l9 thüoj General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen an daß ge- Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.V. Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen. £fe „Siebener ZamlllenblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^esstlche Landwirt erscheint monaüich einmal. tuigligu', juujti.. r Seine llehrzrii n -chn rrenlabnk foeteMte f)t, gestützt acpnlmpi qen, unter tetitnn iir, |u|d)iiffen. Äroßh. Oberkonsistorium wird dafür Sorge tragen, m ^Erscheinen der neuen Auflage öffentlich Kenntnis .ztbrll wird. Institut Boltz, Ä 5ebDelL1iob.Vorbtf.1tf1' t. PriB.-üaimiL Das 8r°ßh. Ministerium des Innern (AHrilBBg für SdinlorgrlmmfirilrD) in »ie Großh. Direktionen der Gymnasien, Real- ßyirinasicn, Lberrealschulen, Realschulen und Schul- selinerseminarien, die Kuratorien der höheren Kochen- und Bürgerschulen, sowie die Grohherzogl. Kreisschulkommissionen. Unter Bezugnahme auf unser lith. Ausschreiben vom 13. .'Dezember 1901 (zu Nr. M. d. I. L 35720) benach- licht^qen wir Sie, daß nach Mitteilung Großherzogl. Ober- bnäiioriumS das Gesangbuch mit Noten vergriffen 'und eine Wen Auflage in Vorbereitung ist. DaS Gesangbuch wird in t?r -neuen Auflage besseres Papier und überhaupt beffere Sinti attung aufweisen und in einfachem Einband voraus- id: dich 1 Mk. (Ladenpreis) kosten. Aus technischen Gründen wirb sich sein Erscheinen bis etwa einen Monat nach Beginn dkß v.cuen Schuljahres verzögern. -Da eS nun aber nicht wünschenswert wäre, wenn ein Darmstadt, am 12. Marz 1904. Au Nr. M. d. I. I. 7744. Bc i r.z Wie oben. Gisenhuth. be Beauelair. ganzer Jahrgang von Schülern sich inzwischen mit anderen «r?^tengesangbüchern versehen würde, empfehlen wir Ihnen, l:t i:i Betracht kommenden Schüler durch Vermittelung der Mrerljenben Klaffenlehrer zu veranlaffen, sich ihr Gesang- diich erst nach Erscheinen des neuen NotengesangbucheS kiÜMdch^H^ Mer gejucht, fein hes rieustalädihtii, chen kann, Hausüibm?■ 'ö in befjerein ' ü, gesucht. Mu felM, dir, 8;^-; Ü14öu] oaubei. lanjä^ 1. Avril gel, &ibn?q :r M BUdle«, *”•** zm. •* |«*U, LouisRothßD^' 3« W10 *'i**<*£‘e ßnden K"? ^ati» W, kö^'A-üA w? iift < U». -r»' äh!: Aeutsch-AfriLanilches. ('leneralTcutnant v. Trotha sollte, wie ein Berliner : Elat: zu melden wußte, das Kommando in Teutsch-Süd- ittsicstrika erhalten. Tiefe Meldung ist, wie die „Tägl. sUnlsch." erfährt, vollständig haltlos. Oberst Leut- Iteim behält die Oberleitung der Truppen. Auch in der ttmialtung ist eine Aenderuna nicht bevorstehend. — Für it? Opfer der Hereros stiftete der Prinzregent von Braun- ||trooig 15 000 Mark. S?,er nächste Truppentransport für Deutsch--Südwestafrika Stirb am Donnerstag abend mittelst SonderzugeS vom Mnier Buhnhof in Berlin abgehen und Freitag früh in tointhjuTg ein treffen, wo sofort die Einschiffung an Bord M iieick>spostdampferS „Feldmarschall" erfolgt. „Willst Du aucy welche gebend ,Ä?a, hier habe ich meine drei Söhne." Nun ließen wir uns im Grase nieder und machten die Verhandlung vollends fertig. Dabei erzählte er, wie lange er schon von unserem Kommen nach Bali gehört und danach getrachtet habe, unS persönlich kennen zu lernen. Heute nun, da er vernommen, daß wir dieses Weges zögen, habe er sich entschlossen, so lange am Wege zu sitzen, bis er uns gesehen hätte. Ungefähr nach einer Stunde marschierten wir nach Bagam weiter, wo wir an jenem Tage blieben. Auch der Bagamking wollte mir sechs Jünglinge mitgeben. Ta sie aber am nächsten Morgen nicht zu rechter Zeit auf den Beinen waren, ^ogen wir ohne sie weiter. Der König versprach sie zwar in sechs Tagen nachzusenden, sie sind aber nicht eingetroffen. Mr haben übrigens auch ohne sie die Schule schon voll." von Reder. Heinrich Manns „Die Jagd nach Liebe". Maria Janitsclfek über namenlose Poesie. Friederike Kernp- ne r. Vom zweiten Kunsterziehungstag. Berliner Theater. Theaterplnäe.. „Bunte Bühne". Selb st anzeige: Gregoris „Cck-auspielersehnsucht". Eugen d'Alberts „Tiefland". R. Heubergers „Operetten". Pflege des DollSliedes. Kirchenlieder. Aestethisches Gewissen. Museumsbauten. Das Moderne in der Architektur der Neuzeit. Tas Dresdener Stadtbild in Gefahr. „Der Kasten". Schlaftänzerin Madeleine G. Karl Storcks „Der Tanz". — Notenbeilage: Johann Strauß, Vater, Hofball-Tänze; Richard Heuberger, Zwischenakt-Musik aus dem Baby". — Bilderbeilagen: P. Schulye-Naumburg, Regenbogen; Leopold Horowitz, Johann Strauß; Th. Graetz, Mrtsstube; Bernhard Winter, Sonntagsmorgen. — Bernard Shaw: Der Schlachtenlenker. Komödie in einem Akt. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 1.50 Mk. — Shaw ist einer der geistreichsten heutigen Dichter in England, der einzige Dramatiker, der in Deutschland im Begriff ist, festen Fuß zu fassen. „Der Schlachtenlenker"' ist ein verwegener Akt, zweideutig in seiner Psychologie, skeptisch, mit welthistorischem Blick, voll Witz und Sarkasmus. Im Mittelpunkt sdeht Napoleon, bet uns am Anfang seiner großen Laufbahn geschildert wird. In einem italienischen Wirtshaus hat er ein Abenteuer, das das Gemisch von Kraft und Niedrigkeit seiner gewaltigen Natur enthüllt und ihn ohne die Patina des Ruhms und seiner späteren Größe in dem wilden Hunger seiner Jugend zeigt. Tas Stückchen wurde vor Jahresfrist im Frankfurter Stadttheater zur Aufführung gebracht. Begegnete indes dort voller Verständnislosigkeit. In Berlin fand eS jüngst freundlichere Aufnahme. । — Hugo v. Hofmannsthal: Gestern. Dramatische Studie. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 1.25 Mk. — In dem Augenblicke, wo der Bühnenerfolg seiner „Elektra" Hugo v. Hofmannsthals als Künstler in weite Kreise trägt, wird es interessieren, das dramatische Erstlingswerk des Mener Dichters kennen zu lernen. Er schuf es kaum achtzehnjährig. Man muß staunen, was in dieser frühen Arbeit schon alles gekonnt ist. Die Vorzüge, die man heute an ihm rühmt: dekadent-nervöse Feinfühligkeit, sp> ach- schöpferische Kraft, die Fähigkeit, immer neue Töne, Nyth- men und Melodien zu finden für das leiseste Fühlen und Tenken — der blutjunge Student hat jene Eigenschaften (jenen unic Wi tub. b. Jtfr ML H7j 'Mdjeii juchst \e. £>tnter b. Mur 8 LUMentzMk Eingabe an den Reichstag. R. Berlin, 22. März. Das Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft hat in einer Eingabe an den Reichstag sich mit Gründlichkeit über die Borsengesetznovelle ausgesprochen. Das Die Verbindung von Mndhuk nrit den im Felde stehenden Truppen ist nach wie vor schwierig. Ter Heliograph ist erst 60 Km. von Windhuk in Tätigkeit. ©in von einer Patrouille unter Führung des Landwehrmannes Kürsten am 24. Januar auf Farm Körsten gefangener Herero, der an der Plünderung der Farmen Frauenstein und Ongeama und an der Ermordung der Besitzer P i l e t und Po'rberg teilgenommen hat, sagte, wie jetzt fest gestellt wurde, aus, daß Vorberg und ein Freund aus Bremen beim Frühstück saßen, als sie von 200 Hereros angegriffen wurden. Beide traten mit Gewehren bewaffnet auf die Veranda hinaus und feuerten auf die ebenfalls schießenden Angreifer. Von vielen Kugeln getroffen fiel zuerst der Freund, dann Vorberg selbst zur Erde. Dem sterbenden Farmer wurde der Kopf mit einem aus einer anderen ffarm gestohlenen Küchenbeil abgehackt und auf dem Dachfirst aufgee- vflanzt. Tas Kleinvieh, Hühner und Hunde wurden von den Wilden sofort getötet und verzehrt, während das Rindvieh fortgetrieben und auf der Farm alles zerstört wurde. Ten Rheinischen Missionaren in Teutsch-Süd- westafrika ist, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, kein Leid geschehen. Tas Missionshaus in Barmen erhielt auf eine telegraphische Anfrage aus Okahandja die Antwort: „Missionar Diehl und sämtliche Missionsfamilien sind 'gerettet. Vom Missionar Eich in Waterberg und von den Missionaren Kremer und Tetering in Gaub, westlich von Grootfonftin, ist noch nichts bekannt. Tie Missionsstationen sind zum Teil geplündert und die Gemeinden zerstreut." Tie „Berichte der Rhein. Mission" bemerken dazu noch: „Bedroht ist jetzt besonders der Osten mit den Stationen Otjihaenena uno Okazeva und der Norden mit den Niederlassungen in Omburo, Dmaniru und Odjozondjupa (Water- berg)." Ein weiterer Gegenstand der Sorge in Missionskreisen ist das Geschick der Ovambomission. Sowohl die Rheinische wie die Finnische Missionsgesellschaft haben mehrere Stationen an der Nordgrenze von Teutsch-Süd- westafrika. Ta anzunehmen ist, daß die kriegslustigen Ovambo in den Aufstand mit hineingezogen werden, schweben die dortigen Missionsgeschwister in größter Gefahr, zumal da sie noch nicht so mit dem Volke verwachsen sind, wie die Hereromissionare. Tie Finnische Mission hat gerade eine Reisegesellschaft von vier Männern und drei Frauen unterwegs, a ls die Unruhen ausbrachen. Sie müssen vorläufig in Swakopmund bleiben, um bessere Zeiten abzuwarten. ♦ Wie man in Kamerun Knaben in Pens io n gibt, erzählt der Basler Missionar Ernst von Bali in einem Bericht über seine Reise nach Bamum in Nord-Kamerun. Nachdem er die großartigen Festungsanlagen dieser vom Islam berührten Stadt, deren äußerster Wallgraben 10 bis 12 Stunden Umfang hat, beschrieben, berichtet er über die Heimreise. Ter König schenkte ihm einen schönen Elfenbeinzahn zum Abschied und gab ihm zwei Knaben mit in die Schule. ES sollten auf dem Rückwege noch weitere Genossen zu diesen Jungen von Bamum kommen. „Bei Bagam", schreibt der Missionar, „erlebte ich noch einen interessanten Zwischenfall. Als wir um eine Ecke bogen, sahen wir einen Mann unter einem großen Schirme am Wege sitzen. Zu seinen Füßen kauerte eine Anzahl Knaben. Hinter ihm lagen einige Kalabassen, Palmweine und Turrabier im Schatten des Grases' daneben waren zwei Ziegen angebunden. Mas soll'8 da geben? fragten wir uns. Als wir naher kamen, sagte ich zu ihm: „Vater, was willst Tu hier?" „Ich warte auf Euch!" war die Antwort. „Auf uns, warum denn?" ,^Jch habe gehört. Tu würdest Knaben nach Bali nehmen unb dort unterrichten." „Ja, das ist so. Mer bist Tu denn?" „Der Häuptling von Barnenstng." Jlttetafut und Konst. — Otto Julius Bierbaum, Die Haare der Eiligen Frin gilla und andere Geschichten, llbsc) lagzeichnungn von Th. Th. Heine. Geheftet 1 Mk. Serie g von Albert Langen in München. Ein neuer No- rfmbanb von Otto Julius Dierbaum, wird mit Interesse . cn'.'.snommen. Diese Novellen sind überaus amüsant und , $em in formeller Beziehung kleine Kunstwerke. (Äen weil . Ä lich mit ruhiger Sicherheit so gibt, wie er ist, und edi' anderes vorstellen will, als was er ist, darum ist er d ji'ioi Lichter. — Emile Zola, Lili und andere Novellen. IL-ick lagzeichnung von Th. Th. Heine. Geheftet 1 Mk. Ser» ] fjh.T>n Albert Langen in München. Auch in diesen Novellen l'ti irt sich Zola: als der große Künstler, als den ihn ‘ Ü Welt kennt. In ihrer Art sind diese kleinen Geschichten - rr unbedeutender als seine berühmten großen Romane. . ist immer der Menschenbeobachter und Menschenschil- i torr ersten Ranges, und dabei sind diese kurzen Geschichten hk'! Poesie, die namentlich in der Naturschilderung zum i ®TUcf kommt. Die Ausstattung ist elegant, die lieber» flsfjitjj ersten Ranges. — Der Kun st wart. Rundschau über Dichtung, Thea- i las. LAusik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand r. >acnriii3. Verlag von Georg D. Wt. Callwey in München. ( HMljährlich 3 Mk., das einzelne Heft 60 Pfg.) Wir l k:-h : schon mehrfach empfehlend auf den „Kunstwort" hin- ( [tief en und dessen Verdienste hervorgehoben um Hebung i jiß Üvinft auf allen ihren Gebieten. Das eben erschienene SOM beweist auf8 neue, daß der Herausgeber ernst be» f M ist, alle Gebiete der Kunst zu beobachten und zu wür- i: j'ijin und durch Noten- und Bilderbeilagen das Interesse t :ic Üe>fer zu erhöhen. Der „KUnstwart "gehört wohl jetzt inten beliebtesten Kunstzettschriften, und bei dem ehrlichen 2 Stilen des Herausgebers stets das Beste zu bieten, wird c5 i $ro:ud) wohl gelingen, dos Blatt auf der Höhe zu er- f; 'odifflA die stetige Zunahme seiner Leser zeigt dies. — Inhalt d oti zweiten Märzheftes: Heimat schütz. Vom Heraus- g M. — Von der Treue. Bon Wolf Bartels. — Johann Lder Vater. Bon Richard Sulfo. — Sprechsaal: TEn: und für die „neue Frauentracht". — Lose 2’ltar: Gedichte von Hans Böhm. — Rundschau: Heinrich Politische Tagesschau. Der preußische Kultusminister. Aus Berlin, 22. März, wird uns geschrieben: Bei den kirchenpolitischen Debatten im preußischen M- geordnetenhause ist die Persönlichkeit des preußischen! Kultusministers Dr. Studt, obgleich auch er wiederholt das Mort ergriff, in den Hintergrund getreten. Das liegt einmal daran, daß, wenn der leitende Staatsmann mit programmatischen Erklärungen in die Debatte eingreift, die Darlegungen des Ressortministers mir ergänzenden Charakter tragen und demgemäß in die zweite Linie rücken. Tann alber auch daran, daß neben der Beredsamkeit des Grafen Bülow die Redegabe des Dr. Studt nicht zur Geltung kommt. Der Kultusminister hat schon in normalen Zeitkäufen selten das Ohr des Hauses. Im Parlamentsbericht kehrt bei den Reden des Ministers der Vermerk wieder: „Auf der Tribüne schwer verständlich^. Die Bedeutung des parlamentarischen Auftretens dieses Ressortchefs liegt weniger im Plenum als in der Kommission. Immerhin hat hie Jesuitendebatte auch, und matt darf sagen, besonders für die Stellung des Kultusministers! Bedeutung. Von ihm rührt der die Wendung in der Kirchenpolitik einleitende Erlaß über die marianischen Kongregationen her. Selbstverständlich ist der Erlaß nicht ohne daZ' Einverständnis mit dem Ministerpräsidenten ergangen, aber Tr. Studt hat speziell diese Verordnung immer und immer zu rechtfertigen sich bemüht. Es darf also je^t als feststehend betrachtet werden, daß der gegenwärtig m Preußett amtierende Kultusminister solange nicht der Reihe der „Gewesenen" sich anschließen wird, als das Kabinett Bülowi existiert. Beide Herren sind gleichermaßen zu Entgegenkommen gegenüber dem Zentrum bereit. Sie sind sich wohl auch einig über die Grenze, bis zu welcher oas Entgegenkommen geht, um ein Wort des Grafen Bülow zu gebrauchen. Das Zentrum, wenn es auch im preußischen Landtag nicht ausschlaggebend ist, kann sich alles in allem schwerlich einen besseren Kultusminister wünschen, als Herrn Studt. In protestantischen Kreisen begegnet man beiläufig der Auffassung, daß die frühere Tätigkeit Dr. Studts als Verwaltungsbeamter in Landesteilen mit vorwiegend katholischer Bevölkerung ein gewisses Wohlwollett geaeilüber dem Katholizismus bei ihm erzeugt habe, ähnlich wie das beim Grafen Bulow seiner langjährtgen^ Mrk- samkeit in Rom zugeschrieben wird. Gießen, den 22. März 1904. Z etr.: Neuauflage beS Gesangbuches mit Noten. Hr Grosch. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Mit Bezug auf das im Kreisblatt Nr. 2 von 1902 ab- ruckte Ausschreiben der oberen Schulbehörde vom 18. De- pmbiec 1901 teilen wir Ihnen nachstehend einen weiteren frlafö der genannten Behörde zur Kenntnisnahme und weiterer Btrc nlaffung mit. Tr. Breidert. bereits mit seltsamem Stilempsinden zu einer Technik entwickelt, der man trotz mancher Zügellosigkeit Anerkennung zollen muß. — „Novella d'A ndrea" ist in der Vaterstadt Ludwig Fuldas — im Schauspielhaus in Frankfurt a. M. — zum ersten Male gegeben worden und hatte mit Ch ar- lotteBochinder Titelrolle, in einer gut inszenierten Aufführung bemerkenswerten Erfolg. — Aphorismen. Von AdolsOberländer, dem berühmten Karikaturen-Zeichner der „Flieg. Bl.", bringt das Aprilheft der mit ihrem reichen und feinem Inhalt sehr empfehlenswerten „Süddeutschen Monatshefte", ein paar hübsche Worte, mit denen der Münchener Maler- Humorist in seinem 59. Lebensjahre auf literarischem Gebiet debütiert. — Es gibt kein Formenrezept für die Schön- he it. Wer sie nicht überall in dem unendlich reichen Formenschatz der Schöpfung herausfinden kann, dem ist nicht zu helfen! — Bildende Kunst. Den äußerlichen Flimmer einer Erscheinung kann auch der Photograph geben: — erst beim iFrfassen des Seelischen einer Erscheinung beginnt die Kunst. — In der Art, wie wir das Wesen des Humors auffassen, zeigt sich unser Charakter. — Tie Erkenntnis Gottes. Ich hab' einen Kanarie, einen recht possierlichen Kerl. Meine Nase itnb meinen Bart liebt er zärtlich meine Fingerspitzen haßt er, vorn Aermel meiner wollenen Joppe ist er entzückt, mein Strohhut aber erfüllt ihn mit Entsetzen — daß alle diese Dinge zu einer Person gehören, begreift er nicht. — Wenn die Weisen das Wesen Gottes LU erklären suchen, muß ich! immer an meinen Kanarie denken. Braunschweig, 22. März. Der Geschichtsforscher, Stadtarchivar Professor Dr. Ludwig Henselmann, wurde heute mittag auf seinem Bureau^ von einem Schlag- an fall getroffen und war sofort tot. — Das königlicheSchauspielh aus in Berlin wird wegen des Umbaues demnächst bis 1. Januar 1905 geschlossen. — Von HeinzTovote erscheint demnächst im Verlage von F. Fontane u. Co. ein neuer Roman: DonnemannS. — Die schwedische Regierung beschloß, 55 000 Kronen zur Bearbeitung derSammllingen Nordenskjoelds zu bereinigen unter der Bedingung der Staatsüberlastung eine weitere Vergütung. Ureag tocfa7n r VUt- BiieäS ZSZK 8 kochen kann, |u*t 1 Wes Utz liinbtm nach W > eck. in der ^rp bl' '""HU ‘ei Zweites Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 23. März 1S04 M|d)etnt täglich mit Ausnahme deS Sonntags. J Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Gtetzener Anzeiger Er. 70 Meiste der Kritik wird ja kaum Gehör finden, denn jeder echte Agrarier behauptet, die Sache ebenso gut zu verstehen, wie der Fachmann. Aber den Schwärmern für das Verbot des Getreideterminhandels dürften dennoch Bemerkungen zu denken geben, wie z. B., daß seit dem Verbot die Termin ab schlüsse im Getreidehairdel größtenteils in Amerika gemacht werden, wodurch gerade das Ausland einen wesentlich verstärkten Einfluß auf die Preisgestaltung im deutschen Getreidehandel gewonnen bat. Tust ein solcher Einfluß weder im allgemeinen wünschenswert noch unserer Landwirtschaft förderlich ist, liegt ans der Hand. Deutschlands Druck auf die Pforte Man schreibt uns von besonderer Sette: Ter deutsche Botschiafter in Konstantmvpek. Fahr, von Marschall, ist kürzlich), vom Sultan in Audienz empfangen worden. Man geht kaum fehl mit der Vermutung, saß die Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten durch den Mund des Botschafters vor einer Fortsetzung der Verschleppungstaktik gewarnt hat, die bezüglich Mazedoniens von der Pforte geübt wird. Deutschlands freundschaftlicher und uneigennütziger Rat hat schon häufig Beherzigung beim Sultan gefunden. Fahr. v. Marschall mit feiner Ruhe und seinem im politischen Dienst bewährten Weitblick ist die geeignetste Persönlichkeit dazu, die ernsten Folgen darzu- legen, die aus der türkischen Zauderpolitik entstehen müssen. Rußlands Geduld scheint bald am Ende angelangt zu sein; so stark ist das Zarenreich noch immer trotz des Krieges in Ostasien, nm der Pforte Ungelegenheiten bereiten zu tonnen. Ta man wahrscheinlich, ui Konstantinopel die russischen Noten nicht tragisch nimmt, so dürste doch nicht ohne Wirkung sein, daß von unbeteiligter, aber zweifellos über die russischen Intentionen ausgezeichnet unterrichteter Seite mit voller Offenheit die Sachlage geschildert wird. Aus Stadt und Saud. Gießen, 23. März 1904. ** Personalien. S. K. H. der Großherzoa haben ben von S. D. dem Fürsten zu Solms-Hohensolms-Licb auf die evangelische Pfarrstelle zu Ettingshausen, Dekanat Grünberg, präsentierten Pfarrverwalter Friedrich Nies für diese Stelle bestätigt. — Ter evangelische Pfarrer Hermann Bernbeck zu Nieder-Wöllstadt, Dekanat Rodheim, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Tienste in den Ruhestand versetzt. Dem Pfarrer Gustav Weißgerber zu Tieburg wurde eine evangelische Pfarrstelle an der Stadtgemeinde zu Tarmftadt, Dekanat Tarmstadt, übertragen. ** Babnprojekt Gießen — Brandoberndorf. Gestern fand hier im Cass Ebel eine Besprechung über das Bahnprojekt Gießen—Brandoberndorf statt. Tie Versarnm- lung, die von zahlreichen Interessenten, u. a. vom Oberbürgermeister und dem Präsidenten der Handelskammer, besucht wur, erklärte sich einstimmig für den Bau einer Eisenbahn von Gießen durch das K l e e b a ch t a l nach Brand- oberndors, da diese Linie nicht nur dem siwlichen Teile des Kreises Wetzlar die dringend erforderliche wirtschaftliche Erschließung bringen, sondern auch eine zweckmäßige Ergänzung zu oer von Metzlar aus geplanten Linie durch das Solmsbachtal nach Brandoberndorf—Usingen bilden würde. Es wurde eine Kommission gewählt, welche die erforderlichen Vorarbeiten vornehmen und dann bet der Eisenbahn- Verwaltung die Ausführung der geplanten Linie in Vorschlag bringen soll. * • Die dringliche Anfrage des Abg. Noack, betreffend die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetze« lautet: Nach den in der Presse veröffentlichten Mitteilungen soll bei der Abstimmung im Bundesrat über Aushebuua des § 2 des Jesuitengesetzes sich die Großh. Regierung der A b st i m m u n g enthalten haben. Ich beehre mich, an die Großh. Regle- rung die Anträge zu stellen, ob diese Mitteilung sich bewahrheitet, und welche G r ü n d e für die Haltung der Regierung in dieser Frage maßgebend waren. • * Besitzwechsel. Rentner Aug. Montanu8 verkaufte sein am Großen Stemweg . gelegenes 1000 Quadratmeter großes Baugelände ä Meter 20 Mk. an Weißbind-r- meister Konrad Dörr. * * Ueber den Meteor, der auch in Gießen gesehen worden ist, schreibt die ,H. L. Ztg." in Marburg: Ein Meteor von seltener Großartigkeit ging gestern abend über die Gegend südlich der Stadt. Er tauchte kurz nach eingetretener Dunkelheit am östlichen Himmel auf und strich, die , Gegend erhellend, einen teils hell teils rötlich aufflammenden Schweif hinter sich herziehend, in west-süd-westlicher Richtung und in absteigender Bahn am Himmel dahin, bis er nahe über dem Horizont erlosch. Der Meteor glich einem großen Feuerball, der eine unregelmäßige Form hatte, und verursachte während seines Auftretens ein sausendes Geräusch, offenbar herrührend von dem Widerstand, den die Luft dem aufglühenden Körper auf seiner Bahn leistete. Beim Erlöschen hatte man, vom Waidenhäuser Tore aus gesehen, den Eindruck, als geschehe dies in der Gegend der Kläranlage. Die Erscheinung dauerte 10—12 Sekunden und ist jedenfalls auch an anderen Orten beobachtet roorben." ** Zur Berufswahl. Scan schreibt uns: Wie alljährlich, wird auch bei dem diesjährigen Schulschlusse wieder eine große Anzahl junger Leute nach erlangter Berechtigung zum Einjährigen-Dienst die Schule verlassen, um sich dem mittleren F inanz dien st e zu widmen. Die Zahl derer, die sich alljährlich zum Finanzexamen 1. Kategorie drängen, wächst nun beständig in solchem Maße, daß der mit den Verhältnissen Vertraute mit Schrecken auf das künftige Los aller dreser hoffnungsvollen jungen Männer, die doch sicherlich auf andere Weise dem Vaterlande die besten Dienste leisten tonnten, blicken muß. Stellen wir uns vor, daß aus früheren Examensjahren noch an 300 Aspiranten vor- Händen sind, die sehnlichst auf Anstellung warten, ja großenteils noch ohne jede Verwendung sind, daß ferner ixe Zahl bet jährlich im Staats- ober Gemeindedienst erforderlichen Finanzbeamten günstigsten Falles 15 bis 20 beträgt und daß sich schließlich die Anzahl der Aspiranten von Jahr $u Jahr um nahezu 50 vermehrt, so eröffnet sich ein Ausblick auf recht ungünstige Verhältnisse. Bis bie jüngsten und letzten der bermaligen Anwärter zur Anstellung gelangen tonnen, muß, wie em einfaches Rechenexempel ergibt, weit über ein Jahrzehnt vergehen, und die Reihe der Jahre des Wartens und der Ungewißheit wird mit jedem Jahr größer. Tie Folgerung davon wird man ;u ziehen wissen. Bad-Nauheim, 22. März. Dem Teilhaber der Firma Gebrüder Siesmayer, König!. Preuß. Gartenbaudircktor und Großh. Hess. Hofgarteningenieur Philipp Siesmayer, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Kurpark Bad-Nauheim von S. K. Hoh. dem Großherzog das Ritterkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. A. Friedberg, 22. März. Gestern fand hier die Generalversammlung der Baugenossenschaft .Eigener Herd ist Goldes wert" statt. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Genoffenschaft mit Ende 1903 ihr 10. Geschäftsjahr vollendet hat. Es wurden bisher errichtet 20 Häuser zum Verkauf und 1 Mietshaus. Die 21 Häuser bieten 36 Familien mit 209 Köpfen gute und verhältnismäßig billige Wohnungen. Die Hypotheken hat die Jnvaliden- versicherungsanstalt Großherzogtum Hessen der Genossenschaft in entgegenkommendster Weise zu 31/, Prozent zur Verfügung gestellt; in neuerer Zeit hat auch das hiesige Mathildenstift Darlehen zu billigem Zinsfüße gewährt. Die Stadt hat bei dem Bauverein für 8000 Mk. Geschäftsanteile gezeichnet, das Gleiche ist mit Genehmigung des Gr. Ministeriums des Innern vom Vorstand der Ortskrankenkasse geschehen. In diesem Jahre beabsichtigt der Verein einige Mietshäuser mit je drei Wohnungen zu errichten. Um etwas Mustergiltigcs zu schaffen, wurde zur Erlangung von Bauplänen ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf des Architekten Carlo Zimmer in Darmstadt wurde zur Ausführung bestimmt.__________________________________ vermischte». • Altona, 22. März. Heute früh wurde im Hofe des hiesigen Gerichtsgefängnisses der Lustmörder Oswald Mailau hingerichtet. Der Mörder legte in" letzter Stunde das Geständnis ab, die Prostituierte Ahlert ermordet zu haben. * Lüttich, 22. März. Heute morgen wurde neuerdings ein Bomben - Anschlag entdeckt. Ein heimkehrender Minenarbeiter fand vor dem Hause des Polizei- Kommissars Binet eine Bombe gleich derjenigen, die unlängst entdeckt wurde. Ein Fehler am Zündmechamsmus verhinderte zum Glück die Explosion. * Paris, 22. März. Aus Albi wird berichtet: Gestern wurde vor der Wohnung des früheren Bürgermeisters eine Bombe gefunden. Dieselbe explodierte bei der Untersuchung; 3 Personen wurden schwer verletzt. * Fünfkirchen, 22. März. Im Kohlenbergwerk Uasas fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Die Anzahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Bis jetzt sind sechs Leichen geborgen. * Zu der Pestepidemte in Johannesburg in Südafrika wird gemeldet daß ein wilde Flucht der Europäer stattfindet. Die Regierung verbot die Befördernng von Farbigen per Bahn aus Johannesburg. Die Pest ist die bösartige Lungenpest. Von 45 befallenen Farbigen starben bisher 37, von sieben Europäern nur die Gattin des Dr. Marais. Ihre drei Kinder liegen gefährlich darnieder. Wahrscheinlich wird das ganze Kuli-Viertel, das in entsetzlich schmutzigen Zustand ist, niedergebrannt werden. Der Gemeinderat hat 5000 Pfund Sterling zur Bekämpfung der Seuche bewilligt. * Ueber ein besonders merkwürdiges Beispiel calabresischer Blutrache wird aus Italien berichtet: „Vor 42 Jahren geriet in dem ealabresischen Dörfchen Sant Onofrio der Bauer Giuseppe Sani mit seinem Nachbarn Giovanni Pulizzo in Streit und am folgenden Tage tötete er ihn durch einen wohlgezielten Flintenschuß. Sani wurde zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt, und da er, während er diese Strafe abbüßte, einen Mitgefangenen ermordete, erhielt er eine Verlängerung von 12 Strafjahren. So verlebte er 42 Jahre seines Lebens im Kerker; nunmehr ist er im Alter von 66 Jahren frei geworden. Er kehrte in fein Heimatsdorf zurück, um als Feldarbeiter fein Dasein zu fristen. Vor kurzem traf er mit Antonio Pulizzo, dem Sohne des Ermordeten, zusammen. Antonio war beim Tode seines Vaters erst drei Jahre alt gewesen. Als er aber zum Manne herangereift war, tat er den feierlichen Schwur, den Tod seines Vaters durch das Blut des Mörders zu sühnen. Als er nun des aus so langer Haft entlassenen Sani ansichtig wurde, stürzte er sich, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, auf ihn und stieß ihm einen scharf geschliffenen Dolch ins Herz. Sani sank tot zusammen und Antonio Pulizzo, der eine Frau und einige Kinder hat, begab sich selbst zum nächsten Posten der Carabiniere, um sich der strafenden Gerechtigkeit auslicfern zu lassen."______________________________________________ Slniverlitüts Nachrichten. — Dr. phill Wilhelm Strecker habilitierte sich an der Universität Greissmald. Geboren 1877 zu O f f e n b a ch a. M., studierte er in Heidelberg Chemie. Submissionen. 24. März. Darmstadt. Großh. Hochbauamt. Vergebung der Arbeiten zn verschiedenen baulichen Herstellungen. Bedingungen gegen Erstattung der Selbstkosten. — 25. Marz. Darmstadt. Gerichtsschreiber Großh. Amtsgericht I, Abt. der staatlichen Gerichtsbarkeit. Lieseriing der Schreibmittel und autographischen Arbeiten pro 1904/06. Bedingungen eb-nda. — 26. Marz. Darmstadt. Gendarmerie-Korps-Berwaltuiig. Lieferung von Schreibmaterialien für 1904 05. Bedingungen daselbst. — 26. März. Gießen. Städt. Tiefbauamt. Herslelluna von Mauer-, Thonrohr- und Zementrohrkanälen mit allen Nebenarbeiten. Bediilgungen 5 Alk. — 26. März. Nieder - Olm. Gerichlsschreiberei Großh. Amtsgerichts. Lieferung der erforderlichen Schreibmaterialien für das Etatsjahr 1904. Bedingungen ebenda. — 28. März. Alzey. (Hess.-Tarmstadt), Großh. Amts- gerichtsschreiberel. Lieferung von Schreibmaterialien pro 1904 05. Bedingungen ebenda. — 28. März. Beerfelden lHessen-Tarm- stadt), Großh. Gerichtsschreiberei, Lieferung der Schreibmaterialien und Buchbinderarbelten usw. Bedingungen liegen aus. Kandel und Verlieht. VMüivulschast. Buderuöfche Eisenwerke Wetzlar. Tie ordentliche Haupt- versammlnna, in der 2733 Aktien vertreten waren, genehmigte den vorgelegten Rechnungsabschluß für das Jahr 1903 und beschloß, den Reingewinn nach den Vorschlägen der Verwaltung zu verteilen. Hiernach gelangt eine D i v t d e n d e von 5 Proz. auf das Aktienkapital am 1. April zur Auszahlung. — Vom Geldmarkt. Es ist zu melden, daß die Sätze am Geldmarkt etwas anziehen, und voraussichtlich noch mehr anziehen dürften. Die biesmalige Ultimoregulierung hängt mit dem Quartalstermin und der Ansammlung großer Beträge für Dividendenauszahlungen zusammen. Es stellt sich daher der Geldsatz schon jetzt teurer, als ui den vorhergegangenen Atonalen. Tie Geldgeber sind in den letzten Tagen überhaupt sehr zurückhaltend geworden und größere Abschlüsse tommen sürs erste gar nicht mehr zu Stande. — Börse, Publikum und $;aute Banque. Es stellt fiel} immer mehr heraus, wenn sich and) an der Börse em stark übertriebener geltend macht, daß der Markt doch zum größten Teil als gesund bcjacgnet werden muß. Es ist festgestellt, daß das Publikum in der sehr bewegten Zeit eine große Selbständigkeit und Wider standskrait bewahrte. In den Privalkreisen waren die Vertun weiraus geringer, wie bei der Börse. Auch die Harne Banque hatr Gelegenheit, aus ben Ereignissen Vorteile zu ziehen. Durch Eingreifen während der bösesten Zeit hat sie sich ein großes Veü dienst erworben, daraus werden jedoch gegenwärtig schöne tz» winne, da ein nicht unbeträchtlicher Teil der aufgenonnnkne- Ware mit gutem Nutzen wieder verkauft werden konnte. Ter Vor selbst gilt die Rentenbaisse als ein überwundener Standpunkt. £o wohl hier wie an den fremden Börsen mad)t die Reprise aus bei Rentenmarkt so erhebliche Fortschritte, daß man säst schon di letzten Spuren des Rentenkrack)s getilgt hat. Tie großen spekulative- Engagements einzelner internationaler Faiseure sind anjdjemen durch Käuie des Privatpublikums absorbiert worden, wozu di Pariser Börse das Hauptkontnigent gestellt hat. Wenn somit bi Reprise aus dem Rentenmarkt and) einer gewissen gesunden Unter Inge nicht entbehrt, und zwar umsomehr als der Geldmarkt güii» disponiert bleibt, so ist doch gerade bei Renten Vorsicht geböte, weil fid) hier die politischen Ereignisse auf der Weltbühne ar meisten bemerkbar zu »nadjen pflegen. Man freut sich aiigenblidhc über die Beilegung des türkisch-amerikanischen Konflikts, aber tro- aller Abmachungen kann im Frühjahr wieder der übliche Spekiaft losgehen. Jedenfalls ist die Steigerung m Türkenwerten so haß, erfolgt, daß man nur wünschen kann, der Markt möchte „ich neuerlich durch) unvorhergesehene Ereignisse überrascht tveröeii denn wenn nicht alles trügt, hat bei der Steigerung der Türken- werte wieder einmal eine minderwertige Spekulation mitgeivitfi Der Gimpelfang mit Serieulosen. Es ist das uiizweiüt- hafte Verdienst der „F. Ztg.", hier immer und immer wieder warnend die Stimme zu erheben. Daß der Gimpel trotzdem „ich weniger rverden, da'ür kann das Blatt und können die anbei-, • Blätter nichts, die die Warnungen im Interesse der guten eau-t nachdrucken. Tie Internationale Vereinigungsbank in Amslerdoni verschickt wieder einmal eines ihrer verlockenden Zirkulare bmq ganz Deutschland Wie solche Angebote der Beteiligung anSerie^ losgeselljchaften nur dazu dienen, die Dummen gehörig zu schrop'ei, geht am besten daraus hervor, daß Köln-Mindener Serienlose zm Preise von 600-650 pro Stück berechnet sind, wahrend sie reguint mit 500 Mk. gekauft werden können. Oesterreichische 60er Serien« lose, die reell ca 400 Mk. kosten, werden mit 550—600 Ulf. Q11, gerechnet. Tie sogenannte „Bank" fordert für ein Hundertstel- Anteil an der Gesellschaft 60 Mk., insgesamt also 6uoo M, während man in hinein reellen Geschält den ganzen Block (ur 3160 Alk. erwerben kann. Bei alledem muß man aber „och gewärtig jein, daß für den Fall, daß wirklich em Los gewinnt, bet „Bankhalter" nicht mehr auszufinden ist. um bk» Kirchkkbiiqmt in staut iMM. Evangelische Gemeinde. Getraute. Lukasgemeinde. Ten 7. März. Tr. Hemrick) Willy Schmidt, Prlvaidozent zu Gießen, und Alane HuUe Albertine Fromme, Tochter des Professors Dr. Karl Fromnie zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 13. März. Ten Lokomotivheizer i. P. Friedrich Peil eine Tochter, geboren ben 18. Dezember 1903. Denselben. Dem Kutscher Joseph Emil (bkoi; ein Sohn, Wilhelm Emil, geboren den 20. Februar. — Markus- gemeinde. Ten 6. März. Tein Fuhrmann Karl Bornlwgei eine Tochter, Anna Gertrude, geboren den 27. Januar. Ten- selben. Tein Weißbinder und Lackier Heinrich Konrad ein Sol);: Heinrich Wilhelm, geboren den 30. November 1903. — Lukas- gemeinde. Ten 6. Nlärz. Tem Rangierer Christian Emmel eint Tochter, Else Hedwig, geboten den 22. Januar. Denselben. Teir. Schuhmachermeister Johannes Glitsch eine Tochter, Margamht Martha, geboren den 27. Dezember 1903. — I 0 ha 11 ner> gemeinde. Den 6. März. Tem Schneider Heinrid) Klee eint Tod)ter, Karolme, geboren den 4. Dezember 1908. Den 13. März. Dem Bud)biiidermeister Hugo Samt eine Tochter, Marie Aiinr, geboren den 7. Januar. — Al r l i t ä r a e m e i n d e. Den 13. Mn. Dem Sergeanten Bruno Bartel ein Sohn, Kurt Robert peumd', geboren den 22. Januar. Ten 14. März. Dem pauviiiumiii jiaui etücfer em Sohn, Hermann Hubert, geboren ben 10. ßebtuar. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 13. Mmna Weigel, Tochter des Fabrikarbeiters Kottrad Weigel, IS Jahre alt, starb den 13. März. Eingesandt. (Für Form und Jnha-r 1......- utLjer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Reoattivu dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 21. März. In Nr. 61 des Gieß. Anz." findet fick) unter der Spitzmartl „M 0 n st r e - P r 0 z e s s e" eine längere Abhandlung, welche öar- zutun sucht, warum Prozesse gegen wohlhabende Personen in ihrem Verlaus sich anders zu gestalten pflegen, als sold)e gegen Minderbemittelte. Erstere haben das Recht, Sachverständige und Zeugen, auf eigene Kosten zu laben, letztere natürlich auch, nur ist e§ >h- Pech, daß ihr Beutel dies nicht gestaltet. Wie leicht es heutzuiLg- ist, Sachverständige aufzutrewen, welche eine durchaus von ter üblichen wissenschaftlichen Auffassung abweichende Dlemung Haden, oder wenigstens bekunden, lehren uns ja fast alle solche Moniire'- Prozesse. Angenommen, das Gericht stellt zwei Saä)oer!tantngL und die beklagte Partei vier, welche einen anderen Standpunlll vertreten (andere wird fie sich ja nicht aussuchen-, so wird caa Gericht, das ja nicht alle Spezialwissenschasten beherrschen tann„ schwankend; es kanii auf Grund der sich ,viderspred)enden Ou.-» achten nicht zur Verurteilung kommen. Dies ist der Inhalt ov- Artikels Alonstre-Prozesse, feiner vielen Hüllen entkleidet. Obwohl der Artikel nur über den Verlauf von Proze!!^ gegen Wohlhabende sprechen will, läßt der vorletzte Absatz auch einen Ausblick auf den Aus gang, die Freisprechung, solchen Prozessen gegen Wohlhabende zu. r „ k Der Artikel ,S t a a t s a n w ä l t e" in Rr. 45 II des Anz. wollte nicht «mit mangelhafter Begründung Stimmung geg Richter und Staatsanwälte machen und dann von dem anae j erjd)ütterten Vertrauen zur Rechtsprechung reden". ES W j nicht beabsichtigt gewesen, Richter und Staatsanwälte für Dl spräche der Geschworenen verantwortlich zu machen. Denn l* 1' . Artikel „Staatsanwälte" ist nur davon bie Rede, daß der s ■ anwalt jederzeit jeden Menschen in eine Untersuchung> o"w -- kann, ohne daß demselben, wenn ferne Unschuld |id) Oevou irgendwelche Genugtuung wird. Hierbei ist allerdnigs zu erway * daß der Richter dock) die Rechtsbelehrung den Lchotzenui jd)worenen giebt, und daß es wohl nicht die Regel seui dui , ^ der Urteilsspruck; sich weit von der richterlichen Ansicht Es erscheint mir nicht angebracht, objektive Artikel, wie wähnten, mit dem Vorwuri abzulun, sie rooUten '5UI™nrUr,d.aDl(i- • bewährte Institutionen machen, und ich glaube kaum, I । . Absicht dem Durchschnittsleser aufgedrängt hat. Ter Arn sick) nicht gegen Personen, sondern gegen Mangel des A - die Annahme, daß solche existieren, hat der Artikel „li I zesse" nicht entkräften können. Einsender betrachtet es als h Recht der Preße, auf solche wunde Punkte ben ymget 0 - welche in der Anschauung weiterer Beoölkerungskieiie t sine ira et stadio — fiat jastitia. ftA gegen Schnupfen I L . ;:A klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach H als geradezu ideales ■ \ Schnupfenmittei bezeichnet! * - Beizende Neuheiten Mutier Hf in 2810 Auswahlsendungen bereitwiliigst WmkSW 2487 Besichtigung ohne Kaufzwang. 2671 Aug. Kllbinger, Giessen 19 Seltersweg 19. INung! Nächste | Grosse Ä ohltätigkeits-l Geld-Lotterie | i der KrankeDptiege-Anstallen vom 11 ? Unten Kran? Siirawhurn I V? Andre Hof er’s Roten Kreuz, Strassburg I. E 0 Gesangbücher üi. 100 Kilo Sicke Warbt 2658 i> Btarbig braun) schnell beulet 2373 2183 in © versendet das General-Debit Eg J. Sturmer, SlrassKai.E. || SiiperMat 47 Asterweg 47. 8 Ederstrasse 8. Geschäftsgründung 1868. 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