Erstes Blatt Samstag 23. AprilL904 Y-zug-pretA, monatl vtettel- B la'. 4 . * ft iS Ai U s 0 / s ♦ 0 d tf ft f* rt ft »5 154. Jahrgang gc= die s° S Zs- Grüneba Giesset Telephon 44L orteilhafteste $ und Wohnung^ i -SS ff s r -Es hatte Keiner den Mut, zu widersprechen, auf die Gefahren mumerksam zu machen. Die ganze Konierenz war eine einzige Phraseologie; nicht eine Frage hat sie praktisch gelöst. Ueber- haupt, es ist Illusion, den Arbeiterschutz inter- ‘V*1 L.°.£ ae !. '"°chen zu wollen. Jeder Staat steht doch chließlich f ü r d i e I n t e r e s s e n s e i n e r I n d u st r i e." Das herbe Urteil, das damals Fürst Bismarck aussprach, hatte, soweit die tatsächlichen Ergebnisse in Betracht kommen, Berechtigung. Damals konnte vom Arbeiterschutz im Auslande kaum die Rede sein; die Vertreter des Auslandes bewegten sich dadurch auf einem ihnen wenig vertrauten Boden. Inzwischen aber hat die deutsche Ar- y he 5 c 5 2 = 3- ch-- ' 5 6 5 - ~s h jj ♦ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Bekanntmachung. Die Abhaltung von Körterminen zwecks Aufnahme der Zuchttiere in das Provinzial-Herdbuch im 1. Körbezirk. Wir haben in unserem heutigen Morgenblatte Notiz nommen von einer durch ein schweizerisches Blatt an ... Oeffentlichkeit gebrachten Darstellung eines Vorkommnisses, das mit den Anstoß gegeben haben soll zu Bismarcks Entlassung. Cs handelte sich um die erste internationale Arbeiterschutzkonferenz. DaS schweizerische Blatt meint, für Bismarck habe die gleichzeitig vom Kaiser nach Berlin einberufene Konferenz unbequem gelegen. DaS kann unmöglich stimmen. Denn nach seiner Entlassung hat er sich über die Berliner Arbeiterschutzkonferenz einem Journalisten gegenüber ganz unzweideutig ausgesprochen. Er ist es nach seiner eigenen damaligen Versicherung gewesen, der selber die Berliner Konferenz herbeigeführt hat. Freilich mag er besondere Hoffnungrn auf eine solche überhaupt nicht gesetzt haben, und um möglichste Erfolge dennoch aus ihr zu erzielen, bestimmte er die schweizerische Regierung, auf eine Berner Konferenz zu verzichten, und veranstaltete sie nochmals in Berlin, ließ sie also unter seinen eigenen Augen stattsinden. Unter diesen Umständen hatte er doch gedacht, die Konferenz würde „rote ein Sieb wirken", sie würde sich „gegen die allzu große Begehrlichkeit der Arbeiter aus- svrechen, gleichsam Wasser in den Wein gießend Das geschah aber doch nicht. Einem Journalisten gegenüber sprach er sich damals folgendermaßen auS: Ausland. Barcelona, 22. April. Nachdem die geheime Unter* fuchung in der Attentats-Affäre gegen den Mi- nisterpräsidenten M a u r a beendigt ist, kann der Attentäter Artol, mit seinem Anwalt wieder verkehren. Artvl erklärte, er sei kein Anarchist und habe überhaupt keine politischen Ideen, da in seinen Augen jede Politik mir Komödie sei. Er habe gehofft, sich von der Arbeit frei zu machen, habe aber einsehen müssen, daß er sein Leben lang ein Sklave bleiben werde. DieS habe ihn veranlaßt, sich an der Gesellschaft zu rächen. Washington, 22. April. Bei einem Empfange deS Mitarbeiters der „Nat.-Ztg." durch den Präsidenten Roosevelt betonte Roosevelt die Gemeinsamkeit der politischen und sozialen Interessen beider Länder und den deutschen «Einfluß auf das amerikanische Geistesleben. Roosevelt erwies sich im Gespräch alS bewundernder Kenner der deutschen Poesie Schließlich sprach der Präsident sich sehr erfreut üb^r die angenehmen und guten wechselseitigen Beziehungen zwischen' den Gelehrten, Künstlern und Schriftstellern beider Ander aus. zio ein Pseudonym. Sein richtiger Name ist Antonio Rapagnetta. — Franz Adam Beyerlein zum Major Ve« fördert. Der Mailänder „(Sortiere della Sera" hat Herrn Franz Adam Beyerlein, den Verfasser des RomanS ,^ena oder or Peter Behrens, früher in Darmstadt, jetzt TEor der Kunftgewerbeschule in Düsseldorf, ndt &n>ei bemerkenswerten künstlerischen Schöpfungen vertreten. Einmal mit einem Ziergarten, der nicht nach dem Schema! des englischen Parks entworfen ist, sondern an die Form der Ziergärten anknüpft, wie sie zu allen Zeiten hochentwickelter Kultur — Gothik, Renaissance, Barock, Rokoko, Empire — in verschiedenartiger aber immer fHIifiertet SMfe entstanden sind. Einen solchen stilisierten Ziergarten hat Behrens durchaus selbständig im Geiste unserer Zett geschaffen. Außerdem hat er die Architektur und Innendekoration für das Gartenrestaurant „Jungbrunnen" entworfen. Der elegant und vornehm eingerichtete Jungbrunnen" zeiot einen neuen ThpuS emeß alkoholfreien Restaurants, der mir den bisher in Deutschland beinahe allein vertretenen Volks-Speise-Hallen nichts zu hm faxt. Dei dem lebhaften Interesse, das die Alroholftuge fett langem im Auslande, besonders England und Amerika gefunden hat, und in letzter Zeit auch bei den gebildeten und besitzenden Ständen Deutschlands findet, dürfte das ich an den Ziergarten unmittelbar anschließende Restaurant lebhaftes Interesse erregen. SRik 95 täglich ner|i=i Sonntag«. Dcir.dOli »mer Anzeiger werb» r Wechsel mit den, i$fl chen Landwirt die ('iMl'iier Familien« llidl'jtm «rmal in der AM beigelegt. RotaM^d-ruck u. Ver» lag WiL rühl'schen Uiiirw-b-ich-u. Stein* brudtiri BL Lange. BUbanßn, Expedition i Traueret: LW-ißiraße 7. Ährtitfi üc Depeichen: Gießen. gern rpt imichluß Nr. 61. Die polittfchen Verhältnisse werden wohl gleichfalls bald zu einer entscheidenden Lösung gelangen müssen. Entweder kehrt Deutschland wirklich wieder und für immer ™ Die Nacht der alten Zustände zurück — und bann ist alle Wissenschaft eine Lüge, alle Philosophie ein bloßes Spiel des Geistes, Hegel ein dem Irrenhaus entlaufener Narr, und es gibt keinen Gedanken in dem Zufall der Geschichte — oder die Revolutton wird bald einen neuen und entscheidenden Triumph feiern. ... Das wird ein Kochen geben! liefen Frühling steht Europa in Feuer und Flammen. Wer das nicht sieht, ist ein Tor. Gnade Gott dann unserer preußischen Wirtschaft. Durch die Novemberereig- msfe sind jetzt auch dem Dümmsten die Augen geöffnet, die November Verfolgungen sind der größte Hohn auf Recht und Gesetz gewesen, und die Lehre wird feine verlorene fern . . ♦ — Die Liebe zwischen Gabriele d'Annunzio, dem italienischen Poeten, und Eleonora Duse, der italienischen Tragödin, ist aus. Der Dichter macht jetzt einer Dame der höchsten italienischen Aristokratie den Hof. ^auptet, daß mit dieser neuen Liebe für ihn ein völlig neuer Lebensabschnitt begonnen habe, den er äußer» llch dadurch kennzeichnen will, daß er sich einen neuen Name n beilegt und schweizerischer Bürger wird, -^as letztere, um sich von feiner ersten Frau, mit der er schon längst nicht mehr zusammenlebt, scheiden zu lassen. In Italien ist ja die Ehescheidung nicht eingeführt. Die neue Angebetete des Dichters ist die verwitwete Gräfin Carlotti, eine Tochter des früheren Ministerpräsidenten di Rudini. Sie zählt erst 26 Jahre, ist eine stattliche Schönheit — einen Kops größer als der Dichter — und besitzt ein Vermögen, das auf 20 bis 3(L5VJIi°n€n Lire geschätzt wird. Sie hält für gewöhnlich in ihrem herrlichen Schlosse Scavenaghe am Gardasee neben dem Kap San Bigilio mit Kavalieren und Damen glänzenden Hof. Nicht selten unternimmt sie mit emer ganzen Reihe von Viergespannen von ihrem Schlosse ^ch irgend einem ihrer anderen Dchlösser. Die Eisenbahn benutzt sie nie. Daß sie im ffanbe wäre, Gabriele d Annunzio zu heiraten, läßt sich nicht von der Hand weisen. Aber der italienische Dichter möge sich doch den halknonischen Schlußreim seines deutschen Kollegen Otto Erich Hartleben zu Gemüte führen: Heiraten sollte man, ivenn's irgend geht, vermeiden. Schon ob der Scherereien mit dem vertrackten Scheiden. Uebrigens ist der Name des Dichters Gabriele d'Annun- iäbrlich Mk. 5L2O; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch oiePoslMk.L.— oiertel- iährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormütagS 10 Uhr. ZeilenvreiS:lolall2Pt. auswärts 20 Psg. Verantwortlich iür den poliL und allgem. Teil: P. Witt ko: für .Stadt und Land^ und .Gemchlssaatt: August Goetz; für den Anzeigenteil: Han4 Beck. Fruilleton. Ei m: bemerkenswerte Aeußerung des Prinzen Wil- ! ?li!i 11.:;- peufien, späteren Kaisers Wilh elm I. über Rus, l'!mi> befindet sich in einem Briefe an den Minister von 9? lireiniffeT, der jetzt durch das Berliner Antiquariat von Ebr' Frensdorfs zum Verkauf gestellt wird. Der Bric. ir fritiert „Berlin, den 5. Juli 1855" und handelt hauvts.D'.ch' von dem verstorbenen Kaiser Nikolaus I. von Rußlavtt! Der Prinz schreibt über feinen Schwager: „S 'iüt cir mehr schmerzt es mich, daß eine so große Seele e 1 ie Heimgegangene, die letzten zwei Jahre ihres Tafi in: ;is it in der Höhe und Reinheit politischer Größe sich 6e r hat, die ihr sonst so eigentümlich war! Meine -10 jä hv i freund sch ast zum Kaiser hat stets darin be- stauden''.. >Ltß wir uns gegenseitig die Wahrheit sagten, '"ch ii( 7 F ic uns nicht gefiel. Das tat ich 1850 in Warschau, wie 18 r an Olmütz. Meine politische Auffasiung seiner orieiitai'Bjait Verhandlungen ist heute noch ebenso ent- icr- -eng und tadelnd, wie zu Olmütz. Vor einer l'omraf "itr ^ropäischen Koalition hätte der Kaiser sich mit Ehüi: .zurückziehen können, Preußen hat diese Kom- Vaftlicii::: trümmert, darum wollte und konnte Er sich nicht 3- vieTien, weil Ihm dadurch die Möglichkeit ward, F gi seinem Unrecht hervorzugehen. Und so wird e§ nud ’P ^'chehen unter feinem Nachfolger. Dann tanzt Pr euf-gg-’n und Deutschland nur nach Rußlands Pfeismcke zu Jütlano und Olmütz. Ihr Prinz von Preuße:!»' De iriikns dieses Briefes beträgt nach dem uns vor- liegei'di —-rialog des genannten Anttquariats, 100 Mark. DieÄi'r Anttquariatsbuchhandlung bietet in ihrem Antimc'nr:si-Kataloge Nr. 6 (Zur Geschichte der nationalen Vcw i;ri und deutschen Einheitsbestrebungen) auch einen f L Hi storiker und Sozialpolitiker interessanten Brief Lassa ffileg5 zum Kaufe, den dieser am 25. Februar 1849 aus de ar iMfärianis in Düsseldorf an feine Mutter ge- fd) riebe'n Aus dem Briefe wird folgende interessante Stelle n ;e teilt: ... .'nn Laufe März komme ich vor die Assisen, daß nicht d mtningfte zu fürchten ist, habe ich Euch schon von vo M.aaein geschrieben. ... Ich freue mich auf die Prozedu t -v ein Gott. Wie der femhintteffende Apollo will id -rme Lanzen werfen und ich habe im Voraus Mitleid Ttbem Aermsten, der )ie klägliche Aufgabe haben wird, d ii'.Mßhafte Anklage mr: gegenüber zu verteidige-!. ^5 W tv J -s? V (v^S $ <. _ , * ri l» 5 '.9 beiterschutzgesetzgebung sich in allen zivilisierten Staaten Beachtung erzwungen, find von ftanzöfischen, englischen, amerikanischen, belgischen Gelehrten und Männern der Praxis zum Teil hervorragende Studien über unsere Ar- beiterfchutzgesetzgebung herausgegeben worden, sodaß wohl Jeder gebildete Ausländer eine Anschauung von der Sache gewonnen hat. Unter diesen Umständen wird man von bem zweiten internationalen Arveiterschutz- kongreß, der demnächst in Bern stattfinden soll, eit erheblich besseres Gesamtergebnis erwarten dürfen. Jedenfalls kann die Berliner Arbeiterschutzkonferenz vom Jahre 1890 kaum in direkte Verbindung gebracht werden mit Bismarcks Enttassung. Es ist möglich, daß der Kaiser damals ungleich größere Erwartungen an sie geknüpft hatte, als Bismarck, und das mag £u Differenzen geführt haben, die unmittelbare Veranlassung zur Verabschiedung des Fürsten Bismarck aber ist ja aus seinem Abschiedsgesuch für alle Welt ein für allemal klar gelegt, Deutsches Deich. Berlin, 22. April. Man meldet aus Gallipoli: Die „Hohenzollem" mit dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe verließen gestern morgen Catania. Heute morgen ging die „Hohenzollem" in dem Hafen von Gallipoli vor Anker. Kaiser Wilhelm gedenkt morgen nach Bari weiterzufahren. Der Kaiser verblieb heute an Bord. Aus A b b a z i a wird gemeldet, daß Kaiser Wilhelm dorthin auf einen Tag aus Bari kommen werde. — Wie der „Deutschen Tagesztg." von unterrichteter sette mitgeteilt wird, werde der Bundesrat demnächst, wenn vielleicht nicht schon in den nächsten Wochen in Die Lage kommen, sich mit der Frage der Gewährung von Tagegeldern an die Reichstags«bgeor dneten zu befassen. s £ 2 r. "I Öfl ri O * e» O •£it Körkommifsion des 1. KörbezirkeS (Vogelsberger Vieh) wirb'! rnrr)'io[genbe Störtermine abhalten: I M ontag den 25. April zu: Steinbach vormittags Watzenborn vormittags >/z!2 Uhr, Steinberg mittÄ.8? Itt Uhr, Großen-Linden nachmittags ^3 Uhr, Allen- dorf : uSm'ittagS 725 Uhr, Heuchelheim nachmittags 6 Uhr. iS Di cnstag den 26. April zu: Reiskirchen vor- nütici.$; 9 Uhr, Burkhardsfelden vormittags 11 Uhr, Linden- ilrutk.11 nachmittags 3 Uhr. U. DnnnerStag den 28. April zu: Lauter vormittags 10 1 :J:, Cuecfbom mittags 12 Uhr, Göbelnrod nachmittags 3 Uliil, Villtershain nachmirtagS 1/,5 Uhr. 4 5t eltag den 29. April zu: Grünverg vormittags 8 U(:h, BieickattShain vormittags i/ill Uhr, Stockhausen mittag N Uhr. Mr Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Tiere in dctiSHeÄvbuch eintrageu lassen wollen, werden ersucht, ihre berrcfftrbi'i Tiere an einem von der betteffenden Großh. SürgipmietHerei hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, damit die 2!Qrleitcn der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können n. ' Vwiymder der Körkommission ist Herr Oekonomierat ' öffn na um-Hof-Güll, Geschäftsführer: Herr Landwittschasts- lehrer: bchmvarz in AlSfeld. Lik Revision des Herdbuchbestandes, sowie die Aufnahme E ZmrieheS erfolgt später an einem nach bekannt zu geben?!hn Ä ermine. • j*rie loberg, den 18. April 1904. Der Präsident l. Qdwrrtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. Schlenke. Gießen, 23. April 1904. ir kssend: Die Ableistung deS HuldigungS- und 23er- fassungSeideS. ZKrMer^ogliche Kreisamt Gietzen ! r >aik (tziroßh. Bürgermeistereien des Kreises mit nniintr der Amtsgerichtsbezirke Grünberg, Homberg, Hungen, Laubach und Nidda. S Di Ableistung deS HuldigungS- und VerfassungSeideS r i in H>?n Gemeinden neu aufgenommenen Ottsbürger, sowie i bm'rigcn Großherzoglich Hessischen Untertanen, welche üd) 0 Ist £Jrt§bürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstc^^b angegeben stattsinden: llk.k Orts- und Staatsbürger auS den in den Amtsgericht xöfcMrren Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Hießen 'M • 216j(j i . ' • Nh Hu |OQu ' > 1914Q ^nbeni- s:' '«> DSpr weiter ; 5n JlniäSfc0*? 1 *?!«"«• au4 in Stuüdi'ar'"*"': ■ getabejo wie Z ■'«Säs«' ASiUZr «nhmntute 3!- -lu einem Jen Rtebitan|iö[lln: ebmen gebilbei uoäa I " UwerleM.* >rgeielljcha!l bei paüm;; ■ • ber Kalibohrgejellichch iz-" imrcöe ire4en c.; ? Justagen bleiben nfe ouueut. Lei bem.: vom oslasianichen Rn:?:.. Üimsch zu erjüllen, lot:; ihnen gewünschte sachrr-: besten Tank für m unserer gestrigen icr JRebt - Wurden 8ui-; fctet benchie aus Obre r Montag, den 16. Mai 1904, nachmittags 2*/2 Uhr in dem Rathause zu Lich; 2. der OttS- und Staatsbürger aus den in dem AmtS- gettchtSbezitt Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag, den 17. Mai 1904, vormittags 11 Uhr im Regierungsgebäude zu Gießen, Brandplatz Nr. 9. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 10. Mai anzuzeigen, oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. I. V.: Dr. Wagner. Botitilche Tngrsschau. Fürst Bismarck vnd der erste internationale Arbeiterfchvhkongreß. e- e- Abend des fgl. Hofopernsängers Alfred RittcrshauS aufmerksam zu machen. Dem Künstler geht von Berlin, Frank- urt, Köln, Görlitz ?c, also aus Städten, wo man bei trenger Fachkritik austergewöhnlich hohe Anfordcrrmgen tellt, ein glänzender flhtf voraus. Man rühmt die a* waltige Tenorstimme von herrlichem Klange, das o rückend schöne Piano, die hohe Meisterschaft im bel conto, Berganigenheit; bie' vorherrschend woÜend-begehrenden Wesen des Kindes zu erklären. Als syntaktische Eigentümlichkeit wird die Verladung von Haupt- und Nebensatz ohne Konjunktion gekennzeichnet. („Mein Zimmer ist kalt, Fenster aufe macht ist.") Erst sehr viel später stellt sich die Verbindung durch Konjunktionen ein. Dr. Lay-Kar l-s ruhe: DasWesenunddieBe- Ans Kindt und Land. Gießen, 28. April 1904. •• Museum. Die Sammlungen im Museum des oberhessischen GeschichtSvercins im alten Rathause sind in der letzten Zeit vielfach vermehrt worden. In den Raum für tirchllche Heiligtümer ist neu hinzugekommen eine in Holz geschnitzte KreuzigungS-Gruppe aus dem 16. Jahrhundert, welche der Kirche zu Hausen entstammt, und auS Villingcn eine kunstvoll aus Schwarzblech gefertigte Totenkrone, welche reich bemalt und mit Steinen und Perlen verziert ist. G9 herrschte in früherer Zeit in Villtngen und anderen Orten die Sitte, diese Krone als Schmuck bei Beerdigungen dem Toten auf den Sarg zu stellen. Weiter bilden einige auf Metall gemalte alte Heiligenbilder auß der Wetterau eine wertvolle Bereicherung, Auch die Sammlungen aus vorrömischer Zeit haben eine Vermehrung aufzuweisen und zwar um eine interessante Gruppe Urnen und Schusseln, welche durch die von Professor Dr. Sauer und Pfarrvcr- walter Freund 1908 oorgenommenen Ausgrabungen jbei Vi klingen zu Tage gefördert wurden. Weiter schöne bronzenartige Urnen hat man in der Gegend bei Ost he im und tot Langsdorf gefunden und damit die Sammlungen bereichert. Der Vorstand des Oberhcssischen Geschichtsvereins hält daß Museum auch außerhalb der üblichen Besuchszeit für Vereine zum Besuch geöffnet. Man wende sich mit fvlchen Wünschen an den Konservator dcS Museums Haupt- mann o. D. Kramer» ** Dar „Güngarkranz" veranstaltet für ctfe seine Mitglieder am 8. Mui eine Vergnügungsfahrt nach Wcil- bin den daran Teilnehmenden viel verspricht. ^Rittershaus -Konzert. Wir wollen nichts verfehlen, nochmals auf den Montag abend 8*/i Uhr im Saale i des (Safe Leib stattfindenden Wagner Balladen und Li.der- d«utung der experimentellen Didaktik. Der Vortragende betonte den Mert experimenteller ^Untersuchungen für die Didakttk. Es kommt darauf an, einerseits den einzelnen Individualitäten der Schüler gerecht lyit werden, andererseits den Erfolg der einzelnen Lehrmethoden exakt zu erproben. Die experimentelle Didaktik muß als besonderer Wissenszweig von größter praktischer Bedeutung vom Staat entsprechende Pflege erhalten. Die Vorträge dieses Tages wurden durch eine geschäftliche Sitzung unterbrochen, in der die Begründung einer ,„Drutschen Gesellschaft für experimentelle Psychologie" beschlossen wurde. In den Vorstand wurden gewählt: Prof. G. G. Mü ller-Göttingen (1. Vorsitzender), Prof. M eum ann-Zürich, Prof. Exn cr-Wieu, Prof. Ebbinghaus-Breslau, Prof. Külpe-Würzburg, Prof. Sommer-Gießen (stellv. Vorsitzender). Als Schriftführer wurde kooptiert Prof. Schumann- Berlin. Dr. M. I. (Schluß folgt.) «den folgenden Jahren interessante Probleme in der Entwicklung des Kindes zu behandeln sind. Ferner bedarf jeder, der Kinder in diesem Lebensalter psychologisch untersucht, der Hilfe der Mutter, die allein jede wesentliche neue Erscheinung beobachten kann. Der Vortragende hat mit seiner Frau zusammen alle sprachlichen Aeußerungen ihres vierjährigen Töchterchens fixiert, Die Art und die Formen der Worte der Zeitsolge ihres Auftretens nach genau verfolgt, schließlich auch der kindlichen Syntax einige Beachtung gewidmet. Entsprechend der schon bekannten Tatsache, daß !die ersten Wortbedeutungen des Kindes Wünsche und Begehrungen bezeichnen, emotionell-volitionaler Natur sind, fanden C. und W. Stern zuerst daß Auftreten von Substantiven und Interjektionen. Dann fofgten Verba, Pronomina, Adverbia, Conjunktionen, Adjektiva, zuletzt Numeralia und Präpositionen. Nicht die absolute Zeit bei diesen Angaben ist das Wesentliche, sondern die Relativität, das Nacheinander in der Entwicklung, bi, ja bei den einzelnen Kindern in verschiedener Schnelligkeit erfolgt. Daß Verhältnis des Eigenen zum Erworbenen in der Sprachentwicklung des Kindes ist dahin zu bestimmen, daß das Kind kein einfacher Nachahmungsapparat ist, der die Worte der Umgebung nachahmt. Wenn auch das Kind fast gar nicht selbständig Worte erfindet, so ist doch Erfinden nicht die einzige Form, in der nicht nachgeahmt wird. Es kommt auf die Art an, wie das Kind das von der Umgebung erhaltene Wortmaterial anwendet, und diese Art ist durchaus selbständig. Besonders bann tritt eine solche Selbstänbigkeit in bcr Verarbeitung jhervor, wenn bem Kinb bie gelernten Worte für seine mannigfachen Wünsche nicht mehr ausreichen. Es bildet sich bann eigene neue Verbindungen „Naseputzer" (für Taschentuch), „Kindersoldat" (kleiner Solbat) re. Von weiteren ,Resultaten ist hervorzuheben, baß Ortsabverbia früher ba sind als Zeitabverbia (was der früher eintretenben räumlichen Orientiertheit entspricht), aktive Verbformen früher !als passive, Zukunft und Gegenwart viel früher als die ' lese letzteren Tatsachen finb aus bem zuerst llenb-begehrenden Wesen Kongreß für experimentelle Psychologie. Fortsetzung. Dr. E. Spearma nn-Leipzig gibt in seinem Vortrag über: Die experimentelle Untersuchung psychischer Correlationen, einige prinzipielle Erörterungen zur psychologischen Methobik. Dr. Ament-Würzburg: Das psychologische Experiment an Kinbern. A. gibt einen kurzen historischen Ueberblick über bie ^Entwicklung ber Psychologie beß Kindes unb geht bann »näher auf die Art unb Weise ein, wie bie Methoden ber allgemeinen Psychologie speziell für bie Erforschung beß Seelenlebens ber Kinber in Anwenbung gebracht werben müssen. Der jeweilige Entwicklungszustand muß für bie Wahl der Methode (Eindrucks-, Ausdrucksmethodei maßgebend sein. Wo experimentelle Einwirkung nicht möglich ist, wirb sie burch einfache Beobachtung unb genaue Beschreibung ber Aeußerungen in weitestem Sinne e'rsetzt. Privatbozent Dr. W. Stern-Breslau: Die 'Sprachentwicklung eines Kinbes. Menn in ben letzten Jahren bie Psychologie des Kinbes, insbesondere baß Studium ber Entwicklung ber Sprache des Kinbes, insbesondere durch bie Arbeiten eines Ament unb Meumann wesentliche Forlschritte gemacht hat, so ist ber >Fehler, ber allen Arbeiten aus diesem Gebiet anhaftet, doch fber, daß sie mit einem zu frühen Lebensalter abbrechen (etwa dem dritten Jahre des Kindes), während gerade in die geistig beseelte Auffassung, den vollendeten Vortrag. Kein .Kunstfreund sollte sich diesen seltenen Genuß entgehen lassen. ** Besitzwechsel. Tie Firma Stein n. Meyer verkaufte heute das frühere Katzensteinsche bezw. F. Löbersche Anwesen art der Verlängerung ber Lubwigstraße kn ber Nähe ber Aktienbrauerei für den Preis von 145 000 Mk. an die Firma 9C6 ermann u. Kling. Gin Teil des Ofrunb* tückes war erst vor kurzem von ber evangelischen Kirchengemeinde an bie Firma Stein u. Meyer übergegangen. Das Gelände hat einen Flächenrai'm von 14 800 Qm '* Standeßamt unb M eiste rtitel. Daß Großh. Justizministerium hat ein Anßsckreiben an die Standesbeamten erlassen, welches unter Hinweis auf die Vorschriften betreffs Führung beß Meistertitels bestimmt, daß ber Standesbeamte keinesfalls einen selbständigen Handwerker in den Standesamtsregistern als Meister eintragen darf, wenn der- elbe sich nicht ausdrücklich selbst als Meister bezeichnet. Glaubt der Beamte, daß ein Erschienener sich den Meister- titel unbefugt beilegt, so soll er diesen auf die einschlägigen Vorschriften (§ 133 und 148 Z. 9 o der Gewerbeordnung Hinweisen. 8. Laubach, 23. April. Die seit dem 1. Oktober v. I. ausgegebenen Rückfahrkarten Laubach-Gießen über Hungen oder Mücke erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit. Seit einigen Tagen ist die vorhandene Zahl ber gedruckten Karten 3. Klasse verbraucht; es mußten daher Rückfahrscheine mit der Gültigkeit über Mücke geschrieben und ausgegeben werden. — In der hier viel besprochenen Beleidigungsklage deß ForstwartS E. gegen den Bürgermeister M. von RöthgeS sollte, nachdem vor 8 Tagen die Hauptversammlung stattgefunden hatte, am 22. d. M. das Urteil gesprochen werden. Vor Verkündigung des Urteils einigten sich jedoch die beiden gegnerischen Parteien durch einen Vergleich. § Lauterbach, 23. April. Eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Lauterbach tagte hier unter bem Vorsitz beß Kreisrats Dr. Wallau. Es sanden Besprechungen über Hagelversicherung, Wohnungsaussicht unb Wohnungssürsorge, sowie über Landwirtschaftliches statt. Der Kreistierarzt Dr. Kick hielt einen Vortrag über „Die Immunisierung von R ndv'eb gegen bie Tuberkulose". R. B. Darmstadt, 22. April. Die Rückkehr unseres Groß Herzogs von seiner Abreise nach bem Süden wird morgen nachmittag 335 mit dem direkten Baseler Schnellzug erfolgen. Da der Großherzog bis Mitte dieser Woche am Königshose zu Athen verweilte, so kann jetzt als ausgeschlossen gelten, daß der Landesherr — wie wiederholt aus Konstantinopel versichert wurde — auch dem Sultan dort inkognito einen Besuch abgestattet hätte. — Der Finanzausschuß der zweiten Kammer war heute vormittag zu einer Beratung beisammen, hat aber Gegenstände von Belang nicht erledigt und scheint auch diese Msicht für die nächste Zeit nicht zu hegen. Es gewinnt immer mehr den Anschein, daß im Laufe des Monat Mai nur noch eine kurze Plenartagung der -weiten Kammer erfolgen und die Hauptarbeiten auf den Herbst verschoben würden. Darmstadt, 21. April. In ber gestern hier abgehaltenen Versammlung ber Bürgermeister ber hessischen Städte wurde ber von der Regierung vorgelegte Entwurf eines neuen Gemeinbesteuergesetzes beraten. Die Verhandlungen endigten damit, daß sich die Städtevertreter in der Hauptsache den seinerzeit mitgeteilten Beschlüssen des hessischen Handelskammertages an« schlossen. Tie von ben hessischen Städten in Vorschlag gebrachten Abänderungen des Gesetzentwurfes werden demnächst im Druck erscheinen. Wormß, 22. April. In bcr gestrigen Generalversammlung der Lagerhausgesellschaft Worms wurde beschloffen, bie Gesellschaft aufzulösen. Das Lagerhaus geht in den Besitz der Stabt über. Die Bilanz 1903 schloß mit einem Verlust von 6,098 Mk., so daß bie Gesellschaft genötigt war, ben von der Stadtgemeinde gewährleisteten Maximalzuschuß von 8'/, pCt. auf baß Aktienkapital von 660,000 Mk. in Anspruch zu nehmen, wodurch bann bie Verteilung einer Divibende von 268 pCt. (S1^ pEt. im Vorjahre) ermöglicht würbe (Frkf. Ztg.) Frankfurt a. M., 23. April. Frau Johanna Stern wurde gestern abend in der .herbcrstraße von brm 16jährigen Lehrling Wilhelm Träger überfallen und ihrer Handtasche und Uhr beraubt. Es gelang, den Täter festzunehmen. Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In der gestrigen Darmstädter Notiz, die sich zu einem Artikel der „Berl. Morgenpost" über ein hessisch-preußische? Lotterie-Abkommen äußerte, ist insofern ein Irrtum untergelaufen, als, wie die „Kl. Pr." mitteilt. Geh. Finanzrat Götz lediglich zu ben seine Person betreffenden Angaben auf Anfrage Auskunft erteilt hat und diese Angaben als erfunden bezeichnet. — Aus landwirtschaftlichen Kreisen wird jetzt behauptet, daß fein Genosse des Kornhauses in Hofgeismar Verluste erlitten habe. Vermifdytes* * Berlin, 22. April. Zu ber Bluttat in ber Boyeustraße wirb noch mitgeteilt, daß W i l l i H ö r n i n g, ber seinen Vater erschlug, wegen Totschlags bem Staatsanwalt vorgeführt wurde. Aus dem Verhör gewann bie Kriminalpolizei ben Eindruck, baß Hörning zwar nicht geistig gesunb, aber auch nicht ganz unKurechnnn-gSfähig ist. * Frankfurt a. b. O., 22. April. Auf bem Bahnhof entgleiste ein Rangierzug. Personen würben nickt verletzt. Nur Materialschaden ist entstanden. Die Strecke Berlin—Breslau ist zeitweilig gesperrt. * Verviers, 22 Avril. Durch ein Großfeuev wurde die hiesige Tuchfabrik Taste vollständig zerstört. Der Schaden wird auf 800 000 Francs geschätzt. 300 Arbeiter sind brotlos geworben. Ein Feuerwehrmann würbe von den zusammenstürzenden- Mauern verschüttet. * Wien, 22. April. Der von der Staatsanwaltschaft in Rostok wegen Betrugs steckbrieflich verfolgte 28jähriae - FreiherrWilhelm vouDroste-Bischering wurde hier verhaftet. * O r a u, 22 April. Während eines heftigen Gewitters wurde in der Nähe von Lavandicro unter einem Zelt ein junger Mann und zwei Frauen vom Blitze er- ffielttr ,6 jwNW. • ! 6T 2 । Nebel 21.—28. Apn Höchste Temperatur NI am 21.-22-, 7,8 7,1 6,4 746,7 745,1 743,1 + 11,3 + 9,1 + 2,7 2« 9" 7 »«• April 1904. 83 | NW. 96 Still. V Wc.- 22. 22. 23. Arveiteröewegung. , — DerBubapesterStreik. Da« Streit beriet am Freitag bis 2 Uhr nachts über sein weiterer - ES beschloß, den AuSstand fortzuseyen. - - - gelassenen Z ü gen verunglückte» zwei. . entgleiste die Lokomotive, bei dem andere» - g :a Zylinder der Lokomotive. Verunglückt tft nfemai o. hat an Umsang z..aeno.nmen. Auch die Beamten der betriebSdirektionen haben sich angeschlossen. ‘^^,..^-"^1 unter den Angestellten der Südbahn ist groß. * +'0-roe4 Beilegung des Streikes sind sehr gering. Die W- ' Barsonyi stellten ihre Dermittlertätigkert Hcrickttslaal. th. Gießen, 23. April. Vor der S t r a s k a m m .. der 33 jährige Joh. v. B. aus Gieße» und die -Ig jähriae ' Schlitz wegen D i e b st a h l S, der erste zu zwei Jahren die zuletzt genannte zu einem Jahr GeiängniS vcnniPih Viehhändler und Metzger S. von Kesselbach war von L mann F. von Rüdingshausen angezeigt, seine ffh gelegentlich eines Besuchs, den er in seiner Abwesenheu >' Wohnung gemacht habe, in ganz roher Weise an der gepackt zu haben, um von dieser einen K u ß zu erlang^ Angelegeiiheit endete damit, daß S. wegen Beleidianna , Geldstrale von 10 Mk. verurteilt wurde. Als die Aiueioe < - unb S. das erste mal in der Sache vernommen war n r ' übrigens, die Beleidigung verübt zu haben» denunzierte er b' Staatsanwaltschalt den Ehemann F. wegen Erpressuna-v'-i indem er behauptete, jener sei in ferne Wohnung gefommt -' . von rhm Geld zu verlangen unter ber falschen Beschul, - habe bessen Fran angepackt. S. hatte sich gestern vor der - kammer wegen falscher Anschnlbignng zu verantworten. I. ihm gelabenen Entlastungszeugen versagten nicht nur |i /- unterstützten teilweise noch bie Angaben des als Belaliun: vernommenen F., ber zwar in großer Erregung über den seiner Ehefrau angetanen Schimpf zu dem S. ,n gegangen ist unb ihn wegen seiner Tat zur Rede gestellt Emi zugleich erllärte, daß ber Angeklagte ihm bei dieser 6^^?-- Gelb angeboten habe, wenn er bie Sache ruhen lasse, woi-v sich aber nicht habe einlassen wollen. Ter Gerichk^ho! tfir auf eine Gefängnisstrafe von 2 Monat, babei betonend, düs, k • im vorliegenben Falle um eine gemeine Tat, um ein nnn — schweres Vergehen handelte. Der Angeklagte habe den Mann,U- Ehesrau er roh behandelt und schwer beleidigt habe, noch' besseres Wissen etnc§ Erpressungsversuchs beschuldigt. Sr > wußte, daß er angezeigt war, wollte den Spieß nmdrehen u'! die verdiente Strafe von sich abwendew 91ur ber UnMra'i: verdanke es der Angeklagte, daß das Gericht nicht noch nu- n höhere Strafe erkannt habe. fc. Mainz, 22. April. Ein Bingener Blatt Ijnttc die a-p lichen Bekanntmachungen des bortioen flreiäbliittj i *t ber Ueberlchrift „Amtlicher Teil" nachgedruckt. 2^ Ji- fahren war von bem Amtsgericht in Bingen für unjitldp"k erklärt worben. TaS hiesige Lanbgericht bestätigte -m -n! Urteil. Arankfurt a. M., 22. April. Der wegen Wucher; nx ber Strafkammer angeklagte Kaufmann Schuster wurde y b r e i Monate Gefängnis unb 3000 Mk. Teldstraie r 5- urteilt. Seine Mitangeklagten vier Genossen wurden fre> gesprochen. Hamburg, 22. April. Nach zwrttöqiqer ^eoiü verhanblung verurteilte baS Schwurgericht ben retten ” morbeS an bem Losehändler Levi jum lobt ce ■ ■ dann vom Senate zu lebenslänglichem Zuchthaus h- * < Lumpensammler Weiglin zu 5*/, Jahren Zuchthawl wegen versuchten Totschlages. B r e tz l a u, 22. April. Dor dem Kriegsgericht der 11.. t stanb gestern ber Oberleutnant Alfred von Rlusoi» vorn Felbart.-Regiment Nr. 6, angeklagt der ß ahn en luU. Noch vor Verlesung ber Anklageschrift wurde wieder einmal r Oesientlichkeit währenb ber ganzen Verhandlung ivcgei' ^ 1 militärbienstlicher Interessen ausgeschlossen. Nach bcr Oeffentlichkeit würbe ba« Urteil verkündet. Ter wirb zu einem Jahre Gefängnis und Entfernung aus - Heere verurteilt. , ,, Straßburg i. E l s , 22. April. DaS Kriegsgericht ; urteilte heute ben Dragonerleutnant ber Neserve, inegleru banmeister D r. Wallot wegen t ft o (en b u e 11« j unblutigem Ausgang zr> b t e l Monaten _ »Mt “ ‘ Kontrahent Regierungsbaumeister be Jong wnb f'd) ' ‘ vor bcr Strafkammer verantworten müisen. Der Bruno war ein Wirtshausstreit. Anivergtäts-rNachrichten hc. Berlin, 22. April. Der sehr verdient- Trofefior für beutfches Drivatrecht, deutsches ' Honbels» unb , Wechselrecht unb deut che BÄ3 ' ber Universität München, Geh. I,,schrat 5?"'* feiert am 24. April seinen GO. Geburtstag. ("r war ..Ä ‘ T bürg Privatbozent (1870-1872. unb erhielt dann aL' Rn' nach Prag und Bern und folgte letzterem ?!ukenthalte in Bem nahm er 1875 einen N»f nach fftT'1-0 ’ 1878 von, Wahlkreise Alsfeld-Lauterbach—Schotten VR *” tag gewählt, schloß er sich dort der nationalliberal-,/'^ " Bon 1884-1888 war er Kanzler der Universität Giest,n ?"ar‘ ' Siaenschatt er Mitglied bcr ersten Kammer un ’ Gossen war und hauptsächlich in Fragen der Gc!ekn-l^ ' ' ' höheren UnterrichtswesenS hervortrat. Inzwischen erl -u 11 '' nach Marburg (zwei mal) unb Erlange», hat sie obL 1888 folgte Gareis einem Rufe nach .Üönigsbera al/w !' ' DahnS. Nach vierzehnjähriger Lehrtätigte,t in flönK • ? er 1902 einem Nnie nach München. MctcorologisUie BeobachtuMN der "n Gießen. schlagen. Zwei Kinder verbranntem r. der Vater der Familie wurde gelähmt aJL . vnn bem Zelte entfernt wurde ein H^te 1 Blitze erschlagen. ® K gleichfalls VoranSsichtttchc Ditternng m den 24. April 1904. Aeitwetse Win» S' wenig verändert, Starkcubnrg: - Mer. geringer Regen besonder» — —7 Näheres durch bte fl Vergarbrlterversamtnlungen 'tr-tz wurde, daß die Aufregung der verq ‘, V - v.rsicherunaan seitens des ^enbun r r Herausgegeben von 3778 Bügeleisen-Erhitzer Gass-Bügelöfen tfll- 3Ö31 Obst- ■ finden Sie bei mir eine aussergewöhnliche Auswahl in allen Arten: Bei nur besten Qualitäten und billigster Preisstellung. 130.80 48.80 42 70 1 goldener Ring mit rotem Stein, 1 Porte, monnaie mit Inhalt, 1 Ledertäschchen mit In. halt, 1 goldenes Kinderhalskettchen und 1 Ar- bettsrock; 1 silbernes Armband und 1 Zweimarkstück. 4% Oesterr. Go'drente . 4I/r % Oestorr. Silberronte 4°6 ünffar. Gofdrento . 4»'o Ttal en Rente . . 4<', % Portnffieser , . *<0/ Portn "lesen. . . . 1% C. Türken . . . TQrkewleee .... 4*/> fMeeh. Meno>#< - 4 ei. <1 d d () Mgwr Stadt iiiu.nben: Für Wiederverkäuier Vorzugspreise. | Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Ohorhesssn Lujo Brentano und Walther Lotz: 63. 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April 1904 wurden in G&s-Zimmer-Heizöfen (Radiatoren) Sass-Badeöfen, Gas-Schnellwasserwärmer fyiiiritus-Gas-Expresskocher (ohne Docht) Spiritus-Glühlicht neuester, wesentlich verbefferter KonstruLtion. 8fs) empfehlen JUmoi 378. Fertsch & Eigel Settersweg 77 Bureaa n.Werk8tattc fär teehD. Anlagen Giessen. •4(* 22. April. FrihhrÄ! Die allevfrühsten Frühkartoffeln ro«t6fleiid)ig, dickknolluz und einträglich, M peff Zentner ML (v— 300- J. tüfeäseä Teleph. 235. Sonneustr. 6r WSbauien •• . ?? Don dieser S ■ f bamu- daß 5Xt ' 7 ^nirie l, rour^ V '* :inöer 'd'mg verübt iU uj? öen Ehemannft. M Märkte. Wietzen, 23.April. Marktbericht. Aus heutigem Worbenmarkt it tr Butter pr. Md. 1.00—1.10 Mk.. Hühnereier 1 Et.5-6B,q., gH 00-00 Pfo., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 7—0 Psg., Käse n aff. 6-8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Big. Erbsen pr.Liter 21 Big., Ü r vr. Liier 32 Big., Tauben vr. Paar0,80- l,00Mk., Hühner pr.St. -11,40 Mk., Sahne pr. Stück 0,80-1,70 Mk Enten pr. Stuck l! --L,20Mk., Gänse vr. Md. 00—70 Mg., Ochsenflcisch vr. Phmd Pia., Kuh-und Rindfleisch pr. Wund 62—68 Psg., Schweine- ••= । pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund r In., Kalbfleisch vr. Psd. 62-74 Psg., Ham:nelfleisch pr. Pfund ! Psg. Kartoffeln pr. 100 Kqr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per !^!S—12Psg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7 - 10 00ML, Milch per Liter 18 Pfg., Aevsel per ZenMer 20 11'Mi Mk., in Korben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 35-40 Pfg. ! T fftlQnQen unter btt «’?■ Wpatft. S. batte WWW M biüln*ö ” roargroßer (hrt-. c.anen ecfainipi n weaent feiner JB der Angeklagte fc v e, wenn et bie Sorte r - ' einlassen wollen. traie von r Monat, ^e um eine gemeint ‘ anbelle. ?et21ngel!an~ nudelt und schwer te; uö (rrprefiungsceriuti ':eiQt roor, wollte dtn < - von sich flbroenbtn,' naeflagte, daß das tz.- int habe. 22. Avrü. Tin fBingenr- : machunqen desd-7 Amtlicher Teil' naa;:' m Amtsgericht in 8ir:r Tas hiesige Landger: a. M., 22. April. Ta • ange'lagte Rauhnanr i Gefängnis und $)' nuangeflagten vier fc 22. April. Nach leilte das Tchwurgen: n Losebändler Levi >. e ju lebenslänglichen. Beiglin zu 5*/, J McNageS. 22. April. Lor bernff Oberleutnant 5: ment Nr. 6, an* ;q der Anllageschm - ,renb der Fressen auSgeWofc. wurde das Urteil r<- gahreSesangniir r8 1611,22.^-' traaonerleutnant ta- ■ r Sa Hot E - :ara brk^^,'. r-img5baumeifter be <■. mtr' r nantworten .afrreit- Kinder-Hüte in Stroh, Stoff, Stickerei und Seide. A. Fangmann Bahnhofstrasse 29. . Bahnhofstrasse 29. omostv«. 9(UJ ; ynommen. -- London, 23. April. Bon crutoritativer Seite wird der „Central-News" berichtet, König Eduard hätte wahrend seiner Anwesenheit in Kopenhagen eine lange Unterredung mit dem dortigen russischen Gesandten über die Möglichkeit einer Friedensvermittlung gehabt. Nach seiner Rückkehr nuch London berief der König den russischen Botschafter und wiederholte ihm gegenüber seinen Vorschlag. Ter Botschafter erwiderte, daß gegenwärtig eine Vermittlung nicht erwünscht sei. Der König sei entschlossen, an den Zaren persönlich zu a.ppellieren. Petersburg, 23. April. Das Gerücht, daß am Jalu ein blutiges Gefecht stattgcfunden habe, nimmt immer bestimmtere Formen an. W heißt jetzt, bei diesem Kampfe seien 1600 Japaner außer Gefecht gesetzt worden. Im Generalstab erklärt man, die Nachricht sei nicht bestätigt. Man glaubt, daß es sich nicht um ein einzelnes Gefecht, sondern um eine Reihe von Vorposten- Scharmützeln handelt. — Gerüchtweise verlautet, daß an verschiedenen Orten in Rußland japanische Spione verhaftet worden seien. So sollen im Gouvernement Kursk zwei Japaner verhaftet worden sein, welche versucht hätten, eine Pulverfabrik in die Luft zu sprengen. taaaai Statt jeder besonderen Anzeige Auguste geb. Hainer im Alter von 59 Jahren, was teilnehmenden Freunden und Bekannten tief betrübt mitteilt Frankfurt a. M., den 22. April 1904. Die Beerdigung findet Sonntag den 24. April, nachmittags 3V2 Uhr, in Giessen von der Leichenhalle des alten Friedhofes ans statt. egj gSfl 3761 Gießen, Frankfurterstr. 39, den 22. April 1904. Die Beerdigung findet statt: Sonntag den 24. April, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle de§ neuen Friedhofs aus. 02349 entgegengenommen. 45 Pfg. 3786 entgegen gebracht wurden, sagen wir Allen herzlichen, innigen Dank. 3766 3752 Giessen, den 22. April 1904. 3785 Sonnenslr. 20—22. 3337| heller Dr. 600