Dienstag 24. Mai 1904 Erstes Matt. 154. Jahrgang :n- r:^^erTid) in dem Gefühle Wettstreit 19( erteilt worde gewiß nicht % die uns dari aber und je .-r Festbeanlggung ganz vielen anderen Städten, egangen sind. Je größer ! war, welches man uns n wir alle, die wir in ntten, die überaus große Der Zar. Moskau, 21. Mai. Der Kaiser traf in Begleitung Die Seeminen um Port Arthnr. Das ganze Meer um Port Arthur soll sich infolge treibender Minen in einem fiir die Schiffahrt gefährlichen Zustande befinden und der Untergang der ,Z a t s u f e" lediglich einem Unglücksfalle zuAuschreiben sein. Wir geben einen Bericht der Chicago „Daily News" nachstehend wieder. „Während der Dampfer „Fawan" der Chicagoer „Daily News" vor Dalny kreuzte, wurde er von dem japanischen Kreuzer „Kasuga" untersucht- Die japanischen Offiziere teilten uns mit, daß zwei russische Zerstörer von Port Arthur entkommen seien Sie erzählten ferner, daß die Russen chinesische Dschunken benützten, um in den Weg der japanischen Flotte, die an den Küsten der Halbinsel Liautung patrouilliert, Minen zu legen, und daß die Japaner einen Schleppdampfer und verschiedene Dschunken, die bei dem Legen von Minen abgefaßt wurden, in den Grund bohrten. Infolge dieses reichlichen Verteilens von Minen hält sich die japanische Flotte weiter von der Küste entfernt als gewöhnlich, und die sonstige Schiffahrt ist eingestellt worden. Viele Minen — auch von den Japanern gelegte — waren mangelhaft verankert und treiben nun im Golfe von Liautung. Der Dampfer „Fawan" kam an acht (?) solcher treibenden Minen vorbei, und eine einzige chinesische Dschenke fischte deren 13 (?) auf." Zum Untergänge der japanischen Schiffe. London, 22. Mai. „Daily Chronicle" meldet aus Tokio: Bei dem Untergang -des Kreuzers „Yoshino" und des Linienschiffes ,Haffuse" find insgesamt 900 Offrztere und Mannschaften umgekommen. Ein gescheiterter russischer Kreuzer. London, 23. Mai. Das Reutersche Bureau erfährt aus Petersburg, die Russen hätten den bei Wladiwostok gescheiterten Kreuzer „Bagatyr" in ^ie Luft gesprengt, da es unmöglich gewesen sei, das Schiff tmeder flott zu machen und die Geschütze vorher von Bord geschasst. Niutschwang haben die Russen wieder besetzt und errichteten Verschanzungen. Zusammenstöße. Petersburg, 21. Mai.- Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser von gestern lautet: Wie General Stössel meldet, wurde der Landungsversuch des Gegners in der Kerrbuch t am 14. Mai zurückgeschlagen. In einem Zusammenstoß, der am 16. Mai stattfand, wurde festgestellt, daß der Fernd gegen zwei Divisionen mit vier Batterien stark war Der- Ge gner erlitt an sch e inen d große Verluste^ und st e l lt e den Vormarsch ein. Vom 14. Mar bis zum 16. Mar srnd von den Russen ein Offizier gefallen, em General leicht verwundet, neun Offiziere verwundet. Der Verlust an Mannschaften beträgt 150 Mann. Weiteres von der Lianttmg-Halbinsel. Tokio 21. Mai. (Reuter.) Die in Takuschan ge - landeten ^Japaner umzingelten gestemr abend m der Nähe von Wanchicttun, sieben Meilen nördlich von Takuschan, eine Schwadron russischer Kavallerie und rieben sie auf. Viele Russen wurden getötet oder verwundet und der Führer der Schwadron gefangen. Die Japaner hatten keine Verluste. Petersburg, 23. Vtzri. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 22. Mai besagt: IN der Umgebung des Fynschurliengebirges ist- alles ruhig. Von Ssiujan her wird unter dem 21. Mai berichtet, 'daß japanische Abteilungen in enter Gesamtstärke etwa eines Regimentes Jnfanterre und zwerer Regimenter Kavallerie von Chavalin-nach Salidsai- Pudsa vorrücken. In der Nacht auf den 21. Mat bemerkte eine Sotnie, die von Takuschan nach Luanmtao und Chonduchan zurückkehrte, bei Sfitchutschrndsa,. 16 Werst nordwestlich von Takuschan, eine biwackierende lapantsche Jnsanterieabteilung, welche auf die Sotnie feuerte^ An der Küste des Golfes von Liautung find keine Veränderungen eingetreten. Die Rusten in Korea. Söul 20 Mai. (Reuter. 1 Ter japanische Konsul in Gensan meldet daß am 19. Mai an 300 Russen Kankon, 40 Meilen nördlich von Gensan, bese tz ten, und daß dieser Truppe weitere 3000 Soldaten folgten. Fusan, 21. Mai. (Reuter.) Von chmestscher nette Uaiionaler Kesangsrvettstrett, KsingSen 1904. Gießen, 24. Mai. Seit Samstag prangt die Stadt im schönsten Festes- schmuck. Alle Straßen der inneren Stadt sind geschmückt; von den Häusern wehen zahllose Fahnen, und Guirlanden und Tannenschmuck sind ebenfalls reichlich aufgeboten. Besonders in der Bahnhofstraße, da, wo sie abwärts in die Stadt fuhrt, ist den fremden Sängern ein großartiges Willkommenszeichen bereitet worden in Gestalt eines kunstvoll aufgebauten, mit Fahnen und Guirlanden reich verzierten Triumphbogens, an den sich weitere Guirlanden ein Stück der Straße entlang anreihen. Bei der Eröffnung des vom hiesigen Maschinenbauergesangverein aus Anlaß seines 20jährigen Bestehens veranstalteten Sängerwettstreites mußte man zweifeln, ob diese Aufbietungen und die ganze große Summe der übrigen Vorbereitungen nicht von der Ungunst der Witterung einen harten Schlag erhalten würden. Es ist aber anders gekommen, und wenn auch die Sonne nicht freundlich herniederlächelte, so war doch die Temperatur angenehm und man blieb vorn Regen verschont. Bei der Er öffnung des Festes mit einem $ommer§ in der Festhalle regnete es allerdings, aber trotzdem hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, und bei den Klängen unserer Militärmusik unter Musikdirektor Krauße stellte sich auch bald die rechte Feststimmung ein. Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses, Herr Hornberger, hielt folgende Begrüßungsansprache: Ausland. Paris, 23. Mai. Die Untersuchung in der letzten Spionage-Affäre scheint ergeben zu haben, daß die Pläne von Toulon an Italien, Deutschland und England verkauft worden fittb. Die Pläne von Cherbourg sind unvollständig. Schon aber macht eine neue Spionage-An gelegen h eit hier großes Auffehen. Ein englischer Ar t ille rie ob e r st ist in der Nähe der Batterien des fogenannten Großen Felsen bei Bellile verhaftet worden. Der Oberst wurde überrascht, als er im Laufe des Tages alle strategisch wichtigen Punkte besuchte, und Aufzeichnungen machte. Er wurde alsdann auf Grund eines Telegramms aus Lorient verhaftet. Arras, 23. Mai. Präsident Loubet ist heute hier ein getroffen. In Erwiderung auf die Rede des Bürgermeisters führte der Präsident aus, die auswärtige Politik Frankreichs fei an ihren Zielen unverändert geblieben. Sämtliche Ministerien seien von demselben Gefühle beseelt, der Aufrechterhaltung der Friedens und der Befestigung der Bündnisse und der freundschaftlichen Beziehungen, die Frankreich mit Rußland, England, Italien und vielleicht einmal noch mit anderen Staaten verbinden. Dieses Werk rechne sich die Republik zur Ehre, und er habe sein Bestes daran gesetzt. Rom, 23. Mai. Ter Kriegsminister wird vom Parlament bedeutende Extrakredite zur Verbesserung der. Landesverteidigung namentlich an der Ostgrenze fordern. Zürich, 23 .Mai. Der erste internationale Kongreß von Baumwollindustriellen wurde hier eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde der Präsident des schweizerischen Spinner-, Zwirner- und Web^rvereins John Syz-Zürich gewählt. fcr. 119 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers^Buch-u.Stem- druckerri. 8t Lang«. Redaktion, «rpedwo« und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. afrifa hinausgehen. Potsdam, 22. Mai. Im Lause des Vormittags empfing der Kaiser den Komponisten Leoncavallo zur Ueberreichung seiner Oper „Der Roland von Berlin". — Heute vormittag fand das Stiftungsfest des Lehrinfanteriebataillons statt. Das Bataillon stand in einem offenen Viereck. In der Mitte hatten der Kaiser und die Kaiserin usw. Aufstellung genommen, ferner der Reichskanzler Graf Bulow, der Kriegsminister v. E i n c m, und der italienische Komponist Leoncavallo. Der Kaiser schritt mit der Generalität die Front ab und nahm dann den \ wird berichtet, d«ß 2000 Russen „Hsiujen wieder besetzten. — Die Skiffen senden RckognoWerungsabteil- ungen nach allen Richtungen. Die japanischen Verbindungen werden durch die bei Takuschan gelandeten Truppen gedeckt. Ier Krieg zwischen Japan und Kußland. Vor Port Archur. Tokio, 22. Mai. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Während einer Rekognoszierung, die der Admiral Togo am Freitag vor Port Arthur unternahm, schlug eine Granate auf dem Torpedobootszerstörer Akatsuki ein und tötete einen Offizier und 24 Mann. Niuts ch w ang, 22. Mai. Hier angekommene Dampfer berichten, sie feien an Trümmer stücken vorbeigekommen, die wohl von den im Hafen von Port Arthur gesunkenen, von den Russen selbst gesprengten Schiffen herrührten. Paris, 23. Mai. Der „Temps" berichtet aus Petersburg : General Stössel habe einen siegreichen Ausfall aus Port Arthur gemacht. Bei dem sich entwickelnden Gefecht hatten die Japaner über tausend Mann an Toten und Verwundeten verloren, während auf rsussischer Seite sich die Verluste nur auf 150 Mann beliefen. Der Ausfall war unternommen worden, um einen Proviantzug, der dem General Stössel mittelst drahtloser Telegraphie angezeigt worden war, $u sichern. Der Kampf war kurz aber von großer Heftigkeit. Hierauf zogen sich die Russen nach Port Arthur zurück. «Die Meldung ist inoffiziell und unKuverlässig.) des Großsürsten-Thronfolgers und des Großfürsten Sergius nachmittags 4 Uhr 40 Min. hier ein. Er nahm eine Ansprache des Adelsmarschalls Fürsten Tru- betzkoi entgegen, in der er aus führte, daß der Adel mit Ruhe und Zuversicht dem Gang der Ereignisse entgegensehe. Der Adel Moskaus, wie alle Russen sei auf den ersten Ruf bereit, sein Gut und seine Söhne für das Glück des Vaterlandes darzubringen." Der Kaiser dankte und sprach seine Freude aus, in der Zeit der schwerer Prüfungen, welche das teure Vaterland getroffen hätte, einige Stunden in Moskau verweilen zu können. Das Stadt- Haupt überreichte Brot und Salz und fiihrte aus, die Stadt Moskau erwarte mit heißer Sehnsucht den Tag, an welchem es ihr vergönnt sein wird, Eure Majestät wieder zu begrüßen, wenn Sie in diesen Mauern oie Truppen empfangen, welche der Friede uns wiedergeben wird." In seinem Dank sprach der Kaiser dieGewißheit mis, daß die russischen Truppen mit dem Ruhmeskranzefür die errungenen Erfolge zurückkommen werden. Alsdann nahm der Kaiser die Parade über das 17. Pionier- bataiNon ab, welches nach dem Kriegsschauplatz abgeht. Zu den Pionieren gewendet, sagte der Kaiser, er habe die Zuversicht, daß sie mit demselben Eifer ihre Pflicht tun werden, wie die russischen Pioniere sie immer getan hätten. Er wünsche ihnen gesund und wohlbehalten zurücktzukehren. Ter Kaiser schenkte dem Bataillon Heiligenbilder, welche die Offiziere knieend in Empfang nahmen. Um 6 Uhr 20 Min. reifte der Kaiser unter den enthusiastischen Rusen Hochansehnliche Festversammlung! Zum erstenmale, seitdem man im deutschen Lande nationale Gesaugswettstteite regelmäßig zu feiern pflegt, ist in diesem Jahre unser liebes Gießen dazu ausersehen worden, eine solche ^Veranstaltung in seinen Mauern in die Wege zu leiten. Gewiß hat man in denjenigen Kreisen, die hierzu die Anregung gaben, gewußt, daß unsere Stadt Feste jeglicher Art zu feiern versteht, und die Zustimmung der maßgebenden Kreise, den nationalen Gesangs- der Volksmenge wieder ab. Petersburg, 22. Mai. Der Kaiser und der Großfürst-Thronfolger sind heute hier wieder eingetroffen. Mißgeschick eines neuen rusfifcheu Panzerschiffes. Petersburg, 23. Mai. In das neue, noch nicht vollständig fertiggestellte Panzerschiff „Or e l", welches vor einigen Wochen hier aufgefunden war und daraus nach .Kronstadt gebracht wurde, war während der vorletzten Nacht plötzlich Wasser eingedrungen, odaß das Schiff zu sinken begann. Den ganzen Tag über arbeiteten gestern die Pumpen eines Eisbrechers und mehrerer Hafenfahrzeuge, wodurch es gelang, das Schiff vor dem üntergehen zu bewahren. Man glaubt, daß das Eindringen des Wassers auf die Fahrlässigkeit der Arbeiter, welche die Panzerplatten ausschraubten, zurück- zuführen ist. Eine neue japanische Volksanleihe. D o k i o, 22. Mai. (Reuter.) Infolge mehrerer Besprechungen zwischen den Ministern, alten Staatsmännern und Bankiers nahmen letztere die Bedingungen für eine neue Volksänleihe im Betrage von 100 Millionen Pen an. Die Anleihe soll zum .Kurse von 92 au3gegeben werden, mit 5 Prozent vei^inslich und in 7 Jahren rückzahlbar sein. Deutsches Reich. B e r l i n , 23. Mai. Der Kaiser begab sich am 21. vom Neuen Palais über Berlin nach Liebenberg, dem märkischen Edelsitz des Fürsten Philipp zu Eulenburg-Hertefeld, zur Hochzeit des ältesten Sohnes, des Grafen Fritz Wend zu Eulenburg und Hertefeld mit der Baronesse Marie vonMayr-Meln- hof. Um 12 Uhr fand die Trauung statt. Bei dem Tiner begrüßte der Fürst den Kaiser. Dann brachte der Kaiser nach längerer Rede das Hoch auf das Brautpaar aus. Der Monarch war in der heitersten Sttmmung und zeichnete ganz besonders die aus Oesterreich erschienenen Gäste aus. Der Kaiser hatte ein Service aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur geschenkt. Um 10 Uhr verließ der Kaiser das Schloß. — Der Kaiser begab sich heute abend nach Prökelwitz. — Der Kronprinz ist heute von Prökelwitz nach O e l s in Schlesien abgereift , , — Die „Nordd. Allg. Ztg." widmet einen erheblichen Test ihrer „Rückblicke" den Gerüchten über eine Kanzler- krisis, die sie sehr scharf dementiert So schreibt das RegierungSorgan u. a.: „Wie wir schon angedeutet, haben einzelne liberale Organe sich besonders lebhaft an dem Geschrei über Krisen in den obersten Regionen beteiligt. In Ermangelung wirklicher Gründe wurde nach Scheingründen gesucht und hierbei eine merkwürdige Lust zum Fabulieren entfaltet U. a. hieß es, zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler herrsche Meinungsverschiedenheit in der Frage der Vertagung des Reichstages. Demgegenüber stellen wir hiermit ausdrücklich fest, daß über diese Frage zwischen dem Monarchen und seinem ersten Berater erstens. überhaupt noch keine Erörterung stattgefunden hat, und daß zweitens, wenn die Angelegenheit zur Erörterung kommt, sie schlechterdings nicht geeignet ist, zu Differenzen zwischen der Krone und- dem Kanzler zu führen. Nicht besser steht es mit der Bebaupttmg, daß wegen der Entsendung des Generalleutnants v. Trotha nach Südwestafrika oder wegen der Haltung des Reichskanzlers gegenüber den seit Ausbruch des Aufstandes vom Gouverneur Leutwein befürwotteten Maßnahmen Meinungsverschiedenhetten geherrscht hätten oder herrschen. — Nach Anordnung des Staatssekretärs K r ä t k e sollen weitere vier Postassistenten nach Deutschsüdwest- taillons ab. Während der Kaiser alsdann militärische Meldungen entgegennahm, begab sich das Bataillon nach den Communs, um zu speisen. Der Kaiser unternahm einen kurzen Rundgang bei dem speisenden Bataillon und brachte ein Hoch auf die Ar- m e e a u s. Schwerin, 22. Mai. Das Staatsministerium gibt nachstehenden Bericht bekannt, welcher ihm von seinem, aus Anlaß des Ablebens des Herzogs Paul Friedrich (Sohn), nach Kiel entsandten Bevollmächttgten heute nacht zugegangen ist: Die von mir an Ott und Stelle angestellten Ermittelungen, mit denen das Ergebnis der militärgerichtlichen Untersuchung übereinstimmt, haben ergeben, daß der Tod Seiner Hoheit des Herzogs Paul Friedrich (Sohn) zu Kiel in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai d. I. vor 2 Uhr eingetreten ist, Seine Hoheit am Morgen des 20. Mai um 7 Uhr als Leiche aufgefunden wurde und mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, daß der Tod auf einen Unglücksfall bei gymnastischen Uebungen, die Se. Hoheit vor dem Schlafengehen angestellt hat, zuttickzu- führen ist. Diese Feststellung hat durch die heutige Sektion volle Bestätigung gefunden. Kiel, den 21. Mai 1904. gez. Langfeld. Danzig, 21. Mai Staatsminister Rothe aus Darm- ladt, ist heute Nachmittag zu mehrtägigem Aufenthatt hier eingetroffen. _ „ „ Koburg, 21. Mai. Großfürst Cyrill von Rußland ist gestern nachmittag in Koburg eingettoffen und stattete der Großherzogin Viktoria Melitta einen Besuch ab. ..... . . entgegenbrack Parademarsch des Ba- der Festleitu JMMF A Ä mda1?ich75Vß,vtetteb Gießener Anzeiger ' General-Anzeiger v Verantwortlich füt w ** den poltt. und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen KKS ** ” zeigeitteil: HanS Beck. Verantwortung, die wir freiwillig übernommen hatten, und umso fester wurden wir in dem Entschluß, den guten Ruf unseres lieben Gießen als bewährte Stätte festlicher Veranstaltungen zu erhalten und zu mehren. Derr Domberger gedachte dann der treuen Mitarbeiterschaft aller Komiteemitglieder, insbesondere auch des festgebenden Vereins und der übrigen Gießener Vereine, auch des Wohlwollens der Behörden, denen er sämtlich namens des aeschästs- führenden Ausschusses seinen Dank aussprach. Er gedachte ferner des Landesherrn, der es sich nicht habe nehmen lassen, der Veranstaltung durch eine hochwillkommene Stiftung den besten Glanz zu verleihen. Man habe auch weiter dessen eingedenk zu sein, wie S. M. der Kaiser jüngst dem Münnergesang sein Interesse zugewandt habe, und so eröffnete Derr Domberger das Fest mit einem Doch auf den Kaiser und den Großherzog, das begeisterten Widerhall fand. An der Spitze der Gesänge des Abends stand ein kleiner, aber wirkungsvoller Chor „Fest grüß", komponiert vom Dirigenten des festgebenden Vereins, Wigand Gernhardt. Von den weiteren Gesängen des Vereins seien noch hervorgehoben: „Das erste Lied" von Jean Pauli und das ewig schöne Volkslied „In einem kühlen Grunde." In letzterem zeigten besonders bi. Zum Ehrensingen zugelassen die Vereine von Kelsterbach, Langenselbold. Fechenheim, .Sinn, Windecken. Nachmittags um 4 Uhr begann das Ehrenpreis- singen in den verschiedenen Sälen der Stadt. Es hatte folgendes Ergebnis: I. Thalia-Frankfurt, 122 Punkte: Großherzoglichen Preis. — II. Frohsinn-Fechenhein. 117 P.; Preis der Stadt Gießen. — III. Männergesangverein Bierstadt, 103 P.; UniversitätspreiA — IV. Liederkranz-Darmstadt, 93 P.; Preis von Kommerzienrat Hetzligenstädt. — V. Hilda-Wiesbaden, 88 P.; Preis von Kommerzienrat Heichelheim. — VI. Gesangsriege des Turnvereins Kelsterbach, 83 P.; Preis von Kommerzienrat Gail. — VII. Sängerlust-Langenseläold, 77 P.; Preis des Festausschusses. — Für die beste Gesamtleistung erhielt mit 304 P. „Thalia"-- Frankfurt den Preis der beiden Vorsitzenden des Festausschusses. Die Preisverteilung begleitete Oberbürgermeister Mecum mit folgender Ansprache: Meine Herren! Die Würfel sind gefallen, und den Siegern des heutigen Wettstreites ist die wohlverdiente Palme des Ruhmes zuerkannt worden. Zu meiner großen Freude kann ich verkünden, daß die Leistungen aller Vereine durchweg gut, zum Teil hervorragend sind. Wenn ich recht unterrichtet bin, haben bie Preisrichter mehrfach bedauert, daß sie nicht mehr Auszeichnungen austeilen dursten. Den Siegern spreche icki herzlichsten Glückwunsch aus und bitte sie, sortzufahren und nicht zu erlahmen in ihrem Streben, damit ihnen nicht später der schwer errungene Preis entrissen wird. Aber aueh alle anderen Herren bitte ich den Mut nicht sinken zu lassen, denn auch sie haben tüchtiges geleistet. Sie haben den Siegern den Kampf recht schwer gemacht und wenn Sie bei nächster Gelegenheit wieder auf den Plan treten, werden auch Sie, ebenso wie heute, wieder mit Ehren bestehen. Herr Homberger wird so freundlich feilt, dies Urteil des Preisgerichts zu verbinden, die Vertreter der preisgekrönten Vereine bitte ich hierher zu kommen und aus der Hand des Herrn Helm die Preise entgegenzunehmen. Die Bekanntgabe der Sieger am Abend in der Festhalle wurde jedesmal mitBeifall und Tusch begleitet; bei Ueberreichung des von Sr. Königl. Hoheit dem Großherg gestifteten Ehrenpreisesan die Frankfurter „Thalia" wurde ein dreifaches Hoch auf den Stifter ausgebracht und das Heil Dir im Siegerkranz gesungen. Die „Thalia" gab während des Konzerts noch zwei Lieder zum besten, die mit rauschendem Beifall ausgenommen wurden. Festhalle und Festplatz waren während des Nachmittags und Abends überaus stark belebt; auch die Tanzlustigen kamen auf ihre Rechnung, da die Gießener Feuerwehrkapelle unter Leitung des Herrn Weller unermüdlich ihre flotten Weisen ertönen ließ. Auf dem Juxplatz herrschte das denkbar lebhafteste Treiben; Dampfkarussell, Kinematograph und die sonstigen Sehenswürdigkeiten erfreuten sich großen Zuspruchs. Auf ein gestern nachmittag nach dem Eintreffen des Festzuges auf dem Festplatz abgesandtes Ergebenheitstelegramm an S. K. H. den Großherzog traf heute früh folgende Antwort ein: Darmstadt, am 24. Mai 1904. Oberbürgermeister Mecum, Güßen. Herzlichen Dank und beste Wünsche sür erfolgreiches Streben bitte allen Teilnehmern auszusprechen. Ern st Ludwig. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Mai 1904. " Personalien. S. K. H. der Großherzog hat, wie uns aus Darmstadt gedrahtet wird, dem Geh. Forstrat Heyer in Gießen das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehem — S. K. H. der Großherzog hat ferner verliehen: dem Hauptmann v. Kayser, Führer der Ostasiatischen (fahrenden) Batterie, seither Batteriechef im 2. Großh. Feldartillerie-Regiment Nr. 61, das Ritterkreuz 1. Klaffe und dem seitherigen Wachtmeister Ritzen- thaler im 1. Großh. Feldartillerie-Regiment Nr. 25 (Großh. Artillerie-Korps) das Silberne Kreuz des Verdienst- ordens Philipps des Großmütigen. — Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurde der Regierungsassessor Dr. Seyferth in Bensheim mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Kreisamtmanns bei dem Großherzoglichen Kreisamt Oppenheim beauftragt. — S. K. H. der Großherzog haben am 21. Mai den Amtsrichter in Homberg, Friedrich Schnitzspahn, zum Amtsrichter in Gießen mit Wirkung vom 1. Juni, den Gerichtsaffeffor Jost aus Schotten zum Amtsrichter in Homberg mit Wirkung vom 1. Juni, den Gerichtsaffeffor Dr. H o f aus Babenhausen zum Amtsrichter in Lauterbach mit Wirkung vom 2. Juni 1904, den Notar mit dem Amtssitz in Nieder-Olm, Dr. Bi11oug, zum Notar in Mainz als Nachfolger des Notars Morsch daselbst mit Wirkung vom 10. Juni ernannt. ** Veränderung von Amts titeln. S. K. H der Großherzog haben am 21. Mai Allerhöchst zu verordnen geruht, daß die Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten, der Gehilfe des Generalstaatsanwalts und die ersten Staatsanwaltsgehilfen bei den Landgerichten den Amtstitel „Aktuar" sowie die dekreimäßig angestellten Hilfsgerichtsschreiber bei den Amtsgerichten und die zweiten Staatsanwaltsgehilfen bei den Landgerichten den Amtstitel „Aktuarita ts ass i stcnt" fortan zu sichren haben. (War denn das nötig? Sind denn die Fremdtitel so erheblich schöner als die guten deutschen Titel? D. Red. d. Gieß. Anz.) •* Die Kanalisationsbauten sind augenblicklich an allen Ecken und Enden der Stadt, soweit sie noch nicht fertig sind, im vollen Gange. An der Alicestraße hat der Bauunternehmer H. Winn die Arbeit angefangen, Jäger und 6"bi Teil oel Ä -M »«d KlÄ-ck-n'N' ulid ia iu den 6(16 di- K°"° nur »«ch blt' 0 ♦* §:n v 22. aus 23- \ haus der brachen uni stiefel, em P i*, einen rrosen-Artiller MN, 15JR Wasser- Am. 'd-r Firma mit He SM- i Saiten d>- D» nur für die Sa mittag ist au Tanz und Volk Aufführungen i ein großes Sri Bad-Na nachmittags un Kurkapslle statt des Hofzauberk, V. H. C. oersammlun findet am So Die Kasino-Gk für diese Vera fügung gestellt wird. Alle T Mitglieder an Haupt alle F Teilnahme hei die Mitglieder Jahre in Al! fröhlichem Re Vereine wiedi verdient im s esse des Hein itütjung her! V.H. C. offen alljährlich zu l rodskopses inS geleistet, der ro Sache, die die der Heimatpro Aufgabe gema heiten erwähn: in den Räur 1(1 Vs W ab: U Uhr ab: . Tagesordnung Achtung eine? Höhe sowie den Bismc 1 Uhr: Gen d^es Kasinos. Spaziergang t ollen Veransto gesellige Verei von den teilnr ""es Festzeich g,eld nicht erh |tabt Alsfeld oestteilnehw.er Museums im 1 essen beliebe r "ereins Alsfel «n,rMl6 ^se. verlief l Gemeinde. s\x v^nBurg-Gr< > am: _ ^e zwische QlW<< ließen G: WeJ? b Netzen, . Gro «>t«nu Wtn .Met Ss Rumpf buddeln und mai'ai nn verschiedenen Baustellen, Dickerhoff und Wittmann arbeiten an der Verlegung des Klingelbaches, der ja auch nach seiner Fertigstellung einen Teil der Kanalisation bildet. Es macht auch demjenigen, welcher die Arbeiten verfolgt, den Eindruck, als wenn in deren Ausführung ein beschleunigteres Tempo gekommen sei. Morgen wird nun ein weiteres Glied, und zwar wieder ein recht interessantes, unseres späteren Kanalnetzes angefangen. Jäger und Rumpf beginnen an der Stelle der zukünftigen Klärbecken mit dem Bau des letzten Teiles des Hauptsammlers und zwar desjenigen Restes des Sieles, welcher dieses von der Mündung der Wieseck in die Lahn, entlang der Lahn, bis zu den Kläranlagen durchführt. Wir hören übrigens, daß die Kanalarbeiten in der Hauptsache zur Ausführung bereits vergeben sind, und daß außer der Klärbecken-Anlage nur noch der Teil der Kanalisation für das Seltersbergviertel zur Vergebung auszuschreiben sein wird. ** Ein Einbruchsdiebstahl. In der Nacht vom 22. auf 23. I. Mts. wurde von Unbekannten in das Bootshaus der diesigen Ruder gesellsch aft ein gebrochen uno folgende Gegenstände gestohlen: 24 Paar lange, blauwollene Strümpfe, ein Paar gelbe Schnürstiefel, ein Paar gelbe Spangenschuhe, ein Paar Turnschuhe, eine Trompete, ein Matrosen-Arbeitskittel der 2. Ma- trosen-Artillerie-Abteilung mit dem Stempel 22, eine weiße Mat^osenhose, eine Flasche Kognak, zwei Flaschen Weißwein, 15 Flaschen Bier und einige Fläschchen Roßbacher Wasser. Am Tatort ließen die Diebe eine Bierflasche mit 'der Firma „Mienbvauerei Gießen" zurück, die noch halb mit ^Schifsenberger" Schnaps gefüllt war. Vielleicht wird die Flasche zum Verräter. Änige geleerte Bierflaschen hatten die Diebe in die Lahn geworfen. •• Der Gesangswettstreit hat für jedermann, nicht nur für die Sänger, Vergnügungen im Gefolge. Heute nachmittag ist auf dem Fcstplatze von 4 Uhr ab großes Konzert, Tanz und Volksbelustigung. Abends 8 Uhr finden turnerische Aufführungen in der Festhalle statt und auf dem Platze wird ein großes Brillant-Feuerwerk abgebrannt. Bad-Nauheim, 23. Mai. Mittwoch den 25. Mai, nachmittags und abends findet auf der Terrasse Konzert der Kurkapslle statt. Abends 8 Uhr im Saale Zaubervorstellung des Hofzauberkünstlers Beiachini aus Marburg. V. H. C. Alsfeld, 23. Mai. Die 20. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen-Klubs findet am Sonntag, den 29. Mai d. Js. in Alsfeld statt. Die Kasino-Gesellschaft „ Concordia ' hat dem Gesamtverein für diese Veranstaltung ihre Räume bereitwilligst zur Verfügung gestellt, in denen jedes Touristenherz sich wohlfühlen wird. Alle Mitglieder des V. H. C. von nah und fern, Mitglieder anderer Gebirgs- und Touristenvereine, wie überhaupt alle Freunde des Vogelsberger Höhenklubs sind zur Teilnahme herzlichst eingeladen. Möge die Veranstaltung, die die Mitglieder des Gesamtvereins des V. H. C. in diesem Jahre in Alsfelds Mauern zu geschäftlicher Tagung und fröhlichem Rendezvous zusammenführt, dazu beitragen, dem Vereine wiederum recht viele neue Freunde zu erwerben. Er verdient im Hinblick auf seine edlen Bestrebungen im Interesse des Heimatgebietes lebhafteste Sympathie und Unterstützung der Allgemeinheit. Wer für die Gesamtziele des V. H. C. offenen unbefangenen Blick sich verschafft, wer dem alljährlich zu Beginn des Heumonds von der Höhe des Hohe- rodskopfes ins Land hinausgehenden Sammelruf einmal Folge geleistet, der wird in der Regel ein treuer Anhänger der guten Sache, die die Zugänglichmachung und Pflege der Naturreize der Heimatprovinz und des engeren Heimatgebietes sich zur Aufgabe gemacht. Aus dem Programm seien folgende Einzelheiten erwähnt: 1. Empfang der Teilnehmer von 10,/4 Uhr in den Räumen der Kasinogesellschaft „Concordia". Von 10^/z Uhr ab: Frühstück und Frühschoppen daselbst. 2. Von 11 Uhr ab: Hauptversammlung ebenda. (Die reichhaltige Tagesordnung enthält unter Anderem Anträge auf Errichtung eines Aussichtsgerüstes auf der Herchenhainer Höhe sowie auf Beschleunigung der Vorarbeiten für den BiSmarckturm auf dem Taufstein.) 3. Um 1 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen im großen Saale des Kasinos. 4. Nach dem Essen: Gemeinschaftlicher Spaziergang mit SOtufif nach Altenburg. Die Musik stellt zu allen Veranstaltungen die Fuldaer Artilleriekapelle. Hiernach gesellige Vereinigung. Zur Bestreitung der Festkosten werden von den teilnehmenden Herren je 1 Mk. gegen Aushändigung eines Festzeichens erhoben. Von den Damen wird Eintrittsgeld nicht erhoben. Der Geschichts- und Altertumsverein der Stadt Alsfeld hat in dankenswerter Weise den auswärtigen Festteilnehmern den unentgeltlichen Besuch seines reichhaltigen Museums im Weinhaus gestattet. Anmeldungen zum Mittagessen beliebe man umgehend an den Schriftführer des Zweigvereins Alsfeld, Amtsrichter Dr. Heyer, zu richten. rm. Ilbenstadt, 23. Mai. In besonders feierlicher Weise verlief heute der Gottesdienst der hiesigen protestantischen Gemeinde. Zu Ehren des Geistlichen, Kirchenrats K a l b h e n n von Burg-Gräfenrode, der am 25. Mai fein 50jährig es Dienstjubiläum feiern wird, hatte man den Altar festlich mit frischen Blumen aud der Gräfl. Schloßgärtnerei geschmückt. Der Jubilar hat auch hier vor 20 Jahren die Protestanten wie s. Zt. in Hirschhorn gesammelt, und das Verhältnis zwischen dem Geistlichen und der Gemeinde ist ein äußerst inniges. Dies kam dadurch zum Ausdruck, daß eine kleine Abordnung der Gemeinde, deren Sprecher der Gräfl. Rentmeister Herr Kullmann war, nach dem Gottesdienst als Zeichen freundlichster Gesinnung und treuester Anhänglichkeit eine prachtvolle Wanduhr überreichte mit dem Wunsche — wie unter anderem Herr Rentmeister Kullmann ausführte — daß diese Uhr dem Jubilar noch recht viele frohe Stunden im Leben durch ihren Schlag anzeigcn möge. Von tiefer Bewegung ergriffen, dankte der Jubilar, dem noch eine weitere Ueberraschung dadurch zuteil wurde, daß Polizeidiener Klein als Geschenk der politischen Gesamtgemeinde Ilbenstadt einen prächtigen Schreibtisch-Seffel überreichte, die Glückwünsche der Gemeinde übermittelnd. Mit innigem Dank nahm der Jubilar beide Geschenke entgegen, die ihm den Beweis lieferten, daß er sich neben der Liebe der eigenen protestantischen Gemeinde auch die ehrende Anerkennung der doch meist aus Katholiken bestehenden Gesamt-Gemeinde erworben hat. sd. Darmstadt, 24. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Redakteur Rudolf Namspeck, ca. 36 Jahre Leiter der „Neuen Hessischen Volksbl.", auch in weiteren Journalistenkreisen als Mitbegründer des Verbandes der deutschen Journalisten- und Schriftstellervereine, sowie der Münchener Pensionsanstalt bekannt, ist im Alter von 58 Jahren gestern an einem Schlaganfall gestorben. R. B. Darmstadt, 24. Mai. S. K. H. der Groß- herzog machte mit feinem fürstlichen Besucher, Prinzen Albert von Schleswig-Holstein am 1. Feiertag eine Spazierfahrt nach Jagdschloß Wolfsgarten, von wo er abends zurückkehrte. Gestern nachmittag besichtigte er die Ausstellungsarbeiten der Künstlerkolonie. Das Ausstellungs- Restaurant wurde gestern nachmittag mit einem Konzerte eröffnet._________________________________________________________________ Vermischtes« * Prag, 23. Mai. Auf der Strecke Gablonz—Tannwald— Reichenberg stieß vor der Station Dessendorf ein leerer Zug mit einem Personenzug zusammen. Vierzehn Passagiere des letzteren wurden leicht verletzt. Zwei Lastwagen und' zwei Personenwagen de8 leeren Zuges wurden zertrümmert. Kunst und Missen schäft. Wien, 21. Mai. In der heutigen Sitzung der Akademie der Wissenschaften wies der Kurator Erzherzog Rainer in seiner Begrüßungsansprache auf die Fortschritte der Naturwissenschaften im abgelaufenen Jahre hin, namentlich auf die Entdeckung neuer Elemente. Prof. Süß teilte mit, daß der v. Baumg artnersche Preis dem Professor Walter Kaufmann in Bonn für seine Unterluchungen über die Theorie der Elektronen zuerkannt worden sei. Spott. (E. T.) Kassel, 23. .Mai. Das Meisterschafts- Entscheidungswettspiel im Fußballsport um den' Bundespokal war abgesagt wegen ungenügender Beschaffenheit des Platzes. Vor der eigentlichen Bundestagung fand eine Sitzung des Bundesausschusses statt, die folgende Beschlüsse faßte: dem Verband süddeutscher Fußballvereine wird gestattet, den Gießener Fußballklub aufzunehmen (der Main ist die eigentliche Grenze): drei größere Verbände verschiedener Gründe wegen noch nicht vorgenommen. Der Bundestag beschloß dann vor allem: der nächste Bundestag findet statt in Köln. Es waren Dresden, Erfurt und auch Hannover vorgeschlagen: es soll Fühlung genommen werden mit der deutschen Sportbehörde für Athletik (volkstümliche Hebungen) zwecks Kartells; das Fußballjahrbuch erscheint demnächst: der Antrag, ein Spielverbot gegen die dem D. F. B. nicht angehörigen Vereine auszusprechen, wegen allgemeinen Widerspruchs zurückgezogen. Um 2 Uhr nachts wird die Sitzung aus Sonntag vertagt. Der Bundestag ist von fast allen 214 Vereinen beschickt. Der Bundesvorsitzende, Universitätsprofessor Dr. Kneppe-Prag, ist leider nicht anwesend. Der Kasseler Verband gibt bekannt, daß statt des ausgefallenen Spieles ein Spiel einer Kasseler Verbandsmcrnnschast gegen den Hannoverschen Ballspielverein stattfinden soll. Im übrigen ist für Unterhaltung nach getaner Arbeit gesorgt. _______ Herichtssaat. s. Gießen, 23. Mai. Gegen das Urteil betreffs des Feuerwerkskörperverkaufs haben die vereinigten Feuerwerkshändler von Gießen Revision bei dem Oberlandesgericht Darmstadt eingelegt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 25. Mai 1904: Schwachwindig, meist heiter, tagsüber erheblich wärmer, trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. P. Viehtransport an Feiertagen ist untersagt. Neueste Meldungen. Hanau, 24. Mai. Der Verband jetziger und ehemaliger Studierender an deutschen Kunstgewerbe Bekanntmachung. Die am 13. April l. Js. angeordnete Sperre der Dammstraße zwischen Walltorstraße und Nordanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Mai 1904. Großherzogliches Polizei amt Gießen. ____________ I. V.: Roth.__________________ Bekanntmachung. Samstag den 28. Mai, vormittags 11 Uhr, wird im Bürgenneistereigebäude die Grasnntzuug von den Schneisen und Waldwegen des Gießener Stadtwaldes öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 21. Mai 1904. 4599 Großherzoglicye 'Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Berichtigung. In der Veröffentlichung der Bilanz 1903 im Gießener Anzeiger haben statt 3 — 4 Mitglieder auszuscheiden, daher Stand der Mitglieder am 31. Dezember 1903 — 165. Leihgestern, den 23. Mai 1904. Spar- und Vorschuß-Verein Leihgestern. Will. Weller. 4597 CrMrstchttiillg her AM Gießen. Die Stadt Gießen läßt folgende Grasnutzungen öffentlich meistbietend versteigern: 1. Donnerstag, 26. Mai, vormittags 8 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnutzung für das ganze Jahr von den Feldwegen im Neustädterfeld nördlich der Rodheimerstraße, 2. an demselben Tage, nachmittags 3 Uhr, desgleichen daselbst südlich der Rodheimerstraße, 3. Freitag, 27. Mai, nachmittags 2 Uhr, an Ort und Stelle die einmalige Aberntung der Wiescckböschungen. Zusammenkunft in der Bahnhofstraße auf der Wieseckbrücke, 4. an demselben Tage, nachmittags 3 Uhr, im Bürgermeistereihof die Grasnutzung für das ganze Jahr von sämtlichen Feldwegen mit Ausnahme derjenigen des Neustädterfeldes, 5. an demselben Tage, nachmittags 5 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnutzung vom Friedhof am Nahrunasberg, wovon der obere Teil für das ganze Jahr, der untere Teil zur einmaligen Aberntung vergeben wird, sowie von den Anlagen vor dem Friedhof zur einmaligen Aberntung und von dem Niederdruckbehälter für das ganze Jahr, 6. an demselben Tage, nachmittags 6 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnutzung vom Friedhof am Rodtberg auf das ganze Jahr. Die Zusammenkunft für Ord^Nr. 1 und 2 ist auf der Rodheimerstraße am Schlachthause. Gießen, den 20. Mai 1904. 4574 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. schulen hielt gestern und heute hier seinen lc>r-^rrbanb5fag ab. Einen wichtigen Beratungsgegenstand bildete die Revision des Verbandsstatutes. Als Festort für 1905 ist Stuttgart in Aussicht genommen. Die Verbandsvorstandschaft ging an die Vereinigung der ,Jdealen" in Straßburg über. Von den festlichen Veranstaltungen bildete die Fahnenweihe der akademischen Verbindung „Cellini"- Hanau, die seit ihrem Bestehen dem Verbände angehört, einen Glanzpunkt. Berlin, 24. Mai. Auf dem hiesigen Bahnhofe am Alexanderplatz wurde gestern nachmittag der Bahnhofsassistent Kühn, der bei einer Schlägerei einschritt, in Ausübung seines Amtes getötet. Rom, 24. Mai. Bei seinem Abschied von Rom äußerte der französische Botschafter Nisard zum französischen Kardinal Mathieu, der ihn zur Bahn begleitet hatte, das übliche „Auf Wiedersehen", worauf der Kardinal erwiderte, hoffentlich bald. Gewiß, recht bald, gab der Botschafter so laut zurück, daß alle Umstehenden es hören konnten. Als der Zug aus dem Bahnhofe Hinausfuhr, schwang einer der Anwesenden den Hut und rief: Nieder mit dem Vatikan, hoch Frankreich. Der Mann wurde verhaftet, aber alsbald wieder freigelaffen. ES war ein städtischer Beamter. Turin, 24. Mai. Ueber eine Skandal-Affäre, deren Opfer die zur Zeit in Turin weilende Baronin Neinelt ist, die Witwe des früheren Hofrates und Vorstehers der Triester Handelskammer, wird berichtet: Frau v. Reinelt erhielt aus Triest von einer politisch bekannten Persönlichkeit die kategorische Aufforderung, 2 00 000 Frcs. zu zahlen, widrigenfalls ein pikanter Roman über sie erscheinen würde. Die italienische Behörde entsandte zur Feststellung der näheren Umstände einen Polizeibeamten nach Triest. Allein die Triester Polizei hat diesem jede Unterstützung versagt, so daß der Beamte unverrichteter Dinge zurückkehren mußte. In die Erpressungsgeschichte sind Persönlichkeiten verwickelt, die zur österreichischen Partei in Triest gehören, darunter ein Advokat Dompitri. L. New - Pork, 24. Mai. Der Kaufmann Paul Kolbe aus Frankenstein in Deutschland erstickte in einem Hotel in Hoboken infolge Gasvergiftung. Er hatte eine Rückfahrkarte nach Europa gelöst. Die Polizei nimmt einen Unglücksfall als vorliegend an. Vom Kriege. Paris, 24. Mai. Der „Matin" meldet aus Petersburg: Gerüchtweise verlautet, das Wladiwostok-Geschwader unter dem Admiral Jessen habe drei japanische Kreuzer abge fangen, welche unlängst von Chile angekaust und nach Japan gebracht wurden. Petersburg, 24. Mai. Ein Telegramm, welches der russische Konsul in Tschi.su an den Minister des, Aeußern richtete, meldet, daß in Tschifu angekommene Chinesen erklärten, daß die Truppen Stössels ein schweres Gefecht mit den Japanern hatten. Die japanischen Verluste an Toten und Verwundeten Hütten 1500 Ma nn, die der Russen 3000 Mann betragen. Ein Generalstabsoffizier erklärte auf eine Anfrage, eine Bestätigung dieser Meldung sei nicht eingegangen, aber die Nachricht sei nicht unwahrscheinlich. Die letzten Nachrichten aus Port Arthur seien gm 19. d. M. eingelaufen. Weiter bemerkte der Offizier, daß die japanische Jalu-Armee nur langsam vorrücke und nicht entschlossen scheine, gegen Liaujang vorzurücken. Petersburg, 24. Mai. Auf dem bei Kronstadt liegenden Pauzers chiff „Orell" kam es zu folgendem Vorfall: Nachts wurden von unbekannten Tätern die Schrauben von den unteren Luken in verbrecherischer Absicht entfernt und die Luken geöffnet, um das Schiff zum Sinken zu bringen. Der Anschlag mißlang, da der „Orel" in zu flachem Wasser lag. Der Kriegshafen von Kronstadt wird nunmehr von Gendarmerie bewacht. London, 24. Mai. „Centtal-News" meldet aus Petersburg, die Havarie des „Orel" sei auf eine Explosion zurückzuführen, welche durch auf gespeicherte Gase im Kohlenraum entstand. 10 H eizer seien getötet. Die Lage des „Orel" sei kritisch. Telephonischer Kursbericht. Frankfnrt a. JBL. 24. Mai. S'/gO/o Reiohsanleihe . . 101.85 30/o do. ... 89.65 81/,0/0 Konsole .... 101.90 3% do......89.60 SVgO/n Hessen .... 99.75 3*/,% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 100.90 4x,6% Oesterr. Silberrente 100,10 4% Unsrer. Goldrente . . 99.30 4°/o Italien. Rente . . . 102.90 4%% Portugieser , . . 59.75 3°/o Portugiesen.....58.20 1% C. Türken .... —.— Türkenlose......129.20 4% Griech. Monopol.-Anl. 46.90 47,% äussere Argentiner 45.60 3% Mexikaner .... 26.40 4,/8% Chinesen .... 86.95 Electric. Schuckert . . . 105.50 Nordd. Lloyd . . . . 103.40 Kreditaktien ..... 201.80 Diskonto-Kommandit. . . 186.80 Darmstädter Bank . , . 136.90 Dresdener Bank .... 151.00 Berliner Handelsges. . . 152.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.75 Lombarden ..... 13.40 Gotthardbahn.....191.00 Laurahütte......241.75 Bochum.......191.50 Harpener......199.80 Tendenz: fest. Arbeits-Vergebung. Für den Neubau der katholischen Kirche in Gießen sollen die Schreiner-, Kunstschmiede-, Glaser- und Bleimuster-Verglasungsarbeiten vergeben werden. Die Zeichnungen und Bedingungen liegen bei Architekt Kockerbeck in Gießen, Wilhelmstraße 3, und Architekt L. B e ck e r in Mainz, Pfandhausstraße 5, offen. Angebotsformulare können vom Architekten L. Becker in Mainz gegen Einsendung von 1,50 Mk. für die Schreinerarbeiten, 90 Pfg. für die Kunst- schmiedearbeiten, 50 Pfg. für die Glaserarbeiten und 1,— Mk. für die Bleimuster-Verglasung bezogen werden. Angebote sind bis zum 31. Mai, abends 8 Uhr, einzusenden an den 4524 katholischen Kirchenvorstaud in Gießen. Contentisa. Samstag, den 28. ds. Mts. findet bei Mitglied Wigand die statutgemäße Generalversammlung statt. 4540 Tagesordnung: 1. Vierteljahrsabrechnung. 2. Beschlußfassung über § 1 der Statuten rc. 3. Verschiedenes. Anfang punkt 91/, Uhr. Der Vorstand. Louise Laferoisse eriviesene herzliche Teilnahme sagen wir innigen Dank. Die trauern bett Kjnterblieöerren. 4594 Gießen, den 24. Mai 1904. Die trauernden Kinterbtteöenen. 4593 Gießen, Darmstadt, Nürnberg, den 24. Mai 1904. Die Geburt eines Knaben zeigen an RechAimlt Raab und Frau Emmy geb. Lauer. 4596 Gießen, Bahnhofstraße 42, den 23. Mai 1904. Gießen, den 22. Mai 1904. Schweizer Stickereien 1356 werden. 4600 Kaufe sofort ein bauwürdiges unter la. Aepfelwein 4490 an die Expedition d. Bl. empfiehlt 4526 Feinsten, naturreinen Feinsten, naturreinen I rn p »•/» Btrltitr Bajhtt . • in nur nrima ifrit Snv in nur prima Qualität aus der Export-Brauerei S. D. Mötves empfiehlt 3504 SW im Odenwald. Gießen, den 24. Mai 1904. Großh. Baubehörde f. d. Universitäts-Neubauten. N g w Für die uns bei dem Tode unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante L. Weäseü Telephon 235. Sonnenstraße 6. geb. Ludwig. 4592 im Zapf. Restauration Bob, Bahnhofstraße 11. Gleichzeitig empfehle Acpscl- wein in Flaschen, jedes Quantum frei ins Haus geliefert. 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Schriftliche unb versiegelte Angebote sind im Geschäftszimmer vor Beginn des Termins mit der Aufschrift: ^Älngebot aus Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" versehen abzugeben. 4346 Garnifonverwaltuug. Versteigerung. Mittwoch den 25. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20 im Adler: 2 Pferde, 3 Wagen, eine Ladeneinrichtung, 1 Nähmaschine, ein Schreibtisch, 1 Waschmaschine, Haus- und Küchengeräte aller Art, 2 Mille Zigarren u. v. A. gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet jpor- aussichtlich teilweise bestimmtffatt. Gießen, den 21. Mai 1904. 4575 Seipel, Gerichtsvollzieher. L, KaMkhoff Macht, lüävier-und Laxus- Stets aparte Neuheiten. A. Wels Seltersweg 6. 4339 Pmm PferSehäcksel staubfrei, Etr. inkl. Sack Mk. 3.50, off. Ktnzeubacher Mühle. [4589 Ein fast neues Herren-Fahrrad mit Freilauf billig zu uer- kaufen. Seltersweg 34. [02901 Ein dienstfähiger 02909 Brdle Mogelsberger) steht zum Verkauf bei Wirt Louis Opper, Altenbuseck. 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