Erscheint ISgNch mit Ausnahme deS Sonntags. GeneraZ-Anzeiger, Amts- und AnZeigeblaLt für den Kreis Gießen 5>if heutige Dummer umfaßt 8 Seiten. Freiherr Hodenberg. $ antwortete darauf: inxoer, adressieren. Tr. Max Jänecke. n 1 $8 95 ;94vuc|fen nicht geben. Tr: Max Jänecke, W VA, ui.®6 ine nii -e» ier w len ich Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.T. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. be- m* leit cho aus als ntt, mg. ew „Ersuche um Auskunft, worum es sich bezüglich des ul:!r persönlich gänzlich unbekannten Herrn v. Tannen- U;.g handelt. LLerde dann eventuell meinen Bevollmäch- li{lten ernennen. Antwort Rechtsanwalt Woltereck, Han- Mitglied des Hauses oer Abgeordneten. Lüneburg, 20. März 1904." «va lches hit»1 D jd)i- 1496 ra» 14«9 1491 u 1471 °lle Arbeit übe^ ÄÄ Nah, m «iswScS - säs« --MS aus gchichi. 9’Uv löfoct obt;; IM?r 6C“Tihti? Ä*S: LZ '"irrten.- Aas Urteil im slepstus-Urozeß. R. B. Darmstadt, 21. März. Mit der Entscheidung des Lepsius-Prozesscs vor dem Än Verwaltungsgerichtshof wurde die Gelehrtenwelt ts zahlreiche, durch die Erörterungen darauf aufmerksam gemachte Publilum aus eine harte Geduldprobe gestellt, indem die Urteilsverkündigung am 12. März auf den heutigen Abend vertagt wurde. Nun wurde heute um 7 Uhr das Urteil gesprochen, nachdem dasselbe am Nachmittag in eingehender Beratung festgestellt worden war, und mancher mag dabei an das alte Wort aus Horaz „Partu- riunt montes ic.' erinnert worden sein, denn es lautet dahin, daß der Angeklagte zur geringsten zulässigen Strafe, einer Verwarnung verurteilt wird. Ter Präsident gab in der sehr sorgfältig zusammengestellten Urteilsbegründung, deren Verlesung eine volle Stunde in Anspruch nahm, zunächst eine längere Zusammenfassung des Tatbestandes, wie er sich aus der 24stündigen Verhandlung, den Aktenstücken und Protokollen, den Zeugenaussagen und den Sachverständigenurteilen ergeben hat. In der Verhandlung haben die Behauptungen der Anklage sich nicht erwiesen; vor allem nicht, daß sich Stütze! in unlauterer Weise einen Orden verschaffen wollte und daß Prof. Levsius mit an dieser Sache teilgenommen hätte, der Gerichtshof nimmt vielmehr an, daß Stützel mit seiner Schenkung eine wertvolle Sammlung liefern wollte und auch geliefert hat. Taß auch die Bewertung derselben durch Tr. L. nicht zu hoch gegriffen war, hätten die Sachver- stäirdigenurteile durchaus erwiesen. Wenn gegenüber diesen Urteilen von Prof. Back und den Museumsbeamten daran festgehalten wurde, daß der größte Teil gefälscht oder wertlos sei, so sei dieser rein wissenschaftliche Streit ohne Belang. Tr. L. würde aucy angesichts der vielen wertvollen Jd) war auf der Reise und meinen Aufenthaltsort wech- Jihl. daher die Angabe des Adressaten. Was Herr v. Hoden- irzimit dieser Tepesche im Zusammenhänge nut der Reichs- «Cf.-.jaljl, in der er an der Spitze der welsiscben Agitation ,i. । steht, hat bezwecken wollen, ist mir unklar, da weder ii; lijuj mein Bevollmächtigter bis heute auf meine Te- :.j y irgend welche Antwort erhalten haben!! nan hat es der nationalliberalen Partei zum Vor- Liirf gemacht, daß sie das Urteil, welches seinerzeit im, rj des verstorbenen Oberpräsidenten v. Wnnigsen gegen . : . i v. Tannenberg ergangen war, in einem Wahlslug- tiß; aufs neue publiziert hat. Der Prozeß war bekannt- lih seinerzeit angestrengt worden, weil Herr v. Bennigsen :uii) tbie Mitglieoer der nationalliberalen Partei in der lwl.üchen „Deutschen Bolksztg." als „Landesverräter" llijichstiet waren. Tie Berechtigung zu der Publikation des Urteils wird iMaub bestreiten wollen, dem bekannt ist, daß in einem cfcocicrc verbreiteten welfischen Flugblatte „7000 hannoversche Linner", die der nativnalliberaten Partei angehören, als „M l uiverständnis mit der Partei der Landesverräter von Htji/- stehend bezeichnet werden. Zn dem betreffenden Flug- Lim heißt es weiter wörtlich: „Tie Gründungsgejchickste der christlichen Kirche kennt w Linen Judas; die Geschichte Griechenlands nur einen wl.ialtey, Und 36 Jahre nach den Ereignissen des Jahres M> sollten sich im .Hannoverlande Tausende von Män- n:r?„t gleicher moralischer Qualität finden?" ß me schlagendere Antwort, als gerade die Veröffentlich- mö ves doch gewiß unparteiischen Gerichtsurteils, korinte . L: ii Uionatliberale-Partei in Wahrnehmung berechtigter Valilische Tagessckau. AuS dem Wahlkreise Lüneburg. Tr. Max Jänecke, der Verleger des „Hannov. Kur." rrd bisherige Neichstagsabg., erläßt in seinem Blatte higLnde Erklärung: Turch die Zeitungen läuft die Mitteilung von einer politischen Tuellsorderung, die der welfische u 1 siagsabgeordnete Freiherr v .Ho den berg als 5öe- «sllmächtigter des welfischen Rechtsanwalts v. Sannen* ter g in Hannover an mich habe ergehen lassen. Ich weiß Ruj;, wer diese Nackpricht verbreitet und gleichzeitig als Lllilmanöver im Sinne der welfischen Partei aus Anlaß dir im 16. hannoverschen Reichstagswahlkreise bevorstehenden Ersatzwahl ausgebeutet hat. Dem Gerücht wird wahr- der nachstehende Telegrammwechsel zugrunde htßnit Am 12. März sandte Herr v. Hodenberg eine Tepesche m Stückantwort an mich folgeiiden Inhaltes: „Wo kann ich Sie Sonntag mittag 12 Uhr in Lüneburg oder wann sonst als Bevollmächtigter des Herrn v. Tannenberg in Ehrensache sprechen? erttili Ida SW» .-.ett ■0 ttage» es der Mauern des Vatikans sich von Gefahren und Feinden umrinat sehe, daß er, wie Gregor sich voll Vertrauen unbezwinglich uno gefestigt auf dem Felsen der Kirche fühle und göttliche Versprechungen besitze. Er berufe die Völker zu dieser Kirche, die allein der Welt den Frieden sichern könne und beharre auf der Notwendigkeit des Einvernehmens zwischen den geistliehen un b we ltlichen Mächten, die beide-durch Gottes Willen bestanden und bestimmt seien, sich gegenseitig zu unterstützen. Wir werden versuchen, die unerschütterliche Festigkeit Gregors nachzuahmen, in dem wir uns zum Vorsatz machen, die Rechte und Prärogativen, deren Wächter und Beschützer vor Gott und Mensehen das Papsttum ist, um jeden Preis zu verteidigen. Man leugnet die göttliche Mitwirkung in Ordnung, Eischaffung uno Regierung der Welt und die Möglichkeit von Wundern. Daher sei die historische Wissenschaft auf Irrwege geraten. Tie Folge hiervon sei, daß die einen, verblendet durch die Entwicklung des wissenschaftlichen Rückgangs, ihren Glauben verlieren, und daß andere, die fc|t im Glauben stehen, die wissenschaftliche Kritik beschuldig en, daß sie den Glauben untergrabe, was ein nicht berechtigter Vorwurf sei. Dec Papst betont dann die moralischen Folgen, die sich hieraus ergäben und setzt auseinander, welche Ausgaben die Bischöfe für ihre Person und bezüglich der Auswahl und Leitung ihres Klerus hätten, besonders hinsichtlich ihrer Lehrtätigkeit und ihres sozialen Wirkens zu Gunsten der Schwachen. könne aber dem Angeklagten doch nicht der Vorwurf erspart bleiben, daß er in seinem Bericht vom 16. Februar 1899 nach der zweiten Besichtigung und Prüfung konstatierte, er komme nun zu einem wesentlich höheren Wert: hierbei hätte er auch die unzweifelhaft gefälschten Steinbeilgriffe näher untersuchen müssen, und darin, daß er es nicht getan, liege eine Fahrlässigkeit in seinem dienstlichen Verhalten. Tenn nach diesem Bericht mußte das Ministerium, das auf seine Untersuchung besonderes Gewicht legte, annehmen, daß sich seine eingehende Untersuchung auch auf die Steinbeile erstreckt habe. Taß sich danach, unter den Museums- beamten ein gewisser Verdacht regte, sei nieht zu verwundern, aber selbst wenn die Schätzungen des Tr. Back richtig wären, so läge doch kein Beweis vor, daß L. absichtlich unwahre Angaben gemacht hätte. Tas Urteil geht dann noch auf die Sache Lepsius-Wittich näher ein. Es sei wohl als erwiesen anzunehmen, daß Tr. Mttich von seiner Entlassung gesprochen habe. Auch hier könne es sich nur um ein Mißverständnis, vielleicht infolge der Schwer- hörigkett des Angeklagten, handeln, denn es sei nicht er- sickftlich, welchen Zweck derselbe dabei verfolgt haben sollte, wenn er wissentlich die Untvahrheit an das Ministerium berichtete. Ter Gerichtshof sei nach allen diesen Erwägungen zu dem Urteil gekommen, daß, abgesehen von dem Bericht vom 16. Februar 1899 an das Ministerium, wonach' dasselbe annehmen konnte, daß L. auch die Steinbelle gründlich untersucht habe, ein Dienstvergehen gegen ihn nicht erwiesen und deshalb in allen anderen Punkten Freisprechung erfolgen müsse. Wegen der einzigen Hebertretung im Dienste habe der Gerichtshof die geringste zulässige Strafe, eine Verwarnung, erkannt. Da somit der Angeklagte in der Hauptsache fceigesprochen sei, habe ihm auch nur ein kleiner Teil oer Kosten des Verfahrens auferlegt werden können, nämlich ein Zehntel, die übrigen neun Zehntel fielen der ^Staatskasse zur Last. — Tie zahlreiche Zuhörerschaft nahm dies Urteil mit sichtlicher Befriedigung auf. anderen Stücke (ohne die Steinbeilsttele) zu demselben Resultat gekommen fein, und der Wert der Sammlung werde durch Die Rekonstruttion der Griffe an den Steinbeilen im ganzen nicht beeinträchtigt. Auch die Charakterisierung und die näheren Angaben über die Schenkung seien nicht unwahr. Es sei nicht richtig, daß die Sammlung nur teilweise ganz geringwertige, im übrigen gefälschte Objekte enthalte; es sei vielmehr erwiesen, daß die in der Sammlung enthaltenen Pfahlbaufundstücke auch ohne die refonftrnierten Steinbeile gerade für unser Museum webtvoll sein; auch die Gold- und Bronzegegenstände, die Terrakotten rc. seien von bedeutendem Wert und schbn ausgeführt, und der An- gellagte war berechtigt, auch den Samos-Fossilien, den Säugetierresten, die ihm für das Museum versprochen, großen Wert beizumessen. Ferner habe sich ergeben, daß die Bezeichnung der Sammlung als „gut erhalten, wohlgeordnet und sorgfältig zusammengestellt" sehr wohl zutreffend war. Taß die Steinbeil-Griffe nicht die ursprünglichen waren, stehe zweifellos fest, Stützet hatte sie zur instruktiven Darstellung für den Beschauer rekonstruieren lassen. Bei der nachgewiesenen Schwerhörigkeit könne Stützels Bemerkung darüber wohl von L. nicht gehört worden [ein. Tas Gericht habe keinen Grund, anzunehmen, daß L. sich wirklich in München schon darüber informiert habe, ob es sich hier um Rekonstruktionen handle; er habe eben aar keinen Wert darauf gelegt, weil er sich nur für die Fossilien interessierte. Ein Anlaß zur Prüfung der Steinbeile lag nach seiner Auffassung auch nicht vor, da ja die Sammlung zur Untersuchung naaj Tarmstadt geschickt werden sollte; hätte er die Stiele genauer untersucht, so hätte er nach Ansicht des Gerichtshofs auch die Nachahmung erkennen müllen. Tas bestreitet auch Tr. L. nicht. Es ülpiranteiL Äegum des Sommer 11. Avni._____ Still MM Unterricht inj'* schleich- i, Weinhar' ausgeb- Goelheslr- A --Grimdli^ steckte. Nach seinem Wahlkreis Trapani habe der Minister allein 171 große Kisten mit unbekanntem Inhalt gesandt, seine zahlreichen Benjamins beim Verlassen des Ministeriums mit glänzenden Trinkgeldern belohnt, und was dergleichen Dinge mehr sind. Tas schlimmste — wenn es sich als wahr erweist — märe, daß die Quittungen über die als angebliche „Dubsidien" verausgabten Summen fast alle von denselben Händen gezeichnet sein sollen! Die Affäre Nasi, die binnen kurzem auch die Kammer beschäftigen wird, zieht inzwischen immer weitere Kreise, uni) täglich kommen neue wunderbare Dinge anS Tageslicht. Ei» Skandal des italienischen Ministers Nasi. Seit vierzehn Tagen und darüber beschäftigt sich die i Minische Preise mit einer Sache, die sehr peinlich ist iu:uv -uni Ministerstand al auswuchs. Held des Skandals i :'j: :. visherige Unterrichtsminister Nasi, Abgeordneter von i llwa.ni (Sizilien), dem die sozialisttsche und die konser- t Diliue Presse Tinge vorwirft, die an die alten, schönen s2 i-lMgen gegen eimn anderen Unterrichtsminister erinnern. ii. letzteren beschuldigte man seinerzeit, gewisse Tis - l i'i: i o n S f o nD § seines Ministeriums statt an LÄnenwitwen und Waisen an Damen des Ballet- ' !n;;> 3 und noch leichteren Kalibers ausge- Keno,/euschaflsweseN. Gießen, 22. März. In der von der Sektion Overhessen der Gesellschaft für soziale Reform am 19. l. Mts. veranstalteten, vom stellvertretenden Vorsitzenden, Pfarrer 2. Schlosser geleiteten Versammlung sprach der in sozialpolitischen Kreisen bekannte Dr. Emst Cahn vom sozialen Museum in Frankfurt a. M. über „Die volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung des Genossenschaftswesens". Wenn auch die Versammlung wohl in Anbetracht der etwas ungünstig gewählten Zeit nicht sehr stark besucht war, so bemerkte man doch unter den Anwesenden Beamte, Stadtverordnete, Vertreter von Konsumvereinen, Fabrikanten, Gewerbetreibenden usw. Tr. Cahn begann seinen Vortrag mit der Schilderung der Aufgaben der Staats- und Selbschilfe auf dem sozialen Gebiete. Er erachtete als wichtigste Art der Selbsthllse- tätigkeit auf sozialem Gebiete das Genossenschaftswesen. Nach einigen Ausführungen über die Arten und dieGeschichte der Genossenschaften feit 1848 behandelte der Vortragende die Entstehung des Kvnsiimvereinswesens in Deutschland seit den 1860er Jahren und seinen Aufschwung seit dem Jahre 1890, ferner die Genossenschaftsstatistik, den Stand des Genossenschaftswesens in 1900, das Genossenschaftsrecht, speziell das Genossenschaftsgesetz von 1868 und 1889 und insbesondere die Einführung der Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, sowie die vollswirtschaftliche Bedeutung des Genossenschaftswesens. Hierbei hob der Redner besonders hervor die durch das Genossenschaftswesen bedingte: 1. Ausschaltung gewisser Zwischenglieder des gegenwärtigen wirtschaftlichen Lebens z. B. der Geld dar lecher, Kleinhändler ufjp., 2. Gewinnung der Herrschaft über die Befriedigung der wirtschaftlichen Bedürfnisse an Stelle der früheren Abhängigkeit, und die Möglichkeit einer besseren Befriedigung dieser Bebürfnisse überhaupt, 3. Erzielung von Gewinn für die Genossen, besonders von Dividenden, 4. Beseitigung volkswirtschaftlicher Auswüchse, nämlich des Wuchers auf dem Lande und gewisser Älißstände, dre der Kleinhandel mit sich gebracht habe, 5. Möglichkett der Vereinigung der Konsumenten gegenüber der Gesetzgebung und der Parlamente, 6. Ermöglichung der Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der kleineren und mittleren gegenüber den großen Betrieben. Als soziale Wirkungen des Genossenschaftswesens benannte Dr. Cahn die Erziehung zur Selbstverwaltung, zum kaufmännischen Sinne und zur nüchteren Betrachtung des Wirtschaftslebens, ferner die Hebung der Lage der Arbeiterklasse durch Erzielung von Ersparnissen, besonders durch die Konsumvereine und Baugenossenschaften, die Ermöglichung einer Besserstellung Der Angestellten in den Konsumvereinsbetrieben und -Geschäften, die Milderung der Wohnungsnot durch die Baugenossenschaften, die Ermöglichung 'der Ellcfühmng gewisser Bllligkeitsgrundsätze, z. B. Begrenzung des Zinsfußes usw., die Ermöglichung des Ueberganges zur genossenschaftlichen Eigenproduktion durch die Konsumenten selbst uno die dadurch ermöglichte Hebung der Lage der Angestellten solcher Betriebe und endlich die Ausgleichung gemifjer Klassengegensätze, da wo Angehörige verschiedener Klassen in Genossenschaften zusammenwirken. Zum Schlüsse erwähnte der Redner noch, daß das Genossenschaftswesen insofern einen erfreulichen Ausblick in die Zukunft biete, als es die darin tätigen Arbeiter in ein ruhigeres Verhältnis zu dem Staate und zur Sozialrsform bringe und dadurch auf die politische Entwicklung günstig wirke. Nach dem mtt Beifall aufgenommenen Vortrag wurde eine Diskussion eröffnet, an der u. a. Rentamtmann Schäfer und Faibrirant Ärogmann teilnahursn. Kurz nach 11 Uhr ch-loß der Borsitzenve die BersEmlun^ mit dem Hinweis, )aß es erstrebenswert fei, öfters TiSkusftonHabende zu veranstalten. Wünschenswert sei eS aber auch, daß nicht nur in erster Linie Angehörige der oberen Gesellschaftsklassen, andern auch Arbeiter sich der Gesellschaft für soziale Reform anschlössen, um in Genreinschaft die Wege der sozialen Reform zu gehen. PensiosalWelirt ' - yegr. 1818 - . N- Kia» B. Etont Beushcim a. Bergjiri ^rundlicher Untem^r Zweigen des Haushai,j. Zacken, Einmachen; hack Rovtejponbenj und te auiAnnjchinkleldema^ machen, Musik, Malen, esc :c. Gesunde Lui, und dcl Verpflegung. Ma null Warten. Beste ReieMc.'; Nonspreisjährl.7öOKl,!c.. M M. Prospekte Mi Tarmfm Me-er-RamMetM Vorbereitung zu diiij Primaner- und W gramen, \oroit zum mvttl und ödere räch'- Lehranstalten. Blalle. d-ldung i. Geometer. wertes Blatt. 154. Jahrgang Dienstag SS. März 1vv4 -ie „Gubener §amilienblStter" werden dem 0 Wt'vl S Ml bll A Czl Cz« , Unzsiqer viermal wöchentlich beigelegt. Der VK. 0 JS K MU. 6ÄH ^tzesflscht Landwirf erscheint monaUtch einmal. V- Xr K Bs W * v W v 'v' Lik 'hr. 6» Aus Stadt uni KauL Gießen, 22. März 1904. — S. K. Hoh. der Großherzog tritt Mittwoch abend eine Reise nach Italien an. Ec wird, nach einer anderen Meldung der „Frks. ßtg* anfangs April inkognito m Konstantinopel eintreffen. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dein Direktor der Landes-Hypothekenbank Emil Bastian den Charakter als „RegierungSrat" verliehen, den Regierungsassessor Gustav Balser aus Gränberg zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen, den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Homberg Konrad Fleischhauer zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Reichelsheim, den Gerichtsschreibergehilfen Reinhard Kraft in Ortenberg zum HUfsgerichtsschrelber bei dem Amtsgericht Homberg und den Gerichtsschreibergehllfen Hemrich Alohr in Herbstein zum HUfsgerichtsschrelber bei dem Amtsgericht Alzey ernannt. — Entlassen wurde der Gefangenaufseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach Otto Winkler auf fein Rachsuchen. ** Tagesordnung für o ie Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Tonners- t a g, den 24. März 1904, nachmittags 4 Uhr. 1. Bau- gesucht von Karl Hahn für die Goetaeftraße. 2. Berkaus von Gelände an der Licherstraße. 3. Verkauf von Gelände an der Grünbergerstraße. 4. Verkauf von Gelände an der Wetzfteinstraße. 5. Verkauf von Gelände an der Schottstraße. 6. Verkauf von Gelände an der Weserstraße. 7. Abtretung eines Streifens aus dem Stadtwalde an die Eifen- bahnverwaltung. 8. Ausbau des Mittelwegs zwischen Cred- nerstraße und Wetzlarerweg. 9. Neubau der Universitätsbibliothek; hier: Herstellung der anliegenden Straßen. 10. Verlegung des Klingelbachs. 11. Sielbau; hier: Verlegung des Stadtringgrabens in der Ostantage. 12. Sielbau; hier: Uebertragung von Arbeiten an Jäger u. Rumps. 13. T«ie Feuervisitationen. 14. Die Ausführung des Miittwohn- ungsgesetzes; hier: BeseKung der Stelle eines Wohnungsinspektors. 15. Neubau der höheren und erweiterten Mao- chenschule. 16. Ausführung des Fleischbeschaugesetzes; hier: Anschaffung von Apparaten für's Schlachthaus. 17. Gesuch des Lesehallevereins um Gewährung eines außerordentlichen Zuschusses. 18. Vorläusige Bewilligung eines Kredtts für das Rechnungsjahr 1904. § Ettingshausen, 19. März. Anstelle des kürzlich verstorbenen Gemeinderechners Hahn wurde dessen Sohn Heinrich Hahn als Rechner verpflichtet. — Bei A u s - gr abungen in der Nähe der Kirche wurden mehrere gut erhaltene Schädel gefunden, die noch sämtliche Zähne anfweisen. Die Schädel sollen nach Gießen kommen. Bad-Nauheim, 19. Mär^. Wegen des Karfreitags und der Osterfeiertage wird der Betrieb in den staat- lichen Badehäusern 6 und 7 erst Mittwoch, den 6. April ausgenommen, und von diesem Tage ab kommen alle hiesigen Bäderformen zur Abgabe. L. Friedberg, 21. Alärz. Tas diesjährige Wintersemester der Landwirtschaftlichen Winterschule rourbe in Gegenwart von Regierungsrat v. Stark, als Gr. Regierungskommissar, des Kreisrats Fey, des Präsidenten des landw. Provinzialvereins, Oekonomierat Schlenke und Von Vertretern sonstiger Behörden, sowie in Anwesenheü vieler Angehöriger der Schüler und Freunde der Anstalt geschlossen. 37 Schüler verließen die Oberklasse, welche die stärkste Zahl sett ihrem Bestehen aufwies; beide Klassen zusammen hatten 64 Schüler. Tie Sommerkurse waren von 97 Schülern und Schülerinnen besucht, sodaß 151 Personen die Anstalt frequentierten. Tie Vorführung der Unterrichts- proben und die Vorträge der Schüler sanden allgemeines Interesse. Mit einem ernsten Aiahnwort und Ausblick aus die Zukunft der Schüler schloß der Tirektor der Anstalt Tr. v. Peter das 33. Semester der Winterschule. Am folgenden gemeinsamen Essen in den „Tret Schwestern" beteiligten sich etwa 200 Personen. L. Berstadt, 20. März. Ein schreckliches Unglück geschah im hiesigen Basaltsteinbruch. Durch Loslösung und Zusammenrutsch großer Erd- und Steinmassen wurden zwei Arbeiter verschüttet. Der eine wurde mit gebrochenen Beinen aus dem Schutt hervorgezogen, während der andere, völlig verschüttet und schrecklich zugerichtet, sofort seinen Tod fand. Nur dem Umstand, daß der Zusammenrutsch gleich nach der Frühstückspause stattfand, ist es zu verdanken, daß es der Opfer nicht noch mehr waren. Den beiden Verunglückten wurde ihr Eifer, daß sie die ersten auf der Arbeitsstelle waren, gräßlich belohnt. n. Nid^da, 21. März. Im Saale „Zum Gambrinns" findet nächsten Mtttwoch bei Schluß feier der hiesigen Gewerbeschule statt, womtt gleichwertig eine Ausstellung der von den Schülern selbständig gefertigten Preisaufgaben verbunden itft. Tie Schule war während des abgelaufenen Halbjahres von 37 Schülern besucht, unter denen die Maurer die stärkste Besuchszisfer (17) lieferten. ß. Grebenhain, 20. März. Heute fand hier der Frühjahrsbezirkstag des Hassiaverbandes Herbstein statt. Dabei waren sämtliche Vereine des Bezirkes vertreten. Das Bezirkskriegerfest kommt nach dem Beschlüsse der Vertreteroersammlung nach Stockhausen und wird voraussichtlich im Juli d. I. abgehalten. Als Vertreter des Hassia- präsidiums wohnte der erste Schriftführer desselben, Sanitätsrat Dr. Vogt-Butzbach, den Verhandlungen bei. Er begründete insbesondere in klaren Ausführungen die Notwendig- kett der Erhöhung des Jahresbeitrages der Kriegervereinsmitglieder zur Kasse der Hassia. Seine Darlegungen fanden denn auch die Zustimmung der Versammlung. § Au8demKreiseAlsfeld,20. März. Die Beitragsspenden einzelner Kriegervereine der Bezirke Alsfeld und Homberg a. d. O. zur Errichtung eines Roondenkmals haben den Betrag von über 200 Mark ergeben. Hras Kyode vor Kerrcht. Berlin, 21. März. Eine längere Vorgeschichte hatte ein Beleibigungsprozeß, 3er heute vor der 10. Strafkammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Angeklagt war der frühere Rittmeister Graf Karl v. Rohde aus Freiburg i. B., der beschuldigt war. am 10. November v. I. Generalmajor z. D. v. Koblinski wörtlich und tätlich beleidigt zu haben. Der Angeklagte i|t Rittmeister im 1& Ulanenregiment in Saarburg i. Elsaß gewesen. Dieses wurde in den Jahren 1896—1901 vom damaligen Oberstleutnant v. KvbiurSki kommandisrt. mit diesem veranlaßten Den Angeklagten, vielfach traf ihn zu schimpfen und v. tu glaubte bei Begegnungen mit den Offizieren im Kasino eine gewisse Kälte ihm gegenüber wahrzunehmen, die er auf eine verhetzende Tätigkeit des Angeklagten zurückführen zu müssen glaubte, da ihm gesprächsweise Andeutungen nach dreier Richtung hin gemacht worden waren. Nach, einer Felodienstübung im Jahre 1897 ließ ihn der Oberstleutnant zu sich kommen und sagte ihm: „Herr Rittmeister, Sie schimpfen auf mich und hetzen auf mich!" Der Angeklagte gab zu, auf den Oberstleutnant geschimpft zu haben, bestritt lolber. daß er hetze. Diesen Vorwurf hielt er für eine unberechtigte Verdächtigung und glaubte, alles tun zu müssen, um von diesem Makel reingewaschen zu werden. Es entspann sich daraus eine Reihe dienstlicher Berichte und der Angeklagte schickte u. cl auch den ältesten Rittmeister des Regiments zu dem Oberstleutnant, um zu erfahren, wer ihm diese Mitteilungen geinacht haben sollte. Darauf erhielt er die Antwort, daß er offizielle Gewährsmänner nicht habe, sondern daß es sich nur um Mitteilungen Parlandi raufet handle. Schließlich wandte sicht der Angeklagte an das Ehrengericht, um von diesem gehört zu werden. Nach seiner Angabe ist er aber statt dessen mit einer ehrengerichtlichen Anklage bedacht worden. Er nahm 1898 seinen Abschied und behielt das Recht, die Uniform zu tragen. Dies Recht ist ihm, nachdem er inzwischen noch beleidigende Briefe an den Oberstleutnant geschrieben, 1900 vom Ehrengericht abgesprochen worden, gleichzeitigmitdemRecht,sich Ritt meist er 5 u nennen, v. K. ist völlig gerechtfertigt aus dem ehrengerichtlichen Verfahren hervorgegangen. Bei dem Angeklagten setzte sich wie eine Art fixer Idee der Gedanke fest, daß dec Oberstleutnant zu feinen Ungunsten wissentlich unwahre Erklärungen abgegeben habe. Als v. K. als General- ntajor nach Glogau versetzt wurde,, schickte er ihm einen Brief, der von Beleidigungen sttotzre und den Adressaten aufforderte, die Sache mit ihm binnen 48 Stunden in Heidelberg ober Saarburg zum Aus trage zu bringen. Er übergab die Sache einem Ehrenrat. Dieser entschied, daß dem Schreiben keine Folge zu geben sei, und auch der Kaiser, dem die Angelegenheit vorgelegt wurde, bestimmte, daß weitere Angriffe des Angeklagten unberücksichtigt zu bleiben haben. Nun reiste Graf R. am 9. November nach Berlin und als er den Generalmajor a. D. v. K. an der Ecke der Altonaerstraße unb Brückenallee traf, trat er auf ihn zu, warf ihm seinen Hanbschuh nach dem Kopf unb rief ihm zu: „O, da ist ec ja! Ich werde ihn lügen lehren. Er gehört auf die Polizei, ich werde ihn in die Zeitung bringen!" Der Gerichtshof erkannte auf 1500 M ar k Ge ld ftr a f e. Das Gericht hielt dem Angeklagten zu gute, daß er nicht eins gemeiner Gesinnung gehandelt, sondern den veranckvortlichen Schritt aus gekränktem Ehr- unb Rechtsgefühl unternommen habe. Anderseits handle es sich um einen schweren Angriff auf einen Herrn in hoch»- angesehener Stelle, gegen den nichts vorlag._____________ vermischtes. * Köln, 21. März. Als heute nachmittag einige Lehrlinge in einer Gießerei in Ehrenfelb eine schadhafte Gasleitung mit einem Lichte ableuchteten, entzündeten sich entwichene Gase. Durch die starke Explosion wurden zwei Personen schwer, mehrere leicht verletzt. • Stettin, 21. März. Heute verwundete in einem hiesigen Hotel der vom 2. Artillerie - Regiment nach Stettin kommandierte Zahlmeister-Aspirant Schreidecke seine Braut durch einen Schuß in lebensgefährlicher Weise und tötete sich dann selbst. * Chemnitz, 20. März. In der hiesigen Bevölkerung steht eine lebhafte Diskussion bevor in der Angelegenheit der Errichtung eines König Albertmuseums und eines neuen Theaters. Nachdem es nicht möglich gewesen war, den: von Oberbürgermeister Dr. Beck ausgehenden Projekte, dieses Museum, bas in der Mehrzahl der Bevölkerung durchaus nicht für dringend notwendig erachtet wird, und gleichzeitig den Neubau des Stadttheaters, den man allgemein als ein unabweisbares Bedürfnis bezeichnet, zu errichten, die Sympathie der Mehrheit des Stodtverord- netenkollegiums zu sichern, hat unser Stadtoberhaupt neuerdings geglaubt, den vielfach geäußerten Bedeuten und Besorgnissen entgegentreten zu sollen durch eine abermalige Vorlage an die Stadtverordneten, die Erbauung eines etwa 1300 Sitzplätze umfassenden Stadttheaters zwar ins Auge zu fassen, zuerst aber noch hierzu den Erfolg eines Aufrufes an die Einwohnerschaft zur Betätigung ihres Interesses an der alsbaldigen Erbauung (sonach jedenfalls einer Sammln n g für den Theaterbau) abzuwarten. * Dublin, 21. März. Neber den gestrigen Zusammenstoß der deutschen Bark ,3)lona“ mit der englischen Bark „Lady Cairns" werben noch folgende Einzelheiten ge- meldet: Die beiden Schiffe rannten mit großer Gewalt aufeinander. Die Seitenwände der englischen Bark wurden aufgerissen, als wenn sie von Papier wären. Das Schiff kenterte und verschwand im Wasser. Die „Mona" wurde schwer beschädigt. Die Boote dec „Mona" wurden klar gemacht, konnten aber nicht herabgelassen werden, da die .Mona" vor dem Winde trieb. Der Zusammenstoß ereignete sich bei sehr trübem Wetter. Mit der „Lady CairnS" sind 22 Personen untergegangen. • Paris, 21. März. Aus Agen wird gemeldet: Ein verstorbenes Original hinterließ dem Präsidenten Krüger sein gesamtes Vermögen. Unter dem Nachlaß fand man einen Brief Krügers, worin er dem Verstorbenen seinen Dank ausspricht für Ueberroeifung von 1000 Franks für die Buren. — Die Polizei nahm gestern abend im Atelier des englischen Malers Bulton Haussuchung vor, bei welcher 19 Personen verhaftet wurden, welche skandalöse Orgien gefeiert haben. Die Angelegenheit ruft großes Aufsehen hervor. * Johannesburg, 21. März. In dem von Indiern bewohnten Viertel hier sind dreißig Todesfälle durch Pest vorgekommen, dicht von der Pest Befallene befinden sich im Lazarett, zwei Verdächtige sind unter Beobachtung. Es sind nur Asiaten von der Pest befallen. Die Polizei sperrte das Viertel ab. * Ein heller Junge. Von einem Schüler, der seinen Lehrer belehren will, wirb aus einem Dorfe in der Lüneburger Heibe geschrieben: Vor einigen Jahren erschien bort ber Schulinspettoc. Der Lehrer gab gerabe Unterricht im Rechnen. Der Schulinspektor horte eine zettlang ben Fragen unb Antworten zu, nahm sobann ein Stück Kreide unb fragte einen kleinen, flachshaarigen Burschen, ob er ihm lob, 1 eine zweistellige Zahl nennen könne. Der Junge nanuid die Zahl 86, der Schuttnspettor schrieb 68 an die Tafel. — „So, nun nenne mir noch eine zweistellige Zahl." Prompt antwortet der Junge 37, unb ber Schulinspektor schrieb .3. „Weißt Du noch eine solche?" — „Jawohl", am;.v 1 grinsens der kleine Bauernbengel, „441' unD, inbem der Sehr, linkst et kor sich ber Tafel zuneigte, rief ber Flachs- ko Pf : „Sv, Du olle Tdsropp, nu schriew bat ok noch falsch!" Arbeiterbewegung. Mainz, 21. März. Es steht abermals ein Aus st and in Aussicht und zwar der Tünchergehilfen Sie verlangen ein! Lohnerhöhung, die ihnen bis jetzt von ben Arbeitgebern nicht as wahrt worden ist. Frankfurt, 21. März. .Wie stellen sich die Frankfurts B ä ck e r g e h i l f e n zu den herrschenden Lohnbewegungen und Streiks?" So tautet die Tagesordnung einer .großen Massen- Versammlung" der Bäckergehilfen, die aus Mittwoch embetufen ift" In dem hierzu emladenden Flugblatt mit der Ueberschritt „Streif in Sicht" heißt es: „Unsere Kollegen in München, Berlin, ftiei Lübeck usw. stehen im Lamps mit Den Jnnungsmeistern wegen Abschaffung des Sioft- und Logiswesens, Verkürzung der Arbeitszeit usw. 9tnn gilt es, in diesem heißen Mampf nicht gleichgNtlq bei- feite zu stehen, sondern mitzuhelsen an dem großen Befreiung kamps der Bäckergehilsen Deutschlands. Auch in Frankfurt, uni Umgebung lassen die Lohn- und Arbeitsverhältmsie viel zu wünschen übrig. Unsere letzte Statistik hat leider ergeben, daß in einer großen Anzahl von Bäckereien der Tarif nicht eingehalten wirt Hiergegen müssen wir unbedingt mit aller Energie ankampfen.' Kiel, 21. März. Tie Schuh machergesellen prökla. mierten den Ausstand wegen verweigerter Lohnerhöhung und «Lin- schränkung der Heimarbeit. Beteiligt sind 300 Gesellen. Tas Bäckergewerbe droht ebenfalls mit dem Ausstand. Ki-richtsjaal. A a ch e n, 21. März. In dem AltenbenbergerSpiei- bankprozesse wurde heute das Urteil verkündet. Tie Awie- klagten Bara, Bayly und de Witte erhielten Geldstrafen von 100 Frs. Der Wirt Bergerhoff wurde zu 50 Frs. Geldstrafe verurteilt. Der Advokat Bogaert wurde sreigejprochen, weil er feit Der eigentlichen Gründung der Gesellschaft nicht mehr ihr Mitglied war. Aus der Begründung geht hervor, daß gegen die Drei erüen Angeklagten wegen Vergehens gegen das Veremsgesetz vorzugehen wäre, weil die Gesellschaft, sobald die Mitgliederzahl 20 überschnitten war, der Genehmigung der Regierung beburfte. Meißen, 21. März. Die Geheimpläne zur Besei. tigung des bestehendenReichstagwahlrechts wurde heute gelegentlich einer Beleidigungsklage gegen den Redakteur Riem von Der „Sächs. Arbeüerztg." vor dem Amtsgericht Meisten erörtert. Nach der beeineten Aussage des durch jene Pläne bekannt gewordenen Dr. Giesebrecht, geben jene Geheunplane dahm, Die Wahlgleichheit durch das Pluralwahlsystem zu ersetzen, adge- stuft durch Bildung, Lebensalter nud wirtschaftliche Selbitandigkeu. Im Auftrage jener Kreise suchte Dr. Giesebrecht nainenllich die GroßinDustriellen für die Geheimpläne durch streng vertrauliche Zirkulare zu gewinnen. In Sachsen gab nur die Nähmaschinen- firma Biesold und Locke in Meißen eine Geldunterstützung. Wegen Beleidigung der Inhaber der Firma bei Besprechung der Geheim- pläne, wurde Redakteur Riem heute vom Amtsgericht zu Wit. 600 Geldstrafe verurteilt. — .Vorbestrafte Redakteure." In einer Privat- beleidigungssache des früheren Oberbürgermeisters Hegelineier von Heilbronn gegen den Redakteur der Heilbronner Ztg. tat Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Schuster-Heilbronn, eine Aeußenuig, die auch für weitere Kreise von Bedeutung ist. Bezüglich Der Berufs st rasen der Redakteure äußerte der genannte Richter, daß diese als Vorstrafen für das Gericht fast gar n ich t in Betracht kommen l -Zailöel uni) Verkehr. VolkLwirlschasi. Frankfurt a. M., 21. März. Die heutige Generalversammlung der D e u t s ch e n E f f e k t e n - u n d W e ch s e l b a n k war von 17 Aktionären, die 9269 Aktien mit 92ö Stimmen vertraten, besucht. Die Vorlagen wurden genehmigt, Decharge erteilt und dir Dividende mit 4'/, pEt. gleich 18.50 Mk. festgesetzt, welch« sofort zur Auszahlung gelangt. Ter Vorsitzende Rudolph Andieae gedachte in dankbaren Worten des Herrn Anton L. A. pahi^ Begründer der Bank und langjährigen Präsidenten, der mit Kittsicht auf sein hohes Alter und seinen GesundheUszustanD aus btm AufsichtSrat ausgeschieden ist und gab dem Wuiische AueDiuch öav er sich noch lange der wohlverdienten Ruhe erfreuen möge, sowie der Hoffnung, daß Hahn auch weiterhin ferne Erfahrungen und seinen Rat der Bank zur Verfüaurg stellen werde. Berlin, 21. Mär». Zu Begründung einer Hauplstell» der deutschen Arbeitgeberverbände berief dec Zentralverband deutscher Industrieller feinen Ausschuß zum 11. April und eine Delegiertcnversammlung zum 12. April naa) Berlin. Konstantinopel, 21.März. Die Einnahmen der türkischen Tabak regiegesellschaft betrugen tm Februar 17 600 MA gegen 17 500 000 Ps. in der gleichen Periode des Voijahres. Rheinische Hypothekenbank Mannheim. In der Äeiieial- oerfaminlnng am 21. d. Alts, wurde dein Vorschläge Der Tireluca und des Aufsichtsrates entsprechend die Dividende für das Gescha'is- fahr 1903 auf 9 Proz. festgesetzt. Demgemäß gelangt der Dividende- schein Nr. 11 der Aktien ä Aik. 600.— mit All. 54.- und der Aktien ä Lik. 1200.— mit Alk. 108.—, sowie der Aktien i M 1200.— von 9lr. 27635/36 dis Nr. 29999,30000 mit Alk. 45 - zur Einlösung. Markte. Gießen, 19. März. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmaw kosteten: Butter pr. Pfd. 0,90—1.00 Alk., Hühnereier 1 St. 6—7 W 2 ötef. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg-, pr.Stck.6—8 Pf., Läsematte 3 Stck. 5—6 Psg. Erbsen pr.Liter 81 Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Alt., Hühner pv.oL 1,80—1,40 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Alk., Einen pr. stuu 1,70—2,20 Alk., Gänse pr. Pfd. 00—70 Psg., Ochsenfleisch pr. W* 68—78 Pfg., ttuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Lchwemk- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 62—74 Psg., Hammelfleisch pr.Plw'- 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Alk., We ißkraui per Stück 9—12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 9J1L, Zwiebeln pr. Zeniner 7,00—10,00 Alt., Alilch per Liter 18 Psg., Aepsel per Zentner w bis 25 9JIL, in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 35-40 Pig^ K 6 L Gingesaiiöl. (Mr Form und Jnhmr auei uiuec oicier Aubril stchendw Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenuv keinerlei Verantwortung.) Seit kurzem sind von militärischer Seite am Rande deS Philosophenwaldes in halber Baumeshöhe g Zielscherben angebracht worden. Dadurch wird Der scy Waldsaum sehr verunziert. Dazu kommt, daß g^gEN • Scheiben auch Zielübungen unter Anwendung D0U 95 Patronen abgehalten werden; so z. B. am Montag, ben Alts., von 4 bis 5 Uhr. Es ist für Spaziergänger, flutn , Damen, die sich auf dem am Waldraird entlang fuhreiibei ergehen, kein angenehmes Gefühl, diesem „Feuer" ausg Ifl sein. Mag für die Benutzer dieses Weges auch eine e * düng wegen der größeren Entfernung der Schützen ausgei । ( fein, so durfte eine solche für die Passanten des nach oe führenden Weges bestchen. Der Standort der, schtevmokn teilung von diesem Wege dürste weniger als 100 Jtteter haben. Auf diese Entfernung aber kann durch die Hotzpi der Platzpatronen eine Gefährdung emtreten. Kazi! — Ist das ein Iiruijlingslüfterl! Einen Katarrh hab ich — na, der kann stch fehen o Geschwitzt hab ich bereits — Pferdekur, jo '* ’^ie mir und für’« Taler Bonbons verbraucht. Zetzt ge mal eine Schachtel Sodener Mineralpastillen - ° _ ächten von Fay. Die sollen ja 51$un3,CC n,'m.b Dobei no» Tun sie auch, sagt der Provisor, und sie sm w ü v & v'® « B Ö :S ® .L . (9 e 70 O o CD ® fflt U ■*» ß *5 - d h« ~ 1-0 s «n E <51 s 3 VD E c ** c es E O s x> E 07 X> E XI >43 O tfO CS c -g N 0> XI ® g ~ E JQ «® C E £5 E E E E X 3 E *-* o> Z e o ___ a> E>b E Q E K E E E ■— E E -D '»iSß " = oO 0,4 ö L E -~ -- 2 *e 6^ -3 o> «ft Jj, >b >b **-_^ -p CD iq .9» 3 q. 3- nOu- «ft ~ E • £= • E x> "2 £ o -E 2i E x> D © S x ~Q ® sQ E - S c 2 *° 5_, <2 2 ’j; jo CX5 (O O «ft — E x 33 w *5 3 52 3 = 64 ° Q O c^jO c D x: o JD «ft £ e.EC IZL -— c_> 2 co 5^2 o D © C5 <3 5 -h w E E S ^^5 ® « o £ E E o 3 ^r" Boe 3 «2 . x; d -§-^2 N-LZ 6# 3# X> M A E £. s O C".^ e ä fil « w *O 5v LÖ 5 _ a a <2 -o E - 2 5 «-> t CI o _E_ = =■ E^« OX 3 ö X) X.— r o x»-w- — «ft E CI e 501 = S o Q i .O E k ti> -UD -X ,** 03 «ft 3 w - ,w m m GE. fjjs B rH g^_ V "PO o Ä I" E g 5 * 9 , «r> L — c, O e C er <® -3 e-N Ql E g E tu iXQ s " «ft t® N x «ft c-> s-> L S «ft -3 e^ 'S o <51 _ «ft E l» 07. E Q l— M - 2 = g« 'S “ c <51X1 .2 cd e • E Q E o -S 07 E E O 70 L e c , x> 1 o s • S- « N 17 «XE .2 » T o CS G £ ^o^.EGLe N H «ft E 3 © CD E ,o> 3 _Q ZZ § E e 3 E Je E ®* L-.M o Q E i «ft ft x o, X «ft «ft ® Z CD 2: ►S' E 2 E E Q XI E 07 CI E Lo «n E P nC" un. o e Oft" <51 E E o L .Et X> N 07 E E 2 E -c •— «ft* 64-2 XI ♦«£.«» ° -=•£ 2 s5 « R _ . E <3 *ö E S S o XI P «ft ‘t'i-0 o X5> •C' ■8£?-5 7-,>c'S5 — e = o Ä 5 at X) d E 22 2758 ermann Katz Mäusburg 5. Mäusburg 5. 'i Bersichernngsstand ca. 46 Tausend Polizen. «g^mc "‘ '■■'• . -' ' ' ' '■' ' ' .........:' ■ . " . .. • Allgemeine Renten-Anstalt Hegründel 1833. zu Stuttgart Zteorgauiftert 1855. oleöens- und RentenvMhere Auskunft erteilt Der Rektor der höheren Bürgerschule: 'äi7 Bernlus. Neue BerficherungSbediugungen vom 1. Januar 1904 Aeutzerst ltverake Z3eiiimmuugeu in Kezag aufFtuanfechtvarkeit und ztnvcrfaü'OaiÜeU tut /eöensvcrsichrruugspoltceu. ■ AuerLanut liillig» Serechuete F'rämteu bei frühem ■■ Atvldendenvejng. 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