Nr. Z75 '.eustag ÄÄ. November 1904 184. Jahrgang Zweites Blatt. Giehener AKZeiger Erlcheinl iSgttch mit Ausnahme deS Sonntags. Seyeral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für der« Kreis Sichen Die „Gletzener Zamilienblätter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchenllich beigelegt Der «»Heistsche Landwirt^' erscheint monatlich einmaL Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.I. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. < Anzeiger Giefeea» RotattonSdruck und Verlag der Brühl'!chm UnwerütätLdruckeret R. Lange. Gießen. Aie Werlobungsftier zu er Ming. Kriminal-No man von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Käthe konnte nicht umhin, ein wenig zu lächeln über Die sonderbare Art und Weise des alten Herrn. Vertha bemerkte es. „Verzeihen Sie mir, Bertha", bat Käthe. „O, lachen Sie nur über meinen guten alten Jmt§giua)t3' rat", sagte Bertha ohne Empfindlichkeit. „Er besitzt doch das goldigste treueste Herz unter der Sonne." „Ich glaube es wohl. Ich habe ihn wahrend uniercr kurzen Bekanntschaft schon lieb gewonnen." . Von diesem Tage au nm^tc die Genesung Berthas raschere Cor schritte« -rie fr eki il e Umgeb ng des P.arrh^ s s d.e rnr £>•, guin;' v'ict des' Pfarre cs uno der ^lurcerin uno üie Freunds a) ast ztüthes trugen das ihrige dazu bei, die Harnwuie ihres Seelenlebens wieder herzustellen und die Gegenwart ihres alten freundes, seine muntere Laune, 1 womit er, jede trübe Stimmung ber chr zu verscheuchen wußte, gaben ihr Sicherheit und neue HofsnungS- srcudigkeit. . Die Briefe Ferdinauds klärten den Sachverhalt jener unseligen Verhältnisse vollständig auf. Ter unglückliche Kammski tonnte noch von einer Gcrichtskommission vernommen rverden, vor der er abermals ein offenes Geständnis seiner Schuld ablegte. Dem irdischen Richter aber entzog ihn der Tod; er entschues nt ben Armen seiner Frau, die treu bis zur letzten Stunde bei ihm anshwlt. ^ßr Amtsgerichtsxat die alte Frau Knoche, den /teilten Richard und Pfifft, den zottigen kleineii Hund kommen ließ, war Ber.Has Glück vollkonrmen. Ter Amts.jerichtsrat, weicher in dem Gasthaus des Corses logierte, kam jeden Tag, und sie verplauderte mit ihm ginn- Yxiyt, behagliche Stunden. TPr Amtsgerichtsrat aber baute du sichtlich tief berührte. Umgeben von den Honoratioren der Stadt, hielt bann Amtsrichter Rausch namens der Stadtvertretung folgende Ansprache an die hohen Herrschaften: Als sich bereits vor cmU^i Wochen die Hoffnung auf das /rohe Ereignis, dem wir jetzt gegenüberstehen, wenn auch ausangs zaghaft uno schüchtern hervorwagte, da schlugen bereits die Herzen höhcr in sreuotger gespannter Erwartung. Nun aber ist die Hoffnung Tat und Wahrheit geworden und ein Sturm der Begeisterung und der Freude geht durch alle Hessengaue. Nicht zum miiidesten aber findet diese Freude ihren Widerhall in den Herzen der Licher Einwohnerschaft. Tie Lia-ier Einwohnerseljast empfindet es als Stolz und Freude, daß eine Prinzessin aus dem hoch^ verehrten Fürstenhause, mit dem die Licher Bewohner gerne Freud und Leid teilen, den Thron des Hessenlandes besteigen wird. Aber auch im ganzen Lande wird diese Tatsache unenMidne Freude auslösen. Denn die Prinzessin aus dem edlen kerndeutschen Solmser Fürftenhause bietet für jeden d e Bürgschaft für Lebens- und Familien glück unseres treugeliebten Lanoesherrn. Wre sie, die erkorene Braut, einerseits der Sonnenstrahl sein wird, der den stellen Lebensweg ihres hohen Gemahls vergolden wird, so wird sie andererseits, des sind wir gewiß dem Lande eine allezeit treue und fürsorgendr Mutter sein. Als Tank aber wird sie die Liebe und Treue ernten, die unser Hessenvolk wre kaum em anderes mit seinem angestammten Herrscherhause verbindet. So schlagen heute die Herzen aller Hessen m dem ernen Wunsche für eine glückliche Zukunft des hohen Paares zusammen. Wir aber wollen unsere Wünsche, die wir tui die hohen Verlobten auf dem Herzen haben, in dem Ruf zusammenfassen: „Tas hohe Brautpaar, es lebe hoch, hoch, hock!" , . Ter Großherzog crwioerte, auch namens seiner Braut, und sagte wörtlich: „Ihr könnt mirs gl.au- ben, es haben sich hier zwei Hessenkrnder: zu wirklichem Glück vereinigt. Wir danken ^zhnen für Ihre Huldigung von ganzem Herzen." . Zum Schluß der Feier rief der Großherzog dem Dirigenten, Herrn Zimmer, zu, er möge das „Glo ck e n l i e d , das im vorigen Jahr bei seiner Anwesenheit auch erklungen sei, noch KarlamerUtNischer ZLiuf. R. B. Dar m st a d t, 21. Nov. Tie Vorlage des neuen Staatshaushalts- etats für 1905 ist binnen wenig Tagen zu erwarten. Er wird keinerlei besondere Ueberraschungen bieten und in üblicher Weise zunächst dem Finanzausschuß überwiesen werden, der dann den Rest des lausenden und den ganzen nächsten Monat zur Verfügmig hat, um in aller Muße die .Vorberatung des Etats zu volizieheu. Im vor. Jahr war die Ausschußtätigkeit durch die bis tief in den Dezember, hin- eingeschobenen Plenarberatungen in empfindlichster Weise beeinträchtigt worden. Und wenn dann die Kamnier gleich in der ersten Hälfte des Januar eifrig an die Etatsberatung heranaeht, so kann sie diesmal schon bis Anfang Februar vollendet sein und dann bleibt der Volksvertretung bis Ostern noch eine Zeit von ca. zehn Wochen übrig, um sich eingehend mit der schwierigsten und bedeutungsvollsten Materie der diesmaligen Kammertagung zu beschäftigen, der Reform der hessischen Kommuualsteuer-Ge- setzgebung. Daß die Negierung den besten Willen hat, diese umjangreiche Ausgabe noch im Lause dieser Tagung zum Abschluß zu bringen, ist vom Staatsminister ausdrücklich hervoraehoben worden, und auch die Kammer scheint sich in diesem Bestreben zu vereinigen, wie die für die nächste Sitzung ais erster Punkt auf die Tagesordnung gesetzte Wahl eines Sonder-Ausschusses vou zehn Mitgliedern zur Vorberatung des Gesetzentlvurss erkennen läßt. Die Vorlage selbst dürste morgen im Druck fertig- gestellt sein und an die Mitglieder zur .Verteilung gelangen. Der neue Haushaltsetat wird nach unseren Informationen ähnlich, wie der vorjährige, im allgemeinen ein Bild allmählicher gesunder Weiterentwicklung unserer Staatssinanzen darbieten. Neben verschiedenen anderen Poherrlichsten Luftschlösser und eines Tages, als sie von einem kurzen Spaziergang - zurückkehrten, führte er sie auf den Kirchhof. Bertha zögerte, ihm zu folgen. Tie Erinnerung drohte sie zu überwältigen. „Kommen Sie nur, mein Kind" > jagte der alte Herr freundlich, ernst. „Ich möchte gerade hier mit Ihnen ein verständiges Wort sprechen." Er schritt geradeivegs auft das Grab Franz Grollers zu. Gesenkten Hauptes folgte sie ihm. Am Grabe blieb er stehen und legte die Hand auf das sLMarzc Marmorkreuz. „Ter hier ruht", sprach er mit fast feierlicher Stimme, „hat Unruhe und Unfrieden in die Welt gebracht. Ruhe und Fneden möge er hier finden. Marie — ich nenne Sie no'ch immer so, denn dieser Name ist mir lieb geworden — Marie, Tu »hast diesen Mann einst geliebt, liebst Du ihn noch?" Bertlja sckjauerte zusammen und faltete die Hände: „Ich bete für ihn, das; Gott ihm verzeihen möge, wie ich ihm verziehen habe. Er ist der Vater meines Kindes, es gebühret mir nicht, in Haß seiner zu gedenken." „Geben Sie mir die Hand, Manc — fehen Sie mir mS Auge. Hier am Grabe dieses Mannes wiederhole uo meine Frage: Wollen Sie mein Weib werden, daß ich für Sie und Ihren Sohn sorgen kann — Sie ftefcn in ber Blitze Ihrer Jahre —" „O schiveigen Sie — idj bitte ®ic !" „Ich bin ein alter Mann", wiederholte er. „Sre sollen meine Tochter sein, aber die Welt hat ihre Ordnung, die wir nickft verletzen dürsen, ich muß ein Ziccht haben, für ^ie sorgen zu können, deshalb frage ich Sie: Wollen Sie mein Weib werden?" „ ,, _ Ta sah sie mit Werfließcnden Augen zu Ujm empor. Dann streckte sie die Hand aus. „Sehen bic den Ring hur?" fragte sie. „Ja, es ist jener verl)erz — nehmen Sie beide hin, wenn Sie wollen, sie gehören Ihnen fürs gan^c Leben —" „Marie, meine gute Marie", flüsterte ber Amtsgciichtsrat ergriffen, indem er jie an sein Herz zog. „Ich danke Tir — Tu sollst meine Tochter sein — mein einzig liebes Töchterchen Ta blickte sie lächelnd zu ihm empor unbjagte: „Min — nicht Deine Tochter — Dein Werb -V' (Schluß folgt.) Bremen, 21. Nov. Die Vereinigung zur staats» wissenschaftlichen Fortbildung, welche zu Studien» zwecken sich Vom 21. bis 24. November hier aufhält, trat heute nachmittag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Im Namen des Senats begrüßte Senator Dr. Markus die Versmnmlung, woraus Ministerialdirektor T-r. Thiel dankte. Hieraus folgten Vortrüge. Abends leisteten die Teilnehmer einer Einladung des Senats zu einem Zusammensein im Ratskeller Folge. Prag, 20. Nov. Bei der heutigen Erommng des von dem Präsidenten dec böhmischen Akadeinie der Wisse nsckjasten Hiavka begründeten Kollegiums sür techuijche Hochschüler hielt der L a n d s m a n n s m 1 n i st e r N a n d a due piche, in der er ausführte, das tschechii-Ae Volk sei auf wiftechchast.. lichem Gebiete zwar ein strebsames, doch kein großes Volk. Daher füllten die Studenten sich nicht von Vorurteilen Unreifer . beeinfUiifcit lassen, fuiioem sich die Sprachen der großen Kiutur- völker anciancn, in ihren Horizont zu enveitenu Die Rede wurde mit Beijaii aufgenonnnen. der Bundesrat die Forderung an fiel) für eine unbillige hält. Jetzt ist die Sacke so, daß Gewährung und Nickt- gen^ibrung in das freie Ermessen der entscheidenden Behörde gestellt wird. Nu der einen stelle wird versagt, an der anderen die Erlaubnis erteilt. Daß einheitliche Bestimmungen zweckmäßiger und vor allem gerechter sein würden, liegt auf der Hand. Zn Sachen der Zuchthausund Gefängnisarbeit soll in naher Zeit die bksetzgebmig in Tätigkeit treten. Sprechen hier auch wichtige wirtschaftliche Interessen mit — namentlich in Bezug auf die Konkurrenz, welche die Gefangenenarbeit der freien Arbeit macht/ so ist doch die ersterwähnte Resolution des Reichstages nicht minder dringlich.___________________________ Aus Stadt und Kund. Gießen, 22. Rovembcr 1904. * Personalien. In den Ruhestand wurde versetzt am 19. November ds. Js. der Gerichtsvollzieher bet dem Amtsgericht Darmstadt II Philipp ReibstelN auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. ♦* Tagesordnung für d i e S i tz u n g der Stadtverordneten-Versammlung Donners- tag den 2 4. November 1904, nachmittags 4 Uhr: 1. Baugefuch des Joh. Gg. Pfaff dahier für die Stephan- straße; hier: DiZpenS. 2. Befestigung des nördlichen Bürgersteigs in der Stephanslraße zwischen Goethe- und Bismarcl- straße. 3. Ausbau der Iohannesstraßc. 4. Tas Betreten von Bahngelände; hier: Uebernahmx der Haftpflicht für städtische Beamte. 5. Anschluß von Grimdstücken an die Kanalisation durch das Gas- und Wasserwerk. 6. Rechnungsabschluß des Gas- und Wasserwerks für 1903/04. 7. Desgleichen des Elektrizitätswerkes für 1903/04. 8. Rechnung der Armenkasse für 1903,04. 9. Rechnung der Ploct'schcn Stiftung für 1903,04. 10. Statut für das Kaufmannsgericht. 11. Gesuch des Garnisonlazaretts Gießen um lieber» lassung des nach Zuschüttung des StadtringgrabenS sich ergebenden Geländestreifens in der Ostanlage. •• Besichtigung d.er neuen Bibliothek. Ten Beamten der Universitäts-Bibliothek sind von so vielen Seiten Wünsche in Bezug auf Besichtigung des neuen Bibliotheks- gebäudes ausgesprochen worden, daß es unniöglich ist, allen im einzelnen zu entsprechen. Tie Direktion hat sich deshalb veranlaßt gesehen, am nächsten Sonntag dem 27. d. 2)L die Bibliothek weiteren Kreisen zu öffnen, und bittet, Anmeldungen in der Kanzlei der Bibliothek zu bewirken. Ter Zutritt kann nur gegen Karten gestattet werden, die m der Kanzlei unentgeltlich zu haben sind. Wir verweisen auf das Inserat. •• Benn Motorsahren preisgekrönt. Ter einzige Teilnehmer aus Gießen an der Stafettenfahrt der deutschen Motorradfahrer-Vereinigung vor ihrem Protektor, Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen, Stuttgart—Kiel, war Herr Friedrich Schaaf jun. Ihm gelang es, mit seinem Motorrad einen hohen Preis, die ilberne Medaille, zu erringen, welche ihm, wie wir hören, gestern zugesandt wurde. " Zum Raubmord in Heldenbergen berichtet über das Verhalten des Ehepaares Fischer, das in der Nähe von München verhaftet wurde, die „Kl. Pr." folgendes: Etiva dreihundert Meter vom Bahnhof Heldenbergen entfernt, auf dem Wege nach Win decken, liegen zwei zusammenge- baufe Häuser. DaS kleinere ist Eigentum deL Maurers Bau sch er, Bauscher, der an dem Vilbener Bahnhof beschäftigt ist, hatte die freien Räume seines Hauses an die Eheleute Zöllner und Fischer vermietet. Ferner hat ein Fuhrmann namens Hüppig eine Schlafstelle bei ihm inne. Das Ehepaar Zöllner hatte ordnungsmäßig gekündigt und bewerkstelligte am Abend der Mordtat, einem Freitag, seinen Umzug. Bei deut Transport der Möbel nach dem Bahnhof halfen Fischer, der Fuhrknecht Hüppig und ein Fuhrmann aus dem Dorfe namens Emmerich. Um halb cif Uhr wurde Frau Fischer von Hüppig an diesem Abend zum letzten Mal gesehen. Ihr Mann ging mit den übrigen um 12 Uhr nach HauS. Beim Eintritt in das Haus machte Hüppig die Bemerkung, daß die vier Hunde Fischers nicht wie gewöhnlich an sch lugen. Er schloß daraus auf die Abwesenheit der Frau Fischer. Am andern Morgen ivurde er von Frau Fischer schon gegen 5 Uhr geweckt. Er schlief jedoch weiter, da er müde war. Was sie wollte, konnte er nicht erfahren, da die Fischer in aller Frühe schon durch gebrannt waren. Ihren Koffer hatten sie wahrscheinlich mit den Zöllnerschen Sachen am Abend fortgeschmiiggelt. Fischer war ein stiller, nüchterner, schmächtiger Mann im Alter von sechsunddreißig Jahren. Seine Frau, eine stattliche Person, war nicht beliebt. Sie war als Schnapstrinkerin bekannt. In der Nähe deS Pfarrhauses ist sie öfters beim Kartoffelgraben beobachtet worden. Fischer war für Logis und Flaschenbier seinem Wirte ungefähr siebenzehn Mark schuldig. Außerdem hat er von ihm drei Mark baares Geld entliehen. Möglicherweise ist nur diese Schuld die Ursache der heimlichen Flucht ge- lucfen. Man wundert sich aber darüber, daß Fischer und seine Frau, die übrigens von der Station Ostheim abgefahren sind, das Geld zii der weiten Reise nach Bayern hatten. Wieviel die Gegend an Pfarrer Th öbeS verloren hat, zeigt noch eine Tatsache. Er war im Begriff eine Baugenossenschaft zu gründen, um den Minderbemittelten Gelegenheit ;um Bauen zu geben. Er selber wollte sich mit seinen reichen Privatmitteln daran beteiligen. 6. Lauterbach, 21. Nov. Der Gastwirt Fenner au§ Wallenrod, der sich mit feiner Schußwaffe gegen seine Festnahme wehrte, hat sich heute mittag gegen 12 Uhr erschossen. Die „Belagerung" von Wallenrod ist also aufgehoben. Zu der Affäre hören wir noch: Wallenrod war in größter Aufregung. Als vor einigen Tagen der Land- mann Zinn an dem Hause des Gastwirtes Fenner vorüberging, wurde er von dem letzteren angefchoffen. Der Schuß ging durch die Lunge. Der Mann hegt schwer krank darnieder, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Fenner war auf Zinn erbost, weil dieser in einem Prozeß gegen ihn auSgefagt hat. — Seit der Abgabe des Schusses nun hielt sich der Gastwirt in seinem Hause auf und bedrohte jeden, der sich nähern wollte, zu erschießen. Mehrere Personen sind schon, außer dem Zinn, mit Schrotladiingen angeschossen worden. Gendarme hatten das Haus umzingelt. Das Vorgehen gegen den Mann wurde aber sehr erschwert, weil das Haus frei liegt, sodaß er ein weites Schußfeld hatte, und weil seine beiden Kinder noch bei ihm waren, welche er nicht aus dem Hause heraus ließ. Der Mann hätte es lange aushalten können, da er neben der Wirtschaft noch einem Kramladen betrieb, sodaß er mit Vorräten reichlich versehen war. Fenner hat den Feldzug mitgemacht und galt als ein ausgezeichneter Schütze. Er hatte fünf Gewehre bei sich. Seine Frau ist am Sonntag abend in das hiesige Gefängnis abgeführt worden, weil sie ihrem Manne Munition zugetragen haben soll. Der Mann ist anscheinend geistesgestört. In der letzten Zeit soll er sich ganz besonders dem Trunke ergeben haben. Rach den eigenen Aussagen wollte Fenner noch den Bürgermeister und den Beigeordneten und dann sich selbst erschießen. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 21. November 1904. Höchste Schlachtviehpreise m Frankfurt a. Al. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schiveine 50 Kg. Schlachtgewicht 71-74 Mk. 7» Kg. Schlachtgew. 82—86 Ps. 7, v_____59-60 „ V, Kg. 70-80 Psg. 7, . 70-74 „ 71 60 72 „__ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 1UU Kg. 18,85 Roggen 100 „ 14,75 „ Weißbrot 2 Kg. 52 Pig. Schivarzbrot 2 Kg. 48 Pig. Ball-Neuheiten <-«/. In wundervoller Auswahl. Verlangen Sie Muster. Seiden-Grieder-Zürich. — nun ift nur wie er wollt! Ten Husten, die Atembefchwerden, den Breckreiz und das miserable Sodbrennnen — alles bin ich los — und noch dazu Mr billiges Geld. Ganze zwei Schachteln Sodener Mmeral-Pastillen — allerdings die ächten von Fay — k haben das Wunderwerk getan. Zum Preise von 85 Psg per Schachtel in allen Apotheken, Drogerien und Mmeral- wasserhandlungen zu haben. tiv16/0 (d 6» c,) (Si 6# uv LO 10 <*L 3* Ut) r-, C 2 G 5 ö ® Z$ - ZS 2^2 <7 C 6- — 3 3 w® 213 3 2 (3 o er- -*■ CD - ’ 2. 72S* S. 2 2 ~ *3^ -j* ° & vier 2 XS6 " s & ^2 2» = = g" 2.CG 53 tfo O <"•> o _ b (si Q-. 2 «16 i s CD <=ü o — CG k- o ~ • o Z". 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