in Japan doS * An läge musik am Sonntag um halb 12 Uhr tn . 103. Nach der Schlacht am Schaho Kegen folgende Nachrichten vor: Petersburg, 21. Okt. Die „Birschewija SSjebimtofH" läßt sich von ihrem Korrespondenten in Mukden melden: Auch am zweiten Tage nach der Schlacht herrschte auf der ganzen Front Ruhe. Die russischen Soldaten bleiben in ihren Stellungen, ruhen nach den zehn Kampftagen aus und beobachten die Bewegungen des Feindes, der mit Truppen- Derschiebungen stark beschäftigt zu sein scheint. Nach Aussagen von Gefangenen bereiten die Japaner den Rückzug vor. Ein am 21. d. M. nachts 1 Uhr aufgegebenes Telegramm desselben Korrespondenten berichtet, daß in der Nacht des 20. Oktober eine Abteilung Freiwilliger unversehens eine japanische Batterie angegriffen, die Bedienungsmannschaft getötet und drei japanische Geschütze erobert habe; dieselben seien trotz der Gefahr und der Schwierigkeiten in das russische Lager gebracht worden. Petersburg, 21. Okt. General Sacharow meldet dem Generalstabe: Am 19. Oktober unternahmen unsere Truppen eine verstärkte Rekognoszierung, um die Stärke des Feindes südlich von denr Dorfe Fyndiapu festzustellen. Die Vorhut des Gegners wurde südwärts verdrängt.. Eine japanischeBatterie, die das Feuer auf unsere Abteil- ung eröffnete, wurde zum Schtveigen gebracht und zum Rückzug nach Süden genötigt. — Am 20. d. M. fanden keine Kämpfe statt. Am Morgen erbeuteten unsere Freiwilligen unter dem Schutze des Nebels noch ein japanisches Geschütz mit feinem Protzwagen, das bei denl Putilowberge ^rrückgelassen tvar. Ein starres Gewehrfeuer, das die Japaner eröffneten, war infolge des Nebels unwirksam. Deutsches Reich. Berlin, 21. Okt. Heute empfing der Kaiser zur Meldung den Ches deS Ingenieur- und Pionierkorps und Generalinspekteur der Festungen, Generalleutnant v. Beseler und hörte die Vorträge des KriegSministerS und des Chefs des Militärkabinetts. — Die ,N. L. C/ schreibt: Wir hatten vor einiger Zeit darauf hingewiesen, daß eine Revision des Vieh- euchengesetzeS vorbereitet werde. Die Arbeiten dazu beenden sich im Fortsä>eiten. lieber die Art der Versicherung gegen Verluste von Äiehbesitzern sind Verhandlungen zwischen ddr Neichsverwaltung und den Einzelstaaten dahin gepflogen worden, um eine möglichst gleichwertige Behandlung der Ge- chädigten zu erreichen. In dem letzten Tagungsabschnitt deS Reichstages wurde bekanntlich von agrarischer Seite begehrt, die Kosten der Fleischbeschau sollten auf daS Reich übernommen werden. Es darf als sicher gelten, daß die verbündeten Regierungen bei der künftigen Beratung des ent- Aus StM oii Land. Gießen, 22. Oktober 1904. v 21. Okt. Tn Abg. Crower, Inhaber des Friedens-Nobelpreises, der soeben von der Friedenskonferenz aus St. Louis zurEhrte, vertritt eifrig die Idee eine Jnterven- tron der Mächte im oftasiattschen Kriege, trotz, der ablehenden Haltung der iTplowatle. Rom, 2L Okt. Halbamtlich wird erklärt, dasl fortgesetzte Mutvergreßen in der Mandschurei legen den Machten die Pflicht der Intervention auf, speziell den Bereinigten Staaten und Italien, welche keinerlei Interesse ht diesem Konflikte zu vertreten hätten London, 21. Okt. Aus Tokio wird depeschiert, die Nach- n(5L der Oftseeflotte erregte lebhafte Auf- merksamrelt. Doch, knüpfe man daran wenig Besorgnisse. Einmal bezweifle man, daß das Geschwader wirklich nach Ostasien kommen werde; sodann aber halte man, selbst wenn es bis dahin gelangen sollte, die japanische Flotte ihm für vollkommen gewachsen, auch für den Fall, daß Port Arthur bis' dahin aushielte, was. niemand glaubt. Mit großem Interesse beobachtet man - x «..Aalten der neutralen Mächte längs der Reiseroute der russischen Flotte. Kriegsgreueln. Wie manche andere veraltete Anschauung widerlegt der Krieg auch die früher oft vernommene Behauptung, daß mft der zunehmenden Vervollkommnung der Waflentechnik die Kriege , hu- nume-r" würden, indem speziell die Wunden der kleinkalibrigen Gewehre mebr Aussicht aus Heilung böten, als dies bei den bis- orshengen Gewehren der Fall war. Das Letztere mag allenfalls gelten -- sofern die von der Kugel Getroffenen überhaupt mit dem Leben davonkommen. Im übrigen aber ist das Gemetzel zwischen Russen und Japanern von Humanität weit entfernt Auf beiden Een findet eine st rücksichtslose Opferung von Menschenleben statt, daß fast von einer blinden leidenschaftlichen Vergeudung zu sprechen ist. Ist die Kugel weniger gefährlich geworden, st hat die Wirkung der Sprenggeschosse durch „Verbesserungen" und durch ein Ewlosivgemenge, in dessen Besitz dre Japaner sind, an Furchtbarkeit erheblich zngenommen. Die nerdurch angerichteten Verheerungen spotten jeder Beschreibung Uebftgens haben die Japaner noch vielfach ältere Gewehrmodelle im Gebrauch Ter Spezialkorrespondent beS „Verl. Tagebl." berichtet aus Mukden: „Die Verwundungmr sind jetzt wett gefährlicher als früher, was zum Teil ans ältere japanische Gewehre mit abgeplatteten Kupfermantelgeschossen, zum Teil auf die dickere Kleid- UM der Soldaten zurückzuführen ist." Dadurch kommen die russtschen Soldaten wiederum in Nachtril. Tie Verlustzahlen der Schllacht am Schaho möeng Äberttieben angegeben werden, aber daß die Kampfe außerordentlich blutiger und grausamer Art waren, steht fest. Tschifu, 21. Okt. Das' japanische Hauptguartier in der Mandschurei berichtet, daß die Japaner bei Lantsutien sechs Munittonswagen, 5311 Eiewehre, 4920 Geschoffe für Feldgeschütze, 78 000 PalTvonen, große Holzvorräte und Säbel erbeutet haben. Mukden, 21. Okt. In der Nacht vom 17. zum 18. Okt. eröffneten die Japaner ein heftiges Geschützfeuer, durch das in- des nur ein Russe getötet wurde. Am 18. war der Karnpf von d?c gleichen rafenoen Heftigkeit. Im Zentrum und auf dem rechten Flügel gewannen die Russen langsam Raum und erreichten teilweise das Nortnffer des schaho. eroberten zwei Dür- fet und zwei japanische Batterien. Für die Nacht Keer und Akotte. ~7*' Neue Militär- und Marineforderungen bEN ^n der „Köln Volksztg." angekikndigt. Tas rheinische Zen- trumsorgan schreibt: „Zwanzigtausend Mann Erhöh, una der P rä lenz stärke der Armee sollen mgeblich vvm Reichstage gefordert werden, und einige behaupten, es sei noch mehr. Damit aber noch nicht genug — auf leisen Flügekn dZ Gerüchts dringt zu uns die Kunde, in der nächstfolgenden «uH eine starke Flottenvermehruna auf der Bildfläche cilfdeinen, und alle Dementis dieser Nachrichk seren nrcht das Papier wert, auf dem sie gedruckt fhtb, denn inan wolle zuerst dre Armeevermeyrung in die Scheuern bringen und e nachher mit ebensolcher Energie auf die Verstärkung der drmgen. Nachdem die ZentrumÄorreisPvndenz unter B^ücksichKgANg der Weltlage und der finanziellen ®Wierii£ tvrten die Gritnde gegen neue Heeres- und Marinestrderungenj mEnandeWosetzt fort, ireift sie daraus -in, datz eS „nicht allein „ Zlrhl ist, ^welche _ uns mit Vertrauen auf unsere Wehrkraft bsicken läßt. Es muß vor allem in der Manr^chaft der rechts Geist, der rechte Soldatemnut vorhanden fein. WaS putzen uns' msgimkuter, die mit Miderivillen gegen den Militärdienst imb das Kriagführen erfüllt find? Sie u»erden sicher nicht den TodeS->- mut zeigen, den wir jetzt bei den Japanern bewundern." die genannt werden, Herrchen auf Schätzungen, deren Rich- ftgkeit bezweifelt werden muß, weil sie sehr bedeutend schwanken. So hoch, wie dre höchste Phantasie aber die Verluste anwachsen läßt, auf 50 000, ja 60 000 Mann bei den Russen, sind sie sick>er nicht. Nach diesen SchauerKahlen hätte die mandschurrsche Armee zu Liaujang und vor Mulden über 100 Ö00 Mann eingebüßt — die Hälfte ihrer Stärke! Das Regiment Wyborg beispielsweise, das Kaiser Mlhelms, ist schon dreimal als besonders tapfer crrrsge- führt worden, alle drei Mabe hat eS große Verluste gehabt, aber es ist immer noch unerschüttert. Die preußische Garde beim Sturm auf St. Privat am 18. August 1870 dagegen verlor in weniger als einer halben Stunde etwa die Hälfte der in erster Linie stehenden Truppen und fast alle Offiziere. Die Ostseeflotte hat Skagen passiert. Die Linien- schisfe gel)en irm daS Kap der Guten Hoffnung. Es ist daS ein recht gewagtes Unternehmen, aber der Weg ist wohl aus der Erwägung heraus gewählt worden, den Engländern keine Gelegenheit zu geben, ihre Uebermacht zur See zeigen zu, können, wie bei einer Fahrt durch das Mittelmeer. Das britische Kap-Geschwader und das Geschwader von Osttndien sind nur schwach, erst in Ostasien befinden sich starke britische Seekräfte, gestützt aus Honkong, mit einem Kern von vier Linienschiffen. Außer Kapstadt wird das Schlachtgeschwader also britische Plätze nicht berühren. Vorläufig handelt es sich aber für die Schiffe darum, in Gegenden zu gelangen, in denen sie gute Witterungsverhältnisse zu erwarten haber^ also die Viseaha zu vermeiden, die um diese Zeit ein sehr unfreundliches Gesicht zu machen pflegt. Daß die durch das Mittelmeer gehenden Schiffe französische Häfen als Anlaufplätze bevorzugen, ist eigentlich selbstverständlich, daß aber französische Blätter sich darüber auftegen, daß auch deutsche Schiffe Kohlen für das Geschwader liefern, ist lächerlich. Die Neutralität der deutschen Negierung tyat doch nicht den Sinn, daß nur ftanzösische Händler Geschäfte mit den Russen machen dürfen. Y-rrtige Mmmcr umfaßt 20 Seiten. D" Krieg Mislven Japan vnd Wvßkand. m v Die Kriegslage in Ostasten. Dw Ruhepause auf dem mandschurischen Kriegsschauplätze dauert fort, gelegentlich durch kleinere Gefechte unter- brachen. Ein eigentlicher Rückzug der Russen hat bis jetzt noch nicht stattgesirnden. Wenngleich verlautet, daß neue Ste-llungen 15 Kilometer südlich Mukdens befestigt werden, so brauchen deshalb die vorwärts liegenden, so lange Zelt zähe verteidigten, noch nicht notwendigerweise ohne Kamps ausgeaeben zu werden. Jedenfalls ist zur ja pantschen Besetzung Mukdens eine neue Schlacht notwendig, deren Ergenbis sich natürlich nicht Voraussehen läßt, ja die Vorgänge der letzten Tage legen sogar die Frage nahe, ob die Mngrissskrast der Japaner nicht doch erheblich nachgelassen hat. Der vielgenannte tzunho, den dre Japaner nach Meldunaen schon vor Wochen überschritten haben sollten, ist auf oem rechten Ufer noch nicht von japanischen Truppen betreten. Im großen und ganzen stehen sonach die russischen Aussichten auf dem Hmrptkriegsschauplatz besser als ftüher, namentlich, da die Eröffnung der Baikal-Umgehungsbahn den Nachschub erheblich erleichtert. Diese Bahn funktioniert verhältnismäßig gut. Was die Verluste in den Schlach Leu anbelangt, so fehlt jede zuverlässige Angabe. Me Zahlen, die genannt werden, heruhen auf Schätzungen, deren Rich- Ngkeit bezweifelt werden muß, weil sie sehr bedeutend •* sprechenden Antrages erklären werden, einem derartigen An- sinnen Folge nicht geben zu können. V — Wie in anderen Großstädten ergeht jetzt auch in »um 21. Oft. schien ein allgemeiner russischer Angriff Mant, den die hochgesckMvllenen Fluten des Schaho bisher ver- ymverten Es kam aber nicht dazu. Wege mti> Felder trocknen ab Am 20. Okt. abends regnete es schon wieder Ä5’ Äk Verluste sind furchtbar: einzelne Regimenter zählten nur noch 800 Gewehre, das Regiment W i - ^^f der deutsche Kaiser ist, verlor 20 Offiziere Mann an Toten. Tiie Stimmung ist dementsprechend emlL VLoch rst kein Ende des« grauenvollen Mordens abzusehen. Port Arthur. London, 21. Okt. Aus Tschifu wild denk „Daily Telegraph gemeldet: Ein Ehinese aus einem Torfe nahe bei Liaote- schan, daS er am Mittwoch verließ, berichtet, die Javaner hätten Wert Belagerungsgeschütze bei Santschanfu, fünf deutsche Meilen uowllch von dem Marinelager bei SiusMyn aufgestellt. Am P^6’Cd‘ie Bowle gehöre nicht bem Schiff, sondern den Ossizieren der „Kearsar^re", und er sei der Hüter derselben, weil er der rann- älteste Offizier des Schiffes gewesen sei. Das ist. aber', wie die Amerikaner behmlpten, eine willkürliche, durch mchtS zu recht- ertigende Auffassung. Wenn die Punschdowle allen Ossizieren der „Koarsarge" gemeinschaftlich gehört, wo bleiben dann btc übrigen, falls Kapitän Hemphill daS Schaustück für sich, bean- prucht? Sollte aber das Gesenk des Kaisers ein persönliches gewesen sein, so müftte es im Staatsdepartement deponiert werden, bis der Kongreß dem Empfänger die Erlaubnis gibt, es angewiesen. Ihnen keine Waren mehr zu verabfolgen." - 2. „Mit Bedauern las ich die Nachricht von bem Unfall, de künstliches Gebitz war nicht in Ordnung, und eines Nachts verschluckte er im Schlaf einen Teil davon. Glücklicherwei'e geriet derselbe aber nicht in die Luftröhre, denn sonst wäre der Mann sicher erstickt, sondern in die Speiseröhre und von da in den Magen. Dort liegt der Gebißteil nun fest, und wenn er nicht von selber abgeht, was man hofft, muß er durch eine Operation entfernt werden, die immer bedenklich sein wird. Dieser Fall mahnt wieder, daß man mit künstlichen Gebissen nicht vorsichtig genug umgehen kann. * Der Marktpreis einer Leiche. An allen Orten, wo Medizin studiert wird, haben Leichen und Leichentei e ihren Marktpreis, aber es ist begreiflich und erfreulich, daß dceS Geschäft sich nur lokal abspielt, nicht etwa zu einem »io Erlaubnis gibt, es zu ,. r habe 'die Bowle mit Genehmigung W Staats- und Marined.-partements in feine Obhut genommen. Ter Staatssekretär erwiderte jedoch auf eine An- rage, das Staatsdepartement wisse von gar nichts, und der stellvertretende Marinesekretär iwr felir brummig, als er befragt nmrbo. Er erklärte, die ganze Geschichte ginge überhaupt niemand etwas an, solange die Offiziere nicht gegen Kapitän .Hemphill Beschwerde ein gereicht hätten, nnb das sei nicht der Fall. , * Die Mörderin des Lan dra t s Dr. Schmidt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 93. Oktober 1904: Meist trüb, windig, allenthalben Regenfälle, tagsüber kühler. Näheres durch die Gjeftener Wetterkarte. * Kleine Tageschronik. Bei Angerburg (Ostpr.) 40 Gerdaucn-Angerburg den Bäcker- trat augenblicklich ein. Man vermutet Neueste Wrldnnaen. Oriainaldrasftmeldnnaen des Gießener -InzeigcrS. Berlin, 22. Okt. Von einem neuen Heilverfahren gegen die Schwindsucht berichtet Geh. SanitätSrut Dr. Küster in der heute erschienenen Nummer der .Berliner klin. Wochenschrift"' London, 22. Okt. Hiesige Blätter veröffentlichen allen Ernstes an9 Kapstadt daS Märchen, die deutsche Regierung habe den früheren Burenführern Dewet, Botha und anderen den Vorschlag gemacht, zur Unterwerfung eigentlichen Handel Veranlaffung gibt. In England allerdings scheint man mit dem echt praktischen Sinn, der die Bewohner deS Landes auszeichnet, auch hierin einigermaßen efte Geschäftsregeln geschaffen zu haben. So setzte eine eng* liche Zeitschrift ihre Leser davon in Kenntnis, daß man nach Dublin fahren müsse, wenn man eine Leiche am billigsten i'ausen wolle. Hier hat man nur 41 Mk. dafür zu zahlen, o daß sich also mancher Student diesen Privatluxus leisten kann. In London kostet er schon über 100 Mk. und in Cambridge mindestens 120 Mk. In Oxford sind die Leichen so teuer, daß sieh immer mehrere Studenten zusammentun müssen, um die dafür geforderten 550 Mk. aufzubringen. In Paris gibt es überhaupt keine festen Preise dafür. Die Sta- stik scheut bekanntlich vor keinem Thema zurück, so hat sich denn einer ihrer Vertreter darauf eingelassen, seststellen zu wollen, von welchen Einflüffen diese Preisschwankungen ab* hängig find. Es hat aber weder in den Bedingungen des KlimaS, noch in denen der Volksdichte einen Anhaltspunkt finden können, und somit ist die Statistik um em merkwürdiges Kapital ärmer geblieben. "Aus dern Aufsatze einer höheren Tochter. „Wir nahmen sodann im Wiesenbache ein Bad und trugen so teils zur Verschönerung der Landschaft, teils zur freudigen Verwunderung deS Rindviehs bei." Familien Nachrichten. Aufgebote: förofcb. foauS- und Staatsarchivar Dr. Dieterich in Darmstadt mit Frl. Emilie Naumann, Tochter des Universitäts- Professors Geh. Hofrat Dr. Naumann zu Gießen. Gestorben: Fräulein Elise Friß, Darmstadt. Sie beim Automobilfahren betroffen hat, und fordere Sie hiermit auf, das durch unrechtmäßige Benutzung zu Schaden gekommene Fahrzeug mir sofort wieder repariert zur Verfügung zu stellen, widrigenfalls ich die Sache gerichtlich anhängig machen werde." — 3. „Der Tod Ihrer Frau Großmutter hat auf mich einen tiefen Eindruck gemacht, und ich drücke Ihnen mitfühlend im Geiste die Hand, wobei ich zugleich die Hoffnung ausspreche, daß Sie die Wohnung in dem zur Erbschaftsmaffe gehörigen Hause sofort räumen werden, um einen unangenehmen Prozeß zu vermeiden." * Das Gebiß verschluckt. AuS Sternberg (Kreis Vcrmifdytei« • Antwerpen, 21.Okt. Die „Congo-Revue" berichtet, baß im Kaffaf-Gebiet Goldlager entdeckt worden sind. * Wien, 21. Okt. Prinzessin Luise von Ko bürg schlug heute dem Oberhofmarschallamte als Psychiater zur Untersuchung ihres Geisteszustandes Magnaux von der AcadLmie Modicine, Gerichtspsychiater Garnier und als dirimistischen Experten Profeffor Tofsrois vor. — 11 m die Bowle des Kaisers. Ter in den Verein. lieber die Persönlichkeit der Frau Hallstein geb. Hin- uers, die den Landrat Tr. Schmidt-Scharff erschossen bat, werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt. Frau H. scheint eine bewegte Vergangenheit hinter sich zu haben. Sie "tammt aus Hamburg und war dort auch ansässig, hat ich aber am 8. September d. I. persönlich nach Frankfurt a. M. abgemeldet. Ob sie tatsächlich nach dort gereist, konnte nicht festgestellt werden. Frcm H. ist 1869 geboren; sie hat demnach das Attentat auf den Laudrat Dr. Schmids an ihrem Geburtstage verübt und ist zugleich mit diesem aus dem Leben geschieden. Als junges Mädchen hatte Frau H. die Plätterei erlernt und übte dieses Gewerbe mehrere Jahre hindurch aus, bis sie im Jahre 1888 ein außereheliches Kind zur Welt brachte. Am 5. Oktober 1895 verheiratete sie sich mit dem zurzeit noch in Hamburg lebenden Schneider I. Hollstein. Tie Ehe war jedoch nicht von langer Dauer. Tenn schon am 4. Februar 1896, also nach vier Monaten, trennten sich die Gatten. Nach allem, was man von Frau H. hört, soll sie eilte etwas überspannte Person gewesen sein, lieber die näheren Beziehungen, die ie zu dem Landrat gehabt hat, ist» bis jetzt nichts ermittelt worden; die Affäre dürfte auch fortan in Dunkel gehüllt 5leiben, da die einzigen Personen, die näheren Ausschluß geben könnten, aus Mein Leben geschieden sind. * Ter Neunzehnhundortvierer. Die diesjährige Weinernte in der ganzen Welt ist nicht nur der Menge nach ausgezeichnet, sondern verspricht auch ein Jahrgang von au ßerordentlicher Güte zu werden, sodaß der 1904er in den meisten Ländern den guten Jahrgängen des letzten Jahrzehnts des verflossenen Jahrhunderts ebenbürtig fein dürfte. Tas Jahr 1903 brachte in den meisten meiubauenden Ländern mit Ausnahme von Italien, Oesterreich-Ungarn und Algier nur einen halben Ertrag, und die Gute ließ viel zu wünschen übrig. Tas wird durch dieses Jahr wieder ausgeglichen. So produzierte Frankreich im Jahre 1900 über 5000 Mill. Liter, 1903 knapp die Hälfte, Deutschland in 1900 280 Mill. Liter, 1903 dagegen nur 198 Mill., und in den übrigen Ländern war das Verhältnis ebenso. Was nun die diesjährige Ernte anbetrifst, so heißt es in dem Berichte über Deutschland, daß im Rheingau, an der Mosel, in Hessen und der Pfalz die Lese nicht allein sehr reich ausgefallen ist, sondern daß auch aller Wahrscheinlich leit nach ein Wein ch en zu erwarten sei, daS denen von 1893 und der sechs bis sieben guten Jahrgänge des vorigen Jahrhundertsgleich ist. Gleich gute Nachrichten kommen aus Frankreich. In der (Gironde schätzt man den Ertrag um 50 Prozent höher als den vorjährigen, und die Qualität steht tm allgemeinen auf der gleichen Höbe. An Mßdoc ist der Ertrag zwar höher als im vorigen Jahre, aber nicht so reich als in den übrigen Teilen der Gironde. So werden Ehateaux Margaux und Lasitte etwa 800 Oxhoft keltern, Ehateau Leoville etwa 900 und Pontet- Eanet und Ehateau Londenne je etwa 1200. Tie iveißen Bordeauxweine versprechen ausgezeichnet zu werden, ebenso die Burgunderweine, während die Ehampagne einen reichen und vorzüglichen Herbst autzuweisen hat. Ja Algier, wo erst seit 25 Jahren der Weinbau im großen betrieben wird, wird in der Lage sein, gegen 400 Millionen Liter auszuführen, von denen die meisten wohl nach Frankreich gehen merben. Portugal, Spanien und Madeira wissen ebenfalls über einen ausgezeichneten Herbst zu berichten, sodaß Port- lvein, Madeira und Sherry von 1904 zu den besten zählen werden. Nicht ganz so gut ist die Ernte in Italien und Oesterreich-Ungarn ausgefallen, wo die Weinberge unter der Hitze zu leiden hatten. * Der Beileidsbriefsteller für Ungewandte. Wie wir im dieswöchentlichen Kladderadatsch lesen, ist der „Beileidsbriefsteller für Ungewandte" in neuer Auflage er- schienen und in allen Lebenslagen zu gebrauchen, wo es sich handelt, Worte des Bedauerns auszusprechen. Um seine vielseitige Verwendbarkeit darzuthun, teilt das Blatt folgende ßunfcbbatvte. Kapitän Hemp yÄeatfarat", ist nun seines t Osternberg) wird geschrieben: Dem Schützenhausbesitze Tornow ist ein recht bedauerlicher Unfall passiert. Sein 'chiffes „Kearsarge" eine silberne , der damalige Befehlshaber der rmandos enthoben und nach dem Kunss und Wissenschaft. — Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohn- imaöTunft und künstlerische Frauenarbeiten. Herausgegeben und redigiert von Losrat Alexander Koch. (Berlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt.) Tas Oktoberheft, mit dem der 8. Jalirgang beginnt, bietet einen übcrrafäKitb großen Reichtum an Illustrationen und textlichen Beiträgen und beweist dadurch wieder, daß diese unbeliebte und vorzüglich geleitete Zeitschrift immer noch nn erster Stelle steht. Tas Heft enthält etwa 150 mustergültige Abbildungen ans allen Gebieten der Kunst und des Kunsthandwerks, wie Malerei, Plastik, Architektur, Interieurs, Metallarbeiten, Scknnnck, Lederarbeiten, Stickereien, Teppiche, Kunst- verglasungen nsw. Ein großer Teil bed1 Heftes ist der „Wiener Werkitätte", einem von Prof. Josef Hoffmann und Prof. Koloman Moser gegründeten Unternehmen, gewidmet. Tann folgen phan- taftevolle Fed^eichnungen von I. I. Brieslander und Sascha Schneiders Werke auf der TrcSdcner Kunstausstellung mit Tert von Kuno Gras Hardenberg, der es verstellt, diesen so oft mißverstandenen Künstler um crem Empfinden näher zu bringen. Max Klingers leßtes großes plastisches Werk-„Trama" ist in drei aroften prächtigen Aufnahmen gezeigt. Tann folgt eine zarte Komposition „The Moonchild" von Jessie M. .Ktng-GlaS- sowie einige Federzeichnungen derselben Künstlerin. Neuere Wahnhäuser in Karlsruhe mit 13 Abbildungen bieten ein äußerst interessantes Material. Tann folgen Jnnenrüume und Einzelmöbel von Rick. Riemerschmid, Anton Huber, B. v. Hvrnstnn und Prof. H. Meftendorf, sowie Teppiche und Stickereien von Riemersehmid und Earl Kunst. Von O. SckMindrazheim sind bu Entwürfe der reizvollen Motiv-Vcwscchpapiere und von Proi. K. Moser die Entwürft zu Kunstvergtasungen. Zum Schlüsse ist Hans Thoma ein Gruß zum 65. Geburtstag dargebracht, dem ein vmn'^gliches Bortrait des Künstlers beigegeben^ist^^ Staaten entstandene Streit um die vom Kaiser dem amerikanischen Linienschiff „Kearsage" geschenkte und von dem bisherigen 5tvm- numbanten des Schiffes als Privateigentum betrachtete Prachtbowle hat, wie der Berliner Berichterstatter der „Newyorkcr Staatsrtg.^ seinem Blatte kabelt, in gewissen Berliner Kreisen vemliches Auffehen erregt. Es ist allgemeiner Brauch, daß, wenn fürstliche Personen einem KtiegSsck-iffe ein Geschenk machen, dieses Sem Schiffe selbst dediziert wird und nicht einzelnen Personen: e6 muß also dauernd, auch beim Kommandanten-Wechsel, au bem Schiffe bleiben. Mit der kaiserlichen Bowlen-Schenkung ver- Vt "s sich folgendermaßen: Kaiser Wilhelm senkte bekanntlich <) rzr letzten Revue in Kiel, (Kieler Woche), dem Kapitän und den Offizieren des Panzersck Ä — Dir NkgimentSkapelle konzertiert morgen nach- ’ mittag 4 V, Uhr im Reuen Saalbau. (Siehe Inserat.) In der VI. Verbandsversammlung der öffentlichen ArbeitSvermittlungsstelle n der Rhein- und Main g eg end, die heute vormittag hier int Bürgermeistereigebäude stattsand und von ca. 50 Personen, darunter Provinzialdirektor Dr. Breidert, KreiSamtmamt Hechler und Vertreter der Provinzialdirektion Mainz nnb anderer hessischer KreiSamter und auswärtiger Behörden besucht war, machte Beig. Eurschmann als Referent über die Tätigkeit der hiesigen städtischen ArbeitsvermittlungSstelle die Mitteilung, daß die Entstehung eines KreiSarbeitS- nachweiseS für den Kreis Gießen vorbereitet werde und daß das Großh. KreiSatnt mit der Stadt deshalb schon in Verbindung getreten sei. X Naunheim, 21. Oft. Hauptlehrer Gaul blickte in diesen Tagen auf eine 25 jährige Amtstätigkeit am hiesigen Orte zurück und wurde aus diesem Anlaß vielfach beglückwünscht. bf. Friedberg, 22. Okt. (Drahtbericht.) Der Hausierer Beck von hier ist von dem Automobil deS Herrn Abrie aus Bad Nauheim auf dem Wege dorthin mit seinem Fruchtwagen überfahren und schwer verletzt nach Bad Nauheim gebracht worden. LL. Darmstadt, 22. Oft. (Eigener Drahtbericht.) Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen kommen Montag vonnittag 311 längerem Aufenthalt nach Schloß Wolfsgarten. Auch der G r 0 ß h e r z 0 g trifft am Montag wieder in Darmstadt ein. -0- Mainz, 23. Oft. Die im Hollergaßchen wohnende S3jahrige, von ihrem Manne getrennt lebende Näherin Nußkern, geb. Hennes, wurde gestern mittag tot ausgefunden. Die Frau war dem Trünke stark ergeben. Seit zwei Tagen hatten die Mitbewohner deS Hauses nichts von chr gehört. Das veranlaßte eine Frau gestern nachmittag, in daS Mansardenzimmer der N., das unverschloffen war, einzutreten. Sie fand die N. zwischen ihrem Bette und der Wand eingezwängt tot vor, der Verwesungsgeruch war schon außerordentlich. Die Polizei erschien alßbald, ebenso die Staatsanwaltschaft. ES waren erschienen Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt und Dr. Güngerich, sowie Polizeikommissar Kramer. Im ganzen Bezirk war unter bem Publikum die Ansicht vertreten, die N., die auch sittlich nicht einwandfrei war, sei ermordet worden, es hieß sogar, der Strick sei noch um den Hals der Leiche gefunden worden. Ter Ehemann der N., ein Bierbrauer, der hin und wieder bei feiner Frau verkehrte, wurde vorläufig in Hast genommen. Bei der 91. wurden in einem Portemonnaie nur noch einige Pfennige oorgefunben; sie verfügte über keine 9Ieichtümer, da sie ihr Geld stets in Alkohol anlegte, dem sie auch jedenfalls zum Opfer gefallen sein dürfte. Die am Spätnachmittag auf dem Friedhose vorgenommene Sektion der Leiche ergab keinerlei Anhaltspunkte, daß die Frau gewaltsam umS Leben gebracht wurde, sie ist eines natürlichen Todes verstorben. 8. Gladenbach, 20. Okt. Die in der Nacht vom Sonntag auf Montag hier verübte blutige Tat hat leider den Tod eines jungen Mannes zur Folge gehabt. Der 18 jährige Sohn des Zimmermeisters Wildhack wurde durch einen Stich in den Unterleib tätlich verwundet, so daß er sofort in die Klinik zu Marburg überführt werden mußte. Dort ist er seinen Wunden erlegen. Der Täter ist der vorbestrafte Taglöhner Johannes Becker von hier. Er wird voraussichtlich vor das nächste Schwurgericht zu Marburg gestellt werden. Kleine Mitteilungen au? Hessen nnb den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. erhängte sich der 65 jährige Arbeiter Bindewald in seiner in der Verger- straße Gelegenen Wohnung. — In Groß-Win ternheim starb durch Einatmen von Kohlenorydgas ein Dienstmädchen. Das Gas war von zwei durch das Schlafzimmer des Mädchens führenden Schornsteinen entwichen, an denen sich Emsteigtüren befinden. Diese waren nicht luftdicht. — In Bingen erschoß sich in dem Hofe des Gase Rösch ein Studierender deS Rheinischen Technikums, Victor Walz aus Durlach, im Alter von 20 Jahren. — In Kastel geriet ein kaum der Schule entwachsener Raufbold bei dem Lesen voi Trauben mit seinen nächsten Angehörigen in Streit. Mit einem Dolche versetzte er seiner Schwägerin einen Stich in den Rücken, während er seinem Bruder die Kleider vom Leibe riß. — In Gedern beabsichtigt man eine Molkerei zu errichten. — In Alsfeld hat die israelitische Gemeinde den Bau einer Synagoge beschlossen. — Die Vertretung des vom Amte suspendierten Bürgermeisters Lichtentäler der vereinigten Landbürgermeistereien ist dem Kreissekretär Rudolf Eyinael auS Solingen mit dem Amtssitze in Krofdorf übertragen worden. — Die Bürgermeisterwahl in Hungen findet am Samstag, den 29. Oktober, von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr statt. — In Alsfeld stürzte der Maurer Iohs. Greb, ein allgemein beliebter und geachteter 60 jähriger Mann auS Altenburg, von dem Mälzerei-Gebäude an der Romröderstraße ab und fiel mit dem Kopf so unglücklich, daß er in wenigen Minuten seinen Geist aufgab. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit mehreren Kindern. Musterbeispiele daraus mit: 1. „Zu meinem größten Schmerze erfahre ich, daß Ihr Herr Onkel geftern verschieden ist, und verfehle nicht, Ihnen mein innigstes Beileid auSzudrücken. Nun machen Sie aber endlich, daß Sie Ihren faulen Wechsel einlösen. Bis dies nicht geschehen ist, sind meine Angestellten Nniverfltäts-Alachrichten. — Besch eibme Leute sind die Dorp ater ober vielmehr jetzt Jurjewer Studenten. Tie Mitteilung des üt Tarvat weilenden Ministers für Volksauflläru-ng, daß der Kaiser den studentischen Korporationen das öffentliche C 0 u 1 e u r t r a g e n, das seit 1894 verboten war, wieder gestattet habe, rief, nach dem „Wolfffchen Bureau^, allgemeinen Jubel dervor. Tie Korporationen sandten dem Kaiser ein Ergebenheitstelegramm. Ein von den Studenten bei der Wb reife des Ministers geplanter Fackelzug unterblieb auf Wunsch des Ministers. Tie russisck-en Stu- denten tragen bekanntlich auch Uniform. Htricktslaal. Lvck (Ostpr.), 21. Okt. Wegen Gatt en mordest hatte sich vor dem Schwurgericht der Besitzer Johann Offschani aus Krikowen zn verantworten. Er war geständig, seine Ehefrau aus Verzweiflung und Erbitterung über jahrelange schlechte Behandlung durch drei Revolvetzschüsse vorsätzlich getötet zu haben. Tie Geschworenen erkannten auf Toffchlag, billigten aber Offschani, der nach der Tat einen Selbstmordversuch gemacht hat, mildernde Ilmstände zu, worauf ihn der Gerrchtshof zu drei Jahren Qsesänanis verurteilte. ——____ überfuhr her Abendzug meister Wilke. Ter Tod — r daft Wilke bcij Tw aus den Stbien-'n selbst gffncht bat. Kisenvahn-Acilung. — D i e BetriebSergebnise der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft beliefen netz nn September ans 138 596 000 Mk., das sind mehr gegen denfelden Monat de? Vorjahres 8 090 000 Mk., oder auf ein K'lomet^ 4143 Mark (4- 196). Davon entfielen ans den Kerfnnen- unb Gepäck- verkehr 39 403 000 Mk. <4- 1 705 000), auf den Güterverkehr 90 973 000 Mk. (+ 5 764 000 Mk.). In der Zeit vomBeginn dev Rechnnngsjabres betrugen die Einnahmen E 305 000 Mk. (4- 37 545 000 Mk.), oder auf ein Kilometer 24 ^74 Mk. (-1- 574 Mkch Davon entstammen dem Personen- und ^^^rkehr 253684000 Mark (4- 11 328 000 Mk.), dem Güterverkehr 508 672 000 Mar-k (4- 23 716 000 Mk.>. _______~ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Bom Norddeutschen Lloyd in Bremen ist eine neue Mittelmeerlinie nach Aegypten ins Leben gerufen worden Fahrten werden von dem Doppelschvaubendampfer Schleswig" ausgeführt. Tie Reiseroute ist Marseille-Neapel- Älercmdrien und friiTilrf. Ter Dampfer ist für die erste Fahrt am 9 November vnn Mcrvfeille jetzt schon voll besetzt. deS Herero-AufstandeS mitzuwirken. Es soll ihnen erlaubt worden sein, eigene Bataillone zu bilden. Jeder Bur, der an dem Feldzuge teilnehme, würde später Ländereien zur Anlegung einer Farm erhalten. Paris, 22. Okt. Auf der hiesigen russischen Botschaft wird erklärt, nichts von der Meldung deS „©oh/ zu wissen, wonach ein Attentat gegen den Zaren verübt worden sei, wobei elf Personen getötet und verwundet worden seien. Paris, 22. Okt. Die Zeugenliste für den am 25. Oktober vor dem hiesigen Kriegsgerichte beginnenden Prozeß gegen den Obersten Rollin, die Hauptleute Marechal und Francois und den Rechnungsoffizier d'Autriche ist end- giltig festgestellt. Die Verteidiger haben 22 Zeugen vorgeladen, darunter den ehemaligen österreichischen Beamten und französischen Spionageagenten PrzyborowSki. Algier, 21. Okt. Ein sehr starker Gewitter sturm wütete bei Ain Sefra. Der Fluß trat aus und zerstörte die Hälfte der Ortschaft. Die Zahl der Opfer ist sehr groß. Mehrere Leichname wurden gefunden. * Vom Kriege. Tokio, 21. Okt. 168 russische Gefangene, die sich kürzlich vor Port Arthur ergeben hatten, sind jetzt in Moji eingetroffen. London, 22. Okt. Tn .,Tt. James-Gazette" behauptet, Rußland fei entschlossen, die Schwarze M e er flotte mit derOftseeflotte nachOstasienzu entsenden und habe deK- halb einen Truck auf die Pforte zur Erlangung der freien Durchfahrt durch die Dardanellen erneuert. Es verspreche der Pforte dafür die Reorganisationv-Maßregeln der Mächte in Mazedonien anzuhalten. Falls die Pforte sich weigere, wolle Rußland die Durchfahrt erzwingen. In englischen diplomatischen Kreisen glaubt man, Rußland wolle einen Konflikt mit England herbeiführen, um feine Niederlage durch Japan zu verhüllen. P a r i s, 22. Okt. Ter Petersburger Korrespondent des „Pettt Journal" telegraphiert: Privatnachrichten vom Kriegsschauplätze schildern die ttaurige Lage, in der sich beide Armeen befinden. Tie Truppen wateten in einer ungeheuren Pfütze und hätten keinen Schutz gegen die Unbilden der Witterung. Tokio, 21. LHt. Hier herrscht eine außerordentlich erbitterte StiMinung gegen Deutschland. Man beschuldigt Deutschland, in noch ärgerem Maße wie Frankreich die Neutralität zu verletzen, da Deutschland der Hauptlieferant der russischen Armee fürMunition undKriegs- Kontrebande sei. Rom, 22. Okt. Nach hier vorliegenden Meldungen sind von 35()00 V erwundeten, die nach Mulden transportiert wurden, bereits 7000 gestorben. Kuropatkin habe die Armee reorganisiert. Tie besteht aus 8 alten und 2 neuen Divisionen. — Die „Agencia Lib-era" veröffentlicht ein Telegramm aus Mukden, wonach Kuropatkin und Oyama einen 48stündigen W.affen- Stillftand abgeschlossen hätten, um die Truppen ausruben und die Toten begraben zu lassen. — Ein Telegramm aus Tschifu berichtet, vast eine neue Beschießung von Port Arthur begonnen habe. Paris, 22. Okt. Dem „Matin" wird aus' Mukden gedrahtet: In gut ^Unterrichteten Kreisen geht das Gerücht, König Eduard habe ^ir Macdonald den englischen Gesandten in Tokio ersucht, genaue Juwrmationen unznzichen über die Bedingungen, welche bie japanische Regierung stellen würde zur Herstellung J?5. re den s. -v'er Korrespondent fügt hinzu, er übermittle diese Nachricht unter aller Reserve, obgleich ihm die Quelle sicher zu iem ichern^. TeSegsihciäraiscfoeB’ Km^sberichte 3‘/Wo Reichsanleihe 3n/o do. . . 3V,0/z Konsols . . . 30/n do..... 31/2% Hessen . . . ß’/e % Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrenf.o . 4‘Oesterr. Silberrento 4% Unerar. Ooldrente . 40/ Italien. Rente , . 41/2% Portnfieser , . 3°/ Portugiesen. . . , 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% 0riech. Monopo’.-AnL 4‘/,% äussere Argentiner S1' ncikfnrt a. 22. 101.50 3u/n Mexikaner 89.15 41/gVo Chinesen 101.60 l'^lectrici Schnckort . 89.30 Nordd. Lloyd . 100.00 Kreditaktien . 101.70 100 20 . 100.20 . 103.80 . 63.10 . 62.60 48X)0 Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber’iner TTundelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Lau ral intte . . . Bochum .... Harpener Schatzseheine . . Tendenz: schwach. Oktober. . . 30.40 . . 90.20 . . 119.70 . . 107.70 , . 210.70 - . 191.70 . 141.40 . . 154.40 . . 161.20 . . 139.25 . . 17.40 . - 189.00 . - 251.50 . . 215.00 . . 217.10 . . 99.75 cütn Josef 8069 Giessen, den 22. Oktober 1904, Freunden und teilnehmenden Bekannten zeigen an, dass unser lieber Sohn und Brade. Liebman Reiss und Fran Sophie Rsiss» EmiSie SteissB Die Beerdigung findet Montag den 24. Oktober, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. Blumenspenden dankend abgelehnt. nach kurzem, aber schwerem Leiden heute früh sanft entschlafen ist. Wir bitten um stille Teilnahme. W' M 8072 Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr in Stauscnborg statt. Staufenberg, den 21. Oktober 1904 Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute morgen 1 Uhr unsere innigst geliebte Tochter und Schwester Elisabeths Schön im 14. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Scfoön. t WZ W 'M 'M UM Manntmachunß In das Handels - Register wurde heute eingetragen: Das Geschäft von Adolf Lenhard in Gießen ist auf den Kaufmann Jacob Maternus daselbst übergegangen und wird unter der Firma „Adolf Lenhard Nachf." weiterbetrieben. Aktiva und Passiva sind nicht mitübertragen. B«/10 Gießen, am 20. Oktbr. 1904. GroßHerzogliches Amtsgericht. ^Warnung! Warne hiermit jedermann, meinem Sohne Wilhelm Hch. Balser auf meinen Namen etwas zu borgen oder zu leihen, da ich für nichts hafte. [06303 Ludwig Balser IV., Rödgen. sind unübertroffen an Eleganz, Dauerhaftigkeit und Leistungsfähigkeit, sticken, stopfen, nähen vor- und rückwärts. üeher* eine in allen Erdteilen im Gebrauch. Kataloge und jede gewünschte Auskunft —= gratis. . Wilh. Jung VIII., Klein-Linden—Giessen Ecke Frankfurter- und Wetzlarer Strasse. 7934 Versteigerung. Montag den 24. d. Mts., nachm. 3 Nhr, Allen dahier Marktplatz 20 (im Adler): 1) Haus-- und Küchengeräte aller Art, 2) mehrere Nähmaschinen, 3) ein Fahrrad, 4) drei Kannen Lack, 5) zwei Bände Meyer's Eonv.- Lexikon, 6) mehrere Stämme geschnitt. Eichenholz sowie v. A. gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet teilweise bestimmt statt. Gießen, den 21. Oktober 1904. 8075] Seipel, Gerichtsvollzieher. Prim Äudeiwß Weinstube Seibel ______Ludwigsplaü._____8077 Gr.Gtzcr-,Unterbett. u.Utsscn zus. 12 V, M., Hotelb. 17 */) M., Ausst.-Betten 2272 M. Nichtp. Betrag ret. Preist. ctf(it.A.!(irRchberg.Leipzlg36. (bI8/10 06283) Schneiderin nimmt noch einige Kunden an, außer dem Hause. _ Steinstr. 73, Hinterh. Zu Gesellschaften, Hochzeiten re. empfiehlt sich als 05695 W“ Kochfrau für einfache und feinere Kiiche, gestützt auf langjährige Tätigkeit Frau H. Schieferstein Witwe _______Seltersweg 89, IV. 06189] Schneiderin nimmt n.Kund. an in u. auß. d. Hause. Steinstr.52. ünterrichtsknrse für Herren und Damen zur Ausbildung als Bureanbeamte, Buchhalter, Korrespondenten, Stenographen und Maschinen- sckreiber. Anmeldungen unter 06164 an die Exp. d. Bl. erbeten. Htite iverden modern garniert. [7993 A. Canstein. Walltorstr. 65. ss87, Relchel’s Jamaica-Rum-Extrakt Fl. 75 Pf. Volle Stärke ***1,25 Mir. Niemals lose! Nur in Orig - Flaschen. Keine künstliche Essenz, sondern ein direktes Produkt des echten Jamaica-Rum. Eine Original!!. Reichel’s Enna-Extrakt von edlem. gibt über * ebSJISBII natürlichem MtigemGeseB vorzüglich zu Tee und Grog. Glänzend begutachtet von Sachverständigen and Fachmännern. Ein Versuch zeigt die ungeahnte Ersparnis! Bei 6 Flaschen die7te gratis. Wertvolles Lncfanfro; illnstr. Rezeptbuch ,,Die Destillierung im Haushalt“ RvSicmrei. Ott® Speichel, Berlin SWsenbahiiM Grösste Deutsche Spezial-Fabrik. Niederlagen in panzDeutschland Echt ist allein das Originalprodukt mit Marke ,,Ij5chtherzu. alles andere nur Nachahmung. In Giessen: Adolf Bieler. Viktoria-Drogerie, Marktstr. 5. Grosser Posten Winter-Handschuhe bedeutend unter Preis. 7950 J. Kaan jr., Kreuzplatz 10. Wer sein Geld auSgtebr für Gchahfett, der kaufe etwas Cfr5 et denn nur das Beste Gutes, VHWf macht und erhält das Leder »verch, dlchl und dauerhaft. Geutuer'ü Wtch,c in roten Dosen erzeugt auch aut emgefettetem Ledet wieder schönen Glatt-. Fabrikant Gart GeMuer m GSppmge». hvl»/t Spezial-Offerte e in kompletten Grusswaren sämtliche Hefen, Kerb«, ^orterie-Aaugutz der Main-Weser-Hütte, sowie ßAmnnnU Anfan der Firma VSeur Winter, Hannover, Germania-ueien offenen bin*®« 6865 Zum neuen Saalbau früher Steins Garten. Sonntag den 23. Oktober 1904: Grosses Konzert 2 Bettstellen 2 Nachttischen 1 Waschkommode mit weisser Marmorplatte und Kaohelaufsohraubesp. 1 englischem zweitürigem SpiereUchrank offeriere mein: Mk. 335 und jeder Preislage und allen Holearten bis au Mk. 1300. Neu entworfen: Schlafzimmer „Rekord“, gleicht Möbelstückzahl wie vorher, in Satin- Nussbaum oder Elche, beliebig gebellt und patlnlert, in Vornehm moderner Ausführung „ Mk. 540. Unter Berücksichtigung aller Vorteile der Selbstfabrikation mit besten Ullfsmaschlnen ist es mir möglich geworden, dieses aparte Zimmer zu diesem aussergewöhnlich billigen Preise sn offerieren. Die Stücke werden auch einzeln abgegeben. Besichtigung in meiner SeparaLBottenausstellung erbeten. Grösste Auswahl eiserner Bettstellen, Patentmatratzen, gepolsterten Sprungfeder-, Boashaar-, Capok- und Seegras-Matratzen aller Preislagen, an gefertigt in meinen im Hanse befindlichen Polsterwerk statt en, hierdurch Garantie für reellste Bedienung und absolute Dämlichkeit. Ou/i* Öottforiorn Daunen, Drell, Stepp- UulUuUul decken, wollene Colter Schlafzimmern. Äusser den billigen kompletten Schlafzimmern Batin nussb. poliert, bestehend aus: 8 Schlafzimmer - Einrichtungen ja um £50 bis 800 Mark im Preis zurückgesetzt. Th. Brück Möbelfabrik mit bestem maschinellen Betrieb Grösstes Möbellager Ecke Scblossgasse — Kanzleiberg — Brandplatz. Gegründet 1858. Beste Beferenzen. Lieferung durch eigenes Fuhrwerk. Wiederverkäufen! höchsten Rabatt Melllnghofffo Cognac- u. Likör- Essenzen In Detaöpadrang k 76 Pf. aus der Fabrik von Dr. Mellinghofi L Co., Bückeburg sind dU Utesten, fan Gebranch die bewlhrteeten and übertreten an Ergiebigkeit und Geschmack «Amtliche y^thahmnngaT), In Gleesen bei Adolf Bieler, Emil Fischbach, W. Kilbinger, C. Müller (G. Gerhardt Nacht), Otto Schaaf. es1 i» Sfimtliehe Neuheiten für ;: Holzbrandmalerei u. Herbschmü sind bereite eingetroffen. ' , Besenders mache auf die jetzt modernen ' Mbrand- und Flachschnitt-Artikel aufmerksam. 8062 Papierhandlung Heinrich Noll MAusburg 7. Telephon 2D2. Tier grosse Ausstellungsräume. Tapisserie! Tapisserie! •Tf* J. H. F ahr Sonnen ftratzo empfiehlt den Eingang ganz besonders schöner SOm*<*a**m* in gezeichneten und angelairgenen Arbeiten, ClICH jowte aller Arten Stoffe, Materiakteu und sonstigen m sei« Fach «»schlagenden Artikeln zu ütMgsteu yrdfem Kinderarbeiten jeder Art. aller feinen Bunt- «nd Äold-Stitkereieu, 4All|VEnyu