General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Ale Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten, Politische Wochenschau. Kür dei LM ' ltztisittimM Ö 2. 20. * [701 L cf rde !Ule nde ntn Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttätsdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen. uni«1 sen, Rüt einen 3nn0»- wird zum 1°. V», in ewf*”,* MoualöPeUr p 014541 SlaherckB^ uht- u? *450 eu_ ocr- rneit inet- 2543 * ÜW M boä to6)tx\ tm, W ^-euVmeuberg,' SM zsSL JoWj* Kelrannlmachnng. In der Zeit vom 12. bis 19. März 1904 wurden in hiesiger Stadt qefunben: 1 silberne Damenuhr mit Goldrand, 1 goldener Siegelring, 1 Brille mit Futteral, 1 brauner Muff und 1 seidenes Taschentuch; verloren: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 goldener Siegelring, gez. G. M., 1 Siegelring mit bläulich weißem Stein, 1 silbernes Kettenarmband und 1 weißes Samtdeckchen mit Malerei. Zmg e laufen ist: 1 gelber, kurzhaariger Hund und 1 Huhn. Zarge flogen: 1 Kanarienvogel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu michen. Gießen, den 19. März 1904. Großherzogliches Volizeiamt Gießen. Hechler. taqSuber für HauZaidü i 2644 Verek ■e°nie -r.r ' ’0n Goethe ’ Segen i01, ' Boni der m,. bu mit Hk. l.~Ingy Volttische Tagesschau. Ein italienischer Fall Arenberg. Der am 14. März in der italienischen Kammer verhandelten Anfrage über den Fall Badolo liegen folgende Vorgänge zugrunde. Der Leutnant zur See Badolo war der Benadirgesellschaft zugeteilt gewesen und hatte von dieser die Leitung der Station Merka übertragen erhalten. An Schneid scheint es ihm nicht gefehlt zu haben, denn der Marineminister Mirabello erzählte von ihm, daß er dreimal Gegenstand von Mordversuchen war und daß er das eine Mal den Angreifer mit eigener Waffe niedergestceckt hat. Leider aber ging er darin zu weit. Der Abg. Chiesi, der jüngst eine Untersuchung über die Zustände in der Kolonie angestellt hat, brachte folgendes ans Licht: Der frühere Generalkonsul zu Sansibar, Pestalozzi, sagte in einem amtlichen Schriftstück, daß Leutnant Badolo die Einführung von Sklaven in die Stadt habe geschehen lassen. Zwei Ehrenmänner zu Sansibar erhoben die Anklage, Badolo habe einen Somali, nachdem er auf eine Kanone gefesselt worden war, mit 50 Peitschen hieben bestrafen l assen, und der Somali sei infolgedessen gestorben. Ferner habe man unter Badolo in den Gefängniffen von Merka mehr als 30 Eingeborne sterben lassen. Eine ganze Familie wurde ohne Gerichtsverfahren auf Badolos Befehl in ein Gefängnis geworfen und eines Nachts aufgehängt. Der jetzige Generalkonsul von Sansibar, Mercatclli, der die Aufsicht über Benadir hat, äußerte zu Chiesi: „Wenn ich Badolo hier gefunden Hütte, wäre für mich als Kolonialbeamter mit gerichtlicher Vollmacht der erste Akt gewesen, ihn verhaften zu lassen, und wenn er das Amt des Gouverneurs bekleidet hätte.** Vielleicht wären diese Dinge nicht an die große Glocke gehängt worden, wenn man Badolo nach seinem Austritt aus der Verwaltung der Benadirgesellschaft im dunkeln gelassen hätte. Statt dessen aber erhob ihn das auswärtige Amt auf den Posten des Generalkonsuls zu Aden. Der jetzige Minister des Aeußern Tittoni and die Ernennung als Tatsache vor, wie er in seiner Antwort auf Chiesis Anfrage ausführte. Es kamen ihm freilich in «JSjfeJk "11 Allll HMc!” JM Ä» B.*«’ Ä Der *1.4« 4j,c -O-X" Ailllö^ Noch eine Rassenfrage hat vorübergehend die politischen «ÄMter bewegt. Russische Untertanen, die aus [ ullccird verbannt das deutsche Gastrecht genießen, ipici einen fulminanten Aufruf cm die zivilisierte Mensch- W gsegcn das Regünent des Grafen Bülow erlassen. Sozial- i moralische Blätter schwenkten in diesem Falle sofort und i Mm: mir einmal russensreundkicher als die so russen- i !- üoliche Negierung. Sie sanden es an fick lobenswert, i jo: loiese Leute öffentlich aufs rücksichtsloseste gegen die i lor-qd-ic Regierung agitierten. Daß das für Ausländer aber s >5- »Ächt t alwoll ist und daß sich eine Regierung eben zur - - mg ihres Ansehens mit den Millellr wehrt, die sie ; l Znd hat, dafür fehlt der Sozialdemokratie das 23er» i Erst kürzlich hat es die radikale französische d in. :ung mit einem deutschen Klerikalen genau ebenso L Zocchi. Ans Kiel kommt soeben die Meldung, daß dort d iitss.aeußij!^.' „tegicrung den Oesrerreicher Dr. Fröhlich amMs, o:;.; er in einer sozialdemokvatischen Lersamm- tLz {sich Worte meldete. Man wird vorerst nähere Der Kaiser von Japan eröffnete, begleitet vom Kronprinzen, die außerordentliche Tagung des Parlaments mit einer Rede, in der er ausführte: Die Beziehungen äu den Vertragsmächten nehmen stetig an Herzlichkeit zu. Die Regierung hatte Verhandlungen mit Rußland eingeleitet, aber mangels Aufrichtigkeit auf feiten Rußlands sind wir genötigt gewesen, die Entscheidung der Waffen onzurufen und können jetzt nicht zögern, vis das Ziel des Krieges erreich t i st. Die Rede appelliert an alle Untertanen, gemeinsam zur Mehrung des Ruhmes und Reiches zu wirten und ersucht das Parlament, dem Finanzprogramm der Regierung freuoig seine Zustimmung zu geben. Ter Kaiser schloß die Rede mit Worten der Anerkennung für die Truppen, die jetzt unter ungewohnten Beschwerden und Entbehrungen ihre standhafte Treue und Tapferkeit au den Tag legten. Ter Landtag nahm eine 2ldresse an den Kaiser an, Die diesen der Ergebenheit des Parlaments versichert und erwähnt, daß Rußland den Vertrag mit Chin a und {eine den Machten gegenüber abgegebenen Erklärungen verletzt fyabe. Ter Eröffnungsfeierlichkeit, die sehr eindrucksvoll verlies, wohnten die meisten Mitglieder des diplomatischen Korps bei. Die Vorschläge verrefsend Kriegsbesteuerung, welche die Regierung dem außerordentlichen Landtage zu unterbreiten gedenkt, sind von ihr noch nicht ganz bekannt gegeben worden. Es heißt jetzt, daß keine Aenderung der Zuckerzölle, sondern eine inländische Zuckerfteuer Nachrichten darüber abzuwarten haben, um eine Kritik hieran knüpfen zu können. Jedenfalls haben die deutschen Regierungen feine Ursache, sich von ein paar Ausländern aus der Nase herum tanzen *u bassen. JnanderenStaa- ten wird noch weit mehr als bei uns der Unterschied zwischen Ausländer und Einheimischem gemacht. Ehe die Sozialdemokratie befugt ist, hier weise Vorlesungen über liberal und nichtliberal zu halten, möge sie erst selber die Elemente der internationalen Politik begreifen und endlich erst selber aus ihren internationalen Träumereien zur Wirklichkeit erwach em Ein Ereignis von erheblicher heimatspolitischer 23e-= beutung brachte die vergangene Woche in dem Anschluß des antisemitischen hessischen Bauernbundes an den Bund der Landwirte. Diese beiden agrarischen Vereinigungen, die einander noch vor gar nicht langer Zeit auf das heftigste befehdeten, sind nun unter ein gemeinsames Deckbett geschlüpft. Der antisemitische Bauernbund vertrat bisher in gewisser Meise recht energisch sehr radikale Tendenzen, während Der Bund der Landwirte sich zum größten Teile, wie allenthalben, auch bei uns zu Lande aus mehr ober minder stark nach der reaktionären Seite hinneigenden Männern sich zusammensetzte. Ob sie nebeneinander sehr warm werden, muß die Zukunft zeigen. Rußlands Rüstungen nehmen ihren Fortgang. Tie Subskription für die russische Flotte soll in Petersburg bisher eine halbe Million und in der Provinz über zehn Millionen Rubel ergeben haben. Man hofft, innerhalb drei Monaten 40'Millionen Rubel zusammen zu haben. Tie Kriegsschiffe und Unterseeboote, welche von diesem Gelbe gebaut werden sollen, sind bereits auf den verschiedenen Werften in Arbeit genommen. Auf dem Kriegsschauplätze war die vergangene Woche die ereignisloseste seit dem Beginn des Krieges. Hie und da fanden kleine Vorpostenplänkeleien in Korea statt, aber nirgends ein ernster Zusammenstoß. Tie gesamten russischenStreitkräste mit Ausnahme von 200 Kosaken haben sich über den Ialu Zurückgezogen. Tie Kosaken patrouillieren zwischen Dem Jalu und der koreanischen Stadt Pyöngyang, wo sich japanische Infanterie mit Geschützen befindet, 40 000 Russen sind bei Kiuliencheng zusammengezogen. Zwischen dem letzteren Ort und Antung (auf der Westseite des Jalu) befindet sich eine Linie von Posten von je fünf Kosaken in einer Entfernung von 400 Aards von einander. Ein Privattelegramm aus Tschifu vom 19. März berichtete von einer Schlacht am Jaluflusse. Tie Stuf)en behaupteten, sie hätten 1800 Japaner gefangen genommen. Wie das Reutersche Bureau meldet, rührte dieses Telegramm von einer russischen Firma her, es bestehe jedoch keine Möglichkeit, die Richtigkeit der Meldung sestzuftellen. Tie russiscye Flotte vor Port Arthur versuchte nach den Kämpfen vom 10. uno 11. d. M. nach Wladiwostok zu gelangen. Alle seetüchtigen Schiffe verließen den Hafen am 12. März vor Tagesanbruchs kehrten aber, als sie die japanische Flotte erblickten, unverzüglich) in den Hafen zurück, wo sie noch sind. Ta aber dort die japanische Flotte immer weiter zurückgeht, nimmt man russischerseits mit Bestimmtheit an, daß das Feuer der russischen Batterien den Japanern bedeutenden Schaden zugesügt hat. Der russische Kommandierende zu Lande, General Kuropatkin, hat seiner Ankunft aus dem Kriegsschauplatz die Parole vorausgesandt: „Port Arthur verteidigen bis in den Tod", und Marquis Ito, „Japans größter Staatsmann", ist in Söul erschienen, um das japanisch-koreanische Bündnis noch fester zu konsolidieren. Rußland hat daraus seine Folgerungen gezogen und betrachtet Korea als kriegführende Macht. Bald sind alle im Kriegsschauspiel mitwirkenden Personen auf ihre Posten gestellt und der Vorhang vor dem nun beginnenden weltgeschichtlichen Drama kann in die Höhe rollen. Besseres, % , Mädchen 6. A“; fa>u Wh.il, 8tau|;; Kaijerljoj, KrakkML! — Goelhevlcmü. böse Gerüchte zu Ohren, und er stellte daraufhin Badolo zur Rede. Dieser aber gab die entschiedene Versicherung, daß sein Gewissen rein fei, und ging darauf auf seinen neuen Posten ab. Gleichwohl beauftragte Tittoni den Generalkonsul von Sansibar, Mercatelli, mit einer Untersuchung. Er mußte also doch von den Versicherungen BadoloS nicht ganz überzeugt sein. Der Bericht aus Sansibar lief vor acht Tagen ein und bestätigte die Anschuldigungen gegen Badolo im vollen Umfange. Nun mußte die Regierung ihn seines Stintes entheben und die gerichtliche Verfolgung beantragen. Aer Krieg zwischen Japan und Jußland. Aus Niutschwang. Tie offiziöse Rufs. Telegr.-Aa. meldet aus Lianjang vom 19. März, daß die Familien der Ausländer Niutschwang verlassen haben und nur einige ausländische Kaufleute zurückgeblieben sind. Nur am Tage treffen: Dampfer unter Führung russischer Lotsen ein. General Line- witsch erließ an die Truppen der Mandschureiarmee einen Tagesbefehl, indem er ihnen einschärft, mit der ch ine - tischen Bevölkerung in Frieden und Freund- chaff zu leben und niemand zu beleidigen und zu be- längen. Einkäufe bei Chinesen dürfen nur bei Barzahlung geschehen. Für strenge Beobachtung der Vorschrift haben die Chefs der Truppenteile zu sorgen. Ter Tagesbefehl deS Generals machte auf die Bevölkerung einen höchst beruhigenden Eindruck. Ankäufe von Lebensmitteln, Fourage und Vieh bei der chinesischen Bevölkerung gehen ohne Schwierigkeiten von statten. Tie russischen Behörden haben bekannt gemacht, daß fortan keine Konsularmeldungen über Angelegenheiten aus oder betreffend Talny oder Port Arthur in Niutschwang eingehen werden. — Tie Konsuln haben ihren Landesangehörigen amtlich mitgeteilt, daß der russische Garnisons- kommandant den Ausländern verbiete, über die Mauern der Eingeborenenstadt Hinauszugehen, mit der einzigen Ausnahme, daß sie das Flußufer zwischen der Fremden-Nieder- lassung und den Kanonenbooten benützen dürfen. Weiteres zur Kriegslage. Admiral Alexejew berichtet aus Port Arthur, daß dort alles ruhig ist. Japanische Schiffe zeigten sich am 19 ds. auf der Reede. Makarow lieft einige Torpedos auslaufen, worauf sich die japanischen Schiffe wieder entfernten. Im russischen General st ab laufen fortgesetzt zahlreiche Telegramme über die Bewegungen und Stellungen der russischen Truppen ein. Tiefe Telegramme werden dem Publikum nicht mitgeteilt. Aus Nagasaki wird gemeldet: Ein russischer Gefangener, der hierher gebracht wurde, erzählte, in Port Arthur sei man außer Stande, die beschädigten Kriegs- schiffe auszubessern, die einzelne von den Geschossen verursachten. Beschädigungen werden mit Holz notdürftig ausgebessert. Ter Russe erzählt weiter, daß in Port Arthur der Nahrungsmangel einen bedrohlichen Umfang angenommen habe, sowohl die Besatzung als auch die Zivilbevölkerung wurde aus halbe Ratio n gesetzt. Russischen Informationen aus Port Arthur zufolge wurde das japanische Kriegsschiff „Mikosa" während der Kämpfe am 10. und 11. ds. von zehn Granaten getroffen und ernstlich beschädigt. Es treffen noch immer zahlreiche russische Truppen in Korea ein. Dieselben befinden sich in bestem Zustande. Tie Japaner leiden schwer an Typhus. Tie „Nowosti" erhält vom Ministerium des Aeußern die Mitteilung, daß Rußland keinen Grund habe, Korea als kriegführende Macht zu erklären, sondern es werde es nach wie vor als neutral betrachten. Tarum verbleibt auch der koreanische Gesandte in Piters- burg akkreditiert. Aus So eul wird telegraphisch gemeldet, daß Marquis' I t o sich immer mehr in der Gun st d e s k o r e a n i s ch e n Hofes befestigt. Auch in bisher russisch gesinnten Kreisen loeiß der Marquis durch taktvolles und festes Auftreten für Japan zu werben. Jetzt ist Marquis Ito vom Kaiser von Korea mit einer bedeutsamen Ordensauszeich- nung bedacht worden: er hat die Insignien des höchsten Grades des neuen koreanischen Ordens erhalten. Nach einer „Heraldmeldnng" soll die Erklärung des Belagerungszustandes für Kronstadt und Umgebung unmittelbar bevorftehen. Tie Holzhäuser rings um Sveaborg, toeldjeS die Zufahrt nach Helsingfors beherrscht, wurden bereits abgetragen. Die Eröffnung des japanischen Parlaments. per fosorl gesucht bei ____ Theobortzr TuyligessibräveH? Per (olort oder zur hohen Lohn gejucht. öteinjlratzesi. "IdjnSbtir aus achtbarer Familie k- Schulbildung für sojorttk gejucht. Heinrich Noll, W. Kindennätt. jür joiort gejucht i&iife Sauberes Dieujtnän 15 W 16 Hahre alt, jum 1 15. April er. gejucht. Ärandplay 15,2 Im: WWWtz das die bürgerlich« LlMh arbeit versteht, gu:- 2674 BehW 11, L In einer er eignis armen Woche voll beruhigender Frie- devlsgewißheit, wie der vorigen, in der selbst der sonst so raütlos eingreifende deutsche Kaiser in sorgloser Ruhe fenn im Süd an den Küsten des schönen Spanien au: einer Meerfahrt weilt, mußte die Einladung unserer Reichs- rri icrung an die Jesuiten , es sich im deutschen Bater- lar.de wieder heimisch zu machen, eine um so tiefer greifende Beunruhigung im protestantischen Deutschland Hervorrufen. Sir anderswo, so hat auch bei uns in Hes s en der evan - aelli s che Bund in scharfer Resolution sein Bedauern über oei Beschluß des Bundesrates ausgesprochen. Aus dem 3e;iHtenorben lastet eben das Odium der Jahrhunderte. Mi.Hon en von Katholiken sind darin derselben Ansicht wie die Mehrheit der Protestanten. „Jesuit" ist — daran ist ttetnig zu ändern — zum Schimpfwort im Volksmunde ge- ldo den, dessen Bedeutung von jedermann ohne sonderliche Miärung verstanden wird. Gewiß sind bei dieser Ab- neiflung gegen die Jesuiten konfessionelles Vorurteil und manche Uebertreibung im Spiele. Wer in katholischen Laridern gelebt hat, weiß, daß über die Auffassung und über die Betätigung katholischer Lehren durch Katholiken ■Ji tprotestantischen Kreisen manche grundlosen Vorurteile x'td)en, denen auf der andern Seite fteilich nicht minder a-si reiche Mißverständnisse evangelischer Lehren gegenüber» iehern. Am besten aber werden all diese Mißverständnisse iudi) immer größere Vermischung der Konfessionen gemildert. Die Notwendigkeit, sich gegenseitig flagge fiänbniffe zu machen, die Ansichten des Gegners jii 1 verstehen und gerecht zu beurteilen, das ist nach der iiniigung Deutschlands jedes Deutschen patriotische Pflicht. 2iciie Pflicht muß auf beiden Seiten begriffen werden. Lonaussetzung ist dazu vor allem zweierlei: mit jedem 8er'1^, die Kluft zu erweitern und Katholiken und Pro- it|Lcinten noch mehr als bisher abzusondern, wie es der preußische Kultusminister Studt soeben wieder durch die prinzipielle Genehmigungvon katholischen Gym- na i iastenwerbindungen gefördert hat und wie es sich iii Hecke Schar der Sygambrer in der Thüringer Uni» tttslckätsstabt I en a zur Aufgabe gestellt hatte, muh grund- Itzlilch gebrochen werden. Leider besteht die begründete sieht, daß die deutschen Jesuiten, die sich allmählich nach kufi ebung des 8 2 in größerer Zahl auch in protestantischen üben bei uns einfinden werden, in dieser Beziehung »chils gelernt haben, sondern nach wie vor dem Proteftan- feir.U'j prinzipiell jegliche Existenzberechtigung absprechen^ .toien. Gerade das aber ist, wie wir meinen, die zwerte iiiLuibbebingung bes konfessionellen Friedens: die i n n e r e iii echtignng der andern Konfession, wenn auch nur in 1 mißen Punkten anzuerkennen und sich überzeugt hallen, ein Friede nicht durch völlige Ueberwindung des einen des anderen Telles, sondern noch am ehesten durch । inneren Kompromiß gefunden werden könnte. Die Itatragung einer Richter stelle an einen Israeli:? n bei uns zu Lande ist auch ein bemerkenswerter Schritt ■: Irreichuna dieses inneren Kompromisses. Und ebenso ::: ent besondere Erwähnung eine Kundgebung des preuß. Uii i-gsministers. Herr v. Einem hat dem Zen- ::: überein deutscher Staatsbürger jüdischen Uirubens auf eine Anfrage, ob jüdische Unter o ff i- n.ii:e zur Kapitulation zugelassen werden und einen ^.c ülvers or gungsschein erhalten können, mitge- ttt-i, daß ihm keine Bestimmung bekannt sei, daß den An- « nigen jüdischen Glaubens wegen ihres religiösen Be- ffi:njlni)|C§ der Eintritt in die Unteroffizierlausbahn Der* ttfc .cöt werden könne. Auch sei bis jetzt kein Fall zu seiner N irünis gelangt, in dem ein Unteroffizier seiner Glaw- L^-ugehorigkeit wegen von weiteren Kapitulationen aus- ©r’Hoffen sei. Nr. «8 Zweites Blatt. 1S4. Jalirganr, Montag 21. März 1904 Erscheint läglich mit Ausnahme deS Sonntags. a ▲ ▲ V Die „Glehener ZamilienblStter" werden dem fi H »ils fei »Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der H gflfe VA. Bi g| £1 H H W ^hllstfche Landwirt" erscheint monatlich einmal. H ▼ Xy V Beantragt werden Wirb. Wahrsä-einlich Werben ein, Aiaen Zolltarifänderungen in einer Erhöhung be» Krrofln- aolls unb bes Vranntweinzolls bestehen. Dabei soll aber leine unterschiebliche Behanblung zu ungunsten rumschm Kerosins eintreten, ba sich ber bezügliche Handel hauptsächlich in ben Händen britischer Kaufleute besmbet. Es wirb angenommen, daß Vorschläge auf Seide und Zucker im Landtage auf ernstlichen Widerspruch stoßen werden. Ans Paris. Rittmeister J'wkow vom Generalstabe, kommandiert »ur Haupt-Zntendanturverwaltung, ist nad) vorheriger Aus- ftoßung aus dem Heere zum Tode verurteilt worben und Eingerichtet worden. Iwkow hat militärische Geheimnisse und zwar die Pläne der Organisation der Feldarmee an Japan v er kau f t. Ter französische General Sylvester hat sich in Begleit- mxq eines Obersten und eines Hauptmanns nach Peters- zbura begeben, von wo aus sie sich nach dem Kriegsschauplatz Legeben, um den russischen Operationen beizuwohnen Der .erste Sekretär der Pariser japaniichen Gesandt,chast ist nach London ab gereift angeblich in einer wichtigen ge Heimen Mission. Die Schwägerinnen des verstorbenen französischen Präsidenten Earnot haben unter Mitwirkung zahlreicher Frauen von Gen.ralen unb JOarnftern eine Arbeitsstätte errichtet zur AriserligulH von Leinwand- und Verbandzeug. Es wird vorläufig Material sur ein Spital von 200 Betten fertig gestellt. Alles wird an die ^arin-Mutter gesandt. ______________________ AniveiMs Uachriciilen. hc Freibura, i. B r.,Ho. März. Ter bisherige Privatdozent für Nationalökonomie und Statistik der philosophischen Fakultät der Universität Gießen Dr. Robert Lief mann hat sich wie wir schon mitteilte.», hier als Prwatdozent sur Nationalokono- mie und Finanzwissenschasc niedergelassen, Liesinann, ein Yambur- aer (geb. am 4. Fabruar 1874-, maturierte hier m Freiburg, studierte Jurisprudenz m,d Natianalökonomie in Freiburg, Berlin, München und Brüssel und promovierte 1897 in Freiburg au» einer Disserlatio.i: Die „Unternehmerverbände (Eonventloneu, Kartelle), ihr Wesen und ihre Bedeutung" in Nationalökonomie. 1699 eflchien feine Schrift: „Ucber Wesen und Formen des Vertrags (der Haus- industrie), ein Beitrag ziir Kenntnis der volkswirtschaftlichen Or- ganisationssormen/ Oktober 1900 habilitierte er sich in der (Sie- (jener philosophischen Fakultät mit einer Schrist. „Die Allianzen gemeinsame monopolistische Vereinigungen der Uiiternehiner unt Arbeiter in England" als Privatdozent für Nationalökonomie uni Statistik. Außer mehreren Aufsätzen und Rezensionen »nEonrad'< Jahrbüchern, in Schmoller's Jahrbuch u. a. schrieb Liestnann „Schutzzoll und Kartelle." (Jena 1903). Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 21. März, abends 8 Uhr: Bibelstun di im Konsirmändensaale der Johanneskirche. Text: Jak. 5, 13 ss. Pfarrer Euler. Herr Oberstabsarzt Dr. mei 1 in Miiiieheu schlagen am Körper und an beiden Beinen habe ich O berm ey. er's Herba-Seife angeivandt und war über die rasche He> (utifl erstaunt, z. h. i. all. Apoth., Trog. u. Parsm. St. 50 Psi. u. 1 Mk. 138» Amthor'sche Höhere HandelslehrRM in Gera (Reuß), gegründet 1849, nach Gera verlegt 1854, daher am 1. Ma» 1904: Arier des kV jährigen P.Nrycns »n Gera. Ehemalige Schüler und Freunde sind emgetadci». 1830 3 Abtciluugen: ca. 180 Zöglinge. Zeugnisse berechtigen zum Etnjähria-Areiw. Militärdienst. 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Wsndt’s Cigarrenfabriken Aktiengesellschaft, Bremen, Postfich 197 2711 Aug. Kilbinger, Giessen 19 Seltersweg 19. Fernsprecher ,276. l püsseldorf 1902 - GoId.Wedflille y v. silberne Staatemedfüll® NklsPmWS-Nttkin ©ifficii. Die diesjährige ordentliche Heneral-Iersammsung findet am Mittwoch den 23. d. Mts., abcudS 8'/, Uhr, im Cafe Ebel (Zimmer Nr. 3) statt, und werden die Mitglieder zur Tellnahme an derselben hierdurch ergebenst eingeladen. Tages-Ordnung: Jahresbericht pro 1903. Verein ehemaliger Pioniere zu Hießen. Mittwoch de» 23. März, abcudS 8 Uhr: Keneral'-Iersamml'ung im Vcreinülokal, Restaurant Bourgeois, Brandgasse. Kameraden aus Gießen und Umgegend, welche noch nicht dem Verein angehören, sind hierzu ebenfalls freundlichst eingeladen. Garantiert 91296 frische Trink-Eier Peterka'sche ©bttimm.-tganrt Mtzick ausgesührt von 70 Personen unter Leitung des weltbekannten Christus-Darstellers Leopold Petcrka, einziger Inhaber der besondere»» hohen Genehmigung des Ministeriums der geistlichen Umerrichls-- und Medizmal- Ängelegenheiten dcö Ministers des J»»nern zu Berlin, zur Aufsührung der Passionsspiele. Im Neuen Saal bau finden Mittwoch, 23. und Donnerstag, 24. März, abends 8 Uhr ÄmmeWim PHsnsNele, die Leidensgeschichte unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, in' 14 Abteilungen, mit dem Vorspiel „Der E»»»zug in Jerusalem" statt. Da man diese Vorstellungen mit keinen theatralischen Vorstellungei» zu vergleichen hat, wird gebeten, jede Beifalls- bezeugung zu unterlassen. ... Eintrittskarten im Vorverkauf von Montag ab m der Musikalienhandlung E. E ha liier (Rudolph's Nachfolger) zu 3, 2 und 1 Alk. An der Kasse 3, 2,1 Mk., Gallerie 75 P'g. Nach S‘er Professor S6h<^> Dr. H. 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