Nr. 301 154. Jahrgang Donnerstag 2L. Dezember 1904 Drittes Blatt Eichener Anzeiger Erscheint t-glich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen . Bilbt Wart. (Er: Vaderland was mi min Lewdag bei tau Die „Siebener ZamMenblatter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hessisch« Landwirt*' erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckeret. 9L Lange, Gieße«. Redaktion, Expedition u.Druckerei; Schulstr. I. TeU Nr. 61. Telegr^Adr. i Anzeiger Gießeu. Aie politische Mattigkeit der Gebildeten. Pfarrer a. D. D. Friedrich 91 a it m a n n veröffentlicht in den „Süddeutschen Niouatsheften" einen Aussatz, in dem er sich mit der unerfreulichen Erscheinung beschäftigt, daß gerade in den Kreisen der Gebildeten die Lauheit und Mattigkeit in Politischen Dingen einen erschreckenden Umfang angenommen hat und anscheinend immer mehr zunimmt. Naumann sagt: „Sicher ist, daß iveite Kreise der gebildeten Schichten sich heute jeder aftiveii Teilnahme an der Politik entzleheii. Das aber sind die Schichten, dereii Vorbild iin Lause der Zelt nach nuten hin weiter wirkt. Ist erst einmal die Bildung unpolitisch ge- ivorden, danli wird auch die Politik uiigebildet, und die Kluft zwischeii Staatsbürgertum uiid Bildungsideal wird so breit, daß man schließlich . von einem Menschen, der sich den ösfelitiichen Dingeii ivldmet, glaubt extra versichern zu müssen, daß er „trotzdem nicht ungebildet" sei. Soll das das Eli de der liberalen Epoche der d e u t s ch e n Gesch ichle sein? Unb ivürde dieses Ende sür unser Nolkstuni gut sein? Soll man eingesteheli, daß es ein Fehler war, die S t a a t s l e i t u ii g aus freie Bürgerpflicht g Hin t en zu wollen, und daß das Volk tatsächlich so unsähig ist, sich selber zu regieren, ime es Metternich vor hundert Fahren behauptet hat?" Es ist viel Wahres in diesen Worten. Die Tatsache ist nicht zu bestreiten, daß die politische Betätigung in den Kreisen, die auf eine abgerundete Allgemeinbildung weniger Anspruch machen können, erheblich häufiger und stärker zu finden ist, als bei den Gebildeten. Die leidenschaftliche Agitationsarbeit der Sozialdemokratie und der Zentrumspartel hat ihre Massenerfolge, wie man weiß, nicht in den Kreisen der höher Gebildeten aufzuweisen; diese Agitationsweife mit ihren Schlagwörtern verfängt gerade da am meisten, wo Halbbildung und unbefriedigter Bildungsdrang sich die Hand reichen. Gerade die liberale Weltanschauung IM unter dieser Erscheinung eine starke Einbuße an nach außen wirkender Kraft zu leiden. Denn sie wurzelt in der Bildung, die die Geister befreit. So sind denn in der Tat die liberalen Parteien aller Schattierungen, die eine mehr, die andere weniger, die Leidtragenden bei dieser Flucht der Gebildeten vor der Politik. Wo liegen die Ursachen dieser beklagenswerten Erscheinung? Uebt die Beschäftigung mit der Politik wirklich einen so geringen Anreiz auf den gebildeten Menschen aus? Gerade die gebildeten Kreise waren es doch, die in den Zeiten der Reaktion nach den Befreiungskriegen politische Ideale sich bewahrten; gerade die Gebildeten haben mitgearbeitet an der Vorbereitung des deutschen Reiches in freiwilliger politischer Tätigkeit im Frankfurter Parlament, Nationalverein und an anderen Stellen. Und der politische Aufschwung in Derllschland seit 1866 und nach 1871 stützte sich geradeaus die opfermutige Teilnahme der gebildeten Kreise. Damals empfand man die Beschäftigung mit der Politik nicht als unvornehm oder als etwas Ueberflüjsiges. Die Zeiten haben sich geändert. 9Jlit Recht weist Naumann darauf hin, daß die Formen des politischen Kampfes roher geworden sind, — daß in den siebziger und achtziger Jahren die erdrückend mächtige Persönlichkeit Bismarcks auf weite Kreise lähmend gewirkt hat: mein folgte, ohne selbst politisch tätig sein zu müssen, der Eine, Große dachte für viele andere; auch auf die Zölle und das Soztalisten- gesetz weist 91aumann hin als auf Faktoren, die vielfach verstimmend gewirkt hätten. Jk heit Reichardt, Knmpuniste benannten. Er: Herr Je! - Weihnachtsgeschenk: wkwiirtiM : Kontor ist die ,U|S >erke0, ils?.' «*t*L I ch: Hilf7 d ätsch Lhvv...... ...... ---o --- ----- iütt, da dacht it, fällst di upmaken un mal tanseihn, ob du't nich gröter sing en kannst. Na! da sung it, un sei stingen all tanhopen mit as bull un Meten —: äiuerft uns' Baderland bleew io lütt as vorher, un nah söstig Johr güng mi ok de Pu flut. Da tamm Bismarck — de verskunn't betex — mit’n Knüppel; de hulp. Min Söhn is Legatschonsrat bi Bismarcken, nich grab sine rechte Hand, äwerst höllt em dock recht fast an de Locken. So! nu weiten S’ von mi miehr as tau bei! Reuters Freude war rührend. Nun sprach ich ihm meine Freude und meinen Dank aus über seine Werke, die ich bielleicht oor allen am besten goutieren konnte. Spater fuhr ich fort: Jk weit nich, ob Sei dabon weiten, bat in Berlin bör'n Johrener wß-säben ene grugliche Silkf-ff) tau gradieren anfung — (Reuter: Ne!) — bat Fritz Reuter- Fewer*j-). Taumal de Wiwer wier'n schier as bull un beseten up „Hanne Nüte". Ward bat Sei ’n Uv rühr! Gor männigmal, luenn de Berliner FrngenSlüd meinten, bat sei Reutern so driws oerstahn kunnen, säd it; Dat's all min Lewdag nich wohr, oenn wenn k nich in 'ne Sprak denken kann, dennso lann'k sei nich. Mit den Verstand glöwt ji ein tau taten, äwer )Ug Hart fäuhlt nicks bi de plattdütsche Sprak, wil in inge bröge märkische Sprak nicks tau fünhlen is — bon Gemüuthlichleit. Ra, bon wegen de Sük! Ok sogar uns' Deinstmatens wier'n infeciert bon de Sük. Da schick ick mal min Katsch — 'n ganz ütptales Maten bon minschlichem Gefäuhl, äwerst börch Reutern uauz upstexnatsch und berdwas — also it schick se nah bc Medizui- upoihek, sei sull mi för'n Gröschen Rhabarbex Halen; un wat glöwen S' woll, wat sei mi bxingt? — „olle Kamellen"! *) hineingeschneit. **) Fritz zu Pferde — Fritz Reuter (Reiter). ***) missratenen Dialekt, t) geboren und anfetzogem tt) ver- idjiebene Kornarten wie Gerste und Hafer im Gemenge, tit) Seuche. • i) Fieber. Der Charakter des politischen Getriebes ist seit der Mitte der siebziger Jahre so vollkommen verändert geworden, daß man sich nicht wundern darf, wenn die Stellung der Gebildeten zur Politik nicht die alte geblieben ist. An die Stelle der großen nationalen und geistigen Interessen, die in der Schaffung einer grundlegenden Verfassung, dem Ausbau der Rechtspflege, der Sicherung dec herrlichen Errungenschaften der letzten einigenden Kriege ihren Höhepunkt sanden — an die Stelle der staatsrechtlichen Ideale und der gemeinsamen Förderung der notwendigen, der Gesamtheit dienenden Arbeiten zur Einrichtung des Reiches sind mit den Jahren ganz andere Ziele und Bestrebungen getreten. Wir leben in der Zeit der Jnteressenkämpse, da verschiedene Klassen, Berufsstände, Betriebsjormen, kirchliche Machtfaktoren — jeder für sich und oft nur dürftig umhängt mit dem Mäntelchen eines angeblichen Gemeininteresses— Sonderberücksichtigung verlangen, Sondervorleile erstreben. Wir sind soweit gekommen, daß die Einheitlichkeit unseres Volkes in die Brüche zu gehen droht, daß nicht politische Parteien, soiidern Völker mit ganz verschiedener Denkweise, mit gegenseitigem Einandernichtverstchen sich innerhalb des Volkes zu befehden scheinen. Die sozialdemokratischen Massen wissen es kaum anders, als daß alle anderen Par- teieii der Feind sind und gemeinsam in den gleichen reaktionären Topf geworfen werden müssen. Und die Weltanschauung der Katholiken hat mit evangelischem Denken alle Fühlung verloren. Dementsprechend hat der politische Kampf vielfach häßliche Formen angenommen. Er steht unter dem Zeichen der Unduldsamkeit, — der Unduldsamkeit von oben und von unten. Der Boykott der Konsumenten gegen den mißliebigen Produzenten, Streik und Aussperrung sind ebenso unerquickliche Erscheinungen unseres öffentlichen Lebens wie die Beeinflussung der Wähler im Beichtstuhl und von der Kanzel herab oder die Maßregelung uub Strafversetzung politisch Mißliebiger von Amts wegen. Sie alle find Ausflüsse einer Unduldsamkeit, die dem wahrhaft gebilberen Miturmenschen ein Greuel ist. Denn echte Bildung ist undenkbar ohne Duldsamkeit. Will man sich wundern, daß in den Tagen des Jn- teressenkampfes mit (einen unschönen Begleitumständen gerade die gebildeten Kreise sich zurückhalten? Von der Zinne des Wissens, der wahren Bildung sehen sich, die Interessengegensätze oft recht anders an, als sie denen erscheinen mögen, die für ihr vermeintliches gutes Recht kämpfen Licht ainb Schatten verteilen sich für den Gebildeten gleichmäßiger. Es ist daher begreiflich, daß er sich nicht gerade mit Eifer in einen Kamps stürzt, dessen Ziele ihm problematisch erscheinen und ihm sicher nicht den Wert endgiltiger Joeale haben. Und dazu kommt ein weiteres. Wohin sollen die Krei,e der Gebildeten sich wenden? Wo, so fragen wir, sind heutzutage die begeisternden, durchs die Große ihres Strebens werbenden, mit sich sorrreißenden Parteien? Für die Gebildeten sollte der Liberalismus das große Sammelbecken bilden, das alle die Strome und Bäche umfaßte, um sie in eines Stromes tiefes Bett zu leiten. Wo ist dieser Liberaiismus? Wir haben im deutschen Reichstage glücklich vier Parteien, die sich zu den lioeralen rechnen! Diese Zersplitterung muß sinnverwirrend wirren. Und sie tut es. Weit mehr als die Formen, die der Parteikampf angenommen hat, trägt diese unselige Zersplitterung der Liberalen die tzin Iritz Zieuter-Weihnuchtsbuch und zwar zu einer Zeit, wo mit der Freigabe sämtlicher Werke des plattdeutschen Klassikers seine Volkstümlichkett, wenn überhaupt möglich, sich noch steigert, — bas darf wohl als ent lliterarisches Ereignis bezeichnet werden. . „I m Reiche Reuters" betitelt sich dieses eme Fülle neuen Stoffes in Wort und Bild enthaltenden Buches von Prof. Tr^Karl Theodor Gaebertz (Verlag bon Georg Wigand m Leipzig). Ter deutsche Reichskanzler ^^^010 angenommen, nachdem er schon zum 12. ^>uli 1004 der pietätvollen Gedächtnisfeier und Reuter-Ausstellung, von Prof. Gaeoextz inbtt 211110 ber Uniberfität Greifswald veranstaltet, wie erinnerlich, seine Teilnahme zugewandt hatte. Jetzt nun bietet Gaedertz ein bauerndes Andenken daran bar und erzielt damit den doppelten Zweck: einmal denjenigen, welche die Reuter-Ausstellung gesehen haben, sie nochmals vor Augen zu führen, zum andern der Mehrzahl,, die eine Fahrt nach dem fernen Greifswald nicht unternehmen tonnten, einen Begriff, ein Spiegelbild zu geben bon dem Targebotenen aus meuter^ ~ebin und Schaffen, Familie und Freundeskreise. Wer den unbergleich- lichen Dichter und unbergeßlichen Aienscheii bewundert und liebt, dem wirb es gewiß hier heimatlich zu dNute im Reiche Reuters. Aus dem Humor- und gemütbollen Inhalte des gerade. noch rechtzeitig zu Weihnachten erscheinenden Aeschenkwerkes können wir aus Grund uns freundlichst zur Verfügung gestellter Aushängebogen fölgende Einzelheiten schon letzt Mitteilen: Der Komponist von ,,W as ist des Deutschen Vaterland?" bei Reuter. Für Reuters Villa in Eisenach stiftete Gisbert bon Vincke ein Hausbuch, worin sich viele berühmte Gäste eingeschrieben haben, A a. der Komponist des Arndtschen Liebes „Was ist bes Deutschen ZZaterland?", ein Pommer bon Geburt, der in Greifswald bm tzchmnajiunl. und bie Uniberfität besucht hatte, in Berlin Mus ck Kehrer des deutschen Kronprinzen geworben war und Zelters ivürbiger Nachfolger an ber Singakabemie. Reichardt ijatte Reuter borher nicht persönlich gekannt, war «ber als Altvorpommer des Plattdeutichen von seiner Jugeiw [her mächtig und ein großer Bewunberer ber „ollen Kamellen '. Ajes benimmt« ihn — so teilt mit fein Sohn, ber Wirtliche Geheime Rat Reicharot mit —, als wir damals in Winringen waren trtra mit mit nach Eisenach zu fahren, um bie langst eriminschk Mkanntschast zu inachen. Tie Art, wie er sich (und mich) byu Einführte, ent sprach seinem jovialen Naturell. Er selbst hat darüber Nachstehendes auf gezeichnet: Ur wat unwohl durch Tiätsehler bei der Brunnenkur, nahm Leine Beinche an; ich ließ mich aber nicht ab weisen, nannte auch Meinen Namen trotz Begehrens nicht, sagte dem Diener: „Em LanoSinann, der sich nicht abweifen laßt". Zu bie prächtige Villa hineingesuhrt, stehe ich vor ihm, js'iner Fran uub Schwägerin. r: Wen habe ich bie Ehre ? , . 3d) (mit bir Hano Ruhe n mlenb): ?Nit Verlöw, intn leuu flberr Dokter, bat t hier jo 'riMniegt'') laut bi de grimmige Hitt! itbautaitiiiM nhaf4rf wfduncu ^mü'stzmra WUlÄ »»agcu eryutzmaschmn ermaichtneu eufnUer Sterte llnoxydurv »chgcstdirre Krater eltaßge lirmcH ec-°hle° ui’ ...„jjreiien lw WlÜl Orb1» Einer der gepriesenilen englischen Künstler unserer Zeit, der am 1. Juli 1904 im 88. Lebensjahre gestorbene George Frede x i ck W a 11 s , ist den Kunstfreunden des Kontinents, insbesondere Deutschlands, bisher eine unfaßbaxe Größe geblieben, weil seine SdchPfungen, abgesehen von einigen Bildnissen, niemals auf unseren großen Ausstellungen der letzten Jahrzehnte erschienen sind. Wenn wir jetzt einen tiefen Einblick in das Schassen uub Wesen dieses ebenso tiefsinnigen und geistlichen ioie phantaiievollen Künstlers erlangen, so verdanken wir dies einem deutschen Kunstschriststeller O. 0. Scksleinitz, der durch langjährigen Aufenthalt in England nicht nur mit der dortigen Kunst, sondern auch mit englischem Leben und Wesen, die uns jene erst recht verständlich machen, auf das gründlichste vertraut geworben ist. Seine Biographie bes als Maler und Bllbhauex fast gleich ausgezeichneten Meisters, bie als 73. Band der von H Knackfuß herausgegebenen Kunstler-Vconographien erschienen ist (Bielefeld und Leipzig, Velhagen u. Klasing, mit 121 Abbild., Preis 4 Mk.), hat vor ähnlichen Versuchen den Vorzug, daß sie aus den Mitteilungeii des künsllers selbst und seiner Gattin und aus den schriftlichen Aufzeichnungen beider geschöpft ist, und daß sie uns fast das ganze Lebenswerk des Künstlers in Abbildungen vorführt, seine hlstorischen und symbolisckM Gemälde, seine Bildnisse und seine planischen Werke, die uns die hohe Verehrung seiner Landsleute begreiflich machen und rechtfertigen. — „D a s neue Universn m", Band 25 (Union in Stuttgart), bringt in schönem stattlichem Bande vor allem Technisches : Die interessanten Erfindungen und Entdeckungen auf allen Gebieten. Ta erzählt Salzmann von seinem Ritt durch Zentralasien; Tie elektrische Bersuchsschnellbahn zwischen Berlin und Zossen, bie Selbstfahrer im Straßenverkehr werden in Wort und Bild vorgeführt. Titel, wie: Tie Herstellung der Panzerplatten, wie ein Blick in bie Geheimnisse der Bühnentechnik^Wmd- inotore und eine Uhr, die sich selber aufzieht, Der Schnelldampfer Kaiser Wilhelm II. und seine Maschinen mögen einen Begriff von der erstaunlichen Reichhaltigkeit des Gebotenen geben. Unsere Jungeii sind besser daran svie wir seinerzeit. Gute Photo- graphieii und erste, wirklich sachkundige Autoritäten berichten ihnen in Wort und Bild, wo wir uns mit den Belehrungen sog. Kiiidersreunde begnügen mußten, bei denen öfter Herz und Kopf nicht ganz im Einklang standen. — Schillers Gedichte. Pantheon-Ausgabe. (S. Mischer, Verlag, Berlin.) Bd. 13/14. In Leder geb. Mk. 3. ^re Pantheon-AnSgabe besitzt nickst nur ein handliches tyormat, sorgfältigsten, klarsten Truck, schönes Papier, sondern trägt als besonderen Schmuck Kunstblätter. Porträts von schiller aus verschiedenen Altersstufen, von Charlotte von Kalb, von, Charlotte von Lengefeld, sein Geburtshaus feine Handschrift illu|tnercn ben Band. Die Ausgabe ber Gedichte, besorgt von Professor Weißenfels, ist vollständig, baö heißt: gegenüber ben landläufigen Sammlungen start vermehrt. Tte Einleitung gibt bet großer Knappheit doch das gau^ .uiteriat ber ustheUschcn Kritik uub stellt vie Gntwiainng des .neckers schiller m Überzeugender Klarheit dar. 1 ■ < ...... 11 VI usgabe ber e dicht e schule r s; sie tragt zugleich mi ihrem zur Ehrung des Richters bei ber für .Vcai n. I. m sstiwfichi stehenden Gebuchinisfeier seines ^obes bei. Hing-Wage Federn: Ohnedem. >olat ruverliu'. :!iagkeitvonijgbüb^ ixtnde Anerkennung Veil Mk. IO. l&mmer, tiieeien Mmrckütrili# w V u an, * 66 w m;- D<^ pro 0 4 * Schuld an der mangelnden politischen Betätigung der G«s bildeten. Herr D. Naumann ruft den Gebildeten zu: Organisiert Euch! Ja, wie und wo? Naumann sagt: „Der Vereinzelte ist immer politisch unproduktiv, selbst wenn er die jchpnsten Gedanken hat, denn Politik ist eben gemeinsames, organi^ iertes Handeln. Schimpfe über die Partei, wenn es nötig ist, aber tritt bei!" Sehr schön, aber der Gebildete tritt nicht so leicht einer Partei bei, über die er schimpfen muß. Mit solchen Ratschlägen ist, wie der „Hann. Eour." richtig ausführt, nicht viel zu machen. Tte zahlreichen in Wahrheit liberal gesinnten Männer, die sich keiner der Fraktionen anschließen, finden an allen den vorhandenen etwas, was ihnen mißbehagt: bei der freisinnigen und süddeutschen Volkspartei vielleicht die allzu schroff ablehnende Haltung in Heer- und Flotten- b in gen; bei der Freis. Bereinigung ein zu lebhaftes Kokettieren mit den Sozialdemokraten; bei den Nattonallibe- tQ[en — das übersieht der stramm nationalliberale ,^ann. &our." — das schwere Uebexgewicht der Großinduftrie; oder vielleicht statt all dieses Erwähnte überall noch etwas anderes. Tritt bei und schimpfe meinetwegen, sagt Herr Nau. mann. Gut. Aus Pflichtgefühl ringt man sich solch einen Beitritt ab, — das heißt der Einzelne tut's. Aber die Masse der Gebildeten? Es gibt -nicht viele, die jelbstlo- genug sind, einer Partei beizutreten, über die man sich ob und zu ärgern muß. Und doch braucht man die Akasse, um Politik zu treiben, — wirksame Politik. Will man sie haben, so muß man sie nicht bloß in akademischem Vortrage an ihre Pflicht erinnern, man muß sie bei ihren Empfindungen, im Herzen packen, um sie mit fortzureißen. Um die fortreißende, begeisternde Machet zu werden, die führende Partei in dem großen liberalen Bunde, der vorläufig nur ein Zutun,tsiraurn ist und wohl noch lang.e bleiben wird, bedarf es angesichts der Zeichen der Zeit einer ernsten Einkehr bei sich selbst — bei allen liberalen Fraktionen. , Kunst unv Nij,eu,chaft, Berlin, 20. Dez. Gestern hat sich die Gesellschaft mit be* schränkter Haftung zum Betrieb der zu errichtenden komischen Oper gebildet. Tie künstlerische Leitung des Unternehmens liegt in den Händen des Direktors Gregor, des gegenwärtigen Leiters des Elberfelder Stabttheaters. Die Eröffnung des new Theaters soll Mitte Oktober 1905 stattfinden Bün icf'n plattdütsch Kind, un da möt t doch den groten Fritz tau Pird'**) ok von Perßon kennen lihren. Ehr Bäuker weit'k utwennig | all mcinnig Jahr, un „wer süß den Schnuppen rüken will, bei sind't dorin mäng scharpe Pili. Un wier't ok man fiwfinge Witz, dei briwwt am scharpsten up de Mütz." Er: Aber mein Gott, wer? . . . I ch: Holl'n Sei ’t Mul! — Holl'n S' mi min wahnschapene Tickelektik***) tau gaub! Wo füll r ok herkamen? Föftig Johr bün'k furt von Muttern, un tau’n annern Vullolaud bün'k ok nich, na! un derentwegen was't mit min Tickelektik man ümmer so so, wil'k up be Grenz büren bün un föttf), bi Demmin, wo p mit ein Bein in Olt-Pommern skunnen un mit ’n annern in Schwebjch-Pommern, bunnemals, un mit ’n annern in Meckeln- borg — na! da giww't denn jo’n Mangtturn-j-f). (Er: sehr unruhig geworden.) ' Ain ’n Musikante, wat sei in Berlin en Kerllyts,aai. Saloniki, 21. Dez. Tas Kriegsgericht (?) ver^ urteilte die bulgarische Lehrerin Tschakarova aus Uesküb zu drei Jahren und ihre Mitschuldige Apostolova zu zwei Jahren Gefängnis. Ta bie Vergehen, welche sich die beiden Frauen zu schulden kommen ließen, unter die Amnefkie fallen, haben die Zivilageuten gegen bas Urteil protestiert und verlangen, daß eine Prüfung des Prozesses durch eine gemischte Zivilkommissioir vorgenommen werde. Kandel unv DerKestk. Hiolstswkttschast. Paris, 21. Dez. (Börsenbericht.) Tie Börse war heute mit Ausnahme der russischen Fonds sehr fest. Das Geschäft wurde aber bald nach Eröffnung äußerst beschränkt und auch nährend eines guten Teiles des weiteren Verlaufes der Börse herrschte Ruhe und Geschäftsstiile. In letzter Börsenstunde gaben russische Fonds nach auf das Gerücht, daß in Ruß 1 and ein Auf - stand ausgebrochcn sei. Schluß aus allen Gebieten abgeschwächt. Photographische Apparate und Zubehör. befindet. Sonnenstratze 20 22 wie folgt: p. Paar 10,00 Mk. V w n tt □L_i Spenglerei und Installations-Geschäft. in den Geschäfts Empfehlung sowie allen Freunden und in meinem neu erbauten, 100 100 100 100 100 100 100 100 Passendes Weihnachts- Geschenk! Ein Schmuck fflr jedes Zimmer! v v It allen erdenklichen Farben und Ausführungen zu allerbilligsten Preisen in grösster und schönster Zusammenstellung. Herren- und Damenschreibtische. 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