Nr. 197 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntags. Die „Gießener FamMenblatter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «tzesfischr Landwirt*' erscheint monatlich einmal. 154. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sehen Universitätsdruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. r Llnzeiger Gießen. w Dienstag 23. August 1904 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen. Der Kaiser in Mainz vnd Kronberg. Mainz, 22. August. Nachdem der Kaiser miJb der Großherzog die Fahnen und die Standarten nach dem Großh. Schloß geführt hatten, wurde der Kaiser int Bestttül des Schlosses von dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner im Namen der Stadt begrüßt. Dierauf fand bei dem Gr oßherzo g eirre Frühstück t a f el statt, an der außer dem Kaiser und dem Groß- her^og, die Prinzessin Friedrich, Kars, der Kronprinz von Griechensarld, die Generale und mehrere höhere Offiziere, darunter ein Schweizer Offizier, der einem hiesigen Regiment zuerteilt ist, teilnahmen. Ausgetragen wurden: Kernerbsensuppe, Kleine Pasteten, .Hummer in Gelee, Rehrücken, Kapaun mit Ganseleber, Feldhühner mit Salat, Artischockenböden. Gefrorenes und Frücbte, Chesterbrötchen. Edle Weine und perlender Seit würzten das Mahl, bei dem die Kapelle des Infanterie-Regiments 9ir. 117 die Tafelmusik aus führte. Die Stimmun g bei dem Mahl war vorzüglich, und in heiterer Unterhaltung sah man die Fürstlichkeiten mit den Gästen bei der Tafelrunde. Nach der Tafel hielten der Kaiser und der Großherzog Cercle ab. Um 3 Uhr 20 Min. nachmittags erfolgte die Abreise des Kaisers nach Cronberg. Der Großherzog geleitete den Kaiser zum Bahnhof, wo der Oberbürgermeister Dr. Gaßner und der kommandierende General v. Eichhorn sich zur Verabschiedung eingefunden hatten. S. K. H. der Gro ß- h erzog bleibt noch Dis morgen hier. Er nahm heute abend bei dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner den Tee ein. EronbeÄg i. Taunus, 22. Ang. Der Kaiser ist mittels Sonderzuges mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich'Karl von Hessen und mit dein Kronprinzen von Griechenland um 4 Uhr 45 Min. nachmittags hier eingetroffen und nach Schloß Friedrichshof gefahren. Am Bahnhofe unterhielt sich der Kaiser, einige Minuten mit dem Oberbürgermeister Ritter von Marx von Homburg und mit dem Bürgermeister von Cronberg, die zum Empfange erschienen waren. Am Portale des Schlosses Friedrichshof wurde der Kaiser von der Kronprinzessin von Griechenland bewillkommnet. Auf Schloß Friedrichshof sand um 8 Uhr Ubend- tafel zu 16 Gedeon statt, an der außer dem Kaiser, den hessischen und griechischen Fürstlichkeiten das Gefolge, die Offiziere, das Wachtkommando mtib Leibarzt Dr. Spielhagen teilnahmen. Nach aufgehobener Tafel wurde Bier gereicht. — Als der Kaiser heute nachmittag von der Dahn zum Schlosse fuhr, versuchte eine Frau in den kaiserlichen Wagen einen B rief zu wevfen, in welchem sie um Strafaufschub für ihre Schwester, eine Hebamme in Rieder- Reifenberg, nachsuchte. Sie wurde von dem anwesenden Kriminalbeamten an der Ausübung ihres Vorhabens gehindert, und der Brief wurde der Post übergeben. Der Kaiser wird am Dienstag nachmittag von Friedrichshof zu Wagen nach der Saalburg fahren, wo er vom Geheimrat Jtacobi empfangen wird. Um 4Vs Uhr begibt sich der Monarch, mittels Sonderzuges von Homburg über Friedberg-Gießen nach Wilhelmshöhe. "KoMMe Tagesschau. Die Völker und ihre Justiz. Man hat behauptet, die Völker hätten die Justiz, die sie verdienten. Man wird das vielleicht von den Italienern gelten lassen, die einen Banditen, wie Palizzvlo, als Justizmärthrer feiern und für die Durchlöcherung der Gerechtigkeit ins Parlament wählen. Man wird es aber sicher nicht für Russen und Finnen, für Marokkaner rntb Armenier zugeben. Das Wort ist übrigens schon widerlegt gewesen, ehe es geschrieben wurde, und zwar von Montesquieu durch einen seiner weisen Perser, die so gut verstanden die Nationalfehler oer Franzosen aufzudecken und ein Regime zu verspotten, unter bem die Justiz mit der Politik fcklechtweg verheiratet war. Noch heute befinden sich in der Binde, welche auch bei den Franzosen die Justiz vor den Augen haben soll, ganz niedliche politische Gucklöcher. M o l i ö r e t&st einen Richter seine Köchin fragen, was sie von einem schwierigen Falle denkt. In Frankreich werden noch heute die „guten" Richter danach bestimmt, die den armen Dieb frei sprechen, .den Mörder ans Leidenschaft als edlen Dulder gehen lassen. In E n g l a n d erwartet das Volk Würde und Humor und sicheren Takt von seinem Richter. Der Richt erst and ist der höchste im Lande und noch mit königlicher Freiheit und Selbständigkeit ausgeftattet. Bevor das Gerichtsverfahren beginnt, erteilt der Richter freien Rechtsrat an die Armen: wenn er erscheint und geht, erhebt sich die Versammlung von den Sitzen. Es ist immer ein alter Herr, mit den Erfahrungen eines langen Lebens Äs freier Jurist hinter sich. Es ist bewundernswürdig, mit welchem Zutrauen zur Charakterfestigkeit unb Menschenkenntnis das Volk auf seine Richter sieht. Englische Verbrecher bekennen sich fast immer auf die erste Frage des Richters schuldig. Der Richter selbst ^ühlt sich als Führer des Volks, in sozialen Dingen, in religiösen und gesellschaftlichen. Dem Einftusse des Richters ist die Bewegung für die Einbringung eines Fremderr- geseßes 'zuzuschreiben. Die englische Gesetzgebung läßt viel zu wünschen übrig, .aber ihre Justiz ist im Großen und Ganzen besser. Äs die Engländer sie verdienen. Dem deutschen Richter sind namentlich im Strafprozeß die Hände zu sehr gebunden. Unsere Richter sind meist überlastet, zu schlecht dotiert, und ihre Carriöre könnte freier sein. Die alte Generation aufrechter, .freigesinnter, scharfblickender und von keinerlei Vorurteil befangener Richter geht leider numerisch immer mehr zurück. Wann kommt es noch vor, wie anfangs der 80 er Jahre beim Berliner Landgericht, daß der Richter erklärt: „Ten Kerl kann ich nicht arisstehen: den kann ich nicht aburteilen!" Nirgends so sehr als unter unseren Juristen selbst, wird die Wahrheit empfunden, daß Volk und Richter st and für eine durchgreifende Juftizreform reif sind, daß wir eine bessere Justiz verdienen. Kirche «nd Schule. Hf. Flonheim, 19. Ang. Nur wenige Tage noch trennen uns von dem Jahresfest, das der hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes am 24. und 25. d. M. in unserer Gemeinde feiern wird. Der evang. Kirchenvorstand und die evang. Kirchengemeindevertretung haben beschlossen^, den Wunsch auszusprechen, daß der Hauptfesttag, 25. Aug., als ein Feiertag gehalten werden möge. Aus allen Teilen Hessens sind bereits Anmeldungen ein- getaufen. In altbewährter Gastlichkeit sind zahlreiche Frei- guartiere von hiesigen Familien zur Verfügung gestellt. Auch sonstige Vorarbeiten werden von Gemeindegliedern mit großer Bereitwilligkeit übernommen. Nicht nur Mitglieder des Evang. Bundes, sondern alle Evangelischen haben zu den Versammlungen rc. freien Zutritt. Regensburg, 22. Aug. Den Katholikentag eröffnete ein feierliches Pontifikalamt im Dom, zelebriert vom Erzbischof von München. Der Dom war überfüllt. Die katholischen Stüdenten-Korporationen mit Fahnen hielten vom Dom aus eine Rundfahrt. Um 10 Uhr fand die erste geschlossene Versammlung statt. Anwesend waren der Bischof von Siebenbürgen, der Regensburger Weihbischof, .Fürst Löwenstein und eine sehr große Zahl aus dem Adel Bayerns. Der Präsident des Lokalkomitees, Pustet, eröffnete die Versammlung und verlas ein Schreiben des Papstes, das mit rühmenden Worten von den musterhaften deutschen Katholikentagen sprach. Die Versammlung brachte ein Hoch auf den Papst aus. Die Festrede hielt Oberlehrer Link über die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Unglauben und Egoismus. Bei der Wahl des Präsidiums wurde Llbg. Dr. Porsch znm Präsidenten, .Graf Droste zum ersten und Freiherr v. Pfetten zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Unter stürmischen Zustimmungen wurden Huldigungs-Telegramme an den Papst, den Kaiser und den Prinzregenten abzusenden beschlossen. Hierauf begann die Beratung der Anträge. Die Resolution über die römische Frage pmrde durch den 9lbg. Bachem begründet und einstinrmig angenommen, ebenso die Resolution über den Rafael- Verein, die Llbg. Cahenslv befürwortete. In der Mend-Ver- sammlung sprachen Professor Esser-Vonn über die Erneuerung der Welt in Christi, Abg. 9toeren über Papsttum und Mtramonta- nismus. pas neue Hemeinde-Hebetbuch für die Evangelische Kirche im Kroßyerzogtum Kessen. Das verflossene Jahr hat der evangelischen Kirche unseres Landes eine sehr bedeutsame Gabe gebracht. An Stelle der „Hessischen Agenda" vorn Jahre 1574, die längst fast ganz außer Gebrauch gekommen war und den heutigen' Bedürfnissen nicht mehr entsprach, ist das neue hessische Kirchenbuch" getreten, das nun wiederum auf lange Jahrzehnte hinaus dem gottesdienstlichen Leben unserer Gemeinden nach Allen Richtungen hin seinen Stempel aus-- drücken wird. Im Zusammenhang mit diesem zunächst für die Hand des Geistlichen bestimmten Buch ist nun das neuei Gemeinde-Gebetbuch erschienen. Es verdankt: seine Entstehung dem un mittelbar en Auftrag unseres Großherzogs, der damit ein schönes Zeug-, nis seiner Frömmigkeit und feines lebendigen Interesses- für seine Kirche abgelegt hat. Ihm, dem Sohne einer eng-, lischen Mutter, schwebte dabei das englische „Eommonl Prayer-Book" vor. Der englische Protestant rst ja ohne feilt „Eonrrnon Prayer-Book" sd. h. „Gemeinde-Gebäbuch^) gar. nicht zu denken. Es begleitet ihn in die Kirche, es bietet ihm die Grundlage zu seiner häuslichen Erbauung und Mlt so die so nötige Fühlung zwischen Kirche und Haus Heu- Ganz denselben Dienst soll nun den Evangelischen unseres! Landes dieses „Gemeinde-Gebetbuch" leisten. Zn dem Zwecke führt es in die Ordnung des sonn- und festtäglichen Gottesdienstes, des hl. Abendmahls und der Beichte,! sowie derjenigen kirchlichen Handlungen ein, mit welchen dis Kirche den Höhepunkten des häuslichen Lebens die höchste Weihe; verleiht (Taufe, Konfirmation, Trauung, Begräbnis). Damit er^ möglicht es dem einfachen Gemeindeostiede, dem Gottesdienst! und den kirchlichen Handlungen mit vollem Verständnis zu folgens und in solchen Fällen, da Krankheit oder sonstige Umstände die persönliche Teilnahme unmöglich machen, die Feier wenigstens im Geiste mitzubegehen. Außerdem gibt es in bündiger Kürze Anweisung zur häuÄichen Andacht und ausgewählte Gebete für dieselbe, insbesondere für die wichtigsten Vorkommnisse des Lebens. Es eignet sich daher $u einer Festgabe für jedes Gemeindeglied, besonders^ für Konfirmanden, für Brautleute, Söhne und Töchter, die in die Fremde ziehen und mit der Hennat-i t'irche verbunden bleiben möchten. Sofern es die wichttgstens Handlungen der Gemeinde in genauer Uebereinstimmmrg mit dems neuen hessischen Kirchenbuch darbietet, dürfte es den Geistlichen; den Dienst einer Art von Not-Agende leisten und, .sofern es üt der Einleitung grundlegende Aussührmraen über Gottesdienste Hausandacht, Gebet uff. enthält, den Geistlichen und Lehrern für die Einführung der Schüler in das Verständnis des gottes-- dienstlichen Lebens willkommen sein. So erscheint das Buch, in dem sich der evangelische Landes^rr mit seinen evangelischen. Landeskindem im Tiefsten und Heiligsten zusammenschließt, aV eine bedeutungsvolle Festgabe zu dem 400 jährigen Jubiläum,' Philipps des Großmütigen, des erlauchiten Ahnherrn unferss, Fürstenhauses, dessen mit unserem evangelischen Hefienvolk mitz dankbarer Pietät zu gedenken das ganze evangelische Deutschs land im Blick auf die Zeichen der Zett alle Ursache hat. Wir begrüßen dies Buch mit aufrichtigem Dank gegen: unseren Landesherrn, der den Gedanken dazrr gafaßt bat,1. und gegen den Mann, der diesen Gedanken so fein undj verständnisvoll ausgeführt hat, Herrn Geh. Krrchenrut' Dr. Köstlin. Er hat sich dadurch, wie durch das neue^ Kirchenbuch, das fm wesentlichen auch fein SSerF ist, eins unvergängliches Denkmal in der Geschichte unserer hessischen; Landeskirche und unserer deutschen evangelischen Kirche über--: Haupt gesetzt. Wir begrüßen das schöne Buch in der Hoffnung und mit dem Wunsch, daß es nun auch wirklich das: werden möge, als was es gedacht ist, ein Gemeinde- Gebetbuch, daß es in die Hände aller Gemeindegliedett kommen und, wozu es sich in seiner handlichen Gestalt sehr eignet, in jedem Gottesdienst darin sein möge. Einer der hervorragendsten Ketrner der evangelischen Kirche unserer Zett, Professor Dr. Sell in Bonjn hat es als die Hauptaufgabe, die unsere Kirche zu losen berufen sei, die Vertiefung unseres gottesdienstlichen Lebens bezeichnet. Dazu kann und wird Dieses Büchlein, so hoffen wir, einen sehr wertvollen Beitrag leisten.Dr. Schlosser. Ans Srtadt nnii Land. Gießen, den 23. August 1904. Se. Majestät der Kaiser wird heute nachnnttag von Cronberg nach Wilhelmshöhe zurückreisen, unsere Stadt Gießen nachnnttags 5.30 Uhr ohne Aufenthalt passieren und in Wilhelmshöhe abends 8 Uhr eintreffen. „Klänge vom Whein" nennt sich eine kürzlich im Verlage von Eduard Trewendt in Berlin erschienene Gedichtsammlung von August Ammann. Diese Gedichte sind Ausflüffe eines durchaus vornehmen und fein gebildeten Geistes. Ekstasen des Gefühls und Superlative des Gedankens liegen ihnen fern. Sie bewegen sich in der schönen Sphäre des künstlerisch Abgetönten und Maßvollen. Nur da, wo der Dichter gegen die Auswüchse des Naturalismus in der Kunst um die Wende deS 8. und 9. Jahrzehntes des verflossenen Jahrhunderts kräftige Worte edlen Grimmes findet, ist seine Form zwar von untadliger Reinheit und Glätte, aber sein Tadel ist allzu hart und allzu bitter und seine Tonart wird von äußerster Schroffheit und Schärfe. Größere Milde und der bedachtsame Ernst eines unerregbaren Kunstrichters hätten auch hier dem Dichter beffer zu Gesichte gestanden, um so mehr, als wir ja jetzt längst jener rvahrlich nicht durchweg erfreulichen Periode eines mit Gewalt nach neuen Stoffen suchenden Kunstschaffens entronnen sind und mit der Ruhe des kühl wägenden Historikers auf jene Zeit zurückblicken können, die uns so überaus nötig war als Reaktion auf die ihr vorhergehende klägliche Periode übler Zlickerwasserlyrik. —- Was die Gebiete betrifft, die die Gedichte Prof. Aug. Ammanns, eines in Wiesbaden lebenden Freundes des verstorbenen Mirza Schaffy-Bodenstedt, beschreiten, so überwiegt bei weitem die reine Lyrik von Natur, Rhein und Wein, Liebe und Freundschaft. Aber auch Gebilde einer meist heiteren, weltfreudigen Reflektion reihen sich an solche lustiger Phantasie. Wir können uns nicht versagen, eines seiner Scherzgedichte in Scheffels Geiste hierher zu setzen: Die Kur im Olymp. Einst saß ZeuS, des Kronos Sohn, Gramgebeugt auf seinem Thvon, Denn er hatte Kopfweh. Endlich rief er voll Verdruß Doktor Aeskulapius: „Laß mir mal zur Ader^ Aderlaß ist eine Kur, Die bei Meirschen rettet nur: ZeuS war sie nichts nütze. Wieder sprach er voll Verdruß Zu Vulkan: ,Komm, Jntimils, Sollst den Kopf mir spaltend Und das Götterpublikmn Blieb darob vor Schrecken stumm. Aber Zeus sprach: bald ¥* Schnell ein Schlag — ein lauter Schrei — Und die Schmerzen sind vorbei, Da geschah ein Wmwer. Denn au§ des Olympiers Stirn Sprang hervor 'ne schone Dirn': Dieses war Athene. Itnb darauf in einem Nu War die Götterwunde zu Ohne Naht und Salbe. Die Moral, vergiß sie nie: Quält ein Weib dich, mußt du sie Ans dem Kopf dir schlagen. Die Ammann'sche Muse hat einen leichten, anmutigen, frohen Gang, und lebensvolle Bildwirkung, sowohl im Landschafts-, wie im Eharakterbilde, kennzeichnet sie. Das ergreifende Po6m „Edle Menschen^ ist insonderheit ein leuchtendes Beispiel von des Dichters plastischer Kraft, wie auch von seiner reinen und reisen Menschenliebe, feinem tiefen, edlen, keuschen Gemüt. Aeußcrlich weisen Ammanns Gedichte einen schönen Wohllaut klingender Strophik und Rhythmik auf. Sonette und Siguidillen, das Versmaß Homers und das Anakreons sind mit der gleichen natürlichen Grazie geformt, und gar oft gelingt ihm das schlichte, sangbare Lied, das mehrere Musiker bereits zu Kompositionen lockte. Besondere Feinheiten und Spitzfindigkeiten findet man rricht. Das Buch bringt nichts Neberraschendes, weder in Form, noch in Gedanken. Es ist geschaffen auS einer harmonischen, weltfreudigen Lebensauffassung, aus der einheitlich glücklichen Stimmung eines krystallreinen mib himmelsheiteren Herzens heraus, bas die Erinnerung an eine köstliche Zeit als baS beste im Leben, als daS stets imb unbedingt an da§ Leben mit Rosenranken Fesselnde schätzt. »Es sprosset eine zarte Blüte Alls jeder Freude, die uns naht, Und hellt dem sinnenden Gemüte Auch später noch den Lebenspfab. So wirb, was einstens un8 erfreut, Durch der Erinn'rung Kraft erneut* P. W * Immer nur ein Iagesschriftllcler. Hofrat Pros. Dr. Eduard HanSttch, der berühmte Musik rezensent der Mener feuert Fr. Pr", hat an seinem Grabe eine sehr gute Presse gehabt. Sein geistfmrkelndes Auge, seine wundersamen sprachlichen Gebilde pries Dr. Julius v. Ludassy. Eines aber gilt ihm als das Herrlichste: die Be scheidenhcit, mit der Hannsttck trotz seiner Größe usw. hoch, immer nur ein TageSsckwiftstellcr sein wollte. Jnrmer nur ein Tagesschnststeller! Das sagt jemand, der selbst ttrges- schrifffteNert. Rich. Nordhausen bemerkt dazu sehr hübsch im „Tag": Wenn Hanslick nickt alS To.^ssckn-iftstcllcr «zewuckt, sondern seine musikalisckcn Glossen ausscklicsüick in dick!eckigen Wülsten niedevgclegt Wtc. was wüsste dann die Welt von ihm? Wann, lvären dann seine Angriffe aus Waqner Mannt gewol-dcn? Der Tagesscluiftsteller ist wäcktiger, alS sedcr Bückersckrecker. Statt tausend Leser hören zehn- über hunderttausend auf ihn Daraus mrMfi ihm in statt - Verantwortlickkcitögefnhl, bar auS erwächst für ihn der Zwang, immer anregend rntb Icbentng AuSliffer neuer Ideen Verbrecher alter Tafeln zu fein. Auf eme halbe Spalte drängt der Taoe^chriftftelltt, .der feines Äuttr^ GSrlach X. und Heinrich Löblich IV Landrat z. T. üxebtm ass gekommen. ♦* Zur Insektenplage. Ein sicheres, einfaches! und i anderes Mittel gegen Insektenbisse und -Stiche ist, so schreibt uns ein Gießener, der Essig. Man trägt cnn besten im Sommer ein Gläschen hiervon in der Westentasche nach. Das lästige Jucken hört durch öfteres Betupfen damit auf und Beulen entstehen nicht. Nach einer Stunde kann man die Stellen mit Wasser abwaschen, weil sie etwas rot werden. — Würden einige Gaslatern en mit offener Flamme und geöffnetem Türchen versehen, sodaß ungiltig. — Der hiesige Kriegcrvercin veranstaltete an den lebten Sonntagen ein gut besuchtes Scharsschießen. die Schnaken zur Flamme gelangen könnten, so wäre die Plage bald beseitigt. . .* Zum Wiesecker Bierstreik ist nachzutragen, daß der Wirt, der am Sonntag sich nicht erweichen ließ und den Gießenern Liter Bier für 15 ^fg. verzapfte, gestern abend den Wieseckern - ners gipfeln in nachstel>ender Resolution: „Ter 20. .Deutsche Lantnvirtsä-aftlichc Genossenschaftstag । beschießt: -tn Botanischen Garten entfaltete heute dlei Pretoria regia ihre erste Blüte. Die riesige Wasserlilie der südamerikanischen Ströme, die hauptsächlich in den stillen Buchten des AruazoneustromeS einheimisch ist, war 1811 entdeckt, 1832 wissenschaftlich beschrieben und zu Ehren der Königin von England benannt. Seitdem mar man bestrebt, die Pflanze nach Europa eiu^uführen, aber alle Versuche, sie lebend herüber zu bringen oder aus Sauren •u ziehen, scheiterten zrmächst, bis man sie endlich in einem eigens hierfür erlmuten Gewach.shause im Jahre ld-lst. in England zur Blüte brachte. 1852 blühte sie zu gleicher Zeit in Berlin, Hamburg und im Königlichen Garten zu Hervnhausen. Seitdem besitzen die meisten botanischen Garton scupmannte Victoriahäuser, die vorzugsweise für ihre Kultur eingorich-tet sind. Später hat man and) verflicht, sie in heizbaren B^rssins im F-reien zu Ziehen, so z. B. rn , , . fr Basel, Herdelber'g. Eine Einrichtung der letzteren Art ist ^^end, die örtliche Wahlkommission erklärte die Wahl für in diesem Frühjahr ansckstießend an das neue Uebernnn- L n — Der hiesige Krieg erverein veranstaltete terimgsh-ms auch hier entstauben. Der Erfolg^sMren i Sonntagen ein gut besuchtes Scharfschießen, anfangs zwerfelhaft, will dre Pflanze ^tgeg«! ThtK ersten Preise errangen Beigeordneter Müller, Heinrich ausqcsetN werden konnte. Dann kamen bte SSaffennfetten, 1L.:tv welche die sungen Blätter besckiädigten. odi leben Dritten Tag entwickelte fid) ein neues Blatt, deren größtes einen | Durdunesser von 1 Meter 35 Etm. hat. Der äußere Rand ist narb oben gebogen. Die Blattrippen lind so starr, daß ein ausgewachsenes Blatt ein Gewicht von -5 ln§ .lo 5yilo unh mehr zu tragen vermag, ohne sich zu senken. Man kann also ein 5—6jübriges Kind getrost darauf setzen. Dre edelgeformte, seerosenäbnlidie Blüte ist am ersten ^.age reinweiß, am zweiten rosa. Sie duftet dann sehr stark und die Temperatur im Innern der Blüte steigt um 10—13 Grad über die der umgebenden Lust. Nach dem Bei'blühen finkt sie ins Vaster zurück und reist ihr erbsengroßer Samen. Mit jedem neuen Blatt erscheint nun eine neue Blüte. 5nt September stirbt die Pflanze ab. Sie muß dann un November-Dezember wieder neu auSgesät werden. *♦ Blühende Birnenb äumc kann man jetzt am Mittelweg in dem zum Hause Frankfurterstraße 76 gehören- mit das ländliche Y^wsscnschaftswcscn tor einer verfehlten Kritik und vor mißverständlichen und schädlichen Reformen zu )chützen . ^Generalsekretär GenneS-Darmstadt wendet uch lner- . aus gegen die Verpflichtung der landwirtschaftlichen Genossen- e « ein ... ÄSfeS-SSg dM l» H.M »•■«> W» ’i.. S >« «Ä T.« lernt der Mensch, der mn Schicksal mit Recht m die eigene Hand ncbm?n will, diese dem Mitmensckien zu reichen zu gemcin- So verschieden die Persönrichkeitrn warm nn verwandter Ein- schlaa in ihrer Anlage führte sie memchlich einander näher Am 31 ^luaust 1864 starb Lastalle, erst 39 Jahre alt. zu Genf, drei Tage nach deren Duell, das er wegen des Liebeslwndcls mit Helene v Dünniges mit dem Verlobten, Janko v. Raeowitz, gehabt hatte, und in dem er von seinem Gegner tödlich ver- nmudet wordeii war. * — Frankfurter Opernhaus. Das Programm .der in der kommenden Saison stattfindenden sechs Abonnements- Konzerte ist wie folgt festgesetzt worden: 1. Abonnements- Konzert (5. Oktober) Dirigemt: Dr. Rottenberg. Beethoven: Zweite Symphonie (D-dur). Bizet: l'Arlesienne. Karl Goldmark: LXlverture „In Italien". Violinkonzert und Violinsolo. Solist: Eugöne Psaye. 2. Abonnements-Konzert (2. Rov.X Dirigent: Dr. Kunwald. Händel: Concerto grosso Rr. 7. Weber: Ozeanarie aus „Oberon". Wagner: Siegstied-Jdyll. Lieder mit Klavierbegleitung. .Weber: Kampf und Sieg. Wagner: Kaisermarsch. Solistin: Edyth Walker. 3. Abonnements-Kon' zert (14. Dez.'». Dirigent: Dr. Rottenberg. Brahms: dritte Symphonie. (F-dur.) Dvorak: Violinkonzert. Wagner: . Eine Faust-rDuverture. Richard Strauß: Das Tal. Hans Psitzner: Heinzelmännchen. "Gesänge mit Orchester. Berlioz: Ouvertüre zu Carneval romain. Solisten: Konzertmeister Adolf Redner und Carl Reich. 4. AbonncmentS-Konzert (11. Jan ). Dirigenten: Prof. M. Selsillings und Dr. Rottenberg. SclnllingS: , Symphonischer Prolog zu Sophokles „König Oedipus". Schillings: „Seemorgen" Symphonische Phantasie. Wildenbruch: DaS Hexenlied mit begleitender Musik für Orchester. Beethoven: C-moll-SymYhonie., Solistifche Mitwirkung: Ernst von Possart 5. Monnements-Konzert (8. Febr.). Dirigent: Dr. Kunwald. Berlioz: Fest bei Capnlet (LiebeSszene) und Scherze (Fee Mab) ans „Romeo und Julia". .ScharN'enka: Klavierkonzert in B^moll. Rosenthal: Variation über ein eigenes Thema für Klavier. Richard Strauß: „Also sprach Zarathustra". Soliß: Moritz Rosenthal. 6. Abonnements-Konzert (22. Mürz). Dirigent: Arthur Rickisch. .Programm noch unbestimmt. 20. Z)rutscher ^andivirgchaNk.Kenoff-nsch«lftstag. (Schluß.) ' ' w Posen, 21. Aug. Ein engerer Anschluß der in den einzelnen Krlst'U bestehenden Ein- und Berkaussgenpssenschaf en an die Zentral^ Ein- und Verlaufsgenosscnscl>asten ist im ücnossenschaftl chenInter esse dringend erwünscht. Um denselben zu erreichen, ist in erUer Linie eine weitere energische Belebung des genossen schäft le h Sinnes, sowohl bei den einzelnen Genossenschaften,.wie^auck) bi den kaufenden Landwirten erforderlich. Insonderheit spi-icht fi ) der 20. Genossenschaftstag wie folgt au8: . 1. Tauenide bedeutende Vorteile für die in ben genosfenschai licben Verbänden vereinigten Landwirte lassen sich nur düng Abschluß der Geschäft" in größerem Rahmen erzielen, Nicht der momentane Verdienst beim einzelnen G-s«äkt, sondern dre dauern- den Vorteile des großen Olanzen sind auch seitens der kleineren Genossenschaffn in erster Linie im Auge zu behalten. 2. Im höchsten Grade erwünscht ist eS, baß bei den Ertrags abschlüssen mit den in Betracht kommenden VcrkaiissvereiNiMlngen iThornasphoSvhatfabriken, Kalisyndikat nfw^) süßere Vorteile für i hie Zentral-Ein und Verkaussgenossensck-aften angestrebt i bam?t es unreellen Händlern und sollen 6-abriken, welche außerhalb dieser VerkailfSvereinigungen st-ehen, unmöglich wird, die Zentral-Ein- und Verkaufsgenossenschasten zu unterbieten. 3. Es ist dringend erforderlich, daß die einzelnen Ein- und Versiiussgenossenschaften auf so breiter und sicherer pekuniärer Basi^ errichtet werden (größere Haftsummen, größere Geschäftsanteile und Einzahlungen^ daß dieselben den ihnen erforderlichen Ki-edit bei den provinziellen Zentralkaffen decken können und im- aedessen nicht genötigt sind, gratze Händlerkredite zu suchen I und in Anspruch zu nehmen. v , v 4 Es ist genossensck)aftlich durchaus venverslich, wenn Emzek- Landrat z. T. v. Brockha us en-Stettin referiert über genossen schast? n die Offerten ber ^CTltra^aen9^^cn^^^a^tcn ^wt ba^ Shtma: „Stcllungnghme des Rk'ilMcrbgnbeS zum Scherl- unb bn$u benutzen, non Sandlern bllligere erhalten, schon -^varsnstem" Lelne Aussülsiungen gibt eine Ncsolutwn im Verkehr der olenossenschaflen untereinander heraus^- lvieder, die widerspnichslos angenommen wurde und deren Schluß- ^ebenen Osfertm sind im g noffcnschaftlichen Interesse unter allen Passus lautet: p< B Umständen sekret zu b.chandeln. , , „Ter 20. deutsche landwirtschaftliche Gcnosicnschaftstag erblickt 5 <^cr mit Nick^tgenosscn ist zu beseitigen. Er ver- daher in dem Prämicusparsystem eine schwere Schädigung oolks- Gegensatz, der noch immer zwischen den Ern- und Ber- wirtschaftlickier Interessen, insbesondere auch eine große ^lesahr I ^ussgenossensa-asten und bem Handel bestelft, verhindert die für die weitere gedeihlickie Entnue-lung der laiidUck,en ! Rnnäherung beider und wirkt schädigend auf nne regelrechte^ Ent- und Tarlchnskasscii und erklärt sich desN'egen mit al er Ent-1^.^, M Genoffenschaftswesens, indem er diesem neue Feinde idnd>:nly.-it gegen bie Ginfübrung bei Scherlschen -varsstNcrns. In der Tirlussion berichtet (Veh.'tntrnt S a a 4 Uber Enatzr- 2ie Resolution toirb debattelos angenommen. ungen, die löudliche Spar- und TarlehnSlasien mit dem .lbbolungs- »weiten Vcrl'-andlungStag- beschäftigte sich der Genossen- Mittelweg m dem zum penne -tvramTuru-n.™B . << . Ort . (.m. ÄsA bet*- .Xz' w .• nr♦ 1 mrt rt n^Y 'Ä8 "ur du-. H?? bcr .?>ueru- 1 ttcWren J ^tragS- »tu für «■mS 11 ®m-«nb ^wniurer e. ®eltbäft5-- rT°rbcrli(f’eii !cn und in- ru suchen 'nn Anzes. ??n bekannt >’a ^halten. lft Dct» und Vcr- ^indert die ?k'.recht^Ent- ueue Fechde b?r Gcnosiev- f Handels ^senschaf- armsladt werde die Mr in grhän iü doch 'min- ortiicxn Bk« nt nch gegen «w’ifltf&te* billigen Kredit öodilätigkeits- ac recht finge» üw. Bei der der Unter* in Vm'nch ge- coi eine große meinen ge* verden Wtzte. ^chenevern. ■.:iai un Verrönnen unsere eroge Bevv^ trncran gen der jetzt gegen- imgen eine Zu- ■*: nnnm. m da Wiitn, i®?* i -m yW«Te i bof Jo w Mveckadeö Innung Wd ^rung immer ti mnschkMche -Veilen, M bei' unMaknx »fr. >u 'üfeiT. tritt mb fner- KLen S-nosim* irbeiträge^ -jmbnrg fa.Q® '5,iunbbtit* »ssenschan- fre Mi-bt, den -. -aebmm. - er nicht in der Ayng i? »C T, dem Landn^ sei Dvm tliche ■ Djerba”^ ”"t btn , »nlM g «fr*!, , « ts-ss? rt«' Aw010' <6 I»d s 41< h*^Lifr ( . 6iflf . S^Gper: ;V-5V ,s Dbner uriF; 1 >,T' J, polf ,; Nispel ein Sohn Wilhelm .Heinrich, geb. 11. Juli; bem Glaser Konrad Jakob Jendt ein Sohn, Heinrich, geb. 30. Juli; dem Metzger und Wirt Georg Kraft ein Sohn, Hans August, geb. 15. Juni. — Markusgemeinde. 14. Äug.: dem Briefträger Adam Rohn eine Tochter, Maria, geb. 2. Juli; dem Heizer Jakob Leinweber eine Tochter, Margarete Elise, geb. 4. Juli; dem Dachdecker Martin Repp eine Tochter, Katharine, geb. 26. Mai. — Lukasgemeinde. 30. Juli: dem Taglöhner Heinrich Aehrt eine Tochter, Henriette Elisabeth, geb. 14. Mai. 31. $uH: dem Kaufmann August Leithäuser ein Sohn, Kurt Adolf, geb. 11. Juni; dem Schlosser Friedrick Schneider eine Tochter, Auguste Margarete Anna, g.b. 10 Juli. 3. Aug.: dem Händler Ludwig Battenberg ein Sohn, Ludwig Reinhardt, geb. 21. Juli. 7. Aug.: dem Großh. Polizeiamtmaun Heinrich herberg ein Sohn, Heinrich Wilhelm geb. 30. Juni; dem Telegraphenleitungsaufseher Heinrich Wagner ein Sohn, Otto Heinrich geb. 15. Juli. — Jo- hannesgemeinde. 31. Juli: dem Taglöyner Johannes Emmrich ein Sohn, Johannes Otto, geb. 25. Mai; dem Taglöhner Christian Balßer ein Sohn, Ludwig Marttn Johann, geb. 4. Juli; dem Postboten Heinrich Wolf ein Sohn, Wilhelm, geb. 9. Juli. ,4. .Aug.: eilte uneheliche Tochter, Elisabeth, geb. 10. Juni 1902. 14. Aug.: dem Friseur Hermann Schenck ein Sohn, Friedrich, geb. 13. Juni; dem Diener Gilbert Neun eine Tochter, Ottilie Margarete Tina, geb. 9. Juni. Beerdigte. Johannesgcmeinde. 6. Aug.: Lina Werner, Tochter des Taglöhners Philchp Warner, 7 Jahre alt, starb den 3. Aug.; Ida Groos, Tochter des Privatiers Karl Groos, 42 Jahre alt, starb den 4. Aug. 7. Aug.: Jo Hanne tte Noll, geb. herben, Witwe des Bäckermeisters Heinrich Noll IV., 80 Jahre all, starb den 5. Aug. 11. Aug.: Henriette Tern, geb. Sü)ermuli, Witwe des Obersteigers Karl 2ent, 61 Jahre alt, starb den 9. Aug. — Lukasgemeinde. 9. Aug.: Louis Wittich, Kaufmann, 79 Jahre alt, starb den 7. Aug. 11. Aug.: Jakob Scheid, Hausmeister, 62 Jahre alt, starb den 8. Aug. glvubt, datz man in den großen Städten über den Zwischenhandel einfach hinweggehen kann, der irrt sich- (Zustimmung.) Nach Erörterung einiger technischer Fragen wird der Kongreß geschlossen. vermischtes. • München, 20. Aug. Wegen Saccharin schmuggel wurden in der Nähe von Grafenau au der bayerisch-böhmischen Grenze vier gut gekleidete Frauen verhaftet. Sie hatten ungefähr 1 1/2 Zentner Sacharin teils in Packeten, teils in ihre U nterröcke erngenäht über die Grenze zu schmuggeln versucht. * Nemy ork, 21. Aug. In St. Paul und in Minneapolis wurden durch einen Zyklon viele Personen getötet und verletzt. Dec Materialschaden wird auf zwei Millionen Dollars geschätzt. Das Tivoli- und Empire-Theater wurde demoliert, die Mississippibrücke unpassierbar gemacht, das katholische Waisenhaus wurde zerstört, wobei 25 Kinder verletzt wurden. * lieber Meran entlud sich ein einstündiger Wolkenbruch, durch den die meisten Straßen und Plätze überschwemmt wurden. Vom Küchelberg her ergoß sich ein Wasjerstrom in die Stadt, der vom Pfarrplatz durch die Laubengasse und über den Rennweg flutete. Alle Läden und Haustore mußten gegen den Wasserschwall geschützt werden. Mit dem Wolkenbruch ging ein starker Hagelschlag nieder. * Literarische Brunnenv ergiftung. Dir pekuniären Erfolge, die eine Verlagshandlung mit dem Bilse-Buch erhielt hat, haben reichlich! P/2 Skandalromane ähnlichien Genres gezeitigt, die nun wiederum den Bilse- Verleger zu neuen literarischien Ruhmestaten angereizt haben. Die Reklame, die dem Sortimentsbuchhandel die neueste Frucht des Bilsenkrautes", wie ein Berliner Blatt diese giftigen Klatschgeschichten treffend nannte, schmackhaft wachen soll, ist so bezeichnend für die Motive von Verleger und Verfasser, daß auch weitere Kreise Interesse dafür haben dürften. Der Verlag kündigt die neuen Enthüllungen aus „einer kleinen preußischen Garnisow- stadt", deren baldiges Verboteuwerden er triumphierend in sichere Aussicht stellt, mit folgenden Sätzen an: „Der Erfolg dieses Buches übertrifft um mehr als das Doppelte denjenigen von Bilses^ „Kleiner Garnison" im gleichen Stadium des Bekanntwerdens des Verfassers. Das ist vor allem erklärlich durch den Unterschied in der gesellschaftlichen Position der beiden Offizier^ — der Verfasser von .... (den Titel setzen wir nicht hierher, um für das Opus keine Reklame zu machen! D. Red.) ist aktiver Offizien tu einem vornehmen Regimente, dessen Chef der Großherzog (!!) von Sachsen-Meiningen ist, während Herp Bilse ein deladenter Leutnant in einem weltentrückten" Trainbataillon war/' Armer Bilse! Mo so lohnt der Verleger die „Kleine Garnison", für die in einzelnen Städten — wie dasselbe Rundschreiben stolz verkündet — „bis zu 20 Mark für das Exemplar" bezahlt worden sind. Apmer Bilse! Glückliche Verlagsbuchhandlung! Yniversttäts-Wachrichteu. — Auf der Landesuniversität -u Gießen waren int Sommerhaldjahr 1904 1093 Studierende. Von diesen waren 694 Hessen, 251 Preußen, 41 Bayern, 15 Badenser usw.; Ausländer waren 56, davon 29 Russen, 12 aus Oesterreich-Ungarn, 4 aus Großbritannien usw. Es studierten: Evangelische T^olo- gie 74, Rechtswissenschaft 181, Medizin 172, Tierheilkunde 139, Zahnheilkunde 9, Forstwissenschaft 60, Landwirtschaft 8, Mathematik 98, Naturwissenschaften 57, Klassische Philologie 66, Neuere Philologie 95, Philosophie 36, Pädagogik 4, Geschichte 9, Pharmazie 22, Chemie 63. Das Reifezeugnis von Gymnasien hatten 703, .von Realgymnasien 183, tzon Lberrealschulen 42, Zeugnisse für das Fach 141, sonstige Zeugnisse 24. — Prof. Albert Länderer, bekannt durch die von ihm empfohlene Hetolbchandlung der Lungentuberkulose, ist in Gar- gellen in der Schweiz gestorben Handel und Verkehr. Volküwütschaft. Gießen, 23. Aug. Marktbericht. Auf heuttgern Wochenmarkt kosteten: Buller pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Sick. 00—00 Pfg^ Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr. Slck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar0,80 - 0,90 Mk., Hühner pr.Sl. 1,00—1,60 Nck„ Hähne pr. Stück 0,60—1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 00—80 Pfa., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—76 Pfg., pamrnelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00-8,00 Alk., Weißkraut per Sttick 30—40 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk„ Milch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 00 bis 00 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Russe 100 St. 00-00 Pfg. Kirschen per Pfd. 00—00 Pfg. Marktzeit 7—1 Uhr. Auszug uus istii Kirchenbüchern der Staat Kietze». Getraute. Matthäusgemeinde. 6. Aug.: Karl Erb, Schuhmacher und Katharine Wilhelmine Modus, Tochter des verstorbenen Lacksieders Johannes Möbus. 9. Aug.: Ludwig Heinrich Pieper, Bureaugehilfe, und Helene Lacher, Tochter des Lohn- kutschers Johann Jakob Lacher. . 13. Aug.: Heinrich Martin Emil Moritz Philipp Heller. Fabrikarbeiter, und Margarete Hill- gärtuer, Tochter des Fuhrmanns Philipp Hlllgärtner. — Lu- kasgemeinde. 6. Aug.: Wichelm Schäfer, Hllfsaufteher in Braunweiler und Anna Mafte Katharine Diehl, Tochter des Schneidermeisters Johannes Diehl zu Gießen. 7. Aug.: Jakob Ferdinand Wilhelm Spiegelberger, Kaufmann zu Butzbach, und Hermine Plstlippine Mthcheu Minna Balser, Tochter des Ana- tomiedieners Heinrich Balser zu Gießen. — Johannesgemeinde. 30. Juli: Friedrich Pfanuenbecker, Postbote zu Worms, ,und Anna Petermaun, Tochter des Feldschützen Konrad PetLNuamt zu Nidda. Getaufte. Matthäusgemeinde. 3. Aug.: dem Zigarrenmacher Konrad Heberer eine Tochter, Elisabeth, geb. 24. Juli. 5. Aug.: dem Universitätsprofessor Tr. Wilhelm Sievers ein Sohn, Friedrich Franz Riä)ard Albrecht, geb. 18. Mai. 7. Aug.: dem Sprach- lebrer Houäix de la Brousse ein .Sohn, Camille Edmund, geb. 16. Juli; dem Fuhrmann Karl Schmidt eine Tochter, Emmy Christine Johanna, geb. 12. April. 14. Aug.: dem Wagen- metfter Heinrich Mühlich ein Sohn, .Heinrich Bruno Wittielm, geb. 24. Juli; dem Friseur Wilhelm Balser ein Sohn, Wilhelm, geb. 22 Juni; dem Kutscher Heinrich Wilhelm Rieb ein Sohn, Hermann Heinrich, geb. 30. Juni; dem Brauereiarbeiter Johann Familien-Nachrichten. Verlobte: Lisa Gürtler, Bad-Ranheim, Albert Wollersdorf, Frankfurt a. M. Gestorben: Frau Lehrer Margarete Kraft, geb. Rauch, Ober-Klingen. Herr Lehrer Georg Hartmann, Stockheim i. O. Herr Nikolaus Ramge IX., Ueberau. Storung. Verdauungs-x an etc. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei & leiden Hervorragend bewährt bei Kinder mehl /J* Praktisch, bequem und angenehm unentbehrlich für Gebirg, Jagd, Sport, Reise, sowie "S für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten Echt steirischen Loden-Fabrikate« Wasserdichte Wetterkragen (mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifschlitz) in tadelloser ‘ usführung von 21k. 17 — in 110 cm Länge aufwärts. Julius Fischer, Schulstrasse 6. UV 8 LV vv u rrr» s er 2) & s A 3 CQ I o 3 6) o ** -a ZI: C tr~> o __ I = » er 8 «Z ZK A»* ti ■^-1 2 o cd CO 1« ' • vv KZ ® "* c 5 O ■ ~ ÖD S) Säs o o cn q- » ** o o S er' S- 2 & z> ZT CT O; ? s - ZS ' ® e -r o i r o CZ> O- I er er Ö c’o-C ° 3 ° 5 _ 2' er S (5) = i CD o zt 2. 2 03 . ^7 .-e X D 5 S 2. c' er <>" 2 t? D O rM CD vo 33 Q, 2 5 r^-8 _ w c- 5" o "Z5 5 O S' g - e o 5 s cd o ? Z - 8r = k = -r —' 'ST r~. ♦ <_S CÄ -CD ♦ oft« S er «X 2-CD (—5 2- D s ZS „ 5 V cd er- er D 03 Ö § ®o ’ Z- D öö W - ra - 3 q tO O" o'2.Z 5 ^'CD C 3 'er O' D pt O r» 'ZT' O CD 3 CD O 4- D C c D (s> & 8 C @ @ D 8 5 (Ä c 0 «fr T «fr «s «*> «fr . von Grsurt, per Gtr. 3,50 Mk., empfiehlt 6822 genannt Garbeiwande, soww Frührosen und Ruhm v. Haiger I „Marke Fasan“ erstklassiges, gleichmässiges, verbessertes Fabrikat. kann ohne Gefahr aus jedem guten Gewehr geschossen werden. liefert konzentrierte, regel- mässigeDeckung bei höchstem Durchschlag. erzeugt weder Rost noch Nachrost 100 Stück Kal. 16 Mk. 9 — Iie 1 5. 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