Dienstag 21. Juni 1904 154. Jahrgang Erstes Blatt. Gesang Erne Depesche aus Liaujang meldet, daß durch Sigma l e der mit den Japanern einverstandenen Chinesen, die schon bei Wafangou die russischen Stellungen verrieten, Stackelbergs Rückzug vereite lt worden sei. Nr. 143 «Lgttch außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck n. Verlag der Brühl'schen Un «vers^Buch-u. Dtein- druckerei. 8t Lang«. Redaktion, ®rpebittoa und Druckerei: Schulftratze 7. Adresse für Depesche« Anzeiger Vteße« Fernsprechanschluß Nr. bl. Dolitische Tagesschmr Ein Brief des finnischen Attentäters Schaumann an den Zaren. Ein Stockholmer Blatt veröffentlicht die Abschrift eines Briefes von Eugen Schaumann an den Zaren. Der von rührendem Patriotismus beseelte Fanatiker Schaumann trug das Original des Briefes bei sich, als er die Tat beging: Ew. Majestät! Mit Hille des Proknrators und Senates Ew. Majestät für Finland, welche ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz bem Befehl des Generals Bobrikow blind gehorchen, ist es dein Generalgouvcrnenr Bobrikow gelungen, vollständig Verwirrung und Rechtlosigkeit hiev im Lande zu schaffen. Durch Lügen und fassche Darstellungen ist es dem Generalgouverneur und dem MinisterstaatssekreBr von Plchwe gelungen, Ew. Majestät zu bewegen, Verordnungen zu erlassen und Beschlüsse zu fassen, welche den Gesetzen Widerstreiten, die Ew. Majestät bei der Thronbesteigung fest und unverbrüchlich mit voller Kraft zu wahren versprachen. Die gesetzestreuesten und kundigsten Beamten des Lmwes werden ohne gesetzmäßige Untersuchung und Urteil abgesetzt. An deren Stelle werden ernannt unwissende Glüc^jäger, heruntergekommene Individuen, sowie Personen, die nach den Landesgesetzen zur Bekleidung von Staatsämtern unberechtigt sind. Die intelligentesten und treuesten Bürger werden verhaftet und verbannt. Sicherheit der persönlichen Freiheit existiert nicht mehr. Da der Minister-Staatssekretär, welcher Ew. Majestät die das Großfürstentum Finland betreffenden Angelegen- et den eblen 6 btt fc" !>tt «on, b« e,"e6tis5* a. Aj L'W'W li*rbtl]ä tt a $> *WP« Das Wladiwostokgeschwader. Die Kümpfe bei Wasangou treten in den Hintergrund gegenüber der kühnen und erfolgreichen Kreuzfahrt des Wladiwostok-Geschwaders. Der japanische Admiral Kami- mura hat sich zwar alle Mühe gegeben, die flinken Schiffe des Admirals Skrydlow zu stellen, er hat sie aber nirgends finden können und mußte schließlich weitere Versuche, ihrer liabhaft zu werden, aufgeben. Kamimura ist sogar nach seinem Operationsftützpunkt zurückgekehrt, ohne die r uf si s ch e n Schiffe gesehen zu haben. Damit dürfte das russische Geschwader bis auf weiteres jeder Gefahr entronnen sein. Bisher glaubte man in Tokio, daß vielleicht ein Teil der Flotte des Admirals Kamimura auf der Höhe von Wladiwostok auf der Lauer liege, da Ka- inimura hinlänglich Zeit hatte, dorthin zu gelangen, obwohl starker Rebel zu großer Vorsicht zwang. Es ist ja auch noch nicht sicher, daß das russische Geschwader wieder in Wladiwostok eingetroffen ist, aber es steht nicht gerade Wk? - t u .Jjfj von 45U voll2. von 100 2 Kunden, An veW lag getötet unb t£ Ä^mNewhor! ergeben, daß v- ^barem Zuslaw nJeit fahren mt vbumpiitze nmr nt wochn. Tie Pun,» ch gelebt werben soll!! >e.runtergelasjen roerbi x Der ütapitan fe ie ‘-3 e g r ä b u i । j e t ce seierliche Stille, \i je. Alle Fenster iw ■M das Traunhw -eiche erkannt ist, gii lembt sind wie gelä.r in Later wars jm Spiere in den Sc;; nun brauche er nie. ord. Aehnliche Je. ?t eine dumpse W igiatn von statten. L lsskomitee erhielt iw s Feuer brach an i>; bet Kapitän biii acht guten £ani> che ani'cheinenb ga. :ad", bab bas Lasse > passierten übersüld ie mit MnsL StlN iVerlust an Nieren, baß ba» Stbn !:■ aers schleunige n >igt besonders der ajn inber beiseite eppboot springen r— vährend der JMiiifr ug es in ein - Ae deutschen S.r ion. - Kaisers !, aus Newyork L- üftfcen Sotiajaito •• in welchem n':- hretkliche UngM •- itibt betrojscn M. öe seine innig!« hat bem Ulvi . Ausbrmke Anfängen. Die Verluste der Japaner betragen 900 Mann, darunter 8 Offiziere tot und 14 verwundet. Die Verluste der Russen in dem Gefecht bei Wa- xangou belaufen sich wahrscheinlich auf mehr als 2000 Der Gesamtverlust einschließlich der en en durfte 10 000 Mann betragen. Der Krieg zwischen Japan unti Iußtavd. Neber die Schlacht bei Wafangou wird dem Reuterschen Bureau gemeldet: General Oku begann den Vormarsch am 13. Jutri in drei Kolonnen mit Kavallerie. Der Kampf begann am 14. Juni nachmittags 3 Uhr mit einem Artilleriegefecht. Die Russen hatten 98 Geschütze und erwiderten bis abends das japanische Feuer in lebhafter Weise. Während der Nacht bemächtigten sffch die Japatver eines Hügels zwischen Dschöngtschiatun und Wengschiatun und eines Hügels westlich von Tayungtkau. Ein Teil der mittleren Kolonne der Japaner rückte längs des Futschuflusses vor und litt stark unter dem russischen Feirer. Eine Abteilung Infanterie und Artillerie wurde schleunigst zur Hilfe gesandt, worauf bie vereinigte Streitmacht die Rusten aus Tafangschen vertrieb und trotz des anhaltenden Geschützfeuers der Russen sich auch der dortigen Höhen bemächtigte und damit den Sieg entschied. Inzwischen wurde der rechte japanische Flügel stark bedrängt. General Oku mußte zweimal die Jnfanteriereserven eingreifen lassen. Die Russen machten wiederholt verzweifelte Gegen-Angriffe, aber in einem seyr kritischen Moment umging die japanische Kavallerie die russische Stellung und griff dieselbe in der linken Flanke an. Die Russen Logen Verstärkungen heran und lergeten hartnäckigen Widerstand, bis sie von Leiden Seiten eingeschlossen waren. Als fte dann den Rückzug antraten, versuchte die japanisch^ Kavallerie sie zu verfolgen, nrußte aber der Schwierigkeit des Terrains wegen davon ab st eh en. Dem linken japanischen Flügel gelang es, 900 Mann russische Infanterie, welche von Wutachiatun zurückgingen, ab* danach aus, als ob es von dem in diesen Gewässern befehligenden japanischen Admiral viel zu fürchten braucht. Gegen diesen beginnt sich denn auch in der Heimat bereits ein Sturm der Entrüstung zu erheben. Das japanische Volk ist entsetzt über das Unglück in der Tsushima-Straße; speziell die progressive Partei hielt in Tokio eine Versammlung ab und nahm Beschlüsse an, worin von dem Kriegs- und Marineminister genaue Auskunft darüber gefordert wird, welche Maßregeln zum Schutze von Transportdampfern getroffen worden sind, welches Verfahren gegen die für das Unglück verantwortlichen Personen beabsichtigt ist, und welche Sicherste itsmaß- regeln in Zukunft ergriffen werden sollen. Von den untergegangenen Schiffen sind schließlich mehr Ueberlebende eingetrofftn, als ursprünglich angenommen worden war. Sie erzählen von schauerlichen Szenen, wie Menschen und Pferde in den Fluten kämpften. — Man meint m Tokio sogar, daß Admiral Kamimura, wenn cs den Russen gelingen sollte, wieder nach Wladiwostok zu gelangen, zurücktreten oder Selbstmord begehen müsse. In der Bevölkerung macht sich eine immer lebhaftere Bewegung für die Ersetzung des Admirals durch eine andere Persönlichkeit geltend. „Central News"' meldet bereits aus Tokio: Admiral Kamimura berichtet, die russische Wladiwostokflotte sei entkommen und befinde sich in Wladiwostok. Berichte aus Schimonoseti melden dagegen, daß Geschützfeuer dort gehört werde. Man glaubt daraus schließen zu dürfen, daß sich das Wladiwostok-Geschwader wiederum in der Meerenge von Korea befinde. Weiteres vom Kriegsschauplätze. London, 20. Juni. Kuroki dirigiert die zweite Divstion in die Gegend über Siujang gegen Kaiping, Kodzu rückt auf Tatschitsao. Die 5., 8. und 11. Division rücken unter Oku von Wafangou herauf. Die 12. Division stößt in Eilmärschen auf Mukden vor. Knroki verlegte sein Hauptquartier nach Siujang und leitet persönlich die Operationen. Kuropatkin konzentrierte seine Hauptmacht bei Kaiping und Haitscheng, wo ein Vvrposten- kampf begonnen hat. Tokio, 20. Juni. (Reuter.) Eine von der japanischen Hauptmacht bei Takuschan am 18. d. M. abgejandte Infanterie- und Kavalleriepatrouille meldete, daß sie mit Streitkräften der Russen bei Chipanking 36 Meilen westlich Sinyen und anderen Orten zusammengetroffen sei. Mehrere Scharmützel hätten stattgefunden, wobei 5 0 Russen getötet und drei gefangen genommen wurden. Große Mengen Waffen wurden erbeutet. Die japanischen Verluste betrügen sechs Mann. Die russischen Schiffe seien heute nicht in die Korea st raße hineingefahren. Man glaube, die Russen seien nach Norden abgefahren. London, 20. Juni. „Daisy Mail" meldet aus Hakodate vom 19. d. M.: Der Kapitän einer aus Shanghai hier eingetroffenen amerikanischen Bart James Johen- son gibt an, daß am 18. d. M. russische Kreuzer sein Schiff am westlichen Eingänge der Tsu g aru ftraß e angehalten und durchsucht hätten. Nach zweistündigem Aufenthalt durste er weiterfahren. Der „Daily Mail" zufolge sollen die russischen Krregsschiffe von Port Arthur abgeschnitten sein. Wie die „Daily Mail" aus Föngwangtschöng meldet, besetzten die Japaner den 16. Juni H sin k criting, 23 Meilen westlich von Föngwangtschöng. L'iaujang, 20. Jruri. (Reuter.) Hier gingen Berichte über weitere größere Kämpfe im Süden ein. Eine Schlacht soll in bei' Nähe von Kaitsch au im Gange sein. Ein Eisenbahnzug mit Verwundeten staffierte in nördlicher Richtung. Weitere Züge werden folgen. London, 20. Juni. Der Tschifuer Korrespondent der „Times" drahtet: Ein chinesischer Flüchtling aus Port Arthur, der am 17. Juni in Tschifu an langte, erzählte, die Russen litten nicht nur Mangel an Lebens» Mitteln und Fourage, sondern die Truppen trugen fast Lumpen und benutzen chinesisches Schuhwerk. Petersburg, 20. Juni. In Mukden ist nach zweimonatlichen Stteifzügen in Korea das berittene Schützenkommando eingettoffen, das wertvolle Angaben über die Stärke der Japaner am Jalu mitgebracht hat. Das Kommando hatte tägliche Gefechte in Ko r e a zu bestehen gehabt. Es brannte eine Menge von japanischem Proviant, Brücken und mehrere Städte nieder, überschritt am 9. Juni im Rücken der japanischen Armee den Jalu und zerstörte alle Telegraphen. Das Kommando verlor in einem zweitägrgen Gefecht bei Phönjang seinen Anführer. Nach einer Mitteilung des Kommandos ist die Rückendeckung der Japaner sehr schwach- alles ist auf zu- fällige Erfolge basiert. Per Aufstand in Deutsch-Südwestafrika. Generalleutnant v. Trotha hat, wie der „Schles. 3tg.A aus Berlin gemeldet wird, sofott nach ferner Ankunft telegraphisch bedeutende Verstärkungen verlangt. Die nrilitä- rische Lage sei sehr ernst. Oberst Leutwei n sei zu weit vorgestoßen, sodaß der Rückzug der Etappenlinien fast ohne Verteidigung sei unb es den Hereros ein leichtes wäre, sie an jedem beliebigen Punkte zu Unterbrechen und ernsteste Schwierigkeiten zu bereiten. @ O monatlich^ viertel- GietzenerAnzeigerU General-Anzeiger " ** .rsas» v w den polit und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MGs V ™ M zeigenteil: HanS Beck. hierdurch wurde der Magistrat darauf aufmerksam, daß die architektonische Ausgestaltung der Brücke nicht einwandsfrei war. Dem Kaiser hatten die in der Brüstung angeordneten Durchbrechungen nicht gefallen, welche, zu klein und auch in zu schwerem Stil gehalten, unschön wirken würden, mtb empfohlen, die Durchbrechungen entweder ganz fottzulafsen oder aber ein vollständig durchbrochenes Geländer zu wählen. Nach nochmaliger Prüfung des Entwurfs hat der Magistrat sich entschlossen, auf dem Brückenscheitel einen massiven Gelänoerteil aufbauen zu lassen, an welchem sich beiderseits durchbrochene Felder anschließen sollen Der mittlere massive Teil der Brücke soll durch je eine über dem Scheitel angebrachte Kartusche einen reicheren archi- tekwnischen Schmuck erhalten. ♦ — Unter der Ueberschrrst „Front gegen die moderne Richtung" wird der Rhein.-Westf. Ztg." von einem Berliner Kunsthistoriker ein Aufsatz geschickt, dem wir folgendes entnehmen: Tie Spannung zwischen Charlottenburg (Sezession^ und Moabit (Große Berliner Kunstausstellung) und die Stellungnahme des Kaisers in Kunstdingen bereiten dem Dezernenten für bildende Kunst im Kultusministerium oft unangenehme Situationen, da er nur zu oft, der kaiserlichen Kunstneigung folgettb, seine Ansicht und die von Künstlern und Kunst- gelehtten, deren Rat er einzuholen pflegt, unterdrücken muß. Ich weiß so beispielsweise, daß sich der Geheimrat bei der Beschickung der Kunstsammlungen in St. L ou is in einer so großen Verlegenheit befand, daß er sich mit Worten der Verzweiflung an eine Reihe von Kunstgelehtten mit der Bitte um Rat wandte. . . ." Ter Herr Geheimrat machte mm einen Versuch, beim Kaiser eine Versöhnun g zwischen Moabit und Charlotten- burg anzubahnen: Aus dem Munde eines völlig unabhängigen Mannes sollte der Monarch Aufklärung erhalten. Dieser unabhängige Mann muß schon bedeutende Qualitäten besitzen, da man in Kunstdingen dem Kaiser bei seinem grundehrlichen, unerschütterlichen Glauben an die Nichtigkeit seiner Kunstanschauung nicht mit gegenteiligen Anschauungen imponieren kann. Allerdings konnte der T-ezcrnent keinen besseren Vermittler finden als in der Person des in Kunstkreisen allgemein verehtten Ordinarius für Kunstgeschichte an der Berliner Universität, Hein- ttch W ö l f f l i n. Der Geheimrat kalkulierte nun, daß der Monarch dock für die Wicht eines so angesel>enen Kunstgelehtten wie Wölfflin zugänglich fein würde. Wölfflin erhält vor einigen Tagen von dem Dezernenten eine Aufforderung, nach Moabit zu kommen, wo er dem an diesem Tage dott weilenden Monarchen vorgestellt werden sollte. Anr Eingänge stehen zum Empfange des Kaffers die Ausstellungsleitcr, unser Geheimrat mit Professor Wölfflin. Der Kaiser kommt an, durchschreittt eilend den Eingang. Ter erste Augenblick, Wölfflin vorzustellen. ist verpaßt. Wölfflin und sein Führer schließen sich nun dem Gefolge des Kaisers an. Bald glaubt der hohe Beamte, wieder einen günstigen Augenblick nahe, um Wölfflin vorzustellen. Er hat den Kaiser angeredel, da . . . Pech. . . Wölfflin ist vor einem Bilde stehen geblieben, der Vorzustellende fehlt. Kurz gegen Ende des Besuches findet dann der Geheimrat Gelegenheit, den Professor vorzustellen. Wölfflin verneigt sich und statt der erwarteten Ginleitung eines kleinen Gespräches Über Kunst, sagt der Kaiser nichts als: „Machen Sie mir bitte, vr- dentlich Front gegen die moderne Richtung!"... Bleibt abzuwarten, ob sich diese Darstellung bestattgt. ♦ — Eine bisherunbekannteChäradeSchikle vs' Tie in Eisenach erscheinende „Wartburg-Korresponden^ veröffentlicht eine bisher unbekannte Eharade Schillers. Dieselbe ist wahrscheinlich im Jahre 1803 entstanden. Sie wurde entdeckt in einem alten Fremdenbuche der Wartburg-Restauration und ist von Schillers eigener Hand geschrieben und unterscl;tteben. Sie lautet: Zwey Sylben, und du nennst ein Ww r t — Bedeutend oft, doch öfter unbedeutend; Beleid'gend hier, erfreuend dort, Stets widersprechend, selten doch entscheidend. Die Seele der Gesellschaft ist's, der Tod Der herrlichsten Entwürfe, Lebensbrod Ter streitenden Justiz; und seine Noch Hat Jeglicher damit!--Zwey Sylben wieder, Und ein Gefühl nennst du, das dich beglückt, Das, zieht der Wahn, der Zweifel dich hernieder, Dich allen (sic) Trug, der Erde selbst entrückt; Das dich begeistert zu erhabnen Dingen, Das Göttliche fest in dein Jmüres drückt, Und, selbst wenn Tod mid Leben in dir ringen, Noch deinen Geist mit süßem Trost entzückt. Tas Ganze war, so lange Menschen lebten, Ein Feind des Lichts, doch hold der Poesie; So Viel' es auch zu unterdrücken strebten, Es wandelte sich oitz doch starb eS nie. In seinen Formen liegt der treue Spiegel Der Bildung und der Sitten aller Zett, Ja, es entschließt sein mitcernächtllch Siegel Dir selbst die Ahnung der Unendlichkett. Die Auflösung ist '„sgnviLasg.^^ * — Die Vermählung des Fräulein Irene Tricsch vom „Deutschen Theater" in Berlin mit Frederic Lamond, dem berühmten Pianisten, fand am letzten Sonntag in Preßburg (Ungarn) statt. Keistliche MuM g Den Säbelhiebe sch auf seinen An, lve Ingrei war von mehr als 5000 Personen besucht. Es wurde folgende Resolution angenommen: Tas Schicksal der an dem Widerstand der ersten Kammer gescheiterten Volksschulnooelle hat aufs Neue scharf beleuchtet, daß die Kammer der Standeshcrren mit ihrer Vorbcrrschait, Adelvorrechts, cm Organ ultramontaner Herrschastsgelüste und ein starres Hindernis einer fortschrittlichen Gesetzgebung ist. Das freigesiiinte wnrttembergische Volk spricht die bestimmte Erwartung aus, daß die Regierung König Wilhelms II. mit der großen Mehrheit der Kammer der Abgeordneten Zusammenwirken wird, um den Charakter der Volksschule als einer unabhängigen Staatsanstalt sicher zu stellen und durch eine alsbaldige durchgreiseiide Revision unserer Verfassung einem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen. Schluß der Feier vom Schauspielchor gesungene Cantate war von Adolf Stoltze verfaßt und von Musikdirektor G. v. Rößler in Musik gesetzt, der auch die Eintrittsfanfare komponiert hatte. Die Ehrengabe des Personals besteht in einem geräumigen Bücherschrank aus Nußbaumholz. Der Großherzog von Baden verlieh dem Intendanten das Ritterkreuz 1. Klaffe des Ordens vom Zähringer Löwen. Homburg v. d. H., 20. Juni. Der aus Anlaß des Gorüon-Bennett-Nennens für heute im Kur garten vorge- ehcne Blumenkorso, sowie der darauffolgende Subskriptionsball fallen wegen mangelhafter Beteiligung aus. Die meisten Automobilisten sind bereits abgefahren. Kleine Mitteilungen aris Hessen und den Nachbarstaaten. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld beging am Sonntag die Feier ihres 50jährigen Bestehens. 14 auswärtige freiwillige Feuerwehren waren erschienen, von Eudorf, Kirtorf, Homberg, Groß-Felda. Windhausen, Nieder-Ohmen, Lauterbach, Grünberg, Schal- ten, Allmenrod-Sickendorf, Gießen (Gailsche), Butzbach, Frredbcrg, Bad-Nauheim. Homberg und Lauterbach hatten eigene Musikkorps mitge-bracht. Die Stadt prangte im Flaggenschmuck. — In Melbach fand das Jahressest des Wetterauer Zweigvereins der Gustav Adolf-Stiftung imter großer Beteiligung der hiesigen Gemeinde und der Nachbarorte statt. Der Festgottesdienst fand um 2 Uhr statt und wurde von Prof. Dr. Wurster, dem Direktor des Predigerseminars zu Friedberg, abgehalten. Der Sekretär des Hauptvereins für Hessen, Prof. Trümpert-Darmstadt, mar erschienen und predigte in der Nachversammlung. — In Watzenborn- Steinberg beging am Sonntag der Kreiswahloerein Gießen der Sozialdemokraten ein Fest. Es zeigte sich, daß Watzenborn darüber nicht erfreut war; die Watzen- borner Burschen hatten Ausflüge nach Münzenberg un die ans Kosten der £ M gesunden, 3 letzte befinden sich verbrannt, daß eir Untersuchungen weo Widerstand der Do wurden im Rumpf nicht möglich gewes« Unterstützungsfonds 150000 notwendig, haben durch den S das Unglück "-n'gstes Beileid aui Frankfurt, 20. Juni. Im Foyer de§ Schauspielhauses war heute morgen festliche Feier zu Ehren des Intendanten Emil Claar, der ein Vierteljahrhundert als Bühnenleiter in Frankfurt tätig ist. Die Theaterwelt, Klinitfreunde und Kunstfreundinnen waren im geschmückten Festsaal versammelt. Die erste Begrüßungsan. spräche hielt Heinrich Hanau im Namen des Äufsichtsrats der Neuen Theateraktiengesellschaft. Er brachte als Gabe des Aufsichtsrats ein Bild des neuen Schauspielhauses dar und meinte zum Schluß, von dem Jubilar gelte nicht das Goethesche Wort: „Es irrt der Mensch, so'lang er strebt", sondern er könne mit Recht in jedem' Augenblick mit Schiller von sich sagen: „Ich sühls, daß ich der Mann des Schick- sals bin, Und Hoffs mit Eurer Hilfe zu vallführen." Intendant Jensen pries „von ganzem Herzen den liebenswürdigen und allzeit wohlwollend gesinnten Kollegen" und überreischte eine Glückwunschadreffe und die Damen und Herren von der Oper brachten ein dreifaches Hoch auf den Jubilar aus. Dann kam Oberregisseur Quincke längere Zeit zum Wort. Er brachte die Glückwünsche des Personals zum Ausdruck. Er sagte ti. a., es herrsche, dank vor allem der Gewissenhaftigkeit und Humanität des Gefeierten, die nicht leicht jemanden ziehen ließe, ohne zuvor einen gleichwertigen Ersah für ihn gefunden zu haben, am Frankfurter Theater eine weit größere Seßhaftigkeit des Personals, als an den meisten anderen Bühnen. Der Jubilar sei stets darauf bedacht gewesen, die künstlerisch oder wirtschaftlich wichtigen Vorstellungen auf beide Kunstgattungen abwechselnd zu verteilen, da nie das eine Theater dem anderen Konkurrenz machte. Herr Quincke überreichte den Schlüssel zur Ehrengabe des Personals und ersuchte die Kunstgenossen, „hier in der Burg, welche diese Stadt der Kunst erbaut hat, einzustimmen in die Worte, durch die der Hausstand des Götz von Berlichingen seinen Ritter ehrt: „Es lebe der Burgherr, unser Vater und Führer!" Intendant Claar dankte Herrn Hanau und meinte, daß eigentlich auch der Aufsichtsrat sein Jubiläum begehen könne: Mitgearbeitet, mitgefeiert! Er dankte Herrn Jensen; man freue sich des Kindes, das man in der Wiege pflegte und das man aus dem Auge und aus der Hand verloren habe. Er dankte den langjährigen Mitgliedern der Oper, die chn unterstützten, und sagte, er nehme Anteil an dem Nachwuchs, der die Zukunft der Oper verbürge. Schauspiel und Oper, wenn auch äußerlich getrennt, innerlich sollen sie vereint sein als Schwesterinstitute. Der Jubilar dankte Herrn Quincke und dem Künstlerpersonal, das als geschloffene Korporation erschien. Der Bühnenleiter habe ein schweres Amt; er gelte mitunter als ungerecht gegen den einen, während er doch nur gerecht gegen den andern sein wolle. Nunmehr gratulierten: Balletmeister Gyurian, Obermaschinenmeister Bräutigam für das technische Personal, das als Ehrengabe einen — Schirm brachte, Oberbeleuchter Quetsch, der einen Beleuchtungskörper überreischte. Es kamen Gratulationsschreiben zur Verlesung, vom Präsidium des Deutschen Bühnenvereins, gez. v. Hülsen, vom Präsidium der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, gez. Dr. Max Pohl, u. a. Prof. Dr. MaximilianClaar aus Nom, ein Sohn des Jubilars, erschien als Gratulant des. Königs von Italien und des italienischen Ministerpräsidenten, mit dem Auftrag, Dank zu sagen für die Unter» stützung, die die italienische Musik und die veristische dramatische Richtung durch Emil Claar gefunden haben. Da§ sichtbare Zeichen der Anerkennung werde später folgen. Redakteur Otto Hörth, der Vorsitzende des Journalisten- und Schriftstelleroereins, gratulierte dem langjährigen Mit- glied; der Verein schätze in ihm nicht nur den fruchtbaren dramatischen Dichter sondern auch den feingesinnten, genie- vollen, formgewandten Lyriker und Schriftsteller. Intendant Claar nannte in seiner Erwiderung die Journalistik die Mahnerin, Förderin und Mitarbeiterin der Künste. Die am , öarrau 20 "“«tonten * &Ä* £ ä’ den 2 liegen ?6e Qu'! Ben- den 20 cs • siNf," ’etBUne K-o- "^"Äonnte der 9< Verbreche Li-le-'n wedie « Ruder und untern 20. Juni, nachn^ Büchelberg, von d (5$ kam anders, das junge Leben c Am Sonntag M aus dem Wege ge entsetzlich zugencht wunden - vier" der die Schlags Brust - mit 40 M Jnha Weise ums Leben und sollte kurz dm * Könitz, * Spur m der Wi Fortgang- Heute nach der Richtig haben, wo sich o mmdung Winters einer Vernchimmi ffühere Inhaber f Hotel. Es heißt, Material zutc aus Halberstadt gc nehmuny, die er ■ äussreren Fuß vernommen. ' Kanderste Besteigung de Berner Studer verletzt in einet funden und morger Keller um 5 Uhr s portiert. * Belgrad, der Redakteur leutnant Schu „In dem agitatorischen Vorgehen des Handwerkerbundes lallt besonders die Tatsache auf, daß der Bund bis jetzt besonderen Wert darauf gelegt hat, sich in denjenigen Wahlkreisen zu organisieren, die durch Abgeordnete des D. A. B., der Deutschen Resorw- parter vertreten sind. Es ist aus der ganzen Art der Agitation des Bundes der Handwerker klar erkennbar, daß nicht sächliche, sondern rein persönlicbe Gesichtspunkte maßgebend sind. Die Behauptung, der Bund der Handwerker sei nichts weiter als eine verkappte Organisation des Bundes derLand- wirte, wird durch sehr wichtige Vorgänge bei den Maßnahmen des Handmerkerbundes unterstützt." — Nach der „Tägl. Nundsch." wird eine Bundes- rajsver Ordnung für das Schlächtergewerbe nach der Art der Verordnung für das Bäckergewerbe erwartet. Für heute und morgen hat das Kaiserliche Statistische Amt eine Anzahl^von Vertrauensmännern, Meister und Gesellen, aus dem Schlächtergewerbe nach Berlin zur Vernehmung berufen. Hamburg, 20. Juni. Aus einer von dem Vorstand des Zentralausschusses Hamburg-Altonaer Detaillisten-Vereine veröffentlichten Aufstellung über die Umsätze der zwei dortigen Beamten-Konsum vereine und der beiden unter sozialdemokratischer Leitung stehenden Konsumvereine er- giebt sich, daß diese vier Konsumvereine mit ihren 67 541 Mitgliedern in 84 Verkaufsstellen im vorigen Jahre einen Umsatz von 10 585 333 Mk. erzielten. Dieser Umsatz wird dem Detaillist en stände entzogen. Von dem Reingewinn dieser Summe (ca. V/4 Million Mk.) wird bekanntlich keine Einkommensteuer und verhältnismäßig nur eine geringe Grundsteuer gezahlt, so daß einschließlich des entgangenen Gewinnes an Gaskonsum dem Staat per Jahr eine Einnahme von 151557 Mk. entgeht. Da die Umsätze dieser Vereine sich von Jahr zu Jahr steigern (Produktion 1903 334 366 Mk. mehr als 1902, Gesellschaft zur Verteilung von Lebensbedürsnffsen von 1866: 1903 473 317 Mk. mehr als 1902), so ist vorauszusehen, was schließlich aus dem Detaillistenstande der betreffenden Branchen werden wird. Bremen, 20. Juni. Vom Kaiser ging dem Präsidenten des Norddeutschen Lloyd, Geo Plate, auf die Mitteilung der letzten Rekordreise des Dampfers „Kaiser Wilhelm II." nachstehendes Telegramm zu: „Gerade jetzt, wo so ernstlich angestrcbt wird, eine weitere Geschwindigkeitssteigerung der transatlantischen Fahrten zu erreichen, ist mir die Nachricht von der unübertroffenen Leistung des Schiffes, welches meinen Namen trägt, sehr willkommen. Ich gratm liere dem Lloyd zu dem neuen Erfolge." beiten vorgetragen hat, fein Finländer und mit den Sitten und Gesetzen des Landes nicht vertraut ist, und da er mit General Bobrikow gemeinsame Interessen hat, so bekommt Ew. Majestät nicht zu wissen, weder wie der wirkliche Zustand ist, noch was die Landesgesetze gebieten. Da keine Aussicht vorhanden ist, daß innerhalb eines übersehbaren Zeitraums eine wahre Darstellung des wirklichen Zustandes an Ew. Majestät gelangen wird und daß Bobrikow abberufen wird, bleibt nur noch übrig, zur Not- toebr zu greifen und zu versuchen, ihn imschädlich zu machen. Das Mittel ist gewaltsam, aber das einzige Mittel. Dabei opfere ich mein eigenes Leben mit eigenen Händen, um zu versuchen, Ew. Majestät noch mehr davon zu überzeugen, daß tm Großfürstentum Finland wie in Polen und den Ostseeprovinzen, ja im ganzen russischen Reich Mißstände herrschen. Meinen Entschluß habe ich nach reiflicher Ueberlegung allein gefaßt Ew. Majestät! Mit dem Tode vor Augen schwöre ich bei Gott, daß hier keine Verschwörung vorliegt. Ta ich das gute Herz und die edlen Absichten Ew. Majestät kenne, bitte ich Ew. Maie,tat nur um das eine, sich Klarheit über die wirklichen Zustände des Reiches zu verschaffen, darunter eingerechnet Polen, Finland und die Ostsee-Provinzen. Ich verbleibe mit tiefster, untertänigster Ehrfurcht der alleruntertänigste, treuste Untertan Ew. Majestät. , Eugen Schaumann. Ein m Kopenhagen lebender Finländer, ein Verwandter Schaumanns, berichtet, Schaumann habe das Attentat lange geplant, er habe niemanden in seinen Plan ein geweiht und keine Mitschuldige; er habe eifrig an der nationalen Agitation teilgenommen. Seine Familie sei 1686 geadelt worden, der Vater habe im russischen General- stake eine glänzende Karriere gemacht. Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Juni 1904. p- Dr- Hans Köppe wird zum Zweck der Habilitation für das Fach der Nationalökonomie und Finanz- wiffenschast am Mittwoch, 22. Juni, nachrn. 6 Uhr c. t. in der kleinen Aula des Universitätsgebäudes eine Probevorlesung: „Die rationelle Ausgestaltung der Matrikular- beiträge", halten. ** Militärisches. Generalarzt Dr. Großheim aus Frankfurt weilt seit gestern in unserer Stadt und ist im Großherzog von Hessen abgestiegen. Gestern inspizierte er eingebend das Lazarett und heute wird er die sanitären Verhältnisse in den Kasernen einer Prüfung unterziehen. ** Ertrunken. Gestern nachmittag war ein hiesiger Mann auf seinem Acker in der Nähe der Militärschwimm- aTrstalt beschäftigt und chatte sein acht Jahre altes Töchterchen bei sich. Das Kind entfernte sich von seinem Vater, um nach Hause zu gehen. Als der Vater nach Hause kam, war das Kind nicht da, und die sofort von dem Vtter angestellten Recherchen waren ohne Erfolg. Heute morgen wurde das Kind als Leiche in der Lahn gefunden. ** Der Hess. Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen hält am 29. d. M. vormittags lOVr Uhr seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Verein hat nach dem gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht für 1903, der uns heute zugegangen ist, im var- ganaenen Jahr eine sehr rührige Tätigkeit entfaltet. U. a. wurde infolge zahlreicher Anfragen ein Musterstatut für Baugenossenschaften ausgearbeitet, das von der Geschäfts- relle des Vereins, Wilhelminenstraße 3 in Darmstadt, bezogen werden kann. Die allgemeine Inanspruchnahme der Geschäftsstelle des Vereins hat sich int Berichtsjahre gegen das Vorjahr wesentlich gesteigert. d. Wieseck, 20. Juni. Bei bem am Sonntag hier tattgehabten Preiskegeln erhielten folgende Kegelklubs Preise: 1. Preis, eine wertvolle Standuhr: „Gut Holz"-Lollar, 2. Pr., ein versilbertes Trinkhorn: „Gut Ho!z"-Launsbach, 3. Pr, eine versilberte Bowle, „Gut Holz"- Wieseä, 4. Pr., ein Bierservice: „Gut Holz"-Gießen, 5. Pr., d°>b d-s tt SR-»-., Nb°> ,Schw°"zs----- Ausland. London, 20. Juni. Dem nunmehr veröffentlichten amtlichen Bericht zufolge belaufen sich die Kr önun as- ko st en auf 7 985 780 Mark. — König Eduard reist am 23. Juni abends von London nach Port Viktoria, wo er sich an Bord der kgl. Jacht begibt. Auf der Reise nach Kiel wird den König ein großes Gefolge begleiten, dem der erste Lord der Admiralität, Earl os Selborne, der Direktor der Nachrichtenabteilung der Admiralität und Prmz Louis von Battenberg angehören. Die Dauer des Aufenthaltes in Kiel ist noch nicht bestimmt festgesetzt. Man nimmt an, daß er etwas über eine Woche betragen wird. . Paris, 20. Juni. Die Kammer nahm Artikel 22 des Mrlitärgesetzes an, nach welchem jungen Leuten, die gewisse Schulen besuchen, für die Mleistung ihrer Militär- pslicht Aufschub bewilligt werden kann. Dann erfolgte dre Annahme des ganz-en Gesetzes. Budapest, 20. Juni. (Ab g e o r d n e t en h a u s.) Auf eure Anfrage Aloh (Kossuthpartei) erklärt Ministerpräsident Disza, der Bürgermeister von Devreczin sei verpflichtet gewesen, auf eine ihm zugegangene deutsche Zuschrift des östreichisch-ungarischen Konsulats Galatz zu antworten. Ter Bürgermeister habe von dem Minister des Innern Weisung hierüber erhalten, weil der gesetz- lrchen Praxis zufolge die Amtssprache der östreichisch-unga- rffchen Diplomatie deutsch sei. Nach dieser Erklärung schrie Kubik zu d'er nattonalliberalen Partei gewendet: „Nun brennen Ihnen die Augen vor Scham aus." Aufgefordert, den beleidigenden Zuruf zurück- zuHieben, weigerte sich Kubik dessen, worauf die Angelegenheit an den Jmmunitätsäusschuß verwiesen wurde Belgrad, 20. Juni. Das Blatt „Stampa" berichtet, daß die Polizei auf sämtliche Kleidungsstücke der Königin Draga Beschlag gelegt hat, doch soll deren Schätzungswert den Schwestern der Königin übermittelt werden. Die Beschlagnahme erfolgt angästich zur Verhinderung einer etwaigen Schaustellung dieser Kleider. Das Brautkleid der Königin Draga, ein sehr wertvolles Natioual-Kostüm, ist verschwunden. Die Schlafzimmereinrichtung des Königs Alexander soll auf Veranlassung der Exkönigin Natalie verbrannt werden. Petersburg, 20. Juni. Der K a i s e r und die K a i - f er in begaben sich heute von Zarskoje Selo zum Sommeraufenthalt nach Peterhof. Deutsches Reich. Berlin, 20. Juni. Die diesjährige Nord land-- zetfe des Kaisers wird in den ersten Tagen des Juli von Swinemünde aus ihren Ausgang nehmen. Für die Dauer der Reise sind nach den bisherigen Dispositionen etwa vier Wochen in Aussicht genommen. Nach der Rückkehr wird die kaiserliche Familie zu mehrwöchentlichem Sommer-Aufenthalt nach Schloß Wilhelmshöhe übersiedeln. — Die Kaiseryacht „Hohenzollern" ankerte heute nacht und heute vormittag auf der Rhede von Cuxhaven, von wo der Kaiser das Einkommen der Pachten von der Regatta Dover-Helgoland beobachtete. Der Kaiser hötte heute den Vottrag des Reichskanzlers und besuchte nachmittags die hier ankernden Pachten „Meteor" und „Iduna". Zur Abendtafel war Exzellenz von Eisendecher geladen. — Das Abgeordnetenhaus nahm heute unter anderem die beiden Meliorations-Vorlagen über die Verbesserung der Vorflut an der unteren Oder, Havel und Spree und Maßnahmen zur Verhütung von Hochwassergefahren in der Provinz Brandenburg und im Havelgebiet der Provinz Sachsen in zweiter Lesung, sowie den Gesetzentwurf über das Spielen in außerpreußischen Lotterien in dritter Lesung an. Ferner wurde der Gesetzentwurf über die Erhöhung des Kapitals der See- handlung in zweiter Lesung angenommen und die Vorlage betreffend Gewährung von Beihilfen an ehemalige Angehörige des preußischen Heeres und der Marine, die an dem Kriege gegen Dänemark 1864 teilgenommen haben, verabschiedet. — Bei der Verabschiedung des Gesetzentwurfs, betreffend die Kinderarbeit in den gewerblichen Betrieben, hatte der Reichstag im März v. I. den Reichskanzler ersucht, tm ganzen Reich Nachforschungen über ben Umfang und die Art der Lohndeschäftigung der Kinder im Haushalt (Aufwartung, Kinderpflege unb dergleichen), sowie in der Landwirtschaft und deren Nebenbetrieben vornehmen zu laffen und die Ergebniffe dem Reichstage mitzuteilen. Dem Vernehmen nach hat der Bundesrat dieser Resolutton zu- geftimmt, so daß also die Erhebungen demnächst stattfinden werden. — Der Antisemitenbund hat beschloffen, den Namen Deutscher M i tte l st an d s b u n d anzunehmen. Nach der „Staatsb.-Ztg." kam es in der Versammlung zu einer scharfen Absage an den Bund derHandwerter. Die „Staatsb.-Ztg." berichtet darüber: Dom 13 Ü unb bie $ Justiz IS *. - '!v ,001" 10. WiftV* Sen- H an0PA ?Qn,6er hl-im SC" »er Qrt,, Doch - et Motzer » t e>H 6 1'^.- der ^en *-L‘i=N9l> e^f ÄS&*i lcrteliahrk en' '9 ift sÄb.ett *» ®«r, LS ' '“Settel- Wut mit 6^ Win d-z 6te. 3*. s ™ '**rb* 9 \ und überreifste ' “"b taen non b„ "Subilataus. i"1 l«m Wort, fe ' M Ausdruck, ” b'° leicht jentanber, ieN" Erich für ihr a er e*ne weit größere °en meisten anderer bedach^ gewesen, die m Vorstellungen air ?rtei(en, da nie da, i nachte. Herr Quinck des Personals uni -r Burg, welche diese ' * cn in die Worte, burc ichingen seinen Mei Vater und Führer!' w und meinte, dss iläum begehen forme; Herrn Jensen; moi er Wiege pflegte uti Hand verloren hak. i der Oper, die ihn l an dem Nachwuchs Schauspiel und Ope; sollen sie vereint im dankte Herrn Quincke schlossene Korporation hwms Amt', er gelle i, während er doch nie Nunmehr gratulierte, neister Bräutigam v gäbe einen — Schien Beleuchtungskör;. »reiben zur Verlese icreinS, gez. o. M ,erBühnenangehite:: MarimilianCl-E erschien als italienischen Mm?- i sagen für die A die veristische to® eflinden haben. werde spater M ,de des Journale: >em langjähngea nur den fruch'l- feingesmnten, ss 3*;- bi, gönnt»®' der Künste. gefungnne ®»nblL- h-lz. $«&*, lasKitterktt-tz^ Der au^[^' im Kurgar^ ./-, darausfEx Ke angelpL'^ i nobiWn^ «d t. um 2 7. )iceflol ' § 0* AS I -ft tltf' L»ti Ruttershausen, wo ein Sängerfest stattsand, gemacht. Außcr- balb des Ortes hielt der Reichstagsabg. Scheidemann eine Rede, in der er wegen dieser Gegnerschaft Watzenborn in „Schwarzenborn* umtaufte. Vermischtes. * Aschaffenburg, 20. Juni. Heute ist ein Jahr verflossen seit dem Raubmorde an der Telephonistin Josephine Haas aus Bamberg. Trotz der eifrigsten Bemühungen der Behörden und Aussetzung eines hohen Geldbetrages konnte der entmenschte Täter bisher noch nicht gefaßt werden und tiefes Dunkel liegt über dem fluchwürdigen Verbrechen. Das auf so grattfame Weise gemordete Fräulein weilte damals zum Besuche bei seinem hiesigen Bruder und u ilernahrn ohne Begleitung am Samstag, den 20. Juni, nachmittags 4 Uhr einen Spaziergang auf den Büchelberg, von dem es um 6 Uhr wieder zurück sein wollte. Es kam anders, von feiger Mörderhand getroffen, verblutete das junge Leben an dem sonst viel begangenen Ausflugsort. Am Sonntag mittag fand die streifende Schutzmannschaft aus dem Wege gegen das Haibacher Kreuz im Gebüsch die entsetzlich gugerichtete Leiche, die nicht weniger als 18 Stichwunden — vier im Leibe, einen im Rücken, einen im Hals, der die Schlagader durchschnitt, und die übrigen in der Brust — aufwies. Die goldene Uhr und das Portemonnaie mit 40 Mk. Inhalt waren geraubt. Das auf so entsetzliche Weise ums Leben gekommene Fräulein war glückliche Braut und sollte kurz darauf die Hochzeit stattfinden. * Könitz, 20. Juni. Die Untersuchung der neuen Spur in der Winterschen Mordsache nimmt ihren Fortgang. Heute wurden mehrere Einwohner von Könitz nach der Richtung vernonrmen, ob sie noch in Erinnerung haben, wo sich der Schlosser Berg am Tage der Ermordung Winters crusgehalten hat. Unter denjenigen, die einer Vernehmung unterzogen wurden, befand sich der frühere Inhaber einer Kutscherstube hinter dem Kühnschen Hotel. Es heißt, daß die Vernehmung sehr wichtiges Material zutage gefördert hat. Gleichzeitig wird aus Halberstadt gemeldet, daß M a ß l o f f nach seiner Vernehmung, die er in der Konitzer Affäre zu bestehen hatte, auf s r e i e n Fuß gesetzt wurde. Auch Frau Maßloff wurde vernommen. * Kauder st eg, 20. Juni. Die beiden gestern bei einer Besteigung des Doldenhorns verunglückten Berner Studenten Keller und Krebs wurden schwer verletzt in einem 30 Meter tiefen Gletscherschwund gefunden und morgens 2 Uhr nach der Klubhütte gebracht, wo Keller am 5 Uhr starb. Krebs wird nach Kandersteg transportiert. * Belgrad, 20. Juni. In der letzten Nacht wurde oer Redakteur Radowanowitsch vom Oberleutnant Schulowitsch überfallen und durch Säbelhiebe schwer verwundet. Radowanowitsch gab auf seinen Angreifer zwei Re vo lv erschüsse ab und verwundete ihn ebenfalls. Die Ursache des Angriffs ist ein Zeitungsartikel. * Das Dampferunglück in Newyork. Die letzten Tage waren für den deutschen Stadtteil Tage allgemeiner Trauer. Am 19. ds. bewegten sich 100 und am 20. ds. 200 Leichenbegängnisse durch die Straßen, die mit Tausenden angefüllt sind. Ein Zug umfaßte 29 nicht identifizierte Leichen, die auf Kosten der Stadt begraben wurden. 568 Leichen sind gefunden, 329 werden noch vermißt. 53 Verletzte befinden sich in den Hospitälern, 30 Leichen sind so verbrannt, daß eine Identifizierung unmöglich war. Die Untersuchungen werden fortgesetzt, jedoch durch den pasiiven Widerstand der Dampfer-Gesellschaft erschwert. 50 Leichen wurden im Rumpf des Wracks entdeckt, doch ist es noch nicht möglich gewesen, sie zu bergen. Der bisher gesammelte Unterstützungsfonds beträgt 40 000 Dollar, doch sind 150000 notwendig. — Kaiser Wilhelm und die deutsche Kaiserin haben durch den Botschafter Frh. Speck zu Sternburg der durch das Unglück betroffenen lutherischen Gemeinde ihr innigstes Beileid aussprechen laffen. Kerichlssaak. Hanau, 20. Juni. Die Strafkammer verurteilte heute den 33 Jahre alten Schlosser Karl 58 o gel aus Gießen wegen verschiedener Einbruchsdiebftähle, die er im November und Dezember vorigen Jahres hier vollführte, zu acht Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. .Vogel, der schon vielfach bestraft ist, hat sich auch noch vor anderen Gerichten wegen ähnlicher Verbrechen zu verantworten. Braunschweig, 20. Juni. Chefredakteur Siercke von der „Braunschw. Landesztg." wurde heute von der hiesigen Strafkammer wegen Beleidigung der Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg, Tochter des regierenden Großherzogs, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. .Die Beleidigung wurde gefunden in einem Artikel, der dem genormten Blatte angeblich von einer dem oldenburgischen I Hofe nahestehenden Persönlichkeit eingesandt worden sein soll. Siercke hatte die Nennung des Namens des Einsenders verweigert. Kiel, 20. Juni. Das Kriegsgericht der Marine-Akademie verurteilte den Bootsmannsmaat Wegner wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Kollision zwischen zwei Vinassen vom Kreuzer „Viktoria Luise" und dem Schulschiff „Moltke", wobei die erstere Pinasfe unterging und letztere auf Strand gesetzt werden mußte, zu 14 Tagen Mittelarrest. München, 20. Juni. Heute begann vor dem Landgerichte München I die Verhandlung über die Berufung in dem Beleidigungsprozesse des Theaterdirektors Conried in Newyork gegen den Schriftsteller Dr. M. G. Conrad und den Redakteur Danegger-München wegen einer Kritik des N ew- Dörfer Pars ivalunternehmens, die in der hiesigen Wochenschrift „Freistatt" erschienen war. Bei der ersten Verhandlung am 4. Februar waren Conrad und Danegger zu je 200 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Nach Vernehmung der beiden heute geladenen Zeugen, des Kommerzienrates Groß- Bayreuth und des Oberrcgffseurs Professor Fuchs-München wurde die Berufung verworfen. Sport. (E. T.) Fußball. Am SonMag fand auf dem Trieb vor zahlreichen Zuschauern das Retourwettspiel zwischen dem Frankfurter F. C. Viktoria unddem Gießener Fußballklub von 1900 statt. Während sich das erstemal in Frankfurt die Gießener mit zahlreickiem Ersatz und vor allem infolge mangelnder Wettfpielübung eine sehr hohe Niederlage gefallen lassen mußten, erreichten sie jetzt, daß die Frankfurter nur einen Sieg von 2:0 Toren erzielen konnten. Das Spiel trug einen sehr vornehmen Charakter. Beide Gegner hatten nacheinander Vorteil und Nachteil von Wind und Sonne, im übrigen aber war das Spiel sehr offen und hat das Interesse des Zuschauers von Anfang bis zu Ende stetig wach gehalten. Der Schiedsrichter, Vorsitzender des neuen „Gießener Ballsvielklubs", entledigte sich seines Amtes in sebr befriedigender Weise. Dandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Von der Linoleum-Industrie. Zur Linoleumfrage hat der Verband der Teppich-, Linoleum- und Möbclstoffhändler Deutschlands bekannt gegeben, daß er dahin übereingekommen sei, daß vorläufig von Erörterungen über Maßnahmen zur Abhilfe der bestehenden Mißstände abgesehen werden soll. Er kann auch gegenwärtig gar nicht anders handeln, da die Fabrikdirektoren nicht im geringsten geneigt sind, irgend welchen Einstuß auf die Geschäftsgestaltung zu gestatten. Der Verband ist so schon halb und halb mit seinen Maßnahmen auf dem Nullpunkt an- gelangt, die Zahl seiner Mitglieder wird immer geringer, sodaß seine Bedeutung eben ganz bedeutungslos ist. Märkte. Gießen, 21.Juni. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 5—6 Pfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21Pfg^ Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80-1,00 Mk., Hühner pr.Ät. 1,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr- Stück 77,1—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Pfg^ per Zentner 0.00—0.00 Mk^ Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg„ Aepsel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Kirschen per Pfd. 15—20 Pfg. Marktzeit 7—1 Uhr. (th-) Gießen, 20. Juni. Für das Jahr 1905 sind die Gießener Viehmärkte bereits jetzt folgendermaßen festgesetzt: 10. und 11. Januar, 24. und 25. Januar, 7. und 8. Februar, 21. und 22. Februar, 7. und 8. März, 21. und 22. März, (22. März auch Frühjahrs-Pferdemarkt), 4. und 5. April, 18. und 19. April, 2. und 3. Mai, 16. und 17. Mai, 6. und 7. Juni, 27. mti> 28. Juni, 18. und 19. Juli, 1. und 2. August, 15. und 16. August, 5. und 6. September (6. September auch Herbst-Pferdemarkt) 19. und 20. September, 3. und 4. Oktober, 24. und 25. Oktober, 21. und 22. November, 12. und 13. Dezember. Mit Ausnahme in den beiden Monaten Januar und Februar, wo überhaupt keine Krämermärkte stattfinden, ist an jedem zweiten Viehmarkttage auch Krämermarkt auf Oswalds- garten, der auch abgehalten wird, wenn etwa aus sanitären Gründen die Abhaltung eines oder des andern Viehmarktes verboten wird. )( Grünberg, 18. Juni. Auf dem heutigen Wochen- markt wurden verkauft: 156 Zentner Kartoffeln, per Ztr. 2.20 bis 2.25 Mk., Butter foftete 90 Pfg. per Pfund, Eier das Stück 5 Pfg. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 22. Juni 1904: Meist heiter, wärmer, ttocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. R.-B. Darmstadt, 21. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Bismarckfeier der hiesigen Studentenschaft nahm gestern abend ihren Anfang mit einem Zuge von 400 Fackeln, an dem sich auch die Spieler der hiesigen Regimenter beteiligten. Vor der Wohnung des Rektors der Hochschule machte der Zug Halt. Der Vorsitzende des Komitees, cand. ing. Ste inbrecher, richtete Worte der Begrüßung an den Rektor, der sogleich erwiderte. Der Kommers begann um Mitternacht. Wieder hielt cand. Steinbrecher die Festrede. Es wurden Telegramme an den Kaiser, den Großherzog und | den Fürsten Herbert Bismarck gesandt. Heute sand die feierliche (Grundsteinlegung der Bismarcksäule auf dem Dammelsberge statt, zu der Staatsminister Dr. Rothe mit mehreren Ministerialräten, Generalmajor o. Schmidt, Oberbürgermeister Morneweg u. a. erschienen waren. Der akademische Chor trug den Geibel'schen Sang »Friedrich Rotbart", komponiert von Attenhöfer, vor. Dann hielt cand. Steinbrecher die Weiherede und verlas die Urkunde, die alsbald in den Grundstein eingemauert wurde. Der Rektor gab die ersten Hammerschläge ab. Die Säule solle, so sagte er dabei, ein Zeichen sein echt deuffcher Gesinnung der Darmstädter Studentenschaft, den kommenden Geschlechtern zur Erinnerung an eine große Zeit und zur Ermahnung der Erhaltung des vaterländischen Geistes. Mit patriotischen Gesängen schloß die Feier. ♦ Bom Kriege. Petersburg, 21. Juni. Wie ein Telegramm Kuro- patfins an den Kaiser vom 18. Juni meldet, berichtet General Stackelberg: Der Gegner ist aus Wafan- gou nicht weiter vorgerückt. Wie gemeldet wird, entwickelten sich seine Truppen auf der Front Wafangou-Tuschou. Nach zweitägigem Kampfe und zwei ermüdenden nächtlichen Märschen auf schwierigen Gebirgswegen konnten die Truppen sich ausruhen. Ihre Stimmung ist sehr gut. lieber unsere V e r l u ste konnten genaue Angaben noch nicht erhoben werden. Vorläufig ist nur folgendes festgestellt: von der ersten ostsibirischen Schützendivision sind 15 Offiziere gefallen und 40 verwundet; 12 Offiziere sind auf dem Schlachtfelds geblieben, von denen es unbekannt ist, ob sie getötet oder verwundet sind. Ferner sind 386 Mann gefallen und 992 verwundet. Auf dem Schlachtselde sind 568 Mann geblieben, von denen es unbekannt ist, ob sie getötet oder verwundet sind. Vom 33., 35. und 36. Regiment sind 120 Offiziere und Soldaten gefallen, 19 Offiziere und 604 Mann verwundet; ferner werden 96 Mann vermißt. Tie erste Artilleriebrigade verlor 10 Offiziere und 103 Mann, die neunte Artilleriebrigade 25 Offiziere und Soldaten. Vom Regiment Tobolsk sind 3 Offiziere und Soldaten gefallen, 40 Offiziere und Soldaten verwundet, vermißt werden 3 Mann. Vom Regiment Morschansk sind 6 Offiziere verwundet, 11 Mann getötet, 131 verwundet; 8 Mann werden vermißt. Petersburg, 21. Juni. Ein Telegramm des Generals S t ü l i n s k i vom 19. ds. meldet: Nachrichten aus Port Arthur zufolge begannen am 14. Juni drei japanische Bataillone von Ssianbindao über die Berge nach L u i n a t a n vorzurücken. Zwei russische Freiwilligenabteilungen und Kompagnie der Grenzwache hielten den Vormarsch des Gegners auf. Feindliche Torpedoboote beschossen dieSemaphorstation. Als der Kreuzer „Nopik" und russische Torpedoboote berankamen und das Feuer eröffneten, zogen sich die feindlichen Schiffe zurück. Nach der Kanonade begannen die Kolonnen des Gegners sich zu entfernen und es blieben schwache Vorpostenketten zurück. Anr 13. Juni vertrieben die russischen Freiwilligen die Japaner aus den Stellungen östlich von den erwähnten Bergen. Ruffischer- sests wurde ein Oberleutnant und ein Schütze getötet, ein Oberleutnant wurde verwundet und starb später; vier Schützen wurden verwundet. Pete rsburg, 21. Juni. Admiral Skrhdlow meldet vom 20. ds.: Die Kreuzerabteilung ist ohne Verlust und Beschädigungen nach Wladiwostok zurückgekehrt. Petersburg, 21. Juni. Ein Telegramm des Generals Ssacharow an den Generalstab vom 19. Juni besagt: Seit dem 16. Juni sind Anzeichen wahrgenommen worden, die auf einen vorbereitenden Vormarsch der Japaner von Sin- jan auf drei Wegen, die nach Haitscheng. der Station Taschi- tschao und Raitschou führen, schließen ließen. Auf dem erst genannten Wege ist eine Reine Abteilung der Vorhut des Gegners nach Wansiapudsa vorgerückt Auf dem zweiten Wege hatten Truppen der Vorhut den Paß zwischen Nandsibei und Pantschialju besetzt. Auf dem dritten südlichen Wege sind andere Truppen bis zu den Dörfern Chiuniak und Tamiarlogou vorgegangen. Die Vorhut nahm ferner den Tschapailupaß ein, während die Haupt- kräfte, fünf Regimenter Infanterie, Kavallerie und Gebirgsartillerie, zwischen dem Kanzgoupaß und Chansa eine staffel- förmige Aufstellung nahmen. In den letzten Tagen hielten russische Vorpostenabteifimgen auf triefen Wegen den Vormarsch des Gegners auf, wobei gegen 10 Mann getötet oder verwundet und ein verwundeter Offizier mit drei verwundeten Kosaken gefangen genommen wurden. Am 1. Juni wurde festgestellt, daß sich bei Ssiudschan nur japanische Stteifwachen befanden, die sich nach einem Kugelwechsel rasch nach Föngwangtschöng zurückzogen. Auf ruffischer Seite sind zwei Mann verwundet. Scnmadsi ist seit dem 10. Juni von den Japanern geräumt. Ein Teil der Besatzung ging nach Föngwangtschöng. Seit gestern abend regnet es beständig. Telephonischer Kursbericht. 3Ve% Reichsanleihe . . 102.05 30/g do. ... 90.10 3'/,o/a Konsole .... 101.95 3°/, do.....90.30 R*/2% Hessen .... 99.90 8l/j% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.00 4*/b% Oesterr. Silberrente 99.70 4% Ungar. Goldrente . . 99.75 40/1 Italien. Rente . . . 103.20 4*'$% Portugieser . . . 61.15 P0/- Portugiesen.....60.50 1% 0. Tßrken .... —.— Türkenlose......128.40 4% G riech. Monopol.-Anl. 48.10 4X1.% äussere Argentinor 43.60 30/g Mexikaner .... 26.40 4Ve°/o Chinesen .... 88.50 Electric. Seh ackert . . . 103.00 Nordd. Lloyd . . . . 100.10 Kreditaktien ..... 201.30 Diskonto-Kommandii. . . 187.30 Darmstädter Bank . . 187.10 Dresdener Bank .... 150.60 Berliner Handelsges. . . 152.25 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.30 Lombarden.....17.20 Gotthard bahn ..... 192.00 Laurahütte...... 245.50 Bochum.......191.00 Harpener ...... 200.60 Tendenz: fest. Bekanntmachung. Samstag de« 25. Juni, vormittags 11 Uhr, findet in Bem Sitzungssaal im Bürgermeistcreigebäude nochmals die öffentliche Verpachtung der städtischen' Sandgrube au der Rödger Straße auf die Dauer von drei Jahren statt. Gießen, den 20. Juni 1904. 5426 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Auf Grund des § 42 der Verordnung, die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betr., vorn 13. Januar 1900, hat das Großh. Ministerium der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch für die Gemarkung Grüningen vom 10. Juli 1904 an als angelegt anzusehen iiit. — In dem angegebenen Zeitpunkte ist auch das Berg- Mundbuch dieser Gemarkung als angelegt anzusehen. — Die Vorschriften darüber, was seitens des Beteiligten noch bis zu kem angegebenen Zeitpunkte zu geschehen hat, können auf toen Amtsstuben der Ortsgerichtsoorsteher zu Grüningen, Holzheim und Dorfgill und aus dem Anschlag an den boortiqen Ortstafeln ersehen werden. Von der Anlegung des Grundbuchs sind folgende Grundstücke ausgeschlossen: V111/86, VIII/87, H/232, 1/338, 11'411 und 412, IX/435. Lich, den 18. Juni 1904. 5392 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Wegen vorzulcehmender Kanalisationsarbeiten können aus der städtische« Lastwage am Reustädtertor bis aus Weiteres Verwiegungen nicht vorgenommen werden. Gießen, den 21. Juni 1904. 5421 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießern Mecum. bekanntmachung. In das Genoffenschafts-Register wurde heute bezüglich der Spar- und Darlehnskaffe Reiskirchen e. G. m. u. tz- eingetragen : An Stelle des verstorbenen Rendanten Philipp Jünger IV von Reiskirchen wurde Wilhelm Becker II, Landwirt zu Reiskirchen, m den Vorstand gewählt. [5402 Gießen, am 15. Juni 1904. Großherzogliches Amtsgericht. Kistenteile, fertige Kiste« nni) Lattemrschläge werden billig geliefert. Gefl. Anfragen unter Nr. 5085 an die Expedition ds. Blattes. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes in der Faffung vorn 30. September 1899 wird hierdurch zur öffentlichen Kennmis gebracht, daß die Gewerkschaft Lahnthal zu Gießen mit dem Eisenerzbergwerk Ammenhausen in der Gemarkung Allertshausen Kreises Gießen be- liehen worden ift Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen die Bergwerkseigentümerin geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Darmstadt Jedem gestattet. 5406 Darmstadt, den 10. Juni 1904. Großherzogl. Obere Bergbehörde. Braun. Verdingung von AchmimMbeile». Die zur Räumung der Horloff von Hof-Graß bis zum Abschlag an der Utphe—Berstädter Gemarkungsgrenze, sowie des Lehn- und Riedgrabens erforderlichen Arbeiten, veranschlagt im ganzen zu rd. 6800 Mk., sollen in einer größeren Anzahl Lose durch öffentliches Ausgebot an Ort und Stelle vergeben werden. Zusammenkunft Montag den 27. Jnni, vormittags 7'/, Nhr, bei Hof-Graß. Gießen, den 20. Juni 1904. Hroßh. KukturiuspeKtton Kicken. _______Wißmann. 5393 Freibank. Schweinefleisch 40 Pfg. 5430 JL Ratten-Gift J tz „Ackerten“ 4 staatlich anerkannt als sicherstes Mittel zur schnellen und vollständigen Ausrottung. Packet 50 Pfg. Philipp Schwager W we., Gießen Sorten KmtpstWM I abzugeben Frankfurierstraße 3L Iagdverpachtung. Montag den 11. Juli d. I., nachmittags 3 Uhr, soll die der Gemeinde Bellnhausen, sowie auch die der Waldintereffenten - Genoffen- schast Bellnhausen bei Fron- Hausen M. W. B. zustehende Jagdgerechtsame in der Gastwirtschaft des C. Pfeffer daselbst anderweitig verpachtet werden. 5412 Bellnhausen, 20, Juni 1904. Der Bürgermeister. Löwe. Neue Mlienrr-KiirWn Versender unter Nachnahme pr. 50 Kilo 6 Mk. Neue Hrsler-Kurtchln versendet unter Nachnahme pr. 50 Kilo 5 Mk. mit Sack. Bei größerer Abnahme billiger. [5410 A. Stahl Wwe, Inh. M. Stahl, Friedberg b. Frankfurt o. ®L Garten, Südanlage 3, U. 3338 an Rudolf unter 03506 auf dauernde 'Arbeit 5338 2358f Martin Dörr. 5192 MänSburg 12 zu vermieten. 4777 Kinzenbach, den 20. Juni 1904. 03508 gefühlten Dank leben. 03515 zu vermieten. 4788 Waagen 5408 und können eintreten bei 4796 Licht, Garten pp., per 1. Oktober schäft, ist 5213 zu vermieten. Schwan 03428 Nassauer Hof. DCTHOMPSONS Merhultcue Lclmhle billig zu verkaufen. 03420 euzplatz 11. 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