Nr. 276 , Erstes Blatt 154. Jahrgang Mittwoch 23.November 1SV4 'i Are Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Hk. I tische Seite der Hk. en, ilk. » / EH nach 5 1 Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) und Widersacher angehen. So erfahren wir zur Entlassung des Fürsten den s^hr charakteristischen Zug, daß er die Kaiserin Friedrich um ihre Vermittelung gebeten habe, indem er auf einen wichtigen Dienst hinwies, den er ihr geleistet hatte; d.urch Bismarcks Vermittelung war das Vermögen der Kaiserin und ihrer Töchter sichergestellt. Tie Kaiserin Friedrich lehnte aber ihre Intervention als aussichtslos ab. Auch sonst wird über die Beziehungen Herbert Bismarcks zum Kaiser, über Caprivi und .Hohenlohe, über die Einmischung der Königin Viktoria in die deutsche Politik viel erzählt, was nur Eingeweihte wissen konnten. Tie Frage liegt auf der Hand, wie weit man in diesem englischen Buche den dritten Band der Bismarck- schen „Gedanken und Erinnerungen" vor sich hat, der in Teutschland nicht erscheinen soll. Soweit eine kurze Prüfung ein Urteil gestattet, kann von einer Identität nicht die Rede sein, dagegen ist es wahrscheinlich daß der Ver- sasser das Bismarcksche Werk gelesen und Einzelheiten daraus in seine Darstellung verwebt hat. durchstreift, und Käthe sehnte sich nicht in die Welt hinaus — ihr Heim war ihr die Welt. O wie warm und weich legte die Heimat ihre beiden Mutter» arme nm Ferdinand und sein junges Weib! Wie traulich saß es sich an dem leise knisternden Ofen, wenn draußen der Wintersturm brauste und der Schnee sich zu hohen Wällen austürmte und der Frost glitzernde Blumen an das Fenster malte! Tie Welt versank dann wesenlos in diesem stillen, heimlichen, traulichen Glück der Heimat. Nicht so ruhig verging dem Amtsgerichtsrat der Winter. Er war nach seiner Verheiratung mit Frau und Kind nach Berlin gegangen, wo ihm die „lieben Verwandten" dann richtig einen Prozeß auhingen. Aber siegreich und gerechtfertigt ging er aus diesem Prozeß hervor, er hatte sich seine Freiheit und Unabhängigkeit erkämpft. Im Sommer siedelte er dann mit seiner Familie nach seinem lieben Friedrichstal im Riesengebirge über. Aber wie erstaunte Bertha und erschrak steudig, als sie an Stelle des kleinen Häuschens am Walde sich eine schmucke Villa erheben sah, umgeben von einem mit blühenden Blumen geschmückten Garten. „Tas soll unsere Heimat sein", sagte der Amtsgerichtsrat, „und Villa Marie soll das Haus heißen." Mit Tränen des Tankes ini Auge umarmte Bertha ihren Gatten. In Berlin hatte sie sich nicht recht wohl gefühlt, hier in dem Frieden der scböncn Natur atmete sie wie befreit auf. Schon im Herbst des vorigen Jahres hatte der Amtsgerichtsrat mit dem Bau einer Villa beginnen lassen. Ganz vollendet war sie jetzt noch nicht, hauptsächlich fehlte noch manches au der inneren Einrichtung. Mer diese zu vervollständigen nach ihrem Geschmack wollte der Amtsgerichtsrat seiner Frau überlassen, die sich dieser Aufgabe mit dankbarer Freude unterzog. Nach Berlin gingen sie nicht wieder zurück. Auch im Winter blieben sie in dem stillen Friedrichstal, denn er brachte ihnen ein neues Glück: ein kleiner Amtsgerichtsrat erfüllte mit seinem kräftigen Geschrei die Villa — und der große Amtsgerichtsrat konnte sich nicht satt sehen an seinem vergnügten Ebenbild, von dem er stolz behauptete, daß es der klügste, schönste und kräftigste Junge sei, den er je gesehen. monatlich??» vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch bte Post Nr. »ietlel- jähr! auSjchl. Vestellg. Annahme von Anzeigen sür d»e TageSnummer bis vormittag« 10 Uhr. ßetlenpretfl; lokal 12Pf* auSwärtS 20 Pfg. Berantwortltch ffit den poltt und allgem. Tel! P. Witiko: für .Stadt und Lantr und «GenchiLjaal*; August Goetz, lür den Anzeigenteil-. HanS Deck. Ter russische Gläubiger. -tt- Berlin, 21. Nov. lieber die Deckung der russischen Kriegskosten hat sich die internationale Hochfinanz schon mehr den Kops zerbrochen, als die russische Negierung. Die wiederholten Gerüchte von einer Milliarden - Anleihe sind von den großen Börsenplätzen ausgegangen. In politischen Kreisen dagegen ist inan zu der Annahme geneigt, daß Rußland versuchen werde, seine noch ausstehenden Guthaben hereinzubekommen. Es ist in diesem Zusammenhang bereits von dek Restschuld der seitens der Türkei an Rußland zu zahlenden Kriegsentschädigung die Rede gewesen. Die Pforte dürste allerdings kaum in der Lage sein, diese Restschuld im Betrage von 500 Millionen Mark ouf einmal zurückzuzahlen, ganz abgesehen davon, daß sie gemäß den Bestimmungen des Berliner Vertrages zu solcher Art der Zahlung keineswegs verpflichtet ist. Es kann sich also wohl nur um die Uebernahme der türkischen RMchuld seitens einer kapitalkräftigen Großmacht handeln, die dadurch eine politische Vorzugsstellung am Goldnen Horn sich schaffen würde, natürlich auf Kosten Rußlands. Der Gedanke an England liegt nahe. Sollte also in der Folge eine russische Anleihe in London untergebracht werden, dann wäre zum mindesten die Vermutung begründet, daß eine Diskontierung der türkischen Kriegsentschädigung vorliegt, wenn auch vielleicht der Oeffentlichkeit gegenüber dieser Zusammenhang verbeiinliebt werden würde. entfernt worden, die der russischen Empfindlichkeit irgendwie zunuhe treten könnten. Aus einer „Freveltat" des baltischen Geschwaders ist in den paar Wochen „ein bedauerlicher Zwischenfall" geworden. Die englischen Minister reden um die Wette zuin Volk, um die veränderte Auffassung einleuchtend zu machen. Man sucht innerhalb und außerhalb des Jnselreiches nach Gründen für die schwache Haltung Englands und mutmaßt allerlei diplomatische Geheimnisse. Der wahre Grund dürfte wohl aber sein, daß England einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Rußland sich nicht gewachsen fühlte. Eine Autorität wie der englische General- seldluarsckall Lord Wolseley sagt in einem, soeben ins Deutsche übersetzten Buche, mit dürren Worten: „Wir sind niemals fertig zum Krieg." Das erklärt vieles in der englischen Politik. Per Krieg. Aus der Mandschurei Petersburg, 22. Nov. General Kuro patkin meldet dem Kaiser vom 21. November: Auf unserem linken Flügel besetzte eine von unseren Mteilumgen am 20. November das Torf U i t s u i t s i, 10 Werst südwestlich von Tavinduschan. Eine gerinne Anzahl Japaner, die sich in der Nähe dieses Punktes befand, zog sich in der Richtung nach Tsiantschan zurück. Tie Verluste auf beiden Seiten sind unbedeutend. Am 21. November sind keine Meldungen über Kämpfe eingegangen. Petersburg, 22. Nov. Zwei Telegramme des Generals Ssacharow an den Generalstab vom 21. und 22. November melden, daß in der Nacht zum 21. und 22. November keine Meldungen über Kämpfe eingelaufen sind. Petersburg, 22. Nov. Tie „Nuss. Telear.-Agentur" be- ncbtet aus Mukden vom 21. November: Viele Mongolen schlossen sich den Chunchusen an. In der Nähe von Hsin- mintin operiert eine aus 1500 Reitern bestehende Bande. Sie beziehen ihren Sold von den Japanern und werden von japanischen Offizieren befehligt; ihre Ueberfälle sind hauptsächlich auf Karawanen gerichtet. Petersburg. 22. Nov. Lllle von russischen Korrespon- (Schluß.) 17. Kapitel. “ Nach langer Abwesenheit war Ferdinand Groller Wendessen himgekebrt. Am Tore des Hofes empfing ihn der ehrliche Verwalter Meinert mit den anderen Angestellten, Kriech- KoMische Tagesschau. Kammerdienerklatsch. einen Kammerdiener gibt es nach dem bekannten Worte keinen Helden. Mcm wird an diesen alten Sah erinnert angesichts eines sensationellen Buches, das dieser Tage in London über das intimeLeben des deutschen Kaisers und seiner Gemahlin erschienen ist. Nur daß man bei den Einzelheiten, die erzählt werden, mehr an eine Frau als einen Mann denkt, wie denn auch das Buch selbst behauptet, es handle sich dabei um Aufzeich- nunaen einer kaiserlichen Hofdame. Jedenfalls ist in der Pseudonymen Schrift — der angebliche Verfasser Henry W. Fischer ist natürlich nur ein Deckname — so viel ätzende Bosheit verspritzt, wie sie nur ein haßerfülltes Weib zu stände bringt. auf 241.88 Proz. Also die Differenz, ist nicht erheblich. Nun ist soviel ohne weiteres klar, daß die Dresdener Bank nicht, wie man zu sagen pflegt, um der schönen Augen des Ministers Möller willen, oder um der Regierung einen Dienst zu leisten, ein so erhebliches Risiko übernommen hat, für 69V2 Mill. Mark Aktien auf eigene Rechnung und Gefahr zu erwerben. Denn wenn der preußische Landtag die Vorlage ablehnt, so hat der Staat dem Abkommen gemäß nicht nötig, die Aktien zu übernehmen. Der Vertrag enthält den Vorbehalt der Genehmigung der gesetzgebenden Körperschaften. Der Gefahr, daß die Dresdener Bank in die Lage kommen kann, einen so großen Posten Aktien selbst zu behalten, entspricht die Risiko-Prämie. Jede andere Bank, die doch ihren Aktionären verantwortlich ist, würde sich ebenso gesichert haben, daß sie nicht am Ende gar einen Verlust zu tragen hätte. Tie „Berl. Morgenpost" rechnet aus, daß der Staat der Dresdener Bank bei diesem Geschäft 2% Mill. Mark zum Geschenk mache. Es wäre ein Skandal sondergleichen, schreibt die „Morgenpost", wenn der preußische Staat auf Kosten der Steuerzahler einer Privatbank Geldgeschenke machen sollte, zu denen er nicht verpflichtet ist. Selbst der sozialdemokratische „Vorwärts", der doch einer milden Auffassung nicht leicht verdächtig ist, zumal in solchen Angelegenheiten, bei denen die Gemütlichkeit aufhört, kommt nicht zu einer so kategorischen Schlußfolgerung. Der „Vorwärts" mutmaßt zwar, daß die Dresdener Bank den größten Teil der Hibernia-Aktien unter 230 Proz. erworben habe, bemerkt aber andererseits: Man könne die Dresdener Bank nicht mit den zu hoch erworbenen Aktien, entgegen dem von Herrn Möller verpfändeten Wort, sitzen lasten. Wie groß ist nun in Wirklichkeit der von der Dresdener Bank erzielte O^ewinn, vorausgesetzt die Annahme der Vorlage? Die Begründung gibt hierüber genauen Aufschluß. Unter Zugrundelegung einer Provision von 5 Proz. auf den Nennbetrag der Aktien beläuft sich der Nutzen für die Bank auf etwas über eine Million Mark. Tas preußische Abgeordnetenhaus wird bei der Beratung der Vorlage, in nächster Woche, das Hauptgewicht auf zwei andere Fragen zu legen haben. Erstens, ob der Erwerb der Hibernia-Aktien durch den Staat für diesen rentabel ist? Zweitens, ob der Zweck erreicht wird, durch die Hibernia Einfluß auf das Kohlensyndikat und dadurch aus den rheinisch-westfälischen Bergbaubetrieb, soweit er in Pri^athänden sich befindet, zu gewinnen? Zu bejahen ist die erste Fracze. Aber mit der Einflußgewinnung auf das Kohlensyndikat hat es selbst in dem Falle gute Wege, wenn der Staat die Hibernia ganz in seinen Besitz bringt. Tie Jahresbeteiligung der irrt Kohlensyndikat vereinigten Zechen beträgt rund 73Mill. Tonnen. Was will es bedeuten, wenn die Hibernia hieran mit rund 572 Mill. Tonnen beteiligt ist? Von dem Geltendmachen eines Einflusses kann unter diesen Umständen schwerlich die Rede sein. Aber gerade dieser nicht genügende Einsluß wird, wenn auch, die Negierung sich jetzt dagegen verwahrt, zu weiteren Bergwerksverstaatlichungeu führen. Trotzalledem ist es wahrscheinlich, daß die Vorlage im preußischen Landtag durchgeht. Tie Mehrheit wird, wenn auch nicht die Dresdener Bank, so doch die Regierung nicht im Stich lassen wollen. auf der Hausflur erschien her Herr Amtsaerichtsrat, einen riesigen Blumenstrauß tragend und hinter ihm standen der Pfarrer und die Frau Pfarrerin, Bertha Wüllbrandt und Käthe und Trude Vollmar, die den kleinen Richard an der Hand führte. Zwischen ihnen hindurch drängte sich 'Psiffi, der kleine zottige Köter, und kläffte Ferdinand wütend an „Nicht nötig, Verehrtester!" rief der Amtsgerichtsrat. „Wir sind bereits alle versammelt, um Ihren Dank entg'gen^unehmen. Also bitte — wollen Sie mit mir den Anfang machen." Und ohne weitere Umwände schloß er Ferdinand in die Arme und küßte ihn auf beide Wailgen. Tief bewegt drückte Ferdinand den Anderen die Hände. Ms er Käthen die Hand reichte, sah er, wie ein liebliches Rot ihre Wangen überhauchte und ihr Auge verschämt den Boden suchte Ein warmes, glückliches Gefühl durchströmte sein Herz, er wußte, daß er nicht vergessen war. Ein fröhliches Mahl vereinigte alle, an dem auch Herr Meinert und dessen biedere Ehehälfte teilnahmen. Der Amtsgerichtsrat brachte einen humoristischen Toast aus, der ihn aber selbst so rührte, daß er zum Schluß in Tränen ausbrach. Auch Herr Meinert wollte reden, aber er kam nicht über die „verflüchtigen Viehhändler" und die „verdammtigen Mäuse" hinaus, und schließlich mußte der Pfarrer das Wort ergreifen, um einige Ordnung in die Verwirrung der Gefühle zu bringen. Kurz, es war ein sehr vergnügtes Mahl, auf das besonders Herr Meinert mit schmunzelndem Behagen zurückblickte. „Du, Alte", sagte er zu seiner Frau, als er mit ihr üb erden Hof in seine Fnspektorwohnung zurückkehrte, und stieß sie etwas unsanft in die Seite, „haste gesehen — ich glaube, wir kriegen hier bald 'ne junge Frau auf den Hof. Ter Sperr Groller schnitt der Käthe Vollmar höllisch die Eour und das Mädel fiel aus einer Verlegenheit in die andere." Ter schlaue Herr Meinert hatte ganz recht gesehen. Ebe ein Vierteljahr verging, segnete der alte Pfarrer Vollmar in der kleinen Dorskirche zwei neuvermählte Paare ein: den Amtsgerichtsrat Richard Wernecke und Bertha Wüllbrandt und Ferdinand Groller und des Pfarrers eigenes liebliches Töchterchen. — Als der erste Schnee lautlos und sanft von dem wolken- verhangenen Winterhimmel niederrieselte, da führte Ferdinand sein junges Weib heim in sein Haus. Eine Hochzeitsreise mach. teil sie nicht. Sie wollten sich das für den Sommer aussparen. Ferdinand war der Welt satt geworden, die er jahrelang ruhelos Ter Kampf um die Hibernia. R. Berlin, 22. Nov. Angesichts der Vorlage über den Erwerb von Hibernia- Aktien für den preußischen Staat haben sich fixe Rechner gleich mit der Frage beschäftigt: Wieviel verdient die Dresdener Bank an diesem Geschäft? Tie Begründung der Vorlage schildert den Verdienst der mit dem Ankauf der Aktien betrauten Bank als durch die Umstände gerechtfertigt. Der Staat hatte seinem Ankaufsgebot an die Hibernia einen Nebern ahmekurs von 240 Proz. zu Grunde gelegt. Einschließlich der Vergütung an die Dresdener Bank stellt sieb der .Kurs für die 27V2 Mill. Hibernia-Aktien ten und Mägden des Gutes. , Ter Verwalter streckte ihm die rechte Hand entgegen, wahrend die Linke den Hut hielt. „Herr Groller", sagte er mit seiner rauhen, tiefen stimme, ,ich habe Ihnen einstmals in Gedanken Unrecht getan, ich bitte Sie um Verzeihung. Wir Menschen sind ja alle dem ^rrtum unterr-orten, und im besonders bin ein alter mißtrauischer Kerl. Tas kommt daher, daß man so oft von den verflüchtigen Viehhändlern betrogen wird. Na, Herr Groller,, ich habe meinen Irrtum cingesehen und mehr als um Verzeihung bitten kann ein ehrlicher Ehristenmensch nicht. Tafür ist aber auch Ihr Gut in einem Stande, wie Sie es mir wünschen können. Nur der Haber hat ein büschen durch die verdammtigen Mäuse gelitten, ich hab' aber schon Gift gelegt —" Lachend schüttelte Ferdinand dem ehrlichen Manne die Hand. „Schon gut, schon gut", unterbrach er seinen Bericht. >,öie werden mir das alles später auseinandersetzen. Ich denke, wir werden jetzt gute Freunde bleiben, Herr Meinert." Was mich betrifft, so soll's nicht daran fehlen. Herr Groller." Ferdinand begrüßte dann die übrigen Leute und begav sich nach dem Wohnhause, über dessen Eingang eine grüne Gnirlande mit einer Tafel angebracht war, auf der ein „Herzliches willkommen!" prangte. „Haben Sie das anbrmgen lassen, Herr Meinert? „Nee, Herr Groller. Tas haben Fräulein Wüllbrandt und Fräuicin Vollmar getan und der Herr Amtsgerichtsrat hat es eigeiih^i.dh^ai O^nagelt. ^^rschasten meinen Dank abstatten und will 'finite nachmittag nach dem Pfarrhanse gehen —" Nicht nötig, Verehrtester!" rief da eine lustige Stimme und Es liegt uns fern, all den Klatsch und Tratsch weiter tragen zu wollen, den das Buch über die intimsten Vorgänge am kaiserlichen Hofe, über die Reisen des Kaisers, über die Kosten der Hofhaltung, über das Befinden des Kaisers, über das Familienleben usw. enthält. In England hat natürlich gerade diese Seite des Buches den Erfolg gemacht. Was kann es auch für kleinliche Naturen unterhaltenderes geben, als daß auch auf den Höhen des Lebens menschliche Irrungen und Wirrungen nicht fehlen. In England kommt noch dazu, daß man uns nicht grün ist und daß man seit dem noch unvergessenen Krügertelegramm dem deutschen Kaiser gern etwas am Zeuge flickt. Uns interessiert hier nur die politische Seite der Schrift. Auch in dieser Beziehung ist die Ausbeute reichlich. Besonders beschäftigt sich das Buch sehr ausführlich mit allen Dingen, die den Fürsten Bismarck, seine Freunde ttufcet vonntags. WZ- ft*« AttAtt /MMlttlMAAr swnvllvl 4l II Witter SUMflüm, frrvtbttton General-Anzeiger ** imh Trucfeieü _ SB Amt§- und Anzeigtblatt für den Nm§ Gießen rdianldilufi 9h 51. xP* -46*' » KP Englands Zuruckweichen. Das konsequente Zurückweichen der englischen Staatsmänner in den Hüller Fischer-Angelegenheiten muß nachgerade Heiterkeit erregen. Die Rollen scheinen gänzlich getauscht zu werden: Rußland ist der Gekränkte. Jetzt sind aus dem rususch-englichen Uebereinkommen alle Ausdrücke b erlogt. Er scheint viel müh Deutsches Reich. Berlin, 22. Nov. Man meldet aus dem schlesischen Orte Groß-Strelitz: der Kaiser ist um 6 Uhr abends hier cin- getroffen und von dem Grafen Tschirschkl)-Renard empfangen worden. Er fuhr in Begleitung des Grafen durch die durch Magnesiumfackeln beleuchteten Strafen nach dem Schlosse. — Ter Zicgeleibesitzer A. F. Schultze in Nahnntz bei Lehnin, der von der Gemeindevertretung wiederholt zum Gemeindevorsteher gewählt worden war und sich zur freisinnigen Volkspartei rechnet, ist jetzt von dem Landrat des Kreises Zauch-Belzug zum zweiten Male nicht bestätigt worden. Auch der zugleich mit Schultze als Schöffe gewählte Schuhmachermeistcr Barnewitz erhielt die Bestätigung nicht. — Tas Abgeordnetenhaus hat heute den Gesetz- /ntwurf betreffend die Errichtung eines OberlandeS- gerichtes in Düsseldorf in zweiter Lestmg nach den Beschlüssen der Kommisston angenommen. Gleichfalls angenommen wurde alsdann der Antrag Herold zum Agrar- gesetz trotz des Widerspruchs der Regierung. Kolonialpost. Berli n, 21. Nov. Zum Ausbau einer Organisation verpflichtet das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee in Verbindung mit der Kolonialverwaltung ständige wirtschaftliche Kommissare in den Kolonien. Als Kom- miffar für Tcutsch-Südostafrika ist auf Vorschlag des Gouverneurs Grasen v. Goetzen der mit den Verhältnissen vertraute John Booth-Songea ausersehen. Ihm ist als erste Aufgabe gestellt, die Interessengebiete der vorhandenen und geplanten Eisenbahnen und des schiffbaren Rufidji dlirch Stämme aus folgreichen inneren Gebieten der Kolonie mehr als bisher zu besiedeln, um einen gröberen Arbeiterstamm zu schaffen für Eisenbahnbau und Baumwotlkulturen. Tllrch die Einrichtung ständiger Komlnissare des Komitees erhalten die volkswirtschaftlichen Interessentenkreise des Mutterlandes eine dauernde Vertretung an Ort und Stelle in den Kolonien. — Tie „Tägl. Rundschau" berichtet: Gegen den Re- daktellr Herfurth von der „Kolonialen Zeitschrift" wlirde wegen Beleidigung unserer Richter in den Schutzgebieten, begangen durch verschiedene Artikel in der genannten Zeitschrift vom ersten Staatsanwalt m Berlin Anklage erhoben. AluSland. London, 22. Nov. Ter Daily Expreß von heute meldet: Als Belohnung für Deutschlands Liebedienerei seit Anfang des Krieges ist Rußland bereit, alle fernere Opposition gegen die Bagdadbahn auszugeben. — „Daily Telegraph" schreibt in Besprechung der Rede des Reichskanzlers bei dem Stapellauf des Linienschiffes „Deutschland": Graf v. Bülow hielt in Kiel eme wahrhaft patriotische und staatsmännische Rede. Er ,. , . " i gereist zu sein und liest eifrig die Zeitungen. — Weiter s“bi?e^ verständlichen, au »^dächtig sind zwei Männer, di- ,u H-.nn.ver am der Hand von Karten erläuterten Inständigen Vortrag unter 14. MtS. m einem Leihhause und bei einem Uhrmacher lebhaftem Beisall der zahlreich, namentlich aus der Um-'eine goldene Uhr nebst Kette anboten, wovon die llhr nut „xe Reiche zu festigen, gibt es andere Mittel, wider- streitende Ziele mit einander in Einklang zu bringen, als zog sorgfältig eine weite Grenze zwischen Defensive und Offensive Von der Haltung eines starken Mannes in Waffen, . , .. m • • ■. , „ - , - — ---- fto»'cn, wie eS unvermeidlich ist zwischen denen, die sich be- ländischen Küste nehmen. , „ . . „ r r Paris, 22. Nov. Tas Programm für die £> ul 1 Kommission ist in den Hauvtzügcn festgcstellt. Jcd^m der fünf Admirale sind zwei Sachverständige mit beratender glimme beigegeben. Tie Kosten des Verfahrens werden von (rüg/ land und Rußland zu gleichen Teilen getragen. Auf- gäbe der Kommission ist die Abfassung eines Protokolls, weüh^s aus zwei ^Abteilungen bestehen soll: a) einer höchst genauen ^-est- stellung der äußeren Umstände ivelche das Sinken eines englischen Fischerbootes, die Beschädigung mehrerer anderer mmr- bote und den Tod zweier Fischer verursachten: b) eines. Gutachtens üb* die Frage des Verschuldens und den Grad des Tadels, welcher gegen Angehörige Rußlands, Englands oder irgend eines fremden Staates auszusprechen wäre. Haag, 22. Nov. Ter S ck i e ds g e i cht ho f für den Kon fl i kt -w s >en Japan ein rseits und Frankreich. En gland und Tcutschland andererseits eiuui'b, daß die Ein Wendungen der beiden Parteien am 15. Dezember dun Bureau des Schiedsgerichts Hofes zugcstellt werden sollen, und die Parteien bis zum 15. Februar 1905 darauf antworten können. Tie Verhandlung wurde sodann bis zu einem neu fcstzusevendcn Termin g ——- eigen machen, dann ist eß gut für sie, sich ebenbürtig Ana Jtfrthf Ullb ÜfllllL gegenüber zu stehen mit entsprechenden Machtmitteln zur I & S Ä Verteidigung, weil die Schwäche zur Gewalt herauLsordert, Gießen, 23. November 1904. während die Stärke die beste Sicherheit für die Ruhe gibt. - Philippsfeier in den Schulen. Am Neal- Auch wir erhalten unsere Waffen scharf iind können daher gymasium wird die Philippsfeier, verlumden mit der Ge- nichtS dagegen haben, wenn mibcrc dasselbe tun. Es ist eine b urtstagSf eier für S. K. H. den Gro ß herz og, Donners- Freude, eine Rede aufzuzeichnen, die so erfüllt ist von fried- tag, den 24. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr abgehalten und fertigem Geiste und praktischer Weisheit wie die, in welcher zwar wegen der bei der großen Schülerzahl sehr beschränkten Gras von Bülow die Ideale seines deutschen Vaterlandes Raumverhältnisse nur im Kreise der Schule. Die Feier be- erläuterte. steht aus einer Festrede, einer Deklamation und Gesänge. — P§ri8, 22. Nov. Der deutsche Kaiser hat Herrn In der höheren Mädchenschule findet die Feier zu ber* d'EstournelleS bc Constant anläßlich seiner Wahl in den selben Zeit statt. französischen Senat ein in verbindlichen Worten gehaltenes . ** U e 6 e r die Persönlichkeit der ;ukünf- Glückwunschtelegramm gesandt. Herrn d'EstournelleS tigen Landesherrin berichtet uns ein Mitarbeiter, de Constant wurde seit dem Jahre der Eröffnung des Kaiser- der sich nut Stolz als em „s r u h? r e r S ch n l e r der \£'u , s nrnchpn mit dem Prinzessin Eleonore bezeichnet, über ihren Verkehr Mit der Wilhelm-Kanals verschiedentlnh i st st 1 mH rh e r n n en h. die sie ohne Untcrfdiich der Herkunft Kaiser in Potsdam und in den nordischen Gewässern zu- ; auch wurde er während der letzten Kieler ^ntn. »rrtrritetn. «VxMttc über einpt e »t» r ft c W en tf e n ««-! oriff her K a p aner ciluetfcn sich als ImuJ v1 9- I hier die Neberzeugung vor, daß die Untätigkeit der Ruhen hiß zur Durchfiihnmg der Formierung der drei Armeen und dem Ein^esfen aller Verstärkungen dauern wird, wa§ voraussichtlich im Januar der Fall sein wird. . , London, 22. Nov. Tcm Reuterschen Bureau wird auS Mukd^'n vom 20. November gemeldet: Der Charakter des iapanischen Angriffs auf den Putilow Hügel ui der NE vom 19 November wird hier nickt verstanden. Heber dn Organisation des Angusses ist wenig bekannt, außer daß drei biö vier Bataillone daran teilnahmen: man glaubt sedoch, daß der Angriff auf die Initiative eines lokalen Befelstsbalnrs ohne die Zustimmung des Hauptguarti.'rs unternommen wurde. Jedenfalls war das Ereignis das wichtigste f e 11 der schlackt am Schaho. Tas erste Anzeichen einer wwmucken Bewegung war ein Signal, N'elckes man von den Befestigungen des Hügels ausblißen sah. Ter Angriff wurde für bn-> .lnzeichen eines allgemeinen Vormarsches der Japaner gehalten: die ganze Arrnee war daher sofort m Berntschaft, die taktiscknm Tisvositionen wurden sowohl ivestlick nnc nltlid) bi« Punlowdügels vromvt getroffen. Tie Japaner gelangten vis ans 50 Bards an die russischen SSxmzgräben, wurden aber burtt i 5Bill)eim,sionnlS üer)el)ieDentliei) ^ciegcnqcu gecivui-n, um । x: _ - - „ / , Unterschied der Herkunft tfeHÄhSS.’ÄM't»T.sss ««»« in «**. m WLAk r.'Ld- *Krm Li« «>.’« sckle^ten 200 Verwundete fort. Tie Russen verloren nur sammenzutroffen; auch wurde er wahrend der letzten Ki lei Schwestern um sich versammelte. Wem es als Licher Kind ein halbes Dutzend Leute. Tie Russen fahren fort, die japanischen Woche an Bord der „Hohenzollern" in besonderer Uudienz vergönnt war, zu jenen Wenigen zu gehören, wird sich Stellungen bei Lmsckin'm ieden Tag zu besebießen. empfangen und zur kaiserlichen Tafel gezogen. nach ihrer jetzigen Verlobung ihr mit manchen schönen Kleine Meldungen. St Gallen 22. Nov. Eine von den Demokraten Erinnerungen verknüpftes Bild wieder lebhaft vorstellen. Tsckifu, 22. Nov. (Reuters Tie Mannsfft W ,,.hctjlo- . & Z Volksversammlung erklärte sich für die Ab- Er wird sich wieder in eine der vielen Stunden zurück- top NN" wird im Einverständnis 'Nit dcr ^°''^enunddm Todesstrafe in, 6t. Gallener Strafrecht, versetzen, die durch ihre Anwesenheit uns verschönt wur- gegenübergestellt wer'd'n könnm. Tie russischen SEe werden nische Schiedövertrag wurde heuie vornuttag von! ^^nbarten. Daß dabei von Herzen zu Herzen gesprochen mit Ausnahme der-m Port Anbur und Wladiwostok eingi'scklossenen Staatssekretär Hap und dem deutschen Botschafter v. ^tern- raurbe, daß also die Worte auch Anklang fanden, dafür über 8 Panzer, 10 Panzerkreuzer und 15 Torpedoboote verfügen. b unterzeichnet. leistete die stete Aufmerksamkeit, die nicht etwa durch Mahn- Tiefe Schiffe sind mit 669 fflesck4ltzen armiert. -mc i g bniu j ene | . b?nrf^ aufrecht erhalten werden mußte, Gewähr. Es ist Flotte setzt fick aus 6 Panzern, 16 Panzerkreuzern und bret —- - ,, mohl dem persönlichen Einfluß der Prinzessin zuzuschreiben, Küstrukrruzeri, mit <51 ^ckMen zuiaminnr verrnei- Kcol0gle UNÜ Kcograplitk der Wetterau. ba^ alIc Tciluchmer ihrer Gruppe eine sol^>e Liebe zur 6en$rötd> tontiiiicSe Secdivision naä, Verlassen der sorgsältia H. Reichelsheim, 21. Nov. Zache gewannen, die e§ ftdeu vermeiden ließ, dem Unter, iiberwackten däniscken Gewässer ihren Kurs längs dcr hol. Am Sonntag den 20. November fand im Saale des Gast, richte fern zu blerben. Wie ungern sahen wrr fte ledes Hofes zur Post hier eine Versammlung des O r t s g e w e r b e- Jahr mit ihrem damals leidenden Vater für einige -Wochen "'vereins statt, in welcher der Groh. Oberbergrat Prof. Dr. unser Städtchen verlassen, um in Dresden mit ihm einen Ehelius aus Darmstadt einen Vortrag hielt über das Teil des Winters ^uzubringen. Doppelt groß war dafür Thema: wieder unsere Freude, wenn der Tag ihrer Rückkehr bevor- „Geoloaie uind Geographie der Wetterau stand; wir konnten kaum die Stunde abwarten, bis sie unter besonderer B e r ü ck s i ch t eines sehr warmen Klimas weise die Pflanzeuvegatatton hin. wenden war. Ter Vorsitzende bemerkte ausdrücklich, oaß Unter Sand und Kalk lag roter Sandstein, sogenannter die Mitglieder im allgemeinen mit den Kohlen sehr zu- rotliegender Sandstein, unreiner Art, grobkörnig erfüllt von frieden waren und daß Klagen über schlechte Kahlen a l s - Pflanzenresten, ähnlich denen der Steinkohlenformatton. bald bei dem Vorstand vorgebracht werden mochten damit Zwischen dem rotliegenden Sandstein und der tertiären diejenigen Zechen, welche geringwertige Kohlen lieferten^ Formation findet sich der Zech st ein-Dolo mit und bunte von dem weiteren Bezug ausgeschlossen werden konnten^ Sandstein. wie dies seither schon der Fall gewesen sei. Der Vor- Ter Zechstein des Vogelsberges habe gewisse Bedeutung stand, sei stets bemüht, eine gute Kohle zu beschaffen für die Wetterau, weil er, wie auch in Thüringen, Salz und die Wünsche der Mitglieder in jeder Beziehung zu be- enthielte. Dieser Zechstein liefere das Salz, was Nauheim, friedigen. Nußkohlen kosteten zu Winterpreisen ittl ^..ck., zu Salzhausen ausweise. Tieser Zechstein müsse vorhanden sein, Sommerpreisen 1.06 Mk., Anthraeitkohlen l.bl Mk — Be- weil sonst keine Bohrung Zweck habe. Tas Zechsteinsalz züglich der ausliegenden Rechnung erklärte die Rechnungs- I fei durch Basalt verdeckt, was bei tieferer Bohrung bemerkt Prüfungskommission, daß sie in allen Tellen für nchttg werden könne. befunden worden sei, worauf die Versammlung dem Nach diesen Aussiihrungen ging der Redner eingehend Rechner Entlastung erteilte. Die RechnungsPrüfungskom- auf die Bildung der Wetterau ein. Mission, welcher der Vorsitzende für die sorgfältige Prisi- Erdbeben hätten stattgefunden, das Gebiet am ung der Rechnung den ^ank des Vorstandes aussprach, Taunus zum Sinken gebracht, Dämpfe seien als Gase empor- wurde einstimmig wiederaewahlt, ebenso bie ausscherdenden gekommen und Asche, aber keine Lava, sei ausgeschüttet Vorstandsmitglieder. 9??^) Besprechung ennger Fragen und worden. Später erst sei Lava als Strom durch alle Richt- Entgegennahme von Wünschen der Mitglieder, welchen der imgen geflossen, und so sei der Vogelsberg entstanden, der Vorsitzende sofort gerecht zu werden versprach, wurde dre Basalt sei also über seine eigene Asche geflossen. Nach dem Versammlung geschlossen. Zieht man in Betracht, daß I Lavaerguß sei Ruhe cingetreten, bann seien Regengüsse die Mitgliederbeitrage monatlich erhoben werden, so kann erfolgt, deren Bildung durch Vulkanausbrüche bedingt ge- man einen Beitritt zur Gesellschaft nur empfehlen. wesen sei, neue Senkungen hätten stattgekuuden. Tust, Asche, ** Zum Raubmord in Heldenbergen ist mit* mit Lavaresten, sei entstanden, und so sei oie Bildun g oes zuteilen, daß ein Metzgergeselle Oskar Hub de, geboren 800 Meter hohen Vogelsberges bewerkstelligt wor- 21. Juli 1878 in Schalke (Westfalen), verd ächtig ist. den, eines flachen Kegels, dessen höchster Punkt der Hohe- xDon Darmstadt wegen zwei in katholischen Psarr- rodskopf sei. Häusern verübter Einbruchsdiebstähle steckbrieflich verfolgt. , Ta nun mcht allem dcr Kralrr, sondern auch Setten. ' ' jft 26 3a[)re nlt ccu 1>67 mtt. flroß. hat dunkel- JXÄXfcfSteS »d m.... hat wahrscheinlich eine Tätowierung in Herzform auf einem Ter Vogelsberg habe zum Teil die Wetterau mit feiner Arme und soll sich als Rasierer aus Ungarn mit dem Namen Lava ausgefüllt, und so sei die Wetterau nicht mehr Senk- Alfred Anton Berg umhergetrieben haben. Im Oktober trug ungsgebie't, sondern ihre ursprüngliche Gestalt sei verletzt, er unter dem Rocke eine dunkle gestrickte Jacke, nachher einen Dem Umstand, daß die Wetterau eine Mulde sei, sei es zuzu- modernen dunklen Anzug, Stehumlegkragen, Kragenschoner Telephonischer Kursbericht 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 41/,% äussere Argentinor Tendenz: schwach. 128.80 48.00 00.00 . 102.00 101 10 . 100.10 . 104.05 . 63.45 . 62.70 ZO/g Mexikaner . . 4,/9*,/i Chinesen . . Electric. Sobuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelegee. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden • • ♦ Gotthard bahn . . . Laurahütto . . • • Bochnm . . « . . Ilarponer . . • , Schatzscheine . . * 4l Oesterr. Silberronte 49o Uncrar. Goldrento . 40/ Italien. Rente , . 4Va% Portugieser » . J0/ Portugiesen. . . . 196 O. Türken . , . Türkenlose .... . 101 50 . 89.30 . 101.25 . 89.45 . 100.20 Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen Flnivcrsttäts-Bachrichten. H eidelb erg, 22. Nov. Ter Direktor des Astrophysikalischen Instituts auf der Landessternwarte auf dem Königsstuhl, Hofiat Professor Tr. Max Wolf, entdeckteeinenneuenklei neu Planeten 13. Größe auf dem Wege der Himmelsphotographie. — Geheimrat Robert Koch wurde der W rl h e l m s o r d e n verliehen. . „ . ,it — Professor Robert Langer Hans, Prosektor am städtischen Krankenhaus Moabit zu Berlin, ein Sohn des bekannten Berliner Stadtverordnetenvorstehers, ist im Alter von 45 Jahren ge- st o r b en. ..... Kerichtssaal. Kiel, 22. Nov. Der Zahlmeisterapplikant Nitsch von der hiesigen Werstdivision wurde weaen militärischer Unterschlagung gegenüber dem Eisenbahnfiskus und wegen unerlaubter Entfernung zu vier Wochen Mittelarrest und Degradation vom Kriegsgericht verurteilt. Posen, 22. Nov. Tie Strafkammer verurteilte den Redakteur des polnischen Blattes ,Praea" wegen Beleidigung' des preuß. Offizierkorps zu zwei Monaten Ge-i fängnis. '_____ der geraubten goldenen Uhr identisch zu sein scheint. Der eine der Verdächtigen ist 25—28 Jahre alt, etwa 1,70 Mtr. groß, wahrscheinlich Kaufmann, mit schmalem Gesicht ohne Bart und langer Ruse; er trug grauen Anzug und Ueber- zieher, steifen schwarzen Hut und rötliche Kravatte. Der andere ist 26—29 Jahre alt, hat ein volle? Gesicht mit einer Stumpfnase, dunkles Haar, kleinen Schnurrbart, kräftige Statur, gesunde Farbe, und trug schwarzen Anzug und lieber» zieher, Stehkragen und hohen Hut. Beide Männer können anscheinend nur gebrochen Deutsch sprechen, oder sie wollten nur den Anschein erwecken, als seien sie Ausländer. — Der Mensch, der am Tage nach dem Morde zu Heldenbergen zwischen Eberstadt und Heldenbergen gesehen wurde, scheint mit einem von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wegen EinbruchsdiebstahlS steckbrieflich verfolgten, im März d. Js. aus dem Zuchthause zu Siegburg entwichenen Knecht Friedrich Dietz aus Kriegsfeld (Pfalz) identisch zu sein. D. ist etwa 30 Jahre alt, hat gutes Aussehen, volles rundes Gesicht, starken rötlichen Schnurrbart, trägt abgetragene Joppe 3Ve% 37n 'V.o/o 3,J/n ^1/8% . 33 50 . 00.00 . 121.40 . 108 30 . 211 80 . 193.20 . 141.80 . 166.50 . 163.10 . 188.90 . 17.50 . 191.50 . 257.00 . 227.85 . 218.50 (zwischen 40 und 50 Pstmd wiegend) 66—70 Mk., 3. Qual, (leichtere Tiere), 57—62 Mk. vro Zentner Schlachtgewicht. fc. Frankfurt a. M., 23. Nov. ^Orig.-Telear. des „Gieß» Anz.") Schweinemarkt. Zum Verkauf standen 1166 Schweine. Schweine : 1. Qualität 69- 60 Pfg., Lebendgewicht 47-00 Psg., 2. Qual. 58—00 Psg., Lebelidgewicht 46—00 Pfg., 3. Qualität 52—53 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. tc. Frankfurt a. M., 23. Nov. H e u- und Stroh« mark t. Heu kostete beute Mk. 3.30-3.70, Stroh Mk. 2.10 bis Mk. 2.20. Alles nr*r 50 Kilo. Tendenz: stau. wurde. Die Pferde wurden getötet, der Führer tätlich verletzt. 37,% 4% Oesterr. Goldrente Kandel nud Aertreijr. Wolkswirischaft. Nürnberg, 22. Nov. Tie im April v. I. hier ins Leben gerufene Viehmarktbank hat, wie der Bericht über das erste Geschäftsjahr hervorhebt, noch nicht den erhofften Erfolg gehabt, da es trotz der Mitarbeit einiger Großgrundbesitzer nicht gelingen wollte, das Vorurteil der Landwirte und landwirtschaftlichen Verbände gegen die geschaffene Einrichtung zu besiegen. Lae Vwh- veichcherung konnte nickt im geplanten Umfange erruotet werden, auch die Viehverkaufsstelle befriedigte weder quantitativ noch qualitativ: immerhin wurde ein Gesamtumsatz von über W/a Mill. Mark mit einem Provisionseingang von 38 710 Mk. erzielt. In Fürth wurde ul) 1. September eine Zweigstelle errichtet, die 800 000 Mark Umsatz erzielte. Tas Stammkapital betragt ^L^e i p?i g , 22. Nov. Ter 2000 Mitglieder zählende Kou - sumverein Leipzig-Plagwitz, welcher einen Jahresumsatz von 21/2 Millionen Mark hatte, bat sich für insolvent erklärt. Märkte. ver*nnr?chees. * Berlin, 22. Nov. Wegen eines Artikels, welchen die ,,Staatsb.-Ztg." zu dem Fall der russischen Anarchist in Person gebracht hatte, kamen heute die Anarchisten Karl Funkelstein und Sennabay in die Nedaktionsräume des Blattes in der Absicht, sich an dem Verfasser des Artikels persönlich zu rächen. Funkelstein zog gegenüber dem Herausgeber des Blattes Bru h n eine Hundepeitsche heraus, um ihn durchzuprügeln. Bruhn entriß ihm aber die Peitsche und hieb mit derselben auf die Eindringlinge ein, welche alsdann die Räume verließen. * Kleine Tages chronik. In Triest stieß ein Automobil mit einem Fuhrwerk zusammen, dessen Pferd scheu geworden war. Ter Chauffeur wurde herausgeschleudert und erlitt einen Sckädelbru ck. Drei Insassen wurden leichter verletzt. — Im südöstlichen Teile des Karawank"n-Tunnels (Kärnten) fand eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei 11 Arbeiter getötet wurden. — Als am Montag abend die Oberpflegerin der Heilanstalt Lindenhof bei T rach en mit einer zur Kur dort weilenden deutschen Prinzessin nach dem B'ahn- unb schwarzen, weichen Filzhut. — Wie wir schließlich er- ; fahren, ist der Mensch, der unlängst beim Abwaschen seiner • Stiefel auf offener Landstraße beobachtet wurde, verhaftet j worden. (w.) Aus dem Biebertal, 22. Nov. Am Sonntag fand auf dem Windhof eine Versammlung Stenographiekundiger statt, in deren Verlauf eine Vereinigung gegründet wurde, die den Namen trägt „Stolze-Schrey'scher B e- zirks verein Sieb er tat". Der Verein zählt bereits 16 Mitglieder. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Lehrer Freitag-Nodheim, Lehrer Wagner-Nodheim und Fabrikant Wenzel-Krofdorf. -ch. Aus dem Bi( bertal schreibt man uns: Vor kurzem kam die erfreuliche Nachricht, daß man die Biebertal b a hn über Königsberg-Hohensolms bis nach Offenbach im Anschluß an die Ahrbaljkn H^rb 0 rn- Gladenbach auszubauen gedenke. Infolge der Eröffnung der Kleinbahn würden die Kalksteinbrüche bei Bieber in größerem Umfange und mit besserem Erfolge betrieben werden. Ebenso könnten durch die Fortführung dec Kleinbahn weitere Kalksteinlager im oberen Biebertal an der „Obermühle", vor allem ober ältere gewerbliche Betriebe, wie der uralte Bergbau bei Königsberg, wieder lebensfähig werden. Da bisher die Abfuhr vieler Erzlager mit vielen Konten und Schwierigkeiten verbunden war, so ist gerade in der Gewinnung von Eisenerzen im hiesigen Tale ein Rückgang in den letzten Jahre eingetreten. Viele Bergleute suchen daher auswärts, vor allem auf dem großen Brauneisenstein-Bergwerk bei Gießen, lohnende Beschäftigung. Noch ganz andere Verhältnisse herrschen aber in den Gemeinden der weit verzweigten Bürgermeisterei Hohensolms, wo bekanntlich bisher noch gar kein Industriezweig infolge mangelnder Bahnverbindung aufgeschlossen werden konnte. Hier sind die kleineren Leute, Jünglinge und Männer, alljährlich im Frühjahre geradezu gezwungen, die Heimat zu verlassen, um in der Fremde, im Nheinlande oder Westfalen Brot zu suchen. Daher wäre der Ausbau, resp. die Fortführung unserer Kleinbahn schon aus dem Grunde zu begrüßen, daß dann viele Bewohner bei Haus und Herd verbleiben könnten. d. Hartmannshain, 22. Nov. Der große Bahn- Pu r ch s ch n i t t bei Hartmannshain geht seiner Vollendung entgegen. Die aus ihm herausgeschafften Erbmassen dienen teils zur Herstellung eines mächtigen Dammes in nächster Nähe, teils sind sie als Ueberschußboden ausgesetzt worden. Die aus dem Einschnitt gewonnenen Basaltmassen sind zu beiden Enden des Einschnittes aufgeschichtet worben, wo sie mit einer Steinklopfmaschine zu Schotter zerkleinert ober zu Packlager für bie Strecke gebraucht werben. Die Schienen liegen schon von Station Grebenhain bis an den Anfang des großen Einschnittes, von wo aus nun eine große Maschine den Schotter auf die Strecke bringt. An den Stationsgebäuden zu Bermutshain und Hartmannshain ist zu bauen angefangen worben. Auch schreitet ber Bau in ber Gemarkung Gebern rüstig vorwärts. Nur tritt bie soeben eingetretene regnerische Witterung bem Fortgang ber Arbeiten sehr hindern!) entgegen. — Mächtiges, stürmisches Schneegestöber hat in den letzten Nächten die Höhen des Vogelsberges mit einer weißen Decke überzogen, die auch liegen zu bleiben scheint. Mainz, 22. Nov. Als heute morgen ber Wagen bes Metzgermeisters Wirschinger nach bem Schlacht- unb Viehhof fuhr, würbe in ber Nähe ber Holsteinstraße bas Pferd von der daher kommenden elektrischen Straßenbahn plötzlich scheu unb stürzte mit dem Wagen bie hohe Böschung hinab. Der Fuhrmann Karl Brenbel erlitt babei bcn Tob, während zwei Metzgerburschen, die auf dem Wagen saßen, mit geringen Verletzungen davon kamen. ff. Mainz, 23. Nov. (Eigener Drahtb erich t.) Der Zar hat durch Vermittelung des Groß Herzogs bem römisch-germanischen Zentral-Museum 30 Nach- bilbungen von Gold- und Silberfunben aus Grabhügel n in Sübrußlanb, teils griechischer, teils neupersischer Kunst angehörig, zum Geschenk gemacht. Gleichzeitig hat bie italienische Regierung 300 Originalgefäße aus dem Pompeji'schen Museum überweisen lassen. Worms, 22. Nov. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte für die Durchführung der KarolingerStraße bis zum Martinsplatz 153000 Mk. Durch diese Anlage wird eine direkte und gerade Verbindungs- straße geschaffen vom Bahnhof bis zum Rhein. Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Vadenrod bei Alsfeld stürzte der Dachdeckergehilse Falkenhainer aus Alsfeld von der Kirche ab und brach einen Arm. — Zu dem vor einigen Tagen gemeldeten „Einbruch" in Dort elweil, wo dem Ortsdiener Feuerbach 500 Mk. einkassierte Gelber gestohlen roorben sein sollten, erfährt man, baß Feuerbach, als man au Anzeige ber Sache schreiten wollte, bas Gestänbnis abgelegt hat, er selber habe bas Gelb veruntreut. Er würbe sofort abgesetzt. Ein Schaben ist ber Gerneinbe insofern nich entstanden, als der Holzhändler, für den das Geld einkassiert tnar, bereits auf einen Schadenersatzansvruch gegen die Ge- rneinbe verzichtet hatte, als der „Einbruch" ihm gemeldet Nlirde. — I" Schülerbrink bei Koburg überfuhr ein Güleraiq einen Milchwagen, der vollständig zertrümmert Tlcntstc Wewuiuml. .R. B. Darmstadt, 23. Nov. (Eigener Draht- b er ich t.) In der heutigen Sitzung der 2. Kammer verlas der Präsident folgendes Tanktelegramm des Groß Herzogs nitb seiner hohen Braut : „Wir danken der 2. Cammer herzlich für ihre Glück- und Segenswünsche. Ernst Ludwig. Ele 0 n 0 r e." — Alsdann begannen die Beratungen über den Gesetzentwurf b e tr. die staatliche Schla ch t Vieh Versicherung. Die Generaldebatte darüber nahm fast die ganze Sitzung in Anspruch. In b?r Spezickvevolle wurde Artikel 1 angenommen ; bei A'.'t. 2 wurde abgebrochen. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. Wie bestimmt verlautet, wird die Vermahlung Sr. König!. Hoheit des Großherzogs mit Prinzessin Eleonore schon in der ersten Halste des Dezember stattf iuden. Es werden bereits alle Vor« berutunqen zur Ausstattung der Gemächer der Braut im Neuen Palais getroffen. Heule um 5 Uhr frisst der Großherzog, aus Lich kommend, per Automobil wieder hier ein. Für Freitag, d u Geburtstag des Gr 0 ßherz 0 gs, wird eine g r 0 y" Feierlichkeit geplant: Ausfahrt der Studenten, Spalierbilduug der Schulkinder u. a. m. Eberbach, 23. Nov. Der in den 70er Jahren stehende Landwirt Diemer wurde in Strümpfelbrunn von einem Radfahrer umgefahren, wobei er tötiche Verletzungen erlitt. Berlin, 23. Nov. Der Mord an bem Deutschen Fleischer in Afghanistan ist gesühnt. Der Mörber wurde auf Befehl bes Emirs hingerichtet. Der Leichnam Fleischers ist in Peschawar feierlich beigesetzt worden. — Fuldas „Maskerade" ist gestern abend im deutschen Theater sehr freundlich ausgenommen worden. Dort mund, 23. Nov. Nachts wurde ein Händler von mehreren Burschen seiner Barschaft, welche sich auf 3500 Mk. belief, beraubt, Täter und Hehler wurden ermittelt und hinter Schloß gebracht. Neuwied, 23. Nov. Da die Tollwut bei Katzen festgestellt wurde, ist die Katzensperre für den Kreis Neuwied amtlich angeordnet worden. London, 23. Nov. „Daily Mail" meldet aus New- Pork von gestern: Miß Aliee Roosevelt und ihre Begleitdame Miß Oilet wurden während einer Automobilfahrt bei Tostow in Connecticut au s dem um* geschlagenen Wagen geschleudert. Beide kamen mit einer starken Erschütterung davon, obgleich ber Wagen voll- ftänbig zertrümmert wurde. Kapstadt, 22. Nov. (Reuter.) Der gestrandete Dampfer „Gertrud oermann" ist vollständig wrack geworden. Es wird wahrscheinlich gelingen, einen Teil ber Labung zu retten. Passagiere, Bemannung unb Pferbe sind in Sicherheit gebracht. Vom Kriege. London, 23. Sept. Ter „Standard" berichtet ans Tokio von gestern: In ber letzten Zeit wurden annähernd drei russische Divisionen auf der Strecke von Sunchun nordöstlich bis zu einer Stelle, die Kurokis Armee erreicht, verteilt. Tas Eis auf dem chunho südlich von Mukden ist stark genug, um schweres Geschütz zu tragen. — „Tailv Telegraph" meldet aus Tientsin von gestern: Hier wurde ein Mann, welcher angibt, Oesterreicher zu sein, und welcher den Behörden in Niutschwang russische Geheimnisse zum Kauf angeboten hatte, festgenommen und ausgevnesen, da man ihn im Verdacht hat, Spion zu sein. — „Daily Expr." meldet aus Weihaiwei von gestern: Ein mit Lebensmitteln gut ausgerüstetes Rettungsboot, welches während des Sturmes am 16. d. M. aus Port Arthur ausgelaufen war, hat zehn Kilometer von Weihaiwei einen ruüischen Offizier an Land gesetzt, welcher Duplikate von Depeschen des Generals Stössel bei sich trug. Das Rettungsboot und die russischen MatroieN werden in Weihaiwei festgehalten. — Ter „Standard" meldet : aus Tokio von gestern: Ein japanischer Offizier berichtet aus Dalnv, daß es in der Neuen Stadt von Port Arthur 1 brenne. Wie es scheine, ist diese offenbar ganz verlassen. Die Nichtkombattanten wurden auf die Tigerhalbinsel und in den auf Liautisckan geleaenen Dörfern untergebracht. Die Japaner glauben, daß ber russische Offizier, den sie in eleganter Uniform: zwischen bett Verteidigungswerken häufig herumfahren sehen, General Stössel sei. Ein chinesischer Spion berichtet, daß ut Port Arthur täglich 50 bis 70 Todesfälle, meist an Dyssen- terie, vorkommen. ........ . _ Mukden, 22. Nov. Das Gerücht, daß General Ku- roki an Dyssenterie gestorben sei, erhält sich trotz des Dementi. Es wird diesmal durch Chinesen verbreitet, bie aus dem - japanischen Quartier eintrafen. — Oberleutnant Sckubzow, der aus Port Arthur eintraf, betonte, das hart bedrängte Erlung- tschan sei zwar ein starkes und wichtiges Forts, aber bis zur Stadt seien noch drei Vefeßigungslinien angelegt, die die Japaner überwinden müssen, dann kämen noch die Küstenforts, die stärksten! von allen. Tie Stimmung ber Belagerten sei durchaus zu- . versichtlich. Tie Musi? spiele täglich. Zivilisten und Chinesen helfen an der Verteidigung mit. Tie Besatzung sei sicker erheblich stärker als 4000 Mann. Schubzow glaubt bestimmt, daß bie Festung mindestens bis Ende Januar h a l t b n r ist. Gießen, 22. Nov. Auf dem hurtigen Viehmarkt waren ca. 1100 Stück Großvieh und ISO Kälber vorrätig. Infolge der aufgehobenen Sperre über den Markt waren Verkäufer-und Einkäufer, darunter die alte, gewohnte Kundschaft vom Mam und Rhein, sowie von der Sieg überaus zahlreich gekommen, und es entwickelte sich der Handel im Lause der Marktzett überall» lev- haft. Obgleich der Vormarkt in Milchware weniger Kauflust zewte, war dock die Nachfrage nach schweren MrlchWcn recht bedeutend, sodatz die Preise daflkr nicht billig waren. Mittel- und leichtere frischmelkende Kühe fanden zwar auch Nehmer, aber nur zu mäßigen Preisen. Abmelkkühe, besonders ältere Tiere, waren überaus schwer au den Mann zu bringen. Tre Landwirte tun gut, diese Gattung Vieh bei Zeiten loSzuschlagcn und es, wenn es zum Schlachten dienen soll, nicht mehr so alt werden zu lassen da wegen der strengen U-iMeschaubestrmmungen Schlachtvieh ungern gekauft wird. Ter Handel m Fettvreh war nicht schleckt und obschon es an Ware nicht ehlte, konnten doch für fette Rinder und Kühe die Preise des letzten Marktes gehalten werden. Ter Vorrat an Kälbern genügte nicht für den Bedarf! da §rand furt, Wiesbaden und Mainz lieh durch starke Einkäufe zu decken batten gingen bie Preise für gute unb Mlltel-Ware tn bie Hohe. Der Markt würbe bis auf ca. 80 Stück, teüs Abmelkware unb leichte Milchkühe, geräumt. ■ $11-^ MteK Mi: Mte, frtfr melkend unb tragend, 1. Öual. 47a 52o Mk., 2. ^unl. 380 La Mark 3 Quat 250—325 Mk. Abmelkkühe, lungere Ware, 200 bis 220 Mk., ältere Tiere 1G0-180 Mk. vor wtück. Es wurden verkauft: Fette Rinder 1 Qual.: bb-t,8 Mk 2 Qual. 63—65 Mark fette Kühe 1. Qual. 62—64 Mk., 2. Dual. ^9—61 ud., Kälber 1. Qual! (über 50 Pfund schwer) 74—78 Mk., 2. Qual. Die Hausfrau täuscht sich, w" M --.........- s ogenannteS Seifenpulver zu 6 Pfennig einem Paket Gioth'L gemahlener Kernseife mit Salmiak mck Terpentin zu 15 Psg. vorzieht. Drei Pakete ber geringen Ware enthalten, abgesehen von den der Wäsche schädlichen Stossen, nicht soviel Waschkraft, als ein Paket Gioth's gemahlener Kernseife mit Salmiak und Terpentin- hv1*^ Hof fuhr, scheuten bie Pf erbe und a in gen durst. An einer Straßern ecke prallte ber Wagen an eine Mauer, wobei ber Ku tick er vom Bock geschleudert wurde. Tie Prinzessin unb bie Pflegerin sprangen aus dem Wagen. Erstere kam mit lei st; len Verletzung'n baoou, wah-rend bie Pflegerin bas Genick b r a ch und auf ber Stelle t o t war. Der Kutscher würbe itaer verletzt. — Der deutsche Dampfer „Eduard Woermann" hatte vor Les-Palmas, wv er kolsten sollte, einen Bruch von zwei Schraubenflügeln. Ter Dampfer liegt dort im ' fen. — In Köln trat am 22. b. M. ein mit Hagel vermi' hter Sckneefall ein. — In Euskirchen versuchten am Sonntag drei Schüler.der unteren Klassen bes Gymnasiums zu entfliehen unb ein Abenteuerleben anzufangen. Ein anderer Schüler, bem bieselbm ihren Plan mitgeteilt hatten, verriet den Eltern bie Flucht. Durch nachgesaudte Depeschen wurden sie in Bingerbrück burch bie Polizei ermittelt und sofort den Eltern wieder zugesührt. — In Rupperts- grün (Vogtland) find zwei Kinder in Abwe.se n heit ihrer Eltern, als sie mit einer Petroleumslasche dem Ofen zu nahe kamen, verbrannt. Das Mädchen von drei Jahren ist tot. Ter vierjährige Knabe dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. — In R e g e n s b >i r g ist der R a n b m ö r d e r H i r s ch- vogel aus dem Gcf'maujs entsprungen. Kunll und Wissenschaft Berlin, 22. Nov. Der elektrotechnische Verein 'eierte heute abend sein 25jähriges Stiftungsfest. T^er Ehrenpräsident Minister v. Podbie^ski eröffnete bie Sitzung, an der als Ehrengäste teilnahmen: Tie Minister Studt, Möller, Frlir. v. Rheinbaben, ber Präsibent des Neiebsfisenbahnamts Dr. Scknlz, Staatssekretär Kraetke, bie Unterstaotssekretäre v. Svdow, Fleck und Schultz, sowie zahlreiche Professoren, Offiziere u. a. Tie Iestrcde hielt ber Vorsitzende Emil Nagle. Alexander Siemens überbrachte die Grüße der Londoner Institution of Engineers. Tie Glückwünsche der Berliner Universität überbrachte Rektor Prof. Hartwig, bie der Technischen Hochschule Berlin ihr Rektor Prof. Miethe. An zahlreiche andere Vorträge schloß sich ein Vortrag des Geh. Vaurats Lochner über Erfahrungen beim elektrischen Scknellbetrieb auf normalspurigen Eisenbahnen an. — Zum 7 0. Geburtstage des Physikers Prof. Dr. Quincke. Am Samstag den 19. dss. Mts. wurde bem Physikprosessor Quinke in Heidelberg, der in ber vorigen Woche seinen 70. Geburtstag feierte, eine kostbare Truhe mit 340 Bildnissen der bedeutendsten Physiker ber Welt, sowie bie in ben Annalen ber Physik zu Ehren bes Jubilars erschienene, von Professor Braun verfaßte Biographie Quincke's überreicht im Beisein ber von auswärts gekommenen Physiker F. Braun (Straßburg), P. Drude (Gieße nl, Hartmann (Frankfurt), W. König (Greifswald), Lenard (Kiel), Weber (Straßburg) und des Verlegers A. Meiner (in Finna Barth, Leiv.sig). Todes-Anzeige 8195J Kleines LoyiS Erlen- iffe 15 an kinderlose Familie zu gasse II Näh. Neuenweg 15. verm. Wilhelm Binn und Frau Klein-Linden, den 23. November 1904. 8526 5 Zimmer 7899 empftchlt I. Hanckcl, Schlobqasie 6. Müllers Emil Pistor Nacht, Marklsir. 19 §tiBitc@otgatr(ienicIfiin)iirit n ff ff in ftetS frischen, feinsten Qualitäten empfiehlt 3 Zimmer 8206 roM 8276 sowie empfehlen 8419 Gebr. Weitz, Schotten (ssladedonche zu verkaufen [07050 •O Wolfstraße 20, part. 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