Nr. 800 Zweites Blatt 154. Jahrgang Mittwoch 11. Dezember 1904 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen. Redaktion, Expedition ».Druckerei! Schulstr.f. Lei. Nr. 6L Leiegr^Adr, r Un-eig« Gieper», Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch«, UnwersitütSdruckerei. R. Lange, Dietzen. Erscheint tügltch mit VuSnahm« des Sonntags. Die ..Siebener Kamtlienbiatter" werden dem gAnzetger viermal wöchentlich beigelegt. Der LavdwttN erscheint monaUtch einmal. Volitische Tagesschau. AvS Berliner Mietskasernen. __ __^,R. Berlin, 20. Dez. Der Prozess aus' Anlatz der Ermordung der FT ein eit Lucie Berlin hat Sittenzustände der Reichshauvt- stadt enthüllt, wie man sie Ynunt für möglich halten sollte. Be- kan-ntlich ist die sogenannte Lex Heinze, die schlietzlich auf ein Gesetz gegen Kunst und Literatur hinauslief, auf Feststellungen ähnlicher Art in dem Mordprozeß yeintze zurückzuführen. Gegen Zuhältertum und Dirnenwesen war ursprünglich 'ein energisches Vorgehen auf dem Gebiete der Gesetzgebung beabsichtigt. In dieser Beschränkung, mit ernster Entschiedenheit die Aufgabe erfaßt: das hätte wohl eine durchgreifende Besserung bewirken, den Schmutz der Großstadt zu einem Teil Hinwegräumen können. Mer, wie es zu gehen pflegt: die Parteipolitik und Varteitaktik veränderten Form und Inhalt des Planes so gründlich, daß sust diejenigen dunklen und gefährlichen Existenzen, gegen deren Treiben die Maßregeln sich richten sollten, am mindesten sich behelligt sahen. In dem gegenwärtig sich abspielenden Prozeß wurde fest- gestellt, daß eine förmliche Organisation des Zuhältertum s in Berlin vorhanden ist, eine Organisation nach.'Bezirken eingeteilt und mit gegenseitiger Hilfeleistung b e i K o n fl i k t e n m i t P o l i z e i u nd Gerichten! Tie Geseuschast ließ es sich auch in diesem Falle angelegen sein, auf ihre Kosten dem Angeklagten einen Verteidiger ausfindig zu machen. Es gibt Cafes und Restaurants, in denen nur oder fast ausschließlich die Zuhälter zusammenkommen. Nach den Schilderungen, die in dem Prozeß von verschiedenen Seiten gegeben wurden, scheinen ganze Straßenzüge geradezu verseucht ?n sein von diesem Verkehr. Aber das ist noch nicht das schlimmste. " edrückend, ja beschämend für die Ordnung ist, daß viele Zausende achtbarer und arbeitsamer Familien genötigt sind, mit Dirnen, Zuhältern und deren gesamten Anhang unter ' mselben Dache zu leben. In den riesigen Miets- ) - fernen des Ostens, des Nordens mit ihren ost Hunderten von Mietsparteien wimmelt es von diesen die Heranwachsende.Jugend ■ ' giftenden Existenzen. Tie Haustüren werden gar nicht erst - schlossen während der Nacht, es hat bei dem beständigen Gehen rnd Kommen keinen Zweck. Tie Kinder, die auf den trüben, un- stuberen Höfen spielen, sind fortgesetzt Zeugen von Handlungen, d ren Bedeutung ihnen nicht lauge verborgen bleibt. Auf den Ti. vpen und Korridoren füllt ihr Blick auf geschminkte Gesichter, aick herausfordernden Putz. Aus geöffneten Fenstern und Türen br »en häßliche Worte an das Kinderohr. Brutale Mißhand- iu: yn und andere widerliche Schauspiele gehören zum Alltäg- Ucf u, Gewohnheitsmäßigen. Und nun kommt das zunächst Uu- b.greifliche: Eltern, wie die der kleinen ermordeten Lueie Berlin, denen das Zeugnis brav und ehrenwert ausgestellt wird, dulden den Verkehr ihrer Kinder in den Behausungen von Dirnen und Zuhältern! Als ob es sich um ein legitimes Gewerbe bei diesen Personen handelt, werden die Kinder zu allerlei Besorgungen Botengängen usw. überlassen. „Der Onkel ist gut", sagte die kleine Lucie Berlin fron dem wegen des Mordes angeklagten „Gelegenheitsarbeiter" Theodor Berger .dem Beschützer einer unter polizeilicher Beobachtung stehenden Person. Wie gesagt, solche Mißerziehung der Kinder ist unbegreiflich. Mer man muß zur Erklärung und zu einer teilweisen Entschuldigung die besonderen Umstände beachten: Tie Zuhälter haben den Ruf der Gewalt- tätiDeit. Je tiefer sie auf der sozialen Stufenleiter stehen, um so Achter fühlen sie sich, sonderbarerweise, durch Nichtbeachtung ob. ” gar Verachtung verletzt. Wer sich in Mietskasernen mit solchen bedenklichen Mitbewohnern nicht allen möglichen Chikanen oder Tätlichkeiten aussetzen will, der muß „mit den Wölfen heulen", d. h. die Zustände als die gegebenen und unabänderlichen betrachten. Nur so dürfte es zu erklären sein, daß brave, arbeitsame Familien, die zudem besonders dann, wenn sie mit Kindern gesegnet sind, nur schwer in Berlin eine bescheidene Wohnung bekommen, sich darin fügen, ihre Kinder der täglichen Berührung mit dem Laster preiszugeben. Was soll daraus werden? Daraus kann in einer großen Anzahl von Fällen nur die schlimmste Verbreitung des Lasters entstehen. In diesen Berliner Mietskasernen mit Timen und Zuhältern als Nachbarschaft, Wand an Wand, muß notwendig ein frühverdorbenes, mit allen schlechten Neigungen dusgestattetes Geschlecht beranwachsen. Ter Einfluß der Schule, die Ermahnungen und das bessere Beispiel sind ohnmächtig gegenüber den furchtbaren Einflüssen. Tie Frage drängt sich auf: Soll man noch länger kaltblütig mit ansehen, daß ein Gift um sich frißt, oder soll man dafür Sorge tragen, daß seine Wirkung nach Möglichkeit beschränkt wird? Tie Prostitution in den Winkel, wohin sie gehört. Es bleibt Gießener StMthcaler. Der Biberpelz. EineTiebskomödie in 4 Akten von Gerhart Hauptmann. Das Interesse für die Familie der Waschfrau Wolff ist in uns lebendig, so wie sich der Vorhang hebt; wir haben unsere Freude an diesen Menschen, selbst wenn sie Holz und Pelze mausen, und wir stehen in ihrer kleinen Behausung, die Wohnzimmer, Küche und Holzschuppen in eurem Raum zugleich ist, mit dem gleichen Bedürfnis wie iene tn der Brust, der Armut und Mühsal durch möglichst listige Mitte^ uns aus leichteste Weise zu entziehen. So lustig und komisch die ganze Sache anzusehen ist: Gerhart Hauptmann hat nicht mit einem Mischmasch billiger Witze gearbeitet, sondern diesem Diebszeug in die Seele geschaut mit lustrgen Augen und mit einer Freude, die auch uns der rührigen Walchfrau und ihrem Anhang nahe bringt, wenn ih'r Tun und Treiben in so treuem Bilde uns begegnet. Diese inmge Vertrautheit mit dem Stallhasendust der Armenleutehütte, der Art und Sprache ihrer Bewohner, einer fürsorglichen Mutter, ihrer gelehrigen, etwas schnippischen Tochter und des klobigen, brummenden aber willfährigen Alten', das ist der künstlerische Vorzug dieser Diebskomödie, die mit dem heimlichen, von der Wolffen ihrem Manne beigebrachten Projekt einer kurzerhand zu bewirkenden, unerlaubten Bereicherung anhebt. Tie zwei Meter Knüppelholz werden also gestohlen. Tre Sache nimmt ihre regelrechte Entwicklung, die in solchen Füllen gewöhnlich in einer Anzeige bei der Obrigkeit besteht, und es kommt Lehen auf die Bühne. Nun sängt der Dichter zu lachen an, laut und behaglich zu lachen. Bei der Untersuchung, bei der Person des Amtsvorstehers, beginnt die eigentliche, heitere Anekdote, der Scherz, den fiel) brr Dichter machen wollte. Auf diesen jungen Amtsvorsteher und seine preußischen Junkerallüren zielen alle Pfeile der Satyre des Stückes. Doch auch jetzt bleibt rede einzelne Figur in ihrer künstlerischen Wükuug von den fein anderes Mittel, um in den Städten die Jugend vor den folgenschwersten Einflüssen zu bewahren. Auch bas ist ein Uebcl, ein sehr bedauernswertes. Gewiß. Mer es ist das kleinere Nebel. * Die Herzogin Alexandrine von Sachsen-Kobnrg ist am Dienstag abend im 85. Lebensjahre auf Schloß Kallenberg entschlafen. Herzogin Alexandrine, die Witwe des 1893 verstorbenen Herzogs Ernst II., wurde am 6. Dezember 1820 als das älteste Kind des Großherzogs Leopold von Baden und der Prinzessin Sofie Wasa geboren. Sie war also eine Schwester des regierenden Großherzogs Friedrich von Baden. 1842 dem damaligen Erbprinzen Emst von Coburg vermählt, hat sie über 50 Jahre an seiner Seite verbracht und mit ihm alle Phasen seines Lebens geteilt, das an hochfliegenden Plänen und Entwürfen reicher war als an Verwirklichungen und Erfolgen. Jahrzehnte lang war Emst II. der meistgenannte deutsche Fürst, — und der gefeiertste, weil er den liberalen Ideen seiner Zeit und den Einheitsbestrebungen der Deutschen am weitesten entgegenzukommen schien. Aber auch an ihm erfüllte sich Bismarcks Wort, daß die „deutsche F-rage" nicht mit Reden und Mehrheitsb eschlüssen, sondern durch Blut und Eisen entschieden werden müsse. Ter Schwager der Königin Viktoria von England, der intime Freund Napoleons III. und am preußischen wie östreichischen Hofe gleich gern gesehen, hgt Herzog Emst von Coburg hinter den Kulissen der hohen Politik des 19. Jahrhunderts eine Rolle gespielt, die bisher weder durch seine eigenen Schriften, noch durch die seiner Biographien in ihrem ganzen Umfange gewürdigt werden konnte. Diese Rolle drängte seine Lebensgefährtin, der jeder politische Ehrgeiz völlig fremd war, natürlicherweise in_ben Hintergrund. Ter Kreis jener war klein, die wußten, wie ernst.und gewissenhaft sie ihre landesmütterlichen Pflichten, wie sie sie erkannt hatte, erfüllte, wieviel Wohltaten Arme und Bedrängte ihr dankten. Man darf von ihr sagen, daß sie mehr Frau als Fürstin war, und daß das ruhige, stolze Bewußtsein ihrer Frauenwürde sie auch 'manche Unbill übersehen ließ, die ihr zuteil ward. So bewahrte sie sich die Achtung ihres Gatten bis an das Ende seines Lebens. Ter Tod der Herzogin Alexandrine versetzt die meisten Dynastien Europas in Trauer und erinnert fron neuem daran, daß das Haus Coburg sich rfifrmen kann, immer noch die „am meisten verwandte" europäische Fürstenfamilie zu fein. Deutsches Reich. Berlin, 20. Dez. Für den am 18. d8. verstorbenen Fürsten Anton Radziwill wurde heute in der St. Hedwig- kirche ein Gottesdienst, bestehend in feierlichem Requiem, unter Anteilnahme des königl. Hofes abgehalten. / Der Kaiser traf um 10s/z Uhr zur Feier ein. Rach dem Gottesdienste setzte sich der Zug nach dem Bahnhofe Alexanderplatz in Bewegung. Hinter dem Sarge schritten der Kaiser mit den Prinzen Radziwill, der Kronprinz, Prinz Eitel und die übrigen Leidtragenden. — Unser künftiges R eichskol onialamt soll, so wird berichtet, sogleich den Charakter eines der größten Reich s- ä in t er erhalten. Da der Reichskanzler in seiner Rede auch die Hoffnung ausgesprochen hat, daß der jetzige Chef der Kolonialverwaltung die Regierung bei der Reorganisation unterstützen werde, so sei mit Bestimmtheit anzunehmen, daß Dr. Stübel zum Staatssekretär ernannt werde. — Anwärter für die höhere Postlaufbahn werden seit einigen Jahren bis auf weiteres nicht angenommen. Jetzt teilt der Rechnungsrat Mock im Reichspostamt in einer Arbeit mit, daß von den künftigen Anwärtern das Zeugnis der Reife von einem Gymnasium, einem Realgymnasium ober einer Oberrealschule, sowie ein mehrjähriges akademisches Studium und die Ablegung zweier Prüfungen verlangt werden wird. (In Bayern wird schon seit langer Zeit von den höheren Postbeamten ein akademisches Studium gefordert.) — Die österreichisch-ungarischen Unterhändler kommen morgen in Berlin an. Wahrscheinlich werden die Beratungen schon morgen beginnen. Wie der „Börsen- Courier" erfährt, werden die Fachreferenten Oesterreich- Ungarns zu den Weihnachtsfeiertagen nach Wien aurücf» Spähen der Handlung unbeeinträchtigt. Daher die Intensität des warmen Humors, der uns voll und ganz erfaßt, und die innere Einheit der köstlichen Komödie. Viel Vergnügen bereitete gestern abend die Waschfrau Wolff der Frau Jenny. Das war sehr anzuerkennen,, daß sie ebenso sorgfältig wie der Dichrer eine Person aus einem Gusse schuf und im einzelnen sich keinen Zug der so glücklich gezeichneten Arbeiterin entgehen ließ. Am häuslichen Herd weihte sie uns in alle ihre Sorgen ein; sie sorgte neben ihrem Wüscherinnenberuf um die Familie, indem sie die Freunde und Feinde ihres Hauses richtig einschätzte, sie kochte, putzte, schalt, wenn es nötig war, erzog ihre Töchter und war ein emsiger und heller Kopf auch da, wo sich Gelegenheit bot, mit weniger Mühe unter Ausschluß oer Öffentlichkeit und des Auges des Gesekes etwas zu verdienen. Ueberhaupt, das ganze Heim des Schiffers Wolfs trat gestern in sehr gelungenem Bilde vor uns. Mit gespannter Wachsamkeit und Vorsicht wird gewildert und der Holzknüppeldiebstahl verübt. Das heimliche Tuscheln, wenn an Pie wacklige, stets verschlossene Pforte geklopft wird, bringt uns in köstliche Spannung und wir können dem schwerfälligen Wolfs nachfühlen, der mit unterdrückter Stimme seiner Alten droht: „Et liegt wat in der Lust!" Ter Schiffer Wolfs, das nur im Rausch und Zorn „eklig werdende", sonst willenlose Werkzeug seiner Frau, war gestern auch famos. Ein bisher ziemlich unbekannt gebliebenes Mitglied unserer Bühne, Herr Krafts spalte diese dankbare Rolle, und es war eine richtige „Ziraft- leistung", wenn auch der Väann mit den hohen Stiefeln und dem schweren Gang keine sehr anstrengende Tat vollbringt und es nur beim „Hvlzholen" bleibt. Eine recht gute Darstellung erfuhren auch die beiden Töchter, die ihrem Tienstherrn entlaufene Leontine (Frl. Treuer) und die jüngere Adelheid (Frl. del Nora), die „besser" erzogen ist und „überhaupt nie bei fremde Leute in Stellung geht." Ter Amtsvorsteher von Wehrhahn ist nicht minder eine höchst ergötzliche J-igur. Sjerr di Gior gi gab sich ganz vortrefflich wieder. Die Untersuchung des Diebstahls bet kehren. — Gegenüber einer Meldung deS „fßefter Lloyd* bezeichnet die „Rat -Zig.* e§ als nach wie vor feststehend, daß die deutsche Neichsregierung sich genötigt sehen würde, den bestehenden Hand elsvertrag mit Oesterreich-Ungarn zu kündigen, falls es nicht gelingen sollte, die Verhandlungen über den neuen Handelsvertrag bis zum 3 1. Dezember zum Abschluß zu bringen. Diese Notwendigkeit ergebe sich für Deutschland aus der Tatsache, daß andernfalls die übrigen Staaten, die mit dem deutschen Reiche bereits neue Handelsverträge abgeschlossen haben, in eine ungünstigere Lage versetzt würden, als Oesterreich. Zuverlässigem Vernehmen nach beziehen sich die Meinungsverschiedenheiten, die durch die bevorstehenden Beratungen gelöst werden sollen, ausschließlich auf die Veterinär- frage. — In Halle ist es häufig vorgekommen, daß der Magistrat gegen Stadtverordnete, die in der Form der Kritik zu scharf geworden waren, oder infolge falscher Informationen Irriges behauptet hatten, den StaatS- anwalt zu Hilfe gerufen hat. Dies hat, wie man der „Börsen-Ztg." mitteilt, die „Kommunale Vereinigung" veranlaßt, der Frage näher zu treten, ob es nicht möglich sei, auch den Stadtverordneten die Immunität zu garantieren. Man ist sich klar darüber, daß ein solcher Schutz, wie ihn der Reichstag hat, nur durch gesetzgeberische Maßnahmen geschaffen werden kann, und man hofft, von hier aus unter den deutschen Städten eine Bewegung zur Erreichung dieses Zieles auszulösen. Kempen (Posen), 20. Dez. Gegen die Gräfin Sofie Szembek auf Schloß Siemianice ift die gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden, weil sie polnische Bücher an die Kinder in Siemianice und Umgebung verteilt habe. Es befanden sich darunter solche zum Erlernen der polnischen Sprache. Ans und Land. Gießen, den 21. Dezember 1904. ** Verfügung betr. die Führung de§ Meistertitels im Handwerk. Eine wichtige, neue Verfügung des Regierungspräsidenten von Köln: Nach § 138 der Reichsgewerbeordnung dürfen den Meistertitel in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks (z. B. Bäckermeister, Tischlermeister) nur diejenigen Handwerker führen, die in ihrem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen erworben (§ 129) und die Meisterprüfung bestanden haben, sowie diejenigen älteren Handwerksmeister, die den Meistertitel auf Grund deS Artikel 8 der Uebergangsbestimmungen zur Novelle der Neichsgewerbeordnung vom 26. Juli 1897 zu führen berechtigt sind. Gegen diese Bestimmung kommen noch immer za hlreiche Verstö ße vor. Insbesondere ist beobachtet worden, daß Handwerker bei Gelegenheit ihrer Eheschließung gern dazu neigen, sich den Meistertitel unberechtigt beizulegen, indem sie bei Anmeldung des Eheaufgebots dem Standesbeamten gegenüber erklären, sie seien „Meister". Hierdurch werden nicht nur unrichtige Eintragungen gemacht, sondern es wird der unberechtigterweise beigelegte Meistertitel auch in amtliche Veröffentlichungen und in die dem Handwerker auSgehändigte Bescheinigung der Eheschließung übertragen. Um diesen Pflichtwidrigkeiten vorzubeugen, auS denen dem Handwerker Nachteile und Bestrafungen entstehen können, sind die Standesbeamten deS Regierungsbezirks Köln angewiesen worden, in Zweifelsfällen, in denen ein Standesbeamter eine standesamtliche Anzeige entgegennimmt, von dem anzeigenden Handwerker den Nachweis sich erbringen zu lassen, daß er zur Führung deS Meistertitels berechtigt ist. dem Rentier Krüger (der von Herrn Lippert recht wirksam gegeben wurde) auf der Amtsstube gedieh prächtige d. h. so, wie es der Dichter will, mit weniger kriminalistischem Erfolg als den Ergebnissen, die uns in so große Heiterkeit verletzen. Bei Herrn di Giorgi klappte alles. Er war hochnäsig, schnarrend, grob und, wenn er mit der „kreuzbraven, grundehrlichen" Waschstau sprach, menschlich und gemütlich, und die Umständlichkeit und der Scharfsinn, mit der er die Untersuchung leitete, waren äußerst packend. Ganz der Typus einer vom Humor verklärten' gewissen Sorte junger preußischer Amtsvorsteher. Es kommt bei der Untersuchung nichts heraus. Ter gestohlene Biberpelz ist nach Berlin verhandelt worden, und die Verdächtigungen, die man auf ehrsame Schiffersleute werfen will, werden als haltlos befunden. Auf das Zeugnis des Schissers Wulkow, der als der Dieb ruhig und schmunzelnd auf seinem Schemel sitzt und wartet, bis er „an die Reihe" kommt. Er will nämlich die Geburt eines „kleinen Mächens" anmelden, wobei er wegen dev wichtigeren Untersuchung eine fabelhafte Geduld entwickeln muß. Herr Linzen svielte diese Rolle in der Untersuch-- unasszene sehr gut, besser als feinen Austritt in Wolffs Behausung, wo er bisweilen etwas unverständlich blieb. Von den übrigen Mitwirkenden läßt sich im allgeineinen auch gutes sagen. Ter Doktor Fleischer des Herrn Knabe war indes etwas steif, und Herr Eckhardt als ?l)mtk- schreiber trat, als er bei der Pause in der Untersuchung hochmütig durch das Zimmer schritt, leider aus dem Rahmen der hübschen Ausführung heraus, indem er zu übertrieben karrinerte. Tie Darstellung gestern im allgemeinen mar eilte der besten, die wir in diesem Wmker hier gesehen haben. Vielleicht ließe sitd Mnktig das Hereingucken Unbeteiligter Personen auf der Bühne vermeiden; das wurde gestern sehr störend empsunden, kam doch einmal aus der Ecke von Wolffs Stube ein ganzer Kopf zum Vorschein. Das haus war gut besucht. Ä.. G.. Darm stadt, 16. Dez. In der Stadiverordnetensitzung vurde betreffend die Gehalte des Üehrerpersonals an den PolkSsch ule der Stadt Darmstadt u. a. die Erhöhung der Gehalte der Lehrer um je 50 Mk. beantragt. Weitere Bestimmungen deö vorgelegten Regulativs besagen: Schul- Verwalter und Schulvcrwalterinnen beziehen an Gehalt: a. vor bestandenerSchlußprüsung 1000 Mk.; b. nach bestandener Schlußprüfung: 1) die Schulverwalter: I. vom 1. bis 3. Dienstjahr 1150 Mk., II. vom 4.—6. Dienstjahr 1300 Mark, III. vom 7. Dienstjahr ab 1450 Mk. 2) die Schul - Verwalterinnen: I. vom 1.—3. Dienstjahr 1100 Mk., II. vom 4.—6. Dienstjahr 1200 Mk., 111. vom 7. Dienstjahr ab 1300 Mk. Seminaristisch gebildete Oberlehrer und Hauptlehrer enthalten eine Stellenzulage von jährlich 750 Mk. — An Mietentschädigung erhalten: 1) verheiratete oder ver- witwete Lehrer, Oberlehrer und Hauptlehrer, sowie unverheiratete Lehrer mit eigenem Hausstand 500 Mk.; 2) unverheiratete Lehrer (ohne eigenen Hausstand) und Lehrerinnen 300 Mk.; 3) verheiratete oder verwitwete Schulverwalter 400 Mk; 4) unverheiratete Schulverwalter, sowie Schul- Verwalterinnen 250 Mk. Lehrerinnen, Schulverwalterinnen kann, wenn sic mit bedürftigen nahen Angehörigen, die von ihnen ernährt oder unterstützt werden, in häuslicher ©emcin- schast leben, je nach Beschaffenheit des Falles eine höhere Wohnungsvergütung, als die vorstehend für sie festgesetzte, durch die Stadtverordneten-Versammlung bewilligt werden. Für die Stadt würden die Mehrkosten 6050 Mk. betragen. Der Antrag de§ Schulausschusses, das Regulativ anzilnehllien, iand Genehmigung. Frankfurt, 20. Dez. Schon seit einigen Wochen hatte man bemerkt, daß in den Gernarkungen EscherS Herrn und Ecken Herrn von unbefugter Seite den Hasen, auch nrii Schlingen, nachgestellt wurde. Am Montag Morgen kurz nach 6 Uhr begaben sich der Gendarm und der Feld- schütze von Eschersheim wieder aus die Streife. Auf dem Gelände zwischen Eschersheim und Preungesheim bemerkten sie einen mit einem Jagdgewehr bewaffneten Menschen, der sich bei ihrer Annäherung auf den Boden warf. Der Feld- schütze rief ihm zu liegen zu bleiben, die Antwort war ein scharfer Schuß, dem der Feldschütze durch einen Sertensprrrng auswich. Als nun der Gendarm auf den Mann losging, feuerte er einen zweiten Schuß ab, den Gendarm und Feldschütze erwiederten. Sämtliche Schüsse gingen fehl. Als jetzl der Wilderer wieder laden wollte, geriet ihm eine falsche Patrone in die Hand, und diesen Vorteil benutzten die beider: Beamten, um den Gegner zu entwaffnen und trotz heftigsten Widerstandes zu überwältigen. Wie sich herausstellte, war er der Gärtner Heinrich Heil aus Preungesheim, ein schon mehrfach vorbestrafter Mensch. Man brachte ihn noch am Montag in das Untersuchungsgefängnis nach Frankfurt. — Vor einigen Tagen wurde in Karlsruhe der Feinmechaniker Bruno Huner verhaftet, weil er falsche Z w e l ni a r t st ü ck e verausgabt hatte. Bei der Untersuchung gab er zu, daß er sie mit einem Genoffen in Frankfurt angefertigt habe. Die hiesige Kriminalpolizei stellte innfangreiche Erhebiingen an. Heute früh gelang eß, im Hinterhause Bruchstraße 13 in Sachsenhausen die Falschmünzerwerkstätte zu entdecken und den Helfershelfer Himers, den 30 Jahre alten Graveur Bruno Hecker aus Breslau, zu verhaften. Die beiden Falschmünzer hatten das ganze Hinterhäuschen seit Oktober gemietet und dort eine vollständige Geldpräge-Werkstätte eingerichtet. Das verwendete Material iunr Silber, Kupfer und Blei. Im Verhör gestanden die Falschiuünzer, sie hätten etivci 700 Stück angefertigt und verausgabt. Die Falschmünzer arbeiteten nur uachts, die Fenster-Vorhänge waren immer heruntergelassen, so daß Niemand einen Einblick in die Räume bekommen konnte. (Kl. Pr.) Dcrmijcbtee. • Krakau, 20. Dez. Die hiesige Polizei entlarvte einen originellen Schwindler. Beim Landesgericht war ein gewisser Olas Alexander Polotynsk, Ritter von Dunin - Wonsowsiz als Assessor tätig. Gelegentlich seines bevorstehenden Avaneements entdeckte man nun, daß der sich als Voll-Aristokrat geberdende Beamte, der mit der Tochter eines reichen Gutsbesitzers verheiratet ist, die Geburts- Matrikel und die Staatsprüfungs-Zeugnisse gefälscht hatte und der Baue rn sohn Puti; ra aus einem galizischen Dorfe sei. Er fälschte aber nicht nur das Kirchenbuch seiner Heimatsgemeinde, sondern auch die Matrikel in Reichenbcrg (Böhmen), um sich als nahen Verwandten der Gemahlin des Erzherzogs-Thronfolger Fürstin Hohenberg gerieren zu können, und richtete ein Gesuch an den Kaiser mit der Bitte, die Paten stelle bei seinem Kinde zu übernehmen. Ter Schwindler wurde nun verhaftet, aber als geistesgestört erkannt. (Berl. Ztg.) * Ein 24jähriger Bengel. In Oldenburg hat der Redakteur Schweynert gegen den Ali nist er Ruhst rat wegen Beleidigung im Landtag durch die Bezeichnung v2 4 j ä b r i g c r Bengel" Klage erhoben. • Gras Leo Tolstoi, der 76jährige Dichter geriet am 19. d. M. auf seinem gewohnten täglichen Spazierritt in beträchtliche Gefahr. Taö Pferd scheute und warf Tolstoi in einen Graben. Wie seine Vermandten berichteten, ist der Unfall jedoch gut für Tolstoi verlaufen. Er kam mit einigen Quetschungen davon. * Auf derBühne wahnsinnig gern orben, ist der Schauspieler Leo Forst vom Hamburger Schauspielhaus. Bei der Premiere des Oskar Wildejchen Dramas »Die Her- zogin von Padua" erregte ein Zwischenfall, dessen Mittelpunkt Leo Forst ivar, peinlichstes Aussehen. Leo Forst spielte die Rolle deö Oberrichters im zweiten Akt, und seine schauspielerische Leistung ivar derma gen schlecht und bizarr, das; die Theaterbesucher starr vor Stauuen ivaren. Rach Schluß des Aktes erklang lebhafter Beifall, der den Darstellern bei; Hauptrollen galt, doch Leo Fort! itürmte cus enter vor Die Rampe, um zu danken. Nun zischte der Leiter des Schauspielhauses, Baron v. Berger, der in der Jntendantenloge saß, sehr vernehmlich. Forst wurde kreidebleich und blieb wie angewurzelt stehen. Am nächsten Tage versandte die Leitung des Schauspielhauses eine Notiz, daß Leo Forst einen Urlaub angetreten und Herr Sartory seine Rolle übernommen habe. Jetzt ivird bekannt, daß Leo Forst irrsinnig geworden ist und in ein Sanatorium gebracht werden mußte. Leo Forst ist tatsächlich auf der Bühne wahnsinnig geworden — sein unglaubliches Spiel in „Die Herzogin von Padua" ist dec erste Ausbrnch der Jrsinnserscheinuugeii gcive)\n. Der bedauems- iverte Künstler war in Hamburg sehr geschätzt. 6U0 dtil rtkusrvlltiubrkujlkiu bki jMO; c lt^rr:. Aufgebote. Dezember. 10. Eduard Lichtenthäler, Lokomotivheizer in Hachenburg, mit Philippiue Reiusels dahier. 10. Ludwig Ui er, Arbeiter m Klein-Lmden, mit Marie Fung daselbst. 12. Max Schietzel, Hoboist« Sergeant dahier, mit Margarethe Drujchle hierjelbst. Chcfchließuugcn. Dezember. 10. Johann Barth, Fuhrmann dahier, mit Kai Harme Reitz in Alleudori a. d. Lahn. lu. Johannes Loch, Schuhmachermeister dahier, mit Katharine Becker, geb. Blatt, Hierselbst. 10. Ernst Heinrich Kart, Lokomotivheizer in Betzdori, mit Katharme Sehrt dahier. 10. Heim ich Karl Düring, Schlosser dahier, mit Barbara Wöll hierselbst. 15. Wilhelm Schund, Hoieldieuer dahier, mit Katharine Schieß, geb. Wiegel, hierjelbst. Geborene. Dezember. 5. Dem Kauimann Wilhelm Mischer eine Tochter. 5. Dem Hilishcizer Heinrich Kraustopi eine Tochter, Christine Barbara Antonie. 5. Dem Kausmann Ludwig 9lidet eine Tochter, Emmi) Ernestine. 7. Dem Gastwirt Philipp Hosmaun ein Sohu, Karl Heinrich. 8. Dem Alajchmemneister Richard Werner cm Sohn, Hans Rudols August. 9. Tein Hlliüschasstier Georg Christ eine Tochter. 10. Dem Dachdeckermeister Johannes Prang eine Tochter, Sophie Anna. 11. Dem Dienstknecht Karl Pitz eine Tochter. 11. 4. ein Schlosser Justus Heinrich Günther eine Tochter, Marie Wilhelmine. 12. Dem Kauunanu Johann Georg Eimer eine Tochter, Katharine Marie Karola. 12. Dem Bautechniker Jalob Birtenstock ein Sohn, Wilhelm Hans. 14. Dem Hotelbesitzer Ernst Christel eine Tochter, Margarethe Elisabeth. 15. Dem Statwus- assistenten Bernhard Lüdke ein Sohn. Gestorbene. Dezember. 10. Margarethe Karolme Leinbach, 3 Monate alt, Tochter des Fuhrmannes Georg Lelnbach dahier. 10. Emilie Elisabelhe Trmkaus, 1 Jahr alt, Tochter des Metzgermelsters Gustav Trinkaus dahier. 12. Mathilde Fischer, geb Fuat, 36 Jahre alt, CH es rau des FahUartenauSgebers Jatob Fischer dahier. 14. Anna Klein, 1 Jahr alt, Tochter des Tagtohners Peter Klein dahier. 11. Ludwig Kreut er, 4-1 Jahre alt, Maschinenmeister dahier. 15. Philipp Bellost V., 60 Jahre alt, Invalid dahier. R o r d d e n t s ch e r Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 19. Dez. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppeljchrauben-Postdampser „Brandetiburg", Kapitän E. Wolters- dorjs, vom 9lorddeutjchen Lloyd in Bremen, ist am 17. Dezember Uhr nachmt ttags, ivohlbchalten in Rewyork nngetommen. i. Ö-9 6) & ca Gl © to o o o - = O c/ ca o -C = cz -*■ ~ s> o -Gl <*> O crS* er 2 O 2.» 05 O cs _ o 5 er 04 5 03-^, - cz Co Z " co cz K Gi'_ o" O ^2 — o Gl~ r~. CT- CZ n. CZ *ZT V 2. o" T w V g S* rx 8 e c o 2 o A. C @ SS Z« 55 Cb Co B" cz Ct ' C-? V *i 7 .37 ° o o o & er cz r-- o- er C ze. o w 5 •er c £» ra r*- CZ Sf CZ£ Cr? LZ 2 s- Z- 8 ।» B Cb <3 3 ^<5 5 - OD CO Z o os £ Co — — -=* «e r* «• L & Bekanntmachung, betr. die Wahlen für das Kaufmannsgericht Gießen. Für das Kaufmannsgericht Gießen sind von den wahlberechtigten Kaufleuten aus der Zahl der wählbaren Kaufleute und von den wahlberechtigten Handlungsgehilfen aus der Zahl der wählbaren Handlungsgehilsen je vier Beisitzer aus drei Jahre zu wählen. Tie Wahlberechtigten werden zur Vornahme dieser Wahl auf Freitag den 20» Januar 1905 m den Stunden von 6 bis 9 Uhr nachmittags in den StadL- verordneten-Sitzungssaal, Bürgermeistereigebäude, Garten- straße 2, Zimmer 11 berufen. Wahlberechtigt sind die Kausleute und Handlungsgehilfen, die zurzeit der Wahl das 25. Lebensjahr vollendet und im Gemeindebezirk der Stadt Gießen ihre Handelsniederlassung oder Beschäftigung haben, die Kausleute jedoch nur injoweit, als sie mindestens einen Handlungsgehilfen oder Handlungslehrling regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen. Tie Wahl ist unmittelbar und geheim, sie findet nach den Grundsätzen der Verhältniswahl statt. Tie Abstimmenden geben ihren Stimmzettel in eigener Person ab; juridische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Es wird dringend empfohlen, daß die Kaufleute durch Bescheinigung der Polizeiverwaltung, die Handlungsgehilfen durch Zeugnisse chrer Arbeitgeber, der Polizeiverwaltung oder der zuständrgen Krankentassen sich vor dem Wahlausschuß über ihre Wahlberechtigung ausweisen, da sie andernfalls von der Wahl zurüekgewiesen werden können. Ungiltig ytnb Stimmzettel: 1. welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind, 2. welche keinen oder insoweit sie feinen lesbaren Namen enthalten, 3. insoweit darin die Person des Gewählten nicht un- zwetjelhast zu erkennen ist, 4. aus welchen mehr als vier Namen, oder insoweit darin Namen von nicht wählbaren Personen verzeichnet sind. 5. welche eine Verwahrung, einen Vorbehalt oder Bemerkungen enthalten, die nicht lediglich den Gewählten kenntlich machen sollen. Gleichzeilig wird hiermit zur Einreichung von getrennten Wahlvorschlagsllsten für Kaufleute und Handlungsgehilsen aus gefordert. Jede Vorschlagsliste muß vier Namen enthalten von mindestens zwanzig Wahlberechtigten des betreffenden Teiles unterzeichnet und spätestens zwei Wochen vor dem Wahltermur, also Tonnerslag, den 5. Januar 1905, abends, bei der Bürgermeisterei eingereicht fein. Tie rechtzeitig eingereichten Vorschlagslisten werden nach erfolgter Prüfung spätestens 8 Tage vor der Wahl in ortsüblicher Weise veröffentlicht. Gießen, den 19. Dezember 1904. B20/12 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________I. V.: Eurschmann.__________________ Bekanntmachung. Betreffend: Ausführung des Jnvalidenversicberungsgesetzes vom 13. Juli 1899; hier: Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten bei den unteren Verwaltungsbehörden. Gemäß § 11 der Wahlordnung vom 25. Oktober 1899 wird nachstehend die Liste der als Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten bei der unteren Verwaltungsbehörde für den Bezirk der Stadt Gießen gewählten Personen und deren Ersatzmänner zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Dieselben sind auf 5 Hahre gewählt und in der nachfolgenden durch das Los festgesetzten Reihenfolge zu den Sitzungeii heranzuziehen. A. Bei den Arbeitgebern und zwar 1. bei den ständigen Vertretern: 1. Louis Petri III., Welßbmdermeister, 2. Heinrich Emmelius, Fabrikant, 3. Heinrich Leib, Schneidermeister, 4. Karl Hahn, Schreinermeister; II. bei den Ersatzmännern: 1. Karl Becker, Prokurist, 2. Karl Wigandl, Schlossermetster, 3. Martin Dörr, Schloffermeister, 4. Heinrich Schirmer, Fabrikant. B. Bei den Versicherten und zwar I. bei den stündigen Vertretern: 1. Heinrich Fourier, Geschäusführer, 2. Georg Beckmann, Krankenkassekontrolleur, 3. Gustav Krüger, Eisendreher, 4. Wilhelm Sickert, Glaser; ll. bei den Ersatzmännern: 1. August Schecker, Schreiner, 2. Georg Schupp, Maurer, 3. Joseph Gentner, Brauer, 4. Georg Schmidt, Schiieider. Gießen, den 19. Dezember 1904. Der von Großherzoglichem Landesversicherungsamt bestellte Wahl- Kommissär für die Stadt Gießen. Eurschmann, Beigeordneter. B20/,, Bekanntmachung. Der Voranschlag der Armenkasse für 1905 und der Plott'scheu Stiftung für 1905 liegt vom 21. d. Mts. ab acht Tage lang auf dem Bureau des Armenamts zu jedermanns Ein- sich't offen. Gießen, den 17. Dezember 1904. B’°/w Die Armen-Deputatlon der Stadt Gießen. Eurschmann. kW«! Ein Schmuck fQr Jedes Zimmer! Gesetzlich geschützt! Passendes ■ ! SSE *eeXnk! *^*Z^^V^A***W,*A*****' Hausschulbänke uescnenKi Stuhles A. Grünebaum Möbelmagazin a’4'u Balinhoffltr. 35. Telephon 441. Bezirkssparkaffe Gießen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß im Laufe des Monats Dezember jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von vormittags 8 bis 12 und von nachmittags 2 bis 4 Uhr bei unserer Kaffe Geschäftstage abgehalten werden. B3/12 Gießen, am 1. Dezember 1904. Der Direktor der Bezirksfparkasse Gießen. Wiener. Für Herren: empfehle: Faltenhemden, Vorhemden Kragen, Manschetten, Shlipse Strümpfe und Socken Taschentücher , in allen Preislagen. zy - 1 rM AM Friedr. Teipei Marktplatz 16 Marktplatz 16. Friedr. Teipei Marktplatz 16. Marktplatz 16 Für Weihnachten! Lebende Spiegelkarpfen Salm im Anschnitt, Zander, Zungen, K* Holländische Schellfische und Eabliau. Lthüsrislht Strati |tr Hsi>. 78 M. Stritt, Kognak Punschessenzcu. Frische AuanaS, Trauben, Datteln und Feigen. Js ES» Schulhof Marktstratze 4. Gegründet 1836. Telephon 119. F ompier Wersunbt nach auswärts. A. HolterhoH Söhne Seitersweg 20. Pelz-Stolas von 4,50 31k. bis 85 Mk. 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