Nr. 223 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 22. September 1904 «rlrfjetnt täglich mit Ausnahme de« Sonntags. Die „Siebener ^amiUenbläUer" werden dem ^Anzeigei viermal wöchentlich betgclegL Der «Helstiche Landwirt" erichetni monatlich einmal. Gkhener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Umversnätsbruckeret. ÖL Lange, Gieß«» Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulstr. L, Tel. Nr. 61. Telegr^-Adr. r Anzeiger ®lc6ta» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn. einander. Irr Aufstand in Acutfch-SüdwestafriLa. Spärlich kommen jetzt nur Nachrichten vom Oberkommando in Südweftafrika zu uns über die Bewegung der Truppen gegen die Herero. Die Truppen sind über ein größeres Gebiet als früher zerstreut, die Bekämpfung des Feindes ist schwieriger und nimmt alle Kräfte in Än- ,peuch. Der Gouverneur Leutwein wollte schon im August nach dem Großnamalande abgehen, um dort Ordnung und Ruhe herzustellen, dann hieß es, er werde nunj im September seinen Zug nach dem Süden antreten und noch eine Truppen-Abteilung mitnehmen. Bis jetzt ist aber üoch keine Nachricht von seiner Abreise aus Windhuk eingetroffen. Bon militärischer Seite wird dazu erklärt, der Kommandeur habe keine Truppen dazu abgeben können Daraus wäre zunächst ersichtlich, daß alle Kräfte auf die Unterwerfung der Herero verwendet werden sollen. Dann könne man auch daraus schließen, daß die Zustände im Großnamalande nicht so schlimm sind, daß dort sofort eine größere Krastentfald' urig notwendig werde. Alle Meldmrgen aus ^dem südlichen Teile des Schutzgebietes stammen aus einer Zet^. die schon Monate zurüctliegt; sie geben daher kein richtiges Bild von den jetzigen Zuständen und Stimmungen dort. Berlin, 21. Sept. General v. Trotha meldet unter dem 14. September aus Oparakane: Die Meldungen ......... .....—■» ■ _?=— 3>te We.schang des Fürsten Kerkert AisminL - Friedrichs ruh, 21. Sept. Aje Krönung iu Belgrad. Belgrad, 21. Sept. Um 7 Uhr früh hatte das Militär alle Straßen, durch welche der Krönungszug führt, besetzt. Pünktlich 8 Uhr brach der feierliche Zug vom Palaste auf. Voran ritten Herolde, dann ein Zug Leibgarde. Es folgte der König auf einem prachtvollen Schimmel, das Szepter in der Hand, mit einem Purpurmantel angetan, dessen Schleppe sechs Schüler der Kriegsakademie trugen. Zwei Unter» Offiziere führten das Pferd am Zügel. D-er König sah älter ciuv als sonst Seine ernsten Züge zeigten Müdigkeit. Ihm folgte (ine malerische Reitergruppe, au ihrer Spitze lai: montenegrinische Thronfolger. Dem Zuge zur Seite rechts ritt der serbische Thronfolger, Prinz Georg, links Prinz Alexander, dann etliche vierzig Stabsoffiziere. Zn Galawagen folgten die montenegrinische Erbpriuzejsin Aussage von Gefangenen lockern. Dies ist keineswegs erwiesen. Gleichfalls nach Aussagen von Gefangenen befinden sich Salatiel und Tjetjo noch in der Gegend von Otjojondjou und Smrmel Maharero sowie Michael waren am 1. (?) September noch bei Otjeneue. Deimling und Wahlen bei Gpukiro-Kallfontein, mit Meister heute Kan-t duwe. Estorff bei Sturmseld, später Okcrrupoko, iVolk- mann bei Owinaua-Naua. Neitzenftein sperrt die Linie Otjimbinde bis Owjondu.su. Ausllärung längs des Epuriko- flusses, ferner auf Klein-Okahandja-Epata-Otjosondjou und nördlich. Fiedler zum Eingreifen von Wüterberg bereit Die Abreilungen müssen unbedingt ihre Verpflegung ergänzen, deren Nachsnhrung bei dem schnellen Ldzug des Feindes, dem raschen Folgen unserer Truppen und den zu durchschreitenden Durststrecken überaus schwierig ist. Die Signalverbindung durch das flache Terrain ist fast unmöglich, daher sind die Meldungen nach rückwärts erschwert und nur durch Offizier-Patrouillen zu bewerb jtelligen. über die Abzugsrichtung des Feindes gehen aus- Der Abzug nach Südosten ist anscheinend imi Stocken. Der Zusammenhang der Kapitäne soll sich nach Zur Beisetzung des Fürsten Bismarck trafen ein: Als ■ Vertreter des Kaisers Generaloberst v. Hahnke, als Vertreter des Prinzen Heinrich von Preußen dessen! persönlicher Adjutant, Korvettenkapitän Schmidt v. Schwind, eine Deputation des elften Gardeidragonerregimentes mit dem Kommandeur an der Spitze, der Kommandeur des Wandsbeker Husarenregiments und Deputationen von Kriegervereinen und studentischen Korps, alle mit prachtvollen Kränzen. Der Reichskanzler Graf Bülow ist in Begleitung des Geh. Oberiegierungsrats v. Guenther ein- gettofsen. . Zu der Beerdigung brachten die Eisenbahnzüge große Menschenmengen aus der Umgebung, die sich auf den Waldhöhen um das Mausoleum niederließen. Mit den trauernden Farnilien-Mitgliedern waren im Schloß ver-' sammelt die Mutter der Fürstin, Gräfin Hoyos, ferner der Bruder der Witwe und Herr von Bismarck-Plathen. Der blumenbeladene Eichensarg wurde auf den Schultern altertümlich kostümierter Bauern getragen. Die Feierlichkeit im Schlosse begann um 1 Uhr. Pastor Lahusen ging, nachdem die Familienangehörigen und die ofsiziellen Vertreter sich im Trauerzimmer versammelt hatten, mit der Fürstin Bismarck durch die Halle und führte sie an den Sarg des Fürsten, der unter Blumen und Blattgrün fast verborgen war. 9iur Kränze aus dem Familienkreise hatten hier Platz gesunden. Tie letzten schlichten Afternkränze hatten noch etwa zwei Stunden vor der Feier die Kinder bei dem Verstorbenen niedergelegt. Pastor Lahusen hielt die Trauerrede, welcher die Offenbarung St. Johannis, Kap. 14, Vers 13 zugrunde gelegt war: „Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, von nun an bis in Ewigkeit. Ja der Geist sprich!, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Wlerke folgen ihnen nach" Er wies in der Rede auf das tragischje Geschick hin, daß die beiden Söhne des Altreichskanzlers so früh dahingegangen seien und pries den Fürsten als einen hingehenden Gatten und Vater. Das Leben des Entschlafenen habe aber wett über den Kreis seines Hauses hin- ausgereicht, es habe dem Vaterlande gehört. Tie reichen Gaben, die ihm Gott verliehen, seinen durchdringenden, Verstand, seinen vielgewandelten Geist und energischen Willen, sowie die außerordentliche Arbeitskraft habe er seinem Vaterlande gewidmet, als der vertrauteste Schüler, Gehilfe und Mitarbeiter seines Vaters. Nach der Einsegnung der Leiche setzte sich der Trauer- zua in Bewegung. An der Spitze des Leichenzuges schritten die Kapelle des 76. In f an ter ie-Re giments, Trauern weisen spielend, eine Deputation ehemaliger Angehöriger des ersten Garde-Dragoner-Megiments und die Abordnungen studentischer Korps. Zur Seite des Sarges schritten Forstbeamte. Dem Sarge folgten zunächst Gras Rantzau und der junge Fürst Otto v. Bismarck, sodann Generaloberst v. Hahnke, der Reichskanzler Graf v. Bülow, der Staatssekretär deö Auswärtigen Amtes Frhr. v. Richthofen und das übrige Trauergesolge. Als der Zug durch das Schloßtor verichkvand, sah man die Fürstin Bismarck aus dem Balkon des Schlosses, wie sie schmerzlich , bewegt dem Sarge nachsah. Die Feier im Mausoleum war von kurzer Tauer Von dem großen Gefolge hinter der Bahre des Werewiaten fanden außer den Angehörigen der Familie und den offiziellen Vertretern nur wenige in der Kapelle RloN hin her mit Blumen überdeckte Sarg inmitten der am Katafalk niedergelegten Kränze stand. Nachdem Pastor Labusen einiae Worte des Trostes gesprochen, ertönte leises Or aelsprel und darauf ein Ehoral. Hierauf sprach Pastor Labnien ein Sterbegebet, in dem er sagte: Wir möchten Gott bitten, er solle uns Männer schenken, wie der «npinmpnmmpne treue Diener des Vaterlandes und des Kaisers Nachdem die Worte des Geistlichen verklungen waren,' ertönte wieder leises OrgeMel Sie Etauetbet- lammluna sang die letzten Verse des Ehorals: ,-oeftehl du deine Mge". Der Segeii des Geistlichen schloß die Feier. * ^nm verstorbenen Fürsten Herbert Bismarck erzählt ein Mitarbeiter des „Hamb. Korresp.": „Das Erbe seines ve' storbenen Vaters hat der Verstorbene mit klugem Sinn aemelirt Er hat sich der Bewirtschaftung des Grundbesitzes seit wahren gewidmet, war Neuerungen zugänglich be- lüelt sich freilich auch bei. nur von Fachleuten zu ent» scb->idenden Fragen das letzte Wort vor; leicht war das Arbeiten unter seiner Führung nicht. Als Hauptarbeit seines Lebens betrachtete Fürst Herbert die Sichtung der väterlichen literarischen Hinterlassenschaft. Ein Freund des Bismarck'scheu Hauses sagte mir: Wier ba glaubt, daß mit der Herausgabe der Veröffentlichungen bei ^Eotta die Erbschaft des Kanzlers erschöpft sei, ist tll starkem Irrtum. Es sind Kisten und Kasten von Griesen, eigenen Briesen des Kanzlers und der Zeit- nenou'ui vorhanden; alles das ist Bismarcksches Familiengut, das seiner Vebebung imb Auferstehung für die Oessentlichkeit, vielleicht erst nach einer Generation entgegensieht." Ans Stadt und Sand. G letz en, September. .. dem Militär-Wochenblatt. Wolfs, Unicrarzt beim Snt.-Kcgt. Wilhelm (2. Ärotzh. M.) Ein Franzose über Deutschland. Der frühere franösisä)e Marineminister Lockroy hat, seitdem er aus der Regierung ausgvfchieden ist, vorzugsweise mit Studien über Deutschland sich beschäftigt, und wenn viele gebildete Franzosen von einem unzutreffenden Urteil über dieses Land zurückgekonrmen sind, so ist es wesentlich das Verdienst Loäroys. Er trat ohne Voreingenommenheit an seine Studien heran und schilderte wahrhlltsgenräß, was er im Lande des „Erbfeindes" sah. Dieser Tage hat er nun durch VeröffeM- lichungen im „Eelair^" seinen Landsleuten Keu.ntnis gegeben von den Beobaästungen, die er in den skandinavischen Königreichen über den deutsä-en Einfluß machte. Er weist auf die, an dieser Stelle bereits früher fesigestellte, Tatsacl-e hin, daß durch die ktcordlandreise Kaiser Wilhelm» die in den skandinavischen Landern ftüher herrichende Vorliebe für französisä-es Wesen, französische Sprache und Ware zugunsten Deutschlands beeinflußt worden sei. Ten Exporteurcn in Frankreich sagt Lockroy damit nichts neues. Tie Ausfuhrzis>ern der Republik im Handel mit Skandinavien finken ständig, und auch die englischen Gewerbeerzeugnisje werden dort mehr und mehr durch deutfcye verdrängt. Erkennt also Lockroy aus diesem Gebiete die U e b e r l e g e n he i t Deutschlands rückhaltlos an, so kann er siw doch dazu nicht verstehen, sobald das militärische Element in Frage kommt. Er hatte Gelegenheit, in Kiel u nd Danzig die W e r f t - u n d T o ck - A n l a g e u zu besichtigen. Wenn er auch in Sachen der Seewehr. streng genommen nickst Fachmann ist, so hat er als früherer D^armemmister die entsprechenden Anlagen in Toulon, Brest, Cherbourg genugsam kennen gelernt, um einen Blick für die Ueberlegenheit der deutsck-en Einrichtungen zu gewinnen. Aber das nationale Empfinden ist in diesem Falle zu mächtig in ihm und läßt nicht ein den Ruhm Frankreichs beeinträchtigendes Urteil laut werden. Wie mit der Marine, so verhält es sich auch mit, der deutschen Armee, über die zwar nicyt von Lockroy, aber seitens anderer namhafter Franzosen kritisck-e Aeußerungen erfolgt sind. N-.an fpvtut d-s Parademarsches und der Kavallerieattacken, mitz- bickigi die Gefechtstaktit der Infanterie und urteilt geringschätzig über das artilleristische Material. GleickMohl haben die deullchen Herbstmanöver die vollkommene Leistungsfähigkeit und Schlagfertigkeit aller Waffengattungen erkennen lassen. Wie steht es nun aber um Frankrec chs Flotte un*) Heer? Tie Unterseeboote, auf die angeblich die Ueberlegenheit der Trikolore zur See gegründet ist, können an den gefechtsmäßigen Operationen nickst teilnehmen, weil sich ihre absolute Verwend» barieit noch immer nicht erwiesen hat. Und bei den vor wenigen Tagen beendeten Manüvern der französischen Armee, denen die in charis beglaubigten auslälidischen Mckitärattachees auf besondere Einladung des Kriegsministeriums bevvohnten, sand selbst der mit der Kritik betraute französische General gar mancherlei aus- zusetzcn, besonders an der inbezug auf Frontstellung viel zu breit angelegten Gefechtstaktik der Infanterie. Also auch auf mili- tarisck-em Gebiet kann Teutschland einen Vergleich mit Frank- i reich am Ende aushalten. Miliza (Jutta) mit der Tochter des Königs Prinzessm Helene, dann die Schwägerin des Königs Frau Nenadowrtsch mit dem Sohn des in der Mandschure: kämpfenden Prinzen ; Arsen, dem kleinen Prinzen Paul, hierauf kamen die ; Diplomaten, Minister und Hoswürdenträger. Den Zug ; beschloß berittene Leibgarde. Die kirchlichie Zeremonie wurde mit orientalischer Pracht gehalten; sie dauerte drei volle Stunden. Der König setzte sich selbst die Krone auf, nahm dann Szepter und Reichsapfel, und unterfertigte das Krönungsdekret. Im vollen Ornate, mit der Krone auf dem Kopse, verließ König Peter die Kllche und hoch zu Rosse ging es in langsamem Tempo zurück zum Konak. Im Konak nahm der König im Thronsaale auf dem Throne, einer künstlerischen, in byzantinischem Stile gehaltenen Prachtarbeit, Platz, worauf die Desiliereour der Staatswürdeuiräger, der Korporationen und Deputationen aus dem ganzen Lande ansing. Die Prinzen Alexis und Bogdijar wurden in Privat- audieuz empsangen und ihnen die Insignien des Kara- georg-Ordens verliehen. Bei dem Empfange der Diplomaten begrüßte den König als erster der italienische Gesandte Guieiolli namens der Missionen; der Türke Fett Pascha im Namen des diplomatischen Korps. Der russische Gesandte Gubastow und bei deutsche Gesandte Baron Heyking überreichten Handschreiben ihrer Monarchen. Die Ansprache des Skup tsch in a-Präsid enten an den König betonte die traoillonelle historische Bedeutung der Krönung für Volk und Dynastie in Serbien. Das Serbenvolk hoffe, daß auch die heurige Krönung das Vorzeichen einer neuen Entwicklung Serbiens sei. Der König antwortete, er sei sich der Aufgabe bewußt, die ihm mit der Krone übergeben würde und werde alle seine Kräfte aufbieten, diese Ausgabe zu erfüllen. Während der ganzen Feierlichkeit wurde, obgleich die Straßen von einer gegen 50 000 Menschen zählenden Menge dicht besetzt waren, nirgends die Ordnung gestört. Kein Unfall ereignete sich Das Publikum geriet bei dem Vorbeireiten des Königs mit der Krone in Verzückung, Oie Schiwojo-Rufe pflanzten sich von Gasse zu Gasse fort, und überdröhnten das Donnern der Kanonen, die mit 101 i Schüssen den feierlichen Akt verkündeten. Ter König verließ den fremden Gesandten Ordensauszeichnungen. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Amnestie für wegen Wahlvergehen und wegen Aufreizung der Bevölkerung Verurteilte, sowie für ar le, über welche gerichit- liche und polizeiliche Aireststrasen in einem Höchstmaße von 15 Tagen verhängt sind. ' Berlin, 21. Sept. Die „Nvrdd. Allg. Ztg." schreibt: „Wir wünschen dem Könige zu diesem bedeutungsvollen ' Feste Glück, seiner Negierung die segensreiche Erfüllungi feiner auf Hebung und Festigung der inneren Wohlfahrt des Landes gerichteten Bestrebungen." Keer und Ktorte. Hamburg, 21. Sept. Anläßlich der ^Dcrlllhnns vo« neuen Fahnen an das zroeite hanseatisch^nsanterrettgnnenl Nr. 76 ridttete der Ka ise r an den Regimentsk»mmandtur-I Dassel, ein Schreiben, in dem er unter anderem dem Wunsch und der Hoffnung Ausdruck gibt, baß tue J verjüngten Fahnen gegebenen ^alles Ebenso SU A rö - liegen wissen würden, wie es ihre Väter auf öianncicu vinr gekränkten Schlachtfeldern getan haben Politische Tagesschau. Frhr. v. Zedlitz als Berater der Regierung. R. Berlin, 20. Sept. Ter freikonservative Politiker und eifrige Tagesschriftsteller Frhr. v. Zedliß fühlt den Beruf in sich, aw Berater der Regierung aufzutreten. Er hat immer wundervolle taktische Rezepte in der Tasche, um Schwierigkeiten zu beseitigen, die sich dieser und jener wichtigen Vorlage entgegenstellen. Frhr. v. Zedlitz vertraut aber fernem fein ersonnenen Feldzugsplan, der doch, wie alle solche Pläne, geheim bleiben müßte bis zur Verwendung im gegebenen Zeitpunkte, keineswegs nur etlicheit Männem an, sondern er fetzt vermittelst der Presse gleich der ganzen Oesfent- licpkeit auseinander, wie die Sackze zu machen i|L Da hat bann natürlich die Gegenpartei Muße genug, sich auf bie ihr zugedachten geistvollen „UeberrasckMngen" einzurichten. Znm Glück folgt die Regierung Herrn v. Zedlitz' so auffälligen Winken nicht, die Zahl der Nllßerfolge würde sonst Legion fern. Heute zerbrickK sich Frhr. v. Zedlitz den Kopf des Grafen Bülow, wie die Gewährung von Reichstagsdiäten mit einem Ausgleich zu verürüpfen fei. Allen Ernstes glaubt Herr v. Zedlitz daran, daß die verbündeten ylegiernngen eute günstige Gelegenheit hätten, für die Tiäten vom Reichstag Abänderungen des Wahlrechts zu erlangen, „bei aller A u f r e cht er ha l t u n g der Grundlagen" des Wahlrechts. Frhr. v. Zedlitz schließt seinen Artikel im „Tag" mit den stlbstbewußten Worten: „Ob die Regierung in dem besprochenen Sinne vorgehen wird, iveiß ich nicht; das aber weiß ich, daß es ein arger politischer Fehler wäre, wenn sie es nicht täte". Trotzdem wird wohl die Rre- gierung es auf sich nehmen, in den Augen des Beraters. als unweise zu gelten. Das liegt doch auf der Hand, daß der Reichstag in feiner großen Mehrheit es unbedingt avlehnt, Tagegelder zu erkau fen mit der Preisgabe von Volksrechten. Tas wäre das Unpopulärtze, was ein Parlament tun könnte! Aber ouch die Regierung würde sich so unbeliebt wie nur möglich machen beim Rcick)stag und sich jedes Entgegenkommen verscherzen, wollte sie derartige Bedingungen stellen. Tie Tiätengewähriillg ist als eine Notwendigkeit aiieriaimt im Interesse der Erzielung eines besseren SleiaBtagäbesuches uiü> einer prompteren Erledigung der parlamentari!sa)en Geschäfte. Tas Wötictmbige braucht eine Volksvertretung nicht durch Gegenleistung zu bezahlen. * Ein echter Rationalliberaler. In Konstanz hat in diesen Tagen im jungliberalen Verein der E r st e S t a a t s a n w a l t I u n g h a n n S über bie politischen Aufgaben der nationalliberalen Partei gesprochen und u. a. geäußert: In der: Zeiten des Kartells sei die Partei wohl national, aber nicht mehr recht liberal gewesen; heute müsse sie Anschluß nach lintö suchen; sie müsse ihren liberalen Charakter mehr betonen und sich sozialpolitisch mehr betätigen. Eine liberale Partei müsse vor allem baß Zentrum bekämpfen. Er benenne nicht bie Gefahr der Soziaideuwttatie, aber die Sozialdemokratie könne mau nicht bekämpfen, indem man das üeiUviuu unterstützt. Nötig fei auch eine stra.sere Organisation der Partei; lasse diese auch ihren Mitgliedern größere Freiheit als das Zentrum und tie ^ozialdeuwiratie, so muffen doch bie Grundprinzipien — und dazu gehöre die S i rn u 11 a n s ch u l e — für jeden verbindlich (ein. Wer in M u 11 u i f r a g c n nicht entschieden den Fortschritt vertritt, wer nicht liberal und nicht sozial beute, gehöre nicht in bie liberale Partei." Sehr wahr l 2«. 110, nm Ldayrneymung einer offenen Affyrenzarztftelle beauftragt. *♦ Bom Manöver des 18. Armeekorps. Mit dem Richetag vom 21. Sept, ist das diesjährige Herbst- manövcr in sein letztes Stadium, das Korpsmanöver, eingetreten. Am 32. rind 23. Sept, kämpft die 2.5. gegen die 2L Division; am 24. Sept, ist gemeinsamer Angriff gegen den markierten Feind, nascher von dem Regiment 168 in der Nähe von Steinbachs G. Hartung-tLeipzig, weist auf einige bedeutsame Puntre auS dem Jahresberichte hin. Die Ausgaben für Unterstützungen betrugen 1903 im Ganzen 1 629 697.47 Mk. gegen 1 591 589.53 Mk. im Jahre 1902. Davon wurden verwandt: l.in derDiaspora des Deutschen Reiches 818 768.12 Mk., 9. in Oesterreich-Ungarn 618 721.35 Mk., 3. in anderen Ländern 158 340.44 Mk., 4. für persönliche Unterstützungen 33 867.56 Mk. (zusammen 1 629 697.47 Mk.) An Legaten gingen bei dem Zentral-Vorstand im Jahre 1903 ein: 33 191.98 Mk., während die Vereine zusammen 248 022.29 Mk. an Vermächtnissen erhielten. Der landwirtschaftliche Bureaubeamte. Vorüber sind die Zeiten der Trcifeldernnrtschast, welche unseren Borfalircn ein lohneiider Erwerb war; Brache und Weide sind verschwunden nud haben einer intensiven Bewirtschaftung und einer rationellen Fruchtfolge Platz gemacht. Maschinen, künstliche Düngemittel, Kraftfutter, Anlagen zur Verarbeitung der gewonnenen Rohprodukte ufw. sind heute durchweg im Gebrauch, um dem steten Niedergang der Rentabilität Einhalt zu tun. Je mehr sich der Landwirt diesen Hilfsmitteln zuwendet, desto mehr wird er ins Geschäfts leben gezogen. Tie Säweibarbeit, die sich früher bei ihm in den primitivsten Formen bewegte und nur in gelegentlichen Notizen stand, ist jetzt ein Arbeitsgebiet für sich geworden und auf den mittleren und großen Gütern ist feit ungefähr zwei Jahrzehnten ein neuer Berus entstanden, eine neue landnnrtsck-aftliü>e Beamtenkategorie ist in Tätigkeit getreten: der landwirtsäMstliche Bureaubeamte. Vielseitig ist bas Gebiet seiner Tätigkeit, nutzbringend, wenn er sein Fach versteht, wenn er die wirtschaftlichen Fehler und die Uriad>en der Mißerfolge feststellt, wenn er durch genaues Kalkulieren Verluste vermeidet; er ist das Manometer des Betriebes und seine Buchführung das .Zifferblatt desselben. Aber nicht allein als Buchhalter und Geschäftsführer ist der landwirt- schafttiche Bureaubeamte — meistens Rechnungsführer genannt — vorhanden. Man bedenke, daß fast jedes Gut, auch wenn es innerhalb eines Torfes liegt, einen selbständigen politischen Bezirk bildet unb demnach wie eine Gemeinde verwaltet werden muß; ferner ist in den meisten Fällen noch die Polizeiverwaltung und Starrdesamt in den Händen der Gutsbesitzer, die sich aber um die Verwaltung selbst wenig kümmern können, es fällt daher die saä)yemäße Erledigung dieser amtlichen Arbeiten, die sehr oft einen großen Umfang annehmen, stets dem Bureaubeamten zu. Nun sollte man meinen, daß für diese Beamtenkategorie auch eine normale Ausbildung besteht, dies ist jedoch nicht der Fall und hat seinen Grund darin, daß der Beruf noä) verhälmismäßig neu ist. Es gibt zwar eine Anzahl Institute, die zur Aus- bilbung von Rechnungssührern berufen fein wollen, aber es fehlt ihnen meistens an der Gründlichkeit und bilden daher nur ein minderwertiges Beamtenmaterial aus. Gegen diese Institute hat zuerst der ,^Verband beutfdjer Landwirtfchastslehrer" Stellung genommen um) in scharfen Worten die Unzulänglichkeft derselbeir gegeißett, bahnbreä-end für die fadjgeniäfee Ausbildung dieser Beamten ist aber erst der „Verband der landwirtschaftlichen Bureaubeamten Deutschlands" geworden. Es würde au well führen, die Einzelheiten des von ihm vorgeschriebenen Lehrganges darzustellen, aber der genannte/Berband, dessen Geschäftsstelle sich in Berlin, Düppelstr. 44, befindet, und dessen Aemter alle ehrenamtlich venvaltet werden, ist zu jeder gewünschten Auskunft gern bereit. Es ist zu venoundern, daß sich verhältnismäßig wenig junge Leute diesem Berufe zuwenden, nochzumal die Tätigkeit reich an Abwechslung, der Stand achtbar und angesehen und die Ausbildung int Vergleich zu dem späterewEinkommen nur mit mäßigen kosten verknüpft ist. Außerdem tst'das spätere Fortkommen durä) den erwähnten Verband, da es an tüdjtigen Rechnungsführern immer noch fehlt, in jeder Hinsicht gewährleistet. SaniiwirtfdjafL Der Saaten st and in Preußen für Mitte September ist, Wenn 2 Mtt, 3 mittel (durchschnittlich), 4 gering, 5 sehr gering bedeutet: Kartoffeln 3ch; Klee 4; Luzerne 3,9; Wiesen: überhaupt 3,9; Bewässerungswiesen 3,4, anixe re 4,2. Die entsprechenden Ziffern des Vormonats waren: 3.5; 4,1; 4,0; 3,9; d,3; 4,2. Tie feit Mitte August gefallenen Regenmengen haben im allgemeinen die Verschlechterung des Standes der noch auf dem Felde befindlichen Feldfrüchte verhindert, sie sind jedoch nicht ausreichend gewesen, um eine Besserung außer in örUictyer Begrenzung herbeizuführen. Der gedeihlichen Entwickelung sind überdies vielfach falte Nächte und scharfe Winde hinderlich. Es sind sogar Nachtfröste gemeldet worden. Ueber das Vorkommen zahlreicher Mäuse wird vereinzell berichtet, verderblicher schienen die Mäuse in Posen aufzutreten. Zahlreich sind die Klagen über Wurm- und Madenfraß in Kartoffeln. Dem Einbringen der Getreideernte ist das Wetter sehr günstig gewesen. Diese ist im Großen und Ganzen als beendet anzusehen. Dank den: günsttgen nassen Maiwetter hat die Frucht, zumal das Wintergetreide, der langen Trockenheit doch soweit widerstehen können, daß immerhin von einer Mittelernte gesprochen werden könne. Niä)1 dienlich ist die Dürre der H e r b st b e ft e 1 In n g gewesen, roeldjie bisher vielfach nicht vorgerrommen juerben konnte, da der bessere Boden zu bart, der leichtere trocken wie Asche war und somit keine Aussicht gewahrte, daß die Saat aufgehe. .Für die W i n t e r s a a t ist audreicbenber Regen sehnlichst zu wünschen. Ter Stand der Kartoffeln wird sehr verschieden beurteilt. Im allgemeinen haben sie sicy auf schwerem Boden besser gehalten, als auf leichtem. Von allen weiten wird über Durchwachsen (Zweiwack)s) getlagt. .Infolgedessen ist man für die Haltbarkeit der Fruäft besorgt. Der Fruchtansatz ist im allgemeinen nicht schlecht, jedoch läßt die Ausbildung zu wünschen übrig und die Knollen sind nur klein geblieben. Soweit Futterpflanzen einen zweiten Schnitt zuließen, was oftmals nicht lohnte, ist er gut eingebracht worden. Viele Flächen vorjährigen Klees haben bereits umgepslügt rverden müssen. Auch der diesjährige ist ge fährdet, der jungen Saat ist dringend Regen zu wünschen. Mehrfach hat man schon zur Stallfütterung übergehen müssen, vereinzelt sogar zur Veinninderung des Viehstandes. Karlsruhe, 21. Sept. S a a t en st andsb er i ch t (mit- geteill vom statistischen Landesamt). Tie IKusigen atmoshpärischen ^NiedevfchLäge in der zweiten Hälfte der Berictstswoche haben auf die in der Entwickelung zurückgebliebenen Futtergewächse, ins besondere auf Wiesengräser, einen belebenden Einfluß ausgeübt, sodaß der Ertrag doch leidlich ausfallen dürfte, während in vielen Gegenden günstige Aussichten auf eine gute Herbstbefriedigung nicht eröffnet sind. .Die Frühkartoffeln sind meist klein geblieben. Auch bei Spätkartoffeln, die infolge des warmen Regens in mehreren Berickstsbezirken auszuwachsen beginnen, dürften kaum bessere Ernteergebnisse zu ^erwarten sein. Der Tabak, der mit verhältnismäßig geringem Samen unter Dach gebracht ist, liefert der Menge nach, insbesondere im Schwerfeld, meist ein befriedigendes Ergebnis, während die Qualität den Envartungen nicht immer _ entspricht. Beim Hopfen, dessen Entwickelung schon sehr vielversprechend war, fit in den trockenen Lagen der Brenner ausgetreten. Insoweit die Pflücke unter sorgfältiger Scli-eidung der Qualität vorgenommen wurde unb die Trocknung bei günstiger Witterung sict) rasch vollzog, sinb^gleichwohl günstige Preise erlöst worben, wahrend u ngenügenbe Sortierungen nur geringe Preise erzielten. Tre Herbftaussichten für Wein stellen sich fast allgemein güitfhg. M/ie Reife der Trauben ist schon weit vorgeschritten. tÖei lüAllch geneigten Lagen sind die Trauben durchgehend sehr üß. Mit der Lese der roten und schwarzen Trauben ist vielfach chon^begongen ivorben. s)tad) der üblichen Stufenfolge berechtigt >er ^tanb der Maaten. Mitte September bei Kartoffeln zu 2,7, Mee 3,8, Luzerne 3,4, Wein 3,4, Tabak 2,7, Hopsen 2,6, Rüben 2,3. Fa hrpr e i s e r m ä ß i gung für landwirtscha s11iche Wände rar beite r. Für die Beförderung landwirtschaftlick)er Wanderarbeiter hat die Staatsbahnverwaltung Fahrpreisernräßig- ung.en gewahrt. Mit Bezug hierauf hat der Minister der Öffent- liehen Arbeiten v. Budde an den Landwirtschaftsminister folgende Mitteilung gerichtet: „Eure Excellenz benachrichtige ich ergebenst, daß. sich die zur Bewältigung des Massenverkehrs der landwirtschaftlichen Arbeiter, sogenannten Sachsengünger, in diesem Frühjahr getroffenen 'Maßnahmen nach den Berichten der Eisenbahn- direktionen im allgemeinen bewährt haben. Namentlich hat sich gezeigt, daß auch bei Einschränkung der Zeit, innerhalb der mit Rücksicht auf den Osterverkehr Fahrpreisermäßigungen für solche Transporte ausgeschlossen werden müssen ,der Betriebs ordnungsmässig .geführt werden konnte. SBon verschiedenen Seiten sind mir aber Wünsche auf eine weitere Verkürzung dieser Frist unterbreitet worden. .Diese erscheinen insofern reicht unbegründet, als auf die für Preisermäßigungen gesperrten Tage nach Ostern unmittelbar ein Samstag und Sonntag folgen, an denen nach den bestehenden Bestimmungen die Vergünstigung überhaupt nicht betüilligt werden kann. Ick habe die Eisenbahndirektionen daher ermächtigt, im nächsten Jahre versuchsweise schon vom Donnerstag nach Ostern ab Fahrpreisermäßigungen für landwirtschaftliche Arbeiter wieder zu gewähren. Im Falle sich indes hieraus für die ordnungsmäßige Durchführung des Betriebes Schwierigkeiten ergeben sollten, würde dieses Zugeständnis allerdings wieder zurückgezogen werden." Kandel und Kcrkeyr. DolkswiNschast. Russische Finanzlage. Aus dem Originalbriefe eines Kaufmanns, der viel mit Rußland arbeitet resp. dorthin exportiert, entnehmen wir folgendes: Tie russischen Staatsfonds behaupten sich so, als wenn Rußland noch nickst eine einzige Schlappe erlitten hätte. Auch sollte man meinen, es würden demnächst nur noch 100 Rubel-Noten ausgegeben und alles lleine Papiergeld würde vom Staatsschatz gegen Goldrubel umgetauscht. Der offizielle Diskontsatz in Petersburg ist mit ?i/2 Proz. notiert. Dafür kann aber kein Kaufmann einen Wechsel beim Bankier diskontieren, dort kostet es noch mehr, je nach dem bis zu 8 Proz. Es ist in den deutschen Finanzblättern immer viel von den Hunderten von Millionen Rubeln in Gold die Rede gewesen, die jn der Staatsbank und Staatsrentei 'vorhanden sein sollen, die den dtotenumlauf mehr wie deckten. Warum aber, wenn dies nun annähernd der Fall wäre, steht der Papierrubel nur auf 62 Prozent seines Nennwertes? Hibernia-Kampf — Banken-Kampf. Die Aktien der Hiberniagesellschaft haben einen Rückgang von 6 Prozent erfahren. .Die Berliner Handelsgesellschaft nahm sie auf; die Dresdener Bank blieb der Feststellung der Kurse fern. Jnbetreff der Bankendifserenz wird es wohl so bald noch zu keiner Einigung kommen. Jedenfalls werden die Banken, die der Hibernia nahestehen, noch lange nicht nachgeben. Es heißt auch, daß der Auf- sickstsrat der Hibernia nicht geneigt sei, dem Wunsche der Dresdener Bank, eine neue Generalversammlung einzuberufen, stattzugeben. Einstweilen geben die Aktien, wie schon bemerkt, langsam aber deutlich zurück. Von ihrem höchsten Stand seit Aufrollen der Verstaatlichungsfrage sind sie 20 Prozent gefallen. Bei der noch herrschenden Ungewißheit über den Ausgang der Sache erscheint es begreiflich, daß von dem außenstehenden Material zu den jetzigen rroch wesentlichen über der staatlichen Offerte stehenden Kurien fortgesetzt Beträge, wenn auch nicht größeren Umfanges, an den Markt gelangen. Beachtet wurde übrigens die Kundgebung des Zentralverbandes deutscher Industrieller gegen jede Verstaatlichung wichtiger heimischer Privatbetriebe. Markte. Limburg a. d. L., 21. Sept. Frucht m arkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 14.80 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn, altes, Mk. 0.00, neues 10.53 Mk., Gerste 0.00 Alk., Hafer 7.20 Alk., Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Alk. Ob st Märkte zu Frankfurt a. ,M. Jn diesem Jahre finden in Frankfurt Mostobst, gedörrte und eingekochte Obstfrüchte, Obstweine, Obstbranntweilne, Obstliköre, Mus, Marmelade, Gelee usw., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. .Ter Verkauf geschieht nach Proben. Tie Proben von sortiertem Tafelobst und gepflücktem Wirtschaftsobst dürfen bis zu 5 Kigr. brutto, diejenigen von gewöhnlichem Wirt- schaflsobst dis 25 Kgr. betragen. Obst- und Gemüse-Produkte sind mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen zu liefern sind, in Originalpackung auszustellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per Kgr. bezw. per 100 Kgr. ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Verkäufers, die ungefähre Lieferzeit. ,Die Proben^sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franko Marktlokal (Stadthalle) zu liefern, oder an das. Obstmarktkomllee, Gneiisenaustr. 15, einzusenden. Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch vom Marktkomitee unentgeltlich ausgefertigte Scylußscheine statt. Begleitscheine sind vom Obstmarktkomitee erhältlich, das auch jede weiter gewünschte Auskunft erteilt. Zum Schluß sei rroch darauf aufmerksam gemacht, daß das Komllee (Zentralstelle für Obstverwertung) auch sonst vor und nach dem Markt den An- und Verkauf von allen Sorten Obst unentgeltlich vermittelt. verinischre», * Stralsund, 20. Sept. Die Galeas „Nordstern", Schiffer Berg, nach Helsingfors mit Getreide unterwegs, wurde zwischen Darszerort und Moeen von einem unbekannten Gaffelschooner übersegelt. Der Schiffer Berg ertrank, während die beiden Matrosen ins Meer sprangen und durch eine schwedische Brigg gerettet wurden. Der Gaffelschooner setzte seine Fahrt unbekümmert um den Unfall fort. * Kar tsruh e, 21. Sept. Gestern abend erschoß in einem hiesigen Hotel der 19 Jahre alte Sohn des Kapellmeisters Rieß seine Gelie b te, ein junges Mädchen von 'hier. Darauf richtete er den Revolver gegen sich selbst und verletzte sich durchs drei Schüsse schwer. Der Grund zu der Tat ist darin zu suchen, daß die Eltern des jungen Mannes das Verhältnis ihres Sohnes mit dem MöHchen nicht dulden wollten. * Kriegsbioskopbrlder vor dem Zaren. Aus London wird berichtet: Der Zar hat durch seinen Gesandten den Wünsch ausgedrückt, die auf den Krieg bezüglichen japanischen und russischen Bios kop bild er zu sehen, die von Eharles Urban für das Londoner Alhambra- Theater geliefert werden. Urban hat deshalb alle Vorbereitungen getroffen, die Films nach Rußland zu befördern, wo sie in Peterhof vorgeführt werden sollen. * Die vergessene Pincette. Vor vierzehn Tagen wurde an der Gattin des Maschinisten Paul Ledeczi im Szegediner Spital eine Operation vollzogen, bei welcher Gelegenheit man in der Bauchhöhle der Operierten eine Pincette fand, welche anläßlich einer vor drei Jahren an der Budapester chirurgischen Klinik vorgenommenen Operation in der Bauchhöhle vergesse n wurde. Der Gatte der infolge der letzten Operation verstorbenen Frau hat nun gegen den Universitätsprofessov und weiter der Ersten chirurgischen Klinik in -Budapest s Dellinger bei der Szegediner Staatsi- anwaltschaft die Strafanzeige erstattet. Jll der An- zeige wird die Obduktion des Leichnams verlangt und, glerchzettlg ein an den Szegediner Bürgermeister bezüglich dieses Faltes erstatteter Bericht des dortigen Spital- arFtes Dr. Eisenstein, der die Pincette aus dem Körper entfernt hatte, sowie das corpus delicti selbst vorgelegt. Die Szegediner Staatsanwaltschaft hat den Akt, da die inkriminierte Handlung seinerzeit in Budapest bjegangeni wurde, an die Budapester Staatsanwaltschaft abgetreten. Kunst und Wissenschaft. — GerhartHauptmann hat eine z w e i t e E h e geschlossen. Am Sonntag hat in aller Stille zu Agnetendort ferne Hochzeit mit Fräulem Margaret he Marsch all stattgefunden. Sport. Staffettenfahrt Stuttgart-Kiel für Mo» t o r z w e i r ä d e r , zu Ehren des Prinzen Heinrich von Preußen, veraustallet von der Deutschen Motorradfahrer-Vereinigung, e. V., Stuttgart. — Staffettenfahrer 24, Max Borgwart, fuhr von von Stuttgart ab Montag vormittags 9 Uhr 16 Minuten; er wurde in Meschede (Westfalen) abgelöst von Staffettenfahrer Walter Fincke, welcher, Dienstag früh 5 Uhr 48 Minuten in Kiel eintraf, sodaß beide Staffettenfahrer, die 773,3 Kilometer lange Strecke in brutto 20 Stunden 32 Minuten zurücklegten. — Als erster Herrenfahrer kam Struck-Berlin, welcher Montag vormittag punkt 9 Uhr von Stuttgart absuhr, am Dienstag vormittag um! 8 Uhr 25 Minuten an. Er hat also in ununterbrochener Fahrt die ganze Strecke in 23 Stunden 25 Minuten zurückgelegt. Kerichtssaal. —i— Aachen, 19. Sept. Der Königliche Schutzmann Karl Schneider hier, sowie dessen Ehefrau, gegen welche von feiten der Polizeidirektion ein Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worden war, wurden heute von der Beschuldigung des Betrugs von dem Landgericht hier freigesprachen und die Kosten der Staatskaffe auserlegt. Kisenvastn-Zcitung. — Tie Einnahmen aus den Betriebsergebnissen bet preußisch-hessischen Eisenbahngemein schast beliefen sich tm August auf 141 167 000 Alk., das sind mehr gegen den August des Vorjahres 5 722 000 Mk. oder auf ein Kilometer 4232 Alk. (+,128). Davon entfielen auf den Personen- und Gepäck- verkehr 45 033 000 Alk. (+ 449 000), aus den Güterverkehr 87 973 000 Alk. (+ 4 247 000 Mk.). Seit Beginn des Rechnungsjahres betrugen die Einnahmen 666 409 000 Alk. (+ 2910b 000), oder auf ein Kilometer 20 017 Mk. (+ 403). Tavon entstammen dem Personen- und Gepäckverkehr 214 262 000 Alk. (+ 9441 000), dem Güterverkehr 414 508 000 Mk. (+ 17 971000). XAWMNNI*4EIFL L2 Uö 3 CC - 4- ö o 3 er 3 3 cw CT <3 3 sr Ö-7 3 c n; S o cS" — 3 3 S o CT ct 3= O S o O O 3 3 C» o 00 3 03 ' M o- - <Ä J3 5* S - er o 3 %> o er f ST. 3 ro 3 s o-a tO 2 Q ® g o ö -S* 2^ Ei c/- 03 ra" 3^2 __ 3 "32 <3 3 2 w' ^-8 _ 3 e ct o 8,^ 2^. er es 3 e 5 2" « 5 2 °= « ct o 3 C9_o - ® O E 3 » ** 3 « e —■ o 8Ä 3. « 3 CD 5®' 5 co « er CT o n o a, 3 CT er ~- §> L ct 3 O 3 <$t) c -e s §. s 22 ' —1 *■' O 3^ = o S?" 2 5 e sca "o □P ct- ~ ? Ö-5» -j, su ||| = =-s>- S, =r e. er e e CO 2 S< 2. * 2 @0-0 z e, —."5 3 3* 3 3" 3 .^3 3 3 o' £ «-«- er liÄ 3 3 2. 2-SZ. 3 r-i X g O2 ra - ^-*0^3 3^ SD «-T- O -p CT C 3 Cr 2- 3 ’ • o ® Ö3.« *2 5' 2 'S CT 3: r* -er* Q O 3 cjj- O wl —, ö 2 3 3. C3 s 5 3* 2 _ H o* ZZ er H.S c - o 2 _ 3 ♦ ♦ 3 « H. <3 5i v> sc« 3 . ______& 3’ ? 2 DZ - § Z I L 22^ £ 3 3-, o - c erbere; 3. ZX CT — 3'^(3 o C£> S s 3 3 CT Cf'? * S CT 5 CF ro" ' 2. ©S' 05^ 3-QD CT ro -r 3- % *3 3^ CT 3' CTO X ra Bi ' Jtf.' Si S 3 <5? SB § Z «' H CT 2 24,0 O 3 ZT.' O CT 2 g § * _ .. _ iS- —• CT Cb 3^2 ” O öS (5? Q « 2 § §B§ 5." e,Q 3 o » o g 2 3 iSäs1? CTsrm CT **■* ■—’ 3 • 3 -zD r ♦—x — “ O Q ro ~ eT1 * 3'S 3 T <ä)c3 3 3 CT £5 3 cO 2: o rs -er **• sag N jj* ! Zwitbklkuchcn Juscstneide-Aestranstall Montag, Mittwoch u. Freitag Grünbergcrftrasie 14a (Mittelbau). | .','tunit: 11, von 9 lll)V ab. Zur Herbst-Saison 6591 7493 MLZW. ^®n§a^us L 0© Bahnhofstrasse 54. Bahnhofstrasse 54. iccanv43 Wilh. Orbig Nachf. Markt 7. bis feinste Porzellancmailk-Wannen. r Eisschranke neuesten Systems. IickMWs eMMsm ir.eiinriich Snck, 19 Ualktjir^t 19 Louhd Blerkeller. 7461 65rooiin, Lilloßm 7232 Empfehle mein großes empfiehlt afliilf «her Xraibtnmoft!! 59 emzurcichen. 7463 Fluß- und Seefische la-Weisswein 52 empfiehlt 7356 Aalstrkber 7428 täglich frisch bet Attierr-Vrarrerei (Biegen. 30 Liter 10,50 x Sonnenstraße 6. Telephon 235. 75 88 50 85 Keuüeferung. Die Gemeinde Leihgestern sucht - erste Qualität Wieseu- heu für das Fascloieh zu kaufen. 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(Ohne Gewähr.) 11 45 [1000] 55 [400] 165 90 95 288 94 335 [400] 442 63 [4001 513 29 62 72 633 96 797 [1000] 827 47 900 43 [400] 44 64 1069 100 13 50 84 85 271 90 311 60 477 541 609 718 74 818 21 12 0 0 0 ] 79 84 922 54 2021 [400] 28 [1000] 48 209 41 338 434 [20001 57 [400] 90 502 [4001 53 81 95 629 78 [400] 745 831 81 [1000] 955 3128 45 283 346 1400] 82 [400] 89 48 1 54 6 88 618 750 66 [400] 69 89 822 42 68 [10001 907 [4001 4027 43 66 90 252 62 69 425 31 504 507 622 703 11 [2000] 78 934 [400] 61 18<04 140 65 [4001 71 306 39 46 56 [400 ] 75 [400] 93 403 [400] 509 ---------- -----------n ;400 ] 4g 52 61 904 58 1 9030 78 1400] 428 51 87 574 646 700 8 44 58 857 66 73 713 22 [400] 827 913 [1000] 22 [ 400] 10045 [400] 165 94 207 19 44 49 [400] 67 437 93 515 19 38 609 [400] 22 (2000] 63 89 745 70 803 41 11004 [1000] 37 57 129 71 216 78 [400| 74 12000] 321 412 64 66 97 515 50 (1000' 607 35 36 44 [400] 46 74 Vasser-Reinigungs- Apparate ü. 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