Nr. 169 Zweites Matt. 154. Jahrgang Donnerstag 21. Juli 1994 Lrschetnl ISgltch mit Ausnahme beS Sonntag#. a ,a 5P- A A aa zt. a ? .. >* .. RotattonSdnrck und 83 erlag der Brühl Ich«, Die „Sietzen er ZaH^tter- werden dem fiMI JB |lT «W UnwersttLtsdruckeret. W. Lange, Ließen. .Anzeiger viermal wSchentl.ch beigelegt. Der H KW IL, « |ll|L M, XJi | W H UIL1 \1L 1L Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr. »Y«!ftlch« La-dwikf erjdjelnt monaUtch einmal. V VT V ■ V '*r V H D < ▼ Lei. Nr. LI. Telegr^Adr.i Au-eiger Lietzen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sietzen. PMische Tagesschau. Der badische Landtag wurde am DienStcrg in Anwesenheit der Minister und der Mitglieder der ersten und zweiten Kammer auf Befehl des Grobherzogs durch Staotsminister v. Brauer geschlossen. Nach Verlesung des allerhöchsten Entschlusses hielt Minister von Brauer eins Ansprache an die Mitglieder der Landstande, in der er freundlichen Gruß und den fürstlichen Dank des Großherzogs für die andauernde erfosgreiech Arbeit übermittelte und einen Rückblick auf die Ergebnisse der abgeschlossenen Session warf, unter besonderem Hirrweis auf die Verfassungs-Reform. Dieses neue Gesetz verwirkliche, anknüpfend an die der Verfassung von Anbeginn ein geflößten und durch jede Reform entschiedener ausgeprägten freiheitlichen Grundsätze, fruchtbare Gedanken, die eine wesentliche Erweiterung der Volksrechte bedeuteten, zugleich aber auch Gewähr dafür schafften, daß auch die in der Minderheit befindlichen, für das Volksleben, tätigen Kräfte eine ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung im Landtage erhalten. Als der Landesherr nach reiflicher Erwägung der Aenderuug der Verfassung zustimmte, erfüllte ihn das Vertrauen, daß die neuen Rechte in einem, auf das Gesamtwohl gerichteten Geiste, Rechte in einem, auf das Gesamtwohl gerichteten Geiste ausgeübt werden würden. Wenn in neuen Formen der alte gute Geist erhalten bleibe, werde es der Regierung auch in Zukunft gelingen, mit der nach neuen Grundsätzen gebildeten Volksvertretung erfolgreich zusammenzuwirken. ♦ Ein Duellerlaß des bayerifcheu Kriegsministers. In der bayerischen Zweiten Kammer brachte der Abg. Dr. Heim eine Interpellation ein über einen kri.'gsministe- riellen Erlaß, der in einem bereits anderweit erledigten Eheirrungsfall in Of fiziers kreisen zu einem Duell geführt haben soll. Dr. Heim behauptete, daß in der Duell-Affäre Pfeiffer-Seitz durch den Erlaß des Kriegsmüristers v. Asch das Duell arrgeblich herbeige fühN wurde. Der Kriegsminister erklärte, daß der be- tvessende Erlaß keine Anordnung enthalten habe, wonach die Angelegenheit mit den Waffen ausgetragen werden müsse. Der Kriegsminister wollte damit nur seine Anschauung dahin ausdrücken, daß vom Standpunkte des in seiner Familien-Ehre aufs schwerste beleidigten Oberleutnants Pfeiffer es erklärlich gewesen wäre wenn er zu den Waffen gegriffen habe. Dieser Erlaß war jedoch für keinen der beiden Offiziere bestimmt und Oberleutant Pfeiffer hat auch eine Forderung an den Major Seitz nicht gelangen lassen. Jedoch hat letzterer nach seiner Verabschiedung den Oberleutnant Pfeiffer gefordert, bcr nach den bestehenden Vorschriften ohne vorherige Meldung an den Ehrenrat zur Annahme dieser Forderung nicht berechtigt war. Er, oer Kriegsminister, müsse es somit mit Bestimmtheit zurückweisen, daß der vom Abg. Heim verlesene Erlaß die Ursache für den bald daraus stattgehabten Z wei kamp f war. Im übrigen hätten in der letzten Zeit die Duelle in der Bayrischen Armee bedeutend nachgelassen. Der von Dr. Heim angezogene, vom 15. Dezember 1898 datierte Erlaß hatte nach der Mitteilung Dr. Heims, welche der Kriegsminister als nicht vollständig bezeichnet, folgenden Wortlaut: „Das Zurückdrängen des Zweikampfes zwischen Major Seitz unb Premierleutnant Pfeiffer durch den Regimentskommandeur entspricht wohl den Bestimmungen der Beilage 11 zur Druckvorschrift Nr. 31. Der erste Absatz dieser Beilage legt jedoch die höchste Willensmeinuug darin fest, daß Zweikämpfen der Offiziere ntcljt als bisher vorgebeugt werde, und im Sinne des zweiten Absatzes soll die zur Versühnung gebotene Hand angenommen roerden, soweit die Standesehre und gute Sitte es zulasse. Hierauf erscheint die Folgerung wohl berechtigt, daß auch heute noch Fälle denkbar sind, in welchen der Austrag mit den Waffen unvermeidlich erscheint. Ein derartiger Fall dürfte hier vorliegen, wo es sich« um intime Beziehungen eines Offiziers zu der Frau eines Kameraden handelt. Hatte PremierleuMant Pfeiffer einen Zweikampf ernstlich gewolll, wie dieser in seiner Lage vom Standpunkt des Offiziers aus nur natürlich gelvesen wäre, so wäre dieser auch zustande gekommen. Das Kriegs- ministermm glaubt, seine Anschauung über diese Angelegenheit unter Himveis aus die Erlasse vom 14. und 18. v. M. Nr. 1579 und 32t. 16366 mit Holler Klarheit aussprechen zu sollen. Gezeichnet Freiherr von Asch" ♦ Mißhandlung Reichsdeutscher. Ein in Lausanne studierender junger Deutscher schreibt der „Deutschen Ztg.": Ein krasser Fall von Chauvinismus hat sich im hiesigen .............. SSSSSES!, ■■■■»■■» Kasino-Theater-Garten begeben. Eine durchaus harmlose, gänzlich mißverstandene Aeußerung über die Musik in deutscher Sprache, aus dem Munde eines deutschen Studenten erregte einen Lausanner derart, daß er beim Verlassen des Gartens den Studenten in ungebührlicher Weise und unter drohenden Gesten zur Rede stellte. Ein Kommilitone des Belästigten wies, in der Ueber- zeugung, einen Angetrunkenen vor sich zu haben, den Mann zurück. Darauf versetzte ihm dieser einen wuchtigen Schlag ins Gesicht und hetzte die Menge im Verein mit Freunden und halbwüchsigen Burschen gegen die Deutschen, die ihrerseits strengste Reserviertheit beobachteten in richtiger Würdigung deS hier grassierenden Deutschenhasses und die Sachp auf der Polizei erledigt wissen wollten. Der Erfolg der Hetzerei war empörend: unter den gemeinsten Beschimpfungen der deutschen Nation und unter den Rufen: a bas les stauffifer! (Spottname der Deutschen und der Deutschschweizer in der welschen Schweiz). Au clou les Allemands! (Etwa: An die Laterne mit den Deutschen) fiel man über die Deutschen her, riß den einen aufs Steinpflaster nieder, bearbeitete den anderen, vollkommen unbeteiligten mit Faust- und Stock schlügen auf den Kopf, hinderte ihn an jeder Gegenwehr, indem man chm den Stock aus der H a st d lich l u g und ihn von allen Seiten fest umklammerte, indem man ihm dann auch noch Kragen und Kleider vom Leibe zu reißen suchte, was auch teilweise gelang. Da erschien endlich ein Polizist, mrd so blieben die Mißhandellen davor bewahrt, zu erfahren, ob die würende Menge Ernst gemacht hätte mit ihren Drohungen. Der Name des Anstifters des ganzen Skandals wurde auf der Polizeiwache festgestellt. Auf den Ausgang der inzwischen anhängig gemachten Klage vor dem hiesigen Gericht ist man in deutschen Kreisen äußerst gespannt. Man hofft, daß die Deutschen, die von Fanatikern öffentlich vergewaltigt wurden nur deshalb, weil sie Deutsche sind, die volle Genugtuung erhalten werden, die Hier zu erlangen für einen Deutschen äußerst schwierig ist. Es erscheint bei dieser Gelegenheit geboten, darauf hinzuweisen, wie ticfeingewurzelt und wie verbreitet der Deutschenhaß unter der hiesigen Bevölkerung ist. Weitere Kreise haben davon erfahren, als im vorigen Jrchre der Professor Vetter an der Berner Universität von den welschen Studenten beschimpft wurde. Keer und Atotte. — Militärische Erntearöeiter sind nach der Wests. Ztg." gegenwärtig in verhältnismäßig großer Zahl zur Hilseleistuir^ bei Landwirten kommandiert. Den Truppenkommandos ist gestattet worden, hinsichtlich des empfindlichen Mangels an wirtschaftlichen Arbeüern mehr als bisher Hilfskräfte abzugeben. Der Ernteurlaub dauert 14 Tage bis drei Wochen und s- er p d 5 rs n> p <3.0 s 5 KT g * 2 8 s ? 232 2- tn-0® P H rt 9 so S CD 8-L K ä iS« 1 u u 2 S § PTT CD * 00 vn TS MM <§ S-" P I s ssr° Q. ro ä p o er 25? o A 2 cd-^ 2 __ Sj "ZT. H 3- Q Sy e 2 e- -*1 S* B o e. =<5^ tzZCD 1 W. ö" 2 O dK» 2 ^2 2 LZK - H 5 s 3 ä er er 'S* g ^9®) 2. ^2-5» o S- AM or E2 g o 3 —03 CT • •3 p ____d tsu ZGsiss-- OP 0-3^ P s* p se» ö p- CD & CD S | 8 & 3 «- 3 C6> äß 3 er T or. SL .er ” « or e <-n p 3 o’ ** 2 n / 2 3 .3* _, J*. C 3 n, O 2-'ö*CD —, 3 3 er 2 c; w p- o;^ - » cd 3 53 — 9 y s O S «5 _ “’S S? R» - CZ o'3l LL *8 & 3 ’p 3 p 1», fff 0- 3 7^ CO o er 'S- ä s s a „ <ö» 2’ 2- w er SP p p y n» CT r* o p T Or P $8^ ä ä ■ ra § 3 3 , P 2 S'Or 3^«' ■ P^CS» D Pco 3 CD O n C Öl rs e» s r> cruvtJt auf ixutr. cne tut trvoiuixenit mtb vor allem tm üdjMicu gut au-gebild« sind. Berlin, 20. Juli. okiieralleutnant Frvr v. Scbele, «flouvuneur X> Berliner ^nvaliXiiXus^s, ist beute g<ßorXn 5>ci Höuigsberger ^ochvrrrats-Arosch VIL Königsberg, 20. Juli. Der GerictirS-of lehnte in der heutigen Sißung den 'Jliurng -er Verteidig ung ab, den Bürgermeister Petrow-Sofia, den früheren russischen Drago man Zacobsohn und einen SieX?» trur der „Wetjcverna Posta" aU Zeugen zu laden, da der Antrag m HnXlt und Begrmrdung iud>t daraus abziele, zur Auf- tUruitg Xr in Fragt Hebenden Taksad^n XüiUragcn. Selbst ipenu man das von der Verteidigung behauptete Vorgehen von Shißl^tb ati nhibr unterstelle, rönne dies für das Strafmaß im Falle nncr Berurrestung nidjt von Canslust sein. Verteidiger Liebkne cht versuchte sich gegen den Angriff z« webren, Xr m den Wonen „nicht abziele" liege. Ter Vvr- sttzenX erteilte ihm iedoch das Wort nidjt, weil der Gerichtshof Xe Begründung eingehend geprüft haX um*' fornit die Angelegenheit für ihn erledigt sei. Verteidiger Beine m a n n legte daraus amtliches russifdxs Material vor, aus dem hcriorgeht, da st in Rußland eine Kommission Xr Regierung mir einer Aendcrung deS Strasgesetzbuct-eS besdrästigi sei. west außer mit Oesterreich kein SlaatSvertr ag , auch kein publizierter, bcficbc, nach dem die G e g e n s e i l l g ke i t verbürgt sei. Sachverständiger Professor Reußun, Dollneischer Rost-KönigSberg und Tr. Ballod- Berliu Xstäligen die Richtigkeit der llebersehung. Zm westeren Verlause Xr Verhandlung gelangte eine Reihe der Xi Xu Angeklagten Vorgefundenen Schristen zur Verlesung. Zn einigen von diesen wird dringend vor Gewalttätigkeiten gewarnt, X diese der Massenagstalron nur hinderlich seien und leinen dluhen brachten. Zn anderen Xi gegen wird der Terror und der politische Mord als unentbehrlich im Befreiungskampse des Proletariats Xjcid>net. Es wird dann eine angebliche Aeußerung PlcchanossS zitiert, Xe er in einer Genfer Rede getan ßabcii soll ,^Z n jedem Sorialdemokraten srht und muß and) ein Stuck Terrorist, wie Rodespierre, siven. Ich bin selb l Terrorist in meinem Znneni, aber ich ziehe e S vor, daß Rikolaus II. nicht durch eine Kugel stirbt, sondern durch bad Schaf» fot auf Xm Kasanschcn Plahc." Erster Staatsannxilt Tr. Schüße: Tiefe Stelle findet sich genau ebenso in Xr lieber» se-ung XS Konsuls. Verl. Liebknecht: ES ist doch zu bc- achten, daß diese Steste in der Schrift selbst gar nichts vorkvmmt. Der Konsul hat uns nicht gesagt, baß gegen diese Stelle aufs (d>irf)"ie polcmifien und diefes angcblid-e Zitat aus Plcchanon, dessen Richtig lest wir übrigens energisch bestreiten, durch die Ausführungen Radeschdins widerlegt wird. G‘trabe das ist die stärkste Unrichtigkeit in Xr Ueberschung des Konsuls. Zn der Tat wird lestgestestt. Xß der Verfasser fortfährt: „Um die Wahrheit zu sagen, denken wir nicht an irgendwelches Borwcgnebmen, überhaupt Nicht an den Tod RikolauS LL Zm Jahre 1848 gelang es LouiS Phüipp, als das Proletariat die Oberhand gewann, aus Paris in einem Wagen zu entkommen und zwar von demselben Markte, auf welchem sein Vater hin gerichtet wurde, und aus der siegreichen Volksmenge wurde fein einziger Stein nach ibm geworfen. Tas Volk war so hod>» herzig, daß eine Prinzessin das Geschehene sogar für eine höchst erbaulid* Abwechslung tm Hofleben hielt. Cb Nikolaus 1L in Wagen von dem Kasanschcn Markt sortsa hr en wird, oder ob man ihn auf einem Lastwagen mit id)mutiger Dä scye eipcbicren wird, wie man einst die Führer Xr Reaktion zurzeit Xr Revolution sondiachu, ober ob er in Frauen kl eidung entfliehen wird, das interc-niert uns lehr ivvmg. Die Geschichte lelbst ivirb für den Zaren bad Schafsort LudwigS XVI., oder b e n llnterrvck GuizotS bestimmen, daS i st Sache oct o u i » | l. Bert. Schwarz beantragt, X durch bad heute voraelegte anulidK russische Material und auch durch die Auskunft des AuSiXrtigen Amtes dargetan fei, Xß fein Staatsvertrag u n b kein Gesetz in Rußland XsteX, die die Gegenseitigkeit verbürgten, mithin eine Verurteilung wegen Hochverrats ober Beleidigung beS Kaisers v v n Rußland nicht erfolgen könne, den Angeklagten Kugel aus der Haft z u entlassen. Der Ge» richtShos lehnte Xm Anträge des StaatSanwaltS ent- ipredienb Xii Antrag auf Haftentlassung ab, ba die Gründe, welche zur Bcrhaftung KugelS geführt hätten, noch nicht beteiligt seien. Die Verhandlung wurde sodann auf Donnerstag vertagt. «Ahb llllil $illli). Gießen, den 21. Juli 1904. * • Empfänge. 6c. Kgl. Hoheit der Groß Herzog empfingen am 20. Juli u. a. den Geh. Kirchenrat Professor D. R ö ft l in, den Gymnasialprofesior Dr. Rüschen von Gießen. * • Belästigungen von Frauen. Im Hesicler an der Lahn wurde vorgestern eine Frau ou6 Klein-Linden, die dort auf dem Felde arbeitete, von einem Stromer belästigt und schließlich zu Boden geworfen. Auf ihr Hilfegeschrei kam eine andere Frau hinzu, worauf der Unhold sich entfernte. AlS sich der Stromer jedoch nur zwei Frauen gegenübcrsah, machte er einen erneuten Angriff. Die Frauen flohen unter Zurücklassung ihrer Sachen und riefen einige Arbeiter. Unterdessen war der Mensch verschwunden. Derartige Belästigungen gegen Frauen sind dort schon mehr vorgckommen. Von der Dill, 20. Juli. In den Kreisen des Oberwesterwal deS, der Dill und des Hinterlandes hat das Institut unserer Landeskirche durch daS Eindringen von Sektierern eine unliebsame Störung erhalten. Das erste Auftreten von Sektierern liegt Jahrzehnte zurück und die ersten Verkündiger der neuen Religionsanschauungen sind aus dem benachbarten Siegerlande zu uns herübergekommen. Vertreten sind namentlich Baptisten, Dorbysten und Methodisten, letztere überwiegen der Zahl nach. Sie glauben meist an eine besondere Berufung durch den heiligen Geist, die sogenannte Bekehrung, verwerfen die Lehre der Kinderlaufe, gestehen jedem Mitgliede ihres Bundes das Amt eines Sprechers in Xr Gemeinde zu, feiern das Abendmahl allmonatlich oder gar noch öfters und zeigen in ihrem religiösen Leben außerdem noch eine Reihe von unserer Landeskirche abweichender Gebräuche. Man pflegt die ans der Kirche ausgeschiedenen »Die Frommen* oder auch .Tie Mucker* zu nennen. Ihre Zusammenkünfte halten die Leute meist in Privathäusern, un Sommer auch im Freien. In neuerer Zelt bauen sie hier und da besondere Bethäuser und Kapellen. Evangelisten und Reiscprediger verkündigen unter ihnen datz Wort GotteS. Ter VolkSmund nennt bie letzteren .Speck- parrer* und zwar aus dem Grunde, well diese Reifeprediger vielfach Familien haben, für die sic auf der Reise Gaben an Naturalien entgegennehmen, darunter eine kleine oder noch lieber eine große Speckseite zum Unterhalte ihrer Familien. Die Sektierer pflegen auch die Musik. Sogenannte Posaunenchöre wirken bei festlichen Gelegenheiten im Gottesdienste nut und tragen nicht wenig zur Erhöhung der Feierlichkeit bei. Auch gemischte Chöre werben eifrig gepflegt. Der Gottesdienst wickelt sich nach einfachstem Ritus ab. Gesang, Gebet, Predigt und Feier deS heiligen Abendmahls bilden seine wesentlichsten Teile. Ihren bürgerlichen Psuchten in Gemeinde und Slaat touuuen die Rlitglieder der Sekten nach besten Kräften nach. Aus diesem Grunde legt man ihrer freien Organisation auch feine Hindernisse in den Weg. verrnidchtes. • D i e Waldbrände in den Forsten um Berlin dauern beunruhigender Weise fort. In den letzten Tagen ist besonders stark der Grünewald vom Feuer hcimoesucht worden. Es hat, soweit bisher festgestellt ist, seit Samstag voriger Woche an 6 verschiedenen Stellan gebrannt. — Ein bei Lohne in Hannover auSgebrochener Brand, dem, wie wir schon meldeten, bereits Haide, Moor, fertiggestellter Torf und Forsten zum Opfer gefallen sind, hat just mittags noch größere Ausdehnung angenommen. Alle Lüschversuchc der von der Eisenbahnwerfstätte abgesandten Arbeiterkolonne waren bisher vergeblich. Taü Feuer ist bereits auf den EmS- Vechtelanal Übergesprungen, da die Windrichtung sich geändert hat. Die auSgedörrtcn Altendorfer Gemeinde- forflen sind unrettbar verloren. Die Ausdehnung ist jetzt so groß, daß nur noch anhaltender Regen löschen kann. — In den Wäldern von Gavotte in Südfrankreich sind 400 ha Hochwald durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Truppen und Feuerwehr versuchten, der Ausbreitung deS Feuers durch Aufwerfen von Gräben Herr zu werden. • London, 20. Juli. Zwei weitere Leichen von dem untergegangenen Dampfer Norge sind bei den Orkney- Inseln angeschwemmt worden. • Paris, 20. Juli. Auf einer belebten Straße feuerte der 70 jährige amerikanische OberstWilson einen Schuß gegen die 24 jährige, in einer vornehmen Familie beschäftigte Gouvernante Murmann aus Baden-Baden. Die Tat geschah, weil sie seine Lieb eSanträge zurückgewiesen hatte. Wilson brachte sich dann selbst eine tätliche Verletzung beu Fräulein Murmann befindet sich in häuslicher Pflege. • Paris, 20. Juli. Das Blatt Soleil berichtet, daß der Direktor eines großen industriellen Unternehmens, der gleichzeitig Mitglied des Handels- und Jn- dusirie-KomitSS ist, nach Belgien geflüchtet ist. Ziehung 4. Masse der 4. Hessisch-Thüringischen Ltaatdlotteric findet am 26. Znli do. Jo. statt. Interessenten mögen die Loüerueucrung nicht versäumen. 6235 S ÜQ bi o Cl -£O c <3 S" 3* - <55 -* O SS E S o 0» 2 55 CD O O lEO c o <57 CD B tC "E* E a - U ro U jq • w S Os «T- ~ tgi £ .2 ä CD Z Q ZN uE-.o 40 CD c CD c c s 5 s >-» c JO — s JO ** o 45 eöZ TZ S E -s A t: ° -p 'S* ■** 2 CD 5 ^0 ,2^ ro en in ».‘§'41 u ci K • E cd D T.S jo a >9^ ■J5 o o a jO St o ^8 ec = c a Z XD C C G -D« UK C »b & 'S te: :Q y "2 'S" • § LZ •>» R AI o 5 - = ^3- E *D> »n cn *,0 2 Ss-E Ja e *0 C? « n n. c •*-* CD CD c en *5 2 & s -r- p C?=- ÖS *• ■*- = '«5 r 7L c 'Z *. S u o Ci c CD «5 C C "E CD ^*6" § 2 <7* ,<-* K *7 5 -E t§ G C C G O p c 2 c 2- CD^ x.2- CD 5 E i a— e S c- c S" c = e r 2 * o 5 _ ^7 - CD - L « c r _ L S -o u» G C jo E E C) K = ^2 Ec? 5 o ©arg Stückrath, Möbelfabrik Ä 47 Asterweg 47. Gegründet 1868. 8 Läerslrasse 8. Gardinen, Teppiche Linoleum Fertige Betten. 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Juli 1904. 6216 Großherzoglicte Bürgermeisterei Gießen. _________________I. V.: Eurschmann.__________________ Alsfeld (Kreisstadt in Kessen). Mittelstation der Preuß.-Hess. Eisenbahn. Am 25. Juli findet der diesjährige 3. Pserde- iinö Wenmkt in Verbindung mit dem alljährlichen Prämienmarkt auf den städtischen Markt-Anlagen (Lindenplatz) statt. Für diesen Markt sind für die besten Pferde und Kohlen hessischer sowie nichthessischer Züchter und Händler Prämie« im Betrage vou Mk. 1400 vorgesehen; diese Prämiierung beginnt morgens 8 Uhr. Es können nur fehlerfreie Tiere prämiiert werden. Importierte Fohlen rangieren bei den Fohlen ihrer Altersklassen. Kreuzungs- Produkte siiid von jeder Prämie ausgeschlossen. Deck-, Geburts- bezw. Vorscheine sind vorzuzeigen. Anmelduiigen zu bie)em Markt sind an die Geschäftsstelle oes Hess. Laudes-Pferdezucht-Bereins in Darmstadt, Neckar- stratze 10, bis zum 20. Juli, ebenso Wünsche und Anfragen, ins- besoildere wegen Stallungen, sind an Herrn ersten Beigeordneten Kurtz, Mainzergasse 4 in Alsfeld, bis zum gleichen Termin zu richten. Gleichzeitig findet eine ____ Verlosung von Fohlen, Zuchttieren' Maschinen re. |iatt. Lose ä 50 P'g. sind zu haben bet der Lotterie-Generalagenlur Georg Kurtz zr. iu Alsfeld. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zum Besuche dieses Marktes wird freundlichst eingeladen; alle Pferdezüchter und -Verkäufer werden gebeten, den Markt zahlreich zu beichicken. Alsfeld, im Juli 1904. 6170 Der Stadtvorstand Alsfeld. BersicheruugSstaud ca. 46 Taufend Polizeu. mq Allgemeine Rrnicn-Anstalt gegründet 1833. zu Stuttgart Aeorgaatstirl 1855. oLeveus- und Ki^ulenv.lstchcrungsvcrciu auf Gegenseitigkeit. Neue Bersicherungsbediuguugeu vom 1. Januar 1904 Acutzcrst liberale Aestimmuugcu in Klezug aus Zlnausechtvarkeit und Ztuverfalkbarkeit d»r ^eöensverstchkrllngspolicen. H AuerKqnut villigü berechnete Prämien vei frühem grcg Aivideudeuvezug. KB Neue, für Männer u. Frauen gesonderte Rententarite. Außer den Prämienreserven twch bedeutende, besondere Sicherheitsfotids. Nähere Auskunft, Prospekte und Antragsformulare kostenfrei bei der General - Vertretung für Hessen und Hessen-Nassau: August Ht-rbenÄcii in Darmstadt, Waldstr. 20; in Gießen: Hanptageut Albert W ullen- leie, i.Fa. Ehrislian Wallenfels; £«ouie Kinkel, Frank- furterstr. 25; ui Großcn-Ltnden: Heinr. Weise, Bau- nnterrtehmer; in Großeu-Bnseck: Malumou Berlin; in Wieseck: Ludwig Klrcnner, Kausmann; in Steinberg: Karl Hinkler, Werkmeister. 1137 Städtische pflichtfeecrwchr. Dienstag den 26. Juli d. I., abends pünktlich 8 Uhr am Turmhause am Brand: Appell aller alten und neuen Mannschaften. Die zur Entlassung kommenden Mannschaften haben Binde and OrtSfeuerlöschorduuug abzuliefern. Gießen, den 18. Juli 1904. 6187 Traber, Branddirektor. Bckmt als MOiflflt 3«itr(icjHfl9i|iitOt! Zucker Feinste Raffinade: Brote und Platten Gemahlene Raffinade Urystatt-Raffinade. 6220 Gebr. Berdux Bahnhofstraße 27. bließen. Lindenplatz 12. Diebes- und feuersicheres Gewölbe. Vermietbare Schrankfächer (Safes). und zwar Unser Institut ist vom hessischen Ministerium zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt worden. i- h von 8 bis 12 Uhr vormittags, • ,, - „ 5V, „ nachmittags, Samstags nur bis 4 Uhr. Wir machen hierdurch bekannt, dass unsere Abteilung für Spareinlagen gegen Ausstellung von Einlagebüchem Geldbeträge zur Verzinsung entgegennimmt Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (Darmstädter Bank) Giessen Eingezahltes Kapital 132 Millionen Mark Gegründet im Jahre 1853 Bankgebäude: Johannesstrasse 1. — Telephon 120. öekanntmachung. In das Handels-Register Abt. A wurde bezüglich der Firma L. Süß zu Gießen eingetragen: Kaufmann Löb Süß m Gießen ist am 1. Juli 1904 auS der offenen Handelsgesellschaft auSgeschieden. Kaufmann Ferdinand Krämer in Gießen führt daS Geschäft unter der seitherigen Firma fort. Der Bertha geb. Levi Ehefrau des Ferdinand Krämer in Gießen ist Prokura erteilt. 6231 Gießen, am 18. Juli 1904. Großherzogliches Amtsgericht. Hrbeitsvergelmng Die Weißbinderarbeit zur laufenden Unterhaltung der Aliceschule soll Mittwoch den 27. Juli d. I., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei unS zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagssrist 14 Tage. [6254 Gießen, den 21. Juli 1904. Städtisches Hochbauamt. I. V.: Altvater. Sämtliche rückständige Forderungen an daö Eorps Teutonia dahier sind bis zum 25. d. Mts. bestimmt ein- zusenden. 6247 Der C. C. der Teutonia. 3.91.: ,F- M-} Fluss- und Seefische J. M. Wciiulbof Telephon 119. ’Jitomptft Versandt nach auSrv. Irühkariosscln Wetteriiutt Frührose» | p. Zentner Mk. 3.50. Gebrüder Berdux Bahnhosftr. 27. Lindenplatz 12. Konzert verein. Grdenlüche General - Versammlung Donnerstag den 28. Zuti, nachmittags 5% Ahr im Clubgebäude. TageS-Ordnuug. Vertrag mit dem Akademischen Gesangverein. — Aenderung der Satzungen. — schaftsbencht. — Vorstandswahl. 6244 Zum Ingendfest Batiste Mulle Organdys Satin X jottv Rip»piqu6 Getupfte Batiste Broeats In mut und weiß Fantastestoffe ..... 33 Pfg., 45 Pfg., 58 Pfg., 68 Pfg., 78 Pfg. 6175 Hermann Hatz 5 Wläusvurg 5. Weisse Stoffe zu den dcutbar billigsten Preisen: „!Siii66 mästet Schweine kolossal! Sämtliche Schweinezüchter,welche „Sui“ verwenden, beslätiqen die vorzügliche Wirkung. Packet 50 Psg. Philipp Schwager Wwe., Kithkn Karlosscln. Größte Auslvahl. Beste Sorten. Billigste Preise. 6214 Schlofzgnssc t>. Kartoffeln. Prinla neue, weiße Speise- kartoffelu billiger als jede Konkurrenz empfiehlt die^artoffelhdlg. J. Weisel i Telephon 885. Sonne» Iwicbcllttichcii Montag, M.ttwoch u. J-rettag von 9 llhr üb. 5636 Fr. Noll, HriausVuig. 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Juli 1904 abends ö Uhr unter Leitung »eine» Dirigenten, Herrn Univenitata-Musikdirekturi Gustav Trautmann, und unter Mitwirkung der KonzerUlngerin Fräulein Elisabeth Diergart (Alt; aus Düsseldorf, sowie ge- BcidlLzter hiesiger Kriite. Programm. L Präludium u. Fuge L Orgel über den Xainen BACH . J. 0 Bach. 2. Liebe, dir ergeb ich mich, für aentstimnugen Chor mit Geistliches Chor . . „Sei stille aus Bleib bei M ArteiWiich und dazu pahende regulierbare Strahlen-^clieUer ohne Hahn. Rasensprenger Einfache pratnsche 'Bomd)- tungen zum Lctbstftiürn defekter wummtschtäuchc. Hähne, Bcutitc re. empfehlen 5079 Fertsch & Eigel Bureau und Wertstätte für techmfche Anlagen chiehea. ^r(rpQou 378. K Mitesser Blütchen, Gesichtspickel, Haut. ro»e uno alle Hautuureiuig- kitt«, «uSfchläge oerichwmden reu«) Duid) ragUchen tpedrauch Ot; Aavcdeuter 2132 Leer-L w fehZvife ^chnpmarte rteckeupsero echt * •<> Big. bei «oolf Bieler, Bitioria- erogene, SutrUftr. 5. Abend werden. Kantate für Soli und Chor mit Begleitung von Orgel und btreiciiinstru- menten .... J. 8. Bach. Eintritt unentgeltlich. Die Plätze im vorderen Teil des Schiffs, am Altar und auf den Emporbtthnen sind für die inaktiven Mitglieder reserviert. Kindern kann der Eintritt nur in Begleitung Erwachsener gestattet werden. Programme sind an den KirchtAree Ittr Pfg. zu haben. Freiwilbge Beiträge zu den tosten der Aatttinmng werden in die Prufress-Motor-Käder einlachftes unb betriebssicherste- Stad der Gegenwart, tem Accu- mulator, keine Zündfpute. keinO Zündkerze, infolaedeff en die Hauptstörungen wegfallen. Progreg- Atotor-Näder Haden sich bet allen äuverlafsigkettSfahrten glänzend iwährt unb wurden mit eilten Preifen dotiert. Verlangen Sie a capella für dreistimmigen Knabenchor . . . Nägeli. Lied L Altsolo und . E. Mendelssohn, dem Herrn“. Arie . F. Mendelssohn, uns, denn es will kbUM ßr.Liato Giessen (311^.: Carl Haan Jr., ttiedcu) Zum neuen Sa alb au früher Steine Garten. Donnerstag den 581. Jnli 1904: Grosses Extra-Konzert auMgeführt von der 6227 Kapelle des Inf.-Regte. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 06 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. KranHÄft. Herr Otto Haupt zuletzt Kommandeur des Infanterie-Regiments No. 140 8rn- uni) KchrtiMk f- cmfinlt stets vorrätig. 786 Lelephou: Kalt i verte Nr. 20u, Kontor Nr. 282. Inh.: Lodert L Max Imheuser 6258 Giessen. Fernsprecher 356. Sämtliche aus der Bibliothek entliehenen Bücher sind Tsmstag deo 23. Illli -urüekzugeben.