Kreuznachet Solquellen einen Stoff zn ssolieren, welcher starke radioaktive Wirkungen zeigt, und zwar schemen bic in den Quellen vorhandenen Ba hum Verbindung en die Träger dieser Eigenschaften zu sein. Dr. Aschoff hatte vor einigen Jahren bas Vorffanbenfein ber ben Beequerel- sttafflen sehr ähnlichen FluoreSeinstrafflen sestgestellt. Kleine M i 11 c i l u « o c n ans 5? essen unb ben Nachbarstaaten. In BüdeSffeim wurde ein Kind vom Blitz erschlagen. — In LangSdors wurden in ben Gemeinderat gewählt: Philipp Roth VII. mit 81, Konrad Köhler mit 78, Will). Schiel II. mit 77 Stimmen. — In Freiweinffeim bei Mainz wurde die Leiche de? 80 Jahre alten Privatiers Jakob Heller von Wiesbaden •m Rhein geländet. Heller wurde seit Mittwoch vermißt. Am genannten Tage ging ec, wie gewöhnlich, nach Tisch spazieren unb ist nicht wieder in seine Wohnung zurückgekehri. Der alte Herr zeigte in letzter Zeit zuweilen Spuren geistiger Verwirrtheit. Ausland. London, 23. Aug. Tie „Times" veröffenilicht den Text einer Bekannrrnachung be*> Gouverneurs von Malta, die dem Vernehmen nach auch von den Gouverneuren der übrigen britischen Kolonien erlassen werden soll, und die verfügt, daß, falls, eine kriegführende Flotte sich entweder nach dem Kriegsschauplätze oder nach Stellungen auf bem Wege bahin befindet, um neutrale Schiffe abzufangen, die verdächtig find, .".rie^kontrebanöe an Bord zn hoben, ihr nicht gestattet werden soll, in britischen Häfen Kohlen einzunchmen, fei es brr ?t vom Genad?, fei von ben sie begleitenden Kohlen- schiffen. Die „Times" fügt hinzu: Tiefe Anordnung steht in abroüitem Einklang mit anderen Rechten und Pflichten als neutraler Macht und wird den wannen Beifall der Nation finden. Wien, 23. Aug. Das amtliche Warfchauer Blatt „War- schawskin Tnewnik" meldet aus Miecbow im Gouvernement Kielie in- Weickselaebitt, daß dort am 11. August drei Mann des 12. öst- reichifckm Ti-aqonerregiments, die aus Krakau desertiert -?rren, ang:ha!ten wurden. Sie wollten angeblich in die russ. Armee in Lstaiien eintreten. Im Laufe des Jahres ’rien dr?.'ig öffr'-chifche Deserteure in Mie^vw angeffilten wor- bm. Die OTmfchaften des 12 Regiments sind czeÄscher Nationalität. .Sie stammen aus Mähren. Konstantinopel, 23. Aug. Die Stornita^cfnS planen neue Anschläge gegen die Eisenbahnen. D-ort wurde ein Dulgar verhaftet, der einen genauen Plan für die Zerstörung der Zahnstation und der Werkstätten in Iedikule, einem Vororte von -Stambul, bei sich trug. ES sollte Dynamit oernr nbft werden. Der Sicherheitsdienst längs bet Eisenbahn wurde verstärkt. Aks bladl und Land. Gießen, den 24. August 1904. — Der freundlich-unfreundliche Wetterumschwung, den ber Montag in Gestalt kräftiger, fast die ganze Nacht wahrender Regengüsse nebst Ferndonner ein* leitete, ist nachhaltig. Auch der Dienstag Abend brachte noch - rügen Regen, und heute blickt ber Himmel mit einem -> vrnv und einem trüben Auge auf uns herab. Dürre und Staub unb oon der monatelang durchalühten Erdkruste gründ* r rt n, und l ff erfreut schließt sich her Mensch der rv vixxVvVitn N tut an, die in him'nlischemEntzücken oas lange entbehrte köstliche Naß aufsaugt. Die Glut detz und Fuhrmann Michael Schmidt geriet mit seiner Frau in feiner Wohnung in Streit. Er verletzte daS arme Weib dürch mehrere Stiche und schnitt sich bann selbst ben Hals durch. Er ist tot unb die Frau wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Offenbach, 23. Aug. 22 Lazarettwcrgen, die vom Noten Kreuz in Darmstadt einer hiesigen Wagenbau- irma in Auftrag gegeben worden und für russische SanitätS- zwecke auf dem Krie gSschauplatz in Ostasien bestimmt sind, sind nun so weit fertiggestellt, daß ein Teilt davon gestern zur Vervollständigung der Ausrüstung nach Darmstadt gesandt werden konnte. Sämtliche Wagen tragen neben dem roten Kreuz in russischer Schrift die Bezeichnung .Groß* herzoglich hessisches Feldlazarett". Zrrr AuS* rüfhtng des LazarettzugeS gehören außer den KrankentranS* Dortroagen 4 Apothekerwagen und 8 Gepäckwag>m. Die letzteren dienen zur Unterbringung einer entsprechende» Anzahl Zelten. Die Wagen können nicht nur auf Rädern foutberoegt, sondern auch ohne Räder nach Art der Tragbahren von Vserden ober Soldaten transportiert werden. Der russische Gesandte in Darmstadt, Fürst Koudascheff, weilte ^n letzter Zeit mehrere male hier, um sich von den Fortschifitten zu überzeugen. Er hat noch eine Anzahl gleichartiger Wagen, sowie 20 Schlitten bestellt, auf welche Wagen im Winter gesetzt werden können. Die Wagen sollen ein paar 'Tage in Darmstadt ausgestellt werden und bann so schnell als möglich zum Kriegsschauplatz abgehen. (Offb. Ztg.) Groß-Gerau, 23. Aug. Eine heitere Szene spielte sich auf dem Bahnhofe Dornberg-Groß-Gernu ab. Aus dem um 11 Uhr dort einfahreuden Personenzuge stiegen rwei gut gekleidete Herren aus, deren Reiseziel Groß-Gerau war. Ter eine schleppte eine umfangreiche Kiste, aus' deren Innern daS Grunzen eines jungen Ferkels zu kommen schien. DieS erregte die Aufmerksamkeit deS Schaffners, bet ben Herrn zur Bestrafung nach dem Bureau be§ Stationsvorstehers ,stiert«'. Obwohl der Herr ben Besitz eines solchen Tieres lebhaft bestritt, wurde das Gegrunz immer stärker, jo daß der Schaffner die Dcffnung der Kiste verlangte. Der Wort* Ocrmifcbki« • Essen a. Ruhr, 23. Aug. In Wattenscheid erstach der Arbeiter Arens seinen verheirateten Bruder auf offener Straße. * Elbing, 23. Aug. Bei dem Bahnhose von Schönsee wurde die Frau des Fuhrwerksbesitzers Foth auS Sieg* friedsdorf vom Zuge getötet; ihr Mann erlitt schwere Verletzmigen. • Kiel, 23. Aug. Der Fähnrich zur See, v. Tipp eis* kirch vom Linienschiff „Mecklenburg" hat sich gestern eine Revolverkugel in die Schläfe gejagt. Er starb 12 Stunden nach der Tat im Marinelazarett, ohne daß Bewußtsein wiedcrcrlangt zu haben. Der Verstorbene, der im Jahre 1901 in die Marine eintrat, stand unmittelbar vor der Beförderung zum Leutnant zur See. * Wien, 23. Aug. Der 27 jährige Landwirt Scntik aus dem dalmatinischen Dorfe Viconje, der als Matrose am AuSsatz erkrankt ist, floh, als er in der Heimat in die Epidemie-Baracken gebracht werden sollte, nach Wien. Hier verkehrte er unbekannt mehrere Tage mit der Bevölkerung, bis er endlich nach langem Suchen von der Polizei gefunden und in die Abteilung für Hautkranke gebracht wurde. Der Wiener Bevölkerung bemächtigte sich große Aufregung. * Kaiser Wilhelm gegen Marcvni Die ,,Gazetta bi Venezio" erzählt, daß Sir (Horbon Bennett schon seit bem 3ribrc 1902 auf ber Ranmcketrnfel eine radiotÄegraphisehe Station nach bem System Marcvni er richt ctbabc. Diese Station killt dank ihrer miSOTcidmcten Luge vortreffliche Dienste für die Signali licruiTg ber atrtommenben Wenn ment bie kommerziellen, industriellen und persönkstffcn Interessen erwägt, bic Amercka nn Europa müpsen, so imrb man auch bic große Wichtigkeit dieser Anlage ^kennen, dank Wieher man sich mit den Dampfern zwölf Spmben vor ihrer Anbnrft in Derbindnnq setzen kann. Diese Station tonrbc auch fleissig von allen Sänssahrtstztsellseiften, bte heu Passagierbienft zivffchen NorLmmerika und Etiropa besorgen, betiü^t. Ter einzige Norddeutsche Lloyd konnte bieü^ nicht tun, weil seine Schisse mit Apparaten nach bem System Slaby ver* iehen sind. Die bcutsche Kolonie Newyorks unb der „Nord deutsche Lloyd" versuchen nrdhrmafö Bennett zn veranlassen, bic Marcom Fitstallation zu west-fekv ober wemsstens das Stavv- 6. Telephonischer Kursbericht« Frnnktni’t a. W Anfangs- u. Schlußkurse. Die (*eor^ Schmit# 6681 Glasermeifter 3W1 billig bi 201.90 220.25 141.00 210.00 219.40 . 101.90 100.50 . 100.10 . 104.40 . 61.90 . 61.30 4% Oestorr. Goldrente . . 41 'ß % Oesterr. Silberrente 4% Unfirar. Goldrente , . 4°/o Italien. Rente , . , 4A^% Portugieser » . . S0/; Portugiesen. . . . 1-6 O. Türken . . . Türkenlose...... 4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 4\\>% äussere Argentiner . 102.65 . 89.75 . 102.30 . 89.90 . 100.45 128.80 47.90 4410 3% Mexikaner . . 4Vo% Chinesen . . Electric. Seh ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien * . . D i skonto-Konnn andit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staats bahn . Lombarden ♦ . • Gotthard bahn . . . Laurahütte .... Rechnm ..... Harpener .... Tendenz: ruhig. Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen 3*/2°/o 3% sv,0/ 3°/o RVoO/n 314% Privat-Diskont 26/8 Prozent. Oest. Kredit. • . Deutsche Bank . . Darmstädter Bank . Bochumer Guß . • . 201.90 . 220.40 . 140.40 . 210.30 . 219.70 Sancta Simplicitas! (Nach einer wahren Begebenheit.) Ein Bäuerlein nach Gießen kam Und sah sich alles an, Was einen Mann vom Lande so Hier int'ressieren kann. Ohn' Aufenthalt der Hannes lief Den ganzen Tag umher, Die Musenstadt sich anzuschau'n Die Kreuz und auch die Quer. Auch in die Ostanlag' ging er Zum Liebigdenkmal hin, Denn für die großen Männer hat Ter Hannes sehr viel Sinn. Gar lange stand er dort davor. „Es sein ka leichte Sache," Der Hannes sagt, „aus so me Sta So 'n fchene Mann ze mache." Auch meint er voll Bewunderung: „Mer mutz es doch gesteh', Zwa Döchter hott de Liewlg gehatt, Däi warn d'r wunnersche/ Wilhelm Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberückfichtigt.l K. Schn, in Aachen-Burtscheid. „In aller Güte" teilen wir Ihnen mit, daß nach § 222 des Strafgesetzbuches mit Gefängnis bis zu 3 Jahren bestraft wird, wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht hat. „Wenn der Täter zu der Auf- merksamkeit, die er aus den Augen setzte, vermöge seines Amtes, Berufes oder Gewerbes besonders verpflichtet war, so kann die Strafe bis auf 5 Jahre Gefängnis erhöht werden." — Eine frühere Briefkastenanirage von Ihnen ist uns nicht zugegangen. K. in Bg. Wenn die „Neue Fried b. Z tg." alle Ihre uns eingesandten Original-Nachrichten stets ohne Zitat nachdruckt, so schicken Sie ihr doch eine Liquidation zu und lassen Sie sich noch nachträglich von ihr ein angemesirnes Honorar zahlen. Da» Cinrohmcit von Bildern, Spiegeln, Haussegen Brautkränzen wird gut und billigst besorgt. Kunst und Wissenschaft. W i e n, 23. Aug. Professor der Medizin und Hofrat Drasch ist heute abend in Voeslau gestorben. Grösste ?lu»ivnbl in vtt-erleisten, fertigen Bttdern, pan*seaen und Spiegeln, «tellralnnen • Tiirfchoner. und sintermilitärs in Aussicht- _ Petersburg, 24. Aug Das japanische Kreuz et* Geschwader hat den Versuch gemacht, in den inneren Hafen v on P ort Arthur vorzudringrn, um die dort lagernden russischen Schiffe zu vernichten. Ter Anschlag wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und die japanischen Schifft mußten unverrichteter Dinge wieder zurückkehren. — Aus Port Arthur wird berichtet, daß es der russischenFlotte anKohle mangelt. — 500 Arbeiter sind Tag imb Nacht damit beschäftigt, den Schienenweg um den Baikalsee fertig zu stellen. 54 Kilometer 'ind bereits fertig. Die. ganze Linie, 120 Kilometer, wird tre September fertiggestellt sein. Oran, 23. Aug. Der Prätendent von Marokko schickte, um 83 seiner Anhänger, die von Kaid Hamada hinge m o r d e t worden waren, zu rächen, gegen letzteren eine Trup- penabteilung. Diese wurde jedoch geschlagen und verlor zahlreiche Tote und Verwundete, sowie eine Anzahl Pferde, Waffen und einen Teil des Gepäcks. Tschifu, 23. Aug. General Stössel berichtet über einen neuen Angriff der Japaner, der aber unter großen V e r l u st e n für dieselben zurückgeschlagen wurde. — Ter fran- zosisck»e Marineattachee hat Port Arthur verlassen. Bis je& sat man noch keine Nachricht von ihm erhallen und ist über sein Schicksal besorgt. ., , Liauj ang , 24. Aug. Es wird beruhtet, _ daß 200000 Japaner mit 240 Geschahen gegen Mukden vorrücken. Tokio, 24. Aug. (Reuter.) Der Panzer „Ssewasto- pol" verließ am Dienstag Morgen Port Arthur und lief ans eine Tliite auf. Das Schiff legte sich stark auf Steuerbord- feite und mußte in den Hasen zurückgesckleppt werden. Newyork, 24. Aug. Tie letzten auf den Bermudas'-Jnsellr gefangen gehaltenen Buren sind hier eingetrosien. 16 gehen als Kolonisten nach Meriko, 8 nach Afrika. Washington, 24. Aug. .Einem Kongreß-Beschluß gemäß ist der amerikanisckw Botschafter in Petersburg angewiesen worden, bei Rußland eine bessere Behandlung der amerikanischen Bürger jüdischen Glaubens durckzu- setzen. Tie Bundes-Regierung besteht auf einer radikalen Dender- ung der bisherigen russischen Praxis gegenüber amerikanischen Juden. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 23. August 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) System hinzuzufugen. fDa aber Bennett sah, dast alle übrigen Schiffahrtsgesellschaften das System Marconi benutzten, antwortete er, er könne nickst, um einige zufrieden zu stellen, einen zu so allgemeiner Zufriedenheit funktionierenden Dienst stören . oder hemmen. Die Sache scheu erledigt zu sein, als vor einigen Tagen Sir Gordon .Bennett ein Telegramm des deutschen Kaisers erhielt, in dem er ersucht Wurde, dasnlaby- System auf der Nantucketinsel zu erproben, da es dem Marconi- scken durchaus nicht nachsteht, ja billiger und vollkommener sei Wenn auch bis jetzt der Wunsch des deutschen Kaisers nicht erfüllt wurde, so bewirkte diese Depesche doch, daß Bennett dem Kaiser Wilhelm antwortete, er werde den kaiserlichen Wunsch in Erwägung zieheu, woraus er den Signaldienst von Nantucket suspendierte. Der Mangel des Dienstes wurde sofort bemerkt, und die Proteste in Newyork wurden allgemein. Man wollte die kleine Insel kaufen; die Newyorker Presse riet, der Newyork Herald Company und der Mareoni-Gesellschaft einen Protest der Bewohner von Newyork zu überreichen, und sie zu versichern, daß alle Einwohner zum Kaufe der Insel und der Marconi-Station beigefteuert hätten, wenn nur der Betrieb fortgesetzt würde. Aus der ganzen Bewegung wurde aber bis jetzt nichts. Man glaubt jedoch, daß die jetzige Einstellung des Betriebes nur als ein All der Höflichkeit Bennetts gegenüber dem deutschen Kaiser angeordnet wurde, und daß sie nur vorübergehend sein werde. Inzwischen aber schweigt die Station von Nantucket. * Eine internationale Po st Wertzeichen-Ausstellung wird in Berlin am Donnerstag im Architektenhause eröffnet werden. Der Gesamtwert der eingesandten Postwertzeichen beläuft sich auf 2% Millionen Mark, worunter sich die größten philatelistischen Schätze befinden. Wir nennen hier nur: aus dem Besitz von Duveen dessen Mauritius-Sammlung, Baron de Worms: Ceylon mit den seltensten Nuaneen und Abarten usw. Auch sonst sind die britischen Kolonien, insbesondere Südaustra- lien Victoria, Transvaal, Indien usw. durch die kostbarsten Sammlungen vertreten. .Der Milliardär Crocker hat seine auf eine Viertelmillion bewertete Hawai-Spezialsammlung über das Well- meer geschickt. Hervorragende Spezialsammlung en von Deutschland und den Einzelstaaten kommen von bekannten deutschen Sammlern, wie Ingenieur Koch-Gießen, Fabrikbesitzer Elster-Berlin zur Ausstellung; Dr. jur. Edler v. Horrack-Wien sendet seine Rumäniensammlung; kurzum, ans jedem Lande, das Marken emittiert hat, werden Spezialsammlungen ausgestellt. * Das denkende Pferd. Der aus den verschiedenen Sommerfrischen nach Berlin Heimgekehrten harrte ein großes, noch nickst dagewesenes Zugstück: Das denkende Pferd. Die dressierten Affen, Pudel, Seehunde, Elefanten und Tanzbaren haben in diesem Wunderpferde eine nicht zu überbietende Konkurrenz erhalten. Man würde an dieses lluge Roß nicht glauben, es für ein Produkt der Aera der sauren Gurke hallen, wenn nicht die Tatsachen für sich sprächen. Dieses Wunderpferd ist wirklich keine Seeschlange. Ein Herr von Osten hat über die Entwicklungsfähigkeit der Tierseele langjährige und eingehende Versuche an- gestellt und ist dabei zu recht interessanten Ergebnissen gelangt. Er hat einem Orlowhengst, der auf den schonen Namen „Hans" hört, seit Jahren regelmäßigen Unterricht erteilt und sich einen guten Pferdeschüler herangezogen. Was Hans alles kann ist fabelhaft, und was er alles nicht kann, interessiert nicht weiter. Das Tier ist Minister Studt und einer Korona von hervorragenden Sportsleuten vorgeführt worden, die Vorstellung llappte ausgezeichnet, Hans blieb nicht stecken. So gab er die Geburtstage des Kaiserpaares, den Tag von Sedan und Weihnachten mit einer Genauigkeit an, die in Erstaunen setzte. Auch der Kaiser will sich demnächst diesen phänomenalen Vierfüßler vorführen lassen, der dem pädagogischen Talent seines Erziehers ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Goethes und Darwins Lehre von der graduellen Entstehung der Tierwelt und von ihrer Befähigung zu seelischem Empsinden und Ausdruck haben durch das intelli- gcmte Roß, d-as nicht einmal ein Musenroß ist, eine glanzende Illustration erhalten. Man wird einmal von diesem Pferd sagen können: sein Leben sei fein größtes Werk gewesen. Psyche oder Dressur? Wild wogt der Kampf der Fachleute ob dieses neuen Weltwunders. • 1000 Mark für die Festnahme seiner Frau hat der Privatier Paul in Calw (Württemberg) ausgesetzt. Desien 47 jährige Frau Bertha, geb. Bozenhardt, ist unter Mitnahme von Wertpapieren in Höhe von 102 000 Mk. flüchtig geworden. In ihrer Begleitung besindet sich der 39- jährige Werkmeister Carl Krauß von dort. Die Flüchtigen werden vermutlich versuchen, die dem Ehemann Paul gehör: genWertpapiereauswärtszuveräußerm^^^^^^^^ Kaplansgasse 27, Ecke Bahnhofstr. von verbrochenen Fensterscheiben wird schnell und . 89.95 . 117.50 . 101.20 . 201.50 . 189.60 . 141.20 . 155.10 . 158.30 . 134.90 . 19.20 . 189.50 . 254.50 . 209.50 . 218.60 Neueste Mewimaeu. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Worms, 24. Aug. (Privatmeldung.) Die Stadtverordneten bewilligten für die Hochbauten des neu zu errichtenden städtischen Wasserwerkes im Bürstadter Walde 190 000 Mark. St. Johann a. Saar, 24. Aug. (Privatmeldung.) Gestern abend kam der Zimmermann Francois von hier beim Aufsprrngen auf den Hinterperron eines Straßenbahnwagens in Brebach so unglücklich zu Fall, daß er sich mit seinem Stemmeisen, das ihm in den Leib drang, schp)er verwmrdete. Gleichzeitig wurde ihm durch den 'Anhängewagen der Kopf und ein Avm zermalmt, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. Neunkirchen (Bez. Trier), 24. Aug. (Privatmeld- ung.) Bei den Gewittern, die gestern über das Saargebiet hinzogen, wurde der den Touristen bekannte Aussichtsturm aus dem Schaumberge von einem Blitzstrahl getroffen und in seinem oberen Teil vollständig demoliert. Ferner hat der Blitz in dem benachbarten Ottweiler die Frau eines Bergmanns erschlagen. Hannover, 24. Ang. Ans dem Kall-Bergwerk Eime, bei Gronau fand infolge eines Sprengschusses eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei vier Bergleute getötet imb 11 schwer oder minder schwer verletzt wurden. Zur Zeit des Unfalles befanden sich 20 Mann jm Schachte. Kiel, 24. Ang. Oberleutnant Eichler, welcher auf dem Dampfer „Ariadne" zur Deckung seiner Schulden geheime Akten beseitigte und seine Dienstgenmlt gegenüber einem Schreibermaateu mißbrauchte, wurde aus dem aktiven See-Offizierkorps ansgeschieden. t r . Beuthen, 24. Aug. (Privatmeldung.) Gestern abend wurde der schwer Einbrecher Chernh, der aus dem Landgerichtsgefängnis ausgebrochen war, von dem Wachtposten durch zwei Schüsse schwer verletzt. München, 24. Aug. Die „Münchener N. N." melden: Die seit zehn Tagen vermißten Münchener Touristen. Bautechniker Wolff und Chemiker Heiden, die eine Tour auf den Schindler unternommen hatten, wurden gestern als Leichen int Schinderker aufgefunden. München, 24. Ang. Gestern abend brach in der Rathgeber- schen Eisenbahn-Waggonfabrik Groß feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit über die ganze Fabrik ausdehnte. Abgebrannt sind die Räumlichkeiten der Sckneinerei, Sattlerei und Tapeziererei. Reber 4000 Quadratmeter Werk stätte mit der gesamten Einrichtung an Maschinen usw. sind ein Trümmerhaufen. ~ London, 24. Aug. Die Japaner wollen die Garnpon von Port Arthur gänzlich ermüden, um sie dann zu schlagen. Die Garnison bewahrt jedoch ihren festen entschlossenen Mut. General Stössel reitet unablässig von einem Punkte zum anderen. Die Offiziere und Soldaten sind gegen Kugeln und Granaten gleichgiltig geworden. Groß ist die Sterblikeit besonders unter den jungen O ffizieren, die sich durch glänzende Bravour auszeichneten. Fast auf allen Hügeln, wo ehemals die russisckten VoNwsten standen, .sind letzt lapauische Geschütze montiert. Die Häuser der Chinesen sind voll von ruflr scheu Verwundeten. Auch die Russen begraben jetzt ihre -löten in ungelöschtem Kalk, um Epidemien zu vermeiden. Paris, 24. Aug. Nach einer Depesche aus Tientsin dauert seit Sonntag der Kampf um die Positionen bei dem goldenen .Hügel fort. Port Arthur soll in den letzten 24 stunden durch das Bombardement mehr gelitten haben, als wahrend der ganzen vorigen Woche. Nom 24 Aug. Nach hier eingelaufenen Meldungen hat Kuropatkin Liauj'ang au sg e gebe n und den allgemeinen Ruckzug nach Mukden angeordnet. — Nach weiteren dem lnesigen Kriegsministerinm ^gegangenen Meldungen ist der F a l l von Port Arthur noch lange nicht zu erwarten. Die Russen sind noch immer im Besitz aller stratewsch wichtigen Punkte. . Mimition ist noch reichlich vorhanden, wenn auch Nahrungsmittel zu wünschen übrig lassen. .Immerhin reichen diese noch auf mehrere Wochen aus. _ Petersburg, 24. Aug. Em heute vom Kaiser aus Aiflaß der Geburt des Gr oßsiir sten-Tlwoiifol ge rs erlassenes Gnadenmanifeft enthält folgere Bestimmungen: Die Körperstrafe für die bäuerliche Bevölkerung, ipltne für Soldaten des Heeres und der Flotte, mo sie. noch für wiederholte PflickstVerletzung zur Anniendung kommen, werben Mifgelwbem Me Rückstände von Alstösilngszabllmgen, von Landschafts-Abgaben imb andern Steuern der Balk-ern werden erlassen; die Harpener Bergbau Tendenz: schwächer. Der deutsch-russische Handelsvertrag. Mitteilungen des Handelsvertragsvercins geben von dem Inhalt des Vertrags eine Skizze, die in der Hauptsache das Nichtige zu treffen scheint. Bekanntlich ist noch keinerlei Mitteilung über den Vertrag in die Oeffentlichkeit gedrungen. Nach dieser Skizze behält Deutschland die Minimalzölle für Weizen, Roggen und Hafer, läßt dagegen Gerste zu dem bisherigen Vertragszoll von 2 Mark durchgehends als „Nicht-Malzgerste" auch weiter eingehen und gewährt Rußland Erleichterungen der veterinärpolizeilichen Maßnahmen im Grcnzverkehr mit Pieh. Rußland verzichtet auf die Differenzierung der Einfuhr zu Land und zur See, behält aber im weserttlichen seine erhöhten Judustriezölle bei. Der Vertrag läuft vom 1. Januar 1906 auf 12 Jahre unkündbar. — Eine Kritik läßt sich hieran nicht üben, weil man eben nicht genau weiß, ob die Skizze stimmt. Sollte dies aber der Fall sein, dann träte allerdings eine scharfe Kritik sehr berechtigt, namentlich seitens des Handels und der Industrie. bäuerliche Bevölkerung wird von der Rückzahlung der für Der- 11^11^ bei Mißernten erteilten Darlehen befreit dem werden verschiedene Geldstrafen erlassen. Vergehen, welche sonst mit Geldstrafen, Arrest oder Festungshaft ohne Rechtsverlust bestraft werden, bleiben unbestraft, wenn sie am Tage der Geburt des Thronfolgers gerichtlich noch nicht anhängig gemacht sind oder ein gerichtliches Urteil noch nicht erfolgt war. Außerdem enthält das Manifest eine Reihe von Vergünstigungen für Verbrecher, Sträflinge und politische Verbrecher, welche sich durch ’gute Führung ausgezeichnet haben: sie können nach Ablauf ihrer Strafzeit auf Fürsprache des- Justizministers die bürgerlichen Rechte wiedererhalten. Politische Verbrechen, welche mindestens 15 -Fahre vor Geburt des Thronfolgers begangen sind und bis zu diesem Tage unbekannt blieben, werden der Vergessenheit anhcimgegeben. Politische Verbrecher, die in das Ausland geflüchtet waren und in die Heimat zurück- zukehren wünschen, können durch den Minister des Innern um' die Erlaubnis dazu nachsuchen. Ten Inländern erläßt das Manifest alle bis zum 27. Januar 1904 fällig gewesenen und bei der Geburt des Thronfolgers noch nicht entrichteten rückständigen Gelder, Abgaben und Grundsteuern, ferner ein Viertel von etwaigen' Darlehen in Bar, Kom oder Mehl. Drei Millionen Mark aus Landesmittelu werden zu den unantastbaren Fonds für die Bedürfnisse der Fein Land besitzenden Personen hinzugeschlagen. Alle bisher nicht bei getriebenen Geldstrafen von Dorf- und Stadtgemeinden, welche die Wahl von Mitgliedern zu den MMärein- berufungsbehörden für 1902 und 1903 unterließen, werden nicht mehr eingezogen. Den Finländern, welche ohne Erlaubnis Finland verlassen haben, wird gestattet, im Laufe eines Jahres nach Fin-^ land zurückzukehren; Militärpflichtige haben sich sofort narfr ihrer Rückkehr freiwillig zu stellen. Finländer, die sich ihrer Militärpflicht entzogen haben, gehen straflos aus, falls sie sich innerhalb drei Monaten vom Tage der Geburt des Thronfolgers ab gerechnet, den Militärbehörden stellen. Vergehen mit Ausnahme von Diebstahl, Raub und Veruntteuung unterliegen nicht der Ahndung. £-er Generalgonverneur von Finland ist beauftragt, Maßnahmen zur Milderung des Schicksals von Personen, denen der Aufenthalt in Finland unterfagt ist, zu erwägen. Im Reiche werden die Familien von Juden, die sich ihrer Militärpflicht entzogen haben, von der ihnen auferlegten Geldstrafe befreit DaS Manifest stellt schließlich die Versorgung und Erziehung von Kindern der im Kriege gegen Japan gefallenen Omzrere Familien-Nachrichten. ubett. Fräulein Lina Loos in Offenbach a. M. — Frau oerro. C’bcrroacbtmeifter Marie Jung, geb. Kröh, in Darmstadt. 24. August. 27.35 Arbeiterbewegung. ** Gießen, 24. Aug. Gestern nachmittag fand hier noch- nials im „Wiener Hof" eine von ca. 150 Mann besuchte Maurer- versammlung statt. Wie verlautet, beschlossen die Arbeiter im Lause des heutigen Tags bet den Meistern um Erhöhung des Lohnesans 40Pfg. proStnnde nachzusnchen. (Gießener landwirtschaftlicher Wetterdierlst. Borauüsichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 25. August: Zeitweise heiter, bei noch etwas kühlerer Nacht Tages- temperatur wenig verändert, trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte TUE L. Souucborn 7004 MIm Andres LaLtcrer und Anstreicher ♦ hiiifl« mUsilu liliitfli-lürrliir 3 Zimmer öelanntmachung verstorbenen 571 Sch. 3-Z^W. m. Nammci 1 . CtL zu oenn. Tammstr. 46. v Telephon 119. Slndtfir. 4. ßrummctgrad ?re«yUr land naL a»sn>*rt5. Nene Sendung O47bU verknusen. Licher Straße 19. 6780 dein Gleiberg. 2 Zimmer Hühneraugen anmuten (ohne Beseitigung von u. s. w. m 5 9)< 04618 verkausl 6661] ^Zimmerwohnung mit Zub., Küche m. Wer SteUiing sucht 2|1l| 38%] verlange die „yeoischt ~ Aükalliki--slt" Cftlintra t. A- PGtroncn M Bit vcvkiiüfcn Du umiüetnt Vereine Mi et Gesuche Offene Zielten Zietlen-Gelnche für dauernde Arbeit Ed. 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