1 Die heutige 'Dummer umfaßt 12 Seiten. die Rauheit trotzigen wohl ihm betonte. zeichen »eraleindruck sich ocrmsichen zu lassen, gaben berg. S-m A-ußeres bestätigte di- AI-°-Sang°b° unzw-if-l. leicht sentimental schlappen Anstrich der ganzen hast, alles an chm, ,-m ^.rotz, seme L->d°nscha,t, sen.e «er. sogar einen Darsteller Peters sichtlich nicht. als Bauer in Frankfurt. Das schroffe Gegenteil zu dem gewaltsamen Sichbeherrschen von Peter und Renate bildet des jüngsten Bruders in Haß und Liebe gleich leidenschaftlich auSbrechende Zügel- losigkeit. Dies männliche Aschenbrödel gab Herr Achter- Figur. Das hat offenbar Herr Diegelmann inzwischen erkannt, und darum ist jetzt sein Peter ganz Eis, ganz Eisen. Die Renate des Frl. Hohl machte auf mich einen tieferen Eindruck als Herrn Diegelmanns sehr einheitlicher und sehr tüchtiger Peter. Man begriff vollkommen die starke Liebe der drei feindlichen Brüder zu ihr. Namentlich im ersten Akte machte sie aus der dichterischen Figur ein ergreifendes Niobebild, ein zartes Seelenbild von innigster Empfindung und rührender Weiblichkeit, hoffnungsloser Müdigkeit und Traurigkeit. Hier war jeder Ton, jede Geste wundervoll echt, wohltuend einfach, alles schien aus der Tiefe eines reinen, edlen Herzens zu kommen, das seine Wehklagen ganz in sich verschließen möchte, während sie es doch nicht verhindern, kann, daß von Zeit zu Zeit ein paar Tropfen von ihrem bitteren Leidensborn hervorquillen. Hier griff sie ans Herz. Aber auch die Ausbrüche der Leidenschaft, da sie ihre Liebe zu Heinrich erwachen fühlt, die schöne lyrische Szene der ersten Aussprache mit ihm, dann der Moment, da ihr Zweifel auf- steigen, ob sie noch ein Recht habe, die Wahrheit zu sagen, und dann der Augenblick, da ihr die Erkenntnis aufgeht, daß sie ihr Opfer einem Unwürdigen dargebracht hat, waren, wenn auch nicht so hohe darstellerische Kunst wie die Szenen von vollendeter Schlichtheit und Schönheit des ersten Aktes, so doch imponierend genug, um uns den Verlust des Frl. Hohl mit Ablauf dieser Spielzeit als äußerst schmerzlich empfinden zu lassen. Herr San dorff war in edler, männlicher Haltung em sehr ansprechender, lebens- und aröeitsfroher, sonniger Heinrich. Er hob mit energischer Schärfe die Freude an seiner nächsten praktischen Aufgabe, der Stromregulierung, hervor und ließ mit allmählich anwachsender Stärke zu Bewußtsein kommen, wie hier noch eine andere Aufgabe seiner harre, auch die Geschicke seiner Familie in ein neues Strombett zu leiten. Allerdings verfiel er dabei in kurzen Momenten in eine etwas heldische Pose, die er besser vermieden hätte; aber er gab ein farbigeres, lebensvolleres Bild dieses Optimisten zweifi'ung waren durchaus knabenhaft. Eigentlich ist dieser Brausekopf Jakob die interessanteste Figur des Stückes. Herr A. ist ein strebsamer Kunstjünger, aber einer Rolle wie Jakob ist er doch nicht gewachsen; abgesehen von Talent, gehört dazu auch eine den seelischen Bewegungen willig gehorchende Nachempfindung. Mancher harmlose Kinderton klang ja verblüffend echt, aber in den großen Szenen von elementarer Lebenskraft, die ihn bis zur Selbstoernichtung treibt, da gab er doch nur Theater. Und wie häufig flogen seine Blicke ins Publikum aus dem Milieu heraus, wie wenig fühlte er sich eins mit der dichterischen Figur! Auch Herr Teleky kam als Ohm Ulrichs über die äußeren Umrisse dieser prächtigen, lebenswahren Gestalt nicht hinaus, die Pfeil in Frankfurt einfach meisterlich darstellt. Er blieb unbedeutend, war, wo er unheimlich wirken sollte, nur Schnapsbruder. Ulrichs ist aber mehr, ein wertvolles, knorriges, erd echtes Inventar- stück de§ düsteren Hauses; das kam nur in einzelnen Mo- menten zum Ausdruck. Die Ahnfrau, die wie das böse Gewissen durchs Haus schleicht, fano in Frau Fischer eine passende Vertreterin, ohne das Spukhafte, namentlich vor ihrem Abgänge, ganz zu treffen. Der ungenannte Gießener Theater-Äeolus ließ hinter der Szene den Wind in allen Tonarten heulen. Auch das Krachen und Poltern des Eisganges, sowie das ostelbische Milieu waren im Geiste des Autors geschaffen und förderten die Wmtlidje Nachrichten über Bichscuqen. Die Notlaufseuche im Gehöft des Anton Müller zu W e h r s h a u s e n (Kreis Marburg) ist erloschen., Großh. LMs-BaWMl'Wlt ArchM. Beginn des Sommersemesters am 18. April. Schluß desselben am 10. September. Tie Schule umfaßt 4 Klassen für Hochbau und 2 Klassen für Tiefbau. (Im Winter Tiefbau Klasse II. im Sommer Tiefbau Klaffe I.) Die Abgangszeugnisse der Großh. Landes-Baugewerk- schule find denjenigen der Königlich Preußischen Baugewerkschulen gleichgestellt. Prograntme und Anmeldeformulare sind durch die Direktion der Landes-Baugewerkschule, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu erhalten. Das Schulgeld beträgt 80 Mark für das Halbjahr. Schluß der Anmeldefrist am 19. März d. I. Die Direktion. Tüchtigkeit bei auch die der Dichter er hat dem Kroßh. Seminar für Ao Lsschullrhrerinneu zu Darmstadt. Die diesjährige Aufnahmeprüfung findet am 24. und 25. Marz statt. Diejenigen, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen, haben ihre Gesuche mit den vorgeschriebenen Zeugniffen und sonstigen Einlagen (Geburtsschein, Wiederimpfungsschein, Abgangszeugnis der seither besuchten Schule, Erklärung des Vaters oder an dessen Stelle des Nächstverpflichteten, daß er die Mittel zum Unterhalte der Bewerberin während ihrer Ausbildungszeit gewähren will, Probezeichnung und Probeschriften, Zeugnis des Kreisarztes über den Gesundheitszustand der Bewerberin, Lebenslauf) und mit den erforderlichen Stempelmarken im Betrage von 1,50 Mk. bis zum L März an uns einzusenden. Tie Prüfung beginnt am 1. Prüfungstage vormittags 8 Uhr im Seminargebäude, Hermannstraße 47. Darmstadt, 23. Januar 1904. Großh. Direktion des Seminars für Volksschullehrerinnen. Dr. Jacobi. Stimmung sehr wesentlich. Alles in allem: das Stück erregte großes Interesse, das Publikum folgte mit Spannung den Vorgängen und war innerlich ergriffen. An Beifall fehlte es natürlich tbület finden in ruhigem e Mion unter mawn igen. Offerten unter It. die Expedition d. M. , UrLerniiuelung von la 8OW. 0845 an dte Exp.^ hneiderinnen M «Md-N « «A $*e xk-LS billig' 7* ÄS ■ IL vttheir., sie dürfe nicht zu weit gehen, sonst nehme man anderen das Brot. Tie Ansprüche des Abg. David seien viel zu hoch; so schlimm, wie er geschildert, seien die Zustande auch lange nicht. Tie Schulhäuser seien auch m den ärmeren Gemeinden im allgemeinen viel besser, als früher; das Ideal der Lehrer, möglichst wenig Linder zu unterrichten, "ei schwer erreichbar. Tie Losten der Fortbildungsschulen und die perfönliä>en Lasten der Volksschulen sollte auch nach einem Taiüryalten oer Staat übernehmen. Mit den in Hessen getrogenen Bestimmungen über die Zulassung der Lehrer zum Universitütsstudium könne man ganz zufrieden sein. Abg. S chlenger wünscht eine Ausdehnung des Unterrichts der Handarbeitslehrerinnen auf dem Lande. Abg. Reinhart fragt bezüglich des Unterrichts bet israelitischen Religionslehrer an. Es kommt bann noch zwischen Abg. Dr. David unb Ministerialrat Dr. Eisen Hut h zu einer kurzen Aus- einandersetzung, wobei Vizepräsident Reinhart den Abg. David wegen der Bezeichnung „Spiegelfechterei" zur Ordnung ruft. Das HauS bewilligt darauf die Einnahme und Ausgabe des Kapitels. Bei Kap. 56, LandeSh ospital Hofheim, Ein- nähme 499 000 Mk., Ausgabe 821 300 Mk., regt Abg. Molthan die schon im Finanzausschuß eingehend erörterte Frage der Naturalien-Submissionen an. Nach einem Zeitungsartikel seien sowohl in Hofheim, wie für die Landes-Irrenanstalt zu Heppenheim Preise gezahlt worden, die nicht den zur Zeit geltenden entsprächen. Die Vergebungen erfolgten auch zumeist an nichthessische Lieferanten. Ministerialrat Weber erwidert eingehend und weist die Behauptungen des Blattes (Wormser Volksztg.) als völlig unzutreffend zurück. Nichthessische Lieferanten würden nur ganz vereinzelt mit herangezogen. Abg. Dr. Gutfleisch ersucht die Regierung, bemüht zu sein, die Lieferungen für beide Anstalten einheitlich zu- sammenzufaffen. Auch bezüglich der Behandlung von Ausländern wäre mehr Einheitlichkeit erwünscht. Ministerialrat Weber hofft, bald ein einheitliches Regulativ für die Lieferungen aller Landesanstalten verlangen zu können und erläutert einigen weiteren Bemerkungen der Abgg. Molthan und Weidner gegenüber die Auffassung des Artikel 3 der ReichSverfaffung und die Behandlung der Ausländer. Das Kapitel wird dann angenommen, ebenso die folgenden Kapitel: Landes-Irrenanstalt, Anstalt für Blödsinnige „Alicestift" bei Darmitadt. Hier fragt Abg. Weidner, wie es mit der Errichtung einer zweiten Anstalt für Blödsinnige stehe. Staatsminister Dr. Rothe erwidert, daß die Schwierigkeiten, die bisher für die Errichtung einer zweiten Anstalt bezüglich des Geländeerwerbs bestanden, behoben seien. Die Errichtung derselben sei für Grünberg gesichert. Ministerialrat Weber führt weiter aus, daß die Jdioten- anstalt m Grünberg demnächst errichtet werden soll, nachdem die Verhandlungen mit Gießen zu einer Verständigung dahin geführt hatten, daß Gießen eine zweite Irrenanstalt erhalten solle. buterricht ^ Anmeldungen Hit nel,me 'ch '»en. Prüat, 4Ult emzelne unb m erteile ich lu Ißin Achtungsvoll MMret, Gießener Tßeateroerrin. Der Strom. Drama in drei Auszügen von Max Halbe. Abg. Tr. David ergeht siL in längeren Ausführungen über die Vvllsschulen Hessens. Tie Zahl der Lehrkräfte steht im allgemeinen hinter der Durchschnittszahl der Lehrer in Hessen zurück, es kämen auf einen Lehrer 60 Schüler. Man treibe an den Volksschulen eine Verschwendung mit Lehrkräften, während an den Volksschulen ein Lehrer oft bis zu 100 Schüler zu unterrichten hätte. Auch dem Ausland gegenüber stelle Hessen sehr ungünstig da, denn die Zahl der Schüler für die einzelnen Schulen sei längst auf etwa 40 herabgesetzt. Es sei notwendig, daß der Staat die gesamten Losten für das VvlkSschulwesen übernehme, auch die Losten für die Fortbildungsschulen. Von den 983 Volksschulen in Hessen seien nickst weniger als 481 Schulen einklassig, also auf der untersten Stufe. Auf den Kops der Volksschüler komme nur ein Staatsaufwand von 13,25 Mk., bei den Gymnasien, Realschulen rc. dagegen 86 Mk., für den Schüler der technischen Hochschule 145 Mk. und für den Studenten der Landesuniversität 854 Mk. Tas sei doch kein entsprechendes Verhältnis. Man solle den Lellrern mehr den Posten des Schulvorstandes übertragen und die Geistlichen nur darin belassen, wenn sie von der Mehrheit gewählt würden. Er wolle der Regierung keine Strafpredigt halten, sondern nur Vorschläge zur Verbesserung machen, und er hoffe, daß dieselben Berücksichtigung finden. Ministerialrat Tr. Eisenhuth: Er habe dem Abg. Tavid nicht zu nahe treten, sondern nur dessen Autorität in Abrede stellen wollen zur Beurteilung der wichtigen schultechuischen Fragen. Tr. David wolle ja nicht nur der Schule, sondern auch her Landwirtschaft und vielen anderen Singen abhelfen (Heiterkeit), er tonne doch nicht über alles gleich vortrefflich informiert sein! Redner wünschte nur, er konnte so behaglich unter den Abgeordneten sitzen und Abg. Tr. Tavid wäre an seinem Platz, dann sollte er aber einmal etwas erleben! (Heiterkeit.) Gegen die sachlichen Ausführungen desselben wolle er heute nicht weiter auftreten, wohl aber gegen seine Schlußfolgerungen. Wenn der sozialdemokratische Schulplan durchgeführt würde, müßten 1700 neue Schullehrer angestellt werden. (Hört!) Es sei sehr leicht, solchen Pädagogen-Jdealen nachzugehen, aber das sei auch nicht ungefährlich für das Land und schädlich für das Schulwesen, wenn man solche Pläne aufstelle, deren Verwirklichung unmöglich fei. (Zustimmung.) Von den Millionen, die ein solches Projekt toste, wolle er gar nicht reden, er frage nur, wo bet dem jetzigen Lehrermangel die 1700 neuen Lehrkräfte llergenommen werden sollten. Taß für die höheren SckMlen größere Summen ausgewendet würden, liege in der Natur der Sache; schon die Lehrkräfte dafür seien teurer. Seit der Einführung der Schulvorschriften von 1874 sei doch eine entschiedene Besserung eingetreten und fortgesetzt würden weitere Mängel beseitigt. Tas geschah aber lediglich durch die Arbeit der Regierung, niclyt der Land stände, die Sozialdemokratie habe damals noch gar nicht mitgewirkt. In der „Jrks. Ztg." habe ein Artikel geftanben, worin von den Absichten bet Schulverwaltung über Verärgerungen im Schulvorstand rc. die Rede war. Nun, er sei ja auch über die Absichten der Schulabteilung unterridytet, aber von solchen Tingen wisse er nichts. (Heiterkeit.) Tie Reben Dr. Tavibs mögen wohl in Volksversammlungen ein lautes Bravo Hervorrufen, aber hier in biejem Hause konnten sie nichts beweisen unb verfehlten sie auch chre Wirkung. (Lebt). Zustimmung.) Abg. Wolf erörtert bie Frage ber Nebenbeschäftigung der Volksschullehrer. Er wolle bieselbe nicht verbieten, aber MuKN- ipnsion» l .—------1 J 1 . o , ßl ’ Lik A 0 Ernst Haeckel ist für Titel, Orden und Ehren- nie recht empfänglich gewesen: „. . . ., ich bin, so sagte er wie Mommsen, Lehrer der akaoemiicheii Jugend unb will auch als „simpler Professor mein Leben beschließen . . Wiederholte „Tekorationsversuche' schlug er dankend ab. Indes nun bie anberen Professoren in üblicher Weise avancierten unb dekoriert wurden, teilte Haeckel „nach Oben" Körbe ans. Als nun ber Kurator ber Universität wieder einmal wegen Annahme des „Grheimrats-DitelS" bei Haeckel vorstellig wurde, sagte dieser: „ . . — mein verehrter Herr Staatsrat, Sie wissen ja, daß ich ein alter Stammgast des Forstes bei Jena bin; also machen Sie mich meinetiuegen zum ,F)berforstmeister". ueiüluc. Man spurte Qual des Schuldbewußten nach, aber hot hier doch noch mehr angedeutet, Darsteller ®clcqcnt)eit gegeben zu reicher Betätigung des stummen Spiels, wovon Herr Tiegelmann wohl doch mcht voll genügenden Gebrauch machte. Bei Leibe nicht an leb- llnste^e b)eöärdensprache denke ich dabei, vielmehr an durch L Nuancen °nz!rdeutendes V--grüb-ttsi.m Wehr als bei derstwnksurter Premiere der Weihnachtstage hatte sich Herr Twgelmann eisern u.npanzert, ke.n Spürchen von Warme besitzt heute jc.n Peter Doorn. An lenem Prem.erenabend mochte noch manches an ihm so sch-men, al. ob lerne lutf- sichtslose Tyrannei Waske sei, als ob er mehr ans furcht, einer weicheren, mittetlungsbedürsi.gen Stunmung etwa zn unterliegen, mit unbeugsamem Starrsinn sich umgurte hatte. Aber diese weicheren Moment- schienen badet nicht ,° recht mit dem Generaleindruck sich °ermi,chen zu lasien, gaben von Summen, ftnodjcn, Icssmg, «lei, Zini, Möbeln, Beiten, । Gold- und Silber- üuzcu und Autiqui- - 31 lothenberger leuenroeg 22. . PiiMM ntarsächmisoivieAalii- . Lchularb. ert, billig sahrene Lehrerin. Oefl. .80 an die lfip, d. Bl. iiinenschriiii. Arbeiten , Bervielfaltigungen i prompt uiii) dislrel 1145 eng, LnöwM. 6, L Dame erteilt billige tzMmM (Buchausgabe: Berlin, Georg Bondi.) (Schluß.) Bei der Darstellung kommt es darauf an, daß Schauspieler nicht den trügerischen Bretterboden unter sich fühlen, sondern bie „Mutter Erde." Der Dialog geht Mit raffinierter Ausscheidung van fast allem Nebensächlichen — nur die ersten Weben beS Ohm Ulrichs im 2. Akte ermüden durch unnötige «reite — auf fein Ziel los: entweder Stimmung zu zeugen ober den Handlungsfortschritt zwingend zu fördern. Auch die größte Knappheit, die scheinbar die Redeweise solcher Leute am echtesten wicdergiebt, ist im Grunde noch zu wortreich und so wird manches mehr angebeutet als ausgesprochen, so springen Frage- und Ausrufungszeichen und wagende Gedankenstriche m die Bresche. Die hat der Schauspwler lebendig werden zu lassen. Herr Diegelmann unser Gast aus Frankfurt, ist seinem prächtigen imposanten Aeußern nach wie geschaffen für bie kraftstrotzend Herrenfigur des Peter, die in ihrem Vollbcwußtsem alles sich geltet und habet nirfü sonderlich viel Abstoßendes an sich hat, weil ber nirt)t sonderlich v unb s^r deutlich aller trotzigen Rauheit Kelrmmlmachung. Die am 11. I. Mts. angeordnete Sperre der Wolkengasse wird aufgehoben. Gießen, den 20. Februar 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. ________________ «Hessischer Landtag. R. B. Darmstadt, 23. Febr. (Schluß.) Tas Haus setzt daraus die ottttsberatung bei Kap. 41, Volksschulen, fort, für welche eine Ausgabe von Ml. 2164 900 Mk. angesetzt ist. Mittwoch 24. Februar 1904 Nr. 40 zweites Blatt 154. Jahrgang Eichener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulftr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. Die „Gießener Familienblätter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Unürersilätsdruckerei. R. Lange, Gießen. einige andere Kapitel bewilligt. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. I Quaker Oats Für auf den Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik. 89 die Kleinen eignet sich speziell das, jedem Packet stehende, Rezept “ Für Frühstückstisch.0 Heranwachsende Kinder essen mit Vorliebe Quaker Oats, und bleiben durch täglichen Genuss derselben gesund und kräftig. verlangte Abhaltung einer Nachmittagssitzung abge lehnt, schließt die Sitzung um 1 x/4 Uhr. Schw arze Meer gestürzt habe. Die Weiterberatung wird auf morgen vertagt. Uermijcfyto« • Köln, 23. Febr. Wie die „Köln. Volksztg." aus Castrop meldet, wurden gestern auf der Zeche „(Sein* zwei Bergleute durch einen zu früh losgegangenen Sprcngschuß getötet. — Nach einer Meldung aus Witten ist die Ruhr in der dortigen Gegend derart über die Ufer getreten, daß die an den Ruhrwiesen gelegenen Häuser vom Wasserwerk Sünder aus nur noch durch Nachen zu erreichen sind und auf den ersteren Plätzen die Häuser geräumt werden mußten. * Trier, 23. Febr. In den Ortschaften Dimingcn und Berschweiler bei Ottweiler ist eine Typhusepidemie ausgcbrochen. Tie Untersuchung nach dem Ursprung der Krankheit ergab, daß das Wasser des Berschweiler Baches verseucht war. Die Regierung in Trier hat den Bau von Baraken in den von Typhus betroffenen Dörfern angeordnet. * Barcelonette (Dep. Basses-Alpes), 23. Febr. Eine Kompagnie des 67. Regiments in Jausiers wurde gestern Abend auf Coldeparre, fünf Stunden von Barcelonette, von einer Schneelawine überrascht. Neunzehn Mann wurden dadurch fortgerissen, von denen sechs umkamen. Bisher sind drei Leichen geborgen. * Wien, 23. Febr. Infolge der Verhaftung dek Landwehr-Majors WienkowSki in Stanislau, die in Aushebungs-Betrügereien ihren Grund hatte, ist man einer ganzen Bestechung.ne auf die Spur gekommen. Außer WienkowSki wurde m Lemberg ein Landwehr- Hauptmann, in Przcmyil ein Lan dw e hro d e r st und m Radautz em weiterer Land wehr-Major verhaftet. Aayertjche Zöayuejolm. M ü n ch e n, 23. Februar. Kammer der Abgeordneten. Die Debatte betr. bas Landtagswahlgesetz dauert fort. Abg. Heim (Zrr.) führt aus, dus Zentrum sei jetzt in Bayern viel liberaler als die Liberalen. Der Emsln^ der katholischen Geiirltchteir beruhe nicht aus dem latjchlich behaupteten Mißbrauch von der Kanzel und von dem BeichL- stuhl aus, sondern darauf, daß die Geistlichen prattischie, soziale Arbeit leisten. Redner ,chloß seine Ausführungen mit wiederholten heftigen Angriffen aus die Liberalen, ine aus kleinlichen, persönlichen Rüasichten dieses Gesetz zu Falle brächten. Minister Frhr. v. Feilitzsch weist sowohl die Berechn nungen, wie das Wahlresultat bei dieser oder jener Einteilung sein werde, als auch die Angriffe der Liberalen als unzutreffend und ungerecht zuruck. Alle Parteien mögen die tzande zu einem Kompromiß bieten, um noch in letzter Stunoe das Gesetz zu retten. Abg. Easselmann (dl).) eaiurte, seine Partei lasse sich in ihrer Stellung zum Wahlgesetz weder durch Drohungen noch durch Liebenswürdigreaen abbringen; sie verlange Beseitigung der relativen Mehrheit und Konzessionen in der Wahltreiseinteüung. Bei den früheren Versuchen der Wahlgesetzresorm habe das Zentrum auch die Entwürfe abgelehnt, weil es für seine Mandate gefürchtet habe. Gerade dieselben Zcntrumsabgeordneten, die den Liberalen jetzt Vorwürfe machen, hätten damals dieselbe Haltung eingenommen wie ine heutige Stellung der Liberalen sei. Der Antrag Moy sei ein Beweis dafür, daß weite gut katholische Kreise die jetzige politische Agitation der katholischen GeistlickM verurteile. Redner polrmifiert im übrigen gegen die sozialdemotratischen und Zenlrumsredner oüser Tage und hob zum Schlu.se hervor, oatz die Regierung 23 Fahre hindurch die alte 'Wahlkreiseinteilung für gerecht erklärt habe, jetzt aber, da das Zentrum dränge, ihre bis- Aus §tui>t uni Kani. Gießen, den 24. Februar 1904. ** Die Generalversammlung des Gießener Lesehallen-Vereins, welche gestern abend im Cafe Ebel stattfand, war bedauerlicherweise von Mitgliedern recht schlecht besucht, trotzdem wohl keine in den letzten Jahren in unserer Stadt neu begründete Einrichtung sich größerer Beliebtheit in allen Kreisen der Bevölkerung erfreut als unsere Lesehalle am Selterstor. Aus dem vom Vorsitzenden des Vereins, Prof. Dr. Haupt erstatteten eingehenden Jahresbericht wollen wir nur das Interessanteste wiedergeben, da ein ausführlicher Bericht über die Ver- einstätigkett demnächst im Drucl erscheint. Prof. Tr. Haupt konstatierte eine stetige fortschreitende Entwicklung des Instituts; beide Gebiete der volkstümlichen Anstalt, Bibliothek und Lesefaal, sind weiter ausgebaut worden und konnten ihre Wirksamkeit reicher entfalten. Ausgeliehen wurden 1903 23 264 Bande, 638 Bände mehr als im Vorjahr. Während die erzählende Literatur «.Romane, Novellen usw.) ungefähr sich aus der alten Höhe hielt, ist die Benutzung von Werken belehrenden Inhalts erfreulicherweise gestiegen. Es ist dies ein Beweis dafür, daß unsere Be- völterung, soweit diese die Bibliothek der Lesehalle benutzt, von dem einfachen Bedürfnis nach Unterhaltung zu höheren Ansprüchen an Selbstunterricht gelangt. Auch innerhalb der schönen Literatur vollzieht sich allmählich ein sicherer Fortschritt zur Auswahl gehaltreicheren Lesestoffs. Man könne seststellen, daß das sogenannte „Lese futter" weniger verlangt werde. Auf den noch zur Vorlage kommenden Katalog verweisend, der demnächst fertig gestellt sein und für 20 Pfg. käuflich sein wird, erhofft man einen verstärkten Anreiz zur Benutzung der Bibliothek. Allgemein interessieren wird die Mitteilung, daß im Lesefaal des Vereins die Adreßbücher von Frankfurt a. M. und Berlin ausliegen und Interessenten sie dort bequem einsehen können. Prof. Dr. Haupt bedauert, daß der Raum im Lesefaal zu knapp wird, um die Anzahl der Leser, welche sich täglich darin einfindet, bequem auszunehmen. In der Zeit von 10 Uyr früh bis 10 Uhr abends ist der Saal niemals leer, und ziemlich ost müssen Besucher stehen, weil alle Stühle besetzt sind. Kreis und Stadt, und auch die Spar- und Leihkasse Gießen unterstützen das gemeinnützige Streben des Vereins mit Zuschüssen und erkennen damit an, daß die Lesehalle danach strebt, eine Kulturausgabe zu erfüllen. In oer Hauptsache stützt sich der Verein aber auf die Beiträge seiner Mitglieder (Mindestbeitrag 2 Marl pro Jahr), und es muß, so führte der Vorsitzende aus, eine Hauptaufgabe des Vereins im neuen Bereinsjahre jein, neue Mitglieder zu werben, damit für eine erweiterte Tätigkeit mehr Mittel zur Verfügung stehen. Bisher hätten die bereit gestandenen Summen ja gereicht, aber man dürfe nicht stillstehen, da dies einem Rückschritt gleich käme. Der Verein zählt rund 450 Mitglieder, welche einen Gesamtbetrag von ca. 1450 Mark zahlen. An Zuschüssen hat der Verein zu verfügen: von der Stadt Gießen jährlich 400 Mk., vom Kreis Gießen 150 Mk., von der Spar- und Leihkasse 300 Mark. Ferner werden pro Jahr ca. 300 Mark für den Verkauf von Lesekarten vereinnahmt. An Ausgaben sind zu leisten 1000 Mk. für Besoldungen, ca. 850 Mark für Zeitungsabonnement und Bücheranschiaffungen und ca. 550 Mark für Buchbinderarbeit. — Dr. Ebel legte hieraus den Andruck für den Katalog vor, in welchem 5550 Bände der Bibliothek systematisch und übersichtlich ge- ordnet, sür den Leser leicht zu finden, registriert sind. Die Ausstellung des llataloges ist von der Bibliothekarin des Vereins, Frl. Dingekdeyn, in ihrer privaten Zeit bewirkt worden; sie hat sich dec mühevollen Arbeit int Interesse der Sache unterzogen und es grundsätzlich abgelehnt, dafür ein Honorar anzunehmen. Die Generalversammlung beauftragte den Vorsitzenden der Dame sür das im Jnterefse der Sache gebrachte Opfer an Zeit den Dank des Vereins auszusprechen. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der seitherigen Mitglieder. Aus der Mitte der Versammlung wurde den Herren der Dank für ihre Tätigkeit im Interesse der Förderung der Volksbildung ausgesprochen. § Ober-Seemen, 22. Febr. Drei hiesige Bürschchen im Alter von etwa 17 Jahren erstanden ein Jagdgewehr und durchstreiften damit die Wälder. Tas „frohe Jagen" war aber nicht von langer Dauer, denn bald war ein Forst- beamter dem Treiben der jugendlichen Wildschützen auf der Spur, welche nun einer gerichtlichen Bestrafung entgegensehen. ? Wingershausen, 22. Febr. Mutter undTochter einer hiesigen Familie gerieten dieser Tage in Streit, welcher in einen regelrechten Faust kampf ausartete, wobei die Mutter zu Fall kam und ein Bein brach. FF.;? z& unübertroffene Schönheits- und Gesundheits-Seife, viel tausendfach bewähr«. Aerztlich empfohlene Kinder-Seife, einzig in ihrer Art. Stück 50 PL Erhältlich in Apotheken, Drogerien und Parfümerien wie auch das nicht fettende Myrrholin-Giycerin. Erfo'g« Weisse, zarte Hände, reiner, schöner Teint. Beste Haut-Pflege-IVLtteL Komische Tagesschau. Die Abänderung des BocsengesetzeS. Man schreibt uns aus Berlin, 23. Februar: Mit einem heiteren, einem nassen Auge wird von den Interessentenkreisen die nach langem Harren erschienene Börsengesetznovelle betrachtet. Die Abänderungen nach den Wünschen der Börse sind nicht zahlreich; eine Enttäuschung bereitet, obwohl man nach der Haltung der Regierung darauf vorbereitet sein konnte, die Beibehaltung des sog. „Spielregisters" (Börsen- regrster) uni) die Beibehaltung des Verbots des Termin Handels in Jndustriepapieren. In letz terer Hinsicht wird sogar eine VerschÜrsung vorgeschlagen. Bekanntlich hat die Börse speziell sür eine Reihe von lebhaft gehandelten Montanattien für das verbotene Termingeschäft die Form des „Kassageschäfts" gesunden und mit Erfolg etabliert. Gegen diese Einrichtung wird in der Börsengesetznovelle insofern ein Schlag gesührt, daß ein Zusatz zum 8 51 folgendes bestimmt: „Die Erfüllung der Verbindlichkeit aus einem Börsentermingeschäft in Waren oder Wertpapieren, in denen der Börsenterminhandel untersagt ist, kann verweigert werden." Durch diese Bestimmung wird ein Einwand neu eingeführt, der unzweifelhaft eine mindestens ebenso große Tragweite hat, wie der Disferenzeinwand, der Einwand des Spielgcschäfts, von dessen nur zu häufige Anwendung durch verunglückte Spekulanten die Begründung zur Novelle selbst sagt, er sei ein Verstoß gegen Treu und Glauben. Also hier liegt eine neue gefährliche Fußangel für die Börse, denn die Verbindlichkeiten in den erwähnten Werten sind außerordentlich große. Frhr. v. Zedlitz, der sreikonservative Parlamentarier, hat den anerkennenswerten Mut gehabt, im Gegensatz zu seinen Parteigenossen kürzlich sür die völlige Aufhebung des Terminhaudclsverbots in Jnbustrie- papieren einzutreten. Ein Verbot, dessen Umgehung in legalen, oder wenigstens schwer anfechtbaren Formen, mög- lich ist, erfüllt in der Tat wenig den Zweck. Nutzen hat es nicht gestiftet- wohl aber viel Nachteile für die Volkswirtschaft dadurch,, daß das Kassa geschäft kolossale Summen dem Verkehr entzieht und so zur Ve r- steisung des Geldstandes beiträgt. Was nun den Disferenzeinwand betrifft, so will der Gesetzgeber wenigstens die ärgsten Mißstände beseitigen, die sich in der Praxis ergeben haben. Dazu gehört erstens, daß die Eintragung ins Handelsregister von der Erhebung des Tifserenzeinwandes ausschließt, auch wenn keine Eintragung ins Börsenregister stattgefunden hat; zweitens, daß nach Ablauf einer Frist von sechs Monaten der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Tifferenz- einwand nicht mehr erheben kann, ebensowenig dann, wenn der Schuldner nach Mitteilung über die Abwicklung des Geschäftes seine Verbindlichkeit ausdrücklich schriftlich anerkannt hat; endlich, daß die zur Sicherheit bestellten Summen nicht zurückzusordern sind, „sofern der Besteller dem Gläubiger gegenüber schriftlich erklärt hat, daß die Sicherheit zur Teamig von Verlusten aus Börsentermin- geschästen dienen soll". Wie gesagt, durch diese Neubestimm- ungen wird immerhin eine Einschränkung des an Betrug grenzenden Unfugs erzielt, der bisher mit dem Disferenzeinwand getrieben wurde. Der .Hauptpunkt scheint uns die Einführung der k u r z e n V e r j ä h r u n g s - frist zu sein. Hierzu bemerkt die „Nat.-Ztg." mit Recht, daß kein Kaufmann uno kein Bankier mehr den Stand seines Geschäftes übersel)en konnte, lveil Geschäfte, welche jahrelang zurüülagen und seit Jahren abgewickelt waren, bis zum Ablauf der dreißigjährigen Verjährungsfrist der Anfechtung unterlagen. Im übrigen aber sinder der Ent- wurs nicht den Beifall des naiionallcheralen Blattes, die Regierung habe den agrarischen W i d e r st ä n d e n in denkbar weitestem Maße Rechnung getragen. Tie Mehrzahl der heutigen Berliner Aoenoblätter beyält sich ein näheres Eingehen aus die Novelle vor. Die „Voss. Ztg." tadelt aber nut Entschiedenheit, daß auch in diesem Falle die „Köln. Ztg." in den Stand gesetzt worden ist, den Entwurs vor oer Berliner Presse zu veröffentlichen. Vom „Bert. Tagebl." wiro das nnbefrieoigenoe Ergebnis der Vorschläge aus die „Verquickung von Regierung und Agrarierrum" zurückgesuhrt. Tie agrarische „Teutsche Tagesztg." bemerkt, der Wortlaut bieie sv gut wie reine Uebenn)djungen. Im wesentlichen scheint man also auf agrarischer Seite nut dieser „kleinen" Börseuresorm" nicht unzufrieden zu sein. Weiter wurde das Kapitel Provinzialstechenanstalten und herige Haltung umstoße. Redner wandte sich noch gegen - - - ..... die gestrige Erklärung des Mini)ierprasidenten ^rhr. von Nachdem"das Haus alsdann die vom PrLsidentenHaa» d°. das Staatsichiss vollends .ns • Der Matrose Kohler hingerichtet. Der Mord auf dem Stationsschiff „Loreley" hat seine Sühne gefunden. In Aurich wurde der Matrose Kohler enthauptet. Kohler hatte, wie noch erinnerlich sein dürste, in der Nacht vom 15. zum 16. November 1902 an Bord des damals im Piräus liegenden Stationsschiffcs ,Loreley" den ihm vorgesetzten Oberfeuerwerksmaaten, Unteroffizier Biedritzki, ermordet und die Schiffskasse beraubt. Die „Loreley" war seinerzeit wegen der Unruhen in Saloniki zum Schutze der dortigen deutschen Neichsangehörigen entsandt worden und vorher zur Reparatur im Piräus vor Anker gegangen. In der erwähnten Nacht hatte Biedritzki mit einigen Matrosen die Wache auf dem Schiffe, Kohler selbst war Deckposten, während die gesamte übrige Mannschaft sich auf dem Lande befand. Gegen Mitter- nacht hatte sich Biedritzki zum Schlafen niedergelegt. Als er in tiefem Schiummer lag, stürzte Kohler auf den Wehrlosen zu und durchschnitt ihm mit einem Küchenmesser die Kehle. Hierauf brachte er den schon längere Zeck gehegten Plan einer Beraubung der Kasse zur Ausführung. Es gelang ihm, die schwere, eiserne Kiste auf ein vorher klargeniachteä Beiboot zu schaffen. In diesem trieb Kohler dem offenen Meere zu; kurz vor der Hafenausfahrt wurde er aber von einem Fischerboot verfolgt, so daß er sich entschloß, an Land zu gehen und die Schiffskasse im Stich zu lassen. Wenige Tage später erfolgte dann seine Verhaftung. Nach mehrtägiger Verhandlung wurde Kohler später vom Kriegsgericht in Wilhelmshaven am 23. Januar v. I. zum Tode verurteilt. Das Reichsmilitärgericht bestätigte das Urteil und wies die beantragte Wiederaufnahme des Verfahrens zurück; jetzt ist, wie oben erwähnt, das Urteil vollstreckt worden.__ Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Der Krieg uno die Börsensperulatiou. Den meqten materiellen Schaden, den der Krieg bis jehl angerichtet hat, hat erden Börsenspekulanten und damit zum Teil auch dem Kapitalisten- Publikum gebracht. Nahezu alle Wertpapiere, Obligationen und Aktien sind an den deutschen, österreichischen, der londoner, der Pariser, der Petersburger, -Mailander und -Madrider Börse zurückgegangen. Neben Berlin und Franksurl hat Paris am 20. Februar Kursstürze gehabt, wie sie dort seit dem Krach der Union genörale im Jahre 1882 nicht vorgekommen sind. Kein Papier blieb von der Baisse verschont. Die 3'/,proz. Staatsrenle ging um 3'/« Proz. zurück. Die Aktien der Banque de Paris verloren 78 Frs., Lyonnais 42 Frs., Suez'Aklien wichen von 4035 Frs. bis 3820 Frs. Die 4proz. Türken verloren 9 Proz., Spanier 9', Proz. usw. Nutzlauds Finanzlage. In der „Now.-Wr." ivird Rußlands Finanzlage m entern wahrhaft glanzenden Licht dargestellr. Niemals soll Rußland so kriegsbereit gewesen sein wie jetzt. Bei den ungeheuren Goldvorräten, über die Rußland verfügt, liegt nicht die geringste Notwendigkeit vor, auswärts das Geld zum Kriege zu suchen. Rußland ist gerüstet und hat ungeheure -Mittel zur Erhöhung der Kriegsbereitschast verausgabt. Es gereicht dein ehemaligen Jinanzminlster Witte zur Ehre, daß er mitten im Frieden der Versuchung nicht erlag, die Gefahren eines Krieges zu vergessen. Ter freie Barbestand, der zu Kriegszwecken zur Verfügung steht, durste sich auf ungefähr 250 Mill. Rubel belaufen. Am Schlüsse dieses Jahres wurde diese Summe durch die Mehrerträg-- nisse noch um 50—106 Mill. Rubel — je nach dem Ausfall der Ernte — wachsen. Finanzminister Witte hat nach allem reichlich vorgesorgt und die vielen Anleihen, die er angeblich für produktive Zwecke aufnahm, zu gutem Teil zu KriegsvorbereUungen verwendet. Deutschland und Frankreich haben das Geld hergegeben, und an den Börsen beider Staaten verspürt man nun den Krieg am meisten. Vereinigte chemische Fabriken Mannheim. Bei einem Reingewinn von 1426 007 Alk. (im Vorjahr 1300 571 Alk.) soll eine Tividende von 16 gegen 15 Proz. vorgeschlagen werden. Faber & Schleicher, Aktien-Gefellfchast, Offenbach a. M. Ter Aufsichtsrat dieser Gesellschau Hal die Verteilung einer Tivl- dende von 10 Proz. gegen 9 Proz. im Vorjahr beschlossen. MUtöMMIfaKlFC, w Oats W Bingen iktroteclmik- r esieo m« V”r" ,11*11 dur» Ul’ ,und u”d K „ -p-'-h dtil ‘b nt "kü> Je, Re“pt ^n®e‘®o,b n ihm hm WQU§ ro«r leinen imUnb ■' bo«iqm x ;t em, hnf PQrQtur ^nk” Nt •kV.1* st"'** "9 &" d'°h :**äs A' ,n Mhelmz. »9‘ «erudnlt. $a5 “? »« di, 6ton. '“““t I°tzt ist, „j, Den. -S- Te.. meinen migeu^tet hat, Hal« “^"'^Pilalilten. ;eie' Obligaiionen und in'. londoner, der Wer «öch zE, Aar‘5 Q,n 20- debtuor ach der Union gendrale «em Papier blieb von ente ging um S'/.Proz. inä verloren 78 te. Eb^rs. bis 3820^' ier 911 Proz. ujiv, Dloro.-ÜBr.* wird Ruß. izenden Licht dargesleUt. i|en fein wie jetzt. Bei ßland verfügt, liegt nicht das Geld zum Kriege ngeheure Büttel zur Gr- Gs gereicht dem ehe- rß er mitten im Frieden eines Krieges zu ver- iszwecken zur Beringung L Rubel belachen. Am e durch die Blehrerträg- nach dem Ausfall der hat nach allem reichliih angeblich für probuliun legsuorbeieiiungen oer- i bas &elb i/eigegeben, t man nun ben Krieg »mlhem. Bei t\nen\ lt)t l'Wb'tfl M.| \ött yWayw werdern schaff, Ciieubad) a.Sl e Berleilung emer Tim- r-jahr belchloßen. ie auch du nicht Wteod« , reiner, schöner Temu -MitteL für GHW!c«tk oon Dßkiil Wert! zunr 5. März 1904 einzureichen sind. 1705 Verwaltung der Pcovim-^ieckenanstnlt Ob?rffeffen. 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Holz - Versteigerung im Licher Stadtwald. Montag den 29. Februar, vormittags 10 Uhr be- Mühlcn-Pttstcherilnß Dienstag den 1. März l. Js., nachmittags um 1 Uhr, soll aus dem Rathause zu Großen-Buseck die in hiesiger Gemarkung 20 Minuten von der Bahnstation gelegene Leppermühle, Mühle mit zwei Mahlgängen, nebst großen massiv erbauten Oekononue- gebäuden, Garten, Obstbaumanlagen und 35 Morgen Acker und Wiesen I. Qualität, und direkt an der Mühle gelegen, erbvcrteilungshalber öffentlich meistbietend versteigert werden. Auf Wunsch kann auch das dazu gehörige lebende und tote Inventar mit übernommen 96 Kiefern — 26,88 Ebm.. 20—85 Etm. stark, bis Schnitt- und Bauholz, Fichten — 14,91 Ebm., 11 — 20 Etm. stark, bis Rüster- und Ahornslämme mit 9,55 Fstm. Sämtliches Holz kann zuvor emgeseheu werden. Nähere Auskunft erteilt der Unterzeichnete sowie Forslaufseher Frohn hier und Waldwärler Eisinger-pasielborn. Um gefällige Bekanntmachung in den Gemeinden wird ersucht. Brandobcrüdorf, den 20. Februar 1904. Der Bürgermeister. Verdingung. Zum 10. März d. Js. sollen für die Provinzial- Siechcnanstalt in Gießen die Fleisch- und Wurstwaren sowie die Viktualien, Backwaren, Milch, Seife und Soda rc. für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 und ca. 19 000 kg gute Speisekartoffeln vergeben werdem. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau gegen eine Schreibgebühr von 1 Mark in Empfang genommen werden, woselbst Offerten mit der Aufschrift „Lieferung an Fleischund Wurstwaren — oder Viktualien, Backwaren, Seife, Kartoffeln rc. — für die Provinzial-Siechenanstalt" versehen, bis Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. Adreßbuch der Stadt und des Ikreises Gieszen 1904 enthält die Adressen des über 80000 Einwohner zählenden Ureises mit Stadt Stehen, praktisch und geschmackvoll ausgestattet! ( Marke „Gretchen"- r Beste ftoch-rhocolade« > or. 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