Nr. 197 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 88. August 1904 •SCSÄ* MM» 4klf 9 JSBS8Ä. «eWrton. epebttta. WilUUl- 44IIJVUJU «e™ Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MWZ FmrsprechanschlußM.61._________________________ V * zeigenteü: Hans Beck. Aie veuliae Dummer umfaßt 3 Seite«. Aas internationale Schauspiel in Amsterdam. Der Vorhang fft gefallen — das Stück ist aus! Die Regisseure, .Kulissenschieber und Statisten sinL nach Hause gegangen. Sie hatten nrit Effekt ihre Schaustellung inszeniert. So muß es als zeitgemäß bezeichnet werden, daß der Russe Plechanow nrit dem Japaner Sen Katayama durch den Holländer van Kol durch Händeverschlingung ^.verbrüdert" wurden und damit das Präsidium, das aus diesen Dreien bestand, seine internationale Idee der Dölkergerrrein- schast verkörperte. Diese Pantomime fand stürmischen Beifall, und der zuMnftige „Befreiet Japans, in welchem Lande angeblich die „Sonne" des Sozialismus erst im Fahre 1896 ausgegangen ist, versprach als einziger Delegierter der japanischen Nation^ daß die Zeit nicht fern sei, wo das Volk Japans an der Brust des russischen Bundesvolkes sich von den „Missetaten der Tyrannen" ausruhen werde. Dieses schöne Zukunftsbild unterschrieb sofort der Russe Placha- now und der erste Präsident van Kol gab seinen „Kohl" rn beredten Worten dazu. Diese Introduktions-Szene fand einen würdigen Abschluß in einer Resolution der ganzen ccl 430 Mann starken Versammlung, laut welcher von nun ab alle Kriege unter den Nationen abzuschaffen seien. Beinahe wäre diese Szene aber dem ganzen Kongresse verhängnisvoll geworden und hätte ihn in ein sentimentales 'Fahrwasser gelenkt, wenn nicht August Bebel, die Gefahr erkennend, den Verhandlungen ihren revolutionären Charakter gewahrt und mit geballter Faust den „Tyrannen" die fürchterliche Drohung der Vernichtung durch das „.Volk" angekündigt hätte. Und ganz natürlich! münzte Bebel seinen flammenden Protest speziell gegen die deutschen Unterdrücker der Sozialdemokratie, welche nach verbürgter Erfindung des „Vorwärts" das allgemeine Reichstagswahlrecht abschaffen oder doch einschränken wollen. Mit dieser Bebelschen Rede ist denn nun auch die Taktik festgestellt, mit welcher sich die Herren auf dem nächsten Parteitage in Bremen die „Revi- ftonisten" ä la Bernstein, v. Vollmar und Genossen vom Halse halten wollen. „Das Heiligtum des Reichstags-Wahlrechts ist in Gefahr!" Das ist die Parole, unter welcher die Opposition gezwungen werden soll, ihre Nörgeleien zu unterlassen, damit endlich nach dem Skandal des Dresdener Parteitages in Bremen das klassenbewußte Proletariat seine Solidarität zeige und weitere unrühmliche Wahlniederlagen, wie sie die Partei in neuer Zeit betroffen haben, vermieden werden. Bebel ist ein kluger Mann. Er hat mit seinen Genoffen allerorts schon durch die fügsamen Lokal-Genossen Ermahnungen beschließen laffen an die Delegierten zunr Bremer Parteitage, doch um der Sache des Volkes willen von allen theoretischen und persönlichen Streitigkeiten abzusehen und nur die eine, die einzige rote Fahne der Revolution nach der altbewährten Methode aufturollen und hock^uhalten: „Fort mit dem Revisionismus — er ist der Konfusionismus!" sagt Bebel. Rach der Meüfung der Propheten deutscher Sozialdemokratie hat diese in Amsterdam den Sieg davongetragen, denn es ist ihr gelungen: 1. Die Frage des Generalstreiks Mit der Majorität von der Tagesord- irung wegzueskomotieren, 2. die Frage über Schutzzoll oder Freihandel zu vertagen, und 3. der sog. „Dresdener Resolution" Anerkennung zu verschaffen in lokaldeutschem Sinne durch den Gegendienst der Annahme einer von den fremdländischen Mitgliedern des Kongresses stark verwässerten „Internationalen Resolution", welche so viel>krause Sätze enthält, daß sie praktisch den Bebelschen Kampfruf persifliert. Die beiden Resolutionen, nach denen die nationale wie internationale Taktik und Politik der Proletarier aller Länder sich zu richten hat, enthalten nur einen verständlichen Zweck, mit möglichst viel Worten zu sagen, daß das Proletariat als besondere Klasse sich von allen übrigen Parteien streng geschieden halten und jeder Kompromiß mtt den letzteren auf wirtschaftlichem oder politischem Gebiet, namentlich werm es sich nicht um „vorüberjgechende Abmachungen" handle, die Interessen des Proletariats schädigen müsse, >b. h. ein Verrat an der Arbeiterschaft bedeute. Das ist ja die einzige Waffe, welche sich die Singer und Bebel von Dresden her gerettet haben, angeblich gegen die ganze unsozialdemokratische Welt, für den Umsturz, in Wahrhert aber zu dem Zwecke, die „Revisionisten", welche für ern Zusammengehen mit den demokratischen bürgerlichen Elementen sirw, ihre Macht durch gelegentlichxn Boykott, Entziehung der bisherigen Sinekuren und bei größerer Widerspenstigkeit durch „'Hinausfliegen" fühlen zu lassen. Beide Resolutionen sind in ihrem innersten Kern nur die Aufwärmung des angegriffenen Schlagwortes von der „großen reaktionären Masse", welche als einzrg zur Befreiung der Menschheit berechtigt die Partei des internationalen Proletariats als geschlossene Einheit gegenuberstehe. Es handelt siel) also von Kongreß zu Kongreß, von Parteitag zu Parteitag immer nur um die veränderte Phrase einer internationalen Einigkeit des Proletariats zu dem unmöglichen Zwecke der Herstellung der „Neuen Gesellschaft unter der Herrschaft des Gesamtbesitzes alles Eigentums und aller Produktionsmittel. Dieses Anklammern an das Schemen vom „Zukunftsstaat" seitens der politischen Revolutionäre" ä la Bebel und Genossen ist gerade, wre der Frm'zose Jaurös richftg bemerkte, der Beweis der Ohnmacht der deutschen Sozialdemokratie, solana,-sie es ablehnt, das politisch und wirt sch a ft- l i ch Erreichbare in Verbindung mit anderen Parteien an m streben. Und Jaurös verspottete mit Recht die stolze Vbrasc des ^Vorwärts" nach der letzten Relchstagöwahl, wo er triumphierend schrieb: „Unser das Reich! Unser die aßieft X* Seitdem ist es t>cii Sozialdemokrateu allerldurgs schon bei den Nachwahlen schlecht ergangen, und als Bebel aus den Vorwurf, daß die drei Millionen Wähler für die Sozialdemokratie noch Heute vergeblich warten auf positive Arbeit derselben, ja nicht einmal wissen, was denn Positives geleistet werden soll, die Antwort gab, daß man doch erst wirklich zur ^revolutionären Ta^ schreiten könne, wenn man von den 11 Millionen Mählern, die Majorität für sich habe, ba. gab es Hohnlachen bei den Franzosen. Mit leeren Drohungen und leeren Resolutionen kehrt also Bebel mit seinen Genossen zurück. Der „Vorwärts"' und verwandte Organe kränzen seine Stirn nrit dem Lorbeer, und wenn die Sozialdemokratie erst eine wirklich revolutionäre Majorität im Volke hat, gibts erst eine gemeine Republik, wie die ftanzösischie, imt) dann folgt unmittelbar die „soziale Republik". Vom Kongreß schied Bebel mit den Worten: „In geschlossener Kampflinie steht das Proletariat aller Länder da!" Vorläufig allerdings auch nur auf dem Papier, und dieses geduwige Material für den Zukunstsstaat hat sich auch noch einige Fälschungen gefallen lassen müssen^, als die Resolution der Einheittaktik doch nur ein Kompromißwerk ist, das hinter den Kulissen zustande kam. Und hinter den Kulissen, da hat die Schlacht nach Berichten von Augenzeugen fürchterlich getobt, sind die Geister dermaßen aufeinander - geplatzt, daß, hatten nicht mit Zustimmung Jaurös seine Genossen Vaillant und Reuaudel in letzter Sitzung erklärt, die Franzosen würden sich Mühe geben, zur Einheit auf Grundlage des beschlossenen Kompromisses zu gelangen, wenn nicht selbst Jules Guesde auf die Darlegung seines Standpunktes verzichtet und die Engländer unter Preisgabe ihrer Anträge den Schluß des Kongresses beschleunigt hätten, dann wäre ein großer Krach doch unausbleiblich gewesen. Der treffende Berg hat aber ein immer kleineres Mäuslein geboren und dieses zu konservieren bis zur nächsten „Internationalen" in Stuttgart wird Sache der deutschen Sozialdemokraten sein. Es wird in Stuttgart natürlich ein noch größeres Nebergewicht der ,,schär- fcrerr" politischen Tonart sich Herstellen lassen, als es diesmal nrit Hülfe Vanderveldcs in Amsterdam gelang, denn in Deuffchland steht die Zahl der Mandate im Belieben der Parteileitung, sollte sie nicht bis zum Jahre 1907 an dem ^Revisionismus" gescheitert sein, der in den Gewerkschaften immer mehr Boden gewinnt. Und auch die wirtschaftlich „Scharftw' von der Kouleur des Dr. Friede berg werden keinen Frieden halten, sondern den „Generalstreik" als einziges Heilmittel weiter empfehlen. Die Resolution für Abschaffung des Krieges, gegen die Kolonialpolrtik im allgemeinen, für Frauenstimmrecht, für die Maifeier usw. unterscheiden sich durch nichts von den früheren und gehören zum eisernen Bestand der internationalen Rumpelkammer. Das Nachspiel in Bremen, wo für den deutschen Parteitag der Sozialdemokratie die Mandate auf „Unentwegte" rüstig geschoben werden, kann unter Umständen recht viel interessanter werden für uns in Deuffchland. Man wird allerdings nach den Erfahrungen von Dresden auch hier den Skandal hinter die Kulissen verlegen. Der „Vorwärts" ist etwas neinlaut geworden. Er, dem schon die Welt gehörte, meint zum Schlüsse des Kongresses, daß die Gegensätze in der internationalen Bewegung nicht ft groß seien, daß sie sich nicht überbrücken ließen. Für Bremen wird aflerdings auch so manches „überbrückt" werden müssem 5>tt Krieg znnliLen Japan unv Kußland. Port Arthur. T s ch if u, 22. Aug. (Meldung der Ruff. Telgr.-Agentur.) Nach Meldungen aus chinesischer Quelle haben die Japaner gestern von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags Port Arthur heftig beschossen. Die russischen Batterien brachten die japanischen zum Schweigen. Die japanische Flotte ist in die hohe See gegangen. London, 22. Aug. Am Samstaa sand ein Sturm ans Port Arthur statt, jedoch nicht der anqekündigte Generalangriff, sondern nur der erste Angriff einer Reihe von solchen gegen die wichtigsten Vorwerke, um Stellungen für die BelagerungSgeschütze zu erobern, deren Mehrzahl noch gar nicht in Feuerlinie gebracht ist. Der Angriff soll im Zentrum von Erfolg gewesen sein. Ein gleichzeitig unternommenes Vorgehen in der Flanke tft nur ein Scheinangriff gewesen. Petersburg, 22. Aug. Nach Berichten von Augenzeugen war nach einem der letzten Stürme auf Port Arthur der Boden weithin mit toten Japanern bedeckt. Die Angreifer wurden auf der ganzen Linie zurückgeschlagen. Furchtbare Zerstörungen richteten die von den Belagerten angelegten runden Minen an, auf benen u. a. eine japanische Kolonne von sechs Jn- fanterie-Batailloncn vernichtet wurde. Am Abend und die ganze Nacht hindurch krochen verwundete Japaner vom Schlachtfelde zu den nffstschen Befestigungen, um Speise und Wasser bittend. Aste wurden gespeist, getränkt, ver- bunden und dann den ihren zurückgesandt. T s ch i fu, 22. Aug. In japanischen Militärkreisen nimmt man an, daß der Sturm auf Port Arthur drei Tage in Anspruch nehmen werde. An demselben sollen 60 000 Mann teilnehmen. Die Garnison besteht noch immer aus 28 000 Mann, welche eine Linie von 12 Meilen zu bedecken hat. Tschifu, 22. Aug. (Reuter.) Nach glaubuulrdigen Berichten erhielten die Japaner vor Port Arthur 80 000 Mann Verstärkungen von Norden. Liaopang, 22. Aug. Im Norden bei Anschandschan haben die Japaner nur problematisch Truppenlandungen vorgenommen. Die Gesauu >!'lärke der drei japanischen Heere beträgt 180 Bataillone. — Bei Takuschan haben angeblich neue Truppenlandungen stattgefunden. Die Wegnahme der Forts Nr. 3 und 4 vor Port Arthur am 1. und 2. August vor dem großen Bombardement scheint sich zu bestätigen. Tsingtau, 22. Aug. Der japanische Kreuzer „Dagmna^ ist gestern nach Tienffrn abgefahren. Der Kapitän erklärte, daß die Japaner bei den letzten Angriffen auf Port Arthur siegreich gewesen sind. Man erwarte, daß die im Hasen von Port Arthur befindlichen russischen Kriegsschiffe m die Hande der Japaner fallen werden. London, 22. Aug. Korvetten-Kapitan Hop-- mann, der sich, einer Meldrmg aus Tsingtau zusolge, an Bord des deutschen Kreuzers ,Fürst Bismarck^ befindet, teilt mit, erhöbe den Befehl zur Abreise aus Port Arthur, in einem Briefe Kaiser Wilhelms erhalten, der ihm auf Veranlassung des Generals Rogi durch einen Parlamentär- boten überbracht wurde. Sein Gepäck und seine Papiere seien von den Japanern nicht konfisziert, sondern au§ Versehen auf der Dschunke zurückgelaffen worden, aus der sie inzwischen in Tschifu eingetroffen sein dürsten. Die Japaner hatten ihn außerordentlich höflich behandelt. Einen Tag vor ihm habe Kapitänleutnant Hentschel von Gilgenheimb ebenfalls auf kaiserlichen Befehl Port Arthur verlaffen gemeinsam mit dem französischen Attache de Euverville. Weiteres vom Kriegsschauplätze. Petersburg, 22. Ang. Ein Telegramm des Generalleutnants Ljapunow an den Kaiser von gestern, 1 Uhr 10 Minuten nachts abgesandt, lautet: Soeben meldet der Truppenchef von Korflakow (Insel Sachalin) telegraphisch, daß der Feind heute seit 7 Uhr früh Korssakow bombardiert. Bis jetzt wurden einige Häuser beschädigt. — Ein zweites um 4 Uhr 3 Minuten früh abgesandteS Telegramm des Generalleutnants Ljapunow von gestern besagt: Wie der Truppenchef in Karffakow in Ergänzung seiner ersten Meldung telegraphiert, wurde ein semdliches Schiff in Korffa- kow am Horizonte gesichtet. Gegen 6 Uhr morgens näherte es sich bis auf ungefähr 7 Werst der Küste und bombardierte Korffakow. Es fuhr fort, bis Uhr morgens, zu feuern, ging darauf langsam in See und wurde nicht mehr gefthen. Die durch die feindlichen Geschoffe in der Stadt angerichteten Beschädigungen sind unbedeutend. Nremand ytrbe getötet ober verwundet. Paris, 22. Aug. Das „Echo de Paris" mdbet aus Tschim: Ein japanischer Kreuzer, welcher sich der Küste zu sehr qenähert hatte, sei von den Ruffeu in den Grund gebohlt worden. (?) Die russischen Streitkräfte. Paris, 22. 2lug. Der Spezialkorrespondent des „Matiu" in Petersburg teilt folgende Ziffern über die Stärke der russischen Streitkräfte als angeblich genau mit. General Kuropatkin verfügt dcmach über das zweite sibirische Korps mtt 40 000 Mann, das vierte sibirffche Korps mit 50 000 Mann, das zehnte und siebzehnte russische Korps mit zusammen 60 000 Mann. Von diesen 160000 Mann sind natürlich Verluste abznziehen. Dies ist alles, was General Kuropatkin den 260000 Japanern entgegenstellen kann. General Limrewitsch hat bei Wladiwostok 40 006 Mann. Die Armee des Generals Stössel in Port Arthur umfaßt die eigentliche Festungsgarnison von 15 000 Mann, außerdem die Division Fock, bestehend aus den sibirischen Regimentern Nummer 13, 14, 16, 16, ferner die Division Koudratenko, bestehend aus den sibirischen Regimentern Nummer 25, 26, 27, 28. Dazu noch das 5. sibirische Regiment imb 5000 Mann Feldartillerie. Von di^eu 47 000 Manu sind 10 000 kampfunfähig. Askold, Grosowoi rc. Schanghai, 22. Aug. Die Mitglieder des hiefigen KonsularkorpS hatten heute nachmittag eine lange Besprechung über die Angelegenheit der ruffischen Kriegsschiffe ,Askold* und „Grosowoi^. Es wurde beschloffen, die ganze Angelegenheit der Regierung in Peking zu überweisen. Die Reparaturarbeiten am „Askold" sollen m 48 Stunden em- gestellt werden. London, 22. Aug. Die Kommandanten des Askold imb Grosow weigern sich im Einverständnis mit dem ruffischen General-Konsul in Shaughai dem chinesischen Befehl: desarmieren oder abdarnpien zu folgen und verlangen die Erlaubnis zur Reparatur ihrer Schiffe, die nach japanischer Ansicht Wiederher stellung nicht nur der Seetüchtigkeit sondern der Gefecbtsfähigkeü bezwecken würde. Ein japanisches Torpedoboot fuhr gestern in den Hasen und ankerte in nächster Nähe des Askold. Bei seinem Herannahen telegraphierte der Taotai nach einem chinesischen Kreuzer, erklärte sich aber gleichzeitig dem amerikanischen Konsul gegerü'iber für unfähig zum Schutze der 9teutralitSt. Die letzte Seeschlacht. Petersburg, 22. Aug. Der Kamps der Wladiwostok- Frenger mit dem Geschwader Kamimuras, bei dem die J^waircr 170 Geschütze gegen 70 ruffische hatte«, muß nach einer Schilderung der „Nowoje Wremja" als der hartnäckigste und b l u t i g |t e von allen Seeschlachten seit Bestehen derPanzer> flotten überhaupt bezcickmet werden. Auf den Kreuzern ,,Roffija" und „Gromoboi" würben 503 Mann außer Gefecht gesetzt. P e t e r s b u r g, 22. Aug. Bei der Rückkehr des Wladiwostok- GeschivaderS uach Wladiwostok erwies es sich, daß der Panzer'- kreuzer „Rossija" von 11, der „Gromoboi" von 6 ©cfd5ollcn biaxlv schlagen war. Beide Schiffe hatten über die Hälfte ihrer Ofslziere und 40 Prozent ihrer M ann schaf t verlor e u. Angehaltene frembe Schiffe. Dllrban, 22. Aug. Der hier cmgctrdffcnc Dampfer »C o m edian" berichtet, et sei am 21. August auf der Höhe des Jlnffes BaShec von einem ruffischen Kreuzer, einem früheren ausländischen Dampfer, angehalten worden. Dic Ruffen prüften die Papiere, gestatteten aber die Fortsetzung der Fahrt. S cT) a n a h a t, *22. Aug. Der anrcrikamjche Admiral Stirling erklärte, daß der am erikanischc Torpeb ob o otS- zerstörer ,Ehauncly" Dresche« oon Wujurrg nach etc feit) (Genesung. ValMsche Taqeslchau. mme Ttr „Bert Lok.-Anr " rnefbet ans Okannrnimbika Haupt- -mE ?r r'a n f e nahm am 20. ds. ehiiae Herero gefangen, bie anomer-, bei Harnakari batW Mamboleute aegen Deutsche gerockten. Die ^äi'ptlinge Mutate und Bania i'eien gefallen. Ern Teil der foerero, auch Samuel, rst südöstlich^ nach Otiikongo gegangen. M VH lenfels nahm am 19 Auaust 'die Wa^'rstelle Erindr-Endela mit vielem qi 'ieb nach hrc^em framtf e. Die Gefecktskrast des "Feindes scheint -»h^ck-n sehr Das Detachement Winkler stieß vor ermgen nördlich von CtiDwnbu auf sehr überlegene Herero- ^^en^md brachte ihnen zahlreich. Verlust- b-i. Alle Ab^luna^n fotm bun Feinde rur Umfassung der Flanke. Das Hmwta^rtier gebt zunächst ^ch^mkob)rero. Schanghai gebracht bade. Seine Rohrt habe mit dem hier erngetrosfenen lapanischen Torpedoboot m fcmerlci Beziehung gestanden. Röftlid) nerfpottct ein Gedicht her .Jugend' die Dschunkenmeldungen, die von Tschifu aus »er- r reitet werden: Fünstumderttausend Russen tot 1 Tokio stürzt zusammen! <^n Port Arthur herrscht Mäusenot l Das Meer steht hell iix Flammen l Kuroki hat die grüne Pest. Der Zar ergab beim SiegeSsest Sich dem geheimen Trünke — So meldet eine Dschunke. Tagtäglich kriegt man zu Gesicht „Es meldet eine Dschunke" . . • Dock Wahrheit ist an dem Bericht Natürlich nicht ein Funke. Der größte Quatsch wird uns erzählt, Als batte man zum Ziel gewählt, Lübsck alles zu verdunkeln. — Mit Dschunkeln ist gut munkeln! Aus ühii)t und Land. Gießen, den 23. August 1904. - Der gestrige Tag, der sich vom Morgen biß 3um späten Nachmittag, zu Ehren der Wiesccker Kirmeß, als echt blauer Montag präsentierte, mit blauem Himmel ^md blaue Luit, sodaß sich das Wiesecker Fest bei schöner öommerht in vollen Zügen gemeßen ließ, brachte wieder einmal die Bestätigung der alten Regel: „Man soll den -tag nicht vor dem Abend loben". In den NachmittagSstunden kletterte Celsius auf seiner Tbermometerskala bis aur 21 /?, mu gegen Abend ballten sich dng§ am Horizont dichte stnstcre Wolken- Der Mariue-Sanitäts-Vnte''osnzier K o s i a f, der bekanntlich einen Reger in Deutsch-Südwestafrika schwer mirhondelt, ist "vom 15. d. M. ab als Bureaugehille bei der Gewe^einsdek- tian in Kiel beschäftigt gewesen. Als di- Geruckte über ferne Verfehlungen bekannt wurden, wurde er seiner Stellung enr- 1 ass en. — 5 Linziere des Marine-Expeditionskarvs in Lnd- westafrika, Hauvtmann Licker, 2 Oberleutnants und 2 Leutnants sind aus der mobilen Formation ausgeschieden und dem Bataillon zugeteilt worden. qebilbe zusammen. Endlich erschien dann, "ach ^rm^ Gewitter - da« hatte sich schon m der Gegendvon B aam fet6 und Weilbnrg anSgetobt - der von den Landhut n lange bang ersehnte ergiebige Regen der, nach einer Pau, am Spätabcnd, die ganze Nacht über sich a> s gedörrten Gefilde ergoß. Alle Kartofse n Ko köpfe und d" *-* Neigung zum Regen zeigt. Ginifcrimrahe ** Auszei chn ungen aus Anlaß der K .if p in Mainz wurden in großer Zahl verstehen. . ) $ der Flügeladjutant des Grofcherzogs <^tterallnai°r v Wachter, nnd der Gouverneur von Mainz, ^eratte nant von V o i g t, den KroncnorDen 1. Mafft. OH eßen er Regiment ist nicht leer musste gangen, tfonnnaitbcur Cbcrft von Gr a e v en r tz erhtcÜ Roten Adlcrorden 3. filasse. Ob». Stein den Kr°ncn°rden^. und Musikdirektor Krauße das Kreuz der Inhaber o Königs. .-dausordens von HohcnzoNcrm ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 2b ent hält: 1. Bekanntmachung, die Anlage nnd Bcnuhung von Sprengstofslagern betreffend. Dom 5. August 1904. i. -öc laimtmachunq, Aeuderung deS Amtstitels der Beamten der Grosih. fiwfbibliothek betreffend. S. K. h. der Großherzog haben durch Allerhöchste Entschliegung vom 2l Julr 1904 su besiimmen geruht, daß der zweite Beamte der Hos- bibliotbe? an Stelle des AmtStit, ls ,.H°sbibli°thek°r" den "lmtätitcl Sberbibliothekar bet Großh. Hof- bibliothek" und die Sekretäre der Hofbchltothek an Stelle des Amtstitels „Hofbibliotheksekretär-- den Amts. : titel Bibliothekar bet Groß h. H ° fb rbli ° t h e k . ,u führen haben, sonne daß der wissenschaftliche Hulfs- arbeiter an der Hofbibliothek „S ü l fsbi bl,° th e k°r bet (v. r nfSTx 11aes Deutsch wäre gewesen statt „bei Hofbibliothek" der der Hosbibli°ch°^ f s r n b ° ch e r R e g t m e n t s k a P e l l e k o n- vertiert i m Reuen Saalbau. 5 Großh Hess. Ins.-Regis. Rr. 168 aus Of.enbach, die zurzeit in unserer Stadt einquartiert ist, wird am Donnerstag' im Reuen Saalbau ein großes Konzert Programm uub alles Nähere ist aus dem AnzetgenteU er- bi'uffcm. Eine ridytige Sd>ätuntg dieser hohen Summe ist nur < mönlirf) bitret) den Vergleick mit den Ausgaben anderer Kolonial- i hinten für ihre Kolonialkriege. Hierfür" bietet das. , ifben Varlamentc zugegangene Material einen reichlichen Stoff, ^anad) bat z. B. der Feld'ug gegen den Änllah Ni Somalilano ?i , Millionen Pfund oder 90 Millionen Mark gekostet, ohne daß bk Ärng f^n ganz abgeschlossen ist. .Fast auf d^Doppelte der Ausgaben für Südwe^afrika Tammt man damit. Dabei steht der Wert von Somaliland zweifellos hinter ^dwestafrika weit mrück. Auch ist die Sadw nickt gründlich erledigt, da der Mullah entflohen ist, nnd leickt zurückkehren kann. ^. Modcsta brach nach der Unterwerfung von Lobengula, dem ^uiptlmgder M^t - bele ein Aufstand der Eingeborenen an§, bet ben (5nnuuit)ern tänacr als ein Jahr zu schaffen mackste. Er bat eine Ausgabe von 2i/9 Millionen Pfund verursacht, kommt also darin dem 5>erero-Ausstande ungefähr gleich , den Kiilouialkriegen kommen viel grönere Ausgaben zum Bmidrcm, ‘Y»1 für ©übtrvftahiTa, so 5. B. für die Eroberung von ^ahome durck die Franzosen, die Unterwerfung deS Asckantirkiches, gegen iwltbc« bie Engländer zwei Feldzüge »"tcrnchmen nmsfikit, zu- erst in den 70 er Jahren und denn 30 ^alwc si.cker. ^ovefck:c dem Mutterland«: so hohe vasten auserlegtcn. sondern ununterbrochen erhalten die Lolo- nien für ihre wirtschaftliche Entwickelung von England In- -r.gr Ae,l-.Si duales hat es 1.0 Millionen Pfund (200 Millionen Mark auSgegeben, bis 1SS2 ein Glejchgewrcht m E nnachmu und Ausgaben eintrat. In England reclmet man mch wie in Deutschland daraus, daß. planten nach einer kurzen "Vanne Zeit llebers5nlsie bringen ,ollen. Den Wert von Kolo- nien suckt man auf anderen Gebieten nach langen praktischen Wahrungen. Zu gleichen Schlüssen Juhrt anef) lomat- nnftif Frankreicks, dessen Kolonie Algier über cm bjibcs ^ahr wmdcrt Zuschüsse von eftm s'^en Mill:erden verlangte, ehe man Erträge für das Mutterland erblicken konnte. Colrftt Aus gaben ükmnlch.m das Mutterland nicht nut nicht, londcrn bringen mit d r Zeit eine Stärkung. Hierauf wurde zweier im Laufe bc5 Jahres verstorbener Kameraden gedacht, nämlich Johann Kaiser zu Ober-WiddevS- heim Bimb Gg- Wolf V. zu Dauernheim. Der Bestand de Vereins ist 107 aktive und 44 passive Mitglieder. Vertreter der letzteren ist Herr Pfarrer Werner-Nidda. Der Verband, der jetzt 15 Jahre besteht, hatte im letzten Jahre eine Em- nähme von 390.54 Mk. und eine Äusgabe (je 40 Mk. Sterbegelder für einen Fall) von 294.77 Mk. Das Vermögen beträgt 1324.32 Mk. Der Rechner wurde entlastet. Der Vorstand wurde wiedergewählr. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten wurde mit Musik der Marsch in Krafts Saalbau angetreten, wo der Verband in Erimrenmg an die gemeinsam bestandenen Kämpfe und Gefahren noch längere Zeit in treuer Kameradschaft zusammen blieb. -t- Oder-Morkstadt, 22. Ang. Die Kriegervereine von hier, Dauernheim und Ranstadt begingen gestern nacl)- mittag im hiesigen Walde eine gemeinsame Gravclotte- feier, an der sich viele Itciiic ans den umliegenden Orten beteiligten. Die Festrede hielt daS Präsüdialnritglied Lehrer Will (Rendel), ^lkzessist Kalb Henn (Wirggräfenrode) sprach über den Wiert und die Bedeutung unserer Flotte ™ L^icht^v-rwuud-t: Major o. MühloufllS Sttrifichuh Ohr- Sergeant Albert Kroccker aus Kyril', Deick- St Ä! Cbaarm: Unteroffizier Bernhard Hoppe 2s Tokk-rmir, Sr. Ekblug. Schuß cm Rucken: *»*=: ah & Rüickfrld Sckun im reckten ycnogelen.. unter aus Nj-berlau-'ig, BajmcettstcS °m Kche: GEicr Arthur Curc, aus Lccv^ig.Husiichuß. ^ r«ter r.fto Puick ans Hamburg, SÄuv durck) den Racken. ^ vfreiNr Reblings aus Alt st ad en, 3tüH ^(hüFie im ^ckulz aus Svandau, Sckuß im Untenckemel. 0)cimter #yr . Dhimm aus Arwocken, Quetschung tm reckten ^/ - ?eiter ©eara Ditewig aus Riedersaulheim, Rrellickun am reckten Für'- Reiter Wilhelm Kemper aus Hamm, Prellicauß am Ä Cbm-Ä Robert Tb^m -ws KttwUben Streifschuß am 5)alle: Lberle. tnant Muller, mit ge iHmt (3-'bim rd ütterung unD Bruck d"s linken -ckumeld.ins. Die Angaben der Namen der Gefallenen und Verwundeten her Abteilungen Estorfs und tzevde folgen. Verhältnisse einAurichten. hed < __ ein Wcltpoli-.eiverein nach dem Muster de.' . Weltpostvereins wird von den PolizeibeH?rden verschiedener Städte des In- und Auslandes ins Leben zu rufen bea^ ,'icktiat "n Deutschland, Qeftcrrerch. Belgien und Hol.and wttch^gmwärtcq lebhafte Propaganda für das Untni^hmrn aemacbtt Der Verecci soll eine gc-genserttge Derstandigung ber verscknedenm Staaten in Polrzersachen bezwecken. - Die ^Rordd. Allg. 3tg-" schreibt mit BeM auf dre Erllärnng des Ged. Kvmmer^ienrats KirRh^b^be, wonach dem H a n d e ls m r n t st e r Moller da- ^cro recht im ckchlensyndi^at angeboten worden sei, ohne daß der Minister dieses Recht afreptreren tvollte^ Gin Vetorecht ist dem Fiskus weder ongebotcn, noch ist dem- selben nabegelegt worden, ein solches zu verlangen. Der Hcmdelsministcr bat Herrn Kirdorf ^t Mgmn o Ünterreduna crHärt, daß der Zutritt des k>rslus zum Svndikat für die erworbenen Zechen und Felder wegen der bei deren Erwerb abgegebenen Erklärungen enu Politischen Gründen unmöglich sei. c m r, r n w. Rorden, 22. Aug. Ter Reichskanzler Graf v. Bulow, begleitet von dem Regierungspräsidenten Prinzen von Radibor und dem Gesandten v. Below ist zum Besuche des Präsidenten des 5xrrenhauses, Fürsten zu Inn und Knvvbauscn auf Schloß Lühburg eingctrosfen. o («r c i % 18 Aug. Gegen Ende des vorrgen Jahres erreL"es'Äusschen.° als die Rachricht verbreitet wu^ daß der Regiepungsrat tn Reuß j. t. Dr. O e h r i ftürM Reuß ä. L Kammerdirektor mit dem Mtel „Gey. Lberkabinettsrat" vom Furstcnregenten pursten tSeinridi XIV von Renß j. i!. ernannt worden sei. -.11 'll^-beime Qberkabin-ttsra't" verwaltete von Bern aus sein Amt solanqe die Amtswohnung im hiesigen Schlosse noch nicht beziehbar war. Ehe es aber zum Beziehen der Wohnung kam, wurde im hiesigen -^vtsblattc verkündet, hnb Tr Cchrt den Titel „Gehermer Kabntettsrat -u Unrecht führe Dr. Oehrl verschwand und soll fetzt uilgcbltch^ Ä&eit wohnen, wo' er MW feinet »läge «egen de n Fürst eure gen ten von Reutz a. x. aus Anerkennung des Titels entgegensieht, ^etzt wird min weiter amtlich bekannt gemacht, dost der Oberkammerrat Freiherr v Eornbetg zum Kammerdirektor ernannt worden T^ach scheint Tt Oehrl aus der Liste der hiesigen Hof- beamten gest-richen zu sein. “ Der Aufstand in Aeulsch-Südweüasrika. General v Trotha meldet: Der^Feind ist mit starken n 1 l'eÄ’fn Ä X rtÄ auTSo^ Ä ’aef aVt en. '«HLH M-H. tenfcd am 19. August batten die ö erero erhebliche Der- Inste. Dauptguartier am 21. August m ^tjtrt. Die Verlustliste, Die lange schmcrzllch vermißt routix, ist endlich erschienen. Ausland. m . f. q?otrou 22. Aug. Der frühere Präsident M “u'kb ViÄÄ Sn’Ätt s cke?B ersicker u n «E « J1* S"Xete das auf der dreifachen Bei«slicht Alters "de-> Unt-mefymnS und des Staates beruhe. n 22 Aua Die gestern tnt Umlauf gewesenen Dtutsches lleich. Berlin 22. Aug. Der Kaiser wird am 2. September die große ckierbstparade über da? Gardekorps °bh"kten. Am 'Abend findet im Lustgarten großer st-wenstre,cd statt, der von sämtlichen Spielleuten und Kapellen deS Garde^ korps ausgeführt wird. An einem der toten Tage des Monats findet im steughause d,e »-erbe der „euer g mit neuem Tuche versehenen Fahnen de? 9. Armeekorps in Gegenwart der kaiserlichen Familie statt. .. .- spack, Mitteilungen von gut unterrichteter Sette ist es durchaus nicht cmsgeMossen. daß der Reichstag schon früher ein berufen wird, um zu den S. au [Tm er trägen SteNnngzu nehmen. Man hofftneuer, ding«, auch mit den übrigen -taaten, nut denen verhäng lun'qen über einen neuen T arcsvertrag eingelettet worden sind, in nicht zu langer Seit zu einem tlbschluß zu r°'nm.cP' sodaß, wenn auch nicht alle, w doch die meisteu iind wich- ttgsten Handelsverträge dem Reichstage Ende LIt ber oder Anfang Rovernbcr unterbreitet werben konnten.^ Man bi l es für wünschenswert, daß, Ivarn bis nAucn .’oanbtBöe trage, wie beabsichtigt, am 1. Januar 1906 in Kraft treten sollen, die bet,essenden Reichstagsabi..)lu,? moglichst vor '^m Ende dieses Jal-res stell haben, um sich auf die neuen ^Es fielen in dem Gefecht am Sa_terbcrg am 11 Aumm: Sxrutrmann Rudolf Gansser aus chtuttaart, Kvvi- ickiist- ^Qimonr Graf v. A r n i m; Leutnant tvnebnd) Sept o ro aÄDrä^Scknß in den reckten Oberschenkel; ^ergeant Anton ofngf aus Amsdorf, Sckuü durch Kow' und , Cergeaiit Adolfs Leopold auS Kuppenheim, Bruftschuv: Gcfreiter^tlo Seiferr aus Reisickt 'Preuüen', Sckun rn die Brust, ^^r Iohaimes K r l ÜI aus Gundelfingen. KopfsRetter Wlldelm aus B"ltuadt, ödnib in den >?au?, Jicirer Rohrbach aus WtttelSheim. SÄltz in den Unterleib: R^r Sari Latusek aus EllguthMeubenh fiovfichuv: R-Uer ötani Serntete aus @ngetbüt5f^Ten, Schutz ni bte ©nu.. Schwer verwundet: Oberleutnant Atwck Strec ms aus Mülhausen hn Elsaß, Schutz in den retten Oberarm, Lmwant s Walnr aus Leidenhenn m DuNtcmberg, cimb «b« linte Sdiulier; Hnteroffiiier flern-arm Schill aus sttw'm, ^*ut nr brr ^-mfi* Gefreiter Emil Moni"er aus Att-Rogniv. ' l— rcxren ^nie; Reiter Lover Buchner aus Lan^hut (Bar^rn, Schuß"cm Sein: Reiter Jobannes Winpek aus Vramb, Lchutz SrSLf gleitet Wichael Poullis aus Pogcgen. Schuß ,m Bem. R,-it»r Mar Treßier ans Berlin, Schuß im (tkwfi: Geireiter ^'ilbclm' ^ang** aus Erdeborn, Sckuß in linken Mittelfinger. AdÄ Radtke aus ReeN 'Kr. Amswalde^, Sckub ml Knkm ^L^lenk- Reiter Rickard Reste auS Lopvow (Kr^Landsberg , in' der linken Schulter und rechten band: ^tatar Arüon sÄ aus Radsteiu Neustadt), Streisichuk am Kopf, Schug Die Kosten de8 Herero.Aufstande8. <7- Aufstano und der Kampf in Südwestafrika soll einmal , mtifV-. 'Seite betrachtet Norden. Ctync Zweifel dem Reichstage im Herbsie ruhende Nachtmgsttat die °^ron 3?'Millimcen Marl übcrschrectm und die ck-esamt. tofrn jüt xa Aufstand sind mindestens nut 50 Ä 11 i o n e n ju W«St>n der Jagd. Lustig hat es gestern bei erflen reauerischen Wetter nach langen Wochen oe- ängstigender Türrc im Feld alleitthalbengeknallt und fch^ steht das Feld hu hn auf der öpeifeTarte, ein öou ineteu langersehnter Leckerbissen. Etwas sind nun bte ertoaTtou^CTt der Jäger doch enttäuscht worden, denn ganz so ^i^nhast, wie man gehofft hatte, sind die Hühner ntcht vochan^n. Fmmcrhin^dürscn die Fagdbestande recht Aber sie müssen eilen, um eine hohe AchchntziMer gn erreichen, denn die eigentlick)e Hühnerjagd wrrd bet dem immer kahler werdenden Felde nicht lange wahren, gar bald werden die Hühner auf den Stoppeln liegen uub ta halten sie nicht mehr". Der Abschuß wtrd daher sehr ra ch recht erschwert werden. Im allgemeinen^ sind dte Hühner gut ausgewachsen, trotzdem fehlt e» auch cm n’Ä?* ». m i *,.«..>•• • -E Teröffentlidjuns des Aachftctxmden i Z u ®e P ‘ e" Mehr als drei Jahrzehnte mit reichen natxonaten Urlcmirn bSta* WnoFin^bie’™6?wn,^&rn°nber uE^eMchew dafür, unseren Tank für das von unserem tachcren Heere damÄs Ä\$vn 7s''vLg^ ÄtViÄnberc wie früher tzLLR-LZWWW VÄ KeSüÄg CrwnaS<^etoi^C -ullusttlsim' M^'^lche ^r^eS aWK «Ä Geister, auf Einladung des Radfahrervereins Lollar 4 Rachvarvereine vttsanrmelt und gründeten eine Derernigung der Radfahrer vereine in der Soffsiung, daß sich die ubrrgeu Lanv vereine bald anschsießen. W Nidda, 22. Aug. Der Veteran en verband “‘"arbÄ"’x‘ ;k-.L7..LL"Ln und' Ehrenzeichen dekoriert evsch'enen. Präsident Deßberger ' hieß die Versammelten willkommen und forderte sie auf, ihre > Treue und Anhänglichkeit dadurch Ausdruck ,u geben, daß sie nui den Kaiser und den Eroßherzog cm kräftiges Hunah ausbrächten. ES wurde zugleich ein BegrüßimgStelegmmm an den Großherzog g°wndt' den, unwande ba»i^reue gelobt wurde. Auf dieses Telegramm lief im Lauf deS TageS Ot3Cn$Cm1 Spietre bei Ubermie sind 50 Häuser abgebran üt. Die Bevölkerung ist obdachlos. * Aus den Alpen. Wie dem1 „N. W. T." gemeldet wird, wurde der Mailänder Maler Frederico A sh top in einem Wildbatt, nahe des SimplontunnelS tot aufgejMden. Man glaubt, daß Ashton verunglückt ist. r- Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 22. August 1904. (Mitaeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) deutschen Firmen erscheint es dringend geboten, nicht nH.r oaubenaratioTtett genau und richtig auszufertigen, sondern auch möglichst einen Spediteur mit der Abfertigung der Warensend- uMen zu betrauen, da selbst kleine Schreibfehler in den Deklarationen knippndbche Zollstrafen zur Folge haben. Alle Ge- russischen Zollämter sind stempelpflichtig. Falls die geietznche Stempelgeoühr nicht beigefügt ist, werden die betr. Gauche entweder gamicht oder günstigenfalls mit der Aufforderung zur Erlegung der Stempelgcbühr beantwortet. Bei Inkassos bediene man sich nicht eines sog Jnkassobureaus, sondern der Vermittlung, emes tüchtigen Rechtsanwalts oder soliden Bankiers, Zwei Tage alt, da zeichnet man Ihn schon als Regimentschef aus. Und seht! Gleich zeigt er, was er kann. Er kommandiert schon: Brust heraus! 26 ent- ,n9 von 2.^ lteu der verzog li 1904 r Hof. lr" den H o f. 'M an lothek' e hülss- turbei öliges bei der Familien-Uachrichten. Geboren: Ein Sohn dem Herrn Dr. Hussel und Frau in Mommenheim. Gestorben: Wilhelm Döll in Darmstadt. Frl. Karolina Strunck in Darmstadt. — Frau Ida Köhler, Lehrer-Witwe, in Wingershausen Heinrich Metz in Avoenrod. Berufungsinstanz fällte ein Urteil, in dem allgemein ausgesprochen wurde, daß für jüdische Kinder eine Verpflichtung Lur Teilnahme an dem jüdischen Religionsunterricht nicht bestehe. München x 22. Aug. Das Kriegsgericht verurteilte den Rittmeister Maximilian Frhrn. v. Horn wegen Betruges, Fahnenflucht und Sittlichkeits-Vergehens AU 6 Jahren 3 Monaten Zuchthaus, Ausstoßung aus dem Heere rmd zehn Jahren Ehrverlust. Nürnberg, 22. Aug. Die Strafkammer verurteilte den Kommis Brurw Bergner, der vor Jahren in der Berliner Niederlassung der Dresdener Bank eine Obligation entwendete imb zuletzt in einem Nürnberger Bankhause 6000Markver untreu te, Panse aus. 5unb 3o9eien a9 noch Kunst und WissensAaft. Mannheim, 22. Aug. Wie die „Neue Bad. Landesztg." mitteilt, ist Herr R e u ck e r vom Züricher Stadttheater der prä- sumüve Intendant des Marmheimer Hof- und Nationaltheaters. — Vom Im Pfzwang e. In der „Zeitschrift für Sozialwissenschaft", die oon Professor Dr. Julius Wolff in Breslau herausgegeben wird, .findet man Angaben über den Jm)ffzwang in der Schweiz und die daraus von Prof. Ad. Vogt in Bern in der „Zeitschrift für die schweizerische.Statistik"^ gezogenen Schlußfolgerungen. Danach ist in einer Neih^ von Kantonen der Impfzwang im Lause des verflossenen Jahrhunderts eingeführt, in manchen davon später wieder aufgehoben, niemals eingeft'chrt aber in Uri, Aargau und Genf. Durch die vergleichende Statistik ist nun ermittelt, daß die Pockenmortalität in den Kantonen mit Impfzwang in den Jahren 1876—1900 von 41 bis auf 4 Prozent zurückging, in den impf- zwan gfr eien Kantonen von 55 bis auf 2 Prozent. Nun schließt Professor Vogt aus der Tatsache, daß die Bevölkerung in den Kantonen ohne Impfzwang zusammen genommen in den 25 Jahren prozentual eine geringere Dnrchschnittsziffer an Pocken st erblich? eit hatte, als diejenige in den Kantonen mit Impfzwang, nämlich 17 gegen 25 Prozent, daß der Impfzwang nur nachteilig gewirkt habe. Ferner weist er an der Hand der Tabellen darauf hin, daß die Pockeusterblichkeit in beiden Kantongruppen stetig zurückging, und daß dabei der Rückgang in den impfzwangfreien Kantonen ein dreimal größerer war als in denen mit Impfzwang. Arbeiterbewegung. R.6 w-P o r f, 22. Aug. Die Stadt Eripple-creek war gestern der Schauplatz blutiger Unruhen. Die ausständigen Bergarbeiter stleßen mit der Polizei zusammen. 40 B er flat b e i t e r wurden tätlich verwundet. Nachher kam es zwischen Arbeitswilligen und Ausständigen nochmals zum Zusammenstoß, wobei ebenfalls viele Personen verletzt wurden. Die Polizei konnte schließlich, nachdem sie Verstärkung erhalten, die Ruhe wieder Herstellen. __ Privat-Diskout 26/8 Prozent. Oeft. Kredit. ♦ Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Grrß . . o^ndenz: ruhig. Essen (Rllhr), 22 Mg. In einer gestern in H eine abgehaltenen Volksversammlung wurde eine Resolution angenommen, die sich gegen die Verstaatlichung d e r H i b e r n i a erklär!, weit dadurch deutsches Kapitalins Auslandgedrängt und die wirtschaftliche Lage der Bergarbeiter und der Gemeinden verschlechtert würde. Die Resolution wird an die Regierung imd den Landtag gesandt. (Frkf. Ztg.) Zum Gelsen kircbeuer Tru st. Einen foldien muß man die Interessengemeinschaft O^lsenkirck^n-Schalke-Aachen nennen, denn bleiben die Werke auch cinflloeilcn selbständig sortbestelMr, so werden sie doch früher ober später sich zu einem geschlossenen Trust vereinigen, ähnlich wie es bei den beiden elektrischen Gesellschaften geschah, die kürzlich die Vereinigung vollzogen haben. Weiter ist man in den Kreisen, die mit tonangebenden Persön- lidVEcifcn Fühlung haben, der Ansicht, daß die neueste Fusion nicht das Endziel der Erpaniionsbes^ ' ungen der führenden Mon- tamnimftTiencu ist. Eine Reihe ärusicher Projekte befindet such wobl noch im Stadium der Gä-brun^ Der Trust Gelsenkirchen muß sogar die bestehendem, Konzen,cationspläne der anderen großen Kohlen- und .HüttengeseM)aften rasch zur Reife bringen. Aus diesem Grunde kann sich in erster Lrnre bte Börsen well für den näckfften Herbst und Winter auf eine neue (Serie intcrcffnnter lleberraschungm gefaßt machen Ob nun alle diese neuen Gn,l>- piernugeu, die sieb herausbilden, für die Allgemeinheit von Segen sind, das ist eine Frage, die sich, nicht so kurzerl>and und nicht an dieser Stelle beantworten läßt. Export nach Rußland. Für die nach Rußland expvr- Svereins irr ^malpwsi- Mt W pttmber! «ftlckmrßar ibrrron gt* TMdMtz tiK sgrMbM * Kriegs* jchlich 9l«un damals kd-LAp •q.ngtn tena) >’•; ^Maligen m flinL und nt »ü j®“ Vollen Er- rjr'mienS^ nr,’ »ieN* nab IN - jxft. dannsvll nrf Gtotob®» w ihr« Ö* taui' 'S aiÄfrcitt ;;r6* .Jrtbonb» V . $*- 1 40 t(flv D-c 23. August. 27.40 Giesrener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 24. August: Allmähliches Aufklären, nur noch vereinzelt geringer Regen, bei kalter Nacht tagsüber etwas wärmer. ___________Näßeres durch die Gieüeuer Wetteckarte.___________ Ih'in'lti' Meliumaen. Originaldrahimeldunpen des Gießener Anzeigers. Berlin, 23. Aug. Der Großherzog von Hessen wird einer Einladung des Kaisers folgend am 1. September in Berlin eintreffen. „ Berlin, 23. Aug. Bei einem Eisenbahnzusammenitoß bei Khan in Südwestafrika wurden zwei deutsche Eisenbahn- b e d i e n st e t e ge t ö t e t. Breslau, 23. Aug. Aus Steinau a. O. wird gemeldet, daß in Olschen und Zechelwitz prähistorische Wohnstätten aus der Hallstädter Periode und eine slawische Wohnstätte m i t M a b l st e in e n und sonstigen Gerätschaften entdeckt wurde. In Lossen fand man eine prähistorische wohl 2000 Jahre alte Eisenschmelze und in Kunersdorf prähistorische Gräber. Kaiserslautern, 23. Aug. In der Vorderpfalz gmg gestern ein schweres Gewitter nieder. In Speyersdorf schlug der Blitz mehrere Male ein und zündete. Drei Wohnhäuser, sechs Scheunen und eine Anzahl Nebengebäude wurden ein g eäsch ert. R egensbn rg , 22. Aug. Katholikentag. Heute imch- mittag begann die erste öffentliche Versammlung w ter dem Vorsitz von Dr. Porsth> der in einer Begrüßungsrede das Wesen der Katholikentage besprach, .die nicht von parlamentarischen Zentrumsfraktionen geleitet, sondern von selbst aus dem Empfinden des katholischen Volkes heraus geschaffen seien. Redner mahnt zur Aufrechterhaltung des konfeffionellen Friedens und erklärt, die Katholiken wollten lediglich die Rechte und Freiheiten, welche die Andersgläubigen in den Bundesstaaten genössen. Nachdem hierauf die anwesenden Bischöfe der niedergeknieten Versammlung den bischöflichen Segen gespendet hatten, brachte der Präsident ein Hoch auf die Bischöfe aus und begrüßte den Protektor des Katholikentages, den Fürsten Thurn und Taxis. Hierauf folgten meljrcrc Vorträge. Um acht Uhr abends wurde die Sitzung geschlossen. Cambridge, 23. Aug. Die hiesige Unwerfttat ernannte gestern in Gegenwart des Premierministers Balfour zu Ehrendoktoren: die deutscheü Profefforen Julius Wilhelm Brühl, Chemiker in Heidelberg; Adolf Engler, Botaniker in Berlin; Paul Heinrich oon Groth, Mineraloge in München;. Albrecht Koffel, Physiologe in Heidelberg; außerdem^ Prof. Schuster, Physiker in Manchester. Z ü r i ch, 23. Ang. Am Calanda ist der Tourist Büchele aus Chur, am Santtis sind zwei junge Manner tot aufgefunden worden. Am Regi stürmte ber Tourist Löwenbach aus Wien ab und wurde tätlich verletzt. Wien, 23. Aug. Seit gestern nachmittag ist in 9anz Oesterreich-Ungarn ein vollständiger Wetterumschlag eingetreten. Es regnet fortwährend, die Temperatur ist gesunken. Gablonz, 23. Ang. Die Ei gentümer der Wrzlich, niedergebranuten Celluloidfabrik, wobei vier Kinder verbrannten und ein fünftes nachträglich an seinen Brandwunden gestorben ift Wuard Hirsch- ma nn ii. Sohn, wurden unter dem Verdacht, die Fabrik in Brand gesteckt zu haben, verhaftet. Petersburg, 23. Aug. Durch einen Tagesbefehl des Kaisers vom 22. August wurden 2039 Junker zu O ffi- zieren befördert. » * Vow Kriege. Petersburg, 23. Aug. Augenblicklich befinden stck im Innen Hafen oon Port Arthur 2 Torpedoboote und 3 große Kriegsschiffe zur Reparatur. Andere Schiffe befinden sich noch int Kriegshafen. Tsingtau, 23. Ang. Der deutsche Konsul in Port Arthur meldet, die M ilit är-A tt a che es sehr gut Manbelt werden, daß sie jedoch deiner Belagerungs-Operation b ei wohn en dürfen. Ts.chifu, 23. Aug. Nachrichten aus bester Quelle besagen, daß die Japaner wiederum einen Angriff auf Port Arthur unternommen haben, jedoch 'mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden seien. Die Gesamt Verluste der I a p a n e r seit Beginn deS Sturmes auf Port Arthur sollen mehr als 50 000 Mann betragen. — Ein hier eingetroffener russischer Flüchtling erzählte, daß die Ia pan er sich derTaubenbai bemächtigt haben. Weiter wird berichtet, daß die Japan er Liautifckien eingenommen haben. Die Lage Port Arthurs sei' verzweifelt. Petersburg, 23. Aug. Der Kommandant von Port Arthur, Genernl Stössel, hat einen Brief an einen hiesigen Freund gerichtet, worin er sagt, in Port Arthur werde sein Grab sein. Telephonischer Kursbericht. Dank. 04762 Meßen, den 22. August 1904. Via Mittel zum Sparen ist ES loben ergebenst ein MT66 Schirme Gießen ausgehoben. 78 DaS Restaurant ist die DOtt Chocolade Eine sehr schöne L- bis ^ZimmerioshiiuW ». 5 MAGGI Mietge suche Mellrll-Gtluche Zu verkaufen (Offene Stellen ÄanfGesnche Llerschredones Bit vermieten JNKÄM. Vereine ifloselthal öie&cn, Blcichstratzc 5. Dezente Bedienung. separate LalouS. 04Ä04 ft. Biere und Weine. 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