Freitag ÄA. Aarrnar 1904 1S4. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 18 Are Heutige Mrmmcr umfaßt 12 Seiten. 3um Iuffland in Deutsch-Südwestafrika. a die Beschämung, daß sie in der Dlllleilung der Begebenheiten weit Vorauseick. Wie von privater Seite aus Kiel gemeldet wird, ist der Major v. Glasenapp wegen Untauglichkeit zum Tropendienst vom Kommando des mobilen See- Bataillons ent'bunden. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. , t, Wie der „Kons." erfährt, ist am Samstag, als dre bedrohlichen Nachrichten aus Teutsch-Südwestafrika eintrafen, der Generaldirektor Ball in telegraphisch von Hamburg nach Berlin berufen worden und ist sogleich mit Extrazug ab gereist. Am Dienstag wurde Dallin abermals nach Berlin berufen. In beiden Fällen handelte es sich um die Teilnahme cm Konferenzen wegen Organisation der Truppentransporte. Sitzung des Frovmzial-Ausschuffes. (Schluß.) In Sachen Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Vockenrod; hier: dre Kosten des BeanstandLngsver- fahrens, verhandelte man als 3. Punkt der Tagesordnung. Bei der am 31. Mai 1902 vorgenommeneu Bürgermeisterwahl für die Gemeinde Vockenrod erhielten von 44 abgegebenen giltigen Stimmen Ferdinand Kreuter und Heinriche Josef Stork je 22 Stimmen. , Der zum Wahtkommisfär ernannte Großh. Betgeordnete Schlitt ließ hieraus das Los entscheiden. Die Entscheidung fiel zu Gunsten des H. I. Stork aus, woraufhin in der Gemeinde bekannt gemacht wurde, daß Stork gewählt sei, und Reklamationen gegen die Wahl bis zum 4. Juni einschließlich vorzubringen seien. Innerhalb dieser Frist wurde seitens einer Anzahl Ortsbürger Einwendung gegen die Wahl erhoben. Von dem Großh. Kreisamt Alsfeld wurden dre Akten hierauf dem Kreisausschusse vorgelcgt. Aus der Entscheidung des letzteren ist zu schließen, daß von Großh. Kreisamt beabsichtigt war, die Giltigkeit der Wahl von Amtswegen zu beanstanden. „ c Das Urteil des Kreisausschusses gab der amtlichen Beanstandung statt, ohne auf den Inhalt der Reklamation näher einzugehen. In der Begründung wird angegeben, daß die Wahl ungiltig sei, weil die zwingende gesetzliche Vorschrift des Art. 32 der Landgemeindeordnung verletzt worden sei. Denn es hätte nach diesem Art. 32 Abs. 2, nachdem bei der ersten Wahl eine absolute Majorität nrcht erzielt worden wär, eine zweite engere Wahl stattsinden I Für die Entscheidung kamen in Betracht die Art. 32, 31 und 23 Abs. 5 der Landgemeindeordnung. Nach Art. 32 soll eine zwecke Wahl uattfinden, wenn bei der ersten Wahl eine absolute Majorität nicht erreicht müssen. Gegen diese Entscheidung wurde feckens des Rechtsanwalts Rosenberg, als Vertreter des H. I. Stork, fristgerecht Rekurs an den Provinzialausschuß verfolgt und beantragt, der Provinzialausschuß wolle unter Au>Hebung der Entscheidung des Meisausschusses die am 31. Mai 1902 vorgeuommene Wahl des Heinrich Joses Swrk zum Bürgermeister der Gemeinde Bockenrod für ailtig erklären. Zur Begründung seines Antrages brachte der Antragsteller vor, der Art. 32 Abs. 2 setze zu seiner Anwendbar- leck voraus, daß mehr als zwei Kandioaten vorhanden seren. Bei der vorliegenden Wahl seien überhaupt nur auf zwei Kandidaten Stimmen entfallen, und wäre es unpraktisch, hier im Falle der Stimmengleichheit erst noch eine zweite Wahl anzuberaiimeu, anstatt gleich nach Art. 23 Abs. 5, der nach Art. 31 auch auf die Bürgernreifterwahl Anwendung finde, das Los entscheiden zu chssen. Der Provinzialausschuh schloß sich diesen Gründen un Gießener Stadttheater. Theodora. Schauspiel in 4 Akten von Johan Bojer. (Buchausgabe: Deutsche Perlagsanstalt in Stuttgart.) Seit Ibsen unö Björnson, den heute noch lebenden rübretideii (Leistern der norwegischen Poesie, übt drese ernen starken Einfluß auf die W-elttiterarur aus. Doch die nordische Literatur ist trotzdem .Hei matsliteratur geblieben, eine Literatur, die ihre eigenen Menschen schildert, ihre eigenen Gedanlen und Gefühle und Stimmungen. Der nordischen Literatur bleibt stets etwas eigen, was sie von der o^r ganzen anderen Welt unterscheidet. Dort oben un Lande der Mitternackstsfonne denkt man anders, fühlt man anders, ist man an.ders gesccknmt als bei uns in deutschen ^ändert oder in Frankreich oder in Italien. ....... Die Lin demannsche ^heaterges e l l schaff, die uils int vorigen Jahre des Italieners d'Annunzw schwüle Tragödie „Tie tote Stadt"', vor zwet Jahren in ljuei meip.erhaften Vorstellungen Ibsens „Hedda und „RoAmersholm" bescherte, machte uns gestern mck dem Erst- lingswerte des jüngsten dramatischen Dichters Norweg^is, mck „Theodor a" von Johan Bojer, bekannt, äxxö bittere Geschick ihrer Mutter und ihrer ebenso un- Eich verheirateten Schwester machte sie zu ^neni n Eiaenmenschen. Und sie verlangt von sich Höchstes, ztveite Sonja Kowalewska, studierte sie, mit außerordentlichen Berstandesgaben bedacht, Mathemattt und tst nun die reiüiiic Hoffnung der Universität der Landeshauptstadt Nicht sowohl Ehrgeiz, als vielmehr heiße Liebe zu Mer Wissenschaft, die sie als ihr sj^radies, als ihre Religion auffaßt, läßt sie all die mannigfachen ^chwterig- k3ten überwinden, die sich, ihr cki den Weg stellen, und ^ie ist dran! und dran, sich „eine felbständtgo Seele auf- LcLen" der nichts zur vollen Freiheit und R docken Glücke fehlt. Aber ihr Kopf und un: Herz sino >"nd- jiche Gerichtshöfe", die sie „hin und her zerren * Auch das Weib iv in ihr lebendig. Ihre Sehnsucht getst dahin, ^ut e Kin; U N keinen Preis Gattin, nur Mutter, - wie das MJa ‘. bereit Weibes Traum vor ihr schon war. ^te bünktsichzu sehr als durchaus sMstand^as SndwwllUM, a.K daß sie einem Manne sich zu eigen geben, in der Liebe zu ihm und gar in den Reinlichen Hausstandssorgen ausgehen tonnte. Daß gerade Muttersorgen unendlich viel Kleui- liches mck sich bringen, ahnt das unscyu.dsvolle Fräulein Theodora nicht. So macht sie Jörgen Grundt zum Vater ihres illegitimen Kindes, Jörgen, mck dem sie als Kurdin ihrem Krähwinkel Schlittschuhe lief und dem sie immer einige Schritte vorausrannte, Schritte, die er auch später im Leben nickst eingeholt hat. Er ist aber dvch ein hoffnungsvoller Arzt, Begründer und Leiter eines viel gerühmten >sana- toriums "für Trinker geworden. Obwohl Jörgen in hin- gebender Liebe zu ckst um sie wirbt, so heißt sie ihn doch zu seinen Patienten weck oben in den Bergen zuruckkehren. In einer Ehe müßten, nrie sie meint, ihre eigenen Lebens- instirckte ersticken. Sie fürchtet innerhalb einer Familie, m der man bisher die Wurzeln aller Kraft des Menschengeschlechtes zu erblicken pflegte, sowohl für das Ku.d ihres Sckotze^ als für das ihres Geistes, die große mathematisck-e Arbeit die sie schreibt. Daß dabei der Dämon in iyt die Lebens- mstintte des Vaters ihres Kindes wie auch die ihres eigenen Vaters vernichtet, eines tüchtigen Beamten, der immer ängstlich bedackst gewesen ist auf den unbefleckten Ruf seines Namens und der sich sein Leben lang vergeblich um die Liebe eines Wesens bemüht hat, das vermag sie nutzem Mute eines starrsinnigen Elfarakters zu ertragen. Toch was jeder Halbwegs Vernünftige ihr hätte vorai.Asagen können, das kommt der grundgesck-ecken Mathematikerin nicht in den Sinn: die fchwere Doppellast, die sw sich aufbürdete, die Pflege ihres Kindes, das )ie selber nährt, v.nd die große wiisensüm-fstche Abdankung 8^plittern sie, macken beide marode, ja sogar mehr als dem Dichter selber bewußt geworden zu sein scheint. Das arme Kind liegt nämlich noch als einjährig Unfreiwilliger m der Wiege und wird noch von Mama gestillt, was allen sonstigen Mutterersahrungen bekanntlich zuwiderläust. Die Szene, in der man diese Wunderdinge erfährt, war freilich von der Regie klüglich gesumsten worden. . Vom Ende des 2. Aktes ab kann inan Bock's ^,iama überhaupt nicht mehr ganz ernst nehmen. Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist eben nur ein kurzer Lckfritt. gönnte man bisher mck einem Weibe wie Theodora iallfuhlen, fo hat das mm ein Ende: sie, die der Dichter uns fo sympathisch, so meuschlicb als möglich zu schildern sich 6e- stckchr indem er das Recht der F-rau mif sich felbst, auf Man schreibt uns aus Berlin, 21. Januar: Tie Nachrichten über den Aufstand in Teutsch-Südwest- aftika sind in üirlid; von Inter es fe für die gesamte Oesfent- lichkeit. Tie „Boss- lenkt mit Recht die Aufmerksamkeit darauih'.n, daß eine einzelne Zeitung, die „Köln. Ztg.", entweder durch das Auswärtige Amr oder dessen Lolonialabteilung in den Stand gesetzt worden sei, wichtige Mitteilungen, wie z. B. von dem Eintreffen des „Habicht" in Karidck, früher zu veröffemtichen, als dies dem übrigen Teil, bev P.nsft möglich war. Tie deutsche Prbsse und ihre Leser dürften verlangen, daß sie, wo es ^ich um das Geschick vieler Hunderte Don deutschen Ansiedlern und von Angehörigen der deutschen Schutztruppe handelt, alle gleichzeitig über den Verlaus der Ereignisse unterrichtet werden. Tie „Voss. Ztg." hätte bei dieser Gelegenheit lioch hinzufügen können, daß auch sonst die offiziöse Berichterstattung zu wünschen läjjt. Ein Berliner Blatt war gestern, Mittwoch, abend in oer Lage, durch Privat- telegran.im den Wortlaut der Ansprache des Prinzen Heinrich in Kiel an die nach Südwestasrika gehenden Marinemann- fchasten gii bt-ingen. Heute erst enthält die „Nordd. Allg. Ztg." diesen Wortlaut, und auch nicht als eigenen Bericht, sondern auf Grund von „Blüttermeldungen". Außerordentlich genau und rasch pflegen die Schilderungen des offiziösen Tr.rhtes zu sein, sobald irgendwo eine Veranstaltung mehr höfischen Charakters stattgefunden hat. In solchen Fällen aber, bei Ereignissen, an denen die gesamte Oefseutlichteit Interesse nimmt, wo kleine, geschickt abgefaßte Stimmungsbilder, statt mancher steifen, nur das rein Tatsächliche berücksichtigenden Tepesche am Platze wäre, pcrsagt der offiziöse Apparat. Ohne die anschauliaien Berichte der Privatkorrespondenten würde man sich kein Bild machen können von der Situation vor der Ausreise des Expeditionskorps. Jedensalls aber muß gefordert werden, daß fortan die aus Südwestaftika an «Mcklicher Stelle eintrefsenden Meldungen unverzüglich der gesamten Presse, ohne irgend welche Bevorzugung, zugänglich gemacht werden. Hierfür kann nur die Vermittlung des Wolfsscheu Bureaus in Betracht kommen. Mitteilungen im ,Mvtchsanz." oder in der „Nordd. Allg. >Ztg." müssen erst weckergegeben werden, und das bringt ftir die außerhalb Verlms erscheinenden Zeitungen eine Verzögerung von einem Tag und mehr mck sich. An Privat- meldungen liegt heute abend eine bemerkenswerte des ^ok.°Anz." vor. Danach ist bei dem in Berlin wohnenden Major a. T. Francois ein Telegramm eingefroren, daß es den Familiei'.mitgliedern Francois gelungen ist, ebenso wie voraus sichtlich, den meisten Farmeru, Windhuk noch recht- zeckig zu erreichen. Auch dies Telegramm, von dem doch wohl auzunehmen ist, daß es der Empfänger alsbald dem Auswäriigen Amt zugestellt hat, wird also zuerst von einer einzelnen Zeitung bekanntgegebeu, und nicht alsbald zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Wie man sich erinnern wird, war es mit der Nachrichtenübermittlung während der Wirren in China ähnlich unbeftiedigend bestellt. Tie vom Flockenverein mck bedeutenden Kosten ins Leben gerufene „Nachrichten-Expedition" hüllte sich in ein höchst programmwidriges langes Schweigen, und ohne die vorzüglich organisierte, obschon häufig tendenziöse englische Berimierstattung häcke man so gut wie nichts von den Vorgängen erfahren. Wck stehen fetzt am Anfang der Ereignisse, soweit Dcutsch--Süoivesiasrika m Betracht kommt. Hoffentlich bereitet die englifche Presse diesmal nicht wieder I wesentlichen em. das durch nichts zu behindernde Ausleben chrer ganzen Persöickichteck mck guten Gründen zu rechtfertigen unter- uohui, gewinnt es über sich^ nicht nur den ihr bckndlmgs geyorsamen Vater ihres Kindes, sondern auch ihren inzwischen erblckideten greisen Vater, der ganz allein in der Welt dasteht, au, die Straße zu stoßen — um ihrer Marotte willen, wie sie meint zum Besten ihres 5cktides und ihrer Wissenschaft. Ihre Selbsttreue muß liegen, mag's Siegen oder brechen! Das geht aber nicht nur den Zuschauern, die empört sind über diese ganz unnötige Zufpitzung des Konfliktes durch den Fusstritt auf die iindliche Pietät, fondern auch ihrem Kinde über den Spaß; das Leben bei einer solchen Äiutter gefüllt ihm nichi und die ooie Hexe MiNhe- matil erbarmt fich seiner und — frißt es auf. Ter Dichter sagt: Wissenschaft und Mutterschaft vereint zerfrören der Frauen Geist und Leib, machen beide unfähig; das Kind mußte zu Grunde gehen, weil der Körper der '.'Kutter siech wurde unter der geistigen Anstrengung, und die Garheit des Geistes leidet unter den niedrigen Mutterpilichten und Atuttersorgen. Ter Tod des Kindes aber macht die Mutter mürbe. Sie erlebt „das Sckstimmste auf Erden, die Selbstenttäuschung". Sie, die Superkluge u. d doch )o Lebensunkluge, beginnt — sehr spät — einzusehen, das; d.e Physiologisch bestimmten Grenzen der West'natur zu d..ra)örechen ein Ting der Unmöglichkeit ist ui.d bleiben wird, und ift, an der Totenbahre aller ihrer hochfstegenden plane stehend, draus und dran, sich fortan „gonz und gar weiblichen Pflichten zu opfern" (!) und ihren treuen Jörgen als Gattin glücckich zu machen. In Erinnerung au Jb,ens mißverstandene Hedda läßt sie der dichter ihr wertvolles Manuskript, ihre soeben von der mathematischen Fakultät hochgepricsene Arbeit, in den Ofen stecken. Ta aber sicht sie plötzlich aufs neue ihrer armen, einst so hofsiiungsttchnen Nienjchliasteck gau^r Jammer an, und sie eilt von der Seite ihres guu« Jörgen, der um ihretwillen «is einem Säufcrarzte zum Säufer geworden ist, nicht um, wie Ibsens "Nora, ein neues freies Leben zu beginnen, sondern um enttäuscht und gebrochen auf das Leben Verzicht zu leisten. Sie, die vermeintlichi so Starke, fühit sich nickst einmal mehr stark genug, um der Lisbe eines anderen willen ihr Leben zu Ende zu leben. c Mit Bojers Theodora geht es uns wie mck Swfci worden ist. Nach Art. 23 Abs. 5 entscheidet das Los im Falle der Stimmengleichheck, und dieser Art. 23 sock nach Art. 31 auf die Bürgermeisterwahl Anwendung finden. Alle diese Bestimmungen sind, wie das Provinzialausschußurteck ausführt, un Zu|ammenhang zu betrachten. Woltte man der Ansicht des Kreisausschu.s.s betreten, so hätte die Vorschrift des Art. 23 Abs. 5 keinen Zloech Da in jedem Falle von Stimmengl '.£ die absolute Majorität fehlt. Indem das Gesetz jcooch Art. 23 ohne Ausnahme, mckhin auch den Absatz ö dieses Artikels, für anwendbar erklärt, müsse es von der Ansicht ausgegangeu ein, daß die Vorschrift des Art. 23 Abs. 5 auch zur Äu- veudung kommen solle. Ties könne aber nur geschehen^ wenn man davon ausgehe, der Art. 32 habe den Fall der Stimmengleichl-eit bei npr zwei Kandidaten nicht im Auge, sondern nur den Fall, daß mehr als zwei Kandidaten vorhanden sind und von diesen zwei die gleiche Stimmenzahl erhalten haben. Diese Auslegung, welche mit dem Wortlaut des Art. 32 nicht im Widerspruch stehe, sei die einzige, welche fich mck Art. 31 vertrage. ES müsse hiernach angenommen werben, daß bei Vorhandensein von nur zwei Kandidaten im Falle der Stimmen gleichheck das Los entscheide und keine zwecke Wahl stakksinde. Tas Urteil des Provinzialausschusses lautet daher: Dem Rekurs des Vercketers des Heinrich Josef Stork zu Vockenrod gegen die Entscheidung des KreisausschusseH oes Kreises Alsfeld vom 27. Juni 1902 wird statigegeöen und die angefochtene Entscheidung aufgehoben. Tie Sache wckd zur Verhandlung und Entscheidung über die gegen die Wahl erhobene Reklamation an den Kreisausschuß des Kreises Alsfeld zurückverwiesen unter Aussetzung der Ditscheidung über die Kosten. Diese Entscheidung war endglltig. Alsdann verfolgte der Anwalt Der Ortsbürger von Vockenrod, welche gegen die daselbst am 31. Mai 1902 statt- gesundene Bürgermeisterwahl Reklamation erhoben hatten, namens derselben gegen das Urteil des Kre.s.tusschusses Des Kreises Alsfeld vom 15. Mai 1903, durch welchs diese Reklamatton als unbegründet zurückgewiesen worden war, Rekurs an den Provinzialausschuß. Jedoch wurde das Urteil des Kreisausschusfes nur insoweit angefochten, als dasselbe den Reklamanten die Reisekosten des Anwalts deS zum Bürgermeister gewählten H. Josef Stork zur Last setze. Ter Rekurs wurde damck begründet, daß die Zuziehung eines auswärtigen Anwalls zur ziveckent^pcechnden RechtS- verteidigung nicht notwendig gewesen sei, daß Stork sich des Beistandes eines Alsfelder Anwaltes hätte bedienen können, wodurch keine Reisekosten entstanden wären, und daß daher, auf Grund des Artikels 70 der Kreis- und Provinzialordnung und in analoger Anwendung des § 91 Der Z.-P.-O., Stork die Reisekostzen seines Anwalles, weil sie keine notwendigen Kosten gechesen, selbst tragen müsse. Tas Kreisamt Alsfeld legte dem ProvinzialauSschuß die Allen mck dem Anjügeu vor, daß der bbreisausschuß die Dem Stork erwachsenen Kosten der anwaltlichen Vertretung einschließlich der Reisekosten deshalb als notwendig angesehen habe, weck die anwaltliche Vertretung gegen die gleichfalls durch einen Anwalt vertretenen Reklamanten für Swrk notwendig gewesen, ihm die Wahl in der Person Des Anwalls fteigeftanden habe und die Bestellung gerade eines Gießener Anwalts dadurch veranlaßt worden sei, daß Erichein^ tfiglfd? mit Ausnahme des Sonntags. & . . . _ . verantwortlich für ben aO^etnetoust ti8: t1 M HW U Wtttko; tüt den Hiqelgtnlrt!; d M. Di .Gletzener LamUienblütler" werden dem U MM WX «kz ffl D @Lz k S 4k vv «SB Br @ ------ Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MW A' ® O 'tfcv «L Rotationsdruck und Verlag b« vrahl^ch« ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal 0 V W ▼ UmoerMLtSdruckerei (Pietsch fctbcnk •<**. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. demselben das Mandat gelegentlich der ersten Verhandlung vor dem Provinzialausschuß, in welcher über die Beanstandung der Wahl entschieden wurde, übertragen worden sei, auch durch einen Wechsel in der Person des Anwalts ivohl noch größere Kosten entstanden sein würden. Ter Anwalt des 5). Jos. Stork beantragte koftenfällige Abweisung des Rekurses. In der mündlichen Verhandlung vor dem Provinzial- ausschuß führte der Anwalt der Rekurrenten aus, daß nach der, tn dem Begleitschreiben zu der Aktenvorlage an den Provinzialausschuß von dem Kreisamt Alsfeld gegebenen, als authentisch zu betrachtenden Interpretation der Kostenentscheidung in dem Kreisausschußurtcil der Rekurs formell zulässig sei. Die Entscheidung über die Zubilligung von Reisekosten an den auswärtigen Anwalt sei danach schon im angefochtenen Urteil gefallt und nicht erst eine Frage der späteren Kostenfestsetzung. Auch materiell sei be. Rekurs begründet, denn die Wahl des Anwalts stehe zwar an sich jedermann frei, wenn aber jemand einen auswärtigen Anwalt bestelle, während er die Möglichleit hatte, ei- e.i Anwalt an dem Prozeßgcricht zu beauftragen, so habe er nach der Rechtsprechung der höchsten (Berichte die durch die Bestellung des auswärtigen Anwalts entstehenden D.ehr- kosten selbst zu tragen. In solange daher nicht nachgewiesen fei, daß der in Alsfeld neben dem Anwalt der Reklamanten weiter ansässige Anwalt verhindert gewesen sei, d.rs Mandat in dieser Sache anzunehmen rder dieses abgelehnt habe, sei die Zuziehung eines auswärtigen Anwaltes nicht gerechtfertigt und beantrage er d.shalb, dem Rekurs stattzugeben. Tem gegenüber führte der Anwal d:s Stork aus, der Rekurs richte sich nicht gegen eine Interpretation des Kreis- ausschußurteils durch das Krc.s.mt, sondern gegen dieses Urteil selbst. Dasselbe sei am 8. Juni zugestellt und ber Rekurs am 22. Juni l. I. bei dem Kreisamt Alsfeld eingegangen. Wenn der Rekurs im vorliegenden Falle üie - Haupt zulässig sei, so habe Art. 70 Abs. 3 der Kreis- und Provinzialordnung aus denselben Anwendung zu finden. Nach dieser gesetzlichen Bestimmung sei aber d r Ne.urs verspätet eingelegt, weil die darin bestimmte e /atugige Frist nicht eingehalten worden sei. Uebrigens sei d e Frage, ob dem Anwalt die Reisekosten zuzubilligen feien, dem .Koftenfestsetzungsver, ähren vorzubehalten. Der Rekurs wäre vielleicht dann begrüi.bet, wenn in bem Kreisausschuh- urteil bereits eine Kostensestsetzung enthal.e.i wäre. Es sei aber nur eine allgemeine Koftenverurteilung in Le.it Urteil erfolgt, gegen die ja auch nrcht rekuriert wo. den sei. Der Rekurs sei daher auch aus diesem G-runde formell unzulässig. Was die materielle Seite d.s Rekurses anlange, so sei dem zweiten in Alsfeld ansasftgm Anwalt das Mandat zur Einlegung des Rekurses in dem Beanstandungsverfahren von Stork angeboten worden; dieser habe aber von der Einlegung des Rekurses abgeraten und erst daraufhin fei er, der auswärtige Anwalt, beauftragt worden. Stork habe also unter diesen Umstünden keine andere Wahl gehabt, als einen auswärtigen Anwalt anzunehmen. Ter Provtnzialausschuß hatte den Rekurs aus formellen Gründen zurückgewiesen. Da b.e Festsetzung ter Höhe der vom unterlegenen Gegner zu trciact.be. t Kosten Sache bes Kostenfestsetzungsver,at.)rens sei, wew. es nach Eintritt ber Rechtskraft eines Urteils statlsinde, so hätten bie Rekurrenten zunächst ben KostenfestsetzunaLbeschluß abwarten müssen, gegen welchen ihnen gemäß Artikel 70 Abs. 3 der Kreis- und Provinzialordnung bauten zehntägiger Frist die Berufung an ben Provinzialausschuß zustehe. Solange kein Beschluß bes Kreisausschusfts ergangen, in welchem den Reklamanten bie Reisekosten bes Gegenanwalts zur Last gesetzt würden, sei die Einlegung eines Rechtsmittels ver- iruht und müsse d.ssen Zurückweisung erfolgen. Ter Provtnzialausschuß erkannte hiernach zu Recht: Ter Rekurs gegen die Entscheidung des Kreisans chusscs des Kreises Alsse.d vom 15. Mai 1903 wird als unbegründet zurückgewiesen unter Verurteilung der Rekurrenten Heinrich Werner, Wilh. Schmllt, Anton Kreuter, Andreas Werner, Heinrich Mohr, Georg Reinhard, Peter Feh, Gottfried Weber, Michael Werner, H. An ton Reinhard, Heinrich Stork, sämtlich zu Vockenrod, als Gesamtschuldner in sämtliche durch das Rekursverfahren entstandene Kosten einschließlich der anwaltlichen Vertretung des Heinrich Josef Stork, sowie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 10 Mark an die Provinzialkasse. In der heutigen Verhandlung war nun noch über bie Kosten bes Leanstanbungsversahrens (Urteil vom 22. Okt. 1902) zu entscheiden. Das Uiteil lautete: Die baren Auslagen des Verfahrens, welches infolge der Beanstandung der Wahl des Josef Stork zu Vockenrcd und seitens des Kreis- amts Alsfeld stattgefunden hat, und die Kosten des obsiegenden Teils fallen der Gemeinde Vockenrod zur Last. Hierauf wurde bie Sitzung gegen Vil Uhr geschlossen. Sihimq der StMocror-nettli. Gießen, am 21. Januar 1904. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschmann und Georgi, und alle Stadtverordneten, außer Beig. Heyligenstaedt, Hanau und Prrr. Oberbgm. 2)1 ec um teilte der Versammlung zunächst mit, daß zur Durchberatung von Punkt 2 der Tagesordnung, der Vorschriften für die Hausanschlüsse an die Kanalisation, auf Einladung Oberbaural Schmick aus Darmstadt zur heutigen Sitzung erschienen und bereit sei, auf Anfragen und in oer Diskussion fachmännische Auskunft zu erteilen. Dann machte, zur Tagesordnung übergehend, Oberbgm. SDlecum Mitteilung davon, daß der Pfandmeister Germann zum 15. April seine Stelle gekündigt habe. Eine weitere Bemerkung des Oberbürgermeisters betraf die Polizeibestimmung, betreffend das AuSmelken der Kühe auf dem Viehmarkt. Er habe im Sinne der Stadtverordneten und der städtischen landwirtschaftlichen Kommission an das Kreisamt hier em Schreiben gesandt, worin das Ersuchen ausgesprochen wird, daß, wenn nicht die Aufhebung der Polizeibestimmung, doch wenigstens eine Milderung der Vorschrift herbeigeführt werden möge, derart, daß der Tierarzt eine Untersuchung des Viehes vornehmen möge, und, wenn das Euter eines Tieres gespannt befunden werde, der betreffende Besitzer bestraft würde. Am 29. Dezember habe das Kreisamt geantwortet, daß eine Aenderung der Polizeibestimmung vom März vor. Js. zurzeit nicht angängig sei. Stadto. Heichelheim schlägt vor, man möge, gemeinsam mit der Handelskammer, die desselben Sinnes sei, die Sache bei der höheren Instanz verfolgen, welchem Antrag die Versammlung sich anschließt. Oberbgm. Ai ec um verweist darauf auf eine Festschrift, von Oberlehrer Knaus verfaßt, aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der hiesigen kaufmännischen Fachschule und verliest ein Schreiben der Gr. Handelskammer, worin der Stadt für ihre Unterstützung der Schule der Dank ausgesprochen wird, mit der Hoffnung, daß es auch ferner daran nicht fehlen werde. Em anderes Dankschreiben ist außerdem von dem Direktorium des Germanischen M u s e- ums in Nürnberg eingegangen, welchem der städt. Zuschuß auf jährlich 25 Mk. erhöht worden war. Im Februar veranstaltet der deutsche Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke eine Versammlung, wozu der Verein um Unterstützung bittet; der Oberbgm. macht davon Mitteilung und überläßt es den Herren, die sich für die Sache interessieren, die Versammlung zu besuchen. Ein unvermuteter Kassensturz der hiesigen Stadtkasse hat ergeben, daß die Bestände der Kaffe genau stimmten. Zu Punkt 2 der Tagesordnung, Beratung der Vorschriften für die Hausanschlüsse an die Kanalisation bemerkt Stadto. Schwall, daß die gedruckten Vorschriften erst vor wenigen Tagen, also zu spät, in die Hände der Stadto. gekommen sei und man nicht genügend Zeit gehabt habe, sich auf die Sache etwas einzuarbeiten. Mit Rücksicht darauf, daß Oberbaurat Schmick heute fachmännische Erläuterungen zu geben bereit sei, wolle er keine Vertagung beantragen, aber doch bitten, definitive Beschlüffe auf später zu verschieben. Stadto. Gutfleisch tritt diesem Wunsche näher und meint, man könne die Verordnung heute durch- beraten und in einer zweiten Lesung die Ergebnisse zusammen- sassen. Damit ist die Versammlung einverstanden. Oberbgm. Mecum verliest nun die 43 Paragraphen der Verordnung, wobei mehrfach Einwände und Anfragen geäußert wurden, meist technischer Art, die Oberbaurat Schmick beantwortete. An diesen Besprechungen beteiligten sich besonders die Stadto. Schaffstaedtund Haubach. U. a. meinte Stadto. Petri zu § 1 Absatz 3 der Bestimmungen, man müsse der Landwirtschaft, soweit fie hier in Betracht komme, in der Ab-^ iDäfterfrage ein Entgegenkommen zeigen, worauf Oberbgm. Mecum demgegenüber auf die Ausnahmebestimmungen in Absatz 3 verweist, die der Berücksichtigung solcher Wünsche Rechnung trügen. Im wesentlichen hat diese erste Lesung der Verordnung keine nennenswerten Bedenken dagegen ergeben. Mit einigen Aenderungen des Wortlautes, die man ins Auge gefaßt hat, wird die Verordnung demnächst den Stadtv. zur endgiltigen Beschlußfaffung vorgelegt werden. Es erfolgt danach die Auslosung von auf den 15. Mai 1904 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen: 1. des 1896 er Anlehens: ä 100 Mk.: Q 181, Q 99, Q 274, Q 93, Q 281, Q 91. — L 2 00 Mk.: R 67, R 164, R 182, R 212, R 69, R 204, R 177. — ä 500 Mark: 8 41, 8 48, 8 50, 8 304, 8 526, 8 7, 8 17, 8 391, 8 519, 8 545, 8 403, 8 370, 8 620, 8 618. — ä 1000 Mk.: T 219, T 573, T 741, T 170, T 429, T 310, T 519, T 740, T 488, T 727, T 700, T 498, T 309, T 334, T 184. — ä 2000Mk.: U 143, U 147, U 218, U 89, U 148, U 253. 2. des 1897 er Anlehen s: ä 100 9)1 f.: V 57, V 90, V 69, V 158. — ä, 200 Mk.: W 78, W 110, IV 49. — L 500 Mk.: X 391, X 372, X 253, X 135, X 83, X 325, X 79, X 389. — ä 1000 Mk.: Y 13, Y 180, Y 103, Y 30, Y 100, Y 348, Y 421, Y 446. Y 179. — tz 2000 2)1 L: Z 144, Z 9, Z 80. 3. des 1899 er Anlehens: ä 2000 2)1 U Serie I: 130, 100, 119. — ä 1000 Mk.: 226, 235, 275. ä 500 Mk.: 327, 310, 418, 328. — ä 200 Mk.: 653, 695, 544, 556. — L 100 Mk.: 791, 708. — Die 1899 er Anleihe ist noch eine 4 prozentige und kann noch gekündigt werden. Die Finanzkommission empfiehlt, sie zu konvertieren. Sie soll in eine 3 */2 prozentige Anleihe umgewandelt werden, und denen, die damit einverstanden sind, 1 Prozent des Nennwertes herausgezahlt, denen aber, die nicht darauf eingehen, gekündigt werden. Die äkrfammlung nimmt diesen Vorschlag an. Tie Holzversteigerungen vom 11. und 18. Jan. 1904 werden genehmigt. Tann werden einige Baugesuche erledigt. Das des Heinr. Carle für die Ecke der Plockstraße und das der Agathe und Minna Körner für die Weimnlage werden genehmigt. Tas Gesuch des W i l h. 5)1 ö f e r für seine Muhle an der Lahn wird nur bedingungsweise, nämlich daß et für eine solide Konstruktion sorgt, genehmigt. Christian Jnderthal wird ebenfalls nach feinem Wunsche be- schiedeu. Phil. Schwan hat zwei Gesuche eingerelcht; das eine, für die verlängerte Schützenstraße, wird ihm unter der Bedingung genehmigt, daß er 6 Meter von der Straße zurückbaut und Vorgarten aulegt, das andere, für die Rod- Heim erstraße, wird abgelehnt. Tie Beschauung von Kan alr einigun g s b ü r sten zum Betrage von 217.40 Mark, die Vergebung von Schlosserarbeiten und die Beschaffung eines eigenen Apparates zur Prüfung von Zementröhren wird nach dem Antrag des Ausschusses beschlossen. Tie Vergebung der K l i n f e r t i e f c r u n g für die Her- stellung eines Bürgersteiges auf der südlichen Sei e der Rodheimerstraße erfolgt an die Firma Gail zu den früheren Preisen. Tie Uebernahme der Landgrafen ft raße auf die Stadt von der Firma Stein Meher wird beschlossen; die Firma hat noch 3621.07 Mk. an die Stadt yerauszu- zahlen, wird aber für lleberwölbung des Schorgrabens noch eine Summe, die noch nicht in Rechnung gestellt ist, in Abzug bringen. Stadtv. Em melius weist bei dieser Gelegenheit auf den schlimmen Zustand des Brandplatzes hin und meint, dies Nebel könne doch unmöglich noch länger fort- bestehen. Oberbgm. Mecum erwidert, er habe nut ie.n Finanzminister über die Sache verhandelt; dieser habe ihm vorgeschlagen, die Stadt möge den Platz, den Quadratmeter für 1.12 Mk., erwerben, was nicht annehmbar sei. Tie Verhandlungen über die Angelegenheit seien ,ei.tjer immer im Gange gewesen. — Stadtv. Dr. Guts leis ch erklärt, man habe sich schon vor Jahren in der Stadtverordnetenversammlung darüber unterhalten, ob nicht überhaupt ein Teil des Platzes der Stadt gehöre. Man würde dann in die ^angenehme Lage kommen, dem Fiskus wenigstens eir.e.i Teil zuweilen den Eindruck, als sage Frl. Tumvnt ihr im Innersten recht langweilig Gewordenes ohne Lust und ohne Gedanken her, als'sei sie froh, wenn sie diese ober jene Rede herunterdetlamiert habe, als könne sie nicht das Ende erwarten. Freilich nur zuweilen, selbstverständlich hat )ie eine Anzahl sehr bedeutender, wahrhaft großer Momente, namenllich in den Szenen mit ihrem Vater und mit Jörgen Grund t. Tiefen Jörgen Grundt stellt Herr Wittig dar, und zwar, namentlich im ersten Akte, einfach mmperlich. Scheiick seine Maske in den ersten Akten nichr günjng gewählt, steht sein Aeußeres, aber auch nur sein Aeutzeres nicht recht im Einklang mit der geraden Schlichtheit die,es gutmütigen Dutzendmenschen, so ze^gt er zum Sch lüfte einen vollendeten Charakterkopf, stellt er einen innerlich total Gebrochenen, sich nur mit äußerster Anspannung ausrecht erhaltenden physisch und psychisch Verkommenden nut höchster Künstlerfchaft und mit stark inrponierendem Aufwande von reichster tzerzenstiese dar. ... e- Herr Dr. Fischer zeigt volles Verstaiidius für den alten" Landrat Berte, den er wirkungsstarl .r.ilterifiert, aber doch wohl allzu düster, raut) und lieblos auf- und anfaßt. Wendet sich doch ein gut Teil der Sympathie, deren feine Tochter sich bewußt verlustig macht, ll-m zu. 0’“- Sella dagegen macht aus einer eleganten G^e.ftchastv- dame, wie sie Bojer schllderte, einer kiugcu orau, b.e eine Theodora ihrer restlosen Freundschaft würdigt, ein unbedeutendes kleines Weidcyen Don oberj!ü..,u e (eit und puppenhafter Niedlichkeit. Anerkannt wi, daß auch sie warme und innige Töne anzuschtagen vergeht, daß sie in ihrer Art ganz Hübsches leistet. Dem greifen Prosen or gibt Herr Äigler etwas leicht Fahriges, auch ui der Tonart, obwohl er chn sonst ganz angemesfen charakterisiert. Frl. Hiller aber trägt als die Geschäfts-Fr auenrechllerin über bie Maßen auf und macht ganz ohne Grund aus der Schulvorsteherin eine derbe Possenfigur, die in dufern Rahmen ganz unmöglich ist, die Lacher aber natürlich auf ihrer Seite hat. Pikierte Gesichter schne.den uiu allzu menschlich? Redeweise anschlagen kann sie allerdings b.s zur Verblüffung. Tas Haus war schwack) besetzt, aber sehr beif^ßfreubig. amers Inge. Ter schwache liebende Mann ist ungleich liebenswürdiger als das einbildungs.arke selbstherrliche Weib. Mik ihm empfinden wir Mitleb, solche Hebern)eiber aber, die Wände einrennen wollen und sich und anderen dabei die Schädel zerschlagen, stoßen schließlich nicht Achtung, sondern Widerwillen ein. Es war bem jungen Jbsen- schuler, in seinem 2/s Ibsen- uird^ Jpse-Werke wohl darum $u tun, gleich seinem großen Vorbilde gewisse Mysterien weiblichen Gefühls- und Empfindungslebens zu durchleuchten und obendrein, anders als Holzamer, das an- gemaßte unbeugsame Jiecht auf sich selbst, das sich nur Dom eigenen, eigenwilligen Kopfe unb nicht vorn mitfühlenden Herzen feine Gesetze diktieren will, ad absurdum zu führen. s2tber er Dergreift sich dabei in dem Material unb in den Farben. Ein außerordentliches wissen- jchaftliches Talent ist wohl kaum je Der eint mit ausgeprägtem Gejchlechtsinstinkt, vielmehr pflegt — Dice versa — das eine das andere auszuschalten. Darum ist das eine .ober das andere bei Theodora schwer glaublich. Ohne wifsenschastlichen Ballast wird die Figur lebenswahrer, ohne einen verstoßenen blinden Vater wäre der aussichtslose Kampf des modernen Weibes um das Problem der selbständigen ^Mutterschaft weniger abstoßend, von echterer Tragik. Unb ber Farbenauftrag ist nicht der rechte. Bojer faßte seine in ihrer Eigenliebe fast alle zarteren Reg- lingen des Herzens fniuenbe Theodora trotz allein mit Fingern der Liebe und Achtung an. Er verjchwendet seinen ganzen fUiricn Schatz an pchcholog.schein Spürsinn an diese eine Figur, er beschönigt an ihr geradezu Unschönes, er jucht Unedles edel erscheinen zu lassen. Man findet, wie in Holzamers „Inge", auch in bie(em Drama ein paar- flüchtige Ansätze zu einer Tragödie jener übten Sorte moderner Männer, die dem Weibe nicht gewach;en find, denen es über die Kraft geht, über das moderne Weib hinauszuwachsen, intelleituell wie moralisch, cs durch ihre Ueberlegenyeic fick) zu eigen zu ntaci^en. tiber Bcje: dünlle es interessanter, als die Tragödie eines solchen Alannes zu jchreiven, die Fehlerhaftigkeit einer Frauenrechnung n achzu weis en, die von dem Eigenwillen den unerforjeu* lichcn Wellwillen, den Willen des Atensck)Lnfck)opicrs unb Lenkers ber unwiderstehria)en Sirtengeschichte du.chftus sub- tratiieren will. Bojer hatte biescs, bas Familienjoch hassende, aber kinderliebe und hoch angelegte Weib, auf das die gesamten Frauenrechtlerinnen des Landes ihre Augen voll Bervunderung richten, nicht von allem sozialen Veranllvortungsgefühl jo ganz entlasten dürfen. Tas macht die Figur nicht nur unsympathisch, sondern auch unwahrscheinlich Theodoras geistiger Energie steht an sittlicher zu wenig zur Seite, die ihren unklaren Drang nach absoluter Freiheit und einem ganz nur auf sich allein gestellten eingeblldeten Glück klären unb veredeln ^""Trotzdem zeugt diese psychologisch analytische Cha- raktersludie von starkem Talent, so blaß und unfertig manches in den im ganzen scharf geschauten Charakteren und in dem Milieu erscheint, und gar zu nordisch, d. h. uns Teutschen fremd und unverständlich. Und zu monoton ist der Szenenwechsel mit seinen ewigen Le suchen und dem ungeschickten Frage- und Anttvorlspiel nach den Geschehnissen zwischen den Akten. . „ Luise Dumont Dom Deutschen Theater tn Berlin, eine der ersten Bühnenkünstlerinnen Deutschlands, hat Bojers „Theodora" chrer würdig gefunden. Diese Tatsache schließt eine unzweideutige Ablehnung des Stuckes aus, denn die Tarsteltung der Dumont macht aus dem unmög- lick)en Phaiitasieprodukt Bojers einen echten Menschen. Ten starren Eigenwillen unb die herrische Straft dieses ganz auf ihren eignen Sinn sich stü^enden Weibes, den herben Ltolz und bie Derschleierte Herzenswärme, das brausende Weibge- sühl und die ai.squellende Liebeslust, bie stille selb,.quälerische Resignation unb ben unstillbaren Schmerz, ben harmlosen, konventionell oberflächlichen Plauderton und die rettungslos irre Verzweiflung — die ganze Skala menschlicher Empfindungen beherrsckfte fie mit Virtuosität. Dazu ihr schönes, volltönendes Organ, ihre imponierende Bühnengestalt, all das zwingt in ihren Bann. Aber man begreift nicht, wie eine Künstlerin wie die Dumont sich bereit finden kann, Abend für Abend einen ganzen Winter hindurch in nur drei Rollen abzuwechseln. Tie Lindemannsche Gesellschaft bringt, wenn ich recht unterrichtet bin, auf ihrer diesmaligen Tournee außer der „Theodora" nur Ibsens „Gespenster" unb „Mein Eyolf" zur Aufführung. Dadurch bciommi ber ganze Vorgang etwas Meckenisches, Maschinenmäßiges, darunter leidet die Sprechweise Aller. Dian hat sS Mn Sn m i-» Seae»*9 *S,9 "”• 9t werden rtn 15 ®m ’^tc'bunqen. 'Mk.: l0°s»r.: Äte 177 > b7- >6 v \ö00 Ks Z!S uv i«; ° ®l: V 57, r L w » «t: VJ Y 42i, t 4«: 1 80. 0 Serie I: -3ö, 275. 200 Mk.: ,653f - Die 1899 tr 1 uoch gekündigt c äu konvertieren, ^wandelt werdens ' 1 Prozent des nicht daraus ein» Jig nimmt diesen 11- und 18. Am. rledigt. Das des aße und das der ^Oanlage werden r jür seine Wiüjle . nämlich daß er igt. Christian nem Wunsche be- eing’r?id)t; das wird ihm unter r von dec Straße >ere, für die 9loi> gungsdürsten Vergebung von ung eines eigenen .ementrö hren > beschlossen. :ung sür die her- idlichen Sei e der ril zu den früheren ifenftraye an) wird beschlossen', AM wi^u* Lchorgradens noch mg gestellt ist, in er Gelegenheit aus Platzes hin und > noch lunger fort- er habe mit te.n ji; dieser habe chm den Suadraimeter Mr sei. De W i either immer un dj erklärt, man adtverordnetenver- überhaupt ein M bc dann indiean- aigstens einen M Tumont ihr ohne Lust und ° n sie diese odn pe * ii(, «ifflt oas bnoe LtfftüaSi^ ^on,ente' ü/undmitE dar, ÄI?S i-'fS? nut-i** .; tut den er 8> Monats statt. Es wird hiermit an die sosorttge ros eruug zu dieser Klasse erinnert. , ner-Eler-Gebühren uneinllagbar- ö^««6=" [mb Jo Wt« M Rü-gab? iern^ö. .Seinem $«- St6*. SÄÄÄ*» ntoUuiroiuS k-!chchel nnh(, der Accepte zu zwingen, wenn dies mcht amwiuig anjänefrZau q^ebc^ SÄ Ä ein sorführmigsbeschlub und am 16. Ium l^steie er vor dem^Amtsgencht einen Offenbarungseid dahm. .er dÄ»ige» gSgÖÄfi&w» strafe von vier Wochen. c t. Der Gras Paul Tyszke. mih ^leinSeund, der ehemalige Schlächtergeselle Gustav Krone n. ^Pr in batien fid) wegen Erpressung vor der Stra'kammer des L^^ts ll m verantworten. Graf Tyszkewitz haue wie w« Landgerichts H ju »exaruw 4irommsenslraße zu Eharlotlenbura eine SfSssgSESSsE stVMML'-l-'Li- Vorwande seinen .Diener zru der Herr sich gegen ihn Einverständnis nnt dem asen^ , tyszkewitz einen Brief mit vergangen habe, daraus sm der Gesellschaft unmöglich machen der Drohung daß e chn n derEs ge- werde, wenn er ihm nicht e 1 . «2ten daß die Erpresser Dyszkewchist $SÄ X: r°L feSe er bas 'Jieiietcben fort unb k. U&J fchttibt Amalie - Nicht nur für Hals und Lungen, son°- O Ä,e«Ä der Brandplatzes zu entreißen. Er schlage vor, Vies, wennseüleu^bereden SS d-^darcnlV eiuS-wiert-n Namenszug der Oberbürgermeister die alten Alten zur Verfügung stelle, . ' iciner Vorfahren gehörig erkennen will, gegen in einer der nächsten Sitzungen ber ^ommi id^ ^u^nc^/e ^cn alten Urkunden zu überlassen. M »• v* «V *-”* Platze nicht weg. Die Stadt stabe die Verpslichtung, dafür uner P r o 8 ^in alle Interessenten m gleul,e. ?-^-5.^'ch.und,d»r Zrt w ^^b^.^üender »m-platz dasitr gesunden nerdr. . Kft der Schulkinder- Sen 5an dem Platze interessierten Bürger konnten Drei Briefe von den ^"ern ^^Gute Vater Äüaste aebe nach; der Fänanzminister lege sich nicht in den Ich weiß das Sich der Herr Lehrer W . . . . Mel Meck ab r w^ hätten chn. Das Ergebnis der Debatte war, ggj mit Seinem Kindern Sie erzählt immer von Her^ L dem Vmschlag des Stadtv. Emmelins, man möge 1 9ie^n Sprichwort Heist Geduld ist em Engel rum mindesten ein paar Wogen Sand aus den Pmtz fahren,• nnier mcriaat es ist das 3te Kind waS mcht Mein stattacaeben iverden soll. (Eine Fläche des Brandpratzes, der nimm z g Schule Schicke Gott sei Dank, MM Zimmer Itnter'Wasser ist, wurde sellher ^m Frost-1 ^nthum ich was ichn^dw Sch £ Entschuldigen Sie werden Ul des die Jugend mit ausgeschürzteu yv^n yenem- meine Dochter nicht m bi Schulle Keschrkt Hab si hat uen martoictie ja, das sie sich mit Brettern sch,mbar zu machen g, Brib,-tit Drachen mchsen weil ich nicht Köhen Gan mü ; wußZeme &e8enUt. bie ganze Kindererziehungsmetho- Müller. - ® .... , . d. H. W g™ in schänden machte.) h;P Achter iß ... - Soehben deckd Mier mnne Dochter Alm Ein ^!bt0mmcn mir Bauunternehmer Winn hat früher die »nein Spezielles Befragen darieber mit da^> Sie S-jäS SM? ^Tl"die^Ausste^g^ s^s ° l's im Hause es"so mähen"das ist doch keine zücht wen Sie es ^ertint ^chlostaasse Nu ü wurden 80 Mk. zur Verfügung geftellt. ' [ä) gac nichts dagechen aber m fol9™ Punkt 18 der Tagesordnung, betr. di2 Heizung der ^tten das das nicht wieder Vorkomt wietrigen Kapelle des Friedhofes am Rodberg, Witt der ) ) . Fürstligenkonsflsf torium ^vöeige er- 'S SSSÄ^SÄ' schlägt vor, Den Oberbürgermeister zu ermacytigen, sofort ^tung.) __ ~ baä Nöttae au tun und ihm dafür eine Summe von ca. , . 700 Mk zur Verfügung zu stellen, worauf die Versammlung I Ä, Äne. ben Zärbürgermeisler cm die genannte P^^ffor und Heiratsagenü Unter Nr ^war Summe zu binden. I ber in Lei pzig wohnende Professor a. D. v. Dvmbe g Die Anstellung eines vierten Straßenwartes wird ^HiiraI§Qgeuteit Fritz Podczus eingezerchnet, der im nach Anhörung der Bedürsnisdarlegung genehmtgü H-i^.z.Z.g,- h°rausg.ebt andern auch ^er Ter Bebauungsplan für die Schwärzja*JZ|großen betreibt JÖSu et fc 11 hochaefteUte Personen befinden, der im Saale zur Ansicht ausgehangt rft, ward nach den Ktoitei, u„ et[ beneo. M) » ’o« nummerierte Sieirotä- Erläuterunaen bS Oberbürgermeisters angenommen. eme lausende diummer, Y Empfehlung einer m L S ist indessen so vorangeschritten, daß nur noch tanb.bale.iP^m Verbindung geirrten, um mü *Ä";»s » KsZ» $6ba bä’ s-ÄÄs^jgj» >n VHeycn ini «jv*.vub‘- vvtl unb die bes L ch. Schreiber von Gießen im Betrage von iL Ml. z^Zweck des warmen ?-<™ "" Schul. »Iß 2 o*ö« NZN- N o .2 e 2ö' O Ä c E fcO B £ 5 •es) h tf) & cd £ 5 83- ES Q *2. az> •p c ri o — 2«« Cl> M V =9>E S!t ‘R- SQ = ID >7? ev cr?p N 2Ö7 ü s T" 2 S Lck2 2 a wi© S © o S D en SS sr 8 L <—• s s s CP © 6 CD « s y CD _ c «2 V <=> 2 2 jQ Z 5 . s •d< -c S 'S -3 c e» *e " ’S £ s$« L CD r- C E - C >b ■jr o o 2 (Q ®5x® §2 s§ gi 8LS-L-^»«^GKLL-L ^5 D-. C T 6^ K ti O «ß ” w C C ‘c’ © E K • v C CD C? . o i0» 2 ß )i "57 _o -O £> o CD» W COM Q ’S " c CD Oft e s 2 c? « s s cl ■** c «• C 3 o « •== SiZh . 5 aJ m m m m Bm-Ftz-M Breichh-LerKchemg 0 cSSkoks 27. Januar 140 Ä 18 Durchm. cm b Durchm. cm 191 Durchm. 3n 343 811 Ferner Freitag den 29. Januar 1904, vormittags Nußkols Nr. 1 rm 1,15 Die Zusammentunst ist an Tagen am Langsdorfs 814 Fürstliche Oberförsterei. 6 cm Durchmesser. 4—10 Länge 5 23 cm Durchm., 4—6 Lange 51 35 cm Durchm., 5—12 132 Länge 5 870 575 früher Steins Garten Besitzer Herm. Schrödcl empfiehlt seine Tages-Restauration, 805 r« 800 rm Buchen-, 18 Eichen-, 10 Birken-Scheiter, Knüppel, 820 Nadel- und 256 Wcich- rm Buchen-, 135 Eichen-, 46 Nadel-Stöcke. 73 Der Anfang ist im Rehlränksberg. Zusammenkunft an Eichen°Nutzscheitholz Buchen--Scyettholz rm 813 im ^ernstlampc Länge zu Pfosten. 776 Ein heller Buchen-Scheitholz, Buchen-Prügelholz, Eichen-Prügelholz, Buchen-Stockholz, 17 1800 2510 60 <■ Eich en-Stockholz, Fichten-Slockholz, Buchen-Reisig, Eichen-Reisig. 1,25 Mk. 1,25 Mk. 31 18 270 114 beiden Es sollen versteigert werden Mittwoch de« 1904, von vormittags 10 Uhr an: 10 134 116 16 67 85 1 10 505 264 110 2230 Unm neuen alb au FöSlich Zolms-Lramfcls'lihtll GbkrfSrßttki ßu-M in den Distritten Schweinahl und Klafterschlag. besonders geeignet für Gleichstrom 220 Volt. 1,- Mk. 1J5 , Nonnenrother Weg. Hungen, den 21. Januar 1904. Gießen, am lü.^Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Gießen, den 19. Januar 1904. Großherzogliches Amtsgericht. Steinbach am 20. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Sparsamste elektrische Glühlampe. 2 Millionen Lampen und Brenner abgesetzt. Bei husten, Heiserkeit, ». sr J Verschleimung1, Lungen-u. Brustkatarrh nehme mau nur die gesetzlich geschützten Eberenz'sohen Eusten -Doctor - Bonbons. A us reinem Malzextrakt hergestellt. Paket ä 15 und 30 Pfo. zu haben bei Gebr. Michel, Walltorstr. A. AToll, Bahnhufstr. [602 Zu beziehen durch alle elektrotechnischen Finnen und Installateure. der Hattenröder Straße, an der Grenze. Lich, den 21. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei. Heller. Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße an der 8. Schneise. Gießen, den 20. Januar 1904. Großh. Bürgernlelsrerct Gießen. Mecum. 795 Holz-Versteigerung. Im Licher Stadtwald, Distritte Rehtränksberg, Dickestall, Langebuchen und Eisenkaute werden versteigert Donnerstag den 28. Januar, vormittags 10 Uhr anfangend: Bortrag des Herrn Pfarrers Dr. Diehl-Hirschhorn über: „Sonnenschein und ©turnt in Gießen während des 30jährigen Krieges." 773 Eintritt frei. Gäste willkommen. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft Berlin. Holzversteigerung. Am Dienstag den 26. Jannar 1904, von nachmittags 2 Uhr ab, kommen in der Wirtschaft der Witwe Pfaff zu Launsbach folgende Holzsortimeiüe aus den Distrikten Hintermark, Schanze, Wißmarer Straße, Langnacht, Wäldchen und Totalität des Gememdcivaldes Launsbach zu»n Verkauf: Eichen: 10 rm Scheit und Knüppel, 660 rm Reiser. Nadelholz: 45 rm Knüppel, 116 rm Reiser. Krofdorf, den 21. Januar 1904. Der Bürgermeister. I. V.: Der Beigeordnete: Leib. Zuschlagsfrrst 6 Wochen. Gießen, am 18. Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Der Anfang ist morgens 9x/2 Uhr am Weg von Garbenteich nach Lich, an den Fichten-Stangen, welche sich mehren- teils zu Leiterbämen und auch Weißbinderstangen eignen. Die Buchen-Stämme kommen auch noch vormittags zum Ausgebot; nachmittags 2 Uhr Fortsetzung an der Kreisstraße Steinbach-Oppenrod. Fichten-Stämme, 12—18 m lang, 14—20 cm ----- 53,20 fm, Buchen-Stämme, 46 ----- 5,26 fm, Eschen-Stämme, bis = 0,74 fm, Eichen-Stämme, bis ----- 19,79 fm, , Eichen- „ , Erlen- „ e Buchen-Knüppelholz » Zicben- , Eschen- u Erlen- „ Buchen-Stockholz (zerkleinert) „ Eichen-Stockholz (zerkleinert) „ Erlen-Stockholz Wellen Buchen-Reisig n Eichen- „ „ Erlen? „ Holz-Versteigerung im Steinöücher Kemeindcwald. Nächsten Mittwoch den 27. d. Mts. sollen in den Distrikten Helgenwald, Gesang, Embach und Ameisenkopf versteigert werden: » , 27 Stück , 3140 Holz-Wellen, Donnerstag den 28. Januar 1904, vormitt. 9*/2 Uhr beginnend, werden im (Siebener Stadlwald in den Distrikten Försterobruuuen, Lache und Oberwalb versteigert: Eschen-Derbstangen, bis 12 cm Durchm., 4—5 m Länge ----- 0,19 im, Nadel-Stangen, bis 12 cm Durchm., bis 16 m Länge ---- 50,12 fm, Nadel-Reisstangen, bis 8 m Länge. Bekanntmachung. In das Handelsregister, Abt. B, wurde heute bezüglich der »Gewerkschaft des Eisensteinbergwerks Elisen- bürg' zu Gießen eingetragen: Rudolf Braudstätter zu Essen, Justizrat Dr. Fedor Stern zu Berlm, Baumeister Eugen Redantz daselbst sind aus dem Vorstand ausgeschieden. An deren Stelle sind gewählt: Geh. Baurat Karl Büttner zu Berlm zum Vorsitzenden, Rechtsanwalt Richard Gebhard zu Berlin zum stellvertretenden Vorsitzenden, Rentier Georg Rüdiger zu Friedenau, Kaufmann Heinrich Buchloh zu Broich bei Mühlheim (Ruhr) zu weiteren Mitgliedern. Dem Direktor Eberhard Pfeiffer zu Berlin ist Prokura erteilt. Dem Rech- nungSführer Hermann Heise zu Grünberg ist Kollektivprokura mit bet, Bestimmung erteilt, daß derselbe mit einem anderen Prokuristen zur Vertretung der Gewerkschaft berechtigt ist. !Die Prokura deö Hermann Tiemann ist erloschen. Eichen-Stämme, 8—4 m lang, 33—52 ----- 6,45 fm, Buchen-Stämme, 5—7 m lang, 42—47 — o,55 fm, Nadel-Stämme, bis 37 cm Durchm., 5—21 ----- 46,47 fm, Los I. 470 Stück SchachtabdeLungen mit Eicheuholzeiulagen mtb Schlammeimern. Los IL 4850 Stück Steigeisen. Los III. 600 Stück seitliche Einlaufe für Sinkkasten. /frei Waggon Lagerplatz (Margarethenhütte) Gießen. Bedingungen und Angebotssormulare nebst Zeichnungen können gegen portofreie Einsendung von 3.— Mk. durch das städtische Dief- damrmt, Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 6, bezogen werden. Ebendaselbst liegen in den Dienststunden die Berdingrmgs- 1 unterlagen zur Einsicht auf. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick, Darm- .stadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: „Auge- bot auf die Lieferung von Eisenzeug" bis zum 20. Februar d. I. portofrei bei dein städtischen Tiefbauamt einzureichen, wo- ,selbst die Eröffnung der Angebote am genannten Tage, vormittags 11 Uhr, im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. verwendet stet« Dr. (Backpulver xi * »