Nr. AS2 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 1. Septemder 1904 ©rldjeini tLgltch mit VuSnahnie befl Sonntags. Die „Sietzener Samlllrnblätter* werden dem ,9In.vnKi viermal wöchentlich beiflcleqt Der »yrsstlH- Landwlrf ertoetnl monatlich eumiaL Giehener Anzeiger Rotationsdruck and Vertag der VrühlIches UnwersttätSdruckeret. ÖL Lange, Dretzes, Redaktion, Exvedltioa ».Druckerei: Schukstr.A, Del. Nu 6L Telegr^Adr-t Lintig« Gteh«» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. --- ---1 -----------L22_.=!LJ=. -----' SojiaidcmoLatischer Warteilag. (Nachdruck verboten.) SH. Bremen, den 20. Sept. (2. Derhaudlungstag.) Die heutige Meile Sitzung war in Erwartung einer Fortsetzung der Debatte über Die Belehrung der proletarischen Rekruten sehr gut besucht. Der Antrag der Parteigenossen von Elbing, Potsdam-Spandau-Ost-Havellcmd besagt: „Tie Partei nwge unter ben Proletariern, die zur Ar m e e embmifeu nie oben, vor dem Eintritt in dieselbe in geeigneter Weise Propaganda für die Ideen des Sozialismus matl^iL Jnsdeior.de re sind die künftigen Soldaten durch Bro- schüren über ihre Pflicht gegenüfer dem sogenannten „inneren Feinde" aufzuklären. In diesen Broschüren ist den Soldaten auch Rat zu erteilen, wie sie sich angesichts der zahlreichen Soldaten Mißhandlungen zu verhalten haben." Zunächst erhielt ber bei der Entführung der Prinzessin Luise von Kobuog tätig gewesene Reichstagsabg. Dr. Südekum-Dresden das Wort. Er bczeichrtet die in der gestrigen Sitzmtg von SD-r, Liebknecht geforderte Broschüre zur Propaganda unter den Militärpslichtigen für wirkungslos, unter dem Zwange der Disziplin würden die Soldaten gegebenenfalls doch auf das Volk schießen. Die Grundlagen und Bedingungen des Militarismus würden durch eine solche Propaganda nicht erschüttert. Für die sozialistische Jugend sei sie zwecklos und für die übrigen, die dadurch zum ersten Male mit sozialistischien Ideen in Berührung kämen, fönne eine derartige Propaganda unter Umständen zu bedenklichen Konsequenzen führen. Von anderen Rednern, namentlich Katzen stein- Mminheim, wird gegenüber Dr. Südekum betont, daß die Partei auf die Dauer unmöglich den modernen Er- s.cheiuungen des Militarismus, wie sie sich auch in den ungeheuerlichen Mißhandlungen auspraglcn, untätig zuschauen könne. Inzwischen hatte Wg. Dr. Liebknecht einen Ab* änderungSantrag eingebracht, in weld)«em die Grüird- uug besonderer Jugendorganisationen verlangt wird, in beuen vor allem der Kllurpf gegen den Militarismus gepredigt werben soll. Detitgegenüber bemerkte v. Bollmar: Ich muR von meinem Standpunkte aus be- .bauern, daß diese Debatte hier überhaupt entzündet worden ist. (Beifall.) Denn ich meine, je weniger man über diese Sache übet, um so besser ist cs. (Sehr richtig!) 3d£ bin erstaunt, wir jenuuib eine solche Sache in dieser Form zur Sprache bringen konnte. (Sehr richtig!) Anträge wie diese und Reden wie diese bcöcuten nichts atibcrcä, als ein Spielen mit dem Schießgewehr auf Kosten der Leute, die in die Kasernen müssen, aber auch auf Kosten einer Anzahl von Rednern, die sich euent veranlaßt scheu tonnten, diese Dinge wcllcrzufpümen. (Sehr ridjaig! Beifall.) Man hat nun gejagt, eS sei uicküs von der Pariellellung ge- sä>ü)cn. Ja, schläft denn der betreffende Genosse? (Heiterkeit.) Gibt es überhaupt c ttvas, was so klar ist, wie unsere Stellung zum Militarismus? Jede Minute ist hinauSgcworfen, bie nur mit tociteren Worten über diese Sache Verlieren. (Beifall.) Liebknecht sagt nun: Ja, aber der Militarismus ist der ärgste Feind! Parteigerrossen, wie viel ärgste Feinde haben wir denn cigemlich? (Hellcrckll.) Einmal ist eS die Religion, dann wieder der Mili- tarismus. Für mich ist es her Kapitalismus. (Bravo!) Ich meine, jeder Dozi-alist sollte sich sagen: Was kann, was wird aus dieser ober jener Sache werden? (Sehr ridtfig!)_ Die Wirkung der geforderten Propaganda würde den Kriegsmrmstem ins Gc-sich« -schlagem Mit der ÄnnalMe der vorliegenden Artträge wäre der erste Schritt zur Kaisernenagita.ion getan, die wir stets abgelebut haben. 3)1 ir ist es unverständlich, wie ein Jurist einen solchen Antrag cnrbrmgen konnte. (Beifall.) Die Partei müsse bei ihrer alten Taktik beharren und das entschieden gegenüber dem Anträge zum Ausdruck bringen, nämliw den sozialdemokratischen Rekruten zu sagen, daß sie als Soldaten nur solche feien, genau wie die übrigen. (Beifall.) Dr. Liebknecht (mit Unruhe empfangen) betont die Notwendigkeit der sozialisvischen JugenderAiehung; er wolle indessen den Antrag fallen lassen, beantrage dagegen, daß der Parteitag als Richtschnur für den Vorstuwd diese Notwendigkeit und die Form ihrer Eenügeleistung zum Ausdruck bringe. (Widerspruch) Inzwischen geht ein Antrag Südekum ein, über beide Anträge Liebknechts zur Tagesordnung überzugehen. 9Tlü auffallender Schärfe erklärt sich Abg. Frohme- Hamburg sür diesen Antrag. Nach der vernichtenden Kritik, die die Anträge hier gefunden haben, kann ich mich nur' wundern über die verblüffend e Dreistigkeit, mit der der Genosse Liebknecht hier unter Anwendung einer — sagen wir juristischen Rabulistik — (Heiterkeit) seiner Idee trotz allen Widerspruchs dennoch zum Siege verhelfen möchte. Mit der absoluten Ablehnung werden wir am allerbesten über diese unqualifizierbare Angelegenheit Hinwegkommen. (Großer Beifall.) Der ?-.n /rag auf Uebergang zur Tagesordnung wird darauf mit großer Mehrheu beschlossen, und dann sämtliche üb eigen Anträge betr. so»ialbeurokratischL Literatur und Presse dem Vorstande zur Erwägung überwiesen. Eine weitere Anzahl von Anträgen beschäftigte sich mit der Behandlung verschiedener Themata auf dem nächsten Parteitage, darunter ein solcher, der „Sozialdemokratie und Strafrecht" erörtert wissen tollt mn sich einmal über bie einseitige Härte der Gerichte gegen Sozialbemo- kraten bezw. LrbeUcr auSzusprechen. Ein Antrag fordert auf die nächste Tagesordnung zu setzen: „Der Generalstreik". Letzteren Antrag begründet Dr. Liebknecht. Der Antrag auf Behandlung der Alko h o l fr ag e, so führte Katzenstein au§, fei ein alter Bekannter. (Heiterkeit und ironifeber Beifall.) Ihr großer Beifall beweist mir, daß er diesmal eine günstigere Aufnahme finden wirb. (©türm. Heiterkeit.) Die Genossin Zetkin ist feine Mutter, abcT sie ist ihm keine gute Mutter gewesen, denn sie legte ihn barnals in bie rauhen Hände von Männern, bie nicht mit ihm umzugehen verstanden (Sliterfeit.) Vicl- leiclst iß es aber auch nur ihre angeborene weibliche Schüchternheit gcn-csen (Stürmische Hetterkeit), bie sie ad hielt, ihn selbst zu vertreten. Mr sind weit entfernt, den Arbeiter seiner kargen s.ceubcn berauben -u wollen^ mir wollen ihm im g.iiii'il höhere Jreuden schassen, als sie der Alkohol zu Vielen bcunag. Die verbauunie Aebürsnlslosig- ü-ii, die der Alkohol erzeugt (Ohorufe, Unruhe), bie wollen. Wir beseitigen. Der Satz: Der AlkvholiZmuS ist bie Folge des w-irtfchaftlichcn Elends! tmüssen wir bekämpfen. Denn auch bie Offiziere, Studenten usw. saufen und weshalb? Weil sie sich rm geistigen Eleno befinberr. (Heiterkeit unb Beifall.) Wir wollen keine Abstinenz aber Aufklärung! (Beifall.) Bernstein: Der Gedanke der Wahlentrechtung schwebe nach Bülows Aeußecung in der Lust unb- man wisse nicht, welchen Kämpfen bie Partei entgegengehe. Sie müsse beshalb alle ihre Kräfte unb Kampfmittel schärfen unb sich besten bewußt lverden, um im entscherbenden Augenblicke in jenem bcoheriden llampfe alles in bie Wagschale zur Erhaltung bestehenber Stechte werfen zu Eömicn, gegen ben Wahlrechtsraub ben politischen Massenstreik bes Proletariats. (Beifall.) Sobann würbe ber Antrag Katzenstein angenommen. F-erner gelangte noch folgender, von dem aus bem Königsberger Geheimbunbprozeß her bekannten Krankenkassenrenbanten Braun- zkönigsberg etngebrache ter Antrag zur Annahme: .,Ju Anbetracht der ungebeurcn Schädigungen, welche der Alkohol der Arbettersck-aft verursacht, indem er dadurch insbesondere zu einem großen Hriwernis für die Venoicklichung unserer Ziele wird, hätt es der Parteitag im Interesse des Forl- sckxreitens unserer Bewegung für unbedingt erforderlich, den Äkohvlmißbrauch In der Arbeüerschaft zu bekämpfen. Er fordert daher alle Parteigenossen unb insbesondere alle Parteizcitungcm auf, noch melyr als bisher die Arbetter auf die Gefahren des ALtoholgenusses aufmerksam zu madjen." (Nachflnittagssitzung.) Die heutige Nachmittagssitzung brachste endlich die Affäre Schippet zum Austrag, deren Erörterung mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Es war der Reichstagsabgeordnete Ledebour, ber in seinem Bericht über bie parlamentarische Tätigkeit ber Fraktion gleich an erster Stelle ben Fast Schippel zur Sprache brachte unb sich mit bemerkenswerter Schärfe über baä Verhallen bes Genossen in der Schutz- zollsrage äußerte. „Ter Pattciiag mißbilligt auf das schärfste die Unklarheit und Zweideutvgkcil, mit welcher der Genosse Schippcl feit langem in Wort unb Schrift sich gegenüber ber Frage ber Lebcnsmittcl- zölle verhalten unb dadurch unseren Feinden Material gegen fee Partei geliefert bat Wenn sck-steßlich d-r Genöße Scl)ippcl, durch die Fraktion zu klarer Stcllungnatzme gedrängt, erflärte, daß er Gegner der AgrarzöUe sci unb m fer Zolltarisfrage die Stellung bet Partei teile, tvar cs uni so unbegreiflicher unb unverzeihlicher, daß er seit Jal/ren feinen ganzen Scharfsinn unb scin^ganzes Können aufbot, um zu bewcHeri, dag vom agrarifä-en Standpunkt aus die Forderung der Agrarzölle gerechtfertigt sei, eine Aufgabe, die »v-ahrlich nid/i bteiemge eine» Sozialdemokraten sein laun. Der Parteitag mißbilligt aber auch entschieden ben häßlick-en und Hochsährenden Ton, in bein der Genosse Schippel die Polemik gegen die Partei unb Parteigenossen führte, ein Verfahren, das sich um so weniger rechtfertigt, als, er feinen Standpunkt in fer 2lgrarjragc von Grund aus gcn>ed^clt hat" Ferner liegen zur parlamentarischen Täiigkeit mxf) folgende Anträge vor, u. a. von ben Parteigenossen in Essen: „Der Parteitag möge die Reickzstagsfraktion beauftragen, in Zukunft sämtliche Kvlouralsordcrungen abzulehnen." Von den Parteige- no-iicn in 3ciei>i'cbaniim folgender: „Die F-raktion soll dal-in wirken, daß die für Landarbeiter unb Gesinde bestehenden Ausnahmegesetze beseitigt und diesen Arbettern das Koalitiousrecht gesickert wird." In seinem Bericht über die parlamentarische Tätigkeit führte Abg. Ledebour aus: Wenn man von der Parlamentäriick-en Tätigkett der Reichstagsfraktion sprechen wolle, kann man nicht an dem Verhalten des Genofsen Schippel zu ber Schutzzollpolitik unb ben baniit zusammenl-ängenden Fragen ohne eine besondere Kritik Vorbeigehen. (Sehr richtig!) Man müsse annehmen, daß einige Stänker, berufsmäßige Krakehler unb Denunzia nte n einen Konflikt mit ihm an den Haaren herbeigezogen hätten, um ihn eines Verstoßes gegen die Grundsätze ber Partei bezick>tigen zu können. Die Fraktion habe einen BcsckKuß zu dem Fnll Schippel gefaßt, der in dem Bericht über die parlamentarisä-e Tätigkeit nicht enthalten sei, weil Schippel bei Abschluß des Berick-ts in feinen Rechstertig- ungserilärungen noch nicht über die Emlcitung hinausgekommen fei. Schippel halte diese Einleitung allerdings für die Haupt- sack-e seiner Erklärung. (Heiterleit.) Die Fraltion stehe demgegenüber auf dem Standpunkt, daß cs Schippcl selbst m 47 Zeitungsspalten nickst gelungen sei, Klarheit über seine Ansichten zu verbreiten. (Sehr wahr!) Wenn jemals, so haben wir bei der zoll- politischen Aktion unitre Pflicht getan unb den Beweis, daß wir unS damit auf dem richtigen Wege befanden, lieferte am besten der Ausfall der letzten Reichstagswahlen, ber unsere Stimmen» zahl um eine Million erhöhen ließ. (Beifall.) Wenn aber eine solche Aktion dauernden Wert behalten soll, so ist es die Psliclst der Lreichstagsabgeordneten, sich in diesem Kampfe bei Partei aktiv zur Verfügung zu stellen, damit diese Kämpfe zu einem glücklichen Ende geführt werden können. (Beifall.) 3Nir ist ans den Verhandlungen des Zieichstages kein einziger Fall gegenwärtig, wo Sch. aktiv in die Verhandlungen über den Zolltarif cingegriffen, wo er in der Kommission dazu das Wort genommen hätte. (Hört, hört!) Die Partei verlangt natürlich von keinem Gciwssen, daß er feine Ansichten verleugnet, umkchrt, oder daß er redet, was er selbst nickst glaubt. (Beifall.) Tas konnte man auch bei Schippel zunächst annehmen, man konnte annehmen, daß er schvocige, weil er mit dieser unserer Aktion nicht einverstanden sei. Wäre diese Sack-e so gewesen, io hätten wir das zwar lebhaft bedauert, aber wir hätten fernen Änlaß genommen, noch heute nachträglich mit ihm abzurcchnen. (Sehr richtig!) Aber der Genosse Sdstppet hat später außerhalb .dcö ReidzstageS in schrift- lick-en Erörterungen über die Handelspolitil, insbesondere die Schutzzollpolitik, Grundsätze aufgtfti’llt, die direkt gegen die Anschauungen ankämpften, die wir im LicühStage vertraten. Selbstverständlich ist dieses Vorgehen SckstppclS von den Gegnern gegen die Sozialdemokratie zum Sd-aden der Partei ausg-csckstachtet wvrdcn, unb diese Ausspielung Schippels gegen die Partei im Reichstage hat Schippcl schweigiam a ngehört, wo alle Welt envartete, daß er um seiner selbst nnllcn flammenden Protest erhöbe gegen seine Zurechnung zu den Brot- unb Zvlttoucherern. (Großer Beifall. >^ehr ricbivg!) Ich erinnere nur daran, daß Frhr. Hehl von He rr ns he im ün Reichstage ausdrücklich auf bie Artikel des „hervorragenden" unb „klugen" Kopses Sclstppel exemplifiziert hat, wie denn ja die bürgerlichen Parteien immer die Praxis verfolgen, den „berühmKu" Genossen zu zitieren^ wenn seine Anschauungen dann der Partei zuwiderlauien. (Lchippcl durch bia unb dünn. (Sehr richtig!) Wenn sich langsam die Ueberzeugung von ber Unhaltbarkeit einer Posi^ tian durchringe, so sci es schioer, von dem Betreffenden Klarheit üb.r sein gegemoärliges unb sein künftiges Verhalten zu bekommen, (oebr richtig!) Wie vereinbart Schippel die Tatsache, daß er int Reiuzstage bie Anträge der Fraktion unterstützt hat mit der anderen Tatsache, daß er im letzten Jahre in „Erklärungen" unb sonstigen Auslassungen zu Argumentationen getonimen ist, die nur ben Gegnern nutzen und im Gegensatz zu den Beschlüssen der Fraktion stehen? (Sehr rudjaig! Lebh. Beifall.) Er hat nur alle die Genoftcn zitiert, die sich einmal zu gunsten seiner Polttik ausgelassen haben. (Zuruf Bebels: Und er hat sie falsch zitiert!) e b e b ou r; Wir können es kerncssalls zulassen, daß uns auch fernerhin Sästppri immer wieder von unseren Gegnern als Knüppel zwijck-en die Beine geworfen iuild. (Beifall.) Er hat bie Leute veryöhnt, die auS feinen Artikeln die a-grar-zöllnerische Ansicht herausgelcsen haben, und da nicht nur Gegner zu diesen Leuten gehören, sondern a uch Parteigeiwssen, so hat er damit auch die Partei selbst verhöhnt. (Bevel: Sehr richtig!) Schippel ist uns die Antwort schuldig geblieben in 47 Spalten! (Heiterkeit und Beifall. )Wir werden nuume.hr sehen, ob er auf diese Vorhaltungen annehmbare Erttärungen geben wird. (Lebh. Beifall.) Werl wir als Fraktion von Sftstppel den größten Mut der eigenen ^Meinung verlangen, deshalb haben wir ihn ausgefordert, seine Meinung deutlich unb frei zu sagen. (Beifall unb Heiterkeit.) Ledebour iuenbet sich dann bem Anträge zu, der die Ablehnung sämtlicher Kolouialsotderuugeu durch die foziaioemo^iuckchen Abgeoroneteu lurocrt Der 2lntrag richtet iiu> geg.n die ioeuniligung ber ersten Forderung für Süd- ioe st a s r i la beim Ausbruch des Herervaufstandcs. Für die ostasiatische Expedition z. B. sei die Fraktion aus Humanic läisrucüjicksten gegenüber dem Zentrum für die volle von der Regierung geioiiKttcn Summe erngetreten. Wetter reckstfertigt peb^bour die ablehnende Stellung der Fraktion gegenüber den iiauf in annöge richte u ni ber ün SieidiSiage zur Annahme gelangten undurchführbaren Form. Hierauf begann die sehr ausgedehnte Diskussion. Dr. Michels-Marburg mißbilligt bie H aktnutz der Fraktion zur Forderung für S üb w e sta fr i ka. Daß Bebel erklärt habe, man werbe ei)ent bis zum letzten Mannt die Sache bes Vaterlandes vertreten unb keinen Fuß breit Boberi pceisgeben, halte er nicht für gan- ridjjtig. (lliirnhe.), Wi.r erkennen bas Sclbsck-esiinunungsred>t aller Völker am unb BebelS Erklärungen bringen unS bamtt in einen Gegensatz zu unseren Anschauungen. (3ia, na!) Gefetzt ben Fall, cs käme zu einem polnisc^n Aufstaube — so müßten uich^ unsere Shmpathiecu auf feiten ber unterdrückten Polens )cin, müßten wir uns uichst bis zum letzten Blutstropfen: chrer annehmen? (Unruhe und Luchen.) K a r st e n - Ponuucrn: Ter ruck)ichtslose Kampf gegen den Zolltarif habe bie Wahlarbett auf bem Laude ungemein} erfchivert. Ich Genosse Bcbcl, Sie sollten mal bie Hütter- poulmerscheu Wähler kennen lernen. (Heiterleit.) Bei und i)0t ber übLMvad-eube Polizist in einer unserer Versamm^ langen in bas Hoch auf bie Sozialbcunokrarie emgefiüninL (Heiterkeit. Bebel ruft: Läublich- sd-jänblich!). Gewiß, G> nosse Bebel, er sagt sich eben: Ich lebe mit diesen Leuten unb was sie tun, tue ich auch Mer sollen wir auf solchy Leute verzichten? Das müsse man aber, wenn man die heutige Taktik mitmachen wolle. (Unruhe.) Abg. Bebel rechtfertigt bie Haltung der Fraktion in der Hererofrage, ba genaue positive .Unterlagen zu einer richtigen Beurteilung ber sübwestasrikanischen Vorgänge und Verhältnisse banials nod) nicht Vorlagen. Ich habe mich, genmnbert, baß meine Erklärung, wir würden unter keinen iltnjtänben einen Einfall fremder Mächte in Deutschland duldeii, so großes Aufsehen hervorgerufen hat. Ich stehe mit ihr burchaus nicht im Wioerspruch mit unserer sonstigen Taktik. Wohl stimmen wir gegen ben Militäretat, oder nur, weil wir ben Militarismus in feiner heutigen Form bekämpfen. Aber wenn eine Gefahr brohen sollte, sowerbenauchwirunserTeilzurAdwehrbei^ tragen. (Beifall.) Hätte nicht 1870 Bismarck burch eine raffiniert geschickte Politik bie Sache so bargestellt, als ob Napoleon ben Krieg wolle, wühreno er in Wirklichkeit imf Verein mit Moltke sich sagte: Jetzt üch der Moment gekommen, wo wir mit Erfolg losschlagen können! so hätten wir sicher bie Kredite bewilligt. Inzwischen war noch folgendes Amendement zur Resolution Bebel emgelaufen: „Ter Parteitag erklärt Weller, daß das Vertrauen, deffen ein Gcno-sse zur Bekleidung von Vertrauensstellungen in der Partei unbedingt bedarf, gegenüber dem Genckftcn Scl)ippel auss tiefste erschüttert ist, daß, wenn Sdftppel forlfährt, in der bisherigen Weise znrn Schaden der Partei zu wirren, er gezwungen fein wird, die Konsequenzen seines Verhallens zu ziehen." Der Antrag octr. KoalitronSrecht für Landarbeiter uno Gesinde wirb angenommen. Ansammlung ves Lanoexpskrdkzuchtvnrius. (5Driginatbciia)t' des „Gieß, ünz.") -k-. Hungen, 20. September. Der Vorstand des Landespferdezuchtvereins veranstaltete am velflossenen Sonntage in Hungen eine Versammlung, vor welcher im Einvernehmen mit dem landwirtschaftlichen Pro- vinzialverein eine Besichtigung ber Fohlenweide im Tiergarten bei Hungen stattfand. AuS allen Kreisen der Provinz waren zu dieser Versammlung eine Anzahl Rfttglieder des LandeS- pserdezuchtvereins und des landwirtschaftlichen Provinzial- vcrcinü erschienen, sowie zahlreiche Pserdczüchter und Fohlen- besitzer, die auch ivohl ohne Ausnahme jenem Berem alß ÜRitglieder angehörten. Die Besichtigung der Fohlenweide ging der eigentlichen Versammlung voraus. Zu Wagen, zu Pferde unb zu Fuß erreichten bie Interessenten dir auf bcibcn Ufern der oberen Horloff auf hügeligem Terrain gelegene Fohten- ivcibe. Die Lage i|t fo schön, daß cü sich auch für jeden, der mit der Fohternvcide nichts au tun bat lohnt, bas m Zahlreiche Weideschläge geteilte und fast aus allen Seiten vom Walde umschlossene Gelände zu besuchen. Die Weideschläge werden belebt von 84 Stück ein-, zwei- und dreijährigen Fohlen und 14 Rindern. Die jungen Tiere sollen in Gesellschaft sich auf guten Weideplätzen in Luft und Sonne tummeln, damit sich Knochen, Hufe, Muskeln und Sehnen und nicht zum wenigsten die Atmungsorgane naturgemäß entwickeln können. So wird der Gesamtorganismus gestärkt und widerstandsfähig gemacht. Die Ernährung soll ausreichend sein, aber sie soll auch nicht zu reichlich sein. Jungviehweiden können und sollen nicht Mastanstalten werden. Wie schon cmgederllet, ist die ca. 40 Hektar große Weide in eine Reihe von eingezäunten Schlägen ungeteilt, die abwechselnd den Tieren als Weide eingeräumt werden. Ist der eine Schlag genügend abgeweidet, so sinden die Tiere auf dem andern wieder einen reichlich gedeckten Tisch. Den Tieren ist es möglich gemacht, von jedem Weideschlag aus die immer geöffneten Luftigen und sauberen Ställe zu erreichen. Scheint die Sonne zu heiß, werden die Tiere von den Fliegen zu -sehr belästigt, so suchen sie die Ställe aus. Weniger oft scheucht sie Wind, Schnee oder Regen in den Stall, selbst im tiefen Winter — eine immer wachsende Zahl von Landwirten läßt auch die Tiere im Winter auf dieser Jungviehweide — suchen die Tiere das im Herbst verschmähte jetzt abgestorbene Gras auf oder nagen die ersten zarten Graöspitzen ab, die cm paar warme Februartage herausgetrieben haben, und wenn ein schneidiger Nordwind die Schneestocken noch so munter durch die Lust wirbeln läßt. ES har sich gezeigt, daß gerade Fohlen, welche auch im Winter auf der Weide geblieben waren, sich am Widerstands- iähigsteu erwiesen gegen die Krankheiten der Fohlen. Alle die jungen Tiere, die nicht selten den ganzen Winter in übertrieben warmen Ställen standen, weisen alle die zahlreichen Fehler aus, die mangelnde Bewegung, schlechte Lust bei den Pferden schon in stüher Jugend erzeugen. Tas sind in erster Lmie Fehler in der Stellung der Beine, schlechte Husbildung, schlechte und daher empfindliche Atmungsorgane. Nur in den Ställen werden beim Pferde in der frühen Jugend die Krüppel erzeugt. Die Leiter der Jungviehweide hatten die Freude, von oen Fohlenbesitzern und den Herren des Vorstandes des Landespferdezuchtvereins und allen den Kritikern, die sonst noch anwesend waren, zu hören, daß die Einrichtungen der Weide gut seien, daß die Fohlen in einem guten Ernahrungs- zustande sich befänden und daß die Pflege der Tiere überhaupt nichts zu wünschen übrig lasse. Diese günstige Kritik war in diesem Jahre um so schwerer, als die heißen und sehr trockenen Monate Juli und August auch die Vegetation der Futterkrauter auf der Fohlenweide Thiergarten mehr oder Weniger zum Stillstand brachten und darunter die Ernährung der Tiere litt, trotz des Mehraufwandes von Heu, Hafer und anderen Kraftsuttermitteln, für den der landwirtschaftliche Provinzialoerem rechtzeitig gesorgt hatte. Das Werdegeld, welches der Fohlenbesitzer zu zahlen hat, ist so geringfügig, daß eS geradezu unbegreiflich ist, wie es Landwirte gibt, die ihren jungen Tieren die Vorteile deS Werdeganges vor- enthalten. Die eigentliche Versammlung des Landespserdezucht- vereinS fand nach der Besichtigung der Stadt im Hotel zur Traube in Hungen stat. Die Vorsitzenden deS gen. Vereins waren am Erscheinen leider verhindert gewesen, vom Vorstand war nur Rittmeister Nägelö, der Sekretär, erschienen. Den Vorsitz führte Oekonomierat Hoffmann-Hofgüll als Ausschußmitglied des Landespserdezuchtoereins. Er begrüßte bei der Eröffnung den Vertreter der Provinzialdirektion, Kreisamtmann Hechler-Gießen, den Beigeordneten der Stadt Hungen, den Präsidenten des landwirtschaftlichen Provinzialvereins, Oekonomierat Schiente, die in kurzen Worten für die Begrüßung ihren Dank aussprachen. Dann erteilte der Vorsitzende dem Tierarzt Walter-Lich das Wort, welcher in seinem Vortrage alle die Vorzüge schilderte, die eine große Fohlenweide für die jungen Tiere und deren Besitzer im Gefolge hat. Dem Vortragenden wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen, und die lebhafte Diskussion, welche sich an den Vortrag knüpfte, bewies das Interesse, welches auch der Vortrag wie die Besichtigung der Fohlenweide wachgerufen hatten. Die Fohlenweide im Tiergarten bei Hungen kann bis 140 Fohlen ausnehmen. Bis jetzt ist die Höchstzahl mit 84 Stück erreicht. So lange diese gut eingerichtete und als gut anerkannte Fohlenweide noch nicht überfüllt ist, erscheint die Einrichtung weiterer Fohlenweiden m der Provinz Ober- heffen als ein unberechtigter Wunsch. Auch aus den entferntesten Teilen der Provinz können die Fohlen auf die Weide im Tiergarten gebracht werden. Das kostet dem Besitzer, der das Fohlen selbst bringt, höchstens einen Arbeitstag und ca. 35 Mk. Weidegeld. Dafür tauscht er ein, daß sich das Fohlen auf der Weide zu einem vollwertigen Gebrauchstier entwickeln kann, daß er sich um Pflege und Ernährung und ärztliche Behandlung des Tieres vom 1. Juni bis 1. Oktober nicht zu kümmern braucht. Wer den Vorteil der Benutzung der Fohlenweide immer noch nicht einsieht, dem ist nicht zu helfen. Kandel und I"Kcyr. KoUiswittschaft. Berlin, 20. Sept. Ter Auhsicixsrat der Darmstadter Bank besti)loß, der auf den 26. Oktober einzuberufenden Generalversammlung eine Erhöhung des Aktienkapitals um 2 2 Millionen vorzwschlagcn. Von den neuen Aktien werden 8 <"75 000 Mk. von den Teilhabern der Firma Robert Warschauer u. Eo. zum Kurse von 120 gezeict/net. Der Erlös dient als Gegenwert der am 1. Januar 1905 auf die Darmstädter Bank übergehenden Aktien — nach Abzug der Passiven der Firma Warjck-auer. Die Firma Warsä-auer wird als offene Handelsgesellschaft von den bisherigen drei Inhabern weitergeführt. Die ceiUidKU 13 225 000 Mk. junge Aktien dienen zur Verstärkung der Betriebsmittel und sollen einem Konsortium zu 120 plus Spesen überlassen werden, welches sic -en alten Aktionären zu 125 Mk. anzubieten hat, wobei auf je 10 alte eine neue Aktie entfallt. Durch Oie Transaktion mit Warschauer wird für die Darmstädter Bank ein jährlicher Ueber schuß über vier^ Prozent hinaus von zirka 1 Mill. Mark erwartet.' In ber heutigen Aufsichtsratssitzung wurde der Semestcrabschluß vovgclegt, welcher durchaus zufriedenstellende Resultate ergab. Fiskus undKohlcnsyndikat. In der letzten Zechen- besitzerversammlung bestätigte der Vorsitzende auf eine Anfrage auS der Versammlung, daß die Vollmacht zu den Verhandlungen über den Eiillrill des Fiskus tjur zu Verhandlungen im Rahmen des Syndilatsvertrages ermächtigen solle, und iveitcr, daß irgend ivelche Bedingungen wegen Eintritts des Fiskus ins Syndikat noch nicht skizziert seien. Ta die Versammlung auf dieser Grundlage die Vollmacht einstiinmig genehmigte, bleibt nur noch das Einverständnis der nicht vertretenen Zechen zur ^lufnahme der Verhandlungen des Syndikats mit dem Fiskus, einzuhvlen. Jetzt haben sie beide genug. Da nur die Dresdener Bank die absolute Mehrheit in Hibcrniaaktien besitzt, läßt auch die gegnerische Gruppe mit ihren Ankäufen seljr nach. Infolgedessen gingen die Aktien an der vorgestrigen Börse bis 270 zurück und scheinen sich fürs erste auf diesem Kurs hallen zu wollen. Gestern wurde gar teilt Kurs gemacht. Vorläufig ist ja an ein rapides Znrückgehen der 5turse nicht zu denken, aber es wird auch wieder eine Zell kommen, vielleicht noch in diesem Jahre, wo man Kurse sehen wird, die denen ähneln, die vor der Zeit notiert wurden, als man von Verstaat- lichung von Bergwertsgesellschaften sprach. Zlniversttäts-Yuchrichten. n. Marburg, 20. Sept. Ter o. Professor und Direktor des pharmakologisä-en Instituts an der hiesigen Universität, Geh. Medizinalrat Dr. Hans Horst Meyer, hat einen Ruf an die Wiener Universität aus den nenerrichteten Lel/rstuhl für experimentelle Pljarmakologie abgelehnt. Ter Gelehrte stammt auS Insterburg in Ostpreußen. Er steht im 52. Lebensjahre. Eingesandt. Warum fahren leine Sprengwagen mehr? Es herrscht ein geradezu lebensgefährlicher Staub in unserer Stadt. Wohl dem, der nichts auf der Straße zu tun hat. Wir aber ,die wir hinaus müssen, die wir unsere Kleinen zur Schule schicken müssen, wir bitten dringend um Hilfe. Unsere und unserer Kinder Lungen haben lange genug alles stumm hinuntergeschluckt. Tie kleine Mühe, den Staub zu beseitigen, steht in keinem Verhältnis zu dem ungeheurenSchaden,der durch das permanente Einatmen ganzer Staubwolken entsteht. Ein Anwohner der Frankfurter st raße. Bier! — (Sogunc! — Gnadauer Bretzel! schreit der Piccolo auf dem Bahnsteig I — ,Hol's bet Kuckuck", brummt ein total erkälteter Herr, wenn der Kerl jetzt statt der „achten Gnadauer" die „ächten Fay's Sode- ncr" hätte, ich gab ihm dreifachen Lohn dafür! Ich reise sonst nie ohne Fay's Sodener-Mineralpastillen, heut aber hab' ich sie vergessen und nun bin ich dem Einfluß des zugigen Eoupss hilflos preisgegeben. Aber das soll mir eine Warnung sein: Die Fay's Sodener kommen mir nicht niehr ans der Tasche. Für 85 Pfg. überall erhältlich. Vor Nachahinungen wird gemimt. hv16/9 Eme hübsche Herren- oder Damen- <6% “ SS ■■ ö Ha Bw taschen-Uhr erhält Jedes, welches ------------------ ■■ ■ zusammen 400 Umhüllungen von Gwlh.s Spiegelseife, Gioth's gemahlener Kernseife und Gioth's Schwanenseife (Tollettenjeise) an deir Fabrikanten I. Gioch, Hanau einsendet. hv10;4 3 io <3 CO c ** C Oö m 73 > s S Cf er o 4» Cf Ä O <1 *3, S' ■ o CO <3* 3 er D 'CO o E ö 3 <5 O -tz: 6 5 & o O «SO (S) -c (5> o ■H; o L er 2.L 2 ° 2 -r CO s ä 3 5*09 3 O s S- 2 O CO (3 Q 'S« A * **'co £co .. o Cb Cb ro 2 <-t — o- s _ftco 2 2. es 2.: — CO s 2 o § f!« * ® ® 5 s Z § Or "" =, * 2-^2 =5® b-M rs Q» -e 5 «- Ä Todes Gatte, Konrad 7479 Die Beerdigung findet Donnersta; i Grossen-Buseck, den 20. September 22. d. Mts., nachmittags dem Herrn entschlafen ii Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, Schwager und Onkel von der Ganseburg ans statt heute morgen um 4'/2 Uhr nach kurzem Leiden im Alter von 78 Jahren Um stille Teilnahme bitten Der Vorstand ■ 1 E M recht zahlreiche Betelliguug. Gießen, den 21. September 1904. Wanner Turnverein. erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Turnbruders Herrn Stadtverordneten Ludwig Pirs? L Sprecher des Turnvereins Gießen geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Donnerstag den 22. d. Mts., nachmittags 6 Uhr, von der Kapelle des allen Friedhofes aus stall. — Wir bitten um «KM ; - unsere 06419 cm der . ' -’ i ■ ■ :••• ■ - \ j - •• ■- I I I 1851-1901. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Altersgenossen von dem Ableben unseres lieben Hem Ludwig Pirr geziemend in Kenntnis zu setzen. NB. Wir bitten um allgemeine Beteiligung Deerdlgungsieier. K Danksagung O R Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Blumenspenden bei dem Hinscheiden un- 43 seres geliebten (Satten, Balers, Schwiegervaters, Groß- vaters und Onkels 7484 Kell» Friedrich Wilhelm Neibeliug Gendarm i. P. sprechen wir hiermit allen unseren innigsten Dank aus. Die tieftraueruden Hinterdliebeuen. Gießen, den 21. September 1904. 6" Zimmer 6658] Elegante 6-Zimmerwoh- nung mit Badezimmer und allem Zubehör, sowie großem Bieich- platz per 1. Oktober zu vermieten. I. Rothschild, Nordanlage 21. | 5 Zimmer | 74881 Frdl. 5-Zimmerw. nebst Zubehör und Gartenanteil per 1. Oktober od. später zu verm. Sternftr.» und Dainmstr.-Gcke 41. 666F] b-Znnmerwohnung mit Loggia, Badezunmer, Bleichplatz, föarteiiantcil u. sonltigemZubehör zu verm. Gr. StelNiveg 23, III. Mlildlirger vttDe 49, II schöne Fünf-Zimmerwohunug, Badezimmer rc., alles der 9teu- zeit entsprechend eingerichtet, per 1. Oktober zu vermieten. [7407 Z. A Hb ach, Marburgerstr. 49. Luawigsirasse 52. 5-Zunmerwohnung mit Zubehör in freier^ ruhiger Lage per 1. Oft. zu vermieten.____________7280. ü-Zimmerwohuung per 1. Ot t ober zu verm. |6660 (5. Petri, Marktplatz 18. 66 -H 1. Etage, b Zimmer m. Zub., Küche m. Gcw u. Bleichplatz zu o unieten Bleichstraße LS. 7083] Schöne ö-Zim.-Wohn. zu verm. I. Weinert, Neuenweg 9. 6570] Sckiffenbergerweg 12 IV. Stock, b Zimmer. Näheres L. Beil, Grünbergerstr. 14,5. | 4 Zimmer | Molttestraße 20 Mansardenwohn. von 4 Zimmern, Badezimmer, Küche, Keller, Gas- u. WafferleiL, ganz ober getrennt per soi. zu v. Näh, pari. [05417 05317] Schöne 4°Zimmerwohn. mit Gartenanteil in unmittelbarer Nähe des Universitäts^Geb., zum L Oktober zn verm. ______Näheres Lahnstraße 14. 05351) 4-Z.-W. m. Zub., neu Ijer- gerichtet, zu v. Stemslraße 66. 6957) Schöne Wohnung im 2. Stock, 4 Zimmer und Zub., per Oktober zu vermieten. Louis LoM^Bahuh^Ntr. 27,1. Freuudl. 4-Zlmmerwohumig per 1. Oktober ev. auch früher zu vermieten. I. Krämer, 6815] Konditorei, Neuen Baue. 6530] Neuheraer. 4-Z.-W. nebst Zub. z. v. Näh. Wilhelmstr. 3, IIL Miegelpsad 38 eine 4-Zimmer-- <1’ wohnung im 3. Stock per L Oktober 04. 6909 Miherss Frankfurterstr. 62, IJL I & Zimmer \ 06410] 3-Zimmerwoi-n. an ruh. Heule zu verm. Asterweg 15. 7410] Wohnung von 3 Zim., Küche usw. an ruhige Leute. __________Kirchenplatz 11, II. 7423) S-Ztmmerwohnnng mit allem Zubehör zu vermieten. _____________Schott,tratze 11. 7383] Eine 3- u. 3-Zimmerwohn. zu verm.______Neuen Bäue 5. 70001 3.Zimmer-Wohnnug im 2. Stock sofort zu vermieten. Nodheimerstraße 50. K. Lost. 6651] 3-Zimmerwohuung im 2. Stock nebst Zubehör p. 1. OkL zu vermieten Steinstraße 25. 6648] In meinem Neubau Neuenweg 30 sind mehrere 8- Zimmerwohnungen, der Neuzeit entspr. eiliger^ per Okt. zu verm. Näh, bei p. Carls, Bleichstraße. 7374) In meinem Hinterhause Grüubcrger Straße 10 ist eine Wohnung von 8 Zimmern und 4 Kabinetten, sowie Gartenanteil und Bleichplatz, per 15. Oktober zu verm. Preis 221/, ML Näh, im Vorderh. 1. ob. 2. St. 6941) 8-Zimmenoohnung mit Zubehör zu vermieten. _____Neubau Asterweg 19. 05335) 8-Zimmerwohn. z. verm. Stemstraße 73, Wwe Heim. 6952] Zn meinem 9leubau zwei schöne ^Zimmerwohnnngen mit Bleichplatz u. a. Zub. per L Oll. zu verm. Pflaster meist er Hof- manu, Steinstraße. I 2 Zimmer | U54iöj Eine |a)one 2-Zmuner- wohnung mit Zub. an ruh. Leute zu verm. Näh. Seltersweg 2,1. 7327j 2 Zimmer und Küche au ruhige Leute zu vermieten. _________Grünbergerstraße 32. 7101) Kl. 2-Zimnierw. per 1. Ott. zu verm. Hillebrandstraße 1. | Verschiedene | Emiamilienhaus zu vermieten. 6772 Näheres Walltorstraße 75, pt. 6549] 3u meutern Neubau Großer Stetuweg 6 sind 4-Zimmerwohnungen mit Zubehör, deögl. Ludwigstraße 38 eine ü-Zimrnerwohnung nebst Zubehör Per 1. Oktober zu vermieten. Wilh. SeiPP, Ludwigstr. 28. 05100) 4'Zimmerwohnung mit Koividor und 2-Zimmerw. mit Küche zu verm. Südanlage 7. 7255 Zwei schöne 4-Zivlinttivchlüuseil im HauS Marburgersiraße 36m3ö, eine schöne 3-Zimmerwohuuug billig zu vermieten. A. Brann. 05285) Mausardenwohuung zu verm. Grünvorgerst ratze 48. 6645] Frdl. 4-Zimmerwoh- nung, 2. Stock, sowie 3-Zimmer- wohng. mit Kabinett im 3. Stock nebst allem Zubehör per 1. Okt. zu verm. Näh. Asterweg 43, I. Wetzlarerweg 41 6647 Mansardenwohnung zu vermieten. Näheres Grünbergerstr. 56 L. 7422) Bismarckstraße 16. Schöne 3—4-Zimmerwohnung mit Zubehör per L November zu vermieten. Näh, daselbst pari. 7151] Zwei Mansardenwohnungen, Schottstraße 7, zu vermieten. Näheres bei Bäcker Schomber, Walltorstraße._______ MMlöcWDWiig Mietern 7247______Bahnhofstraße 6L 7171] Zwei kleine Wohnungen zu vermieten. Sonnenstraße 6. 05373] Kleines Familienlogis zu vermieten Weidengasse 9. 05362] Kleine Wohnung sofort zu verm. Große Mühlgasse 10. Möbl. Zimmer j 05418] Möbl. Zimmer zu vermieten. Moltkeslraße 20, pt. 05412] Güi schon mobll Zimmer mit Kabinett ist an einen oder zwei Herren zu vermieten. Näh. Selters weg 2 im Uhrenladen. 05405] Möbl. Zimmer billig zu vermieten. Seltersweg 10. 05400] 1—2 mbbL Zimmer, mit oder ohne Pension, zu vermieten. __________Weserstraße 8, patt Schlafstelle frei. 05402)__________Sandgasse 46. 05399] Freundll möbl. Zimmer zu vermieten Seltersweg 12, IL (freundlich mbbL Zimnrer per V 1. Oktober zu verm. 7341 Rothermel, Bahnhofftraße 38. 05358] Alöbl. Zimmer vor dem Korridor zu verm. Steinstraße 30. 05360] 2-3 soll Herren können Kost u. Logis erhalten Sonnenstr. 20. 05381 [ Schön mbbL Zimmer zu vermieten Schulstraße 11, IIL Möbliertes Zimmer zu ver- mieten. Bleichstraße 31, III. | Lüden etc. | stgdou ur Wetzlar, Bahnhof- tabt frdl. möbl. Parterre- Zimmer mit sep. Eingang. Off. nu Preis u. 7475 an die Exp. d. Bl. Dr. phil. sucht hübsch. Zimmer (u. Umft m. Beköstigung), Nahe der neuen Bibliothek. Angebote unter 05394 an die Exped. d. Bl. Deutschland. Lebens-Versicherungs- Aktien-Gesellschaft zu Berlin. Schließt ab: Lebens-, Renten-, Aussteuer- u. Voltsversicherungen. (Letztere bis zu Mk. 1500 ohne ärztliche Untersuchung.) Tüchtige Vertreter gegen hohe Provision allerorts gesucht. Zur Erteilung jeder Auskunft sowie zur Ausnahme von Anträgen empfiehlt sich die General-Agentur K. Mohr in Gießen, Ebelstraße 14. [bw/9 Ü MS lägt, können Personen u ^0 jed. Stand.verdienen. Nebenerwerb durch häusL Tätigt. Schreibarb., Vertretung rc. Nah. SrwerböLerrtrale in München. ßß11/, Ein hv“/t Sortiermeistsr welcher bisher die zweite Sortiermeisterstelle in einer erste« Zigarreufabrik inne hatte, wwd als erster Sortiermeister bei hohenr Gehall fofort Mt. Bei entsprechender Leistung angenehme u. oauernbe Stellung. Offerten mit Gehaltsansprüchen unter Beifügung der Photographie unter F. 62872 b an Haasenstei« & Vogler, in Mannheim. Steinmetzen 5—6 tüchtige Arbeiter sofort gesucht (Wiutcrarbeit). 07270 M. Schwall, Bildhauer. Schreinergeselle sofort gesucht Löberftr. 9. [05389 Tüchtige 7455 Eisendreher gesuchL Wo? sagt die Exp. d. BL Tüchtiger Schreiner für dauernde Arbeit sofort ges. 05414] H. Haas, Bleichstraße 8. lädjiigtt Glasttgescöe per sofort gesucht. 05404 H. Scherff Ww.» Löwengasse 5. Arbeiter gesucht. , $ 7487 l-hehrere tüchtige Tüncher und Handlanger gesuchL 7145 <*ebr. Zutt. Lvettzblnder 00388 und Handlanger sucht Wilh. Euler, Dammstr. 5. 100 tüchtige Erdarbeiter für dauernde Arbeit sofort gesucht. Lohn pro Stunde 34 Pfg. Bahnbau Wmterberg i. Westfalen. Eberhardt, Schreiner & Liepmanu, _______Bauunternehmer. [7441 7302] Ein nüchterner Mann als Psctdelüchl gesucht. Sägewerk (Srbfauterivcg 20. Georg Schub eck er. 20 Erdarbeiter I sofort gesucht. I. Hofmau». Laglöhner gesucht. Näheres 7303 Baustelle Weserstraße. Per sofort gesucht tüchtiger Packer, nicht unter 20 Jahren, der auch andere leichte Arbeiten zu verrichten h», bei hoh. I Lohn und freier Wohnung. Nur 1 solide, unverheiratete Bewerber, welche auf dauernde Stellung reflektieren, wollen sich melden unter 05372 in der Lxped. b. BL Zuverlässiger Fuhrknecht gesucht. 747a. Ludwig Georgi, Zigarreniabrik. Bürschchen Arbeit ges. H. Kühn, Papierhandlung, ________seltersweg 36. 7486 Lehrling findet in hiesigem Engros-Ge» schäft gewisfenhaste Ausbildung. Offerten unter Nr. 06893 an die Expedition d. BL___________ Für ein hiesiges, größeres Detail« Geschäft wird per November eine Kllsßklklill gesuchL Schriftliche Offerte» mit Gehalts-Ansprüchen unter 7480 an die Expedition d. BL_______ Ljausmädcheu gesuchL [06395 ev__________Bleichstraße 16, II. Suche zum L Oktober ein tüchtige- Mädchen, das bürgerlich kochen kann und Hausarbeit üvernimmL Meld. 4—5 Uhr nachm. Frau Major Hoffmau», Nordanlage 33. (7472 Mahisti» un Garnieren be- wandert, auf einige Tage in d. Woche gesuchL (06410 Lisa Fischer, Seltersweg 33, L Ei« braves MLdcheu für Küche und Hausarbeit sucht Frau Wilhelm Orbig, 05409] Schulstratze 10. Dienstmädchen sofort gesuchL 7429 G. Paul, Bahnhofstraße 62. 05277] Für Küche und Haus- arbeit suche ich zum 1. Okt. ein fleißiges, ordentliches Mädchen. Hoher Lohn. Markt 7. Krästigcs kcklilhcs Mäölhcll per 1. Oktober bei hohem Lohn gesucht. Nllrrktplatz 21. 7444 05379] Sauberes, solides Dienstmädchen bei gutem Lohn p. OLL gesucht. Markt 1, Zigarrenladen. 3g. Mädchen aus befj. Farn, s. StelL als Verkäuferin in beff. Kolonial- ober and. wesch. Off. unter 05391 an die (5tp. d. Bll ädcheu, welch, mehrere Jahre in einer Stelle gewesen, wünscht Stelle zum Oktober nach hier oder auswärts. Off. unter 05407 an die Expedition d. Bl. Einlaches Fräulein, welches selbständig kochen, nähen uni) bügeln kann, sucht Stelle. Gefi. Anerb. unter E. poft- lagenib LSctzlar erbeten. [7426 OOGSGOVGGO Visitenkarten liefert nuech end bd)ig*t Hrähl'Bdi* Uen.*l>mcterM Todcs-Anzciso tidwi FP ObsrmeLtdr, Stadlverordnstar, Klügüod d^s ev. Kirchenvorstandes Um stille Teilnahme bitten Die tieitrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag den 22. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt D31/, Giessen, den 21. September 1904. Der Vorstand Giessen, den 21. September 1904. Die Beerdigung findet Donnerstag den 22. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aas statt I t U M- I. d. N.t Christine Pärr*,. Giessen (Neuen Baue 12), den 21. September 1904. t Gestern mittag 12^2 Uhr verschied plötzlich nach langem, qualvollem Leiden unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegervater, Grossvater und Onkel Er ruhe in Frieden! Die Vorstände der Fleischer-Innung; Giessen, der Innungs-Krankenkasse und des Vereins für Schlachtviehversicherung. Turnverein Giessen Gegründet 1846. Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem gestern erfolgten 8in scheiden unseres mehrjährigen ersten Sprechers Herrn IjUdwi^ EFiriP, Stadtverordneter und Metzgermeister, geziemend in Kenntnis zu setzen. Länger als zehn Jahre im Vorstand tätig, hat sich der Verstorbene mit stets wachsendem Elfer and Interesse der edlen Turnsacbe gewidmet und sich dadurch ein dauerndes Andenken der Dankbarkeit und Erinnerung gesichert. Wir ersuchen unsere Mitglieder, sich recht zahlreich an der Beerdigung za beteiligen. H Nachruf! Gestern mittag entschlief unerwartet nach langem, schwerem Leiden unser langjähriger Obermeister Herr Ludwig Pirr Derselbe war Gründer der hiesigen Fleischer-Innung und bekleidete über 14 Jahre das Amt des Obermeisters. Unter seiner wirksamen Leitung wurde die Fleischer-Innungs-Krankenkasse, sowie der Verein für Schlachtviehversicherung gegründet. In dem Verstorbenen betrauern wir einen Mann von lauterem Charakter, grösster Pflichttreue, seltener Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit. Nicht allein den Kollegen seines Berufes, sondern auch dem ganzen Handwerkerstand galt seine rastlose Tätigkeit. Die ihm näher standen, verlieren mehr, einen lieben, teueren Freund. Den Vorständen und den Mitgliedern der gewerblichen Korporationen wird er alle Zeit ein Vorbild der Bernis- and Pflichttreue sein. Sein Andenken wird in der Chronik der Innung dauernd fortleben. NW AnK" Zo ! nunü^ sich «■! ei'1? r‘ fnüpit nv Leranl otdx'n, b Liltzelm Ü"? Junten der ihn fcuirbfnn sich noch die Mir tonte.. He gegen üfcr mit bem Nikolaus Anilin Ttandmn timt irtli wolle. Von barten In Mrr.ntW so sehr c Element üellun- ri bei dm N »Fe 2! den Iuri-I faxten bt AuÄruä Tmricktur ivbim-r d eisen d r -^olkss' habmwkl nd'bm. ir pobqm halt jj. 3iiiv tat böhi darüber, Gepröge bafitbiri geben j für all- der Lt- den r'r sich die niker ir die Töt Inisien ihnen f traft ®"rt 6 daß de dekennn. Aiulert 1 Iteberfiöjt Ir^iid Keilet] lesiern ?Krucj Lebens^! <-etI d-r M UNI- d' 9 a r r »brtgen ik ?*?* ivnp< ti Z i>it fi’f bürd', 3 7°? ,'OT Liir®' t>:r ftOtfi k • ' SUV mit * i e aQtlrfa l»utb,'3n,n"