Donnerstag 21. Januar 1904 154. Jahrgang Erstes Blatt. Politische Tagesschau. Keer und Atolle. Jnteresiaul in}ofern, als oaiaus yecoorg^i, vub Kaiser Wilhelm und die Roy al-Drag o ons. (Existenz bei' Auskunftsstelle in werten Kreisen der Aus- Rutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich gab in wanderungslichigen noch unbekannnt ml s em ^rnt.^enn i _ bou ber deutschen Botschaft ein Tiner zu Ehren nur so läijt sich angesichts der stergenoen Auvwanderungs- ^raaoner-Reaiments, dessen Chef der deutsche Kaiser •l Wahrend des Tiners übermittelte Graf Wolff-Metternich die Abfchiedsgrüße des deutschen Kaisers an das Regiment und machte die Mitteilung, daß der Karser den Offiziere nalsAndenkenR eitgertenge st rftet habe. seien, aber die Verständigung mit Japan werde kein halbes Jahr Bestand haben und die Kriegs- ge sahr im Sommer neuerdings aus der Bildfläche Rach einer Privatrneldung aus Tschifu steht Admiral Alexcjeff im Begriff, sein Hauptquartier von Port Arthur nach Kharbin zu verlegen. Zum Schutze der deutschen Gesandtschaft in Söul ist nach dem Beispiele anderer Mächte von dem Kreuzer Hansa ein Detachement Seesoldaten ge- lanoet worden. Auskunft an Auswanderer. Man schreibt uns ferner aus Berlin, 20. Januar: Als ein interessanter Beitrag zur Geschichte der Auswanderung im vergangenen Jahre ist der soeben dem Reichstag zugegangene Geschäftsbericht der Zentral- Auskuufts'stelle für Auswanderer zu betrachten. Interessant insofern, als daraus hervorgeht, daß die Nr. 17 WrlArittt tägttch außer Souniaqs. t>em «Siebener A ryetget werben trn Wechsel mit dem Kesfischen f anöa'kt die Hleheuer Familie?» dlälirr viermal in bei Woche betgelegL StottMonSdruck u. Verlag der HrüHI 'scheu Unwers^Buch» u. Stern» drrnr.«tret»i monatlich75 viertel» iährltch StL 2.20, durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich ßo PI.; durch die Post 'Ult. 2.— viertel» rährl. auLschl. BeUellg. Annahme von Anzeige« üi die lageBnummet ,'tS oormtUagfl 10 Uhr. .CtienprttS: U>tcd 12 Ut, auSxvdctl eu Psg. töetaet weriitdb tüt ben poltl axifc augem. Letl) P ÖUtto tüt .Stadt unb fianö* unb .GertchtSsaal". August Götz tüi den An» zeiaenteU: pan- veck. Dltb tDohl n Au sParis wird gemeldet: Ter russische Staatsrat Besobrasow gibt zu, daß er und die gesamte Petersburger Krie gsp artet momentan untcwgen KolonialPosL. Kiel, 21. Jan. Tas nuuj ^udwestafrika ab- oehendeExpeditionskorps ist nachts von hier a b- g er eist. Auf dem Bahnsteige hatten sich Prinz und Prinzessin Heinrich, zahlreiche Offiziere des Seebataillons, Marineoffiziere und die Garnisonsgeistlia;keil eingesunden. Seitens der Einwohnerschaft gab sich eine überaus lebhafte Teilnahme kund. Als die Mannschaften, welche große Begeisterung zeigten, am Bahnhofe eintrasen, wurden sie von einer großen Menschenmenge mtt begeisterten Zurufen empfangen und mit Blumen beschenkt. Als sich der Zug in Bewegung setzte, spielte die Musikkapelle. Tas Publikum, welches die Absperrung durchbrach, brachte tausendstimmige Hurrahrufe aus. Prinz Heinrich wurde beim Verlassen des Bahnhofes mit lauten Hurrahs 5C9rr I i n, 20. Jan. Alle beim Bahnbau in Teutsch- Südwestafcika beschäftigt gewesenen Angestellten der Firma Orenstein und Koppel trafen unversehrt in L-wakop- mund ein. _ _ suchen um Auskunft erklären. Wie notwendig eine öorz eitige Warnung ist, ergibt sich aus einer Mitteilung des Geschäftsberichts über Anfragen wegen der deutschen Schutzgebiete. Darnach hat sich nämlich herausgestellt, daß die betreffenden Auswanderungslustigen in ihrer überwiegenden Mehrzahl nickt einmal das erforderliche Reisegeld besaßen, geschweige denn einiges Kapital, ohne welches in keiner deutschen Kolonie e i n Z ort k v mm en möglich ist. Tas Institut der Äustunstsstellc für Auswanderer kann nur segensreich wirken, wenn die Propaganda in der richtigen Weise betrieben wird. Tie "Regierung unterstützt die von der deutsck-en Kolonialgesellschast gegründete Auskunftsstelle nicht nur durch baren Zuschuß, sondern auch durch Zuweisung von zahlreichen Berichten der diplomatischen Vertreter des Reichs im Auslande. teile belaufen sich auf 300 000 Mk. Zum Geschäftsführer wurde Papst-Hamburg gewählt. Gera, 20. Jan. Hier ist es zwischen den Aerzten und der 11 (XX) Mitglieder zählenden Ortskrankenkasse endlich zu einer Einigung gekommen. Der Vertrag beruht bei genügender Honorierung auf dem Prinzip der freien Aerztewahl. Ausland. Brüssel, 20. Jan. Tem „Petit bleu" zufolge wäre eine ganze Gruppe von Buren, falls die deutsche Regierung einwillige, sofort bereit, in Tamaraland unter deutscher Fahne zu kämpfen. Paris, 20. Jan. Wie die nationalistische Presse berichtet, wurde der Kommand ant der Kriegsschule zu St Cyr bei einem Vortrage, in welchem er den Kriegsminister und die ministerielle Politik lobte, von mehreren Schülern unterbrochen, welche ihr Mißfallen an den Ausführungen des Kommandanten öffentlich bekundeten. Zwei der Schüler wurden infolgedessen mit 14 Tagen Arrest, die übrigen mit geringeren Strafen belegt. — Ein Blatt in Nancy veröffentlicht einen Brief des Generals Godart, in welchem derselbe den Präfekten des Tepartements Meurthe et Moselle wegen seines scharfen und gerechten Feldzuges gegen den elsässischen Abg. L e l s o r beglückwünscht. General Godart ist ein Lothringer und war früher Kommandeur des 8. Armeekorps. — Abbe Gayrand kündigte eine Anfrage über die von den Generalen Peigne und Tessirier getroffene Verfügung an, durch die Soldaten der Besuch katholischer Vereine untersagt wird. — Im hiesigen Ministerium des Auswärtigen ist abermals die aus dem Konsul Weipert für Teutschland, Walford für England und dem Advokaten Fromageot bestehende Kommission zusammengetreten, welche ba£ Ansuchen Japans über die A b l ö s u n g der sogenannten e w i g e n P a ch t v e r t r ä g e zu prüfen hat. Die Angelegenheit wird nach Erledigung dieser vorbereitenden Arbeiten vor dem Haager Schiedsgericht gelangen, wo der französische Advokat Renould die drei genannten Machte Teutsckland, England und Frankreich, der japanische Gesandte "in Paris Tr. Motono Japan vertreten wird. Budapest, 20. Jan. In Oedenburg lehnten sich die Husaren gegen das Weiterdienen auf und v e r w e i g e r- ten den Gehorsam wegen Ablaufs ihrer dreijährigen Tienstzeit. Zwei Husaren bedrohten das Leben ihres Wachtmeisters. Sie wurden in Arrest gebracht. Petersburg, 20. Jan. Tie Zarin hat sich durch vorzeitiges Ausfahren einen erneuten Influenza- Anfall zugezogen. Sie wird sich daher allen tzoffeft- ljchkeiten in den nächsten zwei Wochen fernhalten. Tie Kaiseriu-Witwe wird sie in der Repräsentation vertreten. Schung des Momnziai-Ausschusses. Gießen, 21. Jan. In der gestrigen öffentlichen Sitzung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Oberhessen betraf der erste Punkt der Tagesordnung die Unterhaltung der Kreis- straßen; hier: einer Böschung an der sogenannnten Leuselerstraße i n der Ortsdurchfahrt zu Alsfeld. Ter Kreisausschuß des Kre.scs Alsfeld hatte bereits im Jahre 1898 Gelegenheit gehabt, sich mit der hier in Frage stehenden Angelegenheit zu befassen. Terselbe hat sich in seiner Sitzung vom 25. April 1898 entschieden gegen die Errichtung eines Schutzgelandcrs ausgesprochen, da er den Zustand als einen besonders gefährlichen bei Beobachtung einiger Vorsicht nicht anerkennt. Neuerdings hat der Gemeinderat zu Alsfeld unterm 13. Januar d. I. beschlossen, bei Großh. Kre.samt zu beantragen, daß möglichst bald ein eiserner Schutzzaun links der Marburgerstraße an der betreffenden Stelle angebracht rverde. Ter Kreisausschuß erlkärte jedoch in seiner Sitzung vom 5. Februar 19u3 einstimmig (mit Ausnahme des Großh. Bürgermeisters Arnold, der bei der Beschlußfassung nicht mitwrrkte), daß der Kreis nicht verpflichtet sei, dem Antrag des Gcmeinde- rats stattzugeben und zwar aus dem Grund, weil hier hauptsächlich das städtische Interesse in Betracht komme. Tie Straße sei in gleicher Weise durch eine Allee gegen die abfallende Böschung geschützt, wie auf offener Strecke, zu weiteren Schutzmaßregcln liege eine Verpflichtung nicht vor. Gegen diesen Beschluß des Kre.sausschsfes hat Großh. Bürgermeisterei Alsfeld mit Ermächtigung des Gemeinde- rats in Gemäßheit des Art. 33 Abs. 1 des Kunststraßengesetzes Rekurs an den Provinzial-Ausschuß mit der Begründung verfolgt, die Gemeinde sei nach Art. 19 des genannten Gesetzes zu dieser Herstellung nicht verpflichtet und eine Schutzvorrichtung sei unbedingt erforderlich, indem die Alleebaume mehl den genügenden Schutz gewährten, und Passanten leicht der Gefahr ausgesetzr seien, die Böschung hinunter zu stürzen. Am 23. September 1903 fand eine Besichtigung der genannten Böschung statt. In ;er heutigen Verhandlung erklärte der als Vertreter der Stadt Alsfeld erschienene Bürgermeister Arnolv, die Böschung sei im Laufe der Zeit steiler geworden; auch sei bereits eine Frau und ein Kind die Böschung hinuntergestürzt. Unten führe ein Kanal mit Wasjer vorbei. Komme ein Unfall vor, so müsse die Stadt einen großen Teil der Entschädigung bezahlen. Tie vorhandene Stützmauer sei im Laufe des letzten Herbstes errichtet worden. Ter Kanal ei nicht städtisch, w.e behauptet worden sei, sondern dec i'reis erhebe von jedem daran angeschlossenen Hausvesitzer 1 Mark für die Unterhaltung. Ter als Sachverständige Der» irommene Baurat Tiehm halt ein Schutzgeländer bei ordnungsmäßigem Gebrauch nicht für nötig. Tie Böschung sei nicht am gefährlichsten, sondern der darunter her- ühreude Kanal, welchen die Stadt ja zudecken konnte. Nach geheimer Beratung beschließt der Provinzialausschuß die Entscheidung a u s z u s e tz e n und eine Augenscheins- nahme unter Zuziehung der Parteien vorzunehmen. Die Anlegung des Grundbuch)s für die Gemarkung Angenrod, hier die Verbretterung uno Aus Meinung der Kreisstraßen. Dec Sachverhalt ist etwa folgender: Tie in der Gemarkung Angenrod belegenen Teile der Kreis- straße nach Seibelsdor, und Billertshausen haben 4 Meter breite Fahrbahn, aber außerordenilich schmale Bankette und Gräben und zum großen Teil gar teilte Schutzirreifen. Dieser Umstand führte zu mancherlei Unzulräglichkeiten, so wurden z. B. die anstoßenden Aecker durch die Besitzer oft bis in den Graben hineingeackcrt, wodurch die Of,en- haltung der letzteren sehr erfcytoect wurde; auch ergaben sich bei den Grasversteigerungen in jedem Jahre Mißstände und Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gemeinde und der Kreisstraszenverwaltung. Es lag deshalb nahe, die im Frühjahr 1902 beginnende Neuanlegung des Grundbuchs der Gemarkung Angenrod zu einer Verbreiterung und Aus- fteinung der Kreisstraßen zu benutzen. Ter Großh. Kreis- bauinspektor ließ durch den Geometer 1. Klasse Ploch die in Frage kommenden Sirenen in der erforderlichen Breite auspflocken, ausfteinen und Meßbriefe über das zu erwerbende Gelände anjeriigen. Es war zunächst beabsichtigt, trotz der Bestimmung in Art. 27 des Gesetzes vom 12. August 1890, deu Bau und die Unterhaltung der Knnststraßeu betreffend, — um die Gerneindekasse nicht zu hoch zu belasten — die erforderlichen Gt-murn^reifen a^s Kreismitteln zu erwerben, und cs wurden die betreffenden Meßbriefe daher zur Anerkennung durch den Gemeinderat an Großh. Bürgermeisterei Angenrod abgegeben. Der Gemeinderat fixierte hierauf — da er glaubte, das Gelände solle durch die Gemeinde erworben werden — seinen Standpunkt dahin, daß er sich nicht von der Notwendigkeit einer wei» teren Verbreiterung überzeugen tonne und bat über die Sache durch den Kceisaausschuß erkennen zu lassen. Hierauf wurde die Gemeinde durch Großh. Kreisamt Alsfeld belehrt, daß die Straßenverbreiteruug nichi auf Kosten der Gemeinde Angenrod erfolgen solle, daß vielmehr dec Kreis Alsfeld das Gelände erwerben werde. Die Gemeinde Angenrod bestand jedoch darauf, keine andere Erklärung als die im Protokoll vom 27. Juli 1902 abzugeben, indem die Ge- AutzlauS und Japan. 9tach einer Tokioer Reutermeidung erstattete am 20. d. M. der Minister des Aeußern vor dem Geheimen Rate ausführlichen Bericht über die Unterhandlungen mit Rußland — Wie vom 20. Januar aus Tokio gemeldet wird, genehmigte der Geheime Rat die dringliche Vecchgung, wonach die Kommandeure der Flottenstationeu ermächtigt werden, f r e m d e K r i e g s s ch i f f e während der Zett der Verwickelungen an der Einfahrt in gewisse Häfen eventuell durch Gewalt zu v e r h i n d e r n. — Der „Daily Tclegrupy" meldet aus Tokio vom 20. Jan., die Antwort Rußlands werde am 21. Januar erwartet. Eine Washingtoner Drahtung besagt, die A n t w v r t werde versöhnlich geyalten feilt und im wesentlichen die An na hm e eines Ab- komutens erklären, das im Oktober zwischen Baron Rosen und Komura getroffen wurde mit Hinweglassung der Klausel, die eine neutrale Zone in der Jalugegend Herstellen Deutsches Reich. Berlin, 20. Jan. Heute morgen machte der Kaiser Öen gewohnten Spaziergang im Tiergarten, nahm bei dieser Gelegenheit die Meldungen des Obersten Dürr, Inspekteurs der Marine-Infanterie entgegen und hörte im königlichen Schloß den Vortrag des Stellvertreters des Chess des Ziviltabinetts v. Valentini. Später empfing der Kaiser das Präsidium des Herrenhauses, sowie dasjenige des Abgeordnetenhauses. , , r _ — Im totilgt Schlosse war heute abend Hofcour für das diplomatische Korps und die Herren vom Zivildienst. Die Cour begann um 8 Uhr. Es war eine Defiliercour. Die Damen de silierten nicht, da die Kaiserin der Cour nicht beiwohnen konnte. Tie Herren gingen paarweise vorüber, die neuvorzuftellenden Personen einzeln. Zuerst kamen die Botschafter, dann die Herren vom diplomatischen Korps. Es folgten die nach- aeborenen Prinzen aus souveränen und neufürstlichen Hausern, der Reichskanzler mit den Mitgliedern des Bundesrates, die Ritter des Schwarzen Adlerordens usw. — Ans das Huldigungsteiegramm, das Teilnehmer an einem Feste der Königl. Ritterakademiein Liegnitz an den Kaiser abgesandt haben, ist an den Kurator Grafen Kospoth folgende Antwort eingegangen: „Berlin, Schloß, 16. Jan. Ich sende Ihnen und den 200 Festteilnehmeru für die Versicherung Jyrer streue und Ergebenheit meinen Königlichen Dank und Gruß. Möge der ehrwürdige, dank Ihrer Anregung und Tatkraft neu erstandene Königssaal stets aus eine srohmütige unb wie bisher verdienstvoll geleitete Jugend herabschauen, die aber doch vor allem ernstlich gewillt ist, mit ritterlichem Sinne sich tüchtig zu machen für Pflichten und Berus eines königs- und vaterlandstreuen, braven und arbeitssreudigen Mannes. W i l h e l m." — Der Kaiser hat an die Blumengärtnereien von M. Peterseim ein Telegramm gesandt, in welchem er seine Anerkennung ausspricht über eine Blumensendung. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In einem Artikel -er „Berl. Börseuztg." vom 16. Januar ist bei Besprechung der im Reichstag verhandelten Interpellation betreffend Einführung der obligatorischen Jnvalidenversicher- uu g für die selbständigen Handwerker behauptet worden, daß bei dem diesjährigen deutschen Handwerks- und Gewerbetammertag in München der aus diesem anwesende Vertreter des Reichsamts des Innern geradezu ausdrücklich angeraten habe, sich durchaus im Sinne der Vorichlage des Referenten Paeschke-Breslau auszusprechen. Der Ar- tikel bemerkt, daß da wohl die Voraussetzung berechtigt war, von der Reichsregierung eine ganz andere Antwort zu erhalten, als Gras Posadowsky in der betreffenden Reichstagssitzung gab. Jene Mitteilung ist der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ganz unzutressend. Bei dem betressen- den Gegenstände ergriff der Vertreter des Staatsserretar» nur einmal das Wort, um eine nebensächliche Bemerkung eines Delegierten über die Verwendung der Gelder der Versicherungsanstalten richtig zu stellen. Er erklärte dabei ausdrücklich, daß er nicht beabsichtige, zu diesem lKegen- stande das Wort zu ergreifen, vielmehr nur die Meinungen für und wider Horen wollte. Oldenburg, 20. Jan. Dec Großherzog verlieh dem in letzter Zeit bekannt gewordenen Justiz- m i u i st e r R u h st r a t das E h r e n g r o ß k o m t u r k r e u z 2. Klasse. (Ruhstrat ist bekanntlich nichts weniger als rühmlich ' aus dem Beleidigungsprozeß gegen den Oberlehrer Tr. Ries hervorgegangen. D. Red.) Leipzig, 20. Jan. In sechs Versammlungen, die von ungefähr 50u0 Personen besucht waren, protestier t e n ine piefigen Sozialdemokraten gegen die beabsichtigte L a n d t a g s w a h l r e f o r ni. Gleichartige Resolutionen, in denen die Einführung des allgemeinen gleichen und dchetten Wahlrechts für Sachsen gefordert wurde, gelangte in Den sechs Versammlungen zur Annahme — frier hat die Gründung einer Zen traleinkauss-- gesellsckaft deutscher Kolonialw arenhand- le r m. b. tz. mit dem Sitz in Hamburg stattgefunden. Vertreten waren 92 Bevollmächtigte. Die gezeichneten Kn- Gietzemr Anzeiger ° General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für ben Kreis Giehen ^n.r9$gbt ^ulrs Lach- 'ussage b£l • be,rQliat, eu Loz j haben, A i?9cn, dav di, sagen: Tie» SV.f-C LCo W Hal ' ”!*£ gebemütitf .Landtao ie &S?*66 "ni Ifinl Sb!nn8 N> » t'g! bet den Cott y W Rolle, di! Jurbc mich bis zum $ m'c 1?9en müßte, "A Alblricn ans- ' vertagt es, daß Bei uns berr- ubche Reichstag an» > eutsche Reich, die esclpuher des Zaren Ausdrucks rufe ich Wetär nicht, tote 'bn an die ZiMar- de Teutschen nicht, 1 erster und zweiter n das Deutsche Reich in alles möglich, mir e dem Zaren. Der er König in Prechn itschland in der Welt i? Zm Kriechen vor । preußischer Justiz» ncr erfolgt sind, die luskunft zu geben. Polizei bei uns zu cl bedienen, toic sie rt haben, glaube ich irenze geschasst tohh, Auslieferung. sLehr mn nur da die Rede echt und Gerechtigleit liü beschaffen ist, das en. stündlich, Mi großen xrß die russische -ot- r llcbertoatfung bei dieser Beschränlung anden erklären. Er dä yi decken mit testen jnme, toas man unter Mich scheint es mir, iegramme ausgeueserr rantoÄ-bast vor dem chtigter Weise erst dm tag zu stellen. Rach usländischc Regierung üsche, unb so h»c die Mche Regierung-uf- eplani sei, so aua) eine unfl das Recht, W ■ mch unseren Kultus ^ntvenbeii, he W " ™tt Fl-B- Ml Ibfrterttanbfi*. » herantteten. i 1|1# /des Bundc-rai' r-iss n roti des v m . toi dä PeinsE., flU , Kss W * 4“”' ländeabtretung außer der Straße nicht nötig sei, obgleich die Kosten vom Kreis getragen würden. Im Hinblick auf dieses Verhalten des Gemeinderates von Angenrod glaubte der .Kreisausschuß keinerlei Veranlassung mehr zu haben, der Gemeinde gegenüber irgendwelche Vergünstigungen eintreten zu lassen, er war vielmehr der Ansicht, daß nunmehr an Hand des Gesetzes die Gemeinde auf dem Verwaltungswege zur Stellung des erforderlichen Geländes cmzuhcckten sei, und erkannte in seiner Sitzung vom 5. Februar 1903, die Gemeinde Angenrod für schuldig, das zur Verbreiterung der Kreisstraßen in der Gemarkung Angenrod erforderliche Gelände nach Maßgabe des Art. 8 des vorerwähnten Gesetzes zu stellen und dem Kreis in Eigentum zu überweisen, t^egen diesen Beschluß verfolgte die Gemeinde Angenrod Beschwerde an den Provinzialausschuß mit folgender Begründung: Aus der Begründung des .Kreisa: s'chußurteils gehe hervor, daß das aüzutretende Gelände zum großen Teil zu Schutzstreifen verwendet werden solle. Eine gesetzliche Verpflichtung für die Gemeinde für Stellung von Gelände zu Schutzstreifen bestehe jedoch nicht, da man bei anstoßenden Aeckern und Wiesen doch von Wald nicht reden könne und das Gesetz Schutzstreifen nur bei angrenzendem Wald vorsehe. Die' rubr. Kreisstraße befinde sich schon ca. 20 Jahre im Besitz d s Kreises, seid rn^'s ls g'"etz'ich anerkannt, vom Kreis übernommen und unterhalten worden. Da das neue Grundbuch bereits seit dem 20. September 1902 als angelegt gelte, so dürfte auch dieser Grund für den kostspieligen Geländeankauf nunmehr hinfällig werden. Aach einer von der Gemeinde Angenrod vorgenommenen Messung habe die Straße nach Billertshausen eine gut chauffierte Fahrbahn von 5 Meter, beiderseitig je 1 Meter Bankett und 1 Meter Graben. 9 Meter Breite und die Straße nach Seibelsdorf mit allem 8 Meter, welche bereits ausgesteint gewesen sei, ob dies so außerordentlich ungünstig, dürfte zu bezweifeln sein. Tie in der Begründung angeführten Unzuträglichkeiten beständen in dem angeführten Maße nicht. Tas Gelände an der Straße nach Seibelsdorf ziehe längs der Chausse und des Grabens und könne von einem Hineinackernn keine Rede sein; die angeführten Meinungsverschiedenheiten bei Grasversteigerungen könnten nach der geplanten Neuanlage nur noch größer werden, da neue Grenzgraben angelegt werden müßten und soweit Gemeindegelände in Betracht komme, zum Teil der Kreis, zum Teil die Gemeinde als Versteigerer auftreten würden. Ter Gemeinderat beantragte eventuell, wenn dies prozessual zulässig fei, die Sache zur nochmaligen mündlichen Verhandlung mit Ortsbesichtigung an den Kreisausschuß zurückzuweisen. Bei der am 23. September 1903 stattgefundenen Ortsbesichtigung wurde mit dem Bürgermeister von Angenrod vereinbart, daß die Gemeinde Angenrod ihre Beschwerde zurückziehe, wenn der Kreis ihr die entgehende Grasnutzung auf der Strecke zwischen Gethürms und Angenrod während der nächsten fünf Jahre ersetze, vorbehaltlich jedoch der Genehmigung des Kreisausschusses und des Gemeinderats. Nachdem aber nun der Gemeinderat unterm 24. Oktober 1903 beschloß, diese Vereinbarung nicht anzunehmen, kam die Sache in der heutigen Verhandlung vor den Provinzial-Ausschuß, welcher zu Recht erkannte, daß die Beschwerde als unbegründet zu verwerfen und die Gemeinde in die Kosten des Verfahrens zu verurteilen sei. Von Erhebung einer Verhandlungsgebühr wurde abgesehen. (Schluß folgt.) Aus Stadt und Kauö. Gießen, den 21. Januar 1904. Gedenket der hnngernden Vögel! LU. 50jähriges Doktorjubil äum. Am heutigen Sage begeht der Geh. Medizinalrat Dr. Wilhelm Heß in Mainz sein 50 jähriges Doktorjubiläum. Aus diesem Anlasse wurde ihm von der medizinischen Fakultät der Landes-Universität mit einem Glückwunschschreiben das erneuerte Diplom 'übersandt. **Preisverleihung. DieSenckenbergisch naturforsch ende Gesellschaft zu Frankfurt a. M. hat den v. R e i- nach-Preis für Geologie dem Assistenten am mineralogischen Institut der Landesuniversität, Rudolf Delkes- kamp, für seine Arbeit „Die Genesis der Thermalguellen lvon Ems, Wiesbaden und Kreuznach und deren Beziehung zu den Erzgängen de§ Taunus und der Pfalz " zuerkannt. ** Aus dem heutigen Militärwochenblatt: Weimar, Oberlt. der Landw. Inf. 1. Aufgebots (Gießen), mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw. Armee-Uniform der Abschied bewilligt. Roltz, Zahlmeister, dem 1. Großh. Hess. Drag. Regt. (Garde-Trag.-Regt.) Nr. 23 zugeteilt. ** Ordensverleihungen zum Ordensfest 1904. Es erhielten: den roten Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife: Oberst Di et lein, Kommandeur des 4. Großh. Hess. Jnsi- Regts. (Prinz Karl) Nr. 118; — den Roten Adlerorden 4. Kl.: Kriegsgerichtsrat Linck bei der Großh. Hess. (25.) Div., Oberzahlmeister Kuhn beim 1. Großh. Hess. Feldart.- Regt. Nr. 25, Hauptm. Wolter im 4. Großh. Hess. Jnf.- Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, die Oberstabsärzte Spamer, Negts.-Arzt desselben Regts. und Dr. Ger la ch, Negts.-Arzt des 2. Groß. Hesi. Feldart. Regts. Nr. 61.; — den Stern HUM Königl. Kronenorden 2. Kl.: Gen.-Arzt Dr. Größte im, Korpsarzt des XVIII. Armeekorps; — den Königl. Kronenorden 2. Kl.: die Obersten Scholtz, Kommandeur der 25. Feldart.-Brig. (Großh. Hess.), v. Gers dorff, Kommandeur des Jnf.-Leib - Regts. Großherzogin (3 Groß. Hess.) t-Qr. 117; — den Königl. Orden 3. Kl.: die Obersilts. Biß beim Stabe des 4. Groß. Hess. Jnf.-Regts. (Prinz Carl) Nr. 118, Gr. v. W e starp, Kommandeur des 1. Groß. Hesi. Feldart.-Regts. Nr. 25, die Oberstlts. z. D. v. Leuchsen- ring, Kommandeur des Landw.-Bez. II Darmstadt, Mootz, Kommandeur des Landw.-Bez. Friedberg, v. M o s ch, Kommandeur des Land.-Bez. Gießen; den Königl. Kronenorden 4. Kl.: Feuerwerkshauptm. Ko ekel mann bei der 25. Feldart.-Brig. (Großh. Hesi.), Stabsveterinär Ehristiani beim 2. Großh. Hesi. Drag.-Regt. Nr. 24, die Oberzahl- meister Dern beim Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin Nr. 117, Freim uth beim 2. Großh. Hesi. Drag.-Regt. Nr. 24; — das allgemeine Ehrenzeichen: Feldw. und Zahlmstr. - Aspir. Neuling im 1. Großh. Hesi. Jnf.-Negt. Nr. 115, Bizc-- wachtmeister Groß im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, die Wachtm.- und Zahlmsir.-Aspir. Hollbach im 1. Großh. Hesi. Drag.-Regt. Nr. 23, Meyer im 1. Großh. Hesi. Feldart.-Regt Nr. 25. •* Maskenb all des Fechtverbandes Gießen. Am Sonntag den 24. d. M., abends 8 Uhr, findet im Cafe Leib der diesmal sehr viel versprechende Maskenball des Wohltätigkeitsvereins statt; besonders werden dabei lebende Bilder und Gruppenaufführungen aus der Märchenwelt viel Anziehungskraft ausüben. Es ist Wert darauf gelegt worden, alles ans den Vorjahren allzu Bekannte und Gewöhnliche auszuscheiden und nur durchweg Neues und Ueberraschendes zu bieten. Ein mit großen Aufwendungen vorbereiteter Neigen und verschiedene Tänze mit äußerst kostbaren und eleganten Kostümierungen versprechen den Ballbesuchern einen genußreichen Abend, und wenn auch die Preise diesmal etwas höher sind als sonst, so werden die Gäste dennoch sicherlich befiiedigt die Veranstaltung verlaßen. Der Ueberschuß, den das Fest ergiebt, wird an hiesige Stadtarme verteilt, wie ja auch im Monat Dezember in Höhe von 200 Mk. für Kohlen und Brot solche Gaben an Arme vergeben worden sind. ** Eine „bessere Lauffrau" schreibt uns wörtlich: „Steht da eine Laufstelle in der Zeitung, eine bessere Frau, wie es heißt. Ich denke, das ist was für Dich. Hänge meinen Kragen um und gehe hin. Springe hurtig die drei Treppen hinauf, schelle. In Erwartung, öffnet mir eine ältere Frau in einem eleganten Spitzenhäubchen und schwarzem Hauskleide. „Entschuldigen Sie," sagte ich, „hier wird eine bessere Lauffrau gesucht, ich möchte mich melden." „Ja," sagt sie, „treten Sie näher," macht den Korridor hinter mir zu und sagt, „wie heißen Sie, und können Sie Gardinen aufhängen." Ich sage ihr, wie ich heiße, und daß ich alle Arbeit kann. „Nun ja," sagt sie, „morgen bekommen Sie Antwort, ich werde Sie wahrscheinlich engagieren." Al'o entlassen. Ich gehe nach Haus. Am anderen Morgen empfange ich eine Postkarte. „Auf unsere Laufstelle nicht zu rechnen." Weiter nichts. (Wenns wirklich weiter nichts war? . . .) Wetzlar, 20. Jan. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde der Stadthaushaltsplan bereiten. E? sind vorhanden ausstehende Kapitalien 663 568 Mk., Kapitalschulden am 1. April 1904 2 091 713.62 Mk. (ursprünglich 2 434 200.— Mk. An Einnahmen sieht der Haushaltsplan für 1904 vor die Summe von 576 120 Mk. 86 Pfg. Die Summe der Ausgaben des Jahres 1904 wird im ganzen berechnet auf 576 120 Mk. 86 Pf. und zwar sollen darunter sein 232 591 Mk. 73 Pf. ordentliche und 343 529 Mk. 13 Pf. außerordentliche Ausgaben. R.. L. Darmstadt, 21. Jan. (Eigener Draht- bericht). Man geht in hiesigen maßgebenden Kreisen mit der Absicht um, demnächst eine Landwirtschaftliche Hochschule ins Leben zu rufen, die in erster Linie den Zweck verfolgen soll, die Ausbildung von Beamten für das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen zu fördern. Bei dem dauernd sich steigernden Bedarf an solchen tüchtigen Beamten scheint dieser Gedanke sehr viel für sich zu haben. Es finden augenblicklich unter den hervorragenden Vertretern des Ge- nosienschastswesens Besprechungen statt, um diese Hochschule eventuell an die geplante Reichsgenossenschaftsbank anzugliedern und auf diese Weise dem Institut auch einen größeren Reichszuschuß zu gewähren. Offenbach, 20. Jan. Ein aufregender Vorgang ereignete sich nach der „Offenb. Ztg." am Montag abend gegen 89 Uhr am Bahnübergang beim Schlittschuhklub. Der dort stationierte Bahnwärter Friedrich bemerkte, daß drei anscheinend betrunkene Arbeiter sich anschickten, das geschlossene Bahngeleise zu überschreiten. Er machte die Leute aufmerksam, daß der um diese Zeit fällige, von Stuttgart kommende Schnellzug bereits den Bahnhof verlassen habe, die Schranken deshalb geschlossen und das Ueberschreiten der Geleise verboten sei. Trotz dieses Hinweises hoben die Leute die Schranken hoch, traten auf das Geleise und beschimpften von hier aus den Bahnwärter, den sie „Tagedieb" und „Faul- lenzer" nannten. Friedrich sprang nun hinzu und wollte die Leute vom Geleise ziehen, wurde aber sofort zu Boden geworfen, wobei die Arbeiter mit zu Fall kamen, sodaß sich der ganze Menschenknäuel auf den Schienen wälzte. Mittlerweile war der Schnellzug bis zum Uebergang an der Sprendlingerlandstraße gekommen und von hier aus bemerkte der Zugführer, daß vor ihm das Haltesignal gegeben wurde. Einige Meter vor den sich noch immer auf den Schienen wälzenden Männern konnte der Zug zum Stehen gebracht werden. Die Zugbeamten sprangen herbei und befreiten den Bahnwärter Friedrich, der trotz des Ringens mit den Leuten noch die Geistesgegenwart besesien hatte, mit feiner Laterne das Haltesignal zu geben, aus seiner lebensgefährlichen Lage. Es gelang, die Arbeiter zu verhaften. Alle drei sind Kesselschmiede; einer davon ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Kleine Mitte tun gen aus Hessen und den Na chbarstaaten. JnFrankfurt genehmigten die Stadtverordneten die Erhebung einer BilletsteuerfürTheater- und Zirkusvorstellungen, sowie die Erhöhung der Hundesteuer von 15 auf 20 Mark. Sie lehnten aber die Bestimmung, daß die Besitzer mehrerer Hunde fiir jeden 30 Mark zahlen sollen, ab. — In Wiesbaden stürzte der 29 Jahre Maurer Stillqer aus dem dritten Stockwerk eines Neubaues herab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er nach sechs Stunden verstarb. Er hinterläßt Frau und mehrere Kinder. — Seit einigen Tagen ist in Mainz die Frau eines Militärbeamten spurlos verschwunden; sie hat sich morgens von zu Hause entfernt, ohne wieder zurückzukehren. — In Worms wurden Dienstag nacht am Römischen Kaiser im Hause des Herrn Kiefer drei Kellerschlösier erbrochen und Kartoffeln, Konserven und anscheinend Leder entwendet. Aus einem mit Essig gefüllten Fasse tranken die Diebe und ließen, als sie den Irrtum bemerkten, den Inhalt auslaufen. — Bei dem Landgericht in Mainz sind gegenwärtig nicht weniger als 30 Ehescheidungsprozesse anhängig, von denen mehrere in den ersten Gesellschaftskreisen spielen. In den meisten Fällen handelt es sich um den modern gewordenen Begriff „Ehe-Irrung." — Man meldet auS Kassel: Bei der Schlittenfahrt auf der Straße gerieten 2 Knaben unter ein Lastfuhrwerk. Einer wurde getötet, der andere schwer verletzt. Vermischtes. • Berlin, 20. Jan. Die Konferenzen im Polizeipräsidium betr. die Feuersicherheit in den Theatern, die fast täglich unter dem Vorsitz des Polizeipräsidenten von Borrees abgehalten rourben, haben ergeben, daß die vorhandenen Einrichtungen zum Schutze des Publikums völlig ausreichend sind. Heute vormittag fanden sich sämtliche Theaterdirektoren Berlins zu einer Konferenz zusammen, in der Regierungsrat v. Glascnapp die Wünsche der Behörden mitteilte. Bauliche Veränderungen sind vorläufig nicht in Aussicht genommen. — In der leisten Nacht gegen 11 Uhr brach im Bühnenkeller des Luisen-Theaters Feuer aus; die Gefahr wurde gleich bemerkt und konnte schnell beseitigt werden, sodaß nur unbedeutender Schaden entstanden ist. Die Ursache ist auf Kurzschluß durch Defektiverden des isolierten Zuleitungsdrahtes vom sogenannten Werstand zurückzuführen. * Posen, 20. Jan. Der Gerichtsvollzieher Hoffmann wurde, als er heute wegen Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet werden sollte, flüchtig. Der Staatsanwalt erließ einen Steckbrief. • Triest, 20. Jan. Seit Montag wütet eine heftige Bora und legt die Schiffahrt lahm. In Istrien, Bosnien und Dalmatien herrschen furchtbare Schnee stürme. Der neue Gouverneur der Provinzen mußte seine Rundreise verschieben. Auch auf dem Gardasee herrscht heftiger ^turm. Eine Barke ist bei Maderno gesunken. Die Mannschaft wurde gerettet. * Wien, 20. Jan. Der Inhaber der Probsdorfer Automobilfabrik Lehner u. Tauber, Albert v. Tauber, ehemaliger Kompagnon des Länderbank-Defraudanten Hallineck, wurde wegen Warenunterschlagungen verhaftet. * Budapest, 20. Jan. Der Abg. Graf Alexander Teleki sandte dem Redakteur Hiob Zede vom „Pesti Hirlaps" seine Zeugen, weil der letztere ihn durch einen Zeitungsartikel beleidigt hatte. * Serajewo, 20. Jan. In ganz Bosnien und der Herzogowma wüten fürchterliche Schneestürme. Der Postoerkehr ist größtenteils eingestellt. * New-Pork, 20. Jan. Zahlreiche Fälle von Hundswut beschäftigen das Gesundheitsamt. Sie werden auf die anhaltende Kälte zurückgeführt. Gestern herrschten wieder 15 Grad Reaumur. * EineblutigeSchlägereizwischen Studenten und Arbeitern fand nachts in Karlsruhe statt. Die Studenten, welche in der Mehrzahl waren, benutzten als Waffen ihre Stöcke und Schläger, während die Arbeiter zu ihren Taschenmessern griffen. Zwei Studenten mußten, durch Mesierstiche lebensgefährlich verletzt, in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie der amtliche Polizeibericht meldet, hat bis jetzt die vorläufige Festnahme von neun an der Schlägerei beteiligt gewesenen Personen stattgefunden. Die Arbeiter sollen sich angeblich in der Notwehr befunden haben; sie vergnügten sich mit Schneeballwerfen, wobei einer der Studenten von einem Ball getroffen wurde. * Vom Simplontunnelbau. Der Generaldirektor für den Simplon-Tunnel versicherte dem Mitarbeiter einer Mailänder Ztg., daß die Bohrungen an der Nordseite in wenigen Tagen wieder aufgenommen und gegen Ende September vollendet fein würden. Für die Verkleidung der Tunnelwände und der Schienenlegung genügt 9 Monate, sodaß die Eröffnung im Sommer 1905 gewiß fei. • Trauriger Ausgang eines Scheinkriegsgerichts. Die Unsitte der Scheinkriegsgerichte, die in der englischen Armee im Offizierskorps sowohl wie im Unteroffizierkorps bereits mehrfach zu groben Skandalen Veranlassung gegeben haben, ist durch einen Fall mit tödlichem Ausgang, der in Kairo vorkam, wieder einmal zur Sprache gebracht worden. Die an und für sich harmlos auSsehende Komödie besteht darin, daß Unteroffiziere ober Offiziere sich damit unterhalten, über einen oder mehrere Kameraden ein nachge- ahmtes Kriegsgericht abzuhalten. In der letzten Zeit häuften sich nun aber die Fälle, in denen unbeliebte Kameraden in dieser Weise scheinbar scherzhaft verurteilt und bann in ent* ehrenber Weise von ihren Richtern mißhanbelt wurden. Ein Mitglied der Regimentskapelle der Schützenbrigade in Kairo wurde nach einem derartigen Scheinkriegsgericht so mißhandelt, daß er feinen Verletzung en erlag. Die ganze Kapelle ist jetzt verhaftet worden und wird sich vor einem richtigen Kriegsgericht zu verantworten haben, das in dem Interesse des englischen Heeres diesen Fall benutzen dürfte, um gegen den Unfug in höchst energischer Weise ein^isehreitem Zlniverfliäts-'MLHrichten. — Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Fr. Riegel in Gießen begeht zu Beginn des ©omtr.crfcmeftcr-' da? 25jährige Jubi- läum seiner Tätigkeit als Lehrer an der hiesigen Nniversitstt und als Direktor der Universitätsflinik. Seine ehemaligen Schüler planen aus diesem Anlaß eine Ehrung des Gelehrten. — Geh. Medizinalrat Heß, der fein 50 jähriges Doktor- Jubiläum feiert, war feit 1857 in Mainz als ArU tätig, jetzt, da er sich zur Ruhe zurückgezogen hat, blickt er auf ein an Arbeit und Erfolgen reich gesegnetes Leben zurück. Er hat die Entwickelung der deutschen wissenschaftlichen Medizin mit erlebt bis zu der Höhe, da sie d'e Führung übernahm. Nachdem er auf der L a n d e s u n i v e r s i t ä st wo noch kurz vorher sein Großvater af? angefefiener Kliniker und weithin gesuchter Augenarzt gewirkt huste, f ine. Studien vollendet hatte, wandte er sich nach Wien. In Berlin wurde dann Heß durch A. von Grase, den Schöpfer der modernen Augenheilkunde, auf die Tisziplin gelenkt, die fortan fein engeres Arbeitsfeld werden sollte. Heß gehörte zu dem kleinen Kreis von Augenärzten, die auf Gräfes Anregung die Heidelberger ophtoalmoloai i-e Gesellschaft gründeten, und hierdurch den Ruhm deutscher Wissenschaft in alle Weltteile trugen. Als Sekretär der Gesellschaft hat Heß eine stattliche Reihe wertvoller Berichte herausgegeben. Toch beschränkte er sich nicht auf die Augenheilkunde, er blieb in lebendiger Beziehung 'ur gesamten Medizin. Mit den älteren Dozenten der Gießener Hochschule, dem Chirurgen Wernher uno dem inneren Kliniker Seitz, deren Andenken heute noch von ihren Schülern hochgehalten wird, blieb er bis an deren Lebensende befreundet. Nach Wemhers Tod gab er dessen letzte literarische Arbeit „Forschungen zur Jmpssrage" heraus. Tas reiche Wissen, die vornehme Gesinnung und das menschliche Mitgefühl am Krankenbett gewannen Heß eine ausgedehnte IW Ä vonHunds« Sic werden auf die herrschten wieder jyoli' it (irh rad üchcn Studenten 'lsruhe statt. Die wen, benutzten als nd die Arbeiter zu denteu mußten, durch zt, in ein Kranken- ntliche Polizeibericht lahme von neun an rionen slattizefunden. r Notwehr befunden illwersen, wobei einer wurde. Der Generaldirektor i ffliteteitt: einet i der Nordsei/e in wb c\e(\et\ Ä bk DeMbM bei genügt 9 Monate, gewiß sei. >cheinkriegsge« richte, die in der eng- wie im Ihiieroffwcr» mdalen Veranlassung {tödlichem Ausgang, ut spräche gebracht aiMende Komödie Offiziere sich bamu nnetnben cm nachge- ^letzten ZeitHSustcn liebte Kameraden m t und dann in ent* >andelt wurden. Em >tz»bch-d. 'n S« fomiB'Wnbcl. Di- M *** oor einem *' ,S i„ «« 3" * tW * S'ä , serii“ , .yiie^^^f.cnct brm .«"‘"tiiiltem S-S'S Li-sS -in tätig; ff !’'n E'W wn£%ntW'* iicn mil*«wm ” d° l,c Wffitii’ V. rüi< • a-s««Ä, feine H KN 7chöps^ ..lenst, e Heß di- tt'k.' ^n'U* ii^ 5» , ben g-t, *°hn» 'en, bQfi $ °on tanC*Dot- iben fi? „ völlig enz Z '^tl.ch »Ä> t?rL' u ns, 5 ^iwerden hP= ■ *' S"*Ä ,h9' D°r St«,s. X'ine ^'tige ^'"sturme. Ter L Abreise oer! heutiger Sturm. ~lc Mannschaft . Probsdorfer v- Tauber, ehe, wudwlm §aain,i, c haftet. ®lat SKeganbet oebe vom ,Pesti ete 'hu durch einen ; Bosnien und der hneestürme. Der t (fifett. toe Sh'«« be8 * [Tach ausgiebiger 'als CtilnesischerThee als Telephonischer Kursbericht. 4% Oeaterr. Goldrentö . . fest. im 701 werden. ßaMim blntfrisch in ViSpacküttg 214.10 224.00 145.50 192.90 207.50 40/ Italien. Rente 41/a % Portugieser 30/ Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenloao . . . 223.60 145.30 192.50 207.25 102.65 91.90 102.45 91.85 101 35 99.50 102.80 101.05 9&ff) Mexikaner . . 4t/v'fn Chinesen . . Electric. Schnckiyrt . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . - . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgea. Oeaterr. Staatabahn . BWg 8"/' 3 Gießen, den 18. ^an. 1904. Senßfelder, Kreisstraßenmeister. Erinnerung: per Pfund lytt, 120, 140, 16Y,150Pfg. Oest. Kredit. Deutsche Bank Tarinstädter Bank Bochumer Guß . Lombarden . . Gotthard bahn . . Laurahütto . . . Bochum .... Harpener . . . Tendenz: Emma Seuling Maschinenstrickerei Wetzfteinstraße 45 empfiehlt große Posten la. wollene Ltrickzarne in «Kett Farbe« und Qualitäten billigst, sowie daraus gefertigte Damen- u. Äinderstrümpfe uud Socken. Reichhaltige Auswahl in [411 Hemde«' und NockstsaeLen, Schürzenzenge, Kleiderbarchend, WachStvche. 4% öriech. Monopol 41/, % äussere Argentiner Uchmbeiien. Montag den 25. l. M., nachmittags 1 Nhr, sollen in der Gemeinde Rödgen Pflasterarbeiten, veranschlagt zu 810 Mk., öffentlich vergeben Frnnkfnrt a. 3B„ 21. Januar 4‘/5 % Oesterr. Silberrente 4% Uncar. Goldrente . . 100.30 Aröeiterbewegung. Krirnmitschau, 20. Jan. Bis gestern Abend waren nur 25% der Ansgesperrten m den B e t r 1 e ben au s genommen. Das B e r s a m m l u n g s v e rb 0 t bleibt be steh en. Die Gendarmerie verbleibt in der Stadt. (Der bemerkt, erst in etwa acht Tagen könne die Zahl der Ausgesperrtblei benden angMbenwerdenJ^^^^E---—> ReiohRanleihe do. Konsole . do . . Hessen . Oberhessen 1W4 . 26.90 . d0.20 . 103.60 . 104 75. . 218.50 , 194.80 . 145.00 . 157.50 . 160 40 . 143.90 . 16.20 . 192.00 . 237.25 . 192.20 . 207.00 Neueste Mewmuun. Berlin, 21. Jan. Nach einer Privatmeldung bet „B. N. N." ist der Kaufmann Raimund Boysch m Frisch eingetroften: Holland. Anstern, Caviar und Geflügel. Car! Schwaabj Hofdelikatessenhandlung. 5 Telephon 2G5. 324 __Seltcrsweg 23. ausgenommen. t , r Wien, 21. Jan. Der amtlichen Abendpost zufolge ift die Nachricht von der Absicht des Erzherzogs Fer- dinand Karl, sich demnächst zu vermahlen, als gr u n d l 0 s zu bezeichnen. In eingeweihten Kreisen fallt das Wort „demnächst auf. Man glaubt daraus ersehen zu können, datz in der Angelegenheit daö letzte Wort überhaupt noch nicht gesprochen ist und das; der Erz-. Herzog nur mit größtem Widerstreben das Her- rats-Projekt für jetzt aufgegeben habe. Es verlautet, es sei ihm von seiner Familie eine Bedenkzeit von zwei Jahren eingeräumt und in Aussicht gestellt worden, daß er im Falle der Verwirklichung des Herratsplanes Titel und Würden verlieren würde. Petersburg, 21. Jan. Ein hochgestellter Diplomat bestätigte, daß von der russischen Regierung abermals neueVorschläge an Japan a b g e san d t werden, sodaß die Unterhandlungen sich noch wochenlang hinziehen werden. Rußland wolle um jeden Preis Frieden halten, was auch Japan wolle, denn sonst hätte Japan mit viel günstigeren Bedingungen bereits im vergangenen Sommer die Ferndselrgkerten beginnen können, als Rußland noch nicht stark genug rn Ostasien war. Eine Intervention anderer Mächte zu Gunsten einer friedlichen Lösung des Konfliktes werde Rußland nre-- mals zulassen. Qrg. Packet a.‘/a kg zu 50. 65.80.Pf Ludwig Steinhäuser, Teleph.346. [325] NenenbaueN. „Sofew eyerW prämiiert „gaft», . anerkannt seit 10 Jahren als das SeLe 83fn>e- n. jMmiUat für nr- brothene Gegenstände, ift jn bahen in Alocon? ä 30 u. 50 Psg. bei Gustav Matter. 317 Mötztl-VerßeigttNg. Mehrere Betten, Tische, Stühle, Schreibpult, kupferner Kessel, sowie verschiedene andere Sachen werden Freitag den 22. d. M. öffentlich meistbietend tm Bieker- schen Lokale (Neustadt) verltewert TieVersteigerungistbestunmt.s798 Stabt. Schlachthaus. SMovjicn: 803 zlh«M!tSkisch 50 Pfz. Evangelischer Arbeiter-Verein. Zn dem am Montag den 25. Januar abends 81/, Uhr im früheren Steins Garten strttfüchenden Vortrag des Herrn R. Eronau ans New - Pork: „Die vereinigten Staaten nnd ihre Bewohner" hat der kaufmännische und der Orts-Gewerbe- Verein in dankenswerter Weise unseren Mitgliedern freien Eintritt bewilligt. Es wird gebeten, sich an der Kasse durch Vorzeigung der Mitgliedskarte oder der letzten Beitragsguittung aus- zuwei en. <94 Der Borstand. ärztliche Praxis neben seiner spezialärztlichen Tätigkeit, ! ebenso sehr auch die Achtung und Anerkennung seiner Kol- ; legen, die ihn wiederholt zum Vorsitzenden des ärztlichen Vereinund zu ihrem Vertreter im ärztlichen Zentral- , ausschus; des Londes beriefen. Ein hervorragender Zug iw Wirken von Heß ist seine gemeinnützige Tätigkeit. Jahrzehnte lang hat er in uneigennützigster Werse die Abceil- ung für Augenkranke im städtischen Rochusho,pital geleitet. er gehört heute noch zum Vorstand des Atieevereins für Krankenpflege, er ist seit, langem Vorsitzender der Rheinischen Naturiorschendcn Gesellschaft. Lange Jahre war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, im Ort»- gesundheitsrat unterstützte er mit einem Wissen die Ve- strebunqen der städtischen Verwaltung. 2luch ftm Eintreten für die Einführung der fakultativen Feuerbestattung sei erwähnt. Seitdem es eine nalionalliberale Partei rn dessen gibt gehört der Jubilar ihr an. Innerhalb der Partei war er' eines der arbeitsfreudigsten Mitglieder, und lanae Jahre gehörte er zum Vorstand. — Der Philosoph Exzellenz Profes>or Dr. Eduard qp rfpr feiert am 22. Januar seinen 9 0. Geburtstag. 3er arrife Mefoie totittc über ein halbes Jahrhundert als akademischer Lehrer. Geboren 1814 ju Klembottmar in der Nähe von Schillers Geburtsort Marbach, bezog Zeller 1831 die Universität Tübingen, um Theologie zu studieren 1842 habilitierte er sich in Tübingen für Rheologie. Eine besondere Habilitationsschrift wurde nicht verlangt. 1847 folgte er einer Berufung zunächst als außerordentlicher Professor nach Bonn und wurde bald ordentlicher Professor in Marburg (1849), wo er in die philosophische Fa- kiiltät übertrat. 1862 kam er nach Heidelberg und 18-/2 nach Berlin, wo Zeller bis 189-1 wirkte. Dann wurde er von der Verpflichtung, Vorlesungen zu hatten, entbunden und zog nach Stuttgart, wo er seitdem lebt. Zeller ist Doktor sämtlicher Universitäten. 1868 wurde er von der Universität Seidelberg zum Dr. theol honor. causa ernannt 1877 rum Dr iur. hon. eausa von der Tübinger Hochschule, 1886 zum Dr. med. hon. eausa von Marburg und 1884 Dr.,iur. von Edinburgh. Anläßlich seines 56jährigen Doktoriubi- läums 1885 wurde Zeller von Kaiser Wilhelm I. die Prachtausgabe der Werke Friedrich des Großen geschenkt. Am 80. Geburtstag wurde er Wirklicher Geheimrat mit dem Prädikat Erzellenz. ~__ Kerrchtssaak. L. Friedberg, 20. Jan. In der gestrigen S,ch ö f f e n- gerichtsverhandlung wurde der z. Zt. m Grnnberg m Schlesien sich auibaltende Reinhold Lohrke wegen Herst e l l u n g nnd Verausgabung von falschen Geldstücken zu drei Wochen Ge'angnis und m die Kosten des Ver- iabrens rerurte.tt. Im Herbst 1902 M sich der V-rurt°üte der schon viel Vorstrafen hat, bicjc strafbare Handlung hier in Friedberg zu schulden kommen, wie die heutige Beweisaufnahme ergel en hat. Eines Tages kam Lohrke in den Dämmerstunden in hie ^>irt- schatt Beckmann im Stadtteil Fauerbach. Die Zeche bezahlte er mit Ünpfergeldstücken. die erst abgeschliffen und dann mit Quecksilber überzogen worden waren, sodaß die Frau des Wirtes im »albdunkel dieses Geld als „Sückelgeld" m Zahlung bekam. Der Betrug wurde spater entdeckt; L. reiste bald darauf zu einem Bruder, von da nach Grünberg in Schlesien. $rt Anbetracht der großen Entfernung ivar er vom person ichen Erscheinen Sur Haupt- verhandlung entbunden, da er, ,a bereitem einer ^mnussarischen Vernehmung den Betrug zugestanden hat. Wegen emer Anklage des Diebstahls mußte L. freigesprochen werden mangels genügender des Reichstages hat'eine Resolution eingebracht, her Reichstag wolle die Regierung aufwrdern, ungesäumt einen Gesetz«, entwarf vorzulegen, wonach die tägliche Arbeitszeit in den Fabriken vom 1. Juli d. I. ab nicht mehr als 10 Stunden betragen sott. Berlin, 21.Jan. EineReihe bonVer einigungen kaufmännischer Angestellter sprach sich in einer zahlreich besuchten Versammlung gegen die letzigo Fassung des Gesetzentwurfes über die Kaufmanns- ge richte aus. ES wurde beschlossen, dem Reichstage eine Reihe Abänderungs-Vorschläge zu unterbreiten, barnntet die lückenlose Errichtung von Kaufmanns-Gerichten über )as ganze Reich, Ausdehnung der Kaufmannsgerichte auf alle kaufmännischen Angestellten ohne Unterschied des Gehalte? und Zuständigkeit der Kausmann?gerichte auch für die Konknrcenzklausel und Konventionalstrafe. Schneidemühl, 21. Jan. Der Stadtlassen» Ren da nt Löffelheim aus Märkisch-Friedland wurde wegen Unterschlagung und Vü ch e r f ä l s ch u n g von dem Schwurgericht zu 2i/2 Jahren Gefängnis verurteilt. , London, 21. Jan. Tie „Times" meldet aus j,ötto? Tie apanische Regierung beabsichtigt eine Anleihe i m I n l a n d e aufzunehmen und zwar mit kürzester Rückzahlungsfrist. — Wie weiter aus Tokio gemeldet wwd, verlautet gerüchtweise, daß neue Ver än d er un g en im Kabinett bevorstehen. Marquis Ito sott den jetzigen Kabinettschef Katsura ersetzen. - Gestern ist auch ui Soho der Privatrat zusammengetreten und hat dringenden Gesetzentwürfen zugestimmt, welche die Küsten-Verteidigung, den Truppen-Transport auf den Eisenbahnen und Organisation des Feldpostdienstes betrafen. _ London, 21. Jan. Aus Tariaville nn Somalr- lande wird berichtet, daß General Eggerto n mit zwer T-rigaden Jiaballi am 15. ds. verlassen hat und sich xxi Eilmärschen nach dem Nogaltale begibt. Taragon a, 21. Jan. Tie Unruhen dauern fort. Tie Gendarmerie hatte mehrere Zusammenstöße mit der Menge, wobei ein Gendarm durch Steuiwurfe so schwer verletzt würbe, daß er bald v er st ar b. 8 Personen, welche verhaftet worden sind, werden vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Tie Geschäftsleute haben ihre Läden wieder ge- . öffnet. Auch hat eine Anzahl Arbeiter die Arbeit wieder Nevolverschüffe auf ste abgegeben. In dieser Sache erfolgten zuerst I Win d h o e k, der als Leutnant zur Schutztruppe eingegogen etwa 30 Verhastungen, von denen jedoch nur die gegen die heutigen war, in einem Gefecht mit den ly.ereros vei Qia, 'Ungesagten aufrecht erhalten wurden. Von den geladenen 50 hanbja gefallen. — Die sozialistische Fraktion Jeugen sind die 15 ebenfalls vorgeladenen italienischen Maurer - - - ----- - *• 1 ’ ~ - ■* - •— nicht erschienen; die Ladung konnte ihnen nicht zugestellt werden, da ihr Aufenthalt unbekannt ist. Die Angeklaaten bestreiten jebe Teilnahme an dem UeberfaUe. Zwischen dem Staatsanwalt und der ^erteibigimg kam es darüber zu einer scharfen Auseinander, etumq ob die Zeiigenaussagen der Italiener verlesen werden sollen.' Das Gericht lehnte einen diesbezüglichen Antrag ab. Im westeren Verlause der Verhandlung wurde ein als Zeuge geladener Fuhrmann unter dem Verdacht des Meineides v e r h a f t et. Die Verhandlung nahm heute den ganzen Tag m Anspruch. Die Verhandlung wurde abends auf Samstag vormittag vertagt. Es sollen noch der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Eller und drei andere Beamte als Zeugen vernommen werden. B e r l i n, 21. Jan. Ter in London feftgenommenc prakt. Arzt Dr Guternlann, besten Flucht in Berlin im Oktober 1900 großes Aufsehen erregte, wurde gestern wegen w i ed er o ölten Betrugt unb Urkundenfälschung z»l 2 Jahren 4 Monaten Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. B o ch u in 20. Jan. Das Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Schomburg. der in der Nacht zum 22. November v. I. den Nechnungsführer Schellenberg ertnorbet unb beraub t hatte, zum T ode Ter Niitangeklagte Weitz wurde von der Beteiligung an dem Morde freiaesprochen, dagegen wegen Beihilfe am Raube .u drei Fahren Ge'ängnis und fünf Jahren Ehrverlult verurteilt. Marktplatz 21. Dekephon ^6- Berliner Nollmöpse große Fische, 2 Stück 11 Piq-, bei öO St. billiger, Hsttärrver Bokl- berhtge per St. 4, ö u. • Big-, towbtßcu vtv W ir» M., •erbt**» v. Vd. 85 Mg.. Prr«a «utfrif. Pettettunt, p. Ltr. 19 A empstehltWckUlrttt», CÄUfewUki, °""°M ain5, 20. San. Unter kolossalem Andranüe WW« begann heute die Verhandlung gegen die Maurer Mathias Orth, Johann Barth, Peter Barth und Christian Ditt, die im August v. Js beim Maurer-A nsstan d sich an dem Ueb erfüll auf die 11 a l i e n i s ch e n Arbeiter beteiligt hatten. Die Italiener wurden damals morgens 5 Uhr, als sie nach ihren dail^eNrn .zogen, mit Eisenstangen und Holzknütteln turchtbar zugerichtet, auch Gisenlitilin-Zeitung. Die badischen Staatseisenbahnen haben nach den provisorischen Feststellungen im Jahre 1903 2 860 980 Mk. mefir als im Vorjahre vereinnahmt. Ter Budget-Voranschlag üherheigt die Einnahmen um nahezu 5 Millionen Mk. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in dcr Shnagoge, Sttdnnlage. Samstag, d e n 23. I a n u a r 1904. Vorabend: 4.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr.Majestätdesdeutfchen Harpener Bergbau Tendenz: schwacher. 2htr Börsenlage. Ta nun die Kriegsbesurchtnngen vollständig grundlos betrachtet werde,i, wendet sich die geschaffen hatte, die auf einen von außen herkommenben Dieb schließen sollten. Die über 60 Jahre alte Angeklagte bringt auch heute bas Märchen von der fremden, schwarzen Dame vor: ihre HausgenosiiN'^e vollständig mit ihr ausgesöhnt hat, sucht sie nach Möglichkeit zu unterstützen. Ter Gerichtshof ist von der Zurechnungsfah gkeit b r Angeklagten, bie sich sehr geschickt verteibigte, überzeugt, laßt aber mit Rücksicht auf ihr gebrechliches Alter milbe walten und verurteilte sie zu 1 M o n a t ® e f a ngn i s. Im Saale mußte Jic noch geführt mevben, währenb sie,, auf ber Strane angelangt, mit ihrer Hausgenossin und dem Pflegekinde rüstig den Heliniveg Robert Stuhl Neustadt 23 bringt hiermit seine gebrannten Kaffee s von hervorragender Güte und wöchentlich frisch geröstet zii nachstehenden Preisen in cmpsehlenbe- . . 103.70 . . 62.85 . . 32.20 . . —.00 . . 137 60 -Anl. 43.70 Handel und Uerkchr. Aalküwüischast. Berliner Börse vom 20. Januar 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Nach fester Eröffnung bröckelten die Kurse auf allen Gebieten um Kleinigkeiten ab. Veranlassung hierzu gab wiederum Paris, wo die kürzlich erwähnten Exekutionen noch nicht ihr Ende erweicht zu haben scheinen. Jniolgedeffen meldete auch London mattere Kur e bie unseren Markt entsprechend beeinflußten. Für E,sen- werte war der Umstand, daß die gestrige Sitzung noch kein desini- tives Zustandekommen des Stahlwerksverbandes zeitigte, der Grund zu Realisierungen und Eingreifen der Contremine, der es ledoch nur mühselig gelang, bie Kurse nm Kleinigkei.en zu drucken. Im allgemeinen herrschte große Geschäftsstille. Privat-Diskont 2% Prozent. Anfangs- u. Schlußkurfe. ----- 213.50 Bund. Souutag den 24. Januar 1904, abends 8’/« Nhr: Aamilien-Abend Venen Snalbau unter Mitwirkung des Evangel. Äirchen- gcsangvereins und verschiedener Solisten. Bortraa des Herrn Pfarrers Dr. Diehl-Hirschhorn über: „Sonneiischein und Sturm in Gießen wahrend ocj 30jährigen Krieges." -. . ... ... Gäste willkommen. Eintritt frei._____ LihM-hte Br.Liiiatas (3nh.: Cnrl Haas jr., Gießen) EM- uni sowie stets vorrätig. 785 Telephon: K-llwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282.______ Kaisers. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.50 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgeskstschast. Sa b b a16f e i er am 23. Januar 1904. Freitagabend 4.30 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Maje st ätdes de utsch Kaisers. Nachmittag 3.30 Uhr. SabbathaiiSgang 5.50 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 4.30 Uhr. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Seit nähme an unserem schweren Verluste sagt herzlichsten Dank L | K $i -61' Slnze'g' ^IW* Aetha er gegei Setvehre tiefen jli tzoheilsu mm di r deu halt deutsche! der iiüp AusU'ar über $i zweiten sich nad stigen B mard at nach^ über die land mi Zwei ho selben h teilten q land" sowie im wie üud Lüden?, Expedili beute v Kaufleut Oktober Häuptlir buche» tion Ä c die Mis trauspc verlegte 1863 i Hande leute ui tionen zwange englisch nahm । Eiugebl Eii E. Lud! zücht u tn Ber und rii fange pequc Anlä eä i«1® find, I-U h°lb Äw 24- • der BM Jahr de n d gleichst afrita, ' men un Million r des Den re n be und hei machten Sa freilich der Mui 1805 n Dienste gründet Sam ; Mor ^>Janu d« tiiiji. vnuäheru i poen hx jex unbi «etoobne; K Tie Mme(a Jtotional, . tan miii 'ns Genf! ein; fcetfen. Müde q. °t, au ?e Luu *w'u 'S* 1„1 ? bei alle ^lor. (?b( SS?? B: SM “»eitee Tödes - Anzeige a. d. B. unser lieber Bruder, Schwager, Neffe und Onkel, der frühere Adolf Metz im 52. Lebensjahre. Giessen, Gleiwitz, Darmstadt und Nidda, den 21. Januar 1904. Die Beerdigung findet Samstag den 23. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Darmstädter Friedhofes aus statt. Kritz Kremer. Erbsen, ungesch. Erbsen, grün en, nnge,ch. । ......— vsh.“en8rü"c titarKtsirasse 15 ist ferner: 644] Dteustmädchcu gesucht. Gocthestraße 46, II. be- einpftehlt I l'cht 334 789 Marktstrabe. Robert Stuhl Süd-Anlage 5, II. acht. Carl Nowack. 744 Grabcusiraße 9. mieten. 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